Al-Andalus – Weinbau im bergigen Land

Al-Andalus – Weinbau im bergigen Land

Mit dieser Ausgabe beginnt mit etwas, das ich eigentlich gar nicht mag: das Aufsplitten eines Themas auf mehrere Ausgaben. So etwas wie Spielfilme in der guten alten Zeit (Was bisher geschah…). Gleichwohl: das Thema ist einfach zu spannend und zu komplex, um es mal schnell in einem Artikel abzuhandeln.

Wir sprechen von Al-Andalus!

(aka Andalusien) Richtig gelesen: Südspanien! Das Land, wo es die süßen Weine und die zumindest in Deutschland zumeist süßen Sherrys gibt und Wein, der mit Orangenschalen versetzt ist und solcher, der mit eingekochtem Traubensirup angereichert wird. Dazu kommen Massen an bestenfalls belanglosen Weißweinen. Und das soll spannend sein? Das von ein paar guten Amontillados und Olorosos einmal abgesehen, nun ganz sicher nicht. Aber das, was dort kaum jemand vermutet: erstklassige Rotweine und durchaus spannende Weißwein.

Sinnstiftend zusammengefasst gibt es vier Bereiche, die ordentlich voneinander abzutrennen sind: Málaga (Ronda, Axarquía und das Zwischenland, auch das Hinterland), Granada (der Norden der Sierra Nevada und die Alpujarra), Almería (eine Art Wette auf die Zukunft) sowie Cádiz und Sevilla (unten am Meer, aber auch hoch in den Bergen). Den Spuren des Bären folgend beginnen wir mit

Málaga

Damals, es ist noch keine vier Jahrzehnte her, läuteten schon die Glöckchen, müde Geier kreisten über der Region. Die Glocken läuteten in ein paar kleinen Weilern, denn es würden wohl nicht viele Menschen herbeiströmen, um die D.O. Málaga unter die Erde zu bringen. Und selbst die Geier begriffen schnell, dass sich eine Leichenfledderei nicht lohnen würde. Genau an diesem Zeitpunkt erschien ein Deutscher mit Adelstitel auf der Bildfläche, der sonst eigentlich nur im Jet-Set bekannt war: Alfons(o) zu Hohenlohe, der „König von Marbella“. Alfons war nicht darauf aus, die Welt der Málaga-Weine zu retten, er wollte eigentlich nur guten Wein für das Nachtleben in Marbella. Seine Idee: Wein aus dem bergigen Hinterland der Provinz, Wein aus Ronda.

Ronda ist einer der Orte in Al-Andalus, der für vieles bekannt ist, nicht jedoch für Wein. Die Geschichte der Vinos Malagueños spielte sich wo anders ab, im Süden, nahe der Küste, aber auch in der Nähe von Antequera, im eher fruchtbaren Norden.

Ob nun die Römer oder die Griechen, beides ist zumindest dokumentiert, sich um den Weinbau in Málaga verdient machten, kann man so genau nicht bestimmen. Vielleicht waren es sogar die Phönizier, sie errichteten nahe der heutigen Stadt Cádiz ein Lager, die erstmals Rebstöcke nach Málaga brachten. Die Westgoten interessierten sich nicht für das Thema, sie waren in Al-Andalus auch eher weniger präsent. Orte wie Córdoba, Sevilla oder Medina Sidonia, die nur wenig später zu den beeindruckendsten Plätzen der Iberischen Halbinsel mutierten, waren kaum bekannt. Unter den Mauren florierte der Weinbau. Das mag verwunderlich erscheinen, ist es aber bei näherer Betrachtung dann doch nicht. Denn zum einen waren Tafeltrauben und Rosinen ein klassisches Lebensmittel, zum anderen wurde die strikte Alkoholabstinenz der Muslime erst durch Ayatollah Chomenei begründet. In den Zeiten der Abd-Al-Rahman – Dynastie war Weingenuss sowohl am Hofe als auch bei der Truppe nicht ungewöhnlich.

Die damals wirklich wichtige Rebsorte (sie ist es bis heute, zumindest im Süden) ist Moscatel de Alejandría, zumindest damals wurden die Weine stets süß ausgebaut. An den Granithängen, aber auch, in Axarquía, im Osten der Provinz, zwischen Málaga und Nerja, auf Schiefer, wuchsen die Stöcke dort, wo sonst nichts wächst. Nicht einmal der Bauboom hätte sie dort verdrängen können. Diese Arbeit jedoch wurde bereits vorher gründlich erledigt.

Ende des neunzehnten Jahrhunderts, alleine in der Provinz Málaga waren dereinst über einhundert tausend Hektar Land mit Reben bestockt, ereignete sich im Hafen von Málaga ein kleiner, aber entscheidender Zwischenfall: die Reblaus ging an Land. Und sie räumte auf. Es gibt in der Sierra de Tejeda und der Sierra de Almijara ein paar Ecken, die von der Reblaus nicht erreicht wurden, derartige Ecken findet man an vielen Stellen Spaniens, der Rest indes wurde vernichtet.

Dies geschah zu einem Zeitpunkt, in dem ohnehin gerade Krise angesagt war. Auch wenn die Weine aus Málaga nicht gerade die wichtigsten Exportartikel gen Lateinamerika waren, Cádiz und Sevilla gaben hier den Ton an, so ging der Verlust der Übersee-Kolonien mit dem Verlust eine großen Absatzmarktes einher. England war mit Jerez und Oporto beschäftigt, einzig Deutschland blieb, für die süßen Málagas. Aber auch das war bald Geschichte. In den sechziger Jahren war der Niedergang unübersehbar. Noch einmal zehn Jahre später standen in ganz Málaga gerade einmal knapp dreitausend Hektar unter Reben. In Málaga Stadt hatten sich gerade einmal eine Handvoll Betriebe gehalten, die süße, gelegentlich klebrige Weine unter das Volk brachten. Davon sind heute gerade einmal derer drei übrig.

Als Alfons von Hohenlohe begann, Reben in Ronda setzen zu lassen, gab es dort weit und breit keinen Weinbau. Fährt man übers Land, dann findet man keine alten Rebstöcke, es ist nichts geblieben von der Zeit, in der der Hauswein für Manche ein einträgliches Geschäft war. Alfons von Hohenlohe war, natürlich, kein Weinbauexperte, er hatte aber das Glück, mit einem Weinbauexperten zusammenarbeiten zu können, der gerade eben aus Bordeaux zurückgekehrt war: Juan Manuel Vetas. In der Folgezeit sollte Juan Manuel der Berater vieler Weingüter werden, wenn es darum ging, Parzellen zu selektieren und Reben zu setzen. Seine Zeit in Bordeaux brachte es mit sich, dass er sich für dortige Rebsorten interessierte, insbesondere für Petit Verdot, Cabernet Franc und, mit respektablem Abstand, Cabernet Sauvignon.

Allerdings sollte man sich gleich einmal von dem Gedanken verabschieden, dass das international Bordeaux-Blends seien. Die Reben stehen auf etwa achthundert Meter über Meeresniveau, und zumindest bis Mitte April regnet es beständig und intensiv. Gelesen wird spät, die Trauben reifen langsam aus. Genau deswegen spielt in und um Ronda inzwischen eine Rebsorte die erste Geige, die man dort schon gleich gar nicht erwarten würde: Pinot Noir.

Der erste, der Pinot Noir, in dem Fall natürlich Spätburgunder, gen Ronda brachte, war Friedrich Schatz aus dem Remstal. Er siedelte sich in den achtziger Jahren in Ronda an, heute kultiviert er gut drei Hektar Rebland, sieben oder acht verschiedene Weine, eher eleganter Art. Martin Kieninger brachte Pinot Noir aus Österreich gen Ronda, er begann aber erst zwei Jahrzehnte nach der Ankunft seines schwäbischen Kollegen, dessen Familie eigentlich aus Südtirol ist. Der mit Abstand beste Pinot Noir, vielleicht der beste, den es derzeit aus Spanien gibt, entsteht in einem gar nicht einmal so kleinen Weingut im Nordwesten des Ortes: Cortijo Los Aguilares; verantwortlich für diesen Wein ist Bibi García, die ihre Erfahrungen als Önologin an diversen Orten in und jenseits von Europa sammelte.

Bibi ist auch eine der wenigen, die einen ausgezeichneten Petit Verdot auf den Markt bringt. Diese Rebsorte ist schon einmal etwas bockig, grüne Tannine gibt es zuhauf. Die Weine brauchen Jahre, um zu reifen, viele Bodegas, die etwas knapp bei Kasse sind, können oder wollen sich das nicht leisten. Strukturell betrachtet ist Cabernet Franc die beste Rebsorte für die Weinberge im Norden und im Osten von Ronda; sie ist weniger anspruchsvoll hinsichtlich des Terroirs und sie reift etwas schneller als Cabernet Sauvignon, die in kühlen Jahren, auch so etwas soll es in Ronda geben, schon kämpfen muss. Verstärkt angebaut werden Merlot (sinnfrei) und Tempranillo (in der Regel betont langweilig). Weißweine gibt es zwar, in der Regel sind sie aber eher langweilig oder aufdringlich fruchtüberladen. Keine einzige der zweiundzwanzig besuchten Bodegas bot einen Weißwein zur Verkostung, von dem ich mir eine kleine Schachtel in den Kofferraum des ollen Ford Focus hätte legen wollen.

Aktuell bilden drei Bodegas die absolute Spitze der Region: die bereits erwähnten Cortijo Los Aguilares und Martin Kieninger sowie Bodegas Conrad, vor fast zwei Jahrzehnten von dem Schweizer Unternehmer Theo Conrad gegründet. Hier entstehen sehr mineralische, erdige Weine, die Reben stehen auf rotem Lehmboden, wie man ihn auch in Anguix antrifft. Mit kleinem Sicherheitsabstand folgen dann Bodegas Schatz und Bodegas Vetas, die zwei Urgesteine der Region. Cortijo La Parchite ist geschlossen, Alfons zu Hohenlohe feiert nicht mehr auf dieser Welt.

Weitere fünf oder sechs Weingüter keltern sehr gute Weine, ohne aber an das Qualitätsniveau der Top-Betriebe heranzureichen Samsara etwa, oder Lunares, Cézar, die einzige Bodega, die etwas weiter von Ronda entfernt ist. Doña Felisa gehört auch in diese Gruppe. Und dann, aber das ist in Touristenregionen nun einmal so, gibt es natürlich auch diverse Kellereien, die einfache Weine an kauflustige Touristen vertickern, die busweise vom nahen Málaga, von Marbella oder Estepona herangekarrt werden.

Der klassische Süden, dort, wo Moscatel die Hänge hoch- und wieder herunterkriecht, ist gerade erst dabei, sie neu zu erfinden. Die Stöcke stehen im Westen, nahe Manilva, auf Albariza-Böden, das ist der aus Sanlúcar de Barrameda, weiter im Osten, am Eingang der Axarquía, auf Schiefer. Eine Bodega mit gerade einmal achttausend Flaschen, eine Bodega, die eigentlich ein Lebensmittellieferant für die Gastronomie ist, und derer zwei, die auf den Namen Ordoñez hören, damit ist dieser Teil von Málaga auch schon beschrieben. Jorge ist der bekanntere, Veronica hat ihr Projekt dereinst mit Alois Kracher aufgebaut.

Der Osten der Axarquía ist ein extrem spannendes Gebiet. Von Cómpeta, das Hauptdorf, kann man auf das Meer blicken, es ist Luftlinie gerade einmal dreizehn Kilometer entfernt. Mit dem Auto braucht man eine Stunde. Hinter Cómpeta türmen sich die Sierra de Tejeda und die Sierra de Almijara gen Himmel, ihre Spitzen überklettern die Zweitausend-Meter-Linie mit Leichtigkeit. Schiefer und Granit dominieren. Und natürlich Moscatel. Die Süßweine von Telmo Rodriguez stammen aus Cómpeta. Bislang ist er der beste Botschafter der Region.

Dies aber könnte sich ändern, es wird sich ändern! Nicht mit Moscatel de Alejandría, sondern mit roten Sorten, mit klassischen roten Sorten aus Al-Andalus!!! Rome, Melonera, Blasco, Jaen Negro, Monastrell, Garnacha, Mantúo und noch einige mehr, auch ein paar weiße Sorten wie Vijiriega, Jaén Blanca oder Garnacha Blanca. All das steht in einem Weinberg, gerade einmal einen Hektar groß, die Reben wurden nach der Reblaus gesetzt. Das gibt es sonst nirgends in Al-Andalus, zumindest kennt der Oso Alemán keine vergleichbare Parzelle. Sie befindet sich wenige Kurven hinter Sedella, ein Ort, der von Cómpeta gerade einmal durch siebenhundert und achtunddreißig Kurven getrennt ist. Más o menos. Der Hang fällt gen Nordosten ab, die Reben blicken direkt auf das mächtige Gebirge. Bodega Sedella nennt sich dieses Unterfangen. In diesem Fall, das ist in Spanien beileibe nicht immer so, gehört die Parzelle einem waschechten Profi-Önologen: Lauren Rosillo (Tante Gockel weiß, was Lauren im Hauptberuf so macht). Es gibt einen Wein, wenige tausend Flaschen, mit all den Rebsorten. Vor etwa zehn Jahren legte Lauren eine Kopie des Weinberges an: die Reiser aus der alten Anlagen, neu gepfropft, nur wenige Meter von dem alten Weinberg entfernt. Der einzige Unterschied: die Parzelle fällt gen Süden ab. Seitdem gibt es zwei Weine: den Sedella und den Laderas de Sedella. Das ist schon großes Kino! Und nein – niemand würde in einer Blindverkostung Weine dieser Qualität der Weinregion Al-Andalus zuordnen. Text: El oso alemán

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Spirituosen

Muscat Beaumes de Venise

Wein · Likörwein · Rhône · Frankreich

Muscat de Beaumes-de-Venise ist ein bekannter französischer Likörwein. Die Trauben werden bei niedriger Temperatur vergoren, um den vollen, blumigen Geschmack zu konzentrieren; die Gärung wird durch Zugabe von reinem Alkohol gestoppt, sodass eine natürliche Restsüße verbleibt. Duft nach Mango und reifen Äpfeln, sehr blumig und aromatisch.


Beaumes-de-Venise / Rhône

Beaumes-de-Venise liegt im südlichen Rhônetal, nahe den Dentelles de Montmirail. Die eigene Appellation AOC Muscat de Beaumes-de-Venise ist einem der renommiertesten Süßweine Frankreichs vorbehalten. Erzeuger ist die Genossenschaft Vignerons de Beaumes de Venise.

Rebsorte und Ausbau

Aus Muscat (Muscat à Petits Grains). Als Vin Doux Naturel wird die Gärung durch Zugabe von reinem Alkohol gestoppt (mutage), wodurch die natürliche Restsüße und die intensive Muskataromatik erhalten bleiben. Die kühle Vergärung konzentriert die blumige Frucht.

Im Glas

Helles Gold. In der Nase intensiv blumig und aromatisch, mit Mango, reifem Apfel, Orangenblüte und der typischen Muskatnote. Am Gaumen süß und vollmundig, zugleich aromatisch frisch, mit klarer Muskatfrucht und langem Abgang.

Zum Genießen

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder Dessertwein.

Passt zu: Obstdesserts, Tarte, Foie gras, Blauschimmelkäse – oder solo als aromatischer Aperitif.


Lage: AOC Muscat de Beaumes-de-Venise, südliche Rhône (Frankreich); Vignerons de Beaumes de Venise
Klassifikation: Vin Doux Naturel – Muscat (à Petits Grains), süß
Ausbau: kühle Vergärung, Gärstopp durch Alkoholzugabe (mutage)

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Weine

Wittmann Westhofen Kirchspiel Riesling Großes Gewächs 2023 Magnum BIO

Weißwein · Rheinhessen · Riesling

Riesling Rheinhessen Westhofener Kirchspiel VDP.Grosses Gewächs Bio (Demeter) Kalkstein Magnum 1,5 l 2023

Das Wittmann Westhofener Kirchspiel Riesling Großes Gewächs 2023 ist ein eleganter, frischer Bio-Riesling vom Kalkstein – mit Aromen gelber Früchte und einer klaren, leicht salzigen Mineralität. In der Magnum der ideale Wein für die große Reife.


Kirchspiel – VDP.Grosse Lage in Westhofen

Das Weingut Wittmann in Westhofen zählt zu den führenden Adressen Rheinhessens und arbeitet seit Langem konsequent biodynamisch (Demeter). Die VDP.Grosse Lage zeichnet die hochwertigsten Weinberge der Region aus – parzellengenau abgegrenzt; hier reifen die besten Weine mit expressivem Lagencharakter und besonderem Reifepotenzial.

Das Kirchspiel mutet wie ein Amphitheater an, das sich zum Rhein hin öffnet; die Reben in Ost- bis Südostausrichtung sind vor kalten Westwinden geschützt – Grund für das hervorragende Kleinklima. Die Reben für dieses Große Gewächs fußen auf schwer durchwurzelbarem Kalkstein (Tonmergel mit Kalksteineinlagen, auch der tiefe Untergrund von Kalkstein dominiert). Genau dieser karge, kalkreiche Boden verleiht den Rieslingen des Kirchspiels ihre filigrane Eleganz und die klare, leicht salzige Mineralität.

Jahrgang 2023 – Rheinhessen

2023 brachte in Rheinhessen aromatische, reife Rieslinge mit guter Substanz und präziser Säure. Auf dem Kalkstein des Kirchspiels ergibt das einen besonders eleganten, geradlinigen Wein mit lebendiger Säure, klarer gelber Frucht und feiner, salziger Mineralität – Spannung und Finesse statt Opulenz. Die Magnum bietet dabei ideale Bedingungen für eine besonders langsame, harmonische Entwicklung.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2023, trocken, VDP.Grosses Gewächs. Abgefüllt in der Magnum (1,5 l).

Handlese, Ganztraubenpressung, Spontangärung mit eigenen Hefen und langer Ausbau auf der Vollhefe – überwiegend im traditionellen großen Holzfass und Edelstahl. Der zurückhaltende Ausbau lässt Frucht und die kalksteingeprägte Mineralität der Lage unverfälscht in den Mittelpunkt treten. Biodynamisch (Demeter), DE-ÖKO-022.

Im Glas

Ein elegantes, frisches Bukett von gelben Früchten – reifer Apfel, Birne, gelbe Zitrus –, ergänzt um weiße Blüten und feine Kräuter. Am Gaumen geradlinig und präzise, mit lebendiger Säure und der für das Kirchspiel typischen klaren, leicht salzigen Mineralität, die den Wein trägt und ihm einen langen, animierenden Abgang verleiht.

Elegantes, frisches Aroma nach gelben Früchten – mit klarer, leicht salziger Mineralität.

Schon jetzt zugänglich, gewinnt aber mit einigen Jahren Kellerreife deutlich an Tiefe – in der Magnum umso mehr; profitiert vom Dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Spargel sowie zu kräftigerem Hartkäse. Die Magnum ist der ideale Begleiter für die große Tafel.


Lage: Rheinhessen, Westhofener Kirchspiel (Deutschland); Ost-/Südostausrichtung, amphitheaterartig zum Rhein geöffnet, Tonmergel mit Kalksteineinlagen über kalksteindominiertem Untergrund; VDP.Grosse Lage
Klassifikation: Rheinhessen, Riesling VDP.Grosses Gewächs (trocken); Magnum 1,5 l
Ausbau: Riesling; Ganztraubenpressung, Spontangärung, Reife auf der Vollhefe (großes Holzfass/Edelstahl); biodynamisch (Demeter), DE-ÖKO-022

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Weine

Louis Boillot Volnay Les Brouillards 1er Cru 2020

0,28 Hektar Rebland werden von Louis Boillot auf der mit über 70 Jahren alten Pinot Noir Reben bestockten 1er Cru Lage Volnay Les Brouillards bearbeitet. Fein und elegant, mit etwas rustikaleren Gerbstoffen und einer dennoch ausladenden und frischen Frucht sind seine Kernkompetenzen. Hier verbinden sich Schokoladen, Blütenaromen, reife Beeren und nasses Gestein zu einer perfekten Melange. Mittelschwer am Gaumen, samtig und lang sein begeisternder Nachhall. Die Konzentration spiegelt die Fruchtessenz und seine delikaten Noten perfekt wieder.

 

Volnay Premier Cru Weine sind hochwertige, trockene Rotweine aus Burgund, gekeltert aus Pinot Noir-Trauben der 28 Premier Cru-Lagen in Volnay. Diese Weine sind bekannt für ihre Eleganz und Feinheit, im Gegensatz zu den kräftigeren Weinen der Nachbarregionen. Während Volnay Village Weine allgemeineren Richtlinien folgen, unterliegen Premier Cru-Weine strengeren Produktionsvorschriften, die ihre Qualität sichern.

 

Die Weinberge erstrecken sich in einem idealen Mikroklima zwischen Pommard und Meursault auf einem Osthang, der für seine gut entwässerten, kalkhaltigen Böden bekannt ist.

 

Die Appellation umfasst 222 Hektar, wovon 133 Hektar als Premier Cru klassifiziert sind. Ein Volnay Premier Cru- Etikett deutet häufig auf einen Verschnitt aus verschiedenen Lagen hin, es sei denn, es wird ein spezifischer Weinberg genannt. Neben Pinot Noir dürfen bis zu 15% Chardonnay, Pinot Blanc und Pinot Gris- Trauben zur Komplexität beitragen, sofern diese innerhalb der Pinot Noir-Parzellen wachsen.

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Italien

Fratelli Revello Barolo Giachini 2020 DOCG

Rotwein · Barolo DOCG · Nebbiolo

Nebbiolo Barolo DOCG Cru Giachini (La Morra) Revello Fratelli kalkhaltig-toniger Boden 24 Monate franz. Barrique 40 % neu / 60 % gebraucht 2020

Der Revello Fratelli Barolo Giachini 2020 DOCG ist ein Single-Vineyard-Barolo aus der Frazione Annunziata in La Morra – komplex und tiefgründig, mit reifer Frucht, feiner Würze und einer klaren, eleganten Struktur. Ein authentischer Ausdruck des Barolo di La Morra.


Cru Giachini – Eleganz aus der Annunziata

Der Weinberg Giachini liegt in der Fraktion Annunziata in La Morra, zwischen dem renommierten Cru Bricco Rocca und dem Ortskern von Annunziata. Die Lage profitiert von kalkhaltig-tonigen Böden und einer südöstlichen Exposition auf rund 270 Metern über dem Meeresspiegel.

Mit einer Rebfläche von etwa einem halben Hektar und vergleichbaren geologischen Voraussetzungen wie die benachbarte Rocche dell'Annunziata entstehen hier Barolo-Weine mit klassischer Struktur und ausgeprägter Eleganz, die als authentischer Ausdruck des Barolo di La Morra gelten.

Jahrgang 2020 – Barolo

2020 brachte im Barolo einen ausgewogenen, eher zugänglichen Jahrgang mit reifer Frucht, feiner Tanninstruktur und guter Balance. In einer eleganten La-Morra-Lage wie Giachini ergibt das einen komplexen, tiefgründigen Nebbiolo, der schon vergleichsweise früh Charme zeigt und zugleich über viele Jahre reift.

Vinifizierung und Ausbau

Reinsortiger Nebbiolo aus dem Jahrgang 2020, Barolo DOCG, trocken.

Der Ausbau beginnt mit einer Maischegärung von sechs bis acht Tagen in horizontalen Rotomazeratoren. Die alkoholische Gärung wird anschließend in Edelstahltanks über zehn bis fünfzehn Tage vollendet, bevor der biologische Säureabbau in Barriques erfolgt. Es folgt eine 24-monatige Reife in französischen Barriques, davon 40 Prozent neu und 60 Prozent gebraucht. Nach der Abfüllung im Juli des Jahres vor der Vermarktung reift der Wein weiter in der Flasche und kommt im März des vierten Jahres nach der Lese in den Verkauf.

Im Glas

Im Geschmacksprofil zeigt sich der Barolo Giachini komplex und tiefgründig, mit reifer Frucht, feiner Würze und einer klaren, eleganten Struktur. Kraft und Körper verbinden sich harmonisch mit einer präzisen Tanninstruktur und einer bemerkenswerten Finesse, die dem Wein Länge, Spannung und großes Reifepotenzial verleiht.

Komplex und tiefgründig, mit reifer Frucht und feiner Würze – Kraft und Finesse mit präzisem Tannin und großer Länge.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 17–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu geschmortem Rind (Brasato al Barolo), zu Wild und Wildgeflügel, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Cru Giachini, Frazione Annunziata, La Morra (Piemont, Italien); ca. 0,5 ha, südöstliche Exposition auf ~270 m; kalkhaltig-toniger Boden
Klassifikation: Barolo DOCG, Nebbiolo (trocken)
Ausbau: Maischegärung 6–8 Tage in Rotomazeratoren, Gärung in Edelstahl (10–15 Tage), Malo in Barrique; 24 Monate französische Barriques (40 % neu, 60 % gebraucht)

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Rebsorten

Zolla Primitivo di Manduria Vigneti del Salento

Rotwein · Primitivo · Manduria · Italien

Zolla Primitivo di Manduria ist ein kraftvoller Rotwein von Vigneti del Salento (Fantini Group) aus Apulien. Reinsortiger Primitivo aus dem DOP-Gebiet Manduria – kräftiges Purpurrot, mit Cassis, vollreifer Brombeere und feinen Edelholznoten.


Manduria

Die Reben für den Zolla stehen zwischen Manduria und Sava im Herzen des Salento, nahe dem Ionischen Meer. Es handelt sich um über 30 Jahre alte Buschreben (Alberello) mit geringem Ertrag, auf eisenhaltigem, kalkhaltigem Lehmboden. Hinter dem Wein steht Vigneti del Salento (Fantini Group).

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Primitivo di Manduria. Nach mehrtägiger Maischegärung reift der Wein sechs bis acht Monate in Barriques aus amerikanischer und französischer Eiche, was ihm die feinen Edelholz- und Röstnoten verleiht.

Im Glas

Kräftiges Purpurrot. In der Nase Cassis und vollreife Brombeeren, dahinter Edelholz. Eine warme Primitivo-Aromatik mit viel schwarzer Beerenfrucht, Heidelbeere, einer feinen Anisnote und Anklängen von Pralinen. Am Gaumen dicht und vollmundig, warm und samtig, mit feinen Tanninen und langem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein kraftvoller, samtiger Primitivo zu herzhafter Küche – gehaltvoll genug, um auch solo zu überzeugen.

Klassische Begleitung: rotes Fleisch, Schmorgerichte, gewürzter Braten und gereifter Käse.


Lage: Manduria, Salento/Apulien (Italien)
Klassifikation: Primitivo di Manduria DOP – Rotwein (trocken)
Ausbau: 6–8 Monate in amerikanischer und französischer Eiche

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Weine

Marie-Courtin Résonance Extra Brut BIO

Champagner · Côte des Bar · Pinot Noir · Blanc de Noirs · Bio

Marie-Courtin Résonance Extra Brut ist ein ausdrucksstarker Blanc de Noirs aus 100 % Pinot Noir und steht exemplarisch für den klaren, unverstellten Stil des Hauses Marie-Courtin. Ohne Dosage abgefüllt und im Emailletank ausgebaut, bewahrt er bemerkenswerte Präzision und Klarheit. Im Glas kühl, beerig und kalkig-mineralisch.


Polisot (Côte des Bar)

Die Trauben stammen aus Polisot an der Côte des Bar, dem südlichen Teil der Champagne. Die kalkig-kreidigen Böden verleihen dem Pinot Noir seine feine, kalkige Mineralität und Klarheit. Marie-Courtin (Dominique Moreau) arbeitet biodynamisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-09).

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Pinot Noir (Blanc de Noirs). Der Ausbau erfolgt im Emailletank, was Frucht und Präzision bewahrt. Nach mindestens zwei Jahren Flaschenreife wird er ohne Dosage abgefüllt.

Im Glas

Helles Gold mit feiner, gut eingebundener Perlage. In der Nase ruhig und fokussiert: rote Johannisbeeren, Himbeeren, ein Hauch Sauerkirsche, zarte florale Noten und kalkige Mineralität; mit Luft eine subtile Würze. Am Gaumen straff und klar strukturiert, zugleich ausgewogen, mit klarer Säure, beeriger Frucht und salziger Frische. Das Finish ist trocken und sauber.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Geflügel, Fisch, Krustentiere und feine Vorspeisen.


Lage: Polisot, Côte des Bar (Champagne); Kalk/Kreide
Klassifikation: Champagne AOC – Extra Brut, Blanc de Noirs
Ausbau: 100 % Pinot Noir, Emailletank, ohne Dosage, mind. 2 Jahre Flaschenreife

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Rebsorten

Lécheneaut Pinot Noir Bourgogne rouge 2022

Rotwein · Bourgogne · Pinot Noir

Pinot Noir Bourgogne AOC Nuits-Saint-Georges (Côte de Nuits) elegant · dicht · seidig 2022

Der Bourgogne Rouge 2022 der Domaine Lécheneaut ist ein eleganter, dichter und konzentrierter Pinot Noir mit seidigem Extrakt. Den Brüdern Lécheneaut aus Nuits-Saint-Georges gelingt mit ihrem „einfachen" Bourgogne ein sensationelles Preis-Genuss-Verhältnis.


Bourgogne aus Nuits-Saint-Georges

Die Domaine Lécheneaut ist in Nuits-Saint-Georges in der Côte de Nuits beheimatet und für ihre fein gearbeiteten Pinot Noirs bekannt. Der regionale Bourgogne Rouge zeigt bereits auf dieser zugänglichen Stufe die Handschrift des Guts.

Die Brüder Philippe und Vincent Lécheneaut zählen zu den gesuchten Erzeugern der Côte de Nuits; ihr Bourgogne weist über seine Stufe hinaus.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – die Grundlage für die Dichte und Eleganz dieses Bourgogne.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf seidigen Extrakt und reine Frucht ausgerichtet.

Im Glas

Elegant, dicht und konzentriert, mit roter und dunkler Frucht. Am Gaumen ein seidiges Extrakt, getragen von feinem Tannin und frischer Säure – viel Wein für die Stufe.

Elegant, dicht und konzentriert, mit seidigem Extrakt – ein „einfacher" Bourgogne mit sensationellem Preis-Genuss.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Charcuterie, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein vielseitiger, eleganter Begleiter für jeden Tag.


Lage: Bourgogne (Côte de Nuits); um Nuits-Saint-Georges
Klassifikation: Bourgogne AOC
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau

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Weine

Abel Mendoza Risueño rosado 2022

Rosé · Rioja · Spanien

45 % Graciano · 25 % Garnacha · 30 % Garnacha Blanca D.O.Ca. Rioja San Vicente de la Sonsierra & Labastida ohne Holz trocken 

Der Abel Mendoza Risueño Rosado 2022 ist der Rosé von Abel Mendoza und Maite Fernández aus der Rioja, geprägt von alten Weinbergen nahe San Vicente de la Sonsierra. Die Cuvée vereint Graciano, Garnacha und Garnacha Blanca von tonig-kalkhaltigen Parzellen in San Vicente de la Sonsierra und Labastida. Vergoren wird im Edelstahltank mit nur kurzer Maischestandzeit für die Farbe, ganz ohne Holz. Frisch und würzig, mit reicher Frucht und feiner Struktur – ein Rosado, der auch ein paar Jahre reifen darf. 


San Vicente de la Sonsierra & Labastida – Rioja Alta

Die Reben für den Risueño stehen in den Gemeinden San Vicente de la Sonsierra und Labastida, am Fuße der Sierra de Cantabria in der Rioja Alta. Die Trauben stammen von alten Parzellen mit stark tonig-kalkhaltigen Böden. Abel Mendoza und Maite Fernández lesen von Hand und bringen mit ihrem Wissen den Charakter dieser Lagen zum Ausdruck.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée 2022 besteht aus 45 % Graciano, 25 % Garnacha und 30 % Garnacha Blanca – rote und weiße Trauben gemeinsam verarbeitet. Der Most vergärt im Edelstahltank, mit nur kurzer Schalenstandzeit zur Extraktion der Farbe. Bis zum folgenden Frühjahr ruht der Wein auf der Feinhefe im Stahltank, bevor er gefüllt wird. Ohne Eichenholzausbau, was die klare, fruchtige Note unterstreicht. 

Im Glas

Frisch und würzig im Auftritt. In Nase und Mund reiche Frucht – Himbeere, Walderdbeere und Pfirsich –, ergänzt durch florale Noten und getrocknete Kräuter, die von der Garnacha Blanca stammen. Eine zarte süße Note leitet über in eine feine Struktur mit eleganten Tanninen. Die Säure ist straff und verbindend, der Abgang lang.

Am Tisch

Klassische Begleitung: mediterrane Vorspeisen, gegrillter Fisch, Geflügel, Tapas und sommerliche Salate. Auch zu leicht würziger Küche ein guter Partner. Gut gekühlt servieren bei 10–12 °C. Schon trinkreif, mit der Substanz, um einige Jahre zu reifen.


Lage San Vicente de la Sonsierra & Labastida · Rioja Alta
Klassifikation D.O.Ca. Rioja
Ausbau Edelstahltank, kurze Maischestandzeit, ohne Holz

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