Adam Gillot Oppenheimer Reisekahr Riesling Beerenauslese 1933
1933 … eine Jahreszahl, die einem nur bei ihrem bloßen Anblick einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt. Ein Jahr, in dem die europäische und weltweite Geschichte begann, sich noch dramatischer zu verschlechtern …
Es war aber auch das Jahr, wo das Rheinhessische Weingut Adam Gillot eine Riesling Beerenauslese im Spätherbst erntete. Der Weinjahrgang kann in Deutschland sicher nicht zu den wirklich großen Gewächsen gezählt werden. Gute Mengen und normale Qualitäten wurden spätestens während des Großen Krieges oder kurz danach als willkommene Abwechslung zu all dem Irrsinn schnell geleert.
Dieser Riesling scheint aber all die Jahre irgendwo überlebt zu haben. Obwohl neu etikettiert und neu verkorkt, kann die aus der Lage Oppenheimer Reisekahr gewonnene Beerenauslese ihr Alter in der Farbe nicht leugnen. Ein traniges Bernsteinpink funkelt dem Betrachter schillernd entgegen. Der Duft ist stabil, verspricht Würze, bietet Orangenzesten, hat Kräuteraromen und jede Menge Lindenhonig im Gepäck.
Im Duft noch sehr massiv, recht süß und kompakt eindimensional, dabei leider schon starke Reifenoten. Der Wald mit seinen harzigen Tannenhölzern lässt hier fröhlich grüßen.
Auf der einen Seite ist es schon fantastisch, wie toll und lang so ein Rieslingtropfen reifen kann, auf der anderen Seite fehlt diesem Tropfen aber das Spiel, der Druck und vor allen Dingen das Säurespiel, um ein ganz Großer seiner Zunft sein zu können.
