Der erste Kontakt mit diesem Pinot Noir wirkt abschreckend, da er wie eine Stück Kreidewand riecht. Dahinter verbergen sich zwar Sauerkirschen, Veilchen und auch noch ein wenig Schwefel, aber der Duft nach Kreide und kargem Stein bleiben im Gehirnzentrum hängen. Was zunächst abschreckt spornt auf der anderen Seite immer mehr an, diesen Tropfen zu erkunden. Hier ist nicht nur eine plakative Frucht erkennbar, hier wurde ein großer Terroirwein in Flaschen gefüllt. Der erste Schluck bestätigt diesen Verdacht, da insbesondere die starke Präsenz der Säure und schon wieder der karge Steinton sich in allen Poren bemerkbar macht. Auf der einen Seite wirkt dieser Tropfen so, als ob die Trauben unreif gelesen wurden, aber auf der anderen Seite hängt hinter den Erdaromen eine große Fruchtglocke, die sich aber nicht traut, hinter dem Berg hervorzuschauen. So paradox es klingt, aber mit Luftkontakt ändern sich nicht nur die Fruchtaromen, sondern man hat den Eindruck, es bilden sich verschiedene Gesteinsaromen, die sich auch im Abgang abwechseln. Dabei ist immer diese sehr starke Säure im Spiel. Viele mögen keine Säure, aber genau so eine Säure macht den Wein nicht nur lebendig, sondern wird auch dafür sorgen, das dieses Naturmeisterstück auch in 20 Jahren noch frisch, lebendig und gar köstlich über die Zunge der glücklichen Trinker rollen wird!
Wein · Rotwein · Neusiedlersee · Österreich
Weiss Simod ist eine Barrique-Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Zweigelt vom Weingut Manfred Weiss am Neusiedlersee. In der Nase Noten von Kirschen und Vanille, am Gaumen leicht rauchig, komplex und harmonisch, mit feiner Holzwürze im Abgang.
Neusiedlersee / Burgenland
Das Weingut Manfred Weiss bewirtschaftet rund 15 Hektar in Apetlon am Neusiedlersee im österreichischen Burgenland. Das warme pannonische Klima und Böden aus Schwarzerde, Schotter und Sand prägen die Weine. Der Name „Simod" ist die Mundartbezeichnung für die Riede Siebenmath, eine der besten Lagen des Guts.
Assemblage und Ausbau
Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Zweigelt. Der Wein reift rund 12 Monate im Barriquefass, was ihm seine feine Holzwürze und Struktur verleiht. Trocken ausgebaut.
Im Glas
Tiefes Rot mit reifen Reflexen. In der Nase Kirschen und Vanille, dazu gereifte Tertiäraromen von getrockneten Früchten, Leder, Tabak und dunkler Schokolade. Am Gaumen leicht rauchig, komplex und harmonisch, mit reifen, weichen Tanninen und feiner Holzwürze im langen Abgang.
Am Tisch
Bei 16–18 °C servieren und vor dem Genuss etwas atmen lassen – ein kraftvoller Begleiter zu herzhaften Gerichten.
Passt zu: rotem Fleisch, Wild, Schmorgerichten, Gegrilltem und gereiftem Käse.
