Cristina Calvache: Von einer, die auszog, den Berg zu verstehen

Cristina Calvache: Von einer, die auszog, den Berg zu verstehen

Kein Mensch würde hier nach Weinbergen suchen! Als ich mich auf den Beifahrersitz des roten Suzuki mit dem klapprigen Innendesign wuchtete, meinte Cristina nur: „Na, dann wollen wir mal!“ Was folgte, war eine Tour, die durch ein spektakuläres Nichts führte: erst einmal an einem ausgetrockneten Flussbett entlang, dann durch eine Engstelle, die Wind und Regen zu einer bizarren Felsformationen verformten. Dann ging es hoch, denn Alboloduy liegt auf gerade einmal vierhundert Metern über Meeresniveau, ein verschlafenes Dorf mit mehr Bars als Einwohnern in arbeitsfähigem Alter.

Auf dem Weg nach oben, das Ziel trägt den Namen Montenovo, überwältigt einen der Ausblick: man kann bis nach Almería sehen, das Meer erahnen, alle Berge und Hänge, vom Wind säuberlichst gereinigt, blitzen im gleißenden Licht, mitten im Juni. Man trifft auf Schiefer und Quarzit, auch auf reinen Quarz, dann wieder auf ganz anderen Schiefer, eher rötlich, mit mehr Eisen versetzt; dann kommt wieder ganz anderer Schiefer – man könnte Tage mit Gesteinsuntersuchungen verbringen. Menschen würden einen dabei wohl eher nicht stören, denn während der gesamten drei Stunden, die diese Tour verschlang, trafen wir nicht einen Menschen, begegneten nicht einem Auto, nicht einmal Fuchs oder Hase wollten quatschen!

Das einzige, das wir zunächst einmal nicht fanden, waren Weinberge, dafür Kurven und noch mehr Kurven, steile Abhänge; es war durchaus beruhigend, zu wissen, dass die Fahrerin des roten, leicht klapprigen Suzuki mit dem Terrain vertraut ist. Irgendwann, ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, sahen wir den ersten Weinberg, am Steilhang, knapp hundert Meter über der Straße gelegen. „Da holen wir auch Trauben“, meinte Cristina, „die Parzelle ist aber eher langweilig!“ Also weiter! Noch einmal siebenhundert Kurven, noch einmal hundert Meter gen Himmel und dann: scharf den Hang hinab, so steil hinab, dass sich der olle Ford Focus wohl geweigert hätte. Aber auch Cristina wurde es am Ende etwas bammelig, es sei immer so kompliziert, dort unten zu wenden, außerdem sei der Weg etwas rutschig. Wir erledigten den Rest zu Fuß.

Endlich angekommen standen wir in einem in fünf Teile aufgefächerten Weinberg: alles Jaén blanca, eine klassische, ach, was sage ich, die klassische Rebsorte der Region. Vor hunderten von Jahren stand sie hier an allen Ecken und Enden. Heute sind fast alle noch verbliebenen Parzellen in der Hand von Cristina Calvache, ein paar Weinbauern sträuben sich noch, nicht zuletzt aus Neid, weil man der Bodega den Erfolg nicht gönnt.

Die Parzelle, in der wir herumlatschten, ist in perfektem Zustand. Der Eigentümer ist frühverrentet, für ihn ist es sein aktueller Lebenstraum. Wie lange das noch geht, ist eine gute Frage. Aber für danach ist vorgesorgt: wie bei fast allen Parzellen, die Cristina nicht gehören, hat sie ein Erstzugriffsrecht. Wie groß die Parzelle wirklich ist, weiß sie nicht, etwa fünftausend Kilo könne man dort einsammeln, wenn, ja wenn es sich um ein gutes Jahr handelt. Aus der Entfernung grob geschätzt könnten es knapp drei Hektar sein. Fünftausend Kilo, dreißig Minuten Gekurve, hoch oben auf dem Berg, in Montenovo, man muss schon ganz schön balla-balla sein, um das zu bewerkstelligen.

Cristina Calvache ist nicht balla-balla, sie hat das mit dem Jaén blanca quasi gleich nach der Muttermilch aufgesogen; ihr Großvater hat die Gründung der Bodega noch miterlebt, auch die ersten Erfolge seiner Enkelin, ihr Vater hat sich lange um den Vertrieb gekümmert, er starb vor wenigen Jahren. Nun ist das alles ihr Geschäft.

Nachdem wir all dies in Augenschein genommen und uns erfolgreich zum Auto hochgehangelt hatten, meinte Cristina, lächelnd: „Wenn wir schon einmal da sind, könnten wir uns eigentlich auch die Experimentalanlage ansehen, die mein Vater angelegt hat.“ Meine Kehle hätte nichts gegen eine Flasche Survivalmineralwasser gehabt, aber dann halt nicht. Stattdessen Experimentalweinberg!

Und so kurvten wir hinauf im Sauseschritt, vorbei an einem Weinberg, der auch der Familie Calvache gehört, besser gesagt einem Freund von Cristinas Vater. Dann irgendwann, Zeit spielt in diesen Sphären und Atmosphären nur bedingt eine Rolle, erreichten wir den Punkt elfhundert dreiundsechzig. Dort beginnt ein Weinberg, nicht viel mehr als anderthalb Hektar groß, in dem Chardonnay steht; dazu je drei Zeilen Gewürztraminer und Riesling. Einfach mal zum Ausprobieren! Und was macht man mit so was? Nun – Schaumwein!!! Zumindest in Spanien gibt es wohl keinen anderen Schäumli, der auf dieser Höhe entsteht. Natürlich kommt da auch etwas Jaén blanca drin vor, das Grundgerüst indes gibt der Chardonnay. Klar, man könnte auch einen Gebirgschardonnay keltern, aber das mit dem Schaum gefällt dem Bären gar sehr! Natürlich Brut Nature – der Schaumwein, nicht der Bär!

Ein kleines Randlagenintermezzo: nach so viel Bergtour kam mir ein kleiner Ausflug zu einer nahe einer geteerten Straße liegenden Parzelle schon fast wie ein Erholungsurlaub vor. Wir fuhren am Osthang der Sierra Nevada hoch gen einen Ort, der sich Nacimiento nennt, der Teil, in dem sich der Weinberg befindet, heißt Campillo, die Reben stehen auf etwa neunhundert Meter über Meeresniveau, Tiefland also. Ganz schwach nimmt man das intensive Schweigen wahr, welches die Autobahn verursacht, die Almería mit Madrid verbindet, ansonsten passiert da nicht wirklich viel. Hier beackert Cristina fünf Hektar, der Großteil ist gepachtet, mit Vorkaufsrecht. In dieser Ecke wechseln sich Schiefer und Quarzite ab, eine Hangneigung ist sichtbar, aber nur bedingt spürbar. Die Oberfläche besteht aus lehmhaltigem Schwemmland, es gibt viele Steine; das spärliche Regenwasser kann ganz gut gehalten werden. Die Syrah-Stöcke sind etwa fünfzehn Jahre alt, der Tempranillo ist etwas älter, teilweise Kopfschnitt, teilweise Drahtrahmen.

Natürlich könnte man hier noch mehr Rebland anlegen oder dem komplett unfähigen oder desinteressierten Weinbauern in der Nachbarschaft seine Parzellen abschwätzen (Geld sollte man dafür nicht unbedingt ausgeben). Aber für den Moment sind genug Trauben vorhanden.

So, und jetzt mal ganz schnell gaaaanz viel Luft in den Rachen schieben, denn das eigentlich Spannende kommt ja erst noch. Aus technischen Gründen lagen zwischen dem ersten und dem zweiten Besuch ein paar Wochen.

Wie in Spananien üblich, trafen wir uns am Späti, sorry, an der Tankstelle. Und zwar in Alhama (al-Hama = das Bad, im Sinne von Heilbad) de Almería. Ein halbwegs modernes Dorf, das neben einer Tankstelle auch noch einen Bäcker, einen Metzger sowie siebenundzwanzig Bars hat. Wir losten, welches Auto schlechter für die Bergtour geeignet sei; mit der Präzision eines Cristiano Messi gewann der olle Ford Focus und suchte sich einen gemütlichen Platz im Schatten. Der rote Suzuki mit dem klapprigen Innendesign musste den Berg hoch.

Berg hoch, das bedeutet in diesem Fall hoch in die Sierra de Gádor, ein Anhängsel der Sierra Nevada, weit im Südosten von al-Andalus gelegen. Dort gibt es ungefähr dreiundsiebzig Treptakrillionen Hektar Land, aber nur etwa derer sieben sind mit Reben bestockt. Und alle sieben stehen stramm, sobald der rote Suzuki mit der wackeligen Klimaregulierung um die Ecke rauscht. Man braucht etwa zehn Minuten auf geteertem Terrain und dann noch einmal eine halbe Stunde auf holprigem Geläuf. Auf dem Weg gen Gipfel trafen wir ein Schaf, eine Kuh, und ein etwas zu schnelles Auto der Guardia Civil (¿Schäferstündchen?) Dieses Auto sollte uns noch beschäftigen… Endlich oben angelangt blickte der Bär auf so etwas wie ein Weinparadies: Finca Calabrial – klein, aber wirklich fein! Keine fünf Hektar, alles nahe beisammen. Drei Rebsorten – und eine vierte im Kopf. Denn da ist noch eine Parzelle frei, auf genau eintausend-dreihundert und neunundvierzig Meter über Meeresniveau. So die Worte des Bären Gehör finden, wird da alsbald Cabernet Franc gepflanzt.

Die anderen drei Rebsorten haben es in sich. Zum einen ist da Jaén blanca, endlich einmal mit Säure. Cristina will erst einmal Rotwein auf dem internationalen Markt verkaufen, der Bär indes denkt gerne über Dinge nach, die mehr Zeit als nur drei Wochen benötigen. Ein Zementei mit Jaén blanca aus dieser Parzelle hat sich in meinem Hirn fest eingenistet.

Und dann kommen da zwei ganz großartige Weine. Es gibt (fast) nichts schöneres als durch einen Weinberg zu laufen und sich den zukünftigen Wein im Kopf schon einmal zurechtzutrinken. Der Tempranillo, natürlich wird das ein sortenreiner Tempranillo, und er wird es mit fast allen Tempranillos der spanischen Weinwelt aufnehmen können (Who the hell is Pingus?):

Dreizehnhundert und noch was Meter, Bruchstein, knappe Krume, nach Osten abfallende Parzelle, leicht lehmiger Boden, extrem lockere Trauben, kleine Beeren. Was, verdammt noch mal, will man mehr? Etwa zweitausend Kilo, die Hälfte davon geht an den Eigentümer der Parzelle. Aktuell also drei Barricas, aber vielleicht kann man mit dem Eigentümer ja einen Deal abschließen…. Mehr Eleganz geht nicht, Cristina muss das nur noch umsetzen.

Daneben steht der Cabernet SauvigDOCH! Aktuell gibt es diesen Wein in leichtem Verschnitt mit einer anderen Cabernet-Parzelle, ab Jahrgang zwanzig siebzehn wird das ein sortenreiner Lagengebirgswein sein. Klingt nach mindestens dreihundert Euro, wird aber deutlich günstiger zu erhalten sein.

Auf dem Weg zurück in die Zivilisation trafen wir die Guardia Civil, mit einem Reifenschaden im Graben liegend. Leider konnten wir nicht helfen, da rote Suzukis mit klapprigem Innendesign nun einmal nicht mit einer Kolbenrückholfeder im Kofferraum ausgeliefert werden. Aber zehn Minuten später kam uns ein Guardia Civil-Kastenwagen entgegen, hupend und blinkend in einer Gegend, in der es nicht einmal Fuchs und Hase gibt. Text: El oso alemán

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Weine

Bermont blanc Mont Baudile

Weißwein · Cuvée · Mont Baudile · Frankreich

Fonjoya Bermont Blanc Mont Baudile ist eine feinherbe, fruchtige Weißwein-Cuvée aus dem Languedoc in Südfrankreich. Die Komposition aus Sauvignon Blanc, Grenache Blanc und Colombard ist unkompliziert und zugänglich – mit reifem Pfirsich und knackigen Zitrusaromen, weich und mild am Gaumen.


Mont Baudile

Der Weinberg liegt am Fuße des Mont Baudile, am Vorgebirge der Terrasses du Larzac im Hérault. Hinter dem Wein steht das südfranzösische Winzerkollektiv Fonjoya, das in dieser sonnenverwöhnten Mittelmeerregion klassische und moderne Weine erzeugt.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Sauvignon Blanc, Grenache Blanc und Colombard. Der Ausbau im Edelstahltank bewahrt die frische, fruchtbetonte Aromatik. Mit feiner Restsüße ausbalanciert, bleibt der Wein weich und zugänglich.

Im Glas

Helles Gelb. In der Nase und am Gaumen reife Pfirsichnoten und knackige Zitrusaromen. Weich, geradezu mild am Gaumen, mit feiner Restsüße und unkompliziertem Trinkfluss. Frischer, fruchtiger Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – solo als Allrounder oder als Speisenbegleiter. Die feine Restsüße passt auch zu würziger Küche.

Klassische Begleitung: Aperitif, asiatische Küche, leicht Scharfes, Salate und Fisch.


Lage: Mont Baudile, Languedoc (Frankreich)
Klassifikation: IGP Mont Baudile – Weißwein-Cuvée (feinherb)
Ausbau: Edelstahltank

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Spanien

Equipo Navazos Oloroso Bota 46

Generoso · Oloroso · Montilla-Moriles · Spanien

Equipo Navazos La Bota de Oloroso 46 „Montilla" ist ein alter, trocken ausgebauter Oloroso aus Montilla-Moriles. Dunkles Gold mit raffiniertem, intensivem Aroma; am Gaumen fleischig, vielschichtig und sehr lang – rund wie ein PX, aber trocken. Geschätztes Alter rund 25 Jahre.


Montilla-Moriles

Equipo Navazos wählt herausragende Fässer aus und füllt sie nummeriert ab. Dieser Oloroso stammt aus Montilla-Moriles (Bodega Pérez Barquero) im Süden Spaniens. Dort ist – anders als im Jerez – Pedro Ximénez die klassische Rebsorte, die hier trocken zum Oloroso ausgebaut wird.

Bereitung und Reifung

Ein trockener Oloroso: rein oxidativ gereift (ohne Flor), wodurch sich Farbe, Dichte und nussig-würzige Tiefe entwickeln. Mit einem geschätzten Durchschnittsalter von rund 25 Jahren ein altes, seltenes Fass. Unfiltriert abgefüllt.

Im Glas

Tiefes Gold bis Bernstein. In der Nase raffiniert und intensiv, mit getrockneter Orangenschale, gerösteten Mandeln und Nüssen, feiner Würze und salziger Note. Am Gaumen fleischig, dicht und ausdrucksstark, vollmundig mit guter Säure und Salzigkeit – rund und cremig wie ein PX, dabei trocken; sehr langer, komplexer Abgang.

Am Tisch

Bei rund 14–16 °C servieren – ein kraftvoller Begleiter zu herzhaften Gerichten.

Passt zu: Schmorgerichten, rotem Fleisch, Wild, reifem Hartkäse, Pilzgerichten und Nüssen.


Lage: Montilla-Moriles (Spanien); Bodega Pérez Barquero
Klassifikation: Oloroso (Generoso), trocken – Pedro Ximénez; Auswahl & Abfüllung Equipo Navazos „La Bota 46 – Montilla"
Ausbau: rein oxidative Reifung (Solera), geschätzt ~25 Jahre; unfiltriert

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Weine

Domaine Bousquet Malbec Reserva BIO

Rotwein · Malbec · Mendoza · Reserva · Bio

Domaine Bousquet Malbec Reserva ist ein Bio-Rotwein aus Mendoza in Argentinien. Im Glas zeigt er eine dunkelviolette bis fast schwarze Farbe und eine intensive, würzige Frucht. Als Reserva mit Fassreife gewinnt er an Struktur und Tiefe.


Mendoza

Domaine Bousquet liegt in Tupungato im Uco Valley, einer hochgelegenen Weinregion in Mendoza am Fuße der Anden. Die Höhenlage verleiht den Malbec-Weinen Farbe, Frische und Tiefe. Das Gut zählt zu den Bio-Pionieren Argentiniens; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle AR-BIO-154).

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Malbec. Als Reserva reift er im Eichenfass, das ihm zusätzliche Struktur, Würze und eine feine Schokoladennote verleiht.

Im Glas

Dunkelviolette bis fast schwarze Farbe. In der Nase Cassis und schwarze Johannisbeeren mit Noten von schwarzem Pfeffer. Am Gaumen runden ein Hauch Schokolade und eine intensive Frucht das Bild ab; kraftvoll und vollmundig. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine kurze Belüftung tut dem Wein gut.

Klassische Begleitung: rotes Fleisch, Grillfleisch, Schmorgerichte und gereifter Käse.


Lage: Uco Valley / Tupungato, Mendoza (Argentinien); Höhenlage
Klassifikation: Mendoza – Malbec, Reserva
Ausbau: Malbec, Eichenfassreife

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Spirituosen

Prinz Alte Marille

Spirituose · Obstbrand · Holzfassreifung · Österreich

Prinz Alte Marille ist eine holzfassgereifte Marillenspezialität der Fein-Brennerei Prinz aus Österreich. Aus vollreifen, saftig-süßen Marillen mit ihrem charakteristisch blumigen Aroma destilliert – goldgelb, intensiv-fruchtig und mild, mit feiner Holzfassnote.


Herkunft

Die Fein-Brennerei Prinz aus Hörbranz in Vorarlberg (Österreich) ist für ihre Obstbrände und die holzfassgereiften „Alten Sorten" bekannt. Die Marillen stammen von Obstbauern aus den Ausläufern der Alpen und werden auf dem hauseigenen Obsthof optisch und sensorisch geprüft.

Destillation und Reifung

Entkernt, entstielt und eingemaischt, vergärt die Maische rund 18 Tage. Im zweifachen Brennverfahren entsteht ein fruchtig-aromatisches Destillat, das anschließend mehrjährig im feinporigen Steingut reift. Den geschmacklichen Abschluss bildet das Finish im Holzfass; zuletzt wird der milde Brand mit natürlichen Fruchtauszügen verfeinert.

Im Glas

Schöner goldgelber Farbton aus der Holzfasslagerung. In der Nase intensiv-fruchtig, mit den sortentypischen, leicht blumigen Marillennoten. Am Gaumen vollmundig, mit dezenter Süße und Holzfassnote. Mild und fruchtig bis in den Abgang.

Pur genießen

Gut gekühlt pur als Digestif nach dem Essen. Die fruchtige Art passt auch zu Dessert, zu Marillenknödeln oder über Eis geträufelt.

Klassisch solo: gekühlt pur, als Digestif oder zum Dessert.


Herkunft: Hörbranz, Vorarlberg (Österreich)
Art: holzfassgereifte Marillenspezialität (Obstbrand)
Destillation: zweifaches Brennverfahren
Reifung: mehrjährig im Steingut, Finish im Holzfass; mit natürlichen Fruchtauszügen verfeinert

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Feinkost

Crostino Paté di Cinghiale Wildschweinpastete Toskana

Feinkost · Pastete · Toskana · Italien

Crostino Paté di Cinghiale ist eine herzhafte Wildschweinpastete aus der Toskana – die klassische Grundlage für die berühmten Crostini toscani.


Herkunft / Toskana

Das Wildschwein (cinghiale) ist fest in der toskanischen Küche verankert – besonders im Hinterland von Maremma und Chianti. Crostini mit Wildschwein- oder Leberpastete zählen zu den klassischen Vorspeisen der Region. Hier von Viani.

Zutaten und Herstellung

Hergestellt aus Wildschweinfleisch, verfeinert mit Gewürzen, und zu einer streichfähigen Pastete verarbeitet. Die genaue Zutatenliste entnehmen Sie bitte dem Etikett.

Geschmack

Kräftig und würzig, mit dem typisch herzhaften, leicht wildigen Aroma des Wildschweins. Streichzarte Textur und vollmundiger, rustikaler Charakter.

In der Küche

Klassisch auf geröstetem Weißbrot servieren.

Ideal: als Crostini toscani auf geröstetem Brot, als Antipasto und zu kräftigem Rotwein.


Hersteller: Viani (Italien)
Produkt: Crostino Paté di Cinghiale – Wildschweinpastete
Zutaten: Wildschweinfleisch, Gewürze (genaue Liste laut Etikett)
Herkunft: Toskana (Italien)
Mindesthaltbarkeit (MHD): 31.07.2028

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Weine

Claus Preisinger Fruitloops rot 2022 BIO

Rotwein · Cuvée · Burgenland · Naturwein · Bio

Claus Preisinger Fruitloops Rot ist ein Bio-Naturwein und eine Cuvée aus Blaufränkisch, Cabernet Franc und Syrah. Ein Teil wurde auf der Maische vergoren, ein Teil reifte in der Amphore mit etwas Flor. Ein saftiger, fruchtbetonter und eigenständiger Wein. Im Glas leicht, frisch und trinkfreudig.


Burgenland

Claus Preisinger hat seinen Sitz in Gols im Burgenland (Österreich) und zählt zu den profiliertesten Naturwein-Erzeugern des Landes. Die Reben profitieren vom pannonischen Klima und den vielfältigen Böden der Region. Der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle AT-BIO-402).

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Blaufränkisch, Cabernet Franc und Syrah. Ein Teil wird auf der Maische vergoren, ein Teil reift in der Amphore mit etwas Flor – ein naturnaher Ausbau, der dem Wein Frische, Frucht und eine eigenständige Textur verleiht.

Im Glas

Helles Rot. In der Nase saftige rote Frucht, Beeren und ein feiner würziger Ton. Am Gaumen leicht, frisch und fruchtbetont, mit feinen Tanninen und einer dezenten, vom Flor geprägten Note. Der Abgang ist saftig.

Am Tisch

Bei rund 14–16 °C, leicht gekühlt servieren. Ein vielseitiger, geselliger Rotwein.

Klassische Begleitung: Charcuterie, Geflügel, leichte Fleischgerichte und Gemüse.


Lage: Burgenland (Österreich)
Klassifikation: Naturwein (Österreich) – Rotwein
Ausbau: Blaufränkisch/Cabernet Franc/Syrah, teils Maischegärung, teils Amphore mit Flor

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Frankreich

Saouma Amph Crau Pignan Serres 3er Set

Rotwein · Châteauneuf-du-Pape (Terroir-Trio) · Grenache

100 % Grenache Amph-Serie · 3er-Set Crau · Pignan · Serres Châteauneuf-du-Pape Rotem & Mounir Saouma 6 Monate Tonamphore ohne Zusätze · Schwerkraftfüllung nur 400 Boxen · 2013

Das Saouma Amph 3er-Set 2013 enthält je eine Flasche Crau, Pignan und Serres – drei verschiedene Terroir-Weine aus Châteauneuf-du-Pape, deren Trauben nach dem leichten Anpressen für sechs Monate in Tonamphoren ruhen. Ein radikales Naturwein-Experiment von Mounir Saouma, ganz ohne Zusätze – ein wahres Naturprodukt in nur 400 Boxen.


Amph – reine Natur aus der Amphore

Rotem und Mounir Saouma sind als Eigentümer des legendären Micro-Négoce Lucien Le Moine im Burgund weltberühmt. In Châteauneuf-du-Pape geht Mounir Saouma mit der „Amph"-Serie einen kompromisslosen Weg: Er verwendet innen unbeschichtete Tonamphoren, damit die Trauben unmittelbar mit den Eigenschaften des Tons in Kontakt kommen. Die Trauben ruhen sechs Monate in der Amphore, werden dann leicht angepresst und kehren in die Amphore zurück; die Füllung erfolgt allein über die Schwerkraft. Dabei verzichtet Mounir auf jegliche Zusätze wie Hefe, Säure oder Schwefel – rein gar nichts.

Für dieses Trio wählte er Trauben von drei verschiedenen Terroirs von Châteauneuf-du-Pape aus, die den Einfluss des Bodens unverfälscht ins Glas bringen: La Crau, Pignan und Les Serres. Das Ergebnis ist ein Dreiklang, der die unterschiedlichen Charaktere der Natur perfekt widerspiegelt.

Jahrgang 2013 – Châteauneuf-du-Pape

2013 war in der südlichen Rhône ein kühlerer, anspruchsvoller Jahrgang, der bei sorgfältiger Arbeit besonders feine, frische und fein gezeichnete Weine hervorbrachte – ideal für Mounir Saoumas Stil, der die Eleganz und Transparenz des Terroirs über pure Kraft stellt. Die schonende Vinifikation in der Amphore unterstreicht diese klare, ursprüngliche Handschrift.

Herstellung und Ausbau

Drei Einzellagen-Rotweine aus 100 % Grenache, Jahrgang 2013, trocken; je eine Flasche (0,75 l) Crau, Pignan und Les Serres. Limitierte Produktion von nur 400 Dreier-Boxen.

Die Trauben ruhen nach leichtem Anpressen sechs Monate in innen unbeschichteten Tonamphoren – ohne Zusatz von Hefe, Säure oder Schwefel. Gefüllt wird ausschließlich über die Schwerkraft. Diese kompromisslos natürliche Machart bringt die Eigenheiten jedes Bodens unverfälscht zum Ausdruck und macht jeden der drei Weine zu einem eigenständigen Terroir-Porträt.

Im Glas

Die drei Weine spiegeln die unterschiedlichen Eigenschaften der Natur wider. Crau: Die Rebstöcke fußen auf tonhaltigen Böden und ergeben einen eher kräftigen, würzigen Rotwein voller Kraft und Energie. Pignan: Auf sandigem Untergrund gewachsen, mundet er zart fruchtig und finessenreich, mit großer Reinheit der Frucht. Serres: Seine Aromen sind wärmend und intensiv-fruchtig, geprägt von reicher, dunkler Frucht und wärmenden Gewürzen. Das Trio kann zu Recht als ein wahres Naturprodukt bezeichnet werden.

Crau – kräftig und würzig vom tonigen Boden; Pignan – zart fruchtig und finessenreich vom Sand; Serres – wärmend und intensiv-fruchtig. Drei Terroirs, drei Charaktere.

Als Naturweine vor dem Genuss dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem und gegrilltem Rind, zu kräuterwürzigen mediterranen Schmorgerichten sowie zu gereiftem Käse – ideal, um die drei Terroirs im direkten Vergleich zu verkosten.


Lage: drei Terroirs von Châteauneuf-du-Pape – La Crau (toniger Boden), Pignan (sandiger Boden), Les Serres (südliche Rhône, Frankreich)
Klassifikation: Terroir-Serie „Amph"; 100 % Grenache (trocken); je 1 Flasche Crau, Pignan, Serres; limitiert auf 400 Boxen
Ausbau: ~6 Monate in innen unbeschichteten Tonamphoren, ohne Zusätze (kein Schwefel, keine Säure, keine Hefe), Füllung über Schwerkraft

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Weine

Bico do Cabo Albarino

Weißwein · D.O. Rías Baixas · Val do Salnés

Albariño Val do Salnés 2025 Verwitterter Granit 50–150 m 4 Monate Hefelager Ohne malolaktische Gärung

Der Fento Bico do Cabo Albariño 2025 kommt aus dem Val do Salnés, der atlantischsten Subzone der D.O. Rías Baixas. Der Name verweist auf einen Strand der Küste, an der die Parzellen liegen. Eulogio Pomares vinifiziert ihn ohne Holz, ohne biologischen Säureabbau und mit vier Monaten Hefelager – ein Albariño, der auf Salzigkeit und Zug setzt statt auf Fülle.


Val do Salnés – Granitzersatz auf Meereshöhe

Die Parzellen liegen zwischen 50 und 150 Metern über dem Meer, wenige Kilometer von der Ría de Arousa entfernt. Der Untergrund besteht aus verwittertem Granit, in Galicien xabre genannt: ein grobkörniger, sandiger Zersatz, der Wasser rasch abführt und die Wurzeln zwingt, in die Klüfte des anstehenden Gesteins zu gehen. Diese Kombination aus armem Sand über hartem Fels ist die Grundlage der salzig-mineralischen Ader, die Albariño aus dem Salnés von den weicheren Weinen des Condado do Tea unterscheidet. Die Reben sind 15 bis 25 Jahre alt.

Salnés ist die kühlste und feuchteste der fünf Subzonen. Über 1.200 Millimeter Jahresniederschlag und die ständige atlantische Brise halten die Nächte kühl und die Säure hoch, erzeugen aber zugleich hohen Pilzdruck. Die traditionelle Antwort darauf ist die Pergola-Erziehung auf Granitpfosten: Das Laub hängt in zwei bis drei Metern Höhe, die Trauben bleiben durchlüftet, und der Boden darunter trocknet ab.

Der Weinbau im Salnés ist kleinteilig. Historisches Erbrecht hat die Flächen über Generationen in Parzellen von wenigen Hundert Quadratmetern zerlegt, oft eingefasst von Trockenmauern aus Granit. Der Wein entsteht deshalb nicht aus einer Einzellage, sondern aus einer Vielzahl kleiner Lagen mit unterschiedlicher Exposition – die Handlese mit Vorselektion im Weinberg ist unter diesen Bedingungen keine Stilentscheidung, sondern Voraussetzung.

Jahrgang 2025 – Rías Baixas

Auf einen milden, niederschlagsreichen Winter folgte ein ebenso feuchtes Frühjahr, das einen frühen Austrieb auslöste. Die Fruchtbarkeit der Augen lag bei rund 90 Prozent bei 2,3 Trauben je Auge – die Anlage für einen mengenreichen Jahrgang stand damit früh fest. Blüte im Mai, Fruchtansatz im Juni, beides ohne nennenswerte Verrieselung. Der Sommer verlief stabil und thermisch ausgeglichen, ohne die Hitzespitzen der Vorjahre, was den Säureabbau in der Reifephase bremste. Der Pilzdruck des feuchten Frühjahrs ließ sich im trockeneren Sommer kontrollieren.

Die Lese in Rías Baixas begann am 20. August und lief bis zum 8. Oktober; die Hauptmenge im Val do Salnés wurde in der ersten Septemberhälfte geholt, zwischen den Niederschlägen, die den Monat zeitweise unterbrachen. Der Gesundheitszustand des Leseguts war durchgehend gut. Mit 47,5 Millionen Kilogramm (+12,7 Prozent) und einem Durchschnittsertrag von 9.881 kg/ha war 2025 einer der mengenreichsten Jahrgänge der Denominación; Val do Salnés stellte mit 65 Prozent den größten Anteil. Das Consejo Regulador stufte den Jahrgang als „muy buena" ein – hohe Menge bei erhaltener Säure, ein Jahr für präzise, straffe Weine statt für Opulenz.

Assemblage und Ausbau

100 Prozent Albariño aus dem Jahrgang 2025, von Hand gelesen und bereits im Weinberg selektiert. Die Gärung findet ausschließlich im Edelstahltank statt, temperaturkontrolliert und ohne Holzeinsatz – die Entscheidung zielt auf die primäre Sortenfrucht des Albariño: Apfel, Zitrus, Steinobst, Fenchel.

Der Wein bleibt anschließend vier Monate auf der Feinhefe und gewinnt daraus Textur und Bindung am Gaumen. Eine malolaktische Gärung findet nicht statt, die Apfelsäure des Jahrgangs bleibt vollständig erhalten. Vor der Füllung wird der Wein kaltstabilisiert und filtriert, um Frucht und Frische unverändert in die Flasche zu bringen.

Im Glas

Helles Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase Apfel, verhaltene Zitrusfrucht, Fenchel und ein exotischer Anklang, dazu grüne, kräuterige Noten. Am Gaumen zupackende Säure, die die Aromatik trägt statt sie zu überdecken; das Hefelager gibt der Mitte Griff, der Nachhall bleibt saftig und salzig.

Vier Monate Feinhefe geben die Textur, der ausgebliebene Säureabbau lässt den Granit ungebremst durch.

Bei 10 bis 12 Grad servieren, kälter verschließt sich die Frucht. Kein Dekantieren nötig, ein großes Glas hilft dem Fenchelton. Trinkreif ab sofort; die Säurestruktur des Jahrgangs 2025 trägt den Wein ohne Mühe bis 2030, wobei sich die Primärfrucht ab dem dritten Jahr in Richtung Kräuter und Nuss verschiebt.

Am Tisch

Der klassische Weg ist der kurze: Austern, Miesmuscheln in Weißwein, gegrillte Sardinen, Pulpo á feira mit Pimentón und Olivenöl. Ebenso gut zu Empanada mit Bacalao, zu gebratenem Wolfsbarsch, zu Sushi und Sashimi oder zu jungem Ziegenkäse. Auch zu Spargel mit Zitronenbutter, wo die Säure die Bitternoten auffängt.


Produzent Fento Wines (Eulogio Pomares), Meaño, Val do Salnés
Rebsorte 100 % Albariño
Lage Val do Salnés, Parzellen auf 50–150 m
Klassifikation D.O. Rías Baixas
Jahrgang 2025
Vinifikation Handlese mit Selektion im Weinberg · Gärung im Edelstahltank · ohne malolaktische Gärung
Ausbau 4 Monate auf der Feinhefe · kaltstabilisiert · filtriert
Trinkreife 2026–2030
Boden Verwitterter Granit (xabre) über Granitfels
Rebenalter 15–25 Jahre

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