Zuberoa Käsekuchen – eine Chronik des Scheiterns
Es gibt im Leben kulinarische Momente, die man sich einfach in Mamor meißeln lassen möchte… und dann sollten diese Erinnerungen in Form einer sinnlichen Skulptur zur ewigen Erinnerung in das Wohnzimmer gestellt werden können. Das klappt eben bei Genussmomenten leider nicht so wirklich und so bleibt der Käsekuchen des baskischen Restaurants Zuberoa der Gebrüder Arbelaitz wie ein vergangener Traum in einer einsamen Gehirnzelle haften.
Aber da der Mensch häufig überheblich ist und auch glaubt, alles nachahmen und in diesem Falle nach backen zu können, wird spontan das Rezept vom Restaurant Zuberoa angefordert. Dieses wird dann auch flugs via elektronischer Post und dem freundlichen Vermerk des guten Gelingens aus dem Baskenland zurückgeschickt.
Das Rezept ist pures Gold wert, da dieser Käsekuchen wahrscheinlich das Beste ist, was man sich nur vorstellen kann. Daher ist eine schnelle Verbreitung an willige Käsekuchen- Bäcker zügig abgeschlossen und die Vorfreude auf viele tolle Momente mit einem Stück dieses himmlischen Käsekuchens in eine unendliche Dimension gesteigert worden.
Dass dann doch alles nicht ganz so einfach ist wie erwartet, zeigt diese traurige, aber durchaus amüsante und gewichtsfördernde Chronik auf.
Franks (erster) Käsekuchen
Das erste Problem war die Konsistenz. Frank, der mutige Käsekuchen Backmeister, hat den Kuchen nicht flach genug ausgebacken. Dann ist er auf die glorreiche Idee gekommen, seine Tiefkühltruhe auszuräumen und dort den Käsekuchen schock zu frosten. Diese doch recht pfiffige Idee ging dann natürlich nach hinten los. Der Käsekucheninhalt, 500 Gramm beste deutsche Markenbutter, sechs Eier, ein halber Liter Sahne und in jedem Fall zu viel flüssiger Roquefort Käse, und weiß der Teufel, was er da sonst noch alles rein gepfuscht hat, liefen dann einfach aus dem Kuchen heraus.
Die anwesende Katze hat den flüssigen Gaumenschmaus voller Wonne vom Boden abgeleckt, bis dem armen Tier klar wurde, dass es einen eklatanten Fehler begangen hat und sich klammheimlich davon machte, um sich zu übergeben.
Allen Mitessenden war nach gut drei Bissen klar, dass man gerade drauf und dran war, einen plötzlichen Kalorien Suizid zu begehen. Auch dem Gastgeber wurde irgendwann gewahr, dass mit dem Kuchen etwas nicht stimmen konnte und gelobte beim nächsten Versuch Besserung.
Den Butter- und Sahnegeschmack hatten alle Anwesenden noch gut zwei Stunden im Mund- und Rachenraum hängen. Wie ein monumentaler Bibelfilm legte diese „Bombe“ ein drohendes Zeichen für alle weiteren Käsekuchen Bäcker, die sich noch versuchen wollen. Ein denkwürdiger und äußerst lustiger Abend. Aber an diesem Käsekuchen müssen wir noch arbeiten. ? … Fortsetzung folgt …



