Zurück in die Zukunft

Zurück in die Zukunft

Wui’n hed mer scho‘ g’mecht obber derf’n ham mer uns ned ‚droud! Wenn man jeden Stein umdreht und hinter jeder Ecke nachsieht, dann findet man in den Weinbergen Spaniens eine immense Vielfalt an Rebsorten, speziellen Klonen oder aber durch natürliche Mutation veränderte Sorten. Da die Spanier, anders als etwa die Deutschen eher keine Rebsortentrinker sind, ist der ganze Züchtungswahn, der Dornfelder, Dunkelfelder, Domina, aber auch Kerner, Scheurebe, Perle und weiß der Bär was für Sorten hervorbrachte, an der Iberischen Halbinsel mehr oder weniger unfallfrei vorbeigeschwommen.

Marselan spielt in Empordà eine kleine Nebenrolle, die einzige wirklich ernsthaft präsente Neuzüchtung ist Alicante Bouschet, hier gerne Garnacha Tintorera genannt, und die ist inzwischen auch schon einhundert und fünfzig Jahre alt. Alles, was aus anderen Ländern angeschleppt wurde, ist zumindest nicht aktuell gezüchtet. Nun kann man natürlich einwenden, dass auch Cabernet Sauvignon eine Kreuzung sei, aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc. Oder dass Tempranillo eine Kreuzung aus Albillo Mayor und Benedicto ist. Geschenkt. Das ist bei Bären und bei Menschen auch nicht anders. Homo Sapiens und Neandertaler haben sich auch mal nahe Düsseldorf beim Bier getroffen.

Es ist auch gar nicht nötig, denn, wie schon eingangs erwähnt, die Vielfalt ist immens. Es traut sich nur kaum jemand, damit loszulegen. Und wenn, dann wird seitens der Funktionäre des zuständigen Consejo Regulador schnell die Tür zugeworfen. Ein paar Beispiele:

Es gibt eine weiße Rebsorte, die in der Rioja durchaus häufig anzutreffen ist: Rojal. Es gibt auch diverse Weine aus Rojal, manche, wie der Cosmonauta von Compañon Arrieta, sind sogar sehr gut. Aber für den Consejo der Rioja existiert diese Rebsorte nicht. Stattdessen erfand man den Begriff Malvasía de Rioja. Dabei hätte man dieses Problem elegant lösen können, als vor wenigen Jahren Sorten wie Maturana oder Tempranillo Blanca offiziell zugelassen wurden. Aber nein – keine Tür für Rojal.

Apropos Malvasía: im Westen Kastiliens gibt es eine Rebsorte, die seit Jahrzehnten Malvasía genannt wird, obwohl die zuständigen Funktionäre zumindest seit einem Jahrzehnt wissen, dass es sich bei dieser Sorte um Doña Blanca handelt, eine körperreiche Sorte, die vor allem in Galicien angebaut wird. Und was macht die Junta de Castilla y León? Sie kopiert die Rioja und erfindet eine Sorte namens Malvasía de Castilla. Wie blöde muss man eigentlich sein,…???¿¿¿???

In der Sierra de Salamanca gibt es eine weiße Sorte, von der noch nicht hundert Prozent klar ist, was es ist. Es ist nur klar, dass es nicht die weiße Variante der Rufete ist. Aber da der Name Rufete nun einmal zieht, hat der Consejo beschlossen, diese Sorte Rufete blanca zu taufen. Da es Rufete auch in anderen Regionen gibt, dort nennt sich die Sorte Morenillo, könnte es durchaus passieren, dass durch Mutation eine weiße Variante entsteht, die dann natürlich Morenillo blanca heißen würde, mit der erfundenen Sorte Rufete blanca aber nun gar nichts zu tun hat. Spanisch, ¿wa?

Und so könnten wir weitermachen, bis der erst Schnee in Galicien auf den Dächern landet. Man kann aber auch ein paar positive Beispiele herausgreifen, Weine, die Schule machen könnten.

Die westlichsten Rebstöcke Spaniens findet man natürlich in Galicien, genauer gesagt in Sanxenxo. Gut, es gibt auch sieben Stöcke in O Grove, aber die unterschlagen wir mal eben. In den alten Weinbergen der Weinbauern des Ortes steht ein Albariño-Klon, den es sonst nicht gibt: extrem kleine Trauben, extrem kleine Beeren, geschmacklich ganz anders als normale Albariños. Manuel „Chicho“ Moldes (Bodegas Fulcro) hat jetzt den alteingesessenen Bauern zumindest so viele Trauben dieses Klons abgeschwatzt, dass er mit dem daraus gewonnenen Wein ein Barrique füllen kann. Ein paar Meer weiter nördlich trägt Xurxo Alba (Bodegas Albamar) Espadeiro und Caiño aus Salnés zusammen, um sich verstärkt dem Thema Rotwein aus Salnés zu widmen. Man darf nicht vergessen, dass vor einhundert Jahren hier weit mehr roter denn weißer Wein gekeltert wurde.

Weiter im Landesinneren hat José Antonio García das Thema Corullón entdeckt. Gut, da ist auch schon Álvaro, dann sind es halt jetzt derer zwei. Mencía, vor weit mehr als einhundert Jahren gepflanzt, etwas Alicante Bouschet, die Sorte kam von der portugiesischen Estremadura gen spanische Extremadura und dann weiter gen Norden. Die Weine schmecken ganz anders als normale Bierzos.

Dann ist da natürlich der SEKKA, die Wiederbelebung einer alten Weinbereitung in La Seca und darüber hinaus. Hier steht nicht etwa eine Rebsorte oder eine bestimmte Mutation einer solchen im Vordergrund, sondern der schonende, langsame Ausbau, der die Weine dieser Gegend vor Jahrhunderten kennzeichnete. Auch wenn es ein fast sortenreiner Verdejo ist (fünfzehn Prozent Viura), so hat das doch nun gar nix mit den Quietschidejos zu tun, die gerade den Markt verhunzen.

Kastilien ist bekannt für Tempranillo-Weine, gerne Tinta del País oder Tinta Fina genannt (When something looks like a duck…), gleichwohl ist das eine eher neuere Erfindung. Sechzig, siebzig, achtzig Jahre zurück trank man erstens vor allem Clarete und zweiten Weine, deren Ursprung klassischer Mischsatz ist. Noch heute gibt es im Zentrum und im Osten der Region jede Menge Garnacha und Bobal, auch Maturana steht hier und dort. Noch gibt es keinen Mischsatzwein aus Ribera, aber so sich der aktuelle Tumult in Hacienda Solano mal wieder legen, dann könnte dies eine Quelle für so einen Wein sein.

Nebenan, in Arlanza, gibt es bereits solche Weine. Olivier Rivière keltert welche, vor allem aber Sabinares y viñas ist mit dem El Temido an vorderster Front aktiv.

Juan Carlos Sancha mit den Maturanas, Compañon Arrieta mit dem oben erwähnten Rojal, Viña Ane mit den Spezialweinen aus San Vicente de la Sonsierra, in der Rioja gibt es diverse Projekte, die sich mit der Vergangenheit dieser Region beschäftigen, eine Vergangenheit, in der Tempranillo nur eine untergeordnete Rolle spielte.

Cristina Calvache (La Bodega de Alboloduy) mit dem Jaén Blanca, Lauren Rosillo (Bodega Sedella) mit dem Romé (ergänzt um andere traditionelle Sorten aus al-Andalus), diverse Weingüter mit Tintilla de Rota, Bodega F. Salado mit Garrido Fino, dies sind einige wenige Weine aus al-Andalus, die Bezug auf die alten Sorten nehmen. Der Süden Spaniens ist voller ungehobener Schätze, man muss nur wollen.

In de Mitte Spaniens hat Juan Antonio Ponce mit dem Manchuela-Albillo (keine Ahnung, was das in Wirklichkeit ist) und mit Moravia Agria zwei Sorten wieder etwas näher ans Licht gerückt, die praktisch verschwunden waren. Escanyesvelles im Priorat gehört übrigens nicht in diese Kategorie, denn das ist Merseguera, nur mit anderem Namen. Und Merseguera gibt es im Osten Spaniens zuhauf. In Galicien nennt man diese Sorte übrigens Doña Blanca (siehe oben).

Mit Moristel könnte man spannende Sachen machen, wenn die Winzer aus Somontano wirklich Lust hätten, Crespiello (Vidadillo) aus Calatayud ist eine andere, noch immer im Dunkeln tappende Sorte. Das Geschmacksbild deutet auf Nebbiolo hin, das Reifeverhalten ebenfalls. Aber mit drei Flaschen, achtzig ist da nicht viel Staat zu machen.

Und dazu kommen ja noch all die Weine, die aus bekannten Sorten gekeltert werden, aber Tropfen für Tropfen ihr ganz persönliches Terroir widerspiegeln.

Spanien könnte ein Eldorado für die Freaks von hoch individuellen Weinen sein. Nur hat kaum jemand Lust, das umzusetzen. ¡Manos a la obra! Porrrr favorrrrrr. Text: El oso alemán

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Frankreich

Domaine Pierre Vincent Monthelie Les Sous Roches 2023

Weißwein · Monthélie · Chardonnay

Chardonnay Les Sous Roches Monthélie (Frankreich) 2023 Biodynamie · 12,50 % vol

Der Pierre Vincent Monthélie Les Sous Roches 2023 ist ein Weißwein mit klarer Handschrift: aus einer kleinen, kargen Kalkparzelle oberhalb des Dorfes – ein Terroir, das Klarheit, Struktur und Mineralität in den Vordergrund stellt.


Monthélie Les Sous Roches – die Lage

Les Sous Roches liegt an einem steilen Hang unter dem Felsband oberhalb von Monthélie, auf kargem, kalkreichem Boden. Diese Position bringt straffe, mineralische Chardonnays mit Spannung und Präzision hervor.

Monthélie liegt eingebettet zwischen Volnay und Meursault – ein Geheimtipp mit hervorragender Qualität zu attraktiveren Preisen. Pierre Vincent, langjähriger Leiter von Vougeraie und Leflaive, keltert hier seit 2023 unter eigenem Namen, biodynamisch und minimalistisch.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

2023 brachte an der Côte de Beaune sehr gelungene Weißweine.

Reife Trauben bei erhaltener Frische – ein idealer Rahmen für einen saftigen, zugleich straff gebauten Monthélie.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023, 12,50 % vol. Nur 1.764 Flaschen.

Handwerklich und zurückhaltend ausgebaut im Stil der Domaine, mit geringem Neuholzanteil, um Terroir und Frucht in Reinform abzubilden.

Im Glas

In der Nase Orangenzeste, reife Birne, weiße Blüten und ein Hauch frisch gebackenes Sauerteigbrot. Am Gaumen Frische und Saftigkeit, stets elegant, feingliedrig und straff gebaut. Die salzig-kalkige Mineralität zieht sich bis ins lange, präzise Finale, das an nassen Stein erinnert.

Subtil, klar und voller Spannung – das unterschätzte Terroir von Monthélie auf eindrucksvolle Weise.

Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch, Meeresfrüchten, Geflügel, Kalb in heller Sauce oder mittelreifem Hartkäse. Ein präziser, frischer Begleiter.


Lage: Les Sous Roches, Monthélie, Côte de Beaune, Bourgogne (Frankreich); karger, kalkreicher Boden, Steilhang unter dem Felsband
Klassifikation: Monthélie AOC, Chardonnay (trocken)
Ausbau: Chardonnay; handwerklicher Ausbau mit geringem Neuholzanteil; biodynamisch; 12,50 % vol

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Weine

Coste Petrai Prosecco Frizzante Colli Trevigiani

Ein ganz leichter und ehrlicher Perlwein für alle Tage. Feine Perlage, gute Frucht. Unser Hausprosecco!

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Spanien

Equipo Navazos Manzanilla Bota 55

Likörwein · Manzanilla Sherry · Sanlúcar de Barrameda · Spanien

Equipo Navazos La Bota de Manzanilla 55 ist eine herausragende, ungeschönte Manzanilla aus Sanlúcar de Barrameda. Eine nummerierte Einzelabfüllung (Saca November 2014) aus der Bodega Sánchez Ayala, rund sieben Jahre biologisch unter Flor gereift – tiefgründig, salzig und vielschichtig.


Sanlúcar de Barrameda

Equipo Navazos (Jesús Barquín und Eduardo Ojeda) wählt außergewöhnliche Sherry-Fässer (botas) aus und füllt sie nummeriert ab. Diese Manzanilla stammt aus der Bodega Miguel Sánchez Ayala im Barrio Bajo von Sanlúcar de Barrameda, wo das feuchte Atlantikklima die Flor besonders kräftig gedeihen lässt. Reinsortig aus Palomino.

Bereitung und Reifung

Trocken ausgebaut und leicht aufgespritet, reifte der Wein rund sieben Jahre biologisch unter dem Flor (velo de flor) in der Solera – aus derselben Solera wie frühere Abfüllungen der „Bota"-Reihe (Nr. 4, 8, 16, 22, 32, 42). Die biologische Reifung bringt die typischen, intensiven Hefe- und Acetaldehyd-Noten. Saca November 2014, auf 5.000 Flaschen limitiert.

Im Glas

Tiefes Gelb. In der Nase intensiv und maritim: Algen und Meeresbrise, dazu vegetale Noten von Aubergine und Gurke, Irish Moss, gegerbtes Leder und altes Holz. In Schüben treten immer neue Nussaromen hervor. Am Gaumen warm und nussig, vielschichtig; nach etwas Belüftung zeigen sich feste Säure und salzige Frische. Der Abgang ist enorm lang, mit feinen Salzkristallen, die minutenlang nachklingen.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 7–9 °C im Weißweinglas servieren – ideal als Aperitif und zu salzig-maritimer Küche. Nach etwas Luft zeigt der Wein noch mehr Tiefe.

Passt zu: Oliven, Mandeln, Sardellen, Meeresfrüchten, Jamón und gereiftem Käse.


Lage: Sanlúcar de Barrameda, Jerez (Spanien); Bodega Miguel Sánchez Ayala
Klassifikation: Manzanilla (Sherry), trocken – 100 % Palomino; Auswahl & Abfüllung Equipo Navazos „La Bota 55"
Ausbau: ~7 Jahre biologische Reifung unter Flor (Solera); Saca November 2014, 5.000 Flaschen

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Frankreich

Rotem & Mounir Saouma Chateauneuf-du-Pape Arioso 2015

Rotwein · Châteauneuf-du-Pape · Grenache

100 % Grenache Arioso Châteauneuf-du-Pape Lieu-dit Pignan Rotem & Mounir Saouma alte Reben (1930er) Ganztraube · 36 Monate Ausbau 2015

Der Rotem & Mounir Saouma Châteauneuf-du-Pape Arioso 2015 ist ein ganz besonderer Wein aus sehr, sehr alten Grenache-Reben. Samtig wie flüssige Seide und vielschichtig zugleich, ist er die perfekte Verschmelzung von Rhône und Burgund – Frucht und Kraft des Südens, veredelt durch den burgundischen Ausbau von Mounir Saouma (Lucien Le Moine).


Arioso – alte Grenache aus Pignan

Rotem und Mounir Saouma sind als Eigentümer des legendären Micro-Négoce Lucien Le Moine im Burgund weltberühmt. In Châteauneuf-du-Pape begann ihre Geschichte mit einer kleinen Parzelle im Lieu-dit Pignan – einer der großen Terroirs der Appellation, unmittelbar an die berühmten Lagen von Château Rayas grenzend. Dort steht eine Parzelle mit reinem Grenache, gepflanzt in den 1930er-Jahren, die von Natur aus winzige Erträge liefert. Aus diesen Reben entsteht der Arioso.

Pignan liegt im Nordosten der Appellation mit Blick auf den „Giganten der Provence", den Mont Ventoux. Seine sandig-steinigen Böden und die kühlende Exposition verleihen dem von Natur aus üppig reifen Grenache Frische und Eleganz. Die geringe Wuchskraft und das hohe Alter der Reben sorgen für eine intensive Konzentration – Kritiker vergleichen den Wein mit den großen Rayas der 1980er-Jahre ebenso wie mit dem Burgund.

Jahrgang 2015 – Châteauneuf-du-Pape

2015 war in der südlichen Rhône ein hervorragender, sonnenreicher Jahrgang, der besonders konzentrierte, dichte und zugleich harmonische Rotweine mit reifem Tannin hervorbrachte. Auf den sandigen Böden von Pignan und mit dem alten Grenache ergibt das einen Arioso von großer Fülle und Tiefe, dessen Kraft von der Frische und Eleganz der Lage im Gleichgewicht gehalten wird.

Ausbau

Reinsortiger Grenache (100 %) von in den 1930er-Jahren gepflanzten Reben, Jahrgang 2015, aus dem Lieu-dit Pignan.

Der alte Grenache wird als Ganztraube (mit Stielen) vergoren – eine Ausnahme, die Mounir Saouma allein dem alten Grenache von Châteauneuf zugesteht –, nach einer rund elftägigen kühlen Maceration. Anschließend reift der Wein etwa 36 Monate auf der Feinhefe in Fässern von 228 und 500 Litern, ohne Abstich und ohne Schwefelung bis kurz vor der Füllung. Dieser lange, burgundisch inspirierte Hefeausbau verleiht dem Arioso seine textur­reiche, saftige Fülle und seine seidige Geschmeidigkeit.

Im Glas

Dunkelbeerig und samtig wie flüssige Seide, intensivste Fruchtaromen nach Himbeere, Johannisbeere, Süßholz und Lakritze. Dieser Wein hat sehr viele Facetten, ist lebendig, aber auch elegant, mineralisch wie auch saftig. Im Nachhall dann geschmeidige Tannine und ein explosiver Abgang. Die perfekte Verschmelzung von Rhône und Burgund.

Samtig wie flüssige Seide, intensivste Frucht nach Himbeere, Johannisbeere, Süßholz und Lakritze – lebendig, elegant und mineralisch. Rhône und Burgund vereint.

Zum optimalen Genuss dekantieren; ein Wein mit großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem Rind und Ente, zu kräuterwürzigen mediterranen Schmorgerichten sowie zu Trüffelgerichten und gereiftem Käse.


Lage: Lieu-dit Pignan, Châteauneuf-du-Pape (südliche Rhône, Frankreich); sandig-steinige Böden; Grenache-Reben aus den 1930er-Jahren, winzige Erträge
Klassifikation: AOC Châteauneuf-du-Pape; 100 % Grenache (trocken)
Ausbau: Ganztraubenvergärung, ~11 Tage Kaltmazeration, ~36 Monate auf der Feinhefe in 228- und 500-l-Fässern, ohne Abstich, minimaler Schwefel

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Rebsorten

Domaine Latour-Giraud Meursault Cuvée Charles Maxime 2021

Weißwein · Meursault · Chardonnay

Chardonnay Meursault AOC (Cuvée Charles Maxime) 7 gutseigene Lagen · 3 ha Côte de Beaune 2021

Der Meursault Cuvée Charles Maxime 2021 der Domaine Latour-Giraud ist der Village-Meursault des Guts aus ausschließlich eigenen Weinbergen. Er steht für die Eleganz der Appellation – mit geschmeidigem Schmelz, frischer Säure und den charakteristischen Haselnussnoten.


Meursault – Cuvée aus sieben Lagen

Meursault bildet das Herz der „Côte des Blancs" und ist mit rund 430 Hektar die größte Weißwein-Gemeinde der Côte de Beaune. Die Domaine Latour-Giraud besitzt 3 Hektar in sieben Lagen – darunter Limozin, Crotots und Pelles Dessous direkt unterhalb der Genevrières, Poruzots, Vireuils Dessous nahe Auxey-Duresses, Clos du Cromin, Corbins und Malpoiriers im Norden Richtung Volnay.

Aus diesen Parzellen entsteht die Cuvée Charles Maxime – benannt nach den Großvätern Charles (Giraud) und Maxime (Latour). Die Domaine zählt zu den renommierten Adressen von Meursault.

Jahrgang 2021 – Côte de Beaune

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein schwerer, wochenlanger Frost, der besonders die weißen Sorten traf und die Mengen stark reduzierte. Eine kühle Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die weißen Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit klarer Säure – der den geschmeidigen Stil dieses Meursault besonders präzise zeigt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2021, eine Cuvée aus sieben gutseigenen Lagen.

Der Wein reift im Eichenfass, im Stil des Guts – mit maßvollem Holzeinsatz, der Schmelz und feine Würze gibt, ohne die Frische zu überdecken.

Im Glas

Helle gelbe Frucht und Zitrus, untermalt von charakteristischen Haselnussnoten. Am Gaumen geschmeidiger Schmelz, getragen von frischer Säure und feiner Eleganz, mit langem Abgang.

Gelbe Frucht und Haselnuss über geschmeidigem Schmelz und frischer Säure – Meursault in eleganter Village-Form.

Jung schon zugänglich, über mehrere Jahre gut lagerfähig. Bei 12 °C servieren.

Am Tisch

Fisch in heller Sauce, Krustentiere, Geflügel, Kalb, dazu reifer Weichkäse. Ein vielseitiger Begleiter für die feine weiße Küche.


Lage: Meursault (Côte de Beaune); Cuvée aus sieben gutseigenen Lagen, 3 ha
Klassifikation: Meursault AOC
Ausbau: Chardonnay; Holzfassausbau

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Rebsorten

Bessin- Tremblay Chablis Valmur Grand Cru 2023

Weißwein · Chablis Grand Cru · Chardonnay

Chardonnay Valmur · Grand Cru 2023 Einzelparzelle ~2 ha 15–18 Monate Feinhefe

Der Chablis Valmur Grand Cru 2023 der Domaine Bessin-Tremblay kommt von einer der sieben Grand-Cru-Lagen am rechten Ufer des Serein. Ein gewichtiger, kraftvoller Chardonnay mit dichter Frucht und kalkiger Mineralität. Der Jahrgang 2023 gibt ihm reife Substanz und tragende Säure zugleich.


Valmur – Grand Cru am rechten Serein-Ufer

Valmur gehört zu den sieben Grand-Cru-Klimaten von Chablis, die sich am südwestlich exponierten Hang am rechten Ufer des Serein über rund 100 Hektar verteilen – zwischen Vaudésir und Grenouilles im Norden und Les Clos im Süden. Der Boden ist kimmeridgisch geprägt: Kalkmergel mit hohem Anteil fossiler Austernschalen, der den Weinen Tiefe und Salzigkeit gibt.

Valmur bildet eine Combe mit zwei einander zugewandten Hängen, die Frucht und Struktur zusammenbringen. Die Domaine Bessin-Tremblay bewirtschaftet hier eine Parzelle von rund 2 Hektar in einem Stück – das Spitzenstück des Guts.

Grand-Cru-Status bedeutet strenge Begrenzung: maximal 45 Hektoliter pro Hektar, und die Grand Crus stellen nur etwa 5 % der Chablis-Produktion. Bessin-Tremblay – 1992 von Jean-Claude Bessin und Evelyne Tremblay übernommen, heute mit Sohn Romain – zählt im Stilbild von Chablis zur Spitzengruppe neben Häusern wie Dauvissat und Raveneau.

Jahrgang 2023 – Chablis

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April. Häufige Niederschläge im April und Anfang Mai hielten den Mehltaudruck hoch und forderten die Winzer im Rebschutz. Ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer, die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein.

Eine Hitzewelle im August beschleunigte die Reife, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für Chablis steht 2023 für einen gesunden, mengenmäßig großzügigen Jahrgang mit reifer Frucht und tragender Säure – in den Grand Crus mit besonders viel Stoff und Länge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023. Handlese mit Selektion innerhalb eines knappen Lesefensters, um die optimale Reife der Grand-Cru-Trauben zu treffen.

Sanfte pneumatische Pressung, Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen. Ausbau 15–18 Monate auf der Feinhefe, beim Grand Cru zu einem Teil im Holzfass für Struktur und Reifepotenzial. Die Weinberge werden naturnah nach Lutte raisonnée bewirtschaftet.

Im Glas

In der Nase satte Honignoten, reifes Birnenchutney und eingelegtes Obst. Am Gaumen Limette und erneut Honig, getragen von einer präsenten, kalkig-frischen Unterlage. Kraftvoll und dicht, mit feiner Spannung und langem Abgang.

Ein gewichtiger Chablis: Honig und reife Birne über einer kalkigen, salzigen Unterlage – Kraft und Eleganz im Gleichgewicht.

Mit ein bis zwei Jahren Flaschenreife gewinnt der Wein weiter an Klarheit; über mehrere Jahre lagerfähig. Bei 11–13 °C servieren, eine kurze Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Hummer und Langustinen, Steinbutt oder Seezunge in heller Sauce, Bresse-Poularde, Kalbsbries, gereifter Comté. Die Kraft des Weins trägt auch sahnige und buttrige Zubereitungen.


Lage: Valmur, rechtes Serein-Ufer; Kimmeridgium (Kalkmergel)
Klassifikation: Chablis Grand Cru
Ausbau: 15–18 Monate auf Feinhefe, teils Holzausbau; naturnah, Lutte raisonnée

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Weine

Jörg Geiger Alkoholfrei Prickelnd Rotfruchtig

Alkoholfrei · Prickelnd · Streuobstwiese · Deutschland

Jörg Geiger Prickelnd Rotfruchtig ist ein alkoholfreies, prickelndes Getränk mit dichter roter Beerenfrucht. Schwarze Johannisbeere und Sauerkirsche dominieren – kräftig und üppig, ergänzt um Holunderbeere und die frischen Noten der Limette.


Schwäbische Streuobstwiesen

Die Manufaktur Jörg Geiger aus Schlat in Baden-Württemberg ist bekannt für ihre kunstvollen alkoholfreien Cuvées von der Streuobstwiese. Frucht, Frische und Handwerk stehen im Mittelpunkt jeder Kreation.

Zutaten und Herstellung

Eine alkoholfreie Cuvée aus Sauerkirsche, schwarzer Johannisbeere und Holunderbeere, ergänzt um Quitte und Limette. Die feine Kohlensäure macht das Getränk fein prickelnd.

Im Glas

Dichte Frucht von Sauerkirsche, schwarzer Johannisbeere und Holunderbeere, gepaart mit frischen Limettennoten. Am Gaumen kräftig und üppig, mit leicht herber Quitte und Limette und einer feinen, prickelnden Kohlensäure.

Zum Genießen

Gut gekühlt solo als alkoholfreier Aperitif oder zum Dessert.

Passt zu: roten und schwarzen Beeren und Früchten, z. B. Roter Grütze mit Vanilleeis.


Hersteller: Manufaktur Jörg Geiger GmbH (Schlat, Deutschland)
Produkt: alkoholfreies, prickelndes Fruchtgetränk (rotfruchtig)
Zutaten: Sauerkirsche, schwarze Johannisbeere, Holunderbeere, Quitte, Limette
Herkunft: Schwäbische Streuobstwiesen (Deutschland)
Mindesthaltbarkeit (MHD): 31.03.2027

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Rebsorten

Fratelli Revello Barbera d Alba Ciabot du Re 2022

Rotwein · Barbera d'Alba DOC · Barbera

Barbera Barbera d'Alba DOC Cru Ciabot du Re (La Morra) Revello Fratelli Kalk-Ton-Boden Reben seit 1975 18 Monate Barrique (80 % neu) 2022

Der Revello Fratelli Barbera d'Alba Ciabot du Re 2022 stammt von alten Barbera-Reben aus dem Jahr 1975 in der Lage Annunziata bei La Morra. Eine druckvolle, stoffige Barbera mit dichtem Fruchtansatz von Sauerkirsche, dunkler Schokolade und feiner Würze.


Ciabot du Re – Barbera von alten Reben in La Morra

Die Trauben stammen aus den Weinbergen Annunziata, einer Frazione von La Morra im Herzen des Barolo-Gebiets. Die 0,7 Hektar große Parzelle ist nach Süden (240 m) und Südosten (250 m) ausgerichtet; die Barbera-Reben wurden bereits 1975 gepflanzt. Der Boden aus Kalk und Ton verleiht dem Wein Struktur, Tiefe und Frische.

Barbera ist neben Nebbiolo und Dolcetto die wichtigste Rotweinsorte des Piemont – bekannt für saftige, dunkle Frucht und eine lebendige, erfrischende Säure bei moderatem Tannin. Von alten Reben und auf kalk-tonigem Boden gewinnt sie zusätzliche Konzentration und Substanz.

Jahrgang 2022 – Langhe

2022 war im Piemont ein warmes, trockenes Jahr, das reife, konzentrierte und farbintensive Rotweine mit dichter Frucht und weichem Säuregerüst hervorbrachte. Bei einer Barbera von alten Reben ergibt das einen besonders druckvollen, stoffigen Wein mit reifer dunkler Frucht und guter Balance. Die Lese erfolgte Anfang bis Mitte Oktober.

Vinifizierung und Ausbau

Reinsortige Barbera aus dem Jahrgang 2022, Barbera d'Alba DOC, trocken.

Die Maischegärung erfolgt in horizontalen Rotationsfermentern über etwa acht bis zehn Tage mit den Traubenschalen, gefolgt von einer alkoholischen Gärung in Edelstahltanks über rund 10 bis 15 Tage; die malolaktische Gärung findet in Barriques statt. Anschließend reift der Wein 18 Monate in zu 80 % neuen Barriques aus französischer Eiche – ein kräftiger Holzausbau, der der dichten Frucht Schokoladen- und Vanillenoten sowie eine stoffige Textur verleiht. Abfüllung im Juli.

Im Glas

Violette Farbe. Sehr dichter Fruchtansatz von der Sauerkirsche, dazu gesellen sich Aromen von dunkler Schokolade, frische Vanilletöne und ein leicht erdiger Touch. Druckvoll und stoffig im Mund.

Violette Farbe, dichte Sauerkirsche, dunkle Schokolade und frische Vanille – druckvoll und stoffig im Mund.

Schon jung zugänglich, gewinnt aber mit etwas Reife. Bei 16–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu kräftiger Pasta und Risotto, zu geschmortem und gegrilltem Fleisch, zu Salami und Hartwurst sowie zu mittelreifem Käse.


Lage: Cru Ciabot du Re, Weinberge Annunziata, La Morra (Piemont, Italien); 0,7 ha, Süd- (240 m) und Südost-Ausrichtung (250 m); Kalk-Ton-Boden; Reben gepflanzt 1975
Klassifikation: Barbera d'Alba DOC, Barbera (trocken)
Ausbau: Maischegärung in Rotationsfermentern (8–10 Tage), Gärung in Edelstahl (10–15 Tage), Malo in Barrique; 18 Monate französische Barriques (80 % neu)

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