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12. Juli 2017

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Frankreich

Clavel Cotes-du-Rhone Regulus rouge

Rotwein · Côtes-du-Rhône AOC · Rhône-Cuvée

60 % Grenache · 30 % Syrah · 10 % Marselan Saint-Gervais · Gard rechtes Rhôneufer Ton, Kies und Sand Vinifikation nach Sorte und Parzelle ohne prägenden Holzeinsatz

Domaine Clavel Régulus Côtes-du-Rhône Rouge ist eine saftige Cuvée aus Grenache, Syrah und Marselan von den Lagen rund um das Dorf Saint-Gervais am rechten Rhôneufer. Jede Sorte und jede Parzelle wird getrennt vinifiziert und erst danach assembliert. Claire Clavel führt das Gut. Ein vollmundiger, kräftiger Côtes-du-Rhône – intensiv fruchtig, mit Struktur und Biss.


Saint-Gervais – Eingangstor zum Cèze-Tal

Saint-Gervais liegt im Gard am rechten Ufer der Rhône, dort wo die Cèze aus den Cevennen kommend in die Rhône-Ebene tritt. Der Ort ist einer der wenigen mit eigener Nennung in den Côtes du Rhône Villages – ein Hinweis darauf, dass hier mehr möglich ist als der Durchschnitt der Appellation. Die Rebflächen liegen auf einem windigen Plateau über dem Fluss.

Die Böden sind uneinheitlich: Ton, Kies und Sand wechseln sich kleinräumig ab. Der Ton speichert Wasser für den trockenen Sommer, Kies und Sand entwässern und wärmen. Zusammen mit der Höhe des Plateaus und dem Mistral, der nach jedem Regen abtrocknet und die Nächte kühlt, ergibt das Weine mit mediterraner Würze, aber einer Frische, die der südlichen Rhône sonst leicht abgeht.

Die Familie Clavel ist seit dem 17. Jahrhundert in Saint-Gervais ansässig; das Weingut in heutiger Form wurde 1934 gegründet und umfasst rund 80 Hektar. Claire Clavel führt es in der jüngsten Generation. Die Cuvées des Hauses tragen Himmelsnamen – neben Régulus, dem hellsten Stern im Löwen, stehen Syrius, Clair de Lune und Éclipse im Sortiment.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint rund 60 % Grenache, 30 % Syrah und 10 % Marselan. Grenache liefert Fülle, rote Frucht und Wärme, Syrah die dunkle Frucht, Pfeffrigkeit und das Gerüst. Marselan ist der ungewöhnliche Baustein: eine 1961 gezüchtete Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und Grenache, in der südlichen Rhône erst seit wenigen Jahrzehnten zugelassen. Sie bringt kleine, dickschalige Beeren, viel Farbe und feinkörniges Tannin – genau das, was einer Grenache-lastigen Cuvée sonst fehlt.

Vinifiziert wird nach Sorte und nach Parzelle getrennt; assembliert wird erst, wenn die Einzelweine fertig sind. Damit legt der Kellermeister das Verhältnis nach dem tatsächlichen Ergebnis des Jahres fest statt nach Rezept. Der Ausbau bleibt ohne prägenden Holzeinsatz – Régulus ist im Sortiment der Wein für die Frucht, nicht der für die Fassreife.

Im Glas

Tiefes Rot mit karminfarbenem Rand. In der Nase intensiv fruchtig, mit Kirsche, roten Beeren und Süßholz, dahinter eine kakaoartige Note. Am Gaumen vollmundig und kräftig, mit viel Struktur und Biss, ohne dass das Tannin hervortritt. Der Abgang ist saftig und lang.

Jede Sorte, jede Parzelle einzeln vergoren – die Assemblage entscheidet erst, wenn die Weine fertig sind.

Bei 16–18 °C servieren. Dekantieren ist nicht nötig, eine halbe Stunde offen im Glas genügt. Über die nächsten Jahre zu trinken, solange die Frucht trägt.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Grillfleisch, Lamm, Schmorgerichte und mediterrane Küche. Der Marselan-Anteil trägt auch Kräftigeres – Daube provençale, Merguez, Ratatouille mit Röstaromen, Ziegenkäse vom Grill.


Produzent Domaine Clavel, Claire Clavel, Saint-Gervais (Gard)
Rebsorte rund 60 % Grenache, 30 % Syrah, 10 % Marselan
Lage Saint-Gervais, rechtes Rhôneufer am Eingang des Cèze-Tals · Ton, Kies und Sand auf windigem Plateau
Klassifikation Côtes-du-Rhône AOC · Rouge · trocken
Vinifikation getrennte Vinifikation nach Sorte und Parzelle · Assemblage nach der Gärung
Ausbau ohne prägenden Holzeinsatz
Trinkempfehlung jetzt bis in die nächsten Jahre

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Schaumweine

Franck Bonville Pur Mesnil Champagner Grand Cru Blanc de Blancs 2018

Der Franck Bonville Pur Mesnil 2018 kommt aus Le Mesnil-sur-Oger, dem Dorf mit dem strengsten Chardonnay der Côte des Blancs. Mehr als fünf Jahre unter Naturkork gereift, mit Rückgrat und viel Salz – für Leute, die Champagner gern pur und ohne Schnörkel mögen.

Im Glas

Hellgold, feine Perlen. Die Nase ist konzentriert: Zitronenzeste, grüne Mandel, ein Anflug von Kreide. Am Gaumen geradeaus und druckvoll, mit straffer Säure und dichter Textur. Hinten raus wird er fast salzig und bleibt lange, klar wie Glas.

Mach was draus

Austern Fines de Claire, Hummer mit Zitronenbutter oder ein Ceviche vom Wolfsbarsch. Als Aperitif zu gesalzenen Mandeln weckt er jeden Gaumen. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Ich schenke ihn in große Gläser, auch beim Aperitif. Er ist straff, aber mit Luft zeigt er seine dichte Seite.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Was macht Le Mesnil-sur-Oger besonders? Das Dorf gilt als die strengste, säurebetonteste Herkunft für Chardonnay in der Champagne. Die Trauben kommen hier aus Les Zailleux, Le Tilleul und Les Hautes Mottes.

Wie trocken ist er? Extra Brut mit 5,8 g/l laut Steckbrief, also am oberen Rand der Kategorie: trocken, aber nicht karg.

100 % Chardonnay · Le Mesnil-sur-Oger Grand Cru: Les Zailleux, Le Tilleul, Les Hautes Mottes · Jahrgang 2018 · Méthode Traditionnelle, Hefereife unter Naturkork · über 5 Jahre Hefelager · Extra Brut, 5,8 g/l Restzucker · Champagne Franck Bonville, Avize · Stand: Oktober 2026

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Länder/Regionen

Thomas Morey Puligny-Montrachet La Truffière 1er Cru 2023

Weißwein · Puligny-Montrachet 1er Cru · Chardonnay

Chardonnay Puligny-Montrachet 1er Cru La Truffière Côte de Beaune 2023

Der Thomas Morey Puligny-Montrachet La Truffière 1er Cru 2023 ist ein eleganter, finessenreicher Chardonnay aus einem der kleinsten Premier Crus der Appellation – expressiv, mineralisch und mit großer Persistenz.


La Truffière – der kleinste 1er Cru von Puligny

Mit knapp 2,5 Hektar ist La Truffière einer der kleinsten Premier Crus von Puligny-Montrachet. Den Namen verdankt die Lage dem burgundischen Trüffel, der hier früher kultiviert wurde und einst den Tisch der französischen Könige zierte. Der eher flache Boden ist rötlich gefärbt und durchzogen von zahllosen kleinen Kieselsteinen, die nachts die gespeicherte Sonnenwärme zurückgeben.

So reifen die Trauben gut aus – obwohl La Truffière in einer für Premier-Cru-Lagen ungewöhnlichen Höhe von rund 300 bis 330 Metern liegt, am oberen, südlichen Rand der Appellation Richtung Saint-Aubin. Kalksteingeprägtes Terroir und kühlere Höhenluft geben dem Wein seine feine Mineralität und feste Struktur.

Burgund 2023 – Harmonie, Frische und Klasse

Der Jahrgang 2023 im Burgund zeigt sich als außerordentlich gelungen und überzeugt sowohl in Bezug auf Qualität als auch endlich einmal wieder auf die Menge. Nach einem milden Winter folgte ein Frühling mit kühlen und feuchten Bedingungen, immer wieder durchbrochen von warmen Tagen; eine intensive Hitzewelle im August beschleunigte die Reife und konzentrierte die Aromen, bevor der Regen Mitte September für zusätzliche Balance sorgte.

Die Weißweine des Jahrgangs 2023, insbesondere Chardonnay und Aligoté, präsentieren sich reif, aromatisch und sehr ausgewogen, mit intensiven Fruchtnoten von Birne, Pfirsich und weißer Aprikose. In ihrer noch jungen Phase zeigen sie sich ausgesprochen harmonisch und von ihrer klassischen Seite – Frische, Reife und Struktur auf beeindruckende Weise vereint.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023.

Spontangärung mit eigenen, indigenen Hefen, Reife auf sehr feiner Hefe ohne übermäßige Bâtonnage in Fässern von 228 und 350 Litern mit nur rund 20 % neuem Holz; anschließend Lagerung im Tank und Abfüllung nach 16 bis 18 Monaten. Schwefel wird im strikten Minimum und nie während der Gärung eingesetzt – eine puristische, terroirbetonte Vinifikation.

Im Glas

Ein expressiver, schon in der Jugend hochparfümierter Puligny mit Anklängen von reifer Ananas und Mandelcreme. Am Gaumen elegant und finessenreich, mit klarer Mineralität, fester Struktur und guter Persistenz – ein Wein, der alle Merkmale eines großen Burgunders besitzt.

Finesse, Mineralität und Länge – La Truffière vereint die Eleganz von Puligny mit Thomas Moreys präziser Handschrift.

Schon jetzt zugänglich, mit deutlichem Reifepotenzial. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Hummer oder Languste, zu Jakobsmuscheln, zu gegrilltem oder gebratenem Meeresfisch, zu Bresse-Geflügel in Sauce sowie zu mildem Ziegenkäse oder Reblochon.


Lage: Puligny-Montrachet 1er Cru La Truffière, Côte de Beaune (Frankreich); ~2,5 ha, ~300–330 m Höhe, rote, kieselige Kalksteinböden
Klassifikation: Puligny-Montrachet 1er Cru AOC, Chardonnay (trocken)
Ausbau: Chardonnay; ~20 % Neuholz, Fässer 228/350 L, 16–18 Monate, Feinhefe ohne übermäßige Bâtonnage; minimaler Schwefel

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Feinkost

Andres Verjus Traubenmost BIO

Feinkost · Verjus · aus unreifen Trauben

Verjus („grüner Saft") aus unreifen Trauben mild-säuerliches Würzmittel alkoholfrei · keine Fermentation Alternative zu Essig & Zitrone Weingut Andres · Deidesheim Pfalz BIO (DE-ÖKO-039)

Der Weingut Andres Verjus ist ein mild-säuerliches Würzmittel aus unreifen Trauben. Das Wort Verjus stammt aus dem Französischen („vert jus") und bedeutet „grüner Saft" – eine feine, natürliche Alternative zu Essig und Zitronensaft, die den Geschmack der Zutaten unterstreicht, ohne sie zu dominieren.


Was ist Verjus?

Verjus ist ein mild-säuerliches Würzmittel, das aus unreifen Trauben gewonnen wird. Bereits im Mittelalter fand er in der feinen Küche und als natürliche Zutat in der Medizin Verwendung. Heute erlebt Verjus eine Renaissance und wird zunehmend als vielseitige Alternative zu Essig und Zitronensaft geschätzt.

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Pfälzer Mittelhaardt biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Für diesen Verjus haben sie sich an die alte Tradition erinnert.

Herstellung

Die Herstellung beginnt mit der frühen Ernte von Trauben, die noch nicht ihren vollen Zuckergehalt erreicht haben. Diese werden schonend gepresst; der gewonnene Saft wird gefiltert und pasteurisiert, um seine Frische zu bewahren. Anders als Essig durchläuft Verjus keine Fermentation und behält so eine sanfte, natürliche Säure ohne stechende Essignoten. Je nach verwendeter Rebsorte reicht das Aroma von fruchtig-mild bis leicht herb und floral.

Im Geschmack

Das geschmackliche Profil zeichnet sich durch eine dezente Säure aus, die weicher und weniger intensiv ist als die von Essig oder Zitrone. Diese milde Frische macht den Verjus zu einer hervorragenden, wandelbaren Zutat, die feine Würze und Frucht beisteuert, ohne aufdringlich zu werden.

Eine dezente, weiche Säure – milder und weniger stechend als Essig oder Zitrone: feine Frische und Frucht, die den Geschmack der Zutaten unterstreicht, ohne sie zu dominieren.

Vor Gebrauch gut schütteln; nach dem Öffnen gekühlt aufbewahren.

In der Küche

Besonders beliebt ist Verjus in Salatdressings, da er den Geschmack der Zutaten unterstreicht, ohne sie zu dominieren. In Saucen und Marinaden verleiht er Fisch, Geflügel oder Gemüse eine feine Würze und Frucht; auch zum Ablöschen von Bratenfonds oder zum Verfeinern von Süßspeisen eignet er sich hervorragend.

Wir sind richtig froh, dass sich das Deidesheimer Weingut Andres an die alte Verjus-Tradition erinnert hat. Aus unserer Küche ist dieser Verjus nicht mehr wegzudenken.


Produkt: Verjus (Traubenmost aus unreifen Trauben), alkoholfrei; mild-säuerliches Würzmittel
Herstellung: frühe Lese, schonend gepresst, gefiltert und pasteurisiert, ohne Fermentation; Weingut Andres, Deidesheim (Pfalz)
Hinweis: biologisch erzeugt (DE-ÖKO-039); gekühlt lagern; mindestens haltbar bis 31.12.2029

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Rebsorten

Vite Colte Villalta Roero Arneis

Wein · Weißwein · Roero · Italien

Vite Colte Villalta Roero Arneis ist ein eleganter Weißwein aus der heimischen Piemont-Sorte Arneis. Intensives Strohgelb mit grünlichen Reflexen; in der Nase aromatisch, mit intensivem Duft nach reifen Früchten, am Gaumen trocken mit einer feinen grasigen Note.


Roero / Piemont

Heimat der alteingesessenen Rebsorte Arneis ist das Roero mit seinen Hügeln links des Flusses Tanaro im Piemont. Die kalk- und kieselhaltigen Böden dieser Zone bringen elegante, feingliedrige Weißweine hervor. Erzeuger ist die renommierte piemontesische Genossenschaft Vite Colte (vormals Terre da Vino).

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Arneis. Nach einer sanften Pressung folgt die rund zehntägige Gärung bei kontrollierten 16–18 °C im Edelstahl. Eine kurze Flaschenreife rundet den Wein ab und entwickelt Struktur und Duft weiter. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Intensives Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase aromatisch, mit intensivem Duft nach reifen Früchten und einem floralen Anklang. Am Gaumen trocken und saftig, mit einer feinen grasigen Note und sauberem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, Antipasti, hellem Fleisch und frischem Käse.


Lage: Roero (Piemont, Italien); Vite Colte (Terre da Vino)
Klassifikation: Roero Arneis DOCG – 100 % Arneis, trocken
Ausbau: ~10 Tage Gärung im Edelstahl bei 16–18 °C, kurze Flaschenreife

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Spanien

Matsu El Picaro

Rotwein · DO Toro · Tinta de Toro

100 % Tinta de Toro DO Toro · Zamora Sand mit Granitanteil alte Reben 3 Monate französisches Barrique unfiltriert und ungeschönt

Matsu El Pícaro („der Schelm") ist der jüngste Wein der Matsu-Familie: reinsortiger Tinta de Toro von alten Reben, nur drei Monate im französischen Barrique und unfiltriert wie ungeschönt abgefüllt. Dichtes Rubinrot, dunkle Beerenaromatik, dazu Teer, Lakritz und Mokka – für einen jungen Wein von ungezügelter Kraft, die seinem Namen alle Ehre macht.


Toro – Sand und Granit auf der Hochebene

Die DO Toro liegt in der Provinz Zamora in Kastilien-León, auf einer Hochebene am Duero zwischen rund 620 und 750 Metern. Das Klima ist extrem kontinental: heiße, sehr trockene Sommer, kalte Winter, wenig Niederschlag. Die Höhe sorgt für kühle Nächte und damit für die großen Tag-Nacht-Unterschiede, die den Weinen trotz der Reife eine Säureachse lassen.

Die Trauben für El Pícaro stammen von alten Reben auf sandigen Böden mit hohem Granitanteil. Sand entwässert schnell, speichert wenig Nährstoffe und hält die Erträge niedrig; der Granitanteil bringt eine kühlere, steinige Note in den Wein. Der hohe Sandanteil ist zugleich der Grund, warum die Reblaus in Toro nie richtig Fuß fasste – in der Region stehen bis heute ungewöhnlich viele alte, wurzelechte Anlagen.

Tinta de Toro ist der lokale Klon des Tempranillo, über Jahrhunderte an diese Bedingungen angepasst: kleinere, dickschaligere Beeren als anderswo und damit ein günstigeres Verhältnis von Schale zu Saft – daher die Farbtiefe und die Gerbstoffdichte. Die Bodega Matsu der Vintae-Gruppe baut daraus eine Reihe von drei Weinen, deren Etiketten Winzer unterschiedlichen Alters zeigen; das Rebalter steigt von Wein zu Wein. El Pícaro ist der jüngste – das Etikett zeigt entsprechend einen jungen Mann.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Tinta de Toro. Nach temperaturkontrollierter Gärung durchläuft der Wein die malolaktische Gärung im französischen Eichenfass – nicht im Tank. Das ist der entscheidende Unterschied: Wein und Holz verbinden sich so enger, die Struktur wird weicher, und das Fass tritt weniger als eigene Aromaschicht hervor.

Danach folgt ein bewusst kurzer Ausbau von rund drei Monaten im Barrique. Genug, um die Gerbstoffe zu runden und die Röstnoten anzulegen, zu wenig, um die Frucht zuzudecken. Abgefüllt wird unfiltriert und ungeschönt; ein leichtes Depot ist damit normal und kein Mangel. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Dichtes Rubinrot mit purpurnen Reflexen. In der Nase dunkle Beerenaromatik von Brombeere und Heidelbeere, dahinter Teer und Lakritz. Am Gaumen kraftvoll und jugendlich, mit Mokkanoten aus dem Fass, reifen Tanninen und mineralischem Grip. Langer Abgang.

Malo im Fass, aber nur drei Monate Ausbau: Struktur aus dem Holz, ohne dass das Holz die Frucht übernimmt.

Bei 16–18 °C servieren, gern eine Stunde vorher karaffieren – das nimmt dem jungen Wein die Kante und trennt zugleich das Depot ab. Trinkreif, mit Reserve für einige Jahre.

Am Tisch

Passt zu gegrilltem und geschmortem Fleisch, Lamm, Eintöpfen, würziger Küche und reifem Käse. In der Region selbst steht dazu Lechazo, das Milchlamm aus dem Holzofen; ebenso passen Chorizo, geschmorte Rippe und alles mit kräftigen Röstaromen. Zu leichten Gerichten ist der Wein zu dicht.


Produzent Bodega Matsu (Vintae), DO Toro
Rebsorte 100 % Tinta de Toro
Lage DO Toro, Zamora, Kastilien-León · sandige Böden mit hohem Granitanteil
Klassifikation DO Toro · trocken
Vinifikation temperaturkontrollierte Gärung · malolaktische Gärung im französischen Eichenfass · unfiltriert und ungeschönt
Ausbau rund drei Monate im französischen Barrique
Trinkempfehlung jetzt bis in die nächsten Jahre

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Weine

Etienne Sauzet Puligny Montrachet 2024 BIO

Weißwein · Puligny-Montrachet · Chardonnay

Chardonnay Puligny-Montrachet AOC 7 Parzellen · 3,34 ha (1989) Côte de Beaune 2024 · Bio (FR-BIO-01)

Der Puligny-Montrachet 2024 der Domaine Etienne Sauzet zeigt, dass Chardonnay alles andere als eindimensional ist. Ein mineralischer, tiefer Village-Chardonnay, der im kühleren Jahrgang 2024 besonders frisch und knackig ausfällt – fein und elegant, mit einem Hauch mehr Säure.


Puligny-Montrachet – Village aus sieben Parzellen

Puligny-Montrachet an der Côte de Beaune ist weltberühmt für seine Chardonnays; vier Grand Crus und 17 Premier Crus haben hier ihre Heimat. Die kalksteinreichen Böden geben den Weinen feine Mineralität und feste Struktur, die sie von den Nachbarn Chassagne-Montrachet und Meursault unterscheidet.

Der Village-Wein von Sauzet stammt aus sieben Parzellen rund um das Dorf (rund 3,34 Hektar, gepflanzt 1989) und verbindet florale Eleganz mit mineralischem Biss. Die Domaine Etienne Sauzet (gegründet 1903) zählt zu den großen Weißwein-Adressen des Burgunds.

Jahrgang 2024 – Côte de Beaune

2024 war im Burgund ein Jahr der Geduld: ein ungewöhnlich milder, sehr niederschlagsreicher Winter, ein früher Austrieb, dann ein feucht-kühles Frühjahr mit Frostnächten, regionalem Hagel und hohem Krankheitsdruck. Die Blüte verlief uneinheitlich; erst der stabilere, trockenere Sommer brachte eine langsame Reife, bevor sich zur Lese eine freundlichere Wetterphase einstellte.

Die Lese begann spät, mit strenger Selektion; die Erträge waren teils um bis zu 60 % reduziert. Bei moderaten Mostgewichten entstanden balancierte, leichtere Weine. Die Weißweine 2024 wirken klar, fein strukturiert und von pikanter Frische, mit präziser Linie, kühler Eleganz und einem Hauch mehr Säure.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2024, biologisch (FR-BIO-01), aus sieben Parzellen rund ums Dorf.

Die Gärung erfolgt im Stil des Guts spontan in großen Eichenfässern, temperaturreguliert; der gesamte Ausbau bis zur Feinhefelagerung dauert bis zu 18 Monate und gibt dem Wein Tiefe und Textur.

Im Glas

Mineralisch und tief, im kühlen Jahrgang besonders frisch und knackig. Florale Noten und Zitrus treffen auf steinige Mineralität; am Gaumen leichtfüßig und präzise, getragen von einer klaren Säure und einem langen Abgang.

Mineralität und Tiefe, im kühlen 2024er besonders frisch und knackig – fein, elegant und voller Zug.

Jung schon zugänglich, über mehrere Jahre gut lagerfähig. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel in heller Sauce, Kalb, Ziegenkäse – oder solo als Aperitif. Ein vielseitiger Begleiter für die feine weiße Küche.


Lage: Puligny-Montrachet (Côte de Beaune); 7 Parzellen rund ums Dorf, kalksteinreich; Sauzet 3,34 ha (1989)
Klassifikation: Puligny-Montrachet AOC; Bio (FR-BIO-01)
Ausbau: Chardonnay; Spontangärung im großen Eichenfass, bis 18 Monate inkl. Feinhefe

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Schaumweine

Franck Bonville Les Belles Voyes Oger Champagner Grand Cru Blanc de Blancs 2017

Der Franck Bonville Les Belles Voyes Oger 2017 stammt aus einer einzigen Parzelle von 0,8 Hektar mitten am Hang von Oger, bepflanzt 1960. Ein Champagner mit ruhiger Kraft, gemacht für das Dinner, bei dem du dir Zeit lässt.

Im Glas

Hellgold, feinperlig. Geröstete Mandel in der Nase, ein Hauch Vanille, reife Zitrusfrucht und leichter Rauch, darunter kühle Kreide. Am Gaumen hat er Struktur und Dichte, seidig in der Textur, mit schöner Balance zwischen Frische und Tiefe. Nie laut, immer elegant.

Mach was draus

Kalbsfilet mit Morcheln, Hummer aus dem Ofen oder ein Stück gereifter Beaufort. Auch zu Perlhuhn mit Rahmsoße ist er stark. Servier ihn bei 9 bis 11 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Er braucht ein großes Glas und ein, zwei Grad mehr als ein junger Champagner. Für mich ist das ein Wein für besondere Abende, nicht für nebenbei.“

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Kurz gefragt

Was ist besonders an der Parzelle? Les Belles Voyes liegt am mittleren Hang von Oger und ist nur 0,8 Hektar groß. Die Reben stehen dort seit 1960.

Schmeckt man das Holz? Kaum. Die burgundischen Fässer sind im Schnitt fünf Jahre alt und geben eher Textur als Vanille.

100 % Chardonnay · Oger Grand Cru, Einzelparzelle Les Belles Voyes, 0,8 ha, Reben von 1960 · Jahrgang 2017 · Gärung in burgundischen Eichenfässern · lange Hefereife · Extra Brut · Champagne Franck Bonville, Avize · Stand: Oktober 2026

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