Teil 4: Mondavi und Ingelnook
Wir hatten einen Besuch bei R. Mondavi Winery gebucht: Exclusive Cellar Tasting hiess die „Veranstaltung“. Der Herr, der uns führte, ist ein Önologe und hat Ahnung von seiner Arbeit (nicht immer eine Selbstverständlichkeit, wie ich erfahren durfte). Auf eine pfiffige Weise hat er uns durch den Keller geführt, über die Weine erzählt und die Fragen beantwortet.
Wir verkosteten:
2012 Fume Blanc Reserva, Kalon Vineyard Napa Valley (13,5%Alk.): je sechs Monate im Stahl und Eiche; schlank, französischer Stil, gut gemachter Wein.
2012 Pinot Noir Reserva, Carneros Napa Valley (14,5%Alk.) – der Önologe meinte, es sei der beste Jahrgang seit langem was die Qualität und Quantität betrifft; und hier gilt das gleiche: schlank, eher französischer Stil, dezente Holznote, Würze.
Ich bin kein so großer Fan von Merlots, aber der 2007 Merlot Equilibrum war der Beste von den verkosteten Weinen: gereift, weiche Gerbstoffe und erdige Noten dazu. Es hat gepasst. Den Wein haben wir halt so ins Glas bekommen, er stand nicht auf „unserem Plan“.
Dann kam noch der 2010 Cabernet Sauvignon Reserva, Oakville Napa Valley (15%Alk.) Hier keine Notizen mehr. Na ja, meinen Favoriten habe ich doch gefunden.
Wir verbrachten dort sehr angenehme Stunden. Aber auch ohne Termin kann man sich ein oder mehrere Gläschen an der Bar oder auf der Terrasse mit Blick auf den Weingarten im Weingut gönnen.
Anschliessend sind wir zu Opus One gefahren, der Neugierde wegen. Das Weingut steht fast gegenüber von Mondavi. Die Vorderfront vom Anwesen macht schon Eindruck: vermutlich ein Eingang den ägyptischen Gräbern nachempfunden; der Empfangsraum gewaltig. Ich hatte keinen Termin, da ich spontan entscheiden wollte, ob ich mir ein 40Dollar-Glas gönnen will und soll… das mit dem Termin erledigte sich schnell: die hätten doch noch Termine frei.. , auch sofort (2 Tage später bekam ich via email diese Bestätigung; es sollte doch korrekt ablaufen :)). Wir wurden in einen großen Raum geführt, der vermutlich 3mal größer als meine Wohnung ist. Hinter der Theke 5-7 Bedienstete, die auf potenzielle Kunden warteten – daher dieser Glaspreis! Man muss die Leute doch bezahlen.
2010 Opus One (84% Cab. Sauv., je 5,5% Merlot und Cab. Franc, 4% Petit Verdot, 1% Malbec), 19 Tage auf der Maische, 18 Monate in neuen franz. Barriques; also ein Bordeaux in Napa Valley.
Der Wein ist noch zu jung zum Trinken; er war leider verschlossen. Schade! Man kann schon das Potenzial erahnen, aber ob er tatsächlich über 300Dollar/Flasche Wert ist? Eher nicht, einige Tage später bekam ich die Bestätigung: für 100Dollar kann man was richtig Gutes bekommen.
Am gleichen Tag besuchten wir Rubicon Estate Winery bzw. Ingelnook.
Im Bistro probierten wir noch einige Weine:
2011 Sofia Riesling Monterey Country (12,3? %Alk.). Dass man im Glas einen Riesling hat, kann man noch gerade so erahnen; süffig, langweilig. Schon frech für diese Qualität 19Dollar zu verlangen.
2014 Sofia Chardonnay Monterey Country (12,5%Alk.): fade, langweilig.
2010 Rubicon Ingelnook Rutherford Napa Valley; ein Bordeaux-Blend von Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Petit Verdot und Merlot. Der Cabernet Sauvignon ist am meisten zu spüren, aber kein Wunder, da der Anteil dieser Rebsorte bei 87% liegt. Dunkle Kirschen, etwas Kaffee, dezente Vanille, weiche Gerbstoffe gut eingebunden, eher mittlerer Abgang; es mag sein, dass er noch Zeit zum Reifen braucht; im großen und ganzen ist der Wein ok, aber wie so oft in Kalifornien einfach mal wieder zu teuer.









