Franck Bonville Pur Mesnil Champagner Grand Cru Blanc de Blancs 2018
Der Franck Bonville Pur Mesnil 2018 kommt aus Le Mesnil-sur-Oger, dem Dorf mit dem strengsten Chardonnay der Côte des Blancs. Mehr als fünf Jahre unter Naturkork gereift, mit Rückgrat und viel Salz – für Leute, die Champagner gern pur und ohne Schnörkel mögen.
Im Glas
Hellgold, feine Perlen. Die Nase ist konzentriert: Zitronenzeste, grüne Mandel, ein Anflug von Kreide. Am Gaumen geradeaus und druckvoll, mit straffer Säure und dichter Textur. Hinten raus wird er fast salzig und bleibt lange, klar wie Glas.
Mach was draus
Austern Fines de Claire, Hummer mit Zitronenbutter oder ein Ceviche vom Wolfsbarsch. Als Aperitif zu gesalzenen Mandeln weckt er jeden Gaumen. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.
Janus empfiehlt
„Ich schenke ihn in große Gläser, auch beim Aperitif. Er ist straff, aber mit Luft zeigt er seine dichte Seite.“
Was macht Le Mesnil-sur-Oger besonders? Das Dorf gilt als die strengste, säurebetonteste Herkunft für Chardonnay in der Champagne. Die Trauben kommen hier aus Les Zailleux, Le Tilleul und Les Hautes Mottes.
Wie trocken ist er? Extra Brut mit 5,8 g/l laut Steckbrief, also am oberen Rand der Kategorie: trocken, aber nicht karg.
100 % Chardonnay · Le Mesnil-sur-Oger Grand Cru: Les Zailleux, Le Tilleul, Les Hautes Mottes · Jahrgang 2018 · Méthode Traditionnelle, Hefereife unter Naturkork · über 5 Jahre Hefelager · Extra Brut, 5,8 g/l Restzucker · Champagne Franck Bonville, Avize · Stand: Oktober 2026
Palo Túnel Mallorca Kräuterlikör ist ein traditioneller, süßlicher Kräuterlikör von der Insel Mallorca, hergestellt in der Destillerie Antonio Nadal. Palo ist die klassische Likörspezialität der Insel. Im Glas dunkel, mit feinen Karamellnoten.
Mallorca
Palo ist die traditionelle Likörspezialität Mallorcas mit langer Geschichte. Die Destillerie Antonio Nadal stellt den Túnel Palo nach überlieferter Rezeptur her.
Herstellung und Reifung
Palo wird traditionell aus den Auszügen von Enzianwurzel und Chinarinde gewonnen, mit Zucker und Karamell abgerundet. Daraus entsteht der charakteristische süßlich-herbe Likör mit dunkler Farbe.
Im Glas
Dunkles Braun. In der Nase und am Gaumen süßlich, mit der typischen herb-bitteren Note von Enzian und Chinarinde und feinen Karamellnoten. Vollmundig und aromatisch.
Zum Genuss
Pur, auf Eis oder mit Soda und einer Scheibe Zitrone genießen – ein klassischer Apéritif oder Digestif Mallorcas.
Klassische Begleitung: auf Eis, mit Soda und Zitrone oder als Digestif.
Weißburgunder / Pinot BiancoKellerei TraminLage Söll oberhalb TraminSüdtirol · Alto Adige DOC400–600 mkalkhaltiger Lehm & SchotterEdelstahl, Teil im Holztrocken
Der Tramin Moriz Pinot Bianco ist ein frisch-fruchtiger Weißburgunder der Kellerei Tramin aus Südtirol. Er zeigt Aromen von grünem Apfel, Laub und Nüssen und präsentiert sich harmonisch und ausgewogen. Die Trauben stammen aus der Höhenlage Söll oberhalb von Tramin.
Weißburgunder aus der Lage Söll oberhalb Tramin
Die Reben wachsen in der kleinen Ortschaft Söll oberhalb von Tramin auf 400 bis 600 Metern Meereshöhe. Kalkhaltige Lehm- und Schotterböden prägen das Terroir und geben dem Weißburgunder Frische und mineralische Kontur.
Der Name Moriz verweist auf den heiligen Mauritius, den Schutzpatron von Söll. Die Kellerei Tramin zählt zu den renommiertesten Erzeugern Südtirols.
Rebsorte und Ausbau
Reinsortig aus 100 % Weißburgunder. Der Ausbau erfolgt überwiegend im Edelstahltank, ein kleiner Teil der Trauben wird im Eichenholz vinifiziert – das verbindet klare Frucht mit etwas Schmelz.
Der Wein ist trocken ausgebaut, mit eingebundener Säure und klarer Struktur.
Im Glas
Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase grüner Apfel, Laub und Nüsse, dazu Anklänge von Birne, Zitrus und Trockenfrüchten mit feiner Butternote. Am Gaumen frisch und saftig, mit Fülle, eingebundener Säure, frischer Mineralität und langem Finale.
Grüner Apfel, Laub und Nüsse, getragen von Fülle, frischer Mineralität und einem langen Finale.
Gut gekühlt bei 8 bis 10 °C servieren; jung zu genießen, mit einem Reifepotenzial von einigen Jahren.
Am Tisch
Zu leichten Vorspeisen, zu Fisch und weißem Fleisch sowie zu mild-cremigem Käse.
Rotem & Mounir Saouma Châteauneuf-du-Pape Magis blanc 2023
Weißwein · Châteauneuf-du-Pape · Grenache Blanc
Grenache Blanc · Clairette · Roussanne · BourboulencAOC Châteauneuf-du-PapePierredon · BédarridesKalksteinneue 500-l-Fässerca. 2 Jahre auf der Vollhefe2023
Der Rotem & Mounir Saouma Châteauneuf-du-Pape Magis blanc 2023 ist ein weißer Châteauneuf hauptsächlich aus Grenache Blanc, ergänzt um kleine Anteile Clairette, Roussanne und Bourboulenc. Die Trauben stammen im Kern aus der kalksteinreichen Lage Pierredon in Bédarrides. Rund zwei Jahre auf der Vollhefe in neuen 500-Liter-Fässern gereift, ist er kraftvoll und geschmeidig zugleich – mit cremigem Schmelz und feiner, salziger Spannung.
Pierredon – weißer Châteauneuf von Kalkstein in Bédarrides
Rotem und Mounir Saouma sind mit ihrem Micro-Négoce Lucien Le Moine in Beaune bekannt geworden, der für seine großen weißen Burgunder geschätzt wird. In Châteauneuf-du-Pape begannen sie mit rund zwei Hektar in Pignan und bewirtschaften heute Weinberge in allen fünf Gemeinden der Appellation. Weißwein spielt in Châteauneuf nur eine kleine Rolle, und die meisten Weißen werden jung abgefüllt. Der Magis geht bewusst den anderen Weg.
Die Trauben stammten ursprünglich vollständig aus der Lage Pierredon in Bédarrides, deren Boden von Kalkstein geprägt ist. Inzwischen haben die Saoumas zusätzlich Parzellen in Courthézon mit weißen Sorten bepflanzt. Der Kalk gibt dem Wein seine salzig-mineralische Spannung, Frische und Länge – Eigenschaften, für die Magis bereits mit großen weißen Burgundern verglichen wurde.
„Magis“ ist lateinisch für „mehr“. Der Name steht für den Anspruch, weißem Châteauneuf mit langem Ausbau mehr Tiefe und Lagerfähigkeit zu geben, als in der Appellation üblich ist.
Jahrgang 2023 – Châteauneuf-du-Pape
2023 begann in der südlichen Rhône mit einem historisch trockenen Winter: Zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar fiel an 32 Tagen in Folge kein Regen, die längste Trockenperiode seit 1959. Es folgten ein frisches Frühjahr und ein bis in den August mäßig warmer Sommer. Bis Ende August fielen in der Region nur 200 bis 350 Millimeter Niederschlag.
Vom 20. bis 24. August erreichte eine Hitzewelle das Rhônetal, im nahen Orange wurden am 22. August 42,7 °C gemessen. Die früher reifenden weißen Sorten waren zu diesem Zeitpunkt meist schon reif und litten kaum. Die Lese zog sich bis Anfang Oktober. 2023 ergibt in Châteauneuf dichte, ausgewogene Weine, die besten Weißen mit reifer Frucht, klarer Struktur und guter Frische.
Ganztraubenpressung und zwei Jahre Vollhefe
Cuvée hauptsächlich aus Grenache Blanc, ergänzt um kleine Anteile Clairette, Roussanne und Bourboulenc, Jahrgang 2023, trocken. Die Trauben werden von Hand gelesen und als ganze Trauben kräftig gepresst. Der Most kommt direkt mit der Vollhefe in neue 500-Liter-Fässer, wo er langsam vergärt.
Anschließend reift der Wein rund zwei Jahre auf der Hefe, ohne Abstich, mit gelegentlicher Bâtonnage. Der lange, kühle Ausbau folgt der Arbeitsweise, die Mounir Saouma bei Lucien Le Moine entwickelt hat. Das 500-Liter-Format hält den Holzeinfluss geringer als eine Barrique und gibt Fülle und Textur, ohne die Frische zu überdecken.
Im Glas
Im Duft ein intensives Aromenspiel von reifer Mandarine, Limettenschale und feinen orientalischen Gewürznoten, begleitet von Anklängen an Toffee, Vanille und geröstete Nüsse. Am Gaumen kraftvoll und geschmeidig, mit cremigem Schmelz und feiner, salziger Spannung. Zitrusfrüchte, weiße Blüten und eine zarte Meeresbrise geben Energie und Präzision. Das lange, mineralisch-frische Finale zeigt die Klasse dieses Weißweins aus der Rhône.
Grenache Blanc vom Kalkstein in Bédarrides, zwei Jahre ungestört auf der Vollhefe: Mandarine, Toffee und salzige Spannung.
Mit großem Reifepotenzial, jung wie gereift ein Genuss. Bei 11–13 °C servieren.
Am Tisch
Edler Fisch und Krustentiere, Geflügel und Kalb in heller Sahnesauce, cremige Pasta- und Risottogerichte sowie würzige asiatische Küche und gereifter Hartkäse.
TempranilloDOCa RiojaLaliende · San Vicente de la Sonsierraalte Buschreben (~40 J.)Jade Gross12 Monate franz. Eichenur 2.330 Flaschen2024
Der Jade Gross Piano, piano 2024 ist der erste Wein, den Jade zu Beginn ihres Projekts erzeugte – „piano, piano", italienisch für „langsam, langsam". Der Jahrgang 2024 markiert bereits die sechste Cuvée aus dieser Parzelle: ein kräftiger Roter, der nie speckig wirkt, mit schönem Entwicklungsspiel und großem Lagerpotenzial.
Piano, piano – langsam gewachsene Handarbeit
Jade Gross, in Hongkong geborene chinesisch-amerikanische Quereinsteigerin aus der Spitzengastronomie, begann ihr Rioja-Projekt 2019 unter der Mentorschaft von Abel Mendoza. Ein zentraler Gedanke des Projekts ist die enge Zusammenarbeit mit lokalen Traubenlieferanten: Dieser Wein ist das Ergebnis einer langfristigen Kooperation, in der durch gemeinsames Lernen, Experimentieren und verbesserte Weinbergsarbeit Schritt für Schritt ein authentischer Ausdruck des jeweiligen Ortes entsteht.
Die Trauben stammen aus einem einzigen, gemischt bepflanzten Weinberg in Laliende bei San Vicente de la Sonsierra. Die rund 40 Jahre alten Buschreben wachsen auf alluvialen Böden in etwa 450 Metern Höhe. Da der Weinberg nicht durch umliegende Berge geschützt ist, prägen Sommerhitze und steinige Böden das Mikroklima. Dadurch verläuft die Vegetationsperiode relativ kurz, weshalb diese Parzelle in der Regel zu den ersten gehört, die gelesen werden.
Jahrgang 2024 – Rioja
Die Trauben wurden am 19. September 2024 von Hand gelesen – früh, wie für diese sonnenexponierte Parzelle typisch. Der Jahrgang zeigt einen kräftigen, zugleich frischen Roten mit südländischen Gewürznoten und einem schönen Säurebogen, der für Druck und Länge am Gaumen sorgt.
Ausbau
Reinsortiger Tempranillo aus dem Jahrgang 2024, trocken.
Rund 30 % der Trauben wurden als ganze Trauben vergoren, bevor die Gärung in offenen Gärbehältern stattfand. Anschließend reifte der Wein 12 Monate in französischen Eichenfässern, überwiegend in 500-Liter-Fässern. Handwerklich, mit autochthonen Hefen. Gesamtproduktion: 2.330 Flaschen.
Im Glas
Saftige rote und dunkle Frucht, dazu südländische Gewürznoten, während ein schöner Säurebogen für Druck und Länge am Gaumen sorgt. Ein kräftiger Roter, der dennoch nie speckig wirkt, mit einem schönen Entwicklungsspiel im Glas und großem Lagerpotenzial.
Ein kräftiger Roter, der dennoch nie speckig wirkt – mit schönem Entwicklungsspiel und großem Lagerpotenzial.
Schon jetzt mit viel Trinkfreude, mit deutlichem Reifepotenzial; profitiert von etwas Luft. Bei 16–18 °C servieren.
Am Tisch
Zu gegrilltem und geschmortem rotem Fleisch, zu Lamm und Ibérico-Schwein, zu kräftigen Eintöpfen sowie zu gereiftem Manchego.
Der K.H. Schneider Schlossböckelheim Vulkangestein Riesling trocken 2023 ist ein kraftvoller, vom schwarzen Vulkangestein der Schlossböckelheimer Lagen geprägter Riesling-Ortswein. Vollmundig, rassig und lang im Finish – ein Geschmackstanz mit dem Vulkan.
Schlossböckelheim – Riesling vom Vulkangestein
Das Weingut K.H. Schneider aus Bad Sobernheim an der Nahe wurde 1956 von Karl-Heinz Schneider gegründet und zählt heute zu den Aushängeschildern der Region. Seit dem Jahrgang 2007 verantworten die Brüder Andi und Christoph Schneider die Weine und haben den Riesling-Anteil der rund 15 Hektar deutlich ausgebaut. In mühevoller Handarbeit entstehen fast ausschließlich aus Steillagen präzise, mineralische Rieslinge – mit Dauerbegrünung, schonender Bodenarbeit und sehr geringen Erträgen.
In Schlossböckelheim bewirtschaftet das Gut steile, renommierte Lagen auf schwarzem Vulkangestein (Porphyr). Dieser Untergrund verleiht dem Ortswein mehr Extrakt, Fülle und exotische Frucht als den schiefergeprägten Sobernheimer Lagen – ein kraftvoller, unverwechselbar herkunftsgeprägter Riesling.
Jahrgang 2023 – Nahe
2023 war an der Nahe ein Jahrgang mit reifer, aromatischer Frucht und lebendiger Säure. Sorgfältige Handlese und geringe Erträge in den Steillagen sicherten gesundes, vollreifes Lesegut – ideale Voraussetzungen für einen kraftvollen, zugleich rassigen Ortswein, in dem die vulkanische Mineralität und die reife Frucht im Gleichgewicht stehen.
Ausbau
Trockener Riesling-Ortswein aus Schlossböckelheim, Jahrgang 2023; 100 % Riesling von den Vulkangestein-Steillagen.
Der Wein durchläuft eine Spontangärung; Most und Wein werden bewusst vor Sauerstoff geschützt, um reine, natürliche Aromen zu bewahren. Der Ausbau in alten Holzfässern und lange Hefestandzeiten sorgen für einen rassigen, strahlenden und finessenreichen Riesling, der sein vulkanisches Terroir klar widerspiegelt.
Im Glas
Kraftvoll und vom schwarzen Vulkangestein der Schlossböckelheimer Lagen geprägt: Im Duft intensive Frucht nach gelben Kernfrüchten, satte Mineralität am Gaumen, ein wenig wild und mit starken Gewürznoten im Mundgefühl. Vollmundig, rassig und lang im Finish. Ein Geschmackstanz mit dem Vulkan.
Intensive Frucht nach gelben Kernfrüchten, satte Mineralität, ein wenig wild und starke Gewürznoten – vollmundig, rassig und lang. Ein Geschmackstanz mit dem Vulkan.
Ein kraftvoller Nahe-Riesling mit gutem Reifepotenzial. Bei 10–12 °C servieren.
Am Tisch
Zu kräftigem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und gereiftem Hartkäse.
Der Volnay Fremiet 1er Cru 2019 der Domaine Marquis d'Angerville stammt aus einer der steilsten Lagen von Volnay, am Übergang Richtung Pommard. Kraftvoll und zugleich fein gezeichnet: tiefe, dunkle Frucht, getragen von salziger Mineralität – aus einem warmen, trockenen Jahr mit kleinen Erträgen.
Fremiet – steiler, erodierter Hang Richtung Pommard
Volnay steht für die feingliedrigste Form des Pinot Noir in der Côte de Beaune. Fremiet liegt im nördlichen Teil der Gemeinde, Richtung Pommard, und bringt etwas von dessen Kraft mit: Die Weine sind dunkler in der Frucht und fester im Gerüst als die der Lagen weiter südlich – und bleiben dennoch unverkennbar Volnay.
Angervilles 1,57 Hektar liegen im steilsten Abschnitt der Lage, unterhalb von Clos des Ducs und Pitures, oberhalb des Clos des Angles. Die Erosion hat den Boden hier fast abgetragen: Stellenweise liegen nur rund 30 Zentimeter Erde über verwitterndem Mergelgestein. Die Reben müssen sich in den Fels arbeiten, um an Wasser zu kommen. Das begrenzt den Ertrag und gibt dem Wein zugleich Kraft und eine straffe, salzige Kontur.
Die Domaine pflanzt auf ihren Parzellen den Pinot d'Angerville, eine hauseigene Selektion alter Reben mit kleinen, lockerbeerigen Trauben – ertragsarm und konzentriert.
Jahrgang 2019 – Côte de Beaune
Der Jahrgang 2019 brachte in Burgund Frost, Hitze und Trockenheit. Anfang April beschädigten Frostnächte die jungen Triebe; die Blüte im Juni verlief kühl und windig, viele Blüten setzten keine Beeren an. Ende Juni und Ende Juli folgten Hitzewellen mit Rekordtemperaturen, der Sommer blieb sehr trocken. Die Beeren blieben klein, die Erträge fielen deutlich unter das übliche Maß.
Gelesen wurde in der ersten Septemberhälfte. Die Trauben waren gesund, reif und konzentriert, und trotz der Hitze blieb die Säure erstaunlich gut erhalten. Die Rotweine des Jahrgangs verbinden dichte Frucht mit Frische; auf dem flachgründigen, steilen Boden von Fremiet kam dazu die Spannung, die solche Lagen in heißen Jahren liefern.
Entrappt, ohne Nachmazeration, zurückhaltendes Holz
Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2019, vom Pinot d'Angerville. Die Trauben werden vollständig entrappt. Nach dem Ende der Gärung verzichtet das Gut auf eine Nachmazeration – der Wein kommt direkt ins Fass, statt noch Tage auf den Schalen zu liegen. Das hält die Gerbstoffe fein und die Frucht klar.
Der Ausbau dauert 15 bis 18 Monate, mit höchstens 20 % neuem Holz. Bei einer Frucht dieser Dichte reicht das, um Struktur zu geben, ohne dass das Fass hervortritt.
Im Glas
Tiefes Purpur. In der Nase getrocknete Blüten und Rose, dunkle Beeren und Pflaume, dazu Orangenschale, ein Hauch Kakao und Gewürz. Am Gaumen mittel- bis vollgewichtig und straff gebaut, mit saftiger Kirsche, Cranberry und einer Würze, die an weißen Pfeffer und Nelke erinnert. Das Tannin ist fest, aber fein; der Abgang lang und salzig.
Dreißig Zentimeter Erde über Mergel, ein heißes, knappes Jahr: Volnay mit der Kraft von Pommard und der Feinheit von Volnay.
Vorab dekantieren und bei 16 °C servieren. Auf lange Reife gebaut; das Trinkfenster reicht etwa bis 2034.
Am Tisch
Zu Ente, Reh, Rind, Geflügel in feiner Sauce oder reifem Weichkäse. Besonders gut zu Taube, Rehrücken mit Kirschen und Époisses.
Sangiovesemit Canaiolo & ColorinoToscana IGTPian del CiampoloRadda in ChiantiMontevertine12 Monate slawonische Eiche2023
Der Montevertine Pian del Ciampolo 2023 ist der zugängliche, samtige Einstiegswein der Kult-Adresse aus Radda – aus 90 % Sangiovese mit Canaiolo und Colorino. Vollmundig, saftig und sehr fein, mit Veilchen und reifer Sauerkirsche. Ein „kleiner Montevertine" von großer Trinkfreude.
Pian del Ciampolo – der zugängliche Montevertine
Montevertine liegt rund 3 km südlich von Radda in Chianti, auf einem 425 Meter hohen Hügel mit steinigen Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese). Sergio Manetti verließ 1981 das Chianti-Classico-Konsortium, weil er keinen Trebbiano in den Verschnitt geben wollte; seither etikettiert das Gut konsequent als Toscana IGT. Heute führt Martino Manetti das Weingut im traditionellen Stil weiter.
Der Pian del Ciampolo ist der Einstiegswein des Guts – die jünger trinkbare, charmante Visitenkarte des Montevertine-Stils. Die Trauben stammen aus den Lagen des Hauses; in der Machart folgt der Wein konsequent denselben Prinzipien wie die großen Crus.
Jahrgang 2023 – Toscana
Nach dem heißen 2022 brachte 2023 in der Toskana wieder einen frischeren, ausgewogeneren Stil. Im Pian del Ciampolo ergibt das einen saftigen, samtigen Sangiovese mit reifer, klarer Frucht, vibrierender Säure und feinen Tanninen – schon jung zugänglich und sehr trinkfreudig.
Assemblage und Ausbau
90 % Sangiovese mit kleinen Anteilen Canaiolo und Colorino, aus dem Jahrgang 2023, Toscana IGT, trocken.
Spontane Gärung im Betontank (rund 25 Tage), danach Ausbau über 12 Monate in Fässern aus slawonischer Eiche, anschließend Reife in Beton und Flasche. Abfüllung traditionell, unfiltriert.
Im Glas
Die Farbe begeistert durch ihr rubinrotes Kleid. Im Duft volle, dunkle Fruchtaromen; im Geschmack Veilchen und reife Sauerkirschen. Am Gaumen vollmundig, saftig, aber sehr fein. Als guter Essensbegleiter gewinnt der Wein noch an Struktur und Glanz.
Vollmundig, saftig, aber sehr fein – mit Veilchen und reifer Sauerkirsche.
Schon jung mit viel Trinkfreude; spielt am Tisch seine ganze Saftigkeit aus. Bei 16–18 °C servieren.
Am Tisch
Zu Salumi und Antipasti, zu Pasta mit Fleischsugo, zu gegrilltem Fleisch und Geflügel sowie zu mittelreifem Pecorino.
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