Yotuel – Ribera del Duero – Spanien

Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero – Yotuel – Ribera del Duero – Spanien

Grundsätzliches

Auf den Holzkisten, in denen der eine oder andere Wein die kleine, in Anguix beheimatete Kellerei verlassen, steht: „Yotuel – Vinos de Anguix“. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Bleibt, zwei Begriffe etwas näher unter die Lupe zu nehmen: Yotuel und Anguix.

Anguix ist ein kleines Dorf im Südwesten der Provinz Burgos, etwa einhundertsiebenunddreißig Seelen leben dort, Hunde und Katzen nicht mit gezählt. Auf gut sechsundneunzig Prozent der Gemeindefläche stehen keine Rebstöcke, Wein ist somit nicht unbedingt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Dorfes. Dennoch gibt es hier sieben Bodegas, in denen jede Menge Trauben gekeltert werden. Sechs dieser sieben Kellereien verarbeiten Trauben aus diversen Orten der Region, die größte, Protos, keltert hier inzwischen mehr als fünf Millionen Liter Wein. Die siebte Bodega, gleichzeitig die jüngste des Ortes, arbeitet ausschließlich mit Lesegut, das aus den eigenen Weinbergen stammt, ein jeder Rebstock steht in Anguix: Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero.

Sowohl die Gesteins- und Bodenform als auch die klimatischen Gegebenheiten sind anders als im Rest von Ribera del Duero, so man das Terroir richtig versteht und interpretiert, haben die Weine aus Anguix nicht viel mit dem zu tun, was man landläufig als Ribera del Duero kennt. Aber das ist in vielen Orten im Norden der Region so. Anguix befindet sich nur etwa fünf Kilometer vom Nordrand der Denominación de Origen entfernt, das Land ist wellig, ein paar Kilometer weiter im Norden markiert eine Bergkette die Grenze dieser Weinbauregion. Wichtig ist indes nicht diese Ansammlung etwas größerer Hügel, wirklich wichtig ist der Tafelberg, an dessen Füßen Anguix liegt: der Manvirgo. Ein wahrlich mächtiger, beeindruckender Tafelberg, das Gipfelplateau befindet sich auch neunhundertzweiundvierzig Metern über Meeresniveau. Der Berg ist wichtig, weil sich Wolken, die in der Regel aus Südwesten kommen, an seiner Westflanke stauen. An beiden Seiten entstehen Wirbel, die nur wenige Wolken, die aber in hoher Geschwindigkeit, durchlassen. Immer dann, wenn es Starkregen oder Hagel gibt, ist der Manvirgo nebst den umliegenden Dörfern besonders betroffen. Frühjahrsfrost oder, noch schlimmer, Herbstfrost, ist eher selten ein Thema, und wenn, dann betrifft es den flachen Teil im Süden. Die Kaltluft zieht vom Duero gen Norden und befällt die wenigen Weinberge, die dort stehen.

Entscheidend für die Qualität der Weine ist die Bodenform: in Anguix, teilweise auch in den Nachbardörfern, stehen die Reben auf eisenhaltigem Lehmboden, ein schwerer, wasserspeichernder Bodega. Darunter befindet sich Sandstein, aber erst gut einen Meter unter der Oberfläche. Dies hilft in trockenen Jahren; die Dürre, die ab und an in den Weinbergen weiter westlich zu größeren Problemen führt, gibt es hier nicht. Dafür findet man, so die Weine ordentlich bereitet sind, mineralische Noten, Frische und Säure. Im Vergleich zu anderen Teilen der Region, selbst zu den Nachbardörfern, brauchen die Weine aus Anguix länger, um ihre optimale Reife zu erreichen.

Yotuel – wörtlich genommen

Yo-Tu-El bedeutet nichts anderes als ich-du-er. Jede der drei Silben steht für eine Generation. Yo, das sind die beiden Brüder Bienvenido und Ignacio Gallego Zapatero, die im Jahr 2005 die Bodega gründeten. Tu bezieht sich auf Mariano, der Vater der beiden Inhaber, der über Jahrzehnte die Weinberge gepflegt hat und dies zumindest teilweise noch immer tut. El indes steht für die Großeltern, die dereinst die ersten Weinberge der Familie gepflanzt haben.

Bis ins Jahr 2005 wurden die Trauben an die Genossenschaft in Pedrosa de Duero verkauft, teilweise auch an andere Kellereien, ein kleiner Teil verblieb in Anguix, um einen Hauswein, einen typischen Clarete zu keltern. Noch bis ins Jahr 2008 wurde ein Teil der Ernte weiterverkauft, von da an wurde das gesamte Lesegut in der eigenen Bodega verarbeitet.

Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero verfügt über neue Parzellen, die im Ertrag stehen, eine weitere wurde vor zwei Jahren neu bestockt. Abgesehen von Pincharratas, eine Miniparzelle, ganz im Nordosten des Dorfes gelegen, sind die Weinberge mindestens zwanzig Jahre alt. Camino Viejo bringt es auf vierzig Jahre, die vier alten Parzellen Morris, Otero, Valdepalacios und San Miguel auf zwischen achtzig und neunzig Jahre.

Alle Weinberge werden strikt ökologisch kultiviert; letztendlich ist dies nichts anderes als die erhaltene Tradition, man braucht in dieser Gegend, wenn man bei der Standortwahl etwas aufpasst und gut im Weinberg arbeitet, nicht mehr als etwas Schwefel und ganz wenig Kupfer.

Abgesehen von drei Parzellen, Camino Viejo, Molino und Los Dujos, werden alle Stöcke im klassischen Kopfschnitt gezogen. Dies sorgt für Beschattung der Trauben, im Hochsommer eine sehr wichtige Komponente für erstklassige Weine.

In den letzten Jahren haben Bienvenido und Ignacio damit begonnen, alte Parzellen aufzukaufen. Oftmals handelt es sich um kleine Stücke Land, die an eine der Bodega eigenen Parzellen grenzen. Altersbedingt haben die Alteigentümer keine Lust mehr, sich um die Weinberge zu kümmern. Qualitativ stehen diese Parzellen den eigenen in nichts nach. Eine zwei Hektar große Parzelle nahe Molino, Hanglage, nach Osten abfallend, wurde bereits integriert, ebenso ein kleines Stück Rebland im Süden, nahe der Parzelle Otero. Infolge all dieser Maßnahmen ist die Gesamtrebfläche von dereinst neun auf aktuell vierzehn Hektar angewachsen, die eine oder andere Parzelle wird wohl noch hinzukommen.

In allen Weinbergen, in dieser Hinsicht unterscheidet sich Anguix nur wenig von den Nachbardörfern, die nicht älter als fünfzig Jahre sind, steht Tempranillo, hier auch Tinta del País genannt. In den alten Parzellen hatten die Weinbauern ein paar zusätzliche Rebsorten gepflanzt, die manche Schwäche des Tempranillo ausgleichen konnten. Insbesondere dann, wenn die Trauben spät gelesen werden, leidet Tempranillo unter Säuremangel. Daher findet man Garnacha, aber auch Bobal, Palomino Blanco, Albillo Mayor, gelegentlich auch etwas Maturana. Früher erntete man all dies gemeinsam, das Cuvée wurde bereits im Weinberg erstellt. Heute wird, zumindest in dieser Bodega, getrennt gelesen. Die weißen Trauben werden weiterverkauft, aus den roten Trauben entsteht dann und wann ein Hauswein, der nicht kommerzialisiert wird.

Weinausbau – die Sache mit den Gebinden

Auch wenn Weinbau in dieser Region auf eine lange Tradition zurückblickt, ist qualitativ orientierter Weinbau eher neueren Datums. Früher wurde hier, wie auf der gesamten kastilischen Hochebene, Wein vor allem als Alltagsgetränk genutzt. Wasser war nicht hinreichend keimfrei, die alkoholische Gärung löste dieses Problem. Gleichwohl waren die Weine der Region alles andere als haltbar, oftmals war schon der Sommer nach der Lese eine echte Herausforderung. Dazu kamen niedrige Alkoholwerte, elf Volumenprozent war schon ein Qualitätskriterium. Aus all dem kann man folgern, dass die Art der Weinbereitung und -aufbewahrung in vergangenen Jahrhunderten (oder Jahrzehnten) wohl für diverse anmutige Geschichten taugt, als Vorbild für aktuellen Weinbau ist dies eher weniger geeignet.

Als die Bodega im Jahr 2005 begann, Weine auszubauen, war die Stilrichtung in Ribera del Duero klar vorgegeben: weit über neunzig Prozent der privaten Kellereien nutzten Stahltanks für die alkoholische und in der Regel auch für die malolaktische Gärung, die Weine selbst wurden in kleinen Barricas ausgebaut. Einzig die Cooperativen nutzten die alten, großen Zementtanks. Auch Sophie Kuhn, Elsässerin mit diverser Berufserfahrung im Burgund, in Crozes-Hermitage und in St. Emilion, begann auf diese Weise. Es war aber schnell klar, dass hier anders gearbeitet werden muss, so man das Terroir ordentlich darstellen will. Der erste Schritt bestand darin, die malolaktische Säureumwandlung nicht mehr in Edelstahltanks, sondern in Barricas zu absolvieren. Edelstahl ist, dies zeigt sich immer deutlicher, für Tempranillo jenseits der alkoholischen Gärung eher kompliziert, und selbst hier deutet sich ein Wandel an. Beginnend mit dem Jahr 2008 vergor ein Teil der Moste in einem großen Holztank; dies war der erste Schritt in eine neuere Richtung. Gleichwohl erlebte dieses Experiment vier Jahre später ein abruptes Ende, das Fass wollte nicht mehr. Ein Jahr später kam zum ersten Mal Zement ins Spiel, zuerst nur für die Vergärung des Mostes des Lagenweines Valdepalacios, später begann Sophie damit, einen Teil des Gutsweines Yotuel Roble im dem Zementfass auszubauen; die Reifezeit im Barrique wurde damit verkürzt.

Der wirkliche Wechsel begann mit dem Jahrgang 2016, respektive mit den Weinen, die damals in den Barricas reiften. Drei neue Zementtanks, unterschiedliches Fassungsvermögen, allesamt unbeschichtet, wurden angeschafft, und zwar weniger für die alkoholische Gärung – sie findet nach wie vor vor allem in Stahltanks statt – sondern für die malolaktische Säureumwandlung und insbesondere für die Zeit zwischen dem Ende der Barriquereife und der Abfüllung. Dies hat einen klaren Stilwechsel zur Folge: die primären Holznoten verschwinden fast vollständig, dafür steht die Frucht stärker im Vordergrund.

Ansonsten hat Sophie Kuhn im Laufe der Jahre nicht viel verändert: vergoren werden die Moste nach wie vor ausschließlich mit traubeneigenen Hefen, die Maische wird, so weit es geht, in Ruhe gelassen, einzig der Tresterhut wird gelegentlich nach unten gedrückt. Fassabzüge nur dann, wenn es unvermeidlich ist, und dann auch nur Fass für Fass. Die Moste aller Parzellen vergären separat, das Cuvée der Gutsweine wird jedoch vor dem Barriqueausbau erstellt. Schließlich handelt es sich um genau eine Rebsorte, Besonderheiten des Reifeverlaufes während der Fassreife spielen da eher keine Rolle. Die fertigen Weine werden leicht filtriert, und, seit dem Jahrgang 2008, auf pflanzlicher Basis geschönt. Die Weine sind somit als vegan-freundlich einzustufen.

Die Yotuel Weine – Gut Wein will Lage haben

Yotuel gibt es sowohl als Gutsweins als auch als Lagenweine. In normalen Jahren stehen zwei Gutsweine vier Lagenweinen gegenüber. Nun kann man sich natürlich fragen, warum es denn gleich zwei Gutsweine sein müssen. Die Antwort ist relativ klar: die Qualität der Weinberge ist zwar generell hoch, aber nicht identisch.Außerdem werden für den Yotuel Roble vor allem die zwei etwas jüngeren, ertragreicheren Parzellen Molino und Los Dujos genutzt, hier kommt man in guten Jahren immerhin auf zweiundvierzig Hektoliter pro Hektar, was in etwa der Ertragsobergrenze für Grand Cru-Weine aus dem Burgund entspricht. Beides Drahtrahmen, relativ junge Anlagen und relativ große Beeren. Daraus kann man nur schwer einen Wein keltern, der mehr als ein Jahrzehnt in der Flasche schadlos übersteht. Auch Cotarro de Molino, die zwei Hektar von irgendeinem Primo von Bienvenido und Ignacio (davon gibt es in spanischen Familien tendenziell viele), die vor zwei Jahren erworben wurden, liefert Trauben für diesen Wein.

Lange Zeit wurde der Roble acht bis zehn Monate in gebrauchten Fässern bordelaiser Größe ausgebaut, inzwischen werden für den Ausbau auch Zementtanks genommen, so gerade welche leer sind. Weniger Holz, mehr Frucht, vor allem mehr helle Beeren sind die Folge. Erstmals, wenn auch nur in geringem Umfang, wurde dieses Ausbaumix beim Jahrgang 2014 angewandt. Auch wenn es verlockend erscheint, wird wohl auch in der Zukunft nicht alleine auf Zement gesetzt; dem Roble stehen die zwei Arten von Sauerstoffkontakt schon ganz gut.

Der Yotuel Selección ist, wie der Name schon sagt, eine Selektionswein. Hier landen Trauben der alten Weinberge, die nicht für den jeweiligen Lagenwein genutzt werden. Dazu kommen mit Otero (über achtzig Jahre alte Stöcke) und Morris (über sechzig Jahre alte Stöcke) zwei Parzellen, von denen es (noch) keine Lagenweine gibt. Das Parzellenzukaufprogramm der Bodega dient letztendlich der Produktionserweiterung dieses Weines. Denn normalerweise gibt es von diesem Wein gerade einmal ein paar tausend Flaschen. Sieht man von der etwas längeren Barriquereifedauer einmal ab, so unterscheidet sich der Ausbau der Selección nicht von dem des Roble.

In einem einzigen Jahr, zweitausend und acht, um genau zu sein, gab es einen dritten Wein: Yotuel Viñas Viejas Reserva. Dies war ein sehr kühles Jahr, gelesen wurde Ende Oktober, nach zwei teilweise scharfen Nachtfrösten. Es war klar, dass dieser Wein eine betont lange Reifedauer benötigen wird. Und so kam dieser Wein, eine etwas aufgebesserte Selección (die es im Jahr 2008 nicht gab), dann erst nach insgesamt fünf Jahren auf den Markt. Auch wenn klassische Klassifizierungen bei Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero nicht so gerne gesehen werden, kommt dieser Wein inzwischen als Reserva auf den Markt. Dies hängt schlicht und ergreifend damit zusammen, dass in diversen Märkten explizit Weine gesucht werden, welche dieses Wort auf dem Etikett führen. Einen Nachfolgejahrgang gibt es bislang nicht; mal sehen, was im Jahr 2018 passiert.

Finca La Nava wird intern auch gerne als die Hagel-Frost-Parzelle bezeichnet, denn irgend etwas passiert dort immer. La Nava findet man im Nordwesten von Anguix, genau dort, wo der Manvirgo den größten Schaden anrichten kann. Es ist eine relativ junge Parzelle, inzwischen hat sie gerade einmal zwanzig Winter gesehen. Ein traditioneller lokaler Klon des Tempranillo, kleine Trauben, kleine Beeren, geringer Mostertrag; die Reben stehen auf lockerem, steinigen Lehmboden, die Parzelle selbst fällt leicht gen Norden ab. Siebentausend Quadratmeter ist nicht gerade üppig, mehr als dreitausend fünfhundert Kilo sind selbst in ertragreichen Jahren nicht drin. Aber – Hagel und Frost: es gab auch schon Jahre mit nicht viel mehr als zweitausend Kilo Trauben, gerade einmal fünf Barriques. Finca La Nava ist von allen Lagenweinen der frischeste, der fruchtbetonteste. Die nicht aufdringlich wirkende, aber vorhandene Säure, sorgt für einen guten Trinkfluss.

Finca Camino Viejo ist das glatte Gegenteil. Die Parzelle heißt so, weil ein uralter Handelsweg vom Süden Spaniens gen Nordküste hier durchführt(e). Entscheidend ist jedoch etwas ganz anderes: die Lage ist auf Sand gebaut. Man erkennt dies auf den ersten Blick, denn Pinienhaine fühlen sich nur dort wohl, wo die Böden extrem sandig sind. Und neben der Parzelle steht, nun ja, ein Pinienhain. Selbst innerhalb der Parzelle erkennt man den Unterschied: je weiter man sich von den Bäumen entfernt, desto weniger sandig ist der Boden. Sand führt in der Regel zu einer gewissen Mundfülle, die Weine werden cremig, die Säure bildet den Gegenpunkt. Camino Viejo ist die einzige Parzelle der Bodega, die für einen Lagenwein genutzt wird, mit Reben gezogen im Guyot-System. Es ist eine der ältesten Drahtrahmenparzellen in der gesamten Region. Auch wenn sie recht weit im Süden und recht tief am Hang steht, gibt es eigentlich keine Frostprobleme. Der Tafelberg Otero kann es zwar bei weitem nicht mit dem Manvirgo aufnehmen, er schützt die dahinter liegenden Parzellen aber dennoch durchaus effektiv. Ein halber Hektar, in normalen Jahren gut zweitausend Kilo, der Ertrag ist so üppig nicht.

Finca Valdepalacios ist eine der beiden Toplagen der Bodega. Die Lage Valdepalacios findet man ganz im Süden des Ortes, schon fast am Hang des Manvirgo, ausreichend weit vom Tal entfernt, um nicht mit Frost oder Feuchtigkeit am frühen Morgen belästigt zu werden. Dennoch haben die Großeltern väterlicherseits einen Guyot-Rebschnitt angelegt, die Trauben sind mehr als einen halben Meter vom Boden entfernt. Valdepalacios befindet sich nicht nur im Süden, die Parzelle fällt auch noch leicht gen Südosten ab. Dies bedeutet Sonne fast rund um die Uhr! Nicht zuletzt deswegen beginnt die Lese in jedem Jahr mit dieser Parzelle, die Trauben werden einfach schnell reif. Etwas kompliziert ist Valdepalacios nur in knochentrockenen Jahren mit extrem hohen Temperaturen; alle Jahrgänge, die auf fünf enden, sind davon betroffen. Dann steigen die Zuckerwerte schnell mal deutlich an. In kühlen Jahren, etwa viermal pro Jahrzehnt erlebt man dies, ist Valdepalacios hingegen nahezu perfekt. Der Boden speichert Wasser, die Trauben reifen schonend. Der Lehmanteil ist nur unten am Hang wirklich hoch, in der Mitte und weiter oben trifft man auf Sand und sogar auf etwas Kalk. Die Parzelle ist groß, sie umfasst etwa eins Komma drei Hektar. Allerdings steht hier auch viel Palomino und andere weiße Sorten, auch Garnacha, Cariñena, Bobal und etwas, das noch nicht genau identifiziert ist, findet man hier und dort. Bislang war der Jahrgang 2007 mit gut dreitausend Kilo der ertragreichste Jahrgang.

Mit dem Yotuel Valdepalacios, damals hieß der Wein noch Yotuel Viñas Viejas, begann die Geschichte dieses Weingutes. Im Jahr 2005 wurde einzig dieser Wein gekeltert, seitdem schwankte die Produktion deutlich: zwischen zweitausendzweihundert Flaschen im Jahr 2006 und knapp siebenhundert Flaschen im Jahr 2013. Auch änderte sich der Ausbau im Laufe der Jahre. Stahltank, Holztank, inzwischen Zementtank, nur neues Holz am Anfang, kaum mehr neues Holz seit dem Jahrgang 2012, einzig die Barriquereifezeit blieb mit etwa vierzehn Monaten über die Jahre annähernd gleich. Den Wein erkennt man relativ leicht: weiße Blüten, helle Frucht, er scheint auf der Zunge zu tanzen. Selbst ab und an leicht erhöhte Alkoholwerte steckt er gut weg.

Erneut stellt der zweite Wein das glatte Gegenteil dar: Finca San Miguel ist die lehmhaltigste Lehmparzelle, die es in der ganzen Gegend gibt. Man findet sie im Norden von Anguix, an der Grenze zu Olmedillo. Zudem fällt sie gen Nordosten ab, sie bekommt früh morgens Sonne ab, die Blätter trocknen rasch. In richtig nassen Jahren ist das alles eine Katastrophe, glücklicherweise kommt das in Anguix selten vor. 1997 war ein solches Jahr, aber damals gab es die Bodega ja noch nicht. Die Stöcke sind alt, jenseits der neunzig Jahre. Und sie bringen relativ wenig Ertrag. Seit dem Jahr 2008, der erste Jahrgang des Yotuel Finca San Miguel, konnten nur einmal drei Barricas gefüllt werden, in manchen Jahren war es ein normales und ein extra hierfür angeschaffte halbes Barrique.

San Miguel ist Mineralik pur, in manchen Jahren scheint der Wein das Holz, der Wein wird fast immer in neuen Barricas ausgebaut, das Holz nahezu aufzufressen, man schmeckt nichts mehr davon. Natürlich geht die Frucht, rote, aber auch dunkle Beeren, etwas Unterholz, irgendwann verloren. Über den Jordan ist der Wein dann aber noch lange nicht. Selbst so komplizierte Jahrgänge wie 2008 können gut und gerne zwanzig Jahre altern. Text: El oso alemán

1 Gedanke zu „Yotuel – Ribera del Duero – Spanien“

  1. Hallo Herr Fenske, habe diesen Wein beim Weinkanzler Klaus in Würselen bekommen und bin begeistert. Beste Grüße – Jürgen

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Feinkost

Il Caruggiu Pesto Rosso

Feinkost · Pesto Rosso · Sauce · Ligurien

Il Caruggiu Pesto Rosso ist ein rotes Pesto des kleinen ligurischen Familienbetriebs Il Caruggiu. Im Gegensatz zum grünen Pesto Genovese steht hier die getrocknete Tomate im Mittelpunkt, abgerundet mit ligurischem Olivenöl. Ein vielseitiges Pesto für Pasta, als Aufstrich oder zum Aperitif.


Herkunft

Il Caruggiu ist ein Familienbetrieb im Hinterland der ligurischen Provinz Imperia, der seit über 100 Jahren Oliven anbaut und verarbeitet. Geschützt von den Seealpen herrscht hier ein mildes, sonniges Klima. Das hauseigene ligurische Olivenöl bildet die Grundlage der Pesto-Spezialitäten.

Anbau und Verarbeitung

Für das Pesto Rosso werden vor allem getrocknete Tomaten mit ligurischem Olivenöl verarbeitet. Die Zutaten werden zu einer streichfähigen, aromatischen Sauce verarbeitet, die sich vom klassischen grünen Pesto durch ihre rote Farbe und den intensiven Tomatengeschmack unterscheidet.

Geschmack

Kräftiges Rot. Im Geschmack intensiv und würzig, geprägt von der Süße und Säure getrockneter Tomaten, mediterran und vollmundig.

Am Tisch

Klassisch zu Pasta, ebenso als Aufstrich zu Weißbrot oder als Dip zum Aperitif. Auch zum Verfeinern von Saucen, Risotto oder gegrilltem Gemüse geeignet.


Hersteller: Il Caruggiu (Imperia, Ligurien)
Produkt: Pesto Rosso (rotes Pesto)
Art: Pesto auf Tomatenbasis
Herkunft: Ligurien, Italien
Verarbeitung: getrocknete Tomaten mit Olivenöl, streichfähig
Mindesthaltbarkeit (MHD): 03.08.2028

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Rebsorten

I Muri Sangiovese Puglia Vigneti del Salento

Rotwein · Sangiovese · Salento · Italien

I Muri Sangiovese ist ein saftiger Rotwein der Fantini Group aus dem Süden Italiens. Reinsortiger Sangiovese aus dem Salento in Apulien, mit klarer Kirschfrucht in Duft und Geschmack – weich und samtig im Finish.


Salento

Die Trauben stammen aus dem Salento, dem sonnigen Süden Apuliens (Vigneti del Salento). Fantini by Farnese zählt zu den bekanntesten Erzeugern Süditaliens; das warme, mediterrane Klima bringt reife, fruchtbetonte Weine hervor.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Sangiovese. Der fruchtbetonte Ausbau im Stahltank bewahrt die klare Kirschfrucht und die weiche, samtige Art des Weins. Ein unkomplizierter, zugänglicher Rotwein.

Im Glas

Rubinrot. In Nase und Gaumen klare Kirschfrucht. Am Gaumen saftig und fruchtbetont, weich und samtig, mit geschmeidigem, rundem Finish.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein vielseitiger, zugänglicher Begleiter zur italienischen Küche.

Klassische Begleitung: Antipasti, Pasta mit Tomatensauce, Pizza und Hartkäse.


Lage: Salento, Apulien (Italien)
Klassifikation: Puglia IGT – Rotwein (trocken)
Ausbau: fruchtbetont, im Stahltank

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Schaumweine

Clément & Fils Adonis Annua Extra Brut

Seinen Namen hat der Clément & Fils Adonis Annua Extra Brut vom Herbst-Adonisröschen, einer seltenen Pflanze, die in die Weinberge zurückgekehrt ist. Rund drei Viertel Chardonnay, ein Viertel Pinot Noir, dazu etwa ein Drittel Reservewein. Die Dosage: gerade einmal 1 g/l.

Im Glas

Hellgold, sehr fein eingebundene Perlage. Anfangs zurückhaltend; erst mit Sauerstoff kommen Zitrusfrüchte, frische Kräuter, weiße Blüten und kreidige Frische. Am Gaumen konzentriert und mit Druck, aber leise, fein in der Textur und salzig gespannt. Im Glas legt er an Breite und Rundung zu.

Mach was draus

Austern, Meeresfrüchte, roher oder gebratener Fisch und feine Vorspeisen. Am besten ein paar Minuten im Glas oder sogar in der Karaffe atmen lassen. Serviere ihn bei 8 bis 10 °C im großen Glas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Adonis Annua braucht Luft. Wer ihm Zeit gibt, wird reich belohnt.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Woher kommen die Trauben? Aus Congy und Coizard-Joches in den Coteaux du Petit Morin. Kalk im Boden gibt dem Wein seine kühle, salzige Art.

Wie arbeitet das Haus? Spontangärung mit wilden Hefen, Ausbau in alten Fässern, ohne Schwefel, ohne Filtration und ohne Schönung.

Warum dekantieren? Der Champagner ist anfangs zurückhaltend. Etwas Sauerstoff hilft ihm, Frucht und Breite zu zeigen.

ca. 74 % Chardonnay, 26 % Pinot Noir · Congy, Coizard-Joches (Coteaux du Petit Morin) · Kalk · ca. 1/3 Reservewein · Extra Brut, 1 g/l · Clément & Fils, Congy · Stand: Oktober 2026

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Rebsorten

Von Winning Ozyetra Riesling 2020

Weißwein · Forst (Pfalz) · Riesling

Riesling Ozyetra (Fassselektion) Forster Pechstein von Winning · Deidesheim Basalt trocken langer Barrique-Ausbau 2020

Der von Winning Ozyetra Riesling 2020 entsteht aus den erlesensten Fässern des Forster Pechstein – für Kenner das Non plus ultra der Pfalz. Der Name spielt auf den berühmten Osietra-Kaviar an: das Programm eines äußerst kraftvollen, eleganten und feinen trockenen Rieslings.


Ozyetra – Fassselektion aus dem Forster Pechstein

Das Weingut von Winning in Deidesheim wurde 2007 unter Betriebsleiter Stephan Attmann neu ausgerichtet und zählt heute zu den meistdiskutierten Gütern der Pfalz. Unter Kennern gilt die Einzellage Forster Pechstein als das Non plus ultra der gesamten Pfalz – da verwundert es nicht, dass von Winning genau diese Lage auserkoren hat, um daraus einen Spitzenwein zu kreieren. Der Name Ozyetra steht für den berühmten Osietra-Kaviar und ist somit Programm: die Umsetzung von Stephan Attmann und seinem Team, aus dieser Lage einen äußerst kraftvollen, eleganten und feinen trockenen Riesling zu gewinnen.

Der Forster Pechstein ist eine der berühmtesten Basaltlagen der Pfalz. Das dunkle vulkanische Gestein speichert Wärme und verleiht dem Riesling eine markante, rauchig-mineralische Prägung, verbunden mit Kraft, Würze und Tiefe.

Jahrgang 2020 – Pfalz

2020 war in der Pfalz ein ausgewogener Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und frischer, präziser Säure. Der wärmespeichernde Basalt des Pechsteins und der lange Barrique-Ausbau bewahrten Kraft, Konzentration und Feinheit – dieser Jahrgang erinnert besonders stark an seine Vorbilder aus dem Burgund.

Ausbau

Trockener Riesling, Fassselektion aus dem Forster Pechstein, Jahrgang 2020; 100 % Riesling vom Basalt.

Für den Ozyetra werden die erlesensten Fässer selektiert; der lange Ausbau im Barrique verleiht dem Wein Vanille- und Briochenoten, Schmelz und Tiefe, ohne die Frucht zu überlagern. Handarbeit im Weinberg.

Im Glas

Eine goldgelbe Farbe spiegelt sich zwischen den Gläserwänden wider. Die zunächst noch recht verschlossene Nase öffnet sich mit ausreichend Sauerstoffzufuhr immer mehr in delikate Kernobstfrüchte, welche von Vanillearomen und frischem Briocheteig flankiert werden. Unheimlich kompakt und mit starken, gut eingebundenen Gerbstoffen im Mundgefühl ist dies eine völlig neue Riesling-Interpretation. Äußerlich wirkt der Ozyetra wie ein fetter und schwülstiger Chardonnay der Extraklasse, innerlich wie ein zarter, eleganter Riesling aus der Pfalz. Hier findet sich dann auch eine tänzelnde Säurestruktur und dieses schöne Gefühl, immer mehr von diesem Tropfen haben zu wollen. Man könnte es auch die Gier nach noch mehr flüssigem Kaviar nennen. Der Jahrgang 2020 erinnert noch viel mehr an seine Vorbilder aus dem Burgund. Riesling-Geschichte muss neu geschrieben werden!

Delikate Kernobstfrüchte, flankiert von Vanille und frischem Briocheteig – kompakt, mit gut eingebundenen Gerbstoffen und tänzelnder Säure. Die Gier nach noch mehr flüssigem Kaviar.

Ein kraftvoller, sehr langlebiger Riesling; jung unbedingt dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Butter- und Rahmsaucen sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Forster Pechstein, Forst, Pfalz; Basalt; Selektion der besten Fässer
Klassifikation: Riesling, Pfalz (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Fassselektion, langer Ausbau im Barrique; Handarbeit im Weinberg

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Rebsorten

Domaine Denis Mortet Fixin Vieilles Vignes 2023

Rotwein · Fixin · Pinot Noir

Pinot Noir Fixin AOC Vieilles Vignes · Reben ~50 Jahre 0,75 ha · 4.500 Flaschen 2023

Der Fixin Vieilles Vignes 2023 von Denis Mortet ist eine reinsortige Pinot-Noir-Cuvée aus zwei gleich großen Parzellen im Norden der Côte de Nuits. Champs Pennebaut liefert Struktur und Fülle, Champs des Charmes Frucht und Eleganz – das Ergebnis ist ein strukturierter, fruchtiger Wein mit reifem Tannin.


Fixin – zwei Parzellen, ein Gleichgewicht

Fixin ist eine der nördlichen Gemeinden der Côte de Nuits und steht für kräftige, strukturierte Pinots. Champs Pennebaut im Norden der Appellation zeigt eine Zweiteilung: oben Kalksteinschutt, der die Reben tief wurzeln lässt (Tiefe und Komplexität), unten tonreichere Böden mit erdiger Note – das gibt Fülle und einen kräftigen, robusten Körper.

Champs des Charmes liegt im Süden nahe Gevrey-Chambertin am Fuß des Hangs. Die durchlässigen, kalksteinreichen Böden mit guter Drainage bringen gesunde Reife und konzentrierte Frucht – und damit Eleganz und Balance. Die Cuvée umfasst 0,75 Hektar mit rund 50 Jahre alten Reben; die Domaine Denis Mortet zählt zu den Spitzenadressen von Gevrey-Chambertin.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April. Häufige Niederschläge im April und Anfang Mai hielten den Mehltaudruck hoch; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, eine Cuvée aus den Parzellen Champs Pennebaut und Champs des Charmes mit rund 50 Jahre alten Reben. Gesamtproduktion: 4.500 Flaschen.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – auf einen klaren Lagen- und Fruchtausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Strukturiert und fruchtig, mit schön gereiften Tanninen. Dunkle Frucht trifft auf erdige Noten; am Gaumen ein Spiel aus kräftigen und zarten Elementen, das Fülle und Eleganz verbindet.

Struktur und Fülle aus Champs Pennebaut, Frucht und Eleganz aus Champs des Charmes – ein ausgewogener, fein gereifter Fixin.

In der Jugend zugänglich, über einige Jahre Flaschenreife gewinnend. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Ente, Rind, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer bis gereifter Käse. Ein kräftiger, zugleich eleganter Begleiter.


Lage: Fixin (nördliche Côte de Nuits); Parzellen Champs Pennebaut & Champs des Charmes, Kalk/Ton, 0,75 ha, Reben ~50 Jahre
Klassifikation: Fixin AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Frankreich

Lafarge Volnay Cinq Climats 1er Cru 2021

Rotwein · Volnay Premier Cru · Pinot Noir

100 % Pinot Noir Cinq Climats · fünf Premiers Crus Volnay 1er Cru AOC vollständig entrappt rund 5 % neues Holz elf Fässer 2021

Der Michel Lafarge Volnay Cinq Climats 1er Cru 2021 ist ein Wein, den es nur gibt, weil der Frost ihn erzwungen hat: Im Jahrgang 2021 verlor die Domaine rund 80 Prozent ihrer Ernte, und zum ersten Mal in ihrer Geschichte assemblierte Frédéric Lafarge alle fünf Volnay-Premier-Cru-Lagen des Hauses in einer einzigen Cuvée. Das Ergebnis füllte gerade elf Fässer.


Cinq Climats – fünf Premiers Crus in einem Wein

Volnay liegt in der Côte de Beaune zwischen Pommard und Meursault und hat eine der dichtesten Reihen an Premiers Crus der Côte. Die Lagen ziehen sich über die Hangmitte, auf Kalkstein mit wechselndem Tonanteil: Weiter oben ist der Boden dünn und steinig, die Weine werden straffer und duftiger; weiter unten nimmt der Ton zu, die Weine gewinnen an Fülle. Jede Premier-Cru-Lage hat dadurch ihr eigenes Profil – deshalb werden sie normalerweise getrennt abgefüllt.

2021 reichten die Mengen dafür nicht. Aus keiner der fünf Lagen wäre genug Wein für eine eigene Abfüllung gekommen. Frédéric Lafarge führte sie deshalb zusammen – ein Schritt, der in Burgund bei Premiers Crus dieses Rangs selten ist. Er selbst beschreibt den Wein als einen, der die Großzügigkeit, die Mineralität und die Noblesse seiner Premiers Crus zugleich zeigt. Der Name Cinq Climats – „fünf Lagen" – sagt genau das.

Die Domaine Michel Lafarge gehört zu den klassischen Adressen des Ortes. Frédéric und Chantal Lafarge bewirtschaften rund zwölf Hektar; der Stil des Hauses setzt auf Transparenz, entrappte Trauben und wenig neues Holz.

Jahrgang 2021 – Volnay

Der Jahrgang 2021 begann mit einer Falle. Ungewöhnlich warme Tage Ende März ließen die Reben früh austreiben; Anfang April folgten Schnee und mehrere Frostnächte, die die jungen Triebe erfrieren ließen. Kaum ein Gebiet Burgunds blieb verschont. Bei Lafarge fielen rund 80 Prozent der Ernte aus.

Der Sommer blieb kühl und feucht, der Pilzdruck hoch. Gelesen wurde spät, nach einem freundlicheren September. Was in den Keller kam, war wenig, aber gesund und ohne Fäulnis. Die Rotweine des Jahrgangs sind klassisch gebaut: mittelgewichtig, frisch, mit präziser Säure und feinem Tannin – ein Profil, das an die kühlen Burgunder-Jahre vor der Serie warmer Jahrgänge erinnert.

Gemeinsam vergoren, wenig neues Holz

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021. Die Trauben aller fünf Lagen wurden von Hand vollständig entrappt und gemeinsam in einem Tank vergoren – die Assemblage entstand also nicht am Ende, sondern von Anfang an. Ohne Stiele bleibt die Frucht im Vordergrund, die Gerbstoffe fallen weicher aus.

Ausgebaut wurde in überwiegend gebrauchten Fässern, mit nur rund 5 Prozent neuem Holz. Gefüllt wurde ohne Schönung und ohne Filtration. Insgesamt entstanden elf Fässer.

Im Glas

Mittleres, leuchtendes Rubin. In der Nase rote Beeren und Kirsche, dazu Brombeerranke, zerstoßener Stein und eine feine, pfeffrige Note. Am Gaumen mittelgewichtig, mit feinkörnigen Tanninen und frischer Säure; die fünf Lagen verbinden sich zu einem geschlossenen Bild. Der Abgang ist saftig und lang.

Ein Frostjahr mit 80 Prozent Ausfall – und daraus der einzige Wein, in dem alle fünf Volnay-Premiers-Crus von Lafarge zusammenkommen.

Bei 15–17 °C servieren. Eine halbe Stunde offen genügt; jung zugänglich, mit Potenzial für viele Jahre.

Am Tisch

Zu Ente, Reh, Taube, gegrilltem Lamm, Gerichten mit Pilzen oder mittelreifem Weichkäse. Die frische Säure des Jahrgangs passt besonders zu Geflügel mit Kirschen, Kalbsbries mit Morcheln und Époisses.


Produzent Domaine Michel Lafarge, Frédéric und Chantal Lafarge, Volnay
Rebsorte 100 % Pinot Noir
Lage Assemblage der fünf Volnay-Premier-Cru-Lagen der Domaine, Côte de Beaune · Kalkstein mit wechselndem Tonanteil
Klassifikation Volnay 1er Cru AOC · trocken
Jahrgang 2021
Vinifikation von Hand vollständig entrappt · gemeinsame Gärung aller fünf Lagen in einem Tank
Ausbau überwiegend gebrauchte Fässer, rund 5 % neues Holz · ohne Schönung und Filtration
Trinkempfehlung jetzt bis 2036
Auflage elf Fässer

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Spanien

Pupitre Cava brut rosat

Duft und Geschmack nach roten Beeren. Elegant und zart im Geschmack.

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Schaumweine

Domaine Vincey Champagne Auge Grand Cru 2018

Auge heißt das Stück Weinberg, aus dem der Domaine Vincey Champagne Auge Grand Cru 2018 stammt: gerade 0,3 Hektar, 1971 bepflanzt, gelegen in Le Mesnil-sur-Oger. Kein Dorf der Champagne liefert strengeren Chardonnay. Vincey verzichtet auf Malo wie auf Dosage und lässt diese Strenge unverstellt stehen. Gefüllt wurden 1.375 Flaschen.

Im Glas

Hellstrohfarben, grün schimmernd, mit feinem Mousseux. Der Duft ist karg und genau: Zitrone, grüner Apfel, Austernschale, Kreide und Feuerstein, im Hintergrund etwas Brioche und Haselnuss vom Fass. Im Mund straff, salzig und schneidend frisch. Die Hefe bringt eine leise Cremigkeit. Filigranes, sehr langes Finale.

Mach was draus

Austern aus der Bretagne, rohe Langustinen, Ceviche, Sashimi oder Fisch aus der Pfanne. Auch junger Hartkäse passt. Cremige Saucen eher meiden. Serviere ihn bei 9 bis 11 °C im großen Glas und gib ihm Luft – und gern noch einige Jahre im Keller.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Auge ist nichts für Einsteiger. Wer kompromisslosen Blanc de Blancs liebt, wird ihn feiern.“

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Kurz gefragt

Wie wird er ausgebaut? Die Gärung läuft spontan im Holz, danach liegt der Grundwein ein Jahr lang mit seiner Hefe in französischen Eichenfässern; den biologischen Säureabbau lässt Vincey aus. Rütteln und Degorgieren erledigt das Paar per Hand.

Was bedeutet Brut Nature? Es wird kein Zucker zugegeben: 0 g/l Dosage.

Rebsorte Chardonnay · Einzellage Auge (Le Mesnil-sur-Oger, Grand Cru) · Fläche 0,3 ha, Pflanzjahr 1971 · Kreide unter Ton und Kalkstein · Jahrgang 2018 · Spontangärung im Holz · ein Jahr Feinhefe im Eichenfass · kein Säureabbau · Handrüttelung · Dosage null · Auflage 1.375 Flaschen · Domaine Vincey, Oger · Stand: Oktober 2026

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