Bruno Giacosa Barbaresco 1988 und 1990 – Piemont – Italien
Die Jahrgänge 1988 bis 1990 galten im Piemont allesamt als außergewöhnlich gute Gewächse. Wobei viele piemontesische Winzer seinerzeit davon sprachen, dass die Qualitäten vom Jahrgang 1988 über 1989 bis hin zum 1990er immer besser wurden. Mit den Jahrgangsangaben der Winzer und den schreibenden Presseorganen ist das allerdings so eine Sache. Dem Leitspruch in der Weinszene „der aktuelle Jahrgang ist der beste“ ist leider nichts mehr hinzuzufügen.
Interessant wird es dann, wenn nach all den Jahren solche älteren Flaschen durch einen Wink des Schicksals mal wieder ins Glas kommen dürfen. Der 1988er Bruno Giacosa Barbaresco fällt schon durch reife ziegelrote, ins bräunlich gehende Farbe auf; der Duft ist vollreif, überzeugt mit einem für einen Nebbiolo ziemlich intensiven Duft nach reifen Pflaumen, süßer Lakritze, ein wenig Rumtopf und eingekochten Früchten. Der Geschmack ist voll auf den Punkt, die früher einmal vorhandenen Gerbstoffe sind einer perfekten Trinkreife gewichen. Insgesamt ein erdiges Weinwerk, inzwischen ohne Ecken und Kanten und ein gelungener Begleiter zu feinen Schmorgerichten oder, wie selbst zelebriert und genossen, zum heimischen Hirschfilet. Ein guter Wein, wobei er nun doch schon an seinen Zenit und damit an seine Lebensgrenze gekommen ist.
Hirsch und Rote Bete zu den Giacosa Weinen.
Der 1990er Barbaresco von Bruno Giacosa dagegen braucht noch eine gute und ordentliche halbe Stunde Belüftung nach seinem „Kork-Entzug“. Hier passt alles perfekt zusammen: die Erdaromen, die dunkle Frucht, die gute Länge und der Reifegrad. Neben dem so typischen Nebbiolo Noten wie Lakritz, Veilchen und Pflaume finden sich bei diesem Tropfen noch Esskastanien, nasses Herbstlaub und dunkle Schokolade wieder. Ein Traum von einem Wein, der durch Länge und Vielschichtigkeit und seine majestätische Eleganz begeistert. Dieser 1990er wird seinem Ruf mehr als gerecht und hier hatten Winzer und Journalisten absolut recht.
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