Trendig und dennoch irgendwie zeitlos wirkt das Innendesign der Pardo Bar im K21 dem Düsseldorfer Ständehaus. Eingerichtet wurde dieser Hotspot der Landesmetropole von Jorge Pardo, der inzwischen für die Bar auch als Namesgeber fungiert. Die abendliche Speisekarte ist überschaubar und wirkt aufgeräumt und hört sich spannend an. Das Menü bietet auch die Möglichkeit, zu den einzelnen Gängen korrespondierende Cocktails auszuprobieren, was natürlich auch direkt in die Tat umgesetzt werden musste. Die Bestellaufnahme wurde zweimal vorgenommen, da der erste Herr zwar sehr freundlich, aber ansonsten wohl doch nicht wirklich daran interessiert war, einen reibungslos gastronomischen Ablauf zu garantieren. Überhaupt wusste vom Service nicht wirklich jemand, was aus der Küche kam, und es musste immer wieder die Restaurantchefin (?) angefragt werden. Zum Glück kümmerte sich diese kompetente Dame um unseren kleinen, aber gemütlichen Tisch.
Zu den ersten beiden Gängen passten die Cocktailkreationen überhaupt nicht. Der Drink Orange Almond (Scotch, Amaretto, Xocolat, Bitter) war für die sehr feine Wachtelvariation viel zu überlagernd und der Whisky und insbesondere der Amaretto haben geschmacklich alles unangenehm überlagert. Auch das wieder hervorragende Gericht Jakobsmuschel mit Chorizo, Weisskohl und Pimenton hat den korrespondierenden Cocktail Gin Basil Smash (Gin, Zitrone, Rohrzucker, Basilikum) wirklich nicht verdient. Der Drink auf der einen Seite wirkt sommerlich- frisch und zerstört mit zu viel Zitrone und Säure die raffinierte Aromenkomposition des Essens. Zu diesem Zeitpunkt musste man sich wirklich schon fragen, ob hier die Cocktails überhaupt jemals zu den unterschiedlichen Speisen ausprobiert wurden oder ob auf Zuruf einfach einmal drauf los gemixt wurde. Die abenteurliche, flüssige Aromenreise wurde dann aber dennoch befriedigt, da zum exquisiten Lammrücken mit weißer Polenta und Eisenkraut der gereichte Spiced Daiquiri (Rum, Limettensaft, Rohrzuckersirup) und zum Dessert Valrhona Schokolade mit Feigen, Olivenöl und Fleur de Sel der Espresso Martini (Vodka, Espresso, Kahlua, Rohrzucker, Milchschaum) hervorragend passten. Da inzwischen ein DJ für Stimmung im Saal sorgte und die nicht unerhebliche Wirkung der Cocktails auch nicht ausblieb, stellte sich eine totale Versöhnung mit dem Service und dem Barmixer ein. Ein schöner Abend, an dem vor allen Dingen die Küchenleistung und das Gesamtkunstwerk Pardo Bar hervorzuheben sind.












