Orleans
Die Rebsorte Orleans stammt wahrscheinlich aus der Umgegend der gleichnamigen französischen Stadt ab. Auch in Deutschland wurde diese zu guten Erträgen neigende Rebsorte noch bis zum 19. Jahrhundert gerne an- und ausgebaut. In Baden, der Pfalz und insbesondere im Rheingau wurde sie bevorzugt in Toplagen angepflanzt und hat wohl vor über 100 Jahren viele Menschen mit ihren Qualitäten und guten Alkoholwerten erfreut. Irgendwann wurde die Rebsorte Orleans dann wohl von Rieslingreben verdrängt. Vor ein paar Jahren haben dann ein paar Winzer nach Vorarbeiten der Forschungsanstalt Geisenheim wieder damit begonnen, diese Urrebe zu rekultivieren.
Der leider viel zu früh verstorbene Rheingauer Winzer Bernhard Breuer war wohl der erste deutsche Winzer, der den Orleans auf den Markt gebracht hat. Aus der lückenhaften Erinnerung heraus mundete damals dieser Rebensaft auch vielversprechend, exotisch und gar nicht einmal so schlecht.
Ein kürzlich geöffnetes Pendant von einem anderem Weingut aus dem Jahre 2013 konnte dagegen nicht wirklich überzeugen. Eine Melange aus Schimmel und Gummibärchen erfreute weder den Geruchsinn noch die Geschmacksnerven. Beim nicht wirklichen Genuss dieses Tropfens erschien vor dem eigenen geistigen Auge ein mit Spinnweben und Feuchte durchzogener sehr alter Gewölbekeller und eine offene Tüte Gummibärchen aus denen der typische Fruchtgummi Duft entwich. Evtl. lag es an dem doch sehr schwierigen Jahrgang 2013, aber in dieser Form macht diese Rebsorte leider keinen wirklichen Spaß.
