1997er Domaine Rapet Corton Charlemagne
Im Duft klar und rein wie ein Gebirgsbach. Der Geschmack ist noch erstaunlich frisch und jugendlich. Citrus-Aromen, ein leichter Haselnusstouch, mineralische Frische, eine animierende Säure und der für große Chardonnays des Burgunds so typische Kalksteingeschmack machen diesen Corton zu einem einmaligen Trinkerlebnis.
1996er Domaine Rapet Corton Charlemagne
Leider Kork.
1994er Leroy Corton Charlemagne
Ein eher breiter Chardonnay, sehr starke Nussaromen, am Gaumen schon fast brandig. Nicht müde, aber ohne Feinheiten und eher eindimensional. Ein Chardonnay, der auch aus Australien oder Kalifornien kommen könnte.
1997er Domaine de Vareilles Charmes Chambertin
Ein wunderbar femininer, runder und einschmeichelnder Pinot Noir, der seine Fruchtsüße und seine kantige Ursprünglichkeit meisterhaft verbindet. Der Abgang ist nicht ewig lang, aber dennoch harmonisch und sauber. Auf dem Punkt seines Reifepotenzials.
1970er Lynch Bages
Noch kernig und jugendlich im Duft wie im Geschmack. Reife Röstpaprika, festes Tanningerüst, vielschichtig und ein langer Nachhall.
1928er Federico Paternina
Anfangs in der Farbe noch ein schöner Mahagonieinschlag, der mit der Luft allerdings immer mehr eintrübt. Dieser immerhin schon 80 Jahre alte Wein ist zwar keineswegs tot, wirkt aber dennoch sehr eindimensional, mit sehr herbstlichen Wald- und Pilzaromen. Nach einer halben Stunde Luft überwiegt dann ein leicht penetranter Champignonton. Man kann erahnen was dies mal für ein großer Wein gewesen sein muss und kann verstehen das es einmal Ernest Hemigways Lieblingswein war.
1959er Age Siglo
Eine noch sehr frische ziegelrote Farbe. Im Duft herrscht der früher für Rioja so typische Duft nach Vanille und dunklen Waldbeeren vor. Erstaunlich präsent und voller Energie am Gaumen, man könnte meinen der Wein wäre erst zehn und nicht schon fünfzig Jahre alt. Kein ganz großer Wein, aber in Anbetracht des Alters ein denkwürdiger Zeitgenosse, der viele ambitionierte Namen alt aussehen lässt.
1956er Chateau Latour
Vom Duft her eine kleine Sensation. Ein vollreifer Früchtekorb, mit süßlicher Lakritze und reifer Paprika. Bei diesem Wein wird man zum Schnüffler. Leider kann der Geschmack da nicht mithalten. Blutig und viel Metall und ein spröder Abgang. In dieser Form sollte man an diesem Wein nur schnuppern, aber das lohnt sich!
1961er Chateau Latour
1. Versuch – Leider hat sich hier der Schimmelteufel eingeschlichen.
1961er Chateau Latour
2. Versuch – Wunderschöne klare rubinrote Farbe. Anfangs noch etwas teerige verschlossene Nase, kurz darauf gesellen sich Eukalyptus- und reife Paprikanoten hinzu. Im Geschmack reifer Cassis, dunkler Kakao und Mokkatöne. Ein Wein, der sich permanent neu definiert. Eine animierende Säure und ein gnadenlos langer Abgang runden diesen wirklich großen Bordeaux ab.


