Zurück in die Zukunft

Zurück in die Zukunft

Wui’n hed mer scho‘ g’mecht obber derf’n ham mer uns ned ‚droud! Wenn man jeden Stein umdreht und hinter jeder Ecke nachsieht, dann findet man in den Weinbergen Spaniens eine immense Vielfalt an Rebsorten, speziellen Klonen oder aber durch natürliche Mutation veränderte Sorten. Da die Spanier, anders als etwa die Deutschen eher keine Rebsortentrinker sind, ist der ganze Züchtungswahn, der Dornfelder, Dunkelfelder, Domina, aber auch Kerner, Scheurebe, Perle und weiß der Bär was für Sorten hervorbrachte, an der Iberischen Halbinsel mehr oder weniger unfallfrei vorbeigeschwommen.

Marselan spielt in Empordà eine kleine Nebenrolle, die einzige wirklich ernsthaft präsente Neuzüchtung ist Alicante Bouschet, hier gerne Garnacha Tintorera genannt, und die ist inzwischen auch schon einhundert und fünfzig Jahre alt. Alles, was aus anderen Ländern angeschleppt wurde, ist zumindest nicht aktuell gezüchtet. Nun kann man natürlich einwenden, dass auch Cabernet Sauvignon eine Kreuzung sei, aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc. Oder dass Tempranillo eine Kreuzung aus Albillo Mayor und Benedicto ist. Geschenkt. Das ist bei Bären und bei Menschen auch nicht anders. Homo Sapiens und Neandertaler haben sich auch mal nahe Düsseldorf beim Bier getroffen.

Es ist auch gar nicht nötig, denn, wie schon eingangs erwähnt, die Vielfalt ist immens. Es traut sich nur kaum jemand, damit loszulegen. Und wenn, dann wird seitens der Funktionäre des zuständigen Consejo Regulador schnell die Tür zugeworfen. Ein paar Beispiele:

Es gibt eine weiße Rebsorte, die in der Rioja durchaus häufig anzutreffen ist: Rojal. Es gibt auch diverse Weine aus Rojal, manche, wie der Cosmonauta von Compañon Arrieta, sind sogar sehr gut. Aber für den Consejo der Rioja existiert diese Rebsorte nicht. Stattdessen erfand man den Begriff Malvasía de Rioja. Dabei hätte man dieses Problem elegant lösen können, als vor wenigen Jahren Sorten wie Maturana oder Tempranillo Blanca offiziell zugelassen wurden. Aber nein – keine Tür für Rojal.

Apropos Malvasía: im Westen Kastiliens gibt es eine Rebsorte, die seit Jahrzehnten Malvasía genannt wird, obwohl die zuständigen Funktionäre zumindest seit einem Jahrzehnt wissen, dass es sich bei dieser Sorte um Doña Blanca handelt, eine körperreiche Sorte, die vor allem in Galicien angebaut wird. Und was macht die Junta de Castilla y León? Sie kopiert die Rioja und erfindet eine Sorte namens Malvasía de Castilla. Wie blöde muss man eigentlich sein,…???¿¿¿???

In der Sierra de Salamanca gibt es eine weiße Sorte, von der noch nicht hundert Prozent klar ist, was es ist. Es ist nur klar, dass es nicht die weiße Variante der Rufete ist. Aber da der Name Rufete nun einmal zieht, hat der Consejo beschlossen, diese Sorte Rufete blanca zu taufen. Da es Rufete auch in anderen Regionen gibt, dort nennt sich die Sorte Morenillo, könnte es durchaus passieren, dass durch Mutation eine weiße Variante entsteht, die dann natürlich Morenillo blanca heißen würde, mit der erfundenen Sorte Rufete blanca aber nun gar nichts zu tun hat. Spanisch, ¿wa?

Und so könnten wir weitermachen, bis der erst Schnee in Galicien auf den Dächern landet. Man kann aber auch ein paar positive Beispiele herausgreifen, Weine, die Schule machen könnten.

Die westlichsten Rebstöcke Spaniens findet man natürlich in Galicien, genauer gesagt in Sanxenxo. Gut, es gibt auch sieben Stöcke in O Grove, aber die unterschlagen wir mal eben. In den alten Weinbergen der Weinbauern des Ortes steht ein Albariño-Klon, den es sonst nicht gibt: extrem kleine Trauben, extrem kleine Beeren, geschmacklich ganz anders als normale Albariños. Manuel „Chicho“ Moldes (Bodegas Fulcro) hat jetzt den alteingesessenen Bauern zumindest so viele Trauben dieses Klons abgeschwatzt, dass er mit dem daraus gewonnenen Wein ein Barrique füllen kann. Ein paar Meer weiter nördlich trägt Xurxo Alba (Bodegas Albamar) Espadeiro und Caiño aus Salnés zusammen, um sich verstärkt dem Thema Rotwein aus Salnés zu widmen. Man darf nicht vergessen, dass vor einhundert Jahren hier weit mehr roter denn weißer Wein gekeltert wurde.

Weiter im Landesinneren hat José Antonio García das Thema Corullón entdeckt. Gut, da ist auch schon Álvaro, dann sind es halt jetzt derer zwei. Mencía, vor weit mehr als einhundert Jahren gepflanzt, etwas Alicante Bouschet, die Sorte kam von der portugiesischen Estremadura gen spanische Extremadura und dann weiter gen Norden. Die Weine schmecken ganz anders als normale Bierzos.

Dann ist da natürlich der SEKKA, die Wiederbelebung einer alten Weinbereitung in La Seca und darüber hinaus. Hier steht nicht etwa eine Rebsorte oder eine bestimmte Mutation einer solchen im Vordergrund, sondern der schonende, langsame Ausbau, der die Weine dieser Gegend vor Jahrhunderten kennzeichnete. Auch wenn es ein fast sortenreiner Verdejo ist (fünfzehn Prozent Viura), so hat das doch nun gar nix mit den Quietschidejos zu tun, die gerade den Markt verhunzen.

Kastilien ist bekannt für Tempranillo-Weine, gerne Tinta del País oder Tinta Fina genannt (When something looks like a duck…), gleichwohl ist das eine eher neuere Erfindung. Sechzig, siebzig, achtzig Jahre zurück trank man erstens vor allem Clarete und zweiten Weine, deren Ursprung klassischer Mischsatz ist. Noch heute gibt es im Zentrum und im Osten der Region jede Menge Garnacha und Bobal, auch Maturana steht hier und dort. Noch gibt es keinen Mischsatzwein aus Ribera, aber so sich der aktuelle Tumult in Hacienda Solano mal wieder legen, dann könnte dies eine Quelle für so einen Wein sein.

Nebenan, in Arlanza, gibt es bereits solche Weine. Olivier Rivière keltert welche, vor allem aber Sabinares y viñas ist mit dem El Temido an vorderster Front aktiv.

Juan Carlos Sancha mit den Maturanas, Compañon Arrieta mit dem oben erwähnten Rojal, Viña Ane mit den Spezialweinen aus San Vicente de la Sonsierra, in der Rioja gibt es diverse Projekte, die sich mit der Vergangenheit dieser Region beschäftigen, eine Vergangenheit, in der Tempranillo nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Cristina Calvache (La Bodega de Alboloduy) mit dem Jaén Blanca, Lauren Rosillo (Bodega Sedella) mit dem Romé (ergänzt um andere traditionelle Sorten aus al-Andalus), diverse Weingüter mit Tintilla de Rota, Bodega F. Salado mit Garrido Fino, dies sind einige wenige Weine aus al-Andalus, die Bezug auf die alten Sorten nehmen. Der Süden Spaniens ist voller ungehobener Schätze, man muss nur wollen.

In de Mitte Spaniens hat Juan Antonio Ponce mit dem Manchuela-Albillo (keine Ahnung, was das in Wirklichkeit ist) und mit Moravia Agria zwei Sorten wieder etwas näher ans Licht gerückt, die praktisch verschwunden waren. Escanyesvelles im Priorat gehört übrigens nicht in diese Kategorie, denn das ist Merseguera, nur mit anderem Namen. Und Merseguera gibt es im Osten Spaniens zuhauf. In Galicien nennt man diese Sorte übrigens Doña Blanca (siehe oben).

Mit Moristel könnte man spannende Sachen machen, wenn die Winzer aus Somontano wirklich Lust hätten, Crespiello (Vidadillo) aus Calatayud ist eine andere, noch immer im Dunkeln tappende Sorte. Das Geschmacksbild deutet auf Nebbiolo hin, das Reifeverhalten ebenfalls. Aber mit drei Flaschen, achtzig ist da nicht viel Staat zu machen.

Und dazu kommen ja noch all die Weine, die aus bekannten Sorten gekeltert werden, aber Tropfen für Tropfen ihr ganz persönliches Terroir widerspiegeln.

Spanien könnte ein Eldorado für die Freaks von hoch individuellen Weinen sein. Nur hat kaum jemand Lust, das umzusetzen. ¡Manos a la obra! Porrrr favorrrrrr. Text: El oso alemán

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Rebsorten

Argentiera Bolgheri Superiore 2020

Wein · Rotwein · Bolgheri · Italien

Argentiera Bolgheri Superiore ist eine spannende Cuvée aus Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc, bei der die Weinregion Bordeaux Pate steht. Dichtes, glänzendes Violettrot; intensives Bukett von Roter Grütze, schwarzer Johannisbeere, Gewürzen, Kaffee und dunkler Schokolade. Am Gaumen modern geprägt: satte Frucht, elegante Länge, finessenreich und vollmundig. Großes Potenzial!


Bolgheri / Toskana

Die Tenuta Argentiera liegt im Süden der Bolgheri DOC an der toskanischen Maremma-Küste – als meeresnächstes und zugleich höchstgelegenes Gut der Appellation (~200 m). Kalk-, Ton- und Schotterböden sowie kühlende Tyrrhenische Meeresbrisen prägen den Stil. In Nachbarschaft zu Größen wie Sassicaia und Ornellaia entsteht hier ein Bolgheri im klassischen Super-Tuscan-Geist.

Assemblage und Ausbau

Bordeaux-Cuvée mit Merlot als Hauptanteil, ergänzt um Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc. Jede Sorte wird separat im Edelstahl vergoren; die malolaktische Gärung findet im Barrique statt. Anschließend reift der Wein 14–16 Monate in französischen 225-Liter-Barriques (teils neu), gefolgt von einer Flaschenreife. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Dichtes, glänzendes Violettrot. In der Nase intensiv: Rote Grütze, schwarze Johannisbeere, Gewürze, Kaffee und dunkle Schokolade. Am Gaumen modern geprägt, mit satter Frucht, samtigen reifen Tanninen, eleganter Länge und vollmundigem Abgang. Großes Reifepotenzial.

Am Tisch

Bei rund 18 °C servieren und vor dem Genuss dekantieren – ein kraftvoller Begleiter zu herzhaften Gerichten.

Passt zu: Bistecca alla Fiorentina, Lamm, Wild, Schmorgerichten und gereiftem Hartkäse.


Lage: Bolgheri DOC Superiore, Toskana (Italien); Tenuta Argentiera
Klassifikation: Bolgheri Superiore DOC – Cuvée aus Merlot, Cabernet Sauvignon & Cabernet Franc, trocken
Ausbau: 14–16 Monate in französischen Barriques (225 l, teils neu), anschließend Flaschenreife

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Spanien

Gran Dominio Crianza Rioja

Rotwein · Rioja · Tempranillo · Crianza · Spanien

Bodegas LAN Gran Dominio Crianza ist ein hervorragender Rotwein aus der Rioja, hauptsächlich aus Tempranillo, verfeinert mit einem kleinen Anteil Garnacha. Ein voller, kräftiger Wein mit reichem Bouquet. Im Glas Cassis, Kirsche und ein Hauch Vanille.


Rioja

Bodegas LAN ist ein renommiertes Weingut in der Rioja im Norden Spaniens. Das ausgewogene Klima und die kalk- und tonhaltigen Böden bringen ausdrucksstarke Tempranillo-Weine hervor.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée besteht hauptsächlich aus Tempranillo, verfeinert mit einem kleinen Anteil Garnacha. Als Crianza reift der Wein zwölf Monate in amerikanischen Eichenholzfässern und anschließend fünfzehn Monate in der Flasche, was ihm Fülle, Kraft und ein reiches Bouquet verleiht.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase eine verführerische Mischung aus schwarzen Johannisbeeren, Kirschen und einem Hauch Vanille. Am Gaumen fruchtig und kräftig, kraftvoll und zugleich trinkreif. Der Abgang ist von milden Tanninen geprägt.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine kurze Belüftung tut dem Wein gut.

Klassische Begleitung: Lamm, Rind, Schmorgerichte und gereifter Käse.


Lage: Rioja (Spanien); Kalk/Ton
Klassifikation: Rioja DOCa – Crianza
Ausbau: Tempranillo mit Garnacha, 12 Monate amerikanische Eiche, 15 Monate Flasche

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USA

J Dusi Wines Model M 2023

Rotwein · Cuvée · Paso Robles · Kalifornien

J Dusi Model M ist eine kalifornische Rotwein-Cuvée aus Paso Robles an der Central Coast. Winzerin Janell Dusi vereint die klassischen roten Rebsorten der Region rund um die Dusi-Heritage-Sorte Zinfandel – satte dunkle Beeren, Kirsche und etwas Vanille, weich und saftig am Gaumen.


Paso Robles

J Dusi Wines wird von Janell Dusi in Paso Robles an Kaliforniens Central Coast geführt. Die Familie baut hier seit den 1920er-Jahren Reben an; ihr alter Zinfandel-Weinberg (Dante Dusi Vineyard) ist bei Spitzenerzeugern begehrt. Paso Robles bietet große Tag-Nacht-Temperaturunterschiede – ideal für aromatische, ausgewogene Rotweine. Der Name „Model M" erinnert an den Model-M-Traktor von 1939, den Arbeitsesel der Familie über drei Generationen.

Assemblage und Ausbau

Klassische Cuvée aus den roten Leitrebsorten der Central Coast – auf Basis der Dusi-Heritage-Sorte Zinfandel, ergänzt u. a. um Petite Sirah und Cabernet Sauvignon. Aus trocken bewirtschafteten (dry-farmed) Reben mit kleinen, konzentrierten Beeren entsteht ein vollmundiger, zugleich saftig-zugänglicher Rotwein.

Im Glas

Tiefes Dunkelblau-Violett, dabei ohne Schwere. In der Nase satte dunkle Beeren, Schwarzkirsche, Cassis und Blaubeere mit etwas Vanille und Backgewürz. Am Gaumen weich, saftig und vollmundig, mit viel Frucht, nur dezenter Würze und geschmeidigen Tanninen. Charmant und mit großer Trinkfreude.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; an heißen Sommertagen verträgt er auch ein paar Minuten im Kühlschrank. Ein vielseitiger Allrounder für Terrasse und Grillsaison – und einer der besten Pizzaweine überhaupt.

Klassische Begleitung: Pizza, Burger, Gegrilltes, Lamm und herzhafte Pasta.


Lage: Paso Robles, Central Coast, Kalifornien (USA)
Klassifikation: Rotwein-Cuvée (trocken)
Ausbau: Cuvée auf Zinfandel-Basis, u. a. mit Petite Sirah und Cabernet Sauvignon; dry-farmed

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Deutschland

Dietrich ABC ... Buchstabensalat

Wein · Weißwein · Pfalz · Deutschland

Dietrich ABC … Buchstabensalat ist eine Cuvée aus 70 % Riesling und 30 % Sauvignon Blanc. Vollreife, selektierte Trauben aus klimatisch bevorzugten Lagen der Pfalz, schonend vinifiziert und sorgsam cuvéetiert, lassen den Wein in seinen ganzen Facetten erstrahlen.


Pfalz

Das Weingut Familie Dietrich bewirtschaftet 25 Hektar Rebfläche von Großkarlbach bis Weisenheim am Sand und Laumersheim in der Pfalz. Über 1.800 Sonnenstunden im Jahr sorgen für vollreife Trauben aus klimatisch bevorzugten Lagen – die Basis für diese ausdrucksstarke Cuvée.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 70 % Riesling und 30 % Sauvignon Blanc. Der Riesling bringt klare Frucht und ein lebendiges Säurespiel, der Sauvignon Blanc krautig-fruchtige Würze und Aromatik. Schonend vinifiziert und sorgsam cuvéetiert.

Im Glas

Helles Grüngelb. In der Nase klare Frucht nach Pfirsich und Zitrus, dazu krautig-würzige Anklänge und ein Hauch Stachelbeere vom Sauvignon Blanc. Am Gaumen saftig und fruchtbetont, mit feinem Säurespiel und animierendem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, Salaten, Spargel, Geflügel und leichten Sommergerichten.


Lage: Pfalz (Deutschland); Weingut Familie Dietrich
Klassifikation: Pfalz – Cuvée aus 70 % Riesling & 30 % Sauvignon Blanc
Ausbau: schonende Vinifikation, fruchtbetont

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Spanien

Envinate Palo Blanco Las Molinas blanco 2024

Weißwein · Teneriffa · Valle de la Orotava · Listán Blanco

100 % Listán Blanco Teneriffa · Los Realejos Lage Las Molinas (seit 1897) Envínate Vulkanboden · ~550 m 100-J.-Reben 1.500-l-Holzfass 2024

Der Envínate Palo Blanco Las Molinas 2024 ist ein reinsortiger Listán Blanco aus dem Filetstück eines uralten Vulkan-Weinbergs – unfassbar straff, mit mineralischer Struktur und gletschergleicher Säure. Ein authentisches, kleines Meisterwerk.


Las Molinas – uralter Weinberg über Los Realejos

Envínate („wine yourself") ist das Kultprojekt von vier befreundeten Önologen – Roberto Santana, Alfonso Torrente, Laura Ramos und José Martínez –, die Atlantik-geprägte Terroirs in der Ribeira Sacra, auf den Kanaren und in Almansa erkunden. Ihre Philosophie: jede Parzelle möglichst pur zum Ausdruck bringen – ohne Chemie im Weinberg, mit Handlese, Wildhefen und minimalem Eingriff.

Las Molinas ist ein uralter Weinberg in der Gegend von Los Realejos (Valle de la Orotava), der 1897 erstmals dokumentiert wurde – wahrscheinlich sind die Listán-Blanco-Reben hier noch deutlich älter. Sie wachsen auf vulkanischen Böden in rund 550 Metern Höhe. Aus dem Filetstück dieses alten Weinbergs wird der Palo Blanco Las Molinas gewonnen.

Jahrgang 2024 – Teneriffa

Das subtropische Atlantikklima und die Vulkanböden des Valle de la Orotava prägen auch 2024 einen vertikalen, mineralisch-straffen Weißwein von großer Frische und Spannung. Die uralten Reben und der schonende Ausbau betonen die kompromisslose, herkunftsgenaue Stilistik dieser Einzellage.

Ausbau

Reinsortiger Listán Blanco aus dem Jahrgang 2024, Teneriffa / Valle de la Orotava, trocken.

Nach sorgfältiger Selektion reift dieser straffe, mineralisch strukturierte Weißwein in einem 1.500-Liter-Holzfass – im puristischen, minimal-invasiven Stil des Hauses.

Im Glas

Ein unfassbar straffer Weißwein mit mineralischer Struktur: Fenchel, knackiger Apfel, Würze, weißer Tee und leichte oxidative Noten. Am Gaumen lang und explodierend, mit einem ellenlangen Abgang. Die Säure ist prägnant und gletschergleich – ein authentisches, kleines Meisterwerk.

Unfassbar straff und mineralisch – lang und explodierend, mit prägnanter, gletschergleicher Säure.

Profitiert vom Dekantieren; gewinnt mit etwas Luft und Reife. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gegrilltem Fisch und Meeresfrüchten, zu Tapas und Reisgerichten, zu Geflügel sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Teneriffa, Valle de la Orotava, Lage Las Molinas (Los Realejos; Kanaren, Spanien); ~550 m, vulkanische Böden; über 100 Jahre alte Reben, Weinberg erstdokumentiert 1897
Klassifikation: Weißwein, Teneriffa; 100 % Listán Blanco (trocken)
Ausbau: Selektion aus dem Filetstück der Lage, Reife im 1.500-l-Holzfass; minimal-invasiv, organischer Anbau

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Schaumweine

Champagne Girard-Bonnet Mon Village Grand Cru

Champagner · Côte des Blancs / Le Mesnil-sur-Oger · Blanc de Blancs

Blanc de Blancs Le Mesnil-sur-Oger (Les Chétillons · Les Mussettes · Montpetins) Lehm-Kalk über Campanien-Kreide Perpetual Reserve Holzausbau · Extra Brut

Der Champagne Girard-Bonnet Mon Village Grand Cru ist ein reinsortiger Blanc de Blancs und die Hommage des Hauses an seinen Heimatort Le Mesnil-sur-Oger. Der Chardonnay wird mit Wildhefen vergoren und im Holzfass ausgebaut; ein Anteil gereifter Reserveweine gibt dem straffen, kreidegeprägten Wein Struktur und Komplexität.


Le Mesnil-sur-Oger: Kreide-Terroir der Côte des Blancs

Mon Village stammt zu 100 % aus dem Grand-Cru-Ort Le Mesnil-sur-Oger, aus mehreren Parzellen – darunter Les Chétillons, Les Mussettes und Montpetins. Die Böden aus Lehm und Kalk liegen über Campanien-Kreide, mit kolluvialen Zonen und Bereichen, in denen die Kreide nahe an die Oberfläche reicht.

Das Weingut von Paul Girard ist seit 2022 biozertifiziert und arbeitet biodynamisch. Die kalkgeprägte Herkunft ist die Grundlage für die salzige Mineralität, die den Ort auszeichnet.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay. Die Cuvée verbindet einen Basisjahrgang mit rund 30 % Reserveweinen aus einem fortlaufenden Reservesystem (perpetual reserve, ab 2018), das Tiefe und Kontinuität über die Jahrgänge sichert.

Vergoren wird mit Wildhefen im Holzfass, mit teilweisem biologischem Säureabbau und Reifung auf der Feinhefe. Die Dosage bleibt im Extra-Brut-Bereich (rund 1 g/l) und lässt Lage und Kreide im Vordergrund.

Im Glas

Vollmundig und fein verwoben, mit klarer Frische. In Nase und Gaumen Zitronenzeste, geröstete Mandeln und ein Hauch Vanille, getragen von einer straffen, salzigen Mineralität und einem langen Abgang.

Ein terroirbetonter Blanc de Blancs, ganz aus Le Mesnil-sur-Oger: die kalkhaltigen Böden zeigen sich in einer straffen, salzigen Mineralität.

Am besten bei 10–12 °C servieren; mit etwas Flaschenreife gewinnt der Wein weiter an Cremigkeit und Tiefe.

Am Tisch

Klassisch zu Austern, Sashimi und rohem Fisch, ebenso zu gebratenem Seefisch, Kalbsbries oder gereiftem Comté. Der salzig-mineralische Stil trägt den Champagner durch einen ganzen Fischgang.


Lage Le Mesnil-sur-Oger – Parzellen Les Chétillons, Les Mussettes, Montpetins (Côte des Blancs)
Klassifikation Grand Cru
Ausbau Wildhefen, Holzfass, teilweiser Säureabbau, Reifung auf der Feinhefe, rund 30 % perpetual reserve (ab 2018)
Dosage Extra Brut · rund 1 g/l
Stil Blanc de Blancs

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Frankreich

Soil Therapy Materia Rebellis blanc 2021

Weißwein · Elsass · Cuvée (Pinot Gris & Sylvaner)

Pinot Gris & Sylvaner Elsass Frohnberg & Hohrain Soil Therapy Biodynamie 18 Monate Feinhefe nur 1.000 Flaschen 2021

Der Soil Therapy Materia Rebellis blanc 2021 ist eine faszinierende Cuvée, die das Terroir des Elsass in seiner reinsten Form einfängt – tiefgründig, komplex und ausdrucksstark, mit beeindruckender Struktur und Mineralität. Nur 1.000 Flaschen.


Materia Rebellis – zwei Lagen, durch Zufall vereint

Soil Therapy ist das Label von Thomas Schertz, einem autodidaktischen Winzer (zuvor im Vertrieb der Domaine Ostertag), der das Elsass abseits der üblichen AOC-Logik interpretiert: instinktiv, biodynamisch geprägt, in winzigen Mengen. Beim Materia Rebellis fanden zwei Einzellagen mit einzigartigen Eigenschaften, die ursprünglich nicht zusammengeführt werden sollten, durch den Zufall einer unvorhersehbaren Gärung harmonisch zueinander.

Die Cuvée setzt sich aus Pinot Gris aus der Lage Frohnberg in Rosenwiller und Sylvaner aus der Lage Hohrain in Eguisheim zusammen. Beide Weinberge liegen auf mineralreichen Ton-Kalk-Böden und werden nach biodynamischen Prinzipien bewirtschaftet. Die Kombination aus Südost- und Nordost-Ausrichtung verleiht dem Wein eine bemerkenswerte Balance zwischen Fülle und Frische.

Jahrgang 2021 – Elsass

2021 war im Elsass ein eher kühles, klassisches Jahr, das Weißweine von feiner Frische, präziser Säure und klarer Mineralität hervorbrachte. Im Materia Rebellis trifft diese Spannung auf die Tiefe der langen Hefereife – ein vielschichtiger, langlebiger Wein.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Pinot Gris (Frohnberg, Rosenwiller) und Sylvaner (Hohrain, Eguisheim), aus dem Jahrgang 2021, trocken.

Die Vinifikation folgt einem puristischen Ansatz: Die Trauben werden sanft und über einen langen Zeitraum gepresst, bevor die Gärung mit natürlichen Hefen in Holzfässern beginnt. Anschließend reift der Wein 18 Monate auf der Feinhefe, wodurch er seine Tiefe und Eleganz entwickelt. Nach weiteren sechs Monaten Flaschenruhe kommt er auf den Markt.

Im Glas

Im Glas zeigt der Materia Rebellis eine beeindruckende Aromenvielfalt: Noten von kandierter Orange verleihen ihm eine feine Fruchttiefe, während eine dezente Salz- und Mineralität für Spannung sorgt. Durch die lange Reifung entstehen subtile Hefenoten, die dem Wein eine cremige Textur verleihen. Eine feine Würze und elegante Säure erinnern an Umeboshi, die japanische Salzpflaume, und runden das Geschmacksprofil ab.

Tiefgründig und komplex – kandierte Orange, salzige Mineralität und eine cremige, von Umeboshi geprägte Würze.

Schon jetzt ausdrucksstark, dank Struktur und Lagerfähigkeit aber auch für die Reife gebaut; profitiert von etwas Luft. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Hervorragend zu asiatischen Gerichten, zu feinen Meeresfrüchten sowie zu gereiftem Käse.


Lage: Elsass (Frankreich); Pinot Gris aus dem Frohnberg (Rosenwiller) und Sylvaner aus dem Hohrain (Eguisheim), mineralreiche Ton-Kalk-Böden, Südost- und Nordost-Ausrichtung
Klassifikation: Elsass, Weiß-Cuvée aus Pinot Gris und Sylvaner (trocken); nur ca. 1.000 Flaschen
Ausbau: langes, sanftes Pressen, Spontangärung im Holzfass, 18 Monate auf der Feinhefe, 6 Monate Flaschenruhe; biodynamisch

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Weine

Bodegas Baron Micaela Pedro Ximenez

Süßwein · Sherry · Pedro Ximénez · Jerez

Pedro Ximénez Micaela ist ein natursüßer Sherry aus der Denominación de Origen Jerez-Xérès-Sherry im Süden Spaniens. Er entsteht zu 100 % aus der Rebsorte Pedro Ximénez, deren Trauben mit sehr hoher Zuckerkonzentration gelesen werden. Die oxidative Reifung verdichtet Aromatik und Farbe und führt zu einem tiefdunklen, konzentrierten Wein. Im Glas ein samtiger Dessertwein mit Noten von Rosine, Feige und Schokolade.


Jerez-Xérès-Sherry

Das Anbaugebiet Jerez liegt im Süden Andalusiens und ist von heißem Klima und kalkhaltigen Albariza-Böden geprägt. Für Pedro Ximénez werden die Trauben traditionell nach der Lese in der Sonne getrocknet, wodurch der Zucker stark konzentriert. Auf dieser Basis entsteht die ausgeprägte Süße und Dichte des Weins.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Pedro Ximénez. Nach dem Pressen durchläuft der zuckerreiche Most eine nur teilweise alkoholische Gärung, die durch die Zugabe von Weingeist gestoppt wird – so bleibt ein hoher natürlicher Restzucker erhalten. Die Reifung verläuft rein oxidativ und steigert Konzentration, Farbtiefe und Komplexität, während Frische und Fruchtcharakter der Rebsorte gewahrt bleiben.

Im Glas

Sehr dunkle, fast schwarze Farbe. Das Bouquet ist dicht und von getrockneten Früchten geprägt – Rosine, Feige und Dattel –, dazu Honig, Sirup, Kaffee und Schokolade. Am Gaumen samtig und cremig; die Säure fängt die intensive Süße auf und hält sie im Gleichgewicht. Der Abgang ist langanhaltend und konzentriert.

Am Tisch

Am besten leicht gekühlt bei 13–15 °C servieren. Durch den hohen Zucker und den oxidativen Ausbau ist der Wein über viele Jahre haltbar und bleibt auch nach dem Öffnen wochenlang stabil.

Klassische Begleitung: Blauschimmelkäse wie Cabrales, Stilton und Roquefort. Ebenso zu Desserts wie Käsekuchen und Panna cotta oder über Vanilleeis gegeben.


Lage: Jerez (Andalusien), Albariza-Böden
Klassifikation: Jerez-Xérès-Sherry DO – Pedro Ximénez, natursüß
Ausbau: Spriten mit Weingeist, oxidative Reifung

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