Unsere kleine „Misch-Masch Weinprobe“ mit „Bordeaux-Rebsorten“ und 7 Personen.
Ich muss schon zugeben, manche Weine „musste“ ich „loswerden“, auf manche war ich neugierig. Wir wollten auch nicht viel trinken, daher war die Auswahl sehr eingeschränkt.
Zuerst standen zwei Weißweine – ein sehr ungleiches Paar aus Bergerac– auf dem Tisch:
Domaine de Grimardy, AOC Montravel mit 12,5% Alk., ohne Jahrgangsangabe!!! (beim Einkauf 2012 habe ich darauf nicht geachtet)
und
2004 Chateau Masburel, AOC Montreval (Fermentation in franz. Barriques, 12 Monate Lagerung).
Der erste Wein war leicht mit einer dezenten Note von Vanille und Kräutern, er hatte einen guten Trinkfluss, man musste sich mit ihm nicht beschäftigen.., „er kommt wie ein 12-jähriges Mädchen mit 30 kg, dass über den Boden schwebt“, hiess es am Tisch.
Der zweite Wein hatte Birne, Quitte und Fenchelnoten und war sehr Harz-lastig. Laut Etikett sollte er nach Passionsfrucht, Mango und Lychee schmecken: dies galt eher der Vergangenheit. Zum schweren Essen noch ok, sonst gewöhnungsbedürftig.
Ein klarer Verlierer in diesem Duell.
Dann probierten wir: 2010 Chateau Bonnet; Vinobles Andre Lourton; RS: Merlot und Cabernet Sauvignon. Er war weich, hatte feine Taninne, nette Frucht, etwas Mohn und Paprika. Am Tisch herrschte die Meinung vor, er sei nichts besonderes, aber nett und angenehm zu trinken.
Der nächste Wein war: 2009 Chateau du Rooy, AOC Pécharmant
RS: 60% Merlot, 30% Cabernet Sauvignon, 10% Cabernet Franc.
Pflaumenmus, Brombeere, Nüsse, 70% Schokolade, feine Rauchnoten, etwas Pfeffer und Nelken; sehr lang im Abgang; Gerbstoffe, Säure und der Rest: Harmonie pur.
Leider haben alle bemerkt, dass der Wein an diesem Abend perfekt war. Schon beim ersten „Probegang“ war die Flasche leer…
Und ich weiss leider nicht, wo ich ihn gekauft habe.
Am Ende – wegen der „Unfälle“- der absolute GEWINNER des Abends!!!
2005 Chateau La Tour, Carnet, AOC Haut-Medoc sollte unsere Weinprobe „krönen“, so die Absicht des Einkäufers. Und hier kam die Enttäuschung: der Wein hatte KORKgeschmack!! Die Aromen, die sich durch zu kämpfen versuchten, liessen erahnen, dass der Wein uns gut gefallen hätte!! Und der Chateau Rooy hätte einen würdigen Mitkämpfer um den Sieg an diesem Abend gehabt.
So ein Jammer! Auf jeden Fall hätte Ch. Rooy vermutlich wegen der eleganten Gerbstoffe und verhaltenen eleganten Aromen die Nase vorne gehabt, der Ch. La Tour wegen der Vielschichtigkeit. Echt Schade, dass dieses Duell geplatzt ist.
So machten wir noch einen China-Wein auf, mit dem Gedanken: schlimmer kommt es nicht. Und es kam schlimmer: auch ein Korkgeschmack!! Allerdings ohne irgendwelche Aromen im Hintergrund: nichts!
Dieser: 2006 Greatwall, RS: Cabernet Sauvignon mit 13 %Alk. wird im mittleren Preissegment angesiedelt, zumindest in China. Enttäuschend!
Wir gaben nicht auf, wir machten einen 2009 Chateau Tayac , AOC Margaux; (13ha Land, gehört in der vierten Generation der Familie Portet), auch 13% Alk., vermutlich auf dem Weg nach Hause in einem Supermarkt in Frankreich gekauft, Preis um die 20 Euro.
Eigentlich hatten wir nicht vor, diesen Wein auf den Tisch zustellen. Zurecht: er war flach und langweilig, kurz im Abgang. Am Anfang roch er nach Blutwurst, nach einem „Schwein beim Schlachten“. Kein schöner Abschluss.
Meine Gäste wollten noch ein Gläschen.., oh, ein Jammer: ein Primitivo war für 4 Personen der „Abschlusswein“. Ich habe mich nochmal mit dem „Mädchen“ des Abends begnügt.. und noch mit zwei anderen einen Cassis aus Burgund genossen!
Trotz der zwei Korker hatten wir einen schönen Abend. Auf Ch. La Tour, Carnet waren wir zwar neugierig, aber ein ander mal.
Und am Abend davor habe ich den 2009 Clos de l´Oratoire, Comtes von Neipperg, AOC Saint-Emilion Grand Cru (14% Alk.) zu Spaghetti Bolognese getrunken:
Die Aromen strömten in die Nase: Kirsche, Pflaume, Kräutergarten: Basilikum, Thymian, etwas Nelke, ein Hauch von Anis und Kakao, Schokolade; Minze, Eukalyptus, Teer. Er hatte weiche Gerbstoffe, die Säure unterstützte die Aromen; schon ein Gaumenschmaus.
Na ja, er könnte 2 ° Grad wärmer sein und zumindest 2-3 Stunden früher aufgemacht werden. Alles lief zu kurzfristig, ein Tag später war er verschlossen.
Mein „Gewinner“ war Chateau du Rooy.



