Yotuel – Ribera del Duero – Spanien

Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero – Yotuel – Ribera del Duero – Spanien

Grundsätzliches

Auf den Holzkisten, in denen der eine oder andere Wein die kleine, in Anguix beheimatete Kellerei verlassen, steht: „Yotuel – Vinos de Anguix“. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Bleibt, zwei Begriffe etwas näher unter die Lupe zu nehmen: Yotuel und Anguix.

Anguix ist ein kleines Dorf im Südwesten der Provinz Burgos, etwa einhundertsiebenunddreißig Seelen leben dort, Hunde und Katzen nicht mit gezählt. Auf gut sechsundneunzig Prozent der Gemeindefläche stehen keine Rebstöcke, Wein ist somit nicht unbedingt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Dorfes. Dennoch gibt es hier sieben Bodegas, in denen jede Menge Trauben gekeltert werden. Sechs dieser sieben Kellereien verarbeiten Trauben aus diversen Orten der Region, die größte, Protos, keltert hier inzwischen mehr als fünf Millionen Liter Wein. Die siebte Bodega, gleichzeitig die jüngste des Ortes, arbeitet ausschließlich mit Lesegut, das aus den eigenen Weinbergen stammt, ein jeder Rebstock steht in Anguix: Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero.

Sowohl die Gesteins- und Bodenform als auch die klimatischen Gegebenheiten sind anders als im Rest von Ribera del Duero, so man das Terroir richtig versteht und interpretiert, haben die Weine aus Anguix nicht viel mit dem zu tun, was man landläufig als Ribera del Duero kennt. Aber das ist in vielen Orten im Norden der Region so. Anguix befindet sich nur etwa fünf Kilometer vom Nordrand der Denominación de Origen entfernt, das Land ist wellig, ein paar Kilometer weiter im Norden markiert eine Bergkette die Grenze dieser Weinbauregion. Wichtig ist indes nicht diese Ansammlung etwas größerer Hügel, wirklich wichtig ist der Tafelberg, an dessen Füßen Anguix liegt: der Manvirgo. Ein wahrlich mächtiger, beeindruckender Tafelberg, das Gipfelplateau befindet sich auch neunhundertzweiundvierzig Metern über Meeresniveau. Der Berg ist wichtig, weil sich Wolken, die in der Regel aus Südwesten kommen, an seiner Westflanke stauen. An beiden Seiten entstehen Wirbel, die nur wenige Wolken, die aber in hoher Geschwindigkeit, durchlassen. Immer dann, wenn es Starkregen oder Hagel gibt, ist der Manvirgo nebst den umliegenden Dörfern besonders betroffen. Frühjahrsfrost oder, noch schlimmer, Herbstfrost, ist eher selten ein Thema, und wenn, dann betrifft es den flachen Teil im Süden. Die Kaltluft zieht vom Duero gen Norden und befällt die wenigen Weinberge, die dort stehen.

Entscheidend für die Qualität der Weine ist die Bodenform: in Anguix, teilweise auch in den Nachbardörfern, stehen die Reben auf eisenhaltigem Lehmboden, ein schwerer, wasserspeichernder Bodega. Darunter befindet sich Sandstein, aber erst gut einen Meter unter der Oberfläche. Dies hilft in trockenen Jahren; die Dürre, die ab und an in den Weinbergen weiter westlich zu größeren Problemen führt, gibt es hier nicht. Dafür findet man, so die Weine ordentlich bereitet sind, mineralische Noten, Frische und Säure. Im Vergleich zu anderen Teilen der Region, selbst zu den Nachbardörfern, brauchen die Weine aus Anguix länger, um ihre optimale Reife zu erreichen.

Yotuel – wörtlich genommen

Yo-Tu-El bedeutet nichts anderes als ich-du-er. Jede der drei Silben steht für eine Generation. Yo, das sind die beiden Brüder Bienvenido und Ignacio Gallego Zapatero, die im Jahr 2005 die Bodega gründeten. Tu bezieht sich auf Mariano, der Vater der beiden Inhaber, der über Jahrzehnte die Weinberge gepflegt hat und dies zumindest teilweise noch immer tut. El indes steht für die Großeltern, die dereinst die ersten Weinberge der Familie gepflanzt haben.

Bis ins Jahr 2005 wurden die Trauben an die Genossenschaft in Pedrosa de Duero verkauft, teilweise auch an andere Kellereien, ein kleiner Teil verblieb in Anguix, um einen Hauswein, einen typischen Clarete zu keltern. Noch bis ins Jahr 2008 wurde ein Teil der Ernte weiterverkauft, von da an wurde das gesamte Lesegut in der eigenen Bodega verarbeitet.

Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero verfügt über neue Parzellen, die im Ertrag stehen, eine weitere wurde vor zwei Jahren neu bestockt. Abgesehen von Pincharratas, eine Miniparzelle, ganz im Nordosten des Dorfes gelegen, sind die Weinberge mindestens zwanzig Jahre alt. Camino Viejo bringt es auf vierzig Jahre, die vier alten Parzellen Morris, Otero, Valdepalacios und San Miguel auf zwischen achtzig und neunzig Jahre.

Alle Weinberge werden strikt ökologisch kultiviert; letztendlich ist dies nichts anderes als die erhaltene Tradition, man braucht in dieser Gegend, wenn man bei der Standortwahl etwas aufpasst und gut im Weinberg arbeitet, nicht mehr als etwas Schwefel und ganz wenig Kupfer.

Abgesehen von drei Parzellen, Camino Viejo, Molino und Los Dujos, werden alle Stöcke im klassischen Kopfschnitt gezogen. Dies sorgt für Beschattung der Trauben, im Hochsommer eine sehr wichtige Komponente für erstklassige Weine.

In den letzten Jahren haben Bienvenido und Ignacio damit begonnen, alte Parzellen aufzukaufen. Oftmals handelt es sich um kleine Stücke Land, die an eine der Bodega eigenen Parzellen grenzen. Altersbedingt haben die Alteigentümer keine Lust mehr, sich um die Weinberge zu kümmern. Qualitativ stehen diese Parzellen den eigenen in nichts nach. Eine zwei Hektar große Parzelle nahe Molino, Hanglage, nach Osten abfallend, wurde bereits integriert, ebenso ein kleines Stück Rebland im Süden, nahe der Parzelle Otero. Infolge all dieser Maßnahmen ist die Gesamtrebfläche von dereinst neun auf aktuell vierzehn Hektar angewachsen, die eine oder andere Parzelle wird wohl noch hinzukommen.

In allen Weinbergen, in dieser Hinsicht unterscheidet sich Anguix nur wenig von den Nachbardörfern, die nicht älter als fünfzig Jahre sind, steht Tempranillo, hier auch Tinta del País genannt. In den alten Parzellen hatten die Weinbauern ein paar zusätzliche Rebsorten gepflanzt, die manche Schwäche des Tempranillo ausgleichen konnten. Insbesondere dann, wenn die Trauben spät gelesen werden, leidet Tempranillo unter Säuremangel. Daher findet man Garnacha, aber auch Bobal, Palomino Blanco, Albillo Mayor, gelegentlich auch etwas Maturana. Früher erntete man all dies gemeinsam, das Cuvée wurde bereits im Weinberg erstellt. Heute wird, zumindest in dieser Bodega, getrennt gelesen. Die weißen Trauben werden weiterverkauft, aus den roten Trauben entsteht dann und wann ein Hauswein, der nicht kommerzialisiert wird.

Weinausbau – die Sache mit den Gebinden

Auch wenn Weinbau in dieser Region auf eine lange Tradition zurückblickt, ist qualitativ orientierter Weinbau eher neueren Datums. Früher wurde hier, wie auf der gesamten kastilischen Hochebene, Wein vor allem als Alltagsgetränk genutzt. Wasser war nicht hinreichend keimfrei, die alkoholische Gärung löste dieses Problem. Gleichwohl waren die Weine der Region alles andere als haltbar, oftmals war schon der Sommer nach der Lese eine echte Herausforderung. Dazu kamen niedrige Alkoholwerte, elf Volumenprozent war schon ein Qualitätskriterium. Aus all dem kann man folgern, dass die Art der Weinbereitung und -aufbewahrung in vergangenen Jahrhunderten (oder Jahrzehnten) wohl für diverse anmutige Geschichten taugt, als Vorbild für aktuellen Weinbau ist dies eher weniger geeignet.

Als die Bodega im Jahr 2005 begann, Weine auszubauen, war die Stilrichtung in Ribera del Duero klar vorgegeben: weit über neunzig Prozent der privaten Kellereien nutzten Stahltanks für die alkoholische und in der Regel auch für die malolaktische Gärung, die Weine selbst wurden in kleinen Barricas ausgebaut. Einzig die Cooperativen nutzten die alten, großen Zementtanks. Auch Sophie Kuhn, Elsässerin mit diverser Berufserfahrung im Burgund, in Crozes-Hermitage und in St. Emilion, begann auf diese Weise. Es war aber schnell klar, dass hier anders gearbeitet werden muss, so man das Terroir ordentlich darstellen will. Der erste Schritt bestand darin, die malolaktische Säureumwandlung nicht mehr in Edelstahltanks, sondern in Barricas zu absolvieren. Edelstahl ist, dies zeigt sich immer deutlicher, für Tempranillo jenseits der alkoholischen Gärung eher kompliziert, und selbst hier deutet sich ein Wandel an. Beginnend mit dem Jahr 2008 vergor ein Teil der Moste in einem großen Holztank; dies war der erste Schritt in eine neuere Richtung. Gleichwohl erlebte dieses Experiment vier Jahre später ein abruptes Ende, das Fass wollte nicht mehr. Ein Jahr später kam zum ersten Mal Zement ins Spiel, zuerst nur für die Vergärung des Mostes des Lagenweines Valdepalacios, später begann Sophie damit, einen Teil des Gutsweines Yotuel Roble im dem Zementfass auszubauen; die Reifezeit im Barrique wurde damit verkürzt.

Der wirkliche Wechsel begann mit dem Jahrgang 2016, respektive mit den Weinen, die damals in den Barricas reiften. Drei neue Zementtanks, unterschiedliches Fassungsvermögen, allesamt unbeschichtet, wurden angeschafft, und zwar weniger für die alkoholische Gärung – sie findet nach wie vor vor allem in Stahltanks statt – sondern für die malolaktische Säureumwandlung und insbesondere für die Zeit zwischen dem Ende der Barriquereife und der Abfüllung. Dies hat einen klaren Stilwechsel zur Folge: die primären Holznoten verschwinden fast vollständig, dafür steht die Frucht stärker im Vordergrund.

Ansonsten hat Sophie Kuhn im Laufe der Jahre nicht viel verändert: vergoren werden die Moste nach wie vor ausschließlich mit traubeneigenen Hefen, die Maische wird, so weit es geht, in Ruhe gelassen, einzig der Tresterhut wird gelegentlich nach unten gedrückt. Fassabzüge nur dann, wenn es unvermeidlich ist, und dann auch nur Fass für Fass. Die Moste aller Parzellen vergären separat, das Cuvée der Gutsweine wird jedoch vor dem Barriqueausbau erstellt. Schließlich handelt es sich um genau eine Rebsorte, Besonderheiten des Reifeverlaufes während der Fassreife spielen da eher keine Rolle. Die fertigen Weine werden leicht filtriert, und, seit dem Jahrgang 2008, auf pflanzlicher Basis geschönt. Die Weine sind somit als vegan-freundlich einzustufen.

Die Yotuel Weine – Gut Wein will Lage haben

Yotuel gibt es sowohl als Gutsweins als auch als Lagenweine. In normalen Jahren stehen zwei Gutsweine vier Lagenweinen gegenüber. Nun kann man sich natürlich fragen, warum es denn gleich zwei Gutsweine sein müssen. Die Antwort ist relativ klar: die Qualität der Weinberge ist zwar generell hoch, aber nicht identisch.Außerdem werden für den Yotuel Roble vor allem die zwei etwas jüngeren, ertragreicheren Parzellen Molino und Los Dujos genutzt, hier kommt man in guten Jahren immerhin auf zweiundvierzig Hektoliter pro Hektar, was in etwa der Ertragsobergrenze für Grand Cru-Weine aus dem Burgund entspricht. Beides Drahtrahmen, relativ junge Anlagen und relativ große Beeren. Daraus kann man nur schwer einen Wein keltern, der mehr als ein Jahrzehnt in der Flasche schadlos übersteht. Auch Cotarro de Molino, die zwei Hektar von irgendeinem Primo von Bienvenido und Ignacio (davon gibt es in spanischen Familien tendenziell viele), die vor zwei Jahren erworben wurden, liefert Trauben für diesen Wein.

Lange Zeit wurde der Roble acht bis zehn Monate in gebrauchten Fässern bordelaiser Größe ausgebaut, inzwischen werden für den Ausbau auch Zementtanks genommen, so gerade welche leer sind. Weniger Holz, mehr Frucht, vor allem mehr helle Beeren sind die Folge. Erstmals, wenn auch nur in geringem Umfang, wurde dieses Ausbaumix beim Jahrgang 2014 angewandt. Auch wenn es verlockend erscheint, wird wohl auch in der Zukunft nicht alleine auf Zement gesetzt; dem Roble stehen die zwei Arten von Sauerstoffkontakt schon ganz gut.

Der Yotuel Selección ist, wie der Name schon sagt, eine Selektionswein. Hier landen Trauben der alten Weinberge, die nicht für den jeweiligen Lagenwein genutzt werden. Dazu kommen mit Otero (über achtzig Jahre alte Stöcke) und Morris (über sechzig Jahre alte Stöcke) zwei Parzellen, von denen es (noch) keine Lagenweine gibt. Das Parzellenzukaufprogramm der Bodega dient letztendlich der Produktionserweiterung dieses Weines. Denn normalerweise gibt es von diesem Wein gerade einmal ein paar tausend Flaschen. Sieht man von der etwas längeren Barriquereifedauer einmal ab, so unterscheidet sich der Ausbau der Selección nicht von dem des Roble.

In einem einzigen Jahr, zweitausend und acht, um genau zu sein, gab es einen dritten Wein: Yotuel Viñas Viejas Reserva. Dies war ein sehr kühles Jahr, gelesen wurde Ende Oktober, nach zwei teilweise scharfen Nachtfrösten. Es war klar, dass dieser Wein eine betont lange Reifedauer benötigen wird. Und so kam dieser Wein, eine etwas aufgebesserte Selección (die es im Jahr 2008 nicht gab), dann erst nach insgesamt fünf Jahren auf den Markt. Auch wenn klassische Klassifizierungen bei Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero nicht so gerne gesehen werden, kommt dieser Wein inzwischen als Reserva auf den Markt. Dies hängt schlicht und ergreifend damit zusammen, dass in diversen Märkten explizit Weine gesucht werden, welche dieses Wort auf dem Etikett führen. Einen Nachfolgejahrgang gibt es bislang nicht; mal sehen, was im Jahr 2018 passiert.

Finca La Nava wird intern auch gerne als die Hagel-Frost-Parzelle bezeichnet, denn irgend etwas passiert dort immer. La Nava findet man im Nordwesten von Anguix, genau dort, wo der Manvirgo den größten Schaden anrichten kann. Es ist eine relativ junge Parzelle, inzwischen hat sie gerade einmal zwanzig Winter gesehen. Ein traditioneller lokaler Klon des Tempranillo, kleine Trauben, kleine Beeren, geringer Mostertrag; die Reben stehen auf lockerem, steinigen Lehmboden, die Parzelle selbst fällt leicht gen Norden ab. Siebentausend Quadratmeter ist nicht gerade üppig, mehr als dreitausend fünfhundert Kilo sind selbst in ertragreichen Jahren nicht drin. Aber – Hagel und Frost: es gab auch schon Jahre mit nicht viel mehr als zweitausend Kilo Trauben, gerade einmal fünf Barriques. Finca La Nava ist von allen Lagenweinen der frischeste, der fruchtbetonteste. Die nicht aufdringlich wirkende, aber vorhandene Säure, sorgt für einen guten Trinkfluss.

Finca Camino Viejo ist das glatte Gegenteil. Die Parzelle heißt so, weil ein uralter Handelsweg vom Süden Spaniens gen Nordküste hier durchführt(e). Entscheidend ist jedoch etwas ganz anderes: die Lage ist auf Sand gebaut. Man erkennt dies auf den ersten Blick, denn Pinienhaine fühlen sich nur dort wohl, wo die Böden extrem sandig sind. Und neben der Parzelle steht, nun ja, ein Pinienhain. Selbst innerhalb der Parzelle erkennt man den Unterschied: je weiter man sich von den Bäumen entfernt, desto weniger sandig ist der Boden. Sand führt in der Regel zu einer gewissen Mundfülle, die Weine werden cremig, die Säure bildet den Gegenpunkt. Camino Viejo ist die einzige Parzelle der Bodega, die für einen Lagenwein genutzt wird, mit Reben gezogen im Guyot-System. Es ist eine der ältesten Drahtrahmenparzellen in der gesamten Region. Auch wenn sie recht weit im Süden und recht tief am Hang steht, gibt es eigentlich keine Frostprobleme. Der Tafelberg Otero kann es zwar bei weitem nicht mit dem Manvirgo aufnehmen, er schützt die dahinter liegenden Parzellen aber dennoch durchaus effektiv. Ein halber Hektar, in normalen Jahren gut zweitausend Kilo, der Ertrag ist so üppig nicht.

Finca Valdepalacios ist eine der beiden Toplagen der Bodega. Die Lage Valdepalacios findet man ganz im Süden des Ortes, schon fast am Hang des Manvirgo, ausreichend weit vom Tal entfernt, um nicht mit Frost oder Feuchtigkeit am frühen Morgen belästigt zu werden. Dennoch haben die Großeltern väterlicherseits einen Guyot-Rebschnitt angelegt, die Trauben sind mehr als einen halben Meter vom Boden entfernt. Valdepalacios befindet sich nicht nur im Süden, die Parzelle fällt auch noch leicht gen Südosten ab. Dies bedeutet Sonne fast rund um die Uhr! Nicht zuletzt deswegen beginnt die Lese in jedem Jahr mit dieser Parzelle, die Trauben werden einfach schnell reif. Etwas kompliziert ist Valdepalacios nur in knochentrockenen Jahren mit extrem hohen Temperaturen; alle Jahrgänge, die auf fünf enden, sind davon betroffen. Dann steigen die Zuckerwerte schnell mal deutlich an. In kühlen Jahren, etwa viermal pro Jahrzehnt erlebt man dies, ist Valdepalacios hingegen nahezu perfekt. Der Boden speichert Wasser, die Trauben reifen schonend. Der Lehmanteil ist nur unten am Hang wirklich hoch, in der Mitte und weiter oben trifft man auf Sand und sogar auf etwas Kalk. Die Parzelle ist groß, sie umfasst etwa eins Komma drei Hektar. Allerdings steht hier auch viel Palomino und andere weiße Sorten, auch Garnacha, Cariñena, Bobal und etwas, das noch nicht genau identifiziert ist, findet man hier und dort. Bislang war der Jahrgang 2007 mit gut dreitausend Kilo der ertragreichste Jahrgang.

Mit dem Yotuel Valdepalacios, damals hieß der Wein noch Yotuel Viñas Viejas, begann die Geschichte dieses Weingutes. Im Jahr 2005 wurde einzig dieser Wein gekeltert, seitdem schwankte die Produktion deutlich: zwischen zweitausendzweihundert Flaschen im Jahr 2006 und knapp siebenhundert Flaschen im Jahr 2013. Auch änderte sich der Ausbau im Laufe der Jahre. Stahltank, Holztank, inzwischen Zementtank, nur neues Holz am Anfang, kaum mehr neues Holz seit dem Jahrgang 2012, einzig die Barriquereifezeit blieb mit etwa vierzehn Monaten über die Jahre annähernd gleich. Den Wein erkennt man relativ leicht: weiße Blüten, helle Frucht, er scheint auf der Zunge zu tanzen. Selbst ab und an leicht erhöhte Alkoholwerte steckt er gut weg.

Erneut stellt der zweite Wein das glatte Gegenteil dar: Finca San Miguel ist die lehmhaltigste Lehmparzelle, die es in der ganzen Gegend gibt. Man findet sie im Norden von Anguix, an der Grenze zu Olmedillo. Zudem fällt sie gen Nordosten ab, sie bekommt früh morgens Sonne ab, die Blätter trocknen rasch. In richtig nassen Jahren ist das alles eine Katastrophe, glücklicherweise kommt das in Anguix selten vor. 1997 war ein solches Jahr, aber damals gab es die Bodega ja noch nicht. Die Stöcke sind alt, jenseits der neunzig Jahre. Und sie bringen relativ wenig Ertrag. Seit dem Jahr 2008, der erste Jahrgang des Yotuel Finca San Miguel, konnten nur einmal drei Barricas gefüllt werden, in manchen Jahren war es ein normales und ein extra hierfür angeschaffte halbes Barrique.

San Miguel ist Mineralik pur, in manchen Jahren scheint der Wein das Holz, der Wein wird fast immer in neuen Barricas ausgebaut, das Holz nahezu aufzufressen, man schmeckt nichts mehr davon. Natürlich geht die Frucht, rote, aber auch dunkle Beeren, etwas Unterholz, irgendwann verloren. Über den Jordan ist der Wein dann aber noch lange nicht. Selbst so komplizierte Jahrgänge wie 2008 können gut und gerne zwanzig Jahre altern. Text: El oso alemán

1 Gedanke zu „Yotuel – Ribera del Duero – Spanien“

  1. Hallo Herr Fenske, habe diesen Wein beim Weinkanzler Klaus in Würselen bekommen und bin begeistert. Beste Grüße – Jürgen

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Spirituosen

Suau Brandy 15 Jahre Mallorca

Brandy · Mallorca · Solera Reserva · 15 Jahre

Suau Brandy 15 Jahre ist ein Solera-Reserva-Brandy von der spanischen Insel Mallorca. Die Bodegas Suau brennen und reifen ihre Brände seit 1851 von Hand, heute in einem historischen Kellergebäude bei Palma. Der Brandy reift 15 Jahre nach dem Solera-System im Mikroklima der unterirdischen Keller. Im Glas dunkles Bernstein mit kupfernen Reflexen, weich und rund am Gaumen.


Mallorca

Bodegas Suau entstand 1851 und sitzt in Marratxí, nordöstlich von Palma de Mallorca. Das Besondere ist das Mikroklima der unterirdischen Keller, in denen die Brände langsam und ruhig reifen. Die Herstellung ist seit über 170 Jahren handwerklich und nahezu unverändert geblieben.

Herstellung und Reifung

Grundlage ist ein Destillat aus der Airén-Traube. Es reift 15 Jahre nach dem Solera-System in amerikanischer Eiche (225 und 300 Liter), langsam und statisch im kühlen Kellerklima. Das Solera-Verfahren mischt jüngere und ältere Brände und sorgt für einen gleichbleibend runden, harmonischen Stil.

Im Glas

Dunkles Bernstein mit kupfernen Reflexen. In der Nase fein integrierte Aromen von Eichenholz und Destillat, dazu Trockenfrüchte und Karamell. Am Gaumen weich und ausgewogen, leicht süß und fruchtig, mit Pfirsich, geröstetem Holz, Kaffee und einem Hauch Vanille. Der Abgang ist lang und warm, ohne Schärfe oder Bitterkeit.

Zum Genuss

Pur oder auf Eis als Digestif zu genießen, idealerweise bei 15–17 °C in einem bauchigen Glas. Ein klassischer Begleiter zum Ausklang eines guten Essens.

Passt außerdem zu Tapas, gereiftem Käse und einer guten Zigarre.


Herkunft: Mallorca, Spanien
Art: Brandy Solera Reserva, 15 Jahre
Reifung: Solera-System, amerikanische Eiche (225 und 300 l)

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Weine

Kühling-Gillot Nackenheim Riesling 2020 BIO

Weißwein · Nackenheim (Rheinhessen) · Riesling (Erste Lagen)

Riesling Nackenheim VDP.Aus Ersten Lagen Kühling-Gillot Roter Hang · Nackenheim roter Tonschiefer (Rotliegendes) große alte Stückfässer · langes Hefelager BIO (DE-ÖKO-006) · 2020

Der Kühling-Gillot Nackenheim Riesling 2020 ist der Prototyp des kristallklaren Rieslings vom Roten Schiefer. Streng, klar und erhaben – mit zurückhaltender Frucht und ausgeprägter, steiniger Würze.


Nackenheim – der Rote Hang an der Oberfläche

Das biologisch arbeitende Weingut Kühling-Gillot von Carolin Spanier-Gillot und H. O. Spanier in Bodenheim zählt zu den führenden Adressen am Roten Hang (DE-ÖKO-006). In Nackenheim drückt sich die mächtige Tonschieferbank des Roten Hangs an die Oberfläche, bevor sie einige Kilometer südlich bei Nierstein wieder unter der Erde verschwindet.

Das Gut besitzt Parzellen in allen spannenden Lagen des Roten Hangs; nach umfangreichen Neuanpflanzungen haben besonders die Reben in Nackenheim das richtige Alter für einen großen Wein erreicht. Durch die geringere Südausrichtung gegenüber den Niersteiner Lagen fällt die Frucht etwas zurückhaltender, die steinige Würze dafür ausgeprägter aus; der karge Unterboden lässt den Riesling streng, klar und erhaben erscheinen. Seit dem Jahrgang 2018 trägt der Wein die Klassifikation VDP.Aus Ersten Lagen, da nur Trauben aus klassifizierten Ersten und Großen Lagen einfließen.

Jahrgang 2020 – Roter Hang (Rheinhessen)

2020 war in Rheinhessen ein Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und frischer, präziser Säure. Der karge rote Tonschiefer und die geringere Südausrichtung bewahrten steinige Würze, Klarheit und Frische – ein strenger, erhabener Riesling ohne opulenten Körper.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Aus Ersten Lagen aus Nackenheim, Jahrgang 2020; 100 % Riesling von rotem Tonschiefer des Roten Hangs.

Nach der Handlese wird der Wein in großen, alten Stückfässern mit langem Hefelager ausgebaut, was ihm Fülle und elegante Cremigkeit verleiht. Biologischer Anbau (DE-ÖKO-006).

Im Glas

Ein kristallklarer, strenger Riesling vom Roten Schiefer: zurückhaltende gelbe Frucht, dazu Sommerkräuter, tabakige Anklänge und eine ausgeprägte, rauchig-steinige Würze. Am Gaumen klar und erhaben, mit frischer Säure, nicht allzu opulentem Körper, feiner Cremigkeit aus dem langen Hefelager und einem langen, würzig-mineralischen Nachhall.

Zurückhaltende gelbe Frucht über Sommerkräutern, tabakigen Anklängen und rauchig-steiniger Würze – klar und erhaben, mit frischer Säure, feiner Cremigkeit und langem, würzig-mineralischem Nachhall.

Ein strenger, klarer Rotliegend-Riesling mit Reifepotential; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Kräutern und Pilzen sowie zu gereiftem Hartkäse.


Herkunft: Nackenheim, Roter Hang, Rheinhessen; roter Tonschiefer (Rotliegendes) an der Oberfläche; aus klassifizierten Ersten und Großen Lagen
Klassifikation: Riesling, VDP.Aus Ersten Lagen, Rheinhessen (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Handlese, Ausbau in großen alten Stückfässern mit langem Hefelager; biologisch, DE-ÖKO-006

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Länder/Regionen

Ghislaine Barthod Chambolle Musigny 2023

Rotwein · Chambolle-Musigny · Pinot Noir

Pinot Noir Chambolle-Musigny AOC Côte de Nuits Kreide-/Tonböden 2023

Der Chambolle-Musigny 2023 der Domaine Ghislaine Barthod ist ein klassischer, reinsortiger Pinot Noir von einer der gesuchten Adressen der Gemeinde. Reife Himbeere, saftige Pflaume, getrocknete Rosenblätter und feine Würze treffen auf eine samtige Textur, beispielhafte Frische und pudrig-feine Tannine.


Chambolle-Musigny – Inbegriff von Eleganz und Finesse

Chambolle-Musigny im Herzen der Côte de Nuits ist seit 1936 als AOC ausgezeichnet. Auf rund 150 Hektar mit Kreide- und Tonböden entstehen Weine, die als Inbegriff von Eleganz und Finesse gelten. Die Gemeinde beherbergt 24 Premier Crus sowie die Grand Crus Bonnes-Mares und Musigny; der Ertrag der Rotweine ist auf 40 Hektoliter pro Hektar begrenzt.

Die Domaine Ghislaine Barthod zählt zu den gesuchten Erzeugern von Chambolle-Musigny und prägt den duftig-feinen Stil der Gemeinde.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare Frucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

In der Nase ein verführerisches Bouquet aus reifen Himbeeren, saftigen Pflaumen, getrockneten Rosenblättern und feinen Gewürznoten. Am Gaumen mittel- bis vollmundig, mit samtiger Textur, klarer Frische und einem Hauch fleischiger Fülle. Die pudrig-feinen Tannine geben Struktur, ohne zu dominieren, und führen in ein langes, würziges Finale.

Himbeere, Pflaume und getrocknete Rosenblätter über samtiger Textur und pudrig-feinem Tannin – ein klassischer Chambolle voller Klarheit.

Schon jung zugänglich, mit sehr großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); Kreide-/Tonböden
Klassifikation: Chambolle-Musigny AOC
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Frankreich

Jean-Marc Vincent Auxey-Duresses Les Hautés 2023

Weißwein · Auxey-Duresses · Chardonnay

Chardonnay Auxey-Duresses Einzellage Les Hautés Jean-Marc Vincent Reben 25–75 Jahre sehr kalkhaltiger Boden 500-l-Fass · Feinhefe 2023

Der Jean-Marc Vincent Auxey-Duresses „Les Hautés" 2023 stammt aus einer kleinen Parzelle von nur 0,90 Hektar mit 25 bis 75 Jahre alten Chardonnay-Reben auf sehr kalkhaltigem Boden. Kraftvoll, frisch und kühl, mit salziger Körnung, Länge und sattem Finish.


Auxey-Duresses Les Hautés – kalkgeprägter Chardonnay

Auxey-Duresses ist ein kleines Dorf im Herzen der Côte d'Or, seit 1937 mit eigener Gemeinde-Appellation, das Rot- und Weißweine aus Pinot Noir und Chardonnay erzeugt. Das Dorf liegt am Tal Saint-Romain, das in die Hänge der Côte d'Or einschneidet – dadurch genießen die Lagen eine hervorragende Süd- und Südostausrichtung. Das kontinentale Klima bringt warme, trockene Sommer und kühle Frühjahre mit Frostrisiko.

Der „Les Hautés" von Jean-Marc Vincent wird aus einer kleinen Parzelle von 0,90 Hektar gewonnen. Chardonnay-Reben im Alter von 25 bis 75 Jahren und ein sehr kalkhaltiger Boden sind das besondere Geheimnis, das diesem Burgunder seine Form gibt.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

2023 brachte an der Côte de Beaune eine reife, großzügige und zugleich frische Weißwein-Ernte mit klar definierter Frucht und guter Balance. Auf dem sehr kalkhaltigen Boden von Les Hautés und im reduktiven Ausbau ergibt das einen kraftvollen, zugleich kühlen und salzig-mineralischen Chardonnay mit Länge und Reifepotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023, Auxey-Duresses, trocken.

Der Wein durchläuft eine lange Maischestandzeit. Der anschließende Ausbau erfolgt reduktiv in leicht getoasteten 500-Liter-Eichenfässern, wo der Wein ein mehrmonatiges Feinhefelager erhält. Jean-Marc Vincent arbeitet im Weinberg naturnah und biologisch orientiert, mit niedrigen Erträgen und manueller, selektiver Lese.

Im Glas

Kraftvoll, frisch und kühl – so lassen sich seine Eigenschaften in Duft und Geschmack beschreiben. Salzige Körnung, Länge und ein sattes Finish kennzeichnen ihn.

Kraftvoll, frisch und kühl – salzige Körnung, Länge und ein sattes Finish.

Im jugendlichen Stadium bei 11–12 °C servieren; bei guter Lagerung gewinnt der Wein über mehrere Jahre.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Jakobsmuscheln und Krustentieren, zu Geflügel in heller Sauce sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Auxey-Duresses, Einzellage Les Hautés (Côte de Beaune, Burgund, Frankreich); ca. 0,90 ha, sehr kalkhaltiger Boden; Süd-/Südostausrichtung; Reben 25–75 Jahre
Klassifikation: AOC Auxey-Duresses, Chardonnay (trocken)
Ausbau: lange Maischestandzeit, reduktiver Ausbau in leicht getoasteten 500-l-Eichenfässern, mehrmonatiges Feinhefelager; naturnaher, biologisch orientierter Weinbau

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Länder/Regionen

Domaine Sylvain Cathiard Bourgogne rouge 2023

Rotwein · Bourgogne · Pinot Noir

Pinot Noir Bourgogne AOC Côte de Nuits 2023 Parzellen um Vosne-Romanée

Der Bourgogne Rouge 2023 der Domaine Sylvain Cathiard et Fils ist ein seidiger, eleganter Pinot Noir aus Parzellen rund um Vosne-Romanée – klar, präzise und mit der reinen Frucht, für die diese Vosne-Mikro-Domaine berühmt ist. Eine ihrer gesuchtesten Einstiegs-Cuvées.


Bourgogne Rouge – Parzellen rund um Vosne-Romanée

Der Wein stammt aus Pinot-Noir-Parzellen rund um Vosne-Romanée, vor allem aus dem Lieu-dit Croix Blanches zwischen Nuits-St-Georges und Vosne, historisch ergänzt um Trauben aus Gilly-lès-Cîteaux. Trotz seiner regionalen Einstufung gilt er als einer der ernsthaftesten Bourgogne Rouge der Côte de Nuits.

Die Produktion ist winzig – nur etwas mehr als 2.000 Flaschen pro Jahr. Unter Sébastien Cathiard ist der Stil betont transparent und präzise.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

2023 brachte im Burgund eine gesunde und großzügige Ernte. Ein warmer Sommer wurde durch Septemberregen ausbalanciert, sodass die Trauben reif, aber nicht überreif gelesen wurden.

Das warme Saisonende gab die nötige Konzentration, um die innere Spannung dieser Lagen auszubalancieren – Grundlage für einen saftigen, zugleich frischen Pinot Noir.

Vinifikation und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023.

Minimalistische Vinifikation mit dem Fokus auf Transparenz: vollständige Entrappung nach sorgfältiger Selektion, Kaltmazeration und Spontangärung. Der Ausbau dauert 15–18 Monate im Fass, mit bewusst reduziertem Anteil neuen Holzes (Regional-Niveau etwa 20–25 %). Abgefüllt wird ungeschönt und unfiltriert; biologische Bewirtschaftung (nicht zertifiziert).

Im Glas

Bereits im Duft sehr einladend und elegant: saftige rote Beeren wie reife Himbeeren und rote Johannisbeeren, feine florale Anklänge an Rosenblätter und dezente Gewürznoten, dazu eine zarte Frische für Tiefe und Klarheit. Am Gaumen ausgewogen und harmonisch mit geschmeidiger, fast seidiger Textur; die Frucht bleibt klar und präzise, getragen von frischer, gut integrierter Säure. Die Tannine sind fein und zurückhaltend und geben Struktur, ohne die Zugänglichkeit zu überdecken. Im Abgang sauber und elegant, mit feiner mineralischer Note.

Geschmeidig und fast seidig – klare, präzise Frucht und ein sauberer, eleganter Abgang.

Bereits jung zugänglich; Trinkfenster etwa 2025–2030. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel, Kalbsbraten, Pilzgerichte oder mittelkräftiger Käse. Ein eleganter, vielseitiger Begleiter für die feine Alltagsküche.


Lage: Bourgogne (Côte de Nuits); Parzellen um Vosne-Romanée, v. a. Croix Blanches, ergänzt um Gilly-lès-Cîteaux
Klassifikation: Régionale (Bourgogne AOC)
Ausbau: Pinot Noir; 100 % entrappt, Spontangärung, 15–18 Monate Fass, ca. 20–25 % neues Holz, ungeschönt und unfiltriert · biologisch (nicht zertifiziert)

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Rebsorten

Metzger Gelber Muskateller

Weißwein · Gelber Muskateller · Pfalz

Metzger Gelber Muskateller ist eine fruchtbetonte Weißwein-Spezialität aus der Pfalz. Opulenter Duft nach Litschi, Muskatblüten, Nelken und weißen Pfirsichen. Ein aromatischer Wein, der zum Meditieren einlädt.


Pfalz

Das Weingut Metzger liegt in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Das warme Klima eignet sich für die aromatische Sorte Gelber Muskateller, die hier ihre opulente, florale Aromatik entfalten kann.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Gelbem Muskateller. Der Ausbau stellt die opulente, florale Aromatik und die fruchtbetonte Stilistik in den Vordergrund.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase opulenter Duft nach Litschi, Muskatblüten, Nelken und weißen Pfirsichen. Am Gaumen fruchtbetont und aromatisch, mit feiner Frische. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 9–11 °C servieren.

Klassische Begleitung: asiatische Küche, würzige Gerichte, Obst, Desserts oder solo.


Lage: Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Pfalz – Weißwein (Gelber Muskateller)
Ausbau: Gelber Muskateller, fruchtbetont

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Spirituosen

Cardenal Mendoza Angelus Likör

Spirituose · Likör · Jerez de la Frontera · Spanien

Cardenal Mendoza Angêlus ist ein origineller Likör auf Basis des bekannten Cardenal-Mendoza-Brandys. Ihm werden Orangenschalen, Bitterorangen und Kardamom beigemischt; in alten Sherryfässern reift er zu einem ausbalancierten, zitrus-würzigen Likör.


Herkunft

Die familiengeführte Bodega Sánchez Romate Hnos. (gegr. 1781) in Jerez de la Frontera ist vor allem für ihren Brandy Cardenal Mendoza und ihre Sherrys bekannt. Angêlus entstand als jüngste Kreation des Hauses, inspiriert vom Duft der Orangenblüte, der im Frühjahr den Bodega-Patio erfüllt.

Zutaten und Reifung

Auf Basis des klassischen Cardenal-Mendoza-Brandys werden natürliche Zutaten mazeriert – vor allem Bitterorangen und Orangenschalen (Sevilla-Orangen) sowie Kardamom, dazu Zitrone und Nelke. Anschließend reift die Cuvée in alten, mit Sherry belegten Fässern, bis sie ihre ausgewogene Balance erreicht.

Im Glas

Helles Mahagoni mit bernsteinfarbenen Reflexen. In der Nase frische, vielschichtige Zitrus- und Gewürznoten mit Anklängen von Dörrfrucht. Am Gaumen eine Explosion von Zitrustönen mit der Bitterkeit der Bitterorange, feiner Würze und einem leichten Röstton – getragen von dezenter Süße. Sehr langer Abgang.

Pur und im Drink

Pur auf Eis mit einer Orangenscheibe, als Long Drink mit Tonic oder Soda – oder pur mit etwas Honig als wärmender Digestif. Vielseitig in Cocktails wie Margarita, Cosmopolitan oder Sidecar.

Ideal: auf Eis, als Digestif oder in Zitrus-Cocktails.


Herkunft: Jerez de la Frontera (Spanien); Bodega Sánchez Romate Hnos.
Art: Likör auf Basis von Brandy de Jerez
Zutaten: Cardenal-Mendoza-Brandy, Bitterorange & Orangenschale, Kardamom, Zitrone, Nelke
Reifung: Mazeration der Zutaten, anschließend Reifung in alten Sherryfässern

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Länder/Regionen

Le Moine Charmes Chambertin Grand Cru 2017

Rotwein · Charmes-Chambertin Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Charmes-Chambertin Grand Cru Gevrey-Chambertin · Côte de Nuits Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz unfiltriert 2017

Der Lucien Le Moine Charmes-Chambertin Grand Cru 2017 stammt aus einem der großen Grand Crus von Gevrey-Chambertin – ein kraftvoller, zugleich eleganter Pinot Noir mit Tiefe und Charme. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Eine echte Rarität in winziger Stückzahl.


Charmes-Chambertin – Grand Cru von Gevrey

Charmes-Chambertin ist eine der großen Grand-Cru-Lagen von Gevrey-Chambertin in der Côte de Nuits, südlich des Dorfes am Hang unterhalb des Chambertin gelegen und ausschließlich mit Pinot Noir bepflanzt. Es ist einer der größeren und damit variableren Grands Crus Gevreys; in die Appellation darf auch der benachbarte Mazoyères-Chambertin einfließen. Stilistisch verbindet Charmes-Chambertin die Kraft und Fülle Gevreys mit einer zugänglichen, charmanten Eleganz – daher der Name.

Die kalkstein- und tonhaltigen Böden am gut exponierten Hang bringen tiefe, körperreiche und zugleich harmonische Pinot Noirs hervor. Bei Lucien Le Moine wird daraus ein besonders herkunftsgenauer Grand Cru, dessen Ausbau Reinheit, Textur und Tiefe betont.

Jahrgang 2017 – Côte de Nuits

2017 war an der Côte de Nuits ein klassischer, ausgewogener Rotwein-Jahrgang mit reifer, klar definierter Frucht, feiner Säure und seidigem Tannin. In einem körperreichen Grand Cru wie Charmes-Chambertin ergibt das einen tiefgründigen, zugleich eleganten und harmonischen Pinot Noir mit gutem Reifepotenzial – im reinen, texturbetonten Stil des Hauses.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2017, Charmes-Chambertin Grand Cru, trocken.

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Die Mengen sind winzig: oft nur ein einziges Fass je Cru.

Im Glas

Vom kalk-tonigen Hang von Gevrey lebt dieser Grand Cru: dunkle und rote Frucht wie Kirsche und Brombeere, florale Anklänge und eine würzige Tiefe von Unterholz und Gewürz. Aus dem ausgewogenen Jahrgang 2017 zeigt er reife Frucht und samtiges Tannin, die das lange Vollhefelager und das neue Holz in eine seidige, vielschichtige Textur und feine Röstwürze einbinden. Am Gaumen körperreich und zugleich harmonisch, mit feinkörnigem Tannin, lebendiger Säure und langem, mineralischem Nachhall.

Dunkle und rote Frucht, würzige Tiefe und feine Röstwürze – körperreich und seidig, mit samtigem Tannin und langer Länge.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Wild und Wildgeflügel, zu Rind und Lamm in kräftiger Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Käse.


Lage: Charmes-Chambertin Grand Cru, Gevrey-Chambertin, Côte de Nuits (Burgund, Frankreich); Hang südlich des Dorfes unterhalb des Chambertin; kalkstein- und tonhaltige Böden (Mazoyères-Chambertin darf einfließen)
Klassifikation: Grand Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

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