Yotuel – Ribera del Duero – Spanien

Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero – Yotuel – Ribera del Duero – Spanien

Grundsätzliches

Auf den Holzkisten, in denen der eine oder andere Wein die kleine, in Anguix beheimatete Kellerei verlassen, steht: „Yotuel – Vinos de Anguix“. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Bleibt, zwei Begriffe etwas näher unter die Lupe zu nehmen: Yotuel und Anguix.

Anguix ist ein kleines Dorf im Südwesten der Provinz Burgos, etwa einhundertsiebenunddreißig Seelen leben dort, Hunde und Katzen nicht mit gezählt. Auf gut sechsundneunzig Prozent der Gemeindefläche stehen keine Rebstöcke, Wein ist somit nicht unbedingt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor des Dorfes. Dennoch gibt es hier sieben Bodegas, in denen jede Menge Trauben gekeltert werden. Sechs dieser sieben Kellereien verarbeiten Trauben aus diversen Orten der Region, die größte, Protos, keltert hier inzwischen mehr als fünf Millionen Liter Wein. Die siebte Bodega, gleichzeitig die jüngste des Ortes, arbeitet ausschließlich mit Lesegut, das aus den eigenen Weinbergen stammt, ein jeder Rebstock steht in Anguix: Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero.

Sowohl die Gesteins- und Bodenform als auch die klimatischen Gegebenheiten sind anders als im Rest von Ribera del Duero, so man das Terroir richtig versteht und interpretiert, haben die Weine aus Anguix nicht viel mit dem zu tun, was man landläufig als Ribera del Duero kennt. Aber das ist in vielen Orten im Norden der Region so. Anguix befindet sich nur etwa fünf Kilometer vom Nordrand der Denominación de Origen entfernt, das Land ist wellig, ein paar Kilometer weiter im Norden markiert eine Bergkette die Grenze dieser Weinbauregion. Wichtig ist indes nicht diese Ansammlung etwas größerer Hügel, wirklich wichtig ist der Tafelberg, an dessen Füßen Anguix liegt: der Manvirgo. Ein wahrlich mächtiger, beeindruckender Tafelberg, das Gipfelplateau befindet sich auch neunhundertzweiundvierzig Metern über Meeresniveau. Der Berg ist wichtig, weil sich Wolken, die in der Regel aus Südwesten kommen, an seiner Westflanke stauen. An beiden Seiten entstehen Wirbel, die nur wenige Wolken, die aber in hoher Geschwindigkeit, durchlassen. Immer dann, wenn es Starkregen oder Hagel gibt, ist der Manvirgo nebst den umliegenden Dörfern besonders betroffen. Frühjahrsfrost oder, noch schlimmer, Herbstfrost, ist eher selten ein Thema, und wenn, dann betrifft es den flachen Teil im Süden. Die Kaltluft zieht vom Duero gen Norden und befällt die wenigen Weinberge, die dort stehen.

Entscheidend für die Qualität der Weine ist die Bodenform: in Anguix, teilweise auch in den Nachbardörfern, stehen die Reben auf eisenhaltigem Lehmboden, ein schwerer, wasserspeichernder Bodega. Darunter befindet sich Sandstein, aber erst gut einen Meter unter der Oberfläche. Dies hilft in trockenen Jahren; die Dürre, die ab und an in den Weinbergen weiter westlich zu größeren Problemen führt, gibt es hier nicht. Dafür findet man, so die Weine ordentlich bereitet sind, mineralische Noten, Frische und Säure. Im Vergleich zu anderen Teilen der Region, selbst zu den Nachbardörfern, brauchen die Weine aus Anguix länger, um ihre optimale Reife zu erreichen.

Yotuel – wörtlich genommen

Yo-Tu-El bedeutet nichts anderes als ich-du-er. Jede der drei Silben steht für eine Generation. Yo, das sind die beiden Brüder Bienvenido und Ignacio Gallego Zapatero, die im Jahr 2005 die Bodega gründeten. Tu bezieht sich auf Mariano, der Vater der beiden Inhaber, der über Jahrzehnte die Weinberge gepflegt hat und dies zumindest teilweise noch immer tut. El indes steht für die Großeltern, die dereinst die ersten Weinberge der Familie gepflanzt haben.

Bis ins Jahr 2005 wurden die Trauben an die Genossenschaft in Pedrosa de Duero verkauft, teilweise auch an andere Kellereien, ein kleiner Teil verblieb in Anguix, um einen Hauswein, einen typischen Clarete zu keltern. Noch bis ins Jahr 2008 wurde ein Teil der Ernte weiterverkauft, von da an wurde das gesamte Lesegut in der eigenen Bodega verarbeitet.

Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero verfügt über neue Parzellen, die im Ertrag stehen, eine weitere wurde vor zwei Jahren neu bestockt. Abgesehen von Pincharratas, eine Miniparzelle, ganz im Nordosten des Dorfes gelegen, sind die Weinberge mindestens zwanzig Jahre alt. Camino Viejo bringt es auf vierzig Jahre, die vier alten Parzellen Morris, Otero, Valdepalacios und San Miguel auf zwischen achtzig und neunzig Jahre.

Alle Weinberge werden strikt ökologisch kultiviert; letztendlich ist dies nichts anderes als die erhaltene Tradition, man braucht in dieser Gegend, wenn man bei der Standortwahl etwas aufpasst und gut im Weinberg arbeitet, nicht mehr als etwas Schwefel und ganz wenig Kupfer.

Abgesehen von drei Parzellen, Camino Viejo, Molino und Los Dujos, werden alle Stöcke im klassischen Kopfschnitt gezogen. Dies sorgt für Beschattung der Trauben, im Hochsommer eine sehr wichtige Komponente für erstklassige Weine.

In den letzten Jahren haben Bienvenido und Ignacio damit begonnen, alte Parzellen aufzukaufen. Oftmals handelt es sich um kleine Stücke Land, die an eine der Bodega eigenen Parzellen grenzen. Altersbedingt haben die Alteigentümer keine Lust mehr, sich um die Weinberge zu kümmern. Qualitativ stehen diese Parzellen den eigenen in nichts nach. Eine zwei Hektar große Parzelle nahe Molino, Hanglage, nach Osten abfallend, wurde bereits integriert, ebenso ein kleines Stück Rebland im Süden, nahe der Parzelle Otero. Infolge all dieser Maßnahmen ist die Gesamtrebfläche von dereinst neun auf aktuell vierzehn Hektar angewachsen, die eine oder andere Parzelle wird wohl noch hinzukommen.

In allen Weinbergen, in dieser Hinsicht unterscheidet sich Anguix nur wenig von den Nachbardörfern, die nicht älter als fünfzig Jahre sind, steht Tempranillo, hier auch Tinta del País genannt. In den alten Parzellen hatten die Weinbauern ein paar zusätzliche Rebsorten gepflanzt, die manche Schwäche des Tempranillo ausgleichen konnten. Insbesondere dann, wenn die Trauben spät gelesen werden, leidet Tempranillo unter Säuremangel. Daher findet man Garnacha, aber auch Bobal, Palomino Blanco, Albillo Mayor, gelegentlich auch etwas Maturana. Früher erntete man all dies gemeinsam, das Cuvée wurde bereits im Weinberg erstellt. Heute wird, zumindest in dieser Bodega, getrennt gelesen. Die weißen Trauben werden weiterverkauft, aus den roten Trauben entsteht dann und wann ein Hauswein, der nicht kommerzialisiert wird.

Weinausbau – die Sache mit den Gebinden

Auch wenn Weinbau in dieser Region auf eine lange Tradition zurückblickt, ist qualitativ orientierter Weinbau eher neueren Datums. Früher wurde hier, wie auf der gesamten kastilischen Hochebene, Wein vor allem als Alltagsgetränk genutzt. Wasser war nicht hinreichend keimfrei, die alkoholische Gärung löste dieses Problem. Gleichwohl waren die Weine der Region alles andere als haltbar, oftmals war schon der Sommer nach der Lese eine echte Herausforderung. Dazu kamen niedrige Alkoholwerte, elf Volumenprozent war schon ein Qualitätskriterium. Aus all dem kann man folgern, dass die Art der Weinbereitung und -aufbewahrung in vergangenen Jahrhunderten (oder Jahrzehnten) wohl für diverse anmutige Geschichten taugt, als Vorbild für aktuellen Weinbau ist dies eher weniger geeignet.

Als die Bodega im Jahr 2005 begann, Weine auszubauen, war die Stilrichtung in Ribera del Duero klar vorgegeben: weit über neunzig Prozent der privaten Kellereien nutzten Stahltanks für die alkoholische und in der Regel auch für die malolaktische Gärung, die Weine selbst wurden in kleinen Barricas ausgebaut. Einzig die Cooperativen nutzten die alten, großen Zementtanks. Auch Sophie Kuhn, Elsässerin mit diverser Berufserfahrung im Burgund, in Crozes-Hermitage und in St. Emilion, begann auf diese Weise. Es war aber schnell klar, dass hier anders gearbeitet werden muss, so man das Terroir ordentlich darstellen will. Der erste Schritt bestand darin, die malolaktische Säureumwandlung nicht mehr in Edelstahltanks, sondern in Barricas zu absolvieren. Edelstahl ist, dies zeigt sich immer deutlicher, für Tempranillo jenseits der alkoholischen Gärung eher kompliziert, und selbst hier deutet sich ein Wandel an. Beginnend mit dem Jahr 2008 vergor ein Teil der Moste in einem großen Holztank; dies war der erste Schritt in eine neuere Richtung. Gleichwohl erlebte dieses Experiment vier Jahre später ein abruptes Ende, das Fass wollte nicht mehr. Ein Jahr später kam zum ersten Mal Zement ins Spiel, zuerst nur für die Vergärung des Mostes des Lagenweines Valdepalacios, später begann Sophie damit, einen Teil des Gutsweines Yotuel Roble im dem Zementfass auszubauen; die Reifezeit im Barrique wurde damit verkürzt.

Der wirkliche Wechsel begann mit dem Jahrgang 2016, respektive mit den Weinen, die damals in den Barricas reiften. Drei neue Zementtanks, unterschiedliches Fassungsvermögen, allesamt unbeschichtet, wurden angeschafft, und zwar weniger für die alkoholische Gärung – sie findet nach wie vor vor allem in Stahltanks statt – sondern für die malolaktische Säureumwandlung und insbesondere für die Zeit zwischen dem Ende der Barriquereife und der Abfüllung. Dies hat einen klaren Stilwechsel zur Folge: die primären Holznoten verschwinden fast vollständig, dafür steht die Frucht stärker im Vordergrund.

Ansonsten hat Sophie Kuhn im Laufe der Jahre nicht viel verändert: vergoren werden die Moste nach wie vor ausschließlich mit traubeneigenen Hefen, die Maische wird, so weit es geht, in Ruhe gelassen, einzig der Tresterhut wird gelegentlich nach unten gedrückt. Fassabzüge nur dann, wenn es unvermeidlich ist, und dann auch nur Fass für Fass. Die Moste aller Parzellen vergären separat, das Cuvée der Gutsweine wird jedoch vor dem Barriqueausbau erstellt. Schließlich handelt es sich um genau eine Rebsorte, Besonderheiten des Reifeverlaufes während der Fassreife spielen da eher keine Rolle. Die fertigen Weine werden leicht filtriert, und, seit dem Jahrgang 2008, auf pflanzlicher Basis geschönt. Die Weine sind somit als vegan-freundlich einzustufen.

Die Yotuel Weine – Gut Wein will Lage haben

Yotuel gibt es sowohl als Gutsweins als auch als Lagenweine. In normalen Jahren stehen zwei Gutsweine vier Lagenweinen gegenüber. Nun kann man sich natürlich fragen, warum es denn gleich zwei Gutsweine sein müssen. Die Antwort ist relativ klar: die Qualität der Weinberge ist zwar generell hoch, aber nicht identisch.Außerdem werden für den Yotuel Roble vor allem die zwei etwas jüngeren, ertragreicheren Parzellen Molino und Los Dujos genutzt, hier kommt man in guten Jahren immerhin auf zweiundvierzig Hektoliter pro Hektar, was in etwa der Ertragsobergrenze für Grand Cru-Weine aus dem Burgund entspricht. Beides Drahtrahmen, relativ junge Anlagen und relativ große Beeren. Daraus kann man nur schwer einen Wein keltern, der mehr als ein Jahrzehnt in der Flasche schadlos übersteht. Auch Cotarro de Molino, die zwei Hektar von irgendeinem Primo von Bienvenido und Ignacio (davon gibt es in spanischen Familien tendenziell viele), die vor zwei Jahren erworben wurden, liefert Trauben für diesen Wein.

Lange Zeit wurde der Roble acht bis zehn Monate in gebrauchten Fässern bordelaiser Größe ausgebaut, inzwischen werden für den Ausbau auch Zementtanks genommen, so gerade welche leer sind. Weniger Holz, mehr Frucht, vor allem mehr helle Beeren sind die Folge. Erstmals, wenn auch nur in geringem Umfang, wurde dieses Ausbaumix beim Jahrgang 2014 angewandt. Auch wenn es verlockend erscheint, wird wohl auch in der Zukunft nicht alleine auf Zement gesetzt; dem Roble stehen die zwei Arten von Sauerstoffkontakt schon ganz gut.

Der Yotuel Selección ist, wie der Name schon sagt, eine Selektionswein. Hier landen Trauben der alten Weinberge, die nicht für den jeweiligen Lagenwein genutzt werden. Dazu kommen mit Otero (über achtzig Jahre alte Stöcke) und Morris (über sechzig Jahre alte Stöcke) zwei Parzellen, von denen es (noch) keine Lagenweine gibt. Das Parzellenzukaufprogramm der Bodega dient letztendlich der Produktionserweiterung dieses Weines. Denn normalerweise gibt es von diesem Wein gerade einmal ein paar tausend Flaschen. Sieht man von der etwas längeren Barriquereifedauer einmal ab, so unterscheidet sich der Ausbau der Selección nicht von dem des Roble.

In einem einzigen Jahr, zweitausend und acht, um genau zu sein, gab es einen dritten Wein: Yotuel Viñas Viejas Reserva. Dies war ein sehr kühles Jahr, gelesen wurde Ende Oktober, nach zwei teilweise scharfen Nachtfrösten. Es war klar, dass dieser Wein eine betont lange Reifedauer benötigen wird. Und so kam dieser Wein, eine etwas aufgebesserte Selección (die es im Jahr 2008 nicht gab), dann erst nach insgesamt fünf Jahren auf den Markt. Auch wenn klassische Klassifizierungen bei Bodegas y Viñedos Gallego Zapatero nicht so gerne gesehen werden, kommt dieser Wein inzwischen als Reserva auf den Markt. Dies hängt schlicht und ergreifend damit zusammen, dass in diversen Märkten explizit Weine gesucht werden, welche dieses Wort auf dem Etikett führen. Einen Nachfolgejahrgang gibt es bislang nicht; mal sehen, was im Jahr 2018 passiert.

Finca La Nava wird intern auch gerne als die Hagel-Frost-Parzelle bezeichnet, denn irgend etwas passiert dort immer. La Nava findet man im Nordwesten von Anguix, genau dort, wo der Manvirgo den größten Schaden anrichten kann. Es ist eine relativ junge Parzelle, inzwischen hat sie gerade einmal zwanzig Winter gesehen. Ein traditioneller lokaler Klon des Tempranillo, kleine Trauben, kleine Beeren, geringer Mostertrag; die Reben stehen auf lockerem, steinigen Lehmboden, die Parzelle selbst fällt leicht gen Norden ab. Siebentausend Quadratmeter ist nicht gerade üppig, mehr als dreitausend fünfhundert Kilo sind selbst in ertragreichen Jahren nicht drin. Aber – Hagel und Frost: es gab auch schon Jahre mit nicht viel mehr als zweitausend Kilo Trauben, gerade einmal fünf Barriques. Finca La Nava ist von allen Lagenweinen der frischeste, der fruchtbetonteste. Die nicht aufdringlich wirkende, aber vorhandene Säure, sorgt für einen guten Trinkfluss.

Finca Camino Viejo ist das glatte Gegenteil. Die Parzelle heißt so, weil ein uralter Handelsweg vom Süden Spaniens gen Nordküste hier durchführt(e). Entscheidend ist jedoch etwas ganz anderes: die Lage ist auf Sand gebaut. Man erkennt dies auf den ersten Blick, denn Pinienhaine fühlen sich nur dort wohl, wo die Böden extrem sandig sind. Und neben der Parzelle steht, nun ja, ein Pinienhain. Selbst innerhalb der Parzelle erkennt man den Unterschied: je weiter man sich von den Bäumen entfernt, desto weniger sandig ist der Boden. Sand führt in der Regel zu einer gewissen Mundfülle, die Weine werden cremig, die Säure bildet den Gegenpunkt. Camino Viejo ist die einzige Parzelle der Bodega, die für einen Lagenwein genutzt wird, mit Reben gezogen im Guyot-System. Es ist eine der ältesten Drahtrahmenparzellen in der gesamten Region. Auch wenn sie recht weit im Süden und recht tief am Hang steht, gibt es eigentlich keine Frostprobleme. Der Tafelberg Otero kann es zwar bei weitem nicht mit dem Manvirgo aufnehmen, er schützt die dahinter liegenden Parzellen aber dennoch durchaus effektiv. Ein halber Hektar, in normalen Jahren gut zweitausend Kilo, der Ertrag ist so üppig nicht.

Finca Valdepalacios ist eine der beiden Toplagen der Bodega. Die Lage Valdepalacios findet man ganz im Süden des Ortes, schon fast am Hang des Manvirgo, ausreichend weit vom Tal entfernt, um nicht mit Frost oder Feuchtigkeit am frühen Morgen belästigt zu werden. Dennoch haben die Großeltern väterlicherseits einen Guyot-Rebschnitt angelegt, die Trauben sind mehr als einen halben Meter vom Boden entfernt. Valdepalacios befindet sich nicht nur im Süden, die Parzelle fällt auch noch leicht gen Südosten ab. Dies bedeutet Sonne fast rund um die Uhr! Nicht zuletzt deswegen beginnt die Lese in jedem Jahr mit dieser Parzelle, die Trauben werden einfach schnell reif. Etwas kompliziert ist Valdepalacios nur in knochentrockenen Jahren mit extrem hohen Temperaturen; alle Jahrgänge, die auf fünf enden, sind davon betroffen. Dann steigen die Zuckerwerte schnell mal deutlich an. In kühlen Jahren, etwa viermal pro Jahrzehnt erlebt man dies, ist Valdepalacios hingegen nahezu perfekt. Der Boden speichert Wasser, die Trauben reifen schonend. Der Lehmanteil ist nur unten am Hang wirklich hoch, in der Mitte und weiter oben trifft man auf Sand und sogar auf etwas Kalk. Die Parzelle ist groß, sie umfasst etwa eins Komma drei Hektar. Allerdings steht hier auch viel Palomino und andere weiße Sorten, auch Garnacha, Cariñena, Bobal und etwas, das noch nicht genau identifiziert ist, findet man hier und dort. Bislang war der Jahrgang 2007 mit gut dreitausend Kilo der ertragreichste Jahrgang.

Mit dem Yotuel Valdepalacios, damals hieß der Wein noch Yotuel Viñas Viejas, begann die Geschichte dieses Weingutes. Im Jahr 2005 wurde einzig dieser Wein gekeltert, seitdem schwankte die Produktion deutlich: zwischen zweitausendzweihundert Flaschen im Jahr 2006 und knapp siebenhundert Flaschen im Jahr 2013. Auch änderte sich der Ausbau im Laufe der Jahre. Stahltank, Holztank, inzwischen Zementtank, nur neues Holz am Anfang, kaum mehr neues Holz seit dem Jahrgang 2012, einzig die Barriquereifezeit blieb mit etwa vierzehn Monaten über die Jahre annähernd gleich. Den Wein erkennt man relativ leicht: weiße Blüten, helle Frucht, er scheint auf der Zunge zu tanzen. Selbst ab und an leicht erhöhte Alkoholwerte steckt er gut weg.

Erneut stellt der zweite Wein das glatte Gegenteil dar: Finca San Miguel ist die lehmhaltigste Lehmparzelle, die es in der ganzen Gegend gibt. Man findet sie im Norden von Anguix, an der Grenze zu Olmedillo. Zudem fällt sie gen Nordosten ab, sie bekommt früh morgens Sonne ab, die Blätter trocknen rasch. In richtig nassen Jahren ist das alles eine Katastrophe, glücklicherweise kommt das in Anguix selten vor. 1997 war ein solches Jahr, aber damals gab es die Bodega ja noch nicht. Die Stöcke sind alt, jenseits der neunzig Jahre. Und sie bringen relativ wenig Ertrag. Seit dem Jahr 2008, der erste Jahrgang des Yotuel Finca San Miguel, konnten nur einmal drei Barricas gefüllt werden, in manchen Jahren war es ein normales und ein extra hierfür angeschaffte halbes Barrique.

San Miguel ist Mineralik pur, in manchen Jahren scheint der Wein das Holz, der Wein wird fast immer in neuen Barricas ausgebaut, das Holz nahezu aufzufressen, man schmeckt nichts mehr davon. Natürlich geht die Frucht, rote, aber auch dunkle Beeren, etwas Unterholz, irgendwann verloren. Über den Jordan ist der Wein dann aber noch lange nicht. Selbst so komplizierte Jahrgänge wie 2008 können gut und gerne zwanzig Jahre altern. Text: El oso alemán

1 Gedanke zu „Yotuel – Ribera del Duero – Spanien“

  1. Hallo Herr Fenske, habe diesen Wein beim Weinkanzler Klaus in Würselen bekommen und bin begeistert. Beste Grüße – Jürgen

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Weine

Richard Östreicher Chardonnay Rossbach 2021 BIO

Weißwein · Franken · Chardonnay

Chardonnay Franken Sommerach · Rossbach Meursault-Klon Muschelkalk Bio (Naturland) 2021

Der Richard Östreicher Chardonnay Rossbach 2021 ist ein kraftvoll-mineralischer Bio-Chardonnay aus Sommerach – von einem alten Meursault-Klon, handverlesen in einem harten Bio-Jahrgang, spontan vergoren und lange im Barrique auf der Hefe gereift.


Rossbach – ein alter Meursault-Klon in Franken

Die Chardonnay-Reben wurden 2013 in die Weinbergsparzelle mit dem historischen Namen Rossbach gesetzt. Die Erde dort ist hellbraun, der Weinberg neigt sich gen Süd-Süd-Ost; unter der sandig-lehmigen Oberfläche zieht sich aus Muschelkalk geformtes Gestein durch – perfekt für Chardonnay. Auf der Suche nach den passenden Reben wurden Richard und Kerstin Östreicher 2011 im burgundischen Meursault fündig: ein besonderer, alter Klon, der nie überzüchtet wurde und nur wenige, dafür kleine, kompakte Trauben mit dicker Schale hervorbringt.

Diese Gelegenheit konnten sie sich nicht entgehen lassen – der von Vater Alfons so geliebte Bacchus musste weichen, doch Alfons nahm es gelassen und gab Richard seinen Segen. Die französischen Reben fühlen sich in der fränkischen Heimat auch ohne künstliche Bewässerung pudelwohl.

Jahrgang 2021 – ein hartes Bio-Jahr

Der 2021er Chardonnay Rossbach wurde am 16. Oktober 2021 von Hand gelesen, wobei die Lesehelfer penibel jedes einwandfreie Beerchen selektierten. Denn 2021 war ein brutales Jahr für alle Bio-Winzer: Bei zu viel Regen und warmen Temperaturen breitete sich der falsche Mehltau (Peronospora) in rasender Geschwindigkeit aus. Im biozertifizierten Weinbau fehlen die Mittel, diese Pilzkrankheit zu behandeln – es bleibt nur, mit natürlichen Mitteln vorzubeugen und die Abwehrkräfte der Pflanzen konsequent zu stärken. Entsprechend mühsam und pingelig war die Selektion: nur kerngesundes Traubenmaterial durfte in den Lesekisten landen, damit die Spontangärung gelingt.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2021, trocken.

Im konsequent puristischen Stil des Hauses: Vergärung ohne Zusatz von Reinzuchthefen oder Enzymen im Holzfass (Spontangärung), die nur mit kerngesundem Lesegut gelingt. Bis zur Füllung reift der Wein viele Monate im Barrique auf der natürlichen Hefe. Biologischer Anbau (Naturland), DE-ÖKO-006.

Im Glas

Ein kraftvoll-mineralischer, puristischer Chardonnay im typischen Rossbach-Stil: mit Schmelz, salziger Mineralität und großer Struktur, getragen vom Muschelkalk-Terroir. Kein Wein der lauten Primärfrucht, sondern der Tiefe und Länge – ein fränkischer Burgunder von Format.

Kraftvoll-mineralisch und puristisch – ein fränkischer Burgunder von Format.

Wir empfehlen, dem Wein vor dem Genuss ausreichend Luft und Temperatur im großen (Burgunder-)Glas zu gönnen oder ihn zu karaffieren. Wer mag, legt sich ein paar Flaschen für künftige Glücksmomente in den Keller. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Risotti sowie zu reiferem Hartkäse.


Lage: Franken, Sommerach, Gewanne Rossbach (Deutschland); sandig-lehmige Oberfläche über Muschelkalk, Süd-Süd-Ost; Chardonnay-Klon aus Meursault
Klassifikation: Franken, Chardonnay (trocken)
Ausbau: Chardonnay; Handlese, Spontangärung im Holzfass, viele Monate Barrique auf der natürlichen Hefe; biologisch (Naturland), DE-ÖKO-006

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Spanien

Abel Mendoza Grano a Grano Tempranillo 2022

Rotwein · Rioja · Spanien

100 % Tempranillo D.O.Ca. Rioja San Vicente de la Sonsierra (Höhenlagen) uralte Reben 18 Monate franz. Eiche (500 l) trocken

Der Abel Mendoza Grano a Grano Tempranillo 2022 ist eine kompromisslose Top-Selektion aus 100 % Tempranillo. „Grano a Grano" steht für „Traube für Traube": Nur die besten Beeren werden von Hand ausgelesen. Die uralten Parzellen liegen in den Höhenlagen von San Vicente de la Sonsierra in der Rioja. Der Wein reift 18 Monate in 500-Liter-Barriques aus französischer Eiche, in denen er auch die malolaktische Gärung durchläuft – dicht, seidig und mit großem Reifepotenzial.


San Vicente de la Sonsierra – Höhenlagen, Rioja Alta

Die Bodega Abel Mendoza liegt in San Vicente de la Sonsierra am Fuße der Sierra de Cantabria in der Rioja Alta. Für den Grano a Grano stammen die Trauben von uralten Reben in den Höhenlagen rund um den Ort. Abel Mendoza und Maite Fernández lesen mehrfach selektiv von Hand und entrappen die Trauben Beere für Beere. So wandert nach dem Aschenputtel-Prinzip nur das beste Lesegut in den Keller.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Tempranillo (100 %) aus strenger Beerenauslese. Vergoren wird in kleinen Gebinden im Edelstahltank, anschließend reift der Wein 18 Monate in 500-Liter-Barriques aus französischer Eiche, in denen auch die malolaktische Gärung stattfindet. Der subtile Holzeinsatz lässt der Frucht den Vortritt. 

Im Glas

Jung noch verschlossen und unnahbar; erst nach Stunden in der Karaffe öffnet sich der Wein. Dann zeigen sich dezente Aromen von schwarzem Trüffel, Sauerkirsche, Fassbrand und Teer, dazu eine leicht animalische Note und sensible Himbeerfrucht. Am Gaumen Wärme und Tiefe, subtile Gerbstoffe und eine transparente Länge. Dicht und seidig zugleich – ein Wein mit Zukunft.

Am Tisch

Vor dem Servieren großzügig dekantieren, idealerweise mehrere Stunden. Klassische Begleitung: Lamm, Wild, geschmortes Rind, Pilzgerichte und gereifter Hartkäse. Schon zugänglich, entfaltet aber mit weiterer Flaschenreife seine ganze Tiefe – bei kühler, dunkler Lagerung gut bis etwa 2035. Serviertemperatur 16–18 °C.


Lage San Vicente de la Sonsierra (Höhenlagen) · Rioja Alta
Klassifikation D.O.Ca. Rioja
Ausbau 18 Monate in 500-l-Barriques aus französischer Eiche, MLF im Fass

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Feinkost

Jacques Gonidec Sardinen mit kandierter Zitrone Olivenöl Piment BIO

Feinkost · Sardinen · Bio · Frankreich

Gonidec Sardinen mit kandierter Zitrone und Piment sind pikante Bio-Sardinen aus der Bretagne in nativem Olivenöl extra. Handwerklich hergestellt von der Conserverie Gonidec – die fruchtige kandierte Zitrone mildert die Schärfe des Piments. Ideal als Apéritif oder Snack.


Herkunft

Die Conserverie Gonidec in Concarneau (Bretagne), gegründet 1959, ist die letzte Fischkonservenfabrik der Stadt und führt ihre Premiummarke „Les Mouettes d'Arvor" in dritter Generation. Die Sardinen stammen aus nachhaltigem Küstenfang vor der Bretagne. Bio-Qualität, FR-BIO-10.

Zutaten und Herstellung

Sardinen in nativem Olivenöl extra aus biologischem Anbau, verfeinert mit kandierter Zitrone und Piment. Die frisch gefangenen Sardinen werden von Hand gereinigt, getrocknet, gebraten und von Hand in die Dose gelegt – traditionelles bretonisches Handwerk.

Geschmack

Festes, sanftes Sardinenfleisch im fruchtigen Olivenöl, mit der Schärfe des Piments und einer fruchtig-frischen Note kandierter Zitrone, die die Schärfe ausbalanciert. Reich an Omega-3.

Zum Genießen

Direkt aus der Dose als Apéritif oder Snack, auf frischem Baguette oder geröstetem Brot. Ebenso in Salaten oder zu Pasta. Vor dem Öffnen kurz kühlen.

Passt zu: Baguette, geröstetem Brot, Salaten und Pasta.


Hersteller: Conserverie Gonidec (Concarneau, Bretagne)
Marke: Les Mouettes d'Arvor
Produkt: Sardinen mit kandierter Zitrone und Piment in nativem Olivenöl extra
Herkunft: Frankreich (Bretagne)
Inhalt: 115 g
Mindesthaltbarkeit (MHD): 23.04.2030

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Rebsorten

Dietrich Schwebebahn Grauburgunder

Wein · Weißwein · Pfalz · Deutschland

Dietrich Schwebebahn Grauburgunder ist Teil einer Sonderedition zum 125. Jubiläum der Wuppertaler Schwebebahn. Die deutsche Erfolgstraube glänzt mit vielschichtigen Aromen von frischem Apfel, etwas Birne und Melone, cremig-weichem Schmelz am Gaumen und einem zarten, von feiner Mineralität getragenen Finish.


Pfalz

Das Partnerweingut Familie Dietrich umfasst 25 Hektar Rebfläche von Großkarlbach bis Weisenheim am Sand und Laumersheim in der Pfalz. Über 1.800 Sonnenstunden im Jahr sorgen für ein fast mediterranes Klima – die Grundlage für ausdrucksstarke, trocken ausgebaute Weine. Geführt wird das Gut von den Brüdern Arnd und Gerrit Dietrich. Dieser Grauburgunder ist Teil der Schwebebahn-Edition, deren Etiketten die Epochen der Kabinenwagen aufgreifen – die helle „Generation 15" steht für moderne Mobilität und Zukunftsorientierung.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauburgunder. Der sorgfältig selektierte Wein wird trocken ausgebaut und betont die klare Frucht sowie den cremigen Schmelz der Sorte, getragen von einer feinen Mineralität.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase vielschichtig, mit frischem Apfel, etwas Birne und Melone. Am Gaumen cremiger, weicher Schmelz, rund und fein, mit einem zarten, von einer „schwebenden" Mineralität getragenen Finish.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Geflügel, hellem Fleisch, Pasta in cremigen Saucen und mildem Käse.


Lage: Pfalz, Großkarlbach/Weisenheim am Sand/Laumersheim (Deutschland); Weingut Familie Dietrich
Klassifikation: Pfalz – 100 % Grauburgunder, trocken
Edition: Sonderedition „125 Jahre Wuppertaler Schwebebahn"

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Weine

Wittmann Westhofen Aulerde Riesling Großes Gewächs 2024 BIO

Dass dieser nach Süden ausgerichtete, leicht zum Dorf hin abfallende Hang eine besonders begnadete Weinlage ist, haben schon unsere Vorfahren erkannt. Bereits 1380 wurde die AULERDE zum ersten Mal namentlich erwähnt. Es ist unsere wärmste Lage mit früher Traubenreife.

 

Die Reben für dieses Große Gewächs aus dem rheinhessischen Westhofen fussen auf schwer durchwurzelbarem Kalkstein. Die Rieslinge haben ein elegantes, frisches Aroma nach gelben Früchten verbunden mit einer klaren, leicht salzigen Mineralität. Text Wittmann DE-ÖK-022

 

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Schaumweine

Sekthaus Krack Spätburgunder Blanc de Noirs Brut

Wein · Sekt · Pfalz · Deutschland

Sekthaus Krack Spätburgunder Blanc de Noirs Brut ist kein lauter Charmeur, sondern der stille Perler-Typ mit Substanz – einer, der sich mit jedem Schluck weiter öffnet. Pinot Noir und ein Anteil Schwarzriesling liefern die Basis für einen saftigen, zugleich straffen Sekt mit feiner, kalkiger Mineralität.


Pfalz / Laumersheim

Das Sekthaus Krack ist in der Pfalz beheimatet und auf handwerklich erzeugte Winzersekte spezialisiert. Die kalkgeprägten Böden liefern die feine Mineralität, die diesem Blanc de Noirs Struktur verleiht.

Assemblage und Herstellung

Blanc de Noirs aus Pinot Noir mit einem Anteil Schwarzriesling – weiß gekeltert aus roten Trauben. Der Sekt entsteht in klassischer Flaschengärung und wird mit moderater Dosage als Brut ausgebaut, was ihn trocken und klar hält, ohne ihn auszuhungern.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase rote Beeren, etwas Moosbeeren, frischer Apfel und ein Hauch buttriges Croissant. Am Gaumen saftig, aber mit Zug – feinperlig, mit tragender, nicht dominierender Säure und feiner kalkiger Mineralität im Hintergrund; ausgewogen, klar und ernsthaft zugleich.

Zum Genießen

Am besten nicht zu kalt servieren (8–10 °C) – dann zeigt er seine ganze Tiefe.

Passt zu: Aperitif, Fisch, Geflügel, hellem Fleisch und feinem Fingerfood.


Lage: Pfalz (Deutschland); Sekthaus Krack
Klassifikation: Winzersekt – Blanc de Noirs aus Pinot Noir & Schwarzriesling, brut
Herstellung: klassische Flaschengärung, moderate Dosage
Jahrgang: 2022

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Rebsorten

Vigne Vecchie Leggenda Primitivo di Manduria

Rotwein · Primitivo · Manduria · Italien

Vigne Vecchie Leggenda Primitivo di Manduria ist ein kraftvoller Rotwein von Vigneti del Salento (Fantini Group) aus Apulien – das Spitzengewächs des Hauses. Reinsortiger Primitivo aus über 70 Jahre alten Reben, mit verschwenderischer Fülle aus reifen Pflaumen, Schokolade und süßer Kirsche.


Manduria

Die Trauben stammen von über 70 Jahre alten Buschreben (Alberello) rund um Sava im Herzen des DOP-Gebiets Manduria, auf eisenhaltigem Boden über kalkhaltigem Fels. Die geringen Erträge alter Reben sorgen für besonders konzentrierte Trauben. Hinter dem Wein steht Vigneti del Salento (Fantini Group).

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Primitivo di Manduria. Die Trauben werden leicht überreif gelesen; nach der Maischegärung und malolaktischer Gärung reift der Wein rund zwölf Monate in Barriques aus amerikanischer und französischer Eiche, was ihm Tiefe, Würze und seine schmelzige Art verleiht.

Im Glas

Dichtes Rubinrot mit fast schwarzem Kern. In der Nase eine verschwenderische Fülle aus reifen Pflaumen, Schokolade, süßer Kirsche, Mandelkuchen und Rumtopf, dazu Tabak und süße Gewürze. Am Gaumen kraftvoll und verführerisch, mollig und vollmundig, mit weichen Tanninen, feiner Fruchtsüße und langem, wärmendem Nachhall.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine Karaffe öffnet den Wein. Ein wärmender Rotwein für die kalten Tage – so gehaltvoll, dass er fast eine Mahlzeit für sich ist.

Klassische Begleitung: Schmorgerichte, Wild, würziges Lamm und reifer Käse.


Lage: Manduria (Sava), Salento/Apulien (Italien)
Klassifikation: Primitivo di Manduria DOP – Rotwein (halbtrocken)
Ausbau: ~12 Monate in amerikanischer und französischer Eiche

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USA

Saxum Paderewski Vineyard 2017

Rotwein · Paderewski Vineyard · Rhône-Cuvée

Syrah-dominierte Cuvée Paderewski Vineyard Paso Robles · Kalifornien Saxum (Justin Smith) kalkreicher Boden 31 % Ganztraube ~19 Monate · ~55 % neue Eiche 2017

Der Saxum Paderewski Vineyard 2017 ist eine rare, Syrah-dominierte Single-Vineyard-Cuvée des Kult-Erzeugers Saxum aus einem historischen, kalkreichen Weinberg von Paso Robles. Groß, reich und kraftvoll – einer der strukturiertesten und tanninbetontesten Weine des Guts, der die Rhône-Sorten mit den ursprünglichen Reben der Lage verbindet.


Paderewski Vineyard – Kalkstein mit Geschichte

Saxum wurde 2000 von Justin Smith gegründet und zählt heute zu den gefragtesten Rhône-Erzeugern Kaliforniens. Das Paderewski Vineyard westlich von Paso Robles ist ein wunderschönes Anwesen im Besitz von Bill und Liz Armstrong (Epoch Estate) – und der Ort des legendären Weinbergs von Ignacy Jan Paderewski, des weltberühmten Pianisten und polnischen Staatsmanns. Justin Smith hat den ursprünglichen Standort neu bestockt.

Für einen Wein aus dem Paderewski Vineyard war es Saxum wichtig, die ursprünglichen Sorten der Lage – Zinfandel und Petite Sirah – mit den geliebten Rhône-Reben des Guts zu vereinen. Die kargen, kalkhaltigen Böden, die in Paso Robles selten sind, geben dem Wein Mineralität, Frische und Tiefe; kühle Brisen vom nahen Pazifik mildern die sonnigen Tage. Saxum arbeitet organisch im Weinberg und minimalistisch im Keller – mit Spontangärung und behutsamem Ausbau.

Jahrgang 2017 – Paso Robles

2017 war an der kalifornischen Central Coast ein warmer, reifer Jahrgang, der vollmundige, dichte Weine mit kräftiger Struktur hervorbrachte. Auf dem kalkreichen Terroir des Paderewski Vineyard ergibt das einen besonders großen, kraftvollen und tanninbetonten Wein, der in der Jugend noch verschlossen wirkt und dessen Fülle von einer mineralischen Frische und lebendigen Säure im Zaum gehalten wird.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 43 % Syrah, 25 % Mataro (Mourvèdre), 10 % Zinfandel, 9 % Petite Sirah, 9 % Tempranillo und 4 % Viognier, Jahrgang 2017, trocken.

Syrah gibt dem Wein das dunkle, würzig-pfeffrige Fruchtrückgrat und die mineralische Tiefe; Mataro Struktur, Erdigkeit und herzhafte Fülle; Zinfandel saftige, brombeerige Frucht und Gewürz; Petite Sirah – wie Zinfandel eine Hommage an die ursprüngliche Bestockung – Farbe, dunkle Frucht und festes Tannin; Tempranillo rote Frucht und Schmelz; der mitvergorene Viognier hebt die Aromatik floral an. Vergoren mit rund 31 % Ganztrauben, reift der Wein etwa 19 Monate in französischer Eiche, davon ungefähr die Hälfte neu, ein großer Teil in einem großen Holzfoudre, der die Mineralität der Lage betont. Der Wein wird nie von der Hefe abgezogen und unfiltriert sowie ungeschönt gefüllt.

Im Glas

Aus der Syrah-dominierten Cuvée und dem kalkreichen Terroir lebt dieser Wein von Kraft und Struktur: tiefes, dichtes Purpur im Glas, dazu dunkle und blaue Frucht wie Brombeere, Blaubeere und Maulbeere, gemahlener Pfeffer, getrocknete Kräuter, Graphit und florale Anklänge. Am Gaumen vollgewichtig, groß und kraftvoll, mit dichtem, festem Tannin und einer guten, lebendigen Säure – noch verschlossen und nach innen gekehrt, von mineralischer Frische getragen und mit langem, würzigem Nachhall.

Tiefes Purpur, Brombeere, Blaubeere und Maulbeere über Pfeffer, Kräutern und Graphit – groß, dicht und tanninbetont, mit langem, würzigem Finale.

Noch jung und verschlossen; braucht Zeit und sollte vor dem Genuss großzügig dekantiert werden. Mit großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu gegrilltem und geschmortem Rind, zu kräftig gewürzten Schmorgerichten sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Paderewski Vineyard (Epoch Estate, Bill und Liz Armstrong), westlich von Paso Robles (Kalifornien, USA); karge, kalkhaltige Böden; einst Weinberg von Ignacy Jan Paderewski, von Saxum neu bestockt; organisch bewirtschaftet
Klassifikation: Paso Robles; Cuvée aus 43 % Syrah, 25 % Mataro, 10 % Zinfandel, 9 % Petite Sirah, 9 % Tempranillo, 4 % Viognier (trocken)
Ausbau: ~31 % Ganztraube, ~19 Monate in französischer Eiche (ca. 55 % neu, großer Teil im Holzfoudre); nie von der Hefe abgezogen, ungeschönt und unfiltriert

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