Kurz hinter der französischen Grenze liegt inmitten der Pyrenäen das Weingut Vinyes dels Aspres von David Morales. Schon seit Generationen wird hier Wein angebaut. Früher wurde der Wein nur an Genossenschaften verkauft oder in kleinen bis mittleren Mengen von der eigenen Familie für den Privatverzehr gekeltert. Inzwischen wird hier ernsthafter Qualitätsanbau betrieben. Auf 30 Hektar Weinland werden je nach Jahrgang gerade einmal 45 000 bis 50 000 Flaschen produziert. Es gibt viele verschiedene, kleine Parzellen, welche auf einem einzigartigen Schiefer/Granit Terroir fussen. Nach neusten Erkenntnissen gelten diese anspruchsvollen Weinböden mit als die interessantesten ganz Spaniens. Dies hört der Katalane natürlich gerne, ist er doch als Lokalpatriot bekannt. Von mediterranem Klima geprägt werden hier die Rebsorten Garnacha, Syrah, Garnacha blanca, Cabernet Sauvignon und Carineña angebaut. Die Reben sind noch relativ jung, werden jedoch schon im Weinberg auf Qualität getrimmt. Der Ort wirkt magisch, die Weine riechen und schmecken großartig. Hier wird Authentisches, Lokales mit viel Liebe und Verstand der Natur abgerungen.
Weißwein · Saint-Véran · Chardonnay
Der Saint-Véran Premiers Jus 2022 der Domaine Guffens-Heynen ist ein kräftiger, exotischer Chardonnay aus ausschließlich erster Pressung – geradlinig, kreidig und salzig. Nach Aussage von Jean-Marie Guffens erinnert er an den großen 2015er.
Saint-Véran aus drei Davayé-Parzellen
Jean-Marie Guffens und Maine Heynen stehen seit den 1980ern für Chardonnays, die das Mâconnais auf das Niveau der großen weißen Burgunder gehoben haben. Seit 2008 bewirtschaften sie knapp einen Hektar in der Appellation Saint-Véran, verteilt auf drei Parzellen in Davayé.
Le Clos de Poncetys liegt auf Kalkstein mit dünner Humusauflage in südöstlicher Lage, Les Combes auf tiefem, lehmigem Boden nach Norden, Les Carettes auf steinigem Lehm-Kalk nach Nordosten. Diese Bandbreite verleiht dem Wein zugleich Frische, Mineralität und Tiefe.
Jahrgang 2022 – Mâconnais
2022 entkam das Gut nur knapp den Frösten und erlebte danach lange Hitze und Trockenheit. Ein Saftstau bremste den Zuckeranstieg und erhielt die Säure; das warme Vorlese-Wetter brachte zudem ein leichtes Antrocknen (Passerillage) und damit zusätzliche Konzentration.
Der Saint-Véran Premiers Jus fällt entsprechend kräftiger und exotischer aus – ein Wein, der den Erzeuger an den Jahrgang 2015 erinnert.
Assemblage und Ausbau
Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, aus den drei Saint-Véran-Parzellen.
Verwendet wird ausschließlich die erste, pH-niedrige Pressung (Premier Jus), schonend auf der modifizierten Coquard-Presse gewonnen. Der Ausbau erfolgte im Fass (rund 25 % neues Holz); im Februar wurde der Wein unfiltriert gefüllt.
Im Glas
Ein feines, leicht reduktives Bouquet mit viel Kalkstein, weißem Pfirsich, grüner Birne, Orangeat, Zitronenschale, Mandelpaste und weißen Blüten. Am Gaumen fleischig und texturreich im Antrunk, dann straff und elektrisch – geradlinig, kreidig ausgekleidet, mit langem, salzigem Finale.
Ein Laserstrahl von Saint-Véran: geradlinig, kreidig und salzig – kräftiger und exotischer als üblich.
Schon jetzt zugänglich, über viele Jahre lagerfähig (etwa 2025–2036). Bei 11–12 °C servieren.
Am Tisch
Edelfisch, Krustentiere, Geflügel in heller Sauce, Kalb oder reifer Hartkäse. Ein präziser, salziger Begleiter für die feine Küche.










