Rotwein · D.O. Ribera del Duero · Tempranillo
Tempranillo (Tinta del País)
Finca Matambres · Nava de Roa
2021
800–830 m
ca. 4.500 kg/ha
20 Monate Barrique · 80 % französisch
D.O. Ribera del Duero
Der Monteabellón Finca Matambres 2021 ist der Einzellagenwein von Bodegas y Viñedos Monteabellón aus Nava de Roa in der Ribera del Duero. Reinsortiger Tempranillo von einer Parzelle auf 800 bis 830 Metern, 20 Monate im Barrique gereift. 2021 ist in der Ribera als „excelente" eingestuft – ein Jahrgang mit hohem Tanninpotenzial und klarer Balance.
Finca Matambres – Nava de Roa auf 800 bis 830 Metern
Nava de Roa liegt in der Provinz Burgos im Herzen der Ribera del Duero. Monteabellón, gegründet um die Jahrtausendwende von der Familie García, bewirtschaftet hier rund 175 Hektar, verteilt auf 49 einzeln geführte Parzellen zwischen 760 und 950 Metern Höhe. Die Betriebsphilosophie liegt in dieser Aufgliederung: Statt die Weine über das klassische Alterungsschema Crianza–Reserva–Gran Reserva zu definieren, werden die stärksten Parzellen separat ausgebaut und unter eigenem Namen gefüllt. Finca Matambres ist einer dieser Einzellagenweine.
Die Parzelle liegt zwischen 800 und 830 Metern und damit in der mittleren Höhenzone des Betriebs. Der Boden ist sandig-lehmig, durchsetzt mit Rollkieseln und kalkhaltigem Untergrund – ein magerer, gut dränierender Standort ohne Wasserreserve, der den Stock von selbst kleinhält. Die Kiesel speichern Tageswärme und geben sie nachts ab; der Kalkanteil steuert die Frische bei, die diesen Wein von wuchtigeren Ribera-Interpretationen trennt.
Die Höhe ist der klimatische Hebel der Appellation. Rund 500 Millimeter Jahresniederschlag fallen überwiegend in Frühjahr und Herbst, die Sommer sind trocken und sonnenreich, die Nächte auf über 800 Metern deutlich kühl. Dazu kommen die Nebel vom Duero, die im Spätsommer zusätzliche Feuchtigkeit bringen. Dieser Tag-Nacht-Wechsel hält Säure und Farbstoffe im Beerenmaterial, während die Sonne für vollständige Gerbstoffreife sorgt.
Jahrgang 2021 – Ribera del Duero
Das Jahr begann in Kastilien mit einem harten Winter: starke Schneefälle und strenge Kälte im Januar hinterließen Spuren in den Anlagen und drückten das Ertragspotenzial von Beginn an. Auf den Höhenparzellen von Nava de Roa verzögerte der kalte Winter den Austrieb, was die Reben später vor Spätfrostschäden bewahrte. Der Vegetationszyklus verlief in der Folge langsam und gestreckt – für Tempranillo auf über 800 Metern die günstigste Konstellation, weil Zucker- und Gerbstoffreife nicht auseinanderlaufen.
Die Lese lief in der Ribera del Duero vom 3. September bis zum 26. Oktober und damit über 53 Tage – ein langer Zeitraum, der parzellenweise Selektion erlaubte. Insgesamt kamen 123,2 Millionen Kilogramm in die Keller, die fünftgrößte Ernte der Appellationsgeschichte. Auf der Finca Matambres blieb der Ertrag mit rund 4.500 Kilogramm je Hektar dagegen sehr niedrig, als direkte Folge der winterlichen Schäden. Der Kontrollrat stufte 2021 als „excelente" ein – die 13. Spitzenbewertung in 39 Jahren. Als Jahrgangsmerkmal gelten hohes Tanninpotenzial, tiefe Farbe mit violetten Reflexen und ein ausgeglichenes Verhältnis von Alkohol, Säure und Gerbstoff.
Assemblage und Ausbau
100 % Tempranillo (Tinta del País), Jahrgang 2021, ausschließlich von der Parzelle Finca Matambres auf 800 bis 830 Metern. Ertrag rund 4.500 kg/ha. Die Trauben werden separat gelesen und separat vinifiziert – der Wein wird nie mit Material aus anderen Lagen verschnitten.
Der Ausbau dauert 20 Monate im Barrique, davon 80 % französische und 20 % amerikanische Eiche. Die französischen Fässer liefern das feinkörnige Tannin und die zurückhaltende Würze, der amerikanische Anteil gibt eine leichte Süße in der Röstnote und rundet die Textur. Das Verhältnis ist so gewählt, dass das Holz die dichte Frucht des Jahrgangs stützt, ohne sie zu überschreiben. Trocken ausgebaut, mit deutlichem Lagerpotenzial.
Im Glas
Tiefes, dichtes Kirschrot mit violettem Rand. In der Nase reife Brombeere und schwarze Kirsche, dahinter cremige Eiche, Kakao, geröstete Kaffeebohne und eine balsamische Note. Am Gaumen breit angelegt und strukturiert, mit dem körnig-feinen Tannin des Jahrgangs und einer Säure, die den Wein trotz der Konzentration aufrecht hält. Die Frucht bleibt bis in den langen Abgang präsent, der auf dunkler Schokolade und Röstwürze endet.
4.500 Kilogramm je Hektar auf 830 Metern: Die Dichte dieses Tempranillo kommt aus dem kleinen Ertrag, die Frische aus der Höhe.
Jung braucht der 2021er Luft – zwei bis drei Stunden vorher dekantieren, bei 16–18 °C servieren. Im Glas baut er über die erste Stunde spürbar aus. Trinkfenster bis etwa 2036.
Am Tisch
Zu Lammkarree und Milchlamm aus dem Ofen, zu Rinderfilet und Entrecôte vom Holzkohlegrill, zu geschmorter Rinderbacke und Wildgerichten wie Reh und Hirsch. Auch zu gegrilltem Chorizo-Gemüse oder Pilzrisotto mit Steinpilzen. Bei Käse zu gereiftem Manchego und kräftigem Bergkäse.