l’Alt Empordà: Auf verschlungenen Pfaden durch die Dämmerung

l’Alt Empordà: Auf verschlungenen Pfaden durch die Dämmerung

Schon mitten am Nachmittag, andernorts ist man noch mit dem Arroz oder den Gambas beschäftigt, beginnt sich ein heimeliger Schatten über den kleinen Ort zu legen, der da, eingeklemmt zwischen Bergen im Norden und Bergen im Osten, nahe einer Regionalstraße liegt, die nicht viel mit nicht viel mehr verbindet. Eine paar Stunden später kommt Leben in die Bude, die Bewohner spazieren vom Unterdorf ins Oberdorf oder aber von oben nach unten und dann wieder nach oben. Manche machen an der einzigen Kneipe des Ortes Station, um mit den anderen Vecinos des Dorfes über Wetter, Ernte oder Politik zu schwatzen. Es ist ein Rentnerdorf, wie so viele im Norden, junge Leute wohnen in den nicht sonderlich weit entfernten größeren Orten. Gerade einmal einhundert und siebzig Menschen wohnen hier, vor hundert Jahren waren es über fünfhundert. Ein paar Weinbauern beackern noch ihre Schollen, aber ansonsten gibt es hier nicht viel zu tun. Das war nicht immer so!

Dinge waren anders gelagert, als es zwischen Spanien und Frankreich hoch her ging. Im Jahr sechzehnhundert neunundfünfzig zog der Vertrag der Pyrenäen eine Grenzlinie, der Schmuggel begann dann aber erst richtig. Denn viele Dinge waren mit hohen Zöllen belegt, de-strankis Import, so etwas wie Handel auf Umwegen, war en vogue. Und dafür eigneten sich die schmalen Täler im Norden des Ortes, die spanischen Grenzer hatten keine Chance, die französischen Grenzer wohl keine Lust. Tabak, Tee, Kaffee, aber auch handfeste Dinge wechselten von einer Seite auf die andere. Irgendwann endete dieser Schluchtenwarenverkehr, das Dorf versank in diffuser Vergessenheit.

Während, vor allem aber am Ende des bislang letzten spanischen Bürgerkrieges wurde das Dorf dann doch noch einmal wichtig. Dieses Mal wurden indes keine Waren geschmuggelt. Auf den gleichen Wegen wie damals flüchteten viele Republikaner über den Coll de Banyuls in das von dort gerade einmal zehn Kilometer entfernte Banyuls-sur-Mer. Francos Schärgen hatten keine Chance. Unweit vom Grenzstein auf der Passhöhe erinnert eine Gedenktafel an diese Zeit.

Nicht einmal die Gründung der D.O. Empordà hat dem kleinen Ort geholfen; die Cooperative des Ortes hatte schon viel früher ihre Kelter verriegelt. Es dauerte viele Jahre bis sich wieder eine Kellerei in Rabós de l’Empordà ansiedeln würde, aktuell sind es derer zwei, aber nur eine davon, Celler Castelló Murphy, ist wirklich im Ort anzutreffen. Die andere, Celler d’en Guilla, findet man an der oben bereits beschriebenen Landstraße.

Empordà, genauer gesagt l’Alt Empordà, ist eine seltsame Weinbauregion. Viele Menschen durchfahren sie, da man von La Jonquera gen Girona, Barcelona oder die katalanische Küste nun einmal durch Empordà muss. Aber wer nahe Figueres das erste Mal auf die Bremse tritt, ist schon wieder draußen. Wer an der Ahr war, und weiß, dass er da war, der war nicht an der Ahr…

Dabei ist es eine der ältesten Weinbauregionen der Iberischen Halbinsel, in Rosés siedelten Griechen, vor allem aber Römer, sie brachten Rebstöcke mit. Die Bucht von Rosés ist ein geschützter Platz, die hohen Berge im Westen schirmen alles Unheil ab, das vom Meer kommt.

Lange Zeit wurde die D.O. Empordà als das Gegengewicht zum Priorat gehandelt. Menschen, ausgestattet mit einem latent oberflächlichem Blick meinten, dass Garnacha, Norden sowie Granit ausreichen würden, um ein Gegengewicht zu Garnacha, Schiefer und Süden zu erfinden. Kwark!

Abgesehen von ein paar speziellen Ecken wie das Cap de Creus, die Ostküste zwischen Llança und Portbou sowie ein paar versprengt herumliegende Weininseln im Westen von Figueres, ist l’Alt Empordà ein in sich geschlossenes, kompaktes Weinbaugebiet. In der Mitte ist flaches Land, ein paar Hügel mischen die Gegend auf, Reben stehen auf Lehm oder Schwemmland, dann und wann mit dichter Steinauflage. Mollet de Perelada, Masarac, viel mehr ist da nicht.

Alles andere spielt sich an den Hängen ab. Und die sind eben nicht in steile, enge Täler gepresst wie in Porrera oder La Vilella Baixa, sondern fallen mehr oder weniger offen gen Süden respektive gen Westen ab. Der Punkt des Wechsels ist Rabós de l’Empordà. Von dort zieht sich das Gebirge südwärts gen Rosés, oder halt gen Westen, gen La Jonquera. Die Geologie hat Rabós auch noch aus einem anderen Grund bekannt gemacht. Denn, auch wenn viele Menschen von Granit und Empordà faseln, der Großteil der Hänge besteht aus Schiefer. Von Rabós gen Westen, bis nach Capmany, von den Einheimischen Capmain ausgesprochen, gibt es eher roten, öligen Schiefer. Rabós gen Süden, also Vilamaniscle, vor allem aber Garriguella, Pau und die anderen kleinen Dörfer im Osten von L’Alt Empordà, basieren auf schwarzem Schiefer.

Und Granit? Findet man im Cap de Creus sowie zwischen Capmany, sorry, Capmain, und Cantallops. Und Punkt. Mehr ist da nicht. Denn westlich von Capmany gibt es lehmhaltigen Sandstein, teilweise mit Bruchstein übersät. Nimmt man die Dinge genau, wir Bären tun dies, dann kann man sich von der Idee Empordà mit einem Basisterroir zu beschreiben, ganz schnell verabschieden.

L’Alt Empordà, das ist Garnacha und Cariñena. Vielleicht noch etwas Moscatel de Frontignan, etwas Malvasía, welcher auch immer, und Monastrell. Alles andere ist zugezogen und hat mehr oder weniger große Unruhe gestiftet. Der unselige Spruch von José Lúis Pérez „wer auf internationalen Märkten erfolgreich sein will, muss international bekannte Sorten anbauen“ hat hier noch mehr Schaden angerichtet als im Priorat. Nicht nur, dass Katalonien mit banalen Weinen überschwemmt wurde, diese zwanzig Jahre groben Unfugs verzögerten auch den Fortschritt in Sachen Garnacha und Cariñena. Manch gute Parzelle wurde gerodet, um seelenlosen Merlot anzubauen. Insbesondere Garnacha gris (roja) und Garnacha blanc sowie die gleichen Typen in Sachen Cariñena kommen erst jetzt langsam aus der Deckung. Vor allem Cariñena ist spannend. Das gilt auch für die Rotweine: Garnachas sind meist brav und gut trinkbar, die wenigen wirklich spannenden Weine der Region bestehen immer zu großem Teil aus Cariñena. Dies gilt aber nur, solange wir über trockene Weine philosophieren.

Die wahren Schätze der Region sind von anderer Natur, die wirklich spannenden Weine der Region unterscheiden sich von den Süßweinen aus Banyuls oder dem Roussillon vor allem hinsichtlich des Preises, die Qualität der Soleras ist extrem hoch. Das, was Joan Fabra, Pep Guardiola (nein, nix Fußball) oder die Cooperative aus Espolla auf den Tisch stellen, ist schon spannend. Nur: keiner kennt das, keiner kauft das, und dann werden Spitzenprodukte eben verschleudert.

Das hat natürlich auch etwas mit der Struktur der Region zu tun. Denn auch wenn es hier und heute nicht weniger als sechsunddreißig Weingüter gibt, die Weine aus L’Alt Empordà anbieten, so ist international genau eine Bodega bekannt: Castillo Perelada. Hier entsteht viel Wein, sehr viel Wein, und nicht nur der Tafelwein Blanc Pescador, einer der zwei wichtigsten spanischen Weißweine. Perelada kauft alles auf, was angeboten wird. Die ehemalige Bodega Oliver Contí, zum Beispiel. Sie wurde gegründet, als man glaubte, die Menschen würden Bordeaux-Blends aus Katalonien mögen. Mögen sie aber nicht. Die Cooperative aus Mollet de Perelada wurde ebenfalls geschluckt und neuerdings kauft man bei Espelt all das auf, was die nicht selbst verkauft bekommen.

Aber Castillo Perelada trägt zumindest einen Namen in die weite Weit. Die Nummer zwei der Region kann nur billichchch: Empordália, ein Zusammenschluss von drei Genossenschaften. Hier werden simple gestrickte, billige Weine am laufenden Band abgefüllt. Spannend geht anders.

Neben Espelt, unter den Großbodegas vielleicht die beste, gibt es noch drei oder vier weitere Kellereien, die zwischen zweihundert tausend und einer halben Million Flaschen abfüllen. In der Regel sind es schlichte Weine, die vor allem in der Region getrunken werden.

Wie immer, so muss man sich auch in Empordà durch die kleinen Bodegas kämpfen, vieles verkosten, manches verwerfen, manches besser nicht in den Mund nehmen. Denn noch immer gibt es hier eine nicht gerade kleine Zahl von rustikalen Weinen, traditionell, wenn man höflich sein will, altmodisch, falls nicht. Zu viel Alk, zu viel aufgesetzte Frucht, Weine, von denen man schon nach einem halben Glas genug hat. Spätestens.

Der erste, der vor mehr als zwanzig Jahren Leben in die Bude brachte, war Jaume Serra. Er kam aus Bordeaux zurück und wollte in Cantallops Empordà-Weine mit Bordeaux-Kellertechnik machen. Das gelang nur bedingt. Da er aber auch diverse Weingüter beratend begleitete, setzte sich der Stil der etwas dicklichen Empordà-Weine durch. Fast bis heute. Denn die einzige kleine Bodega, die mit guten Qualitäten dagegenhalten konnte, was und ist immer schnell ausverkauft: Celler Martí Fabra. Verd de l’Albera Flor d’Albera, aber vor allem die Lagenweine des nun schon über einhundert Jahre zählenden Weingutes sind schon außergewöhnlich. Keine banalen Weine, insbesondere die Rotweine kann nicht mal eben so wegsüffeln. Richtig gut sind die auf Garnacha basierenden Süßweine, da kommt sonst keiner in der Region mit.

Alle anderen, die danach kamen, begannen erst einmal mit viel CabMeSy und Chardonnay, einige haben sich inzwischen freigeschwommen, andere werden das nie schaffen, oftmals auch, weil sie das nicht schaffen wollen. Vinyes dels Aspres hat Fortschritte gemacht, Vinyes d’Olivardots, gerade von dem aktuellen Parker-Verkoster Luis G. etwas „gehypt“, ist so schlecht nicht. Roig Parals hat mit den Lagenweinen Camí de Cormes zwei erstklassige Lagenweine am Start, dazu kommen noch die auf Garnacha basierenden Basisweine Mallolet.

Und dann sprießt immer mal wieder ein Grashalm aus roher Erde. Celler Pujol Cargol etwa, der bei d’Olivardots tätige Önologe macht dies, oder aber Celler d’en Guilla, auch die oben schon erwähnte Bodega Celler Castelló Murphy. Jordi Esteve ist der letzte in einer noch viel zu kurzen Reihe. Alle diese neuen Projekte versprechen viel und halten das Eine oder das Andere. Auch da gibt es schlichte oder schlampig gemachte Weine, nicht alles ist Gold. Aber ein jeder muss eben seinen Weg erst einmal finden. Und dieses Mal bedarf es nicht der Dämmerung in Rabós de l’Empordà. Text: El oso alemán

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Whisky

Ardbeg Anthology The Harpy‘s Tale’ 13 Jahre

Single Malt Whisky · Islay · Schottland

Single Malt Scotch Islay 13 Jahre Ex-Bourbon- & Sauternes-Fässer Anthology-Serie (Auftakt) rauchig & süß

Der Ardbeg Anthology The Harpy's Tale 13 Jahre ist der Auftakt der neuen Anthology-Serie der Islay-Destillerie Ardbeg. Erstmals reifte ein Teil dieses Single Malt 13 Jahre in französischen Sauternes-Süßweinfässern, der andere Teil ebenso lang in klassischen Ex-Bourbon-Fässern. So entsteht ein Wechselspiel aus kräftigem Islay-Rauch und reicher Süße. Name und Gestaltung greifen die Harpyie auf – ein Fabelwesen halb Mensch, halb Vogel aus der griechischen Mythologie –, das die zwei Seiten des Whiskys spiegelt.


Islay

Islay ist die südlichste Insel der Inneren Hebriden an der Westküste Schottlands und für ihre rauchigen, torfgeprägten Single Malts bekannt. Die Destillerie Ardbeg an der Südküste der Insel zählt zu den am stärksten getorften Brennereien Schottlands. Atlantische Lage, Torf und Meeresluft prägen den charakteristischen Stil aus kräftigem Rauch mit maritimer Note.

Assemblage und Ausbau

The Harpy's Tale vereint zwei jeweils 13 Jahre gereifte Komponenten: einen Teil aus französischen Sauternes-Fässern, der süße, fruchtige Noten beisteuert, und einen Teil aus Ex-Bourbon-Fässern, der den typischen Ardbeg-Rauch trägt. Für Ardbeg ist die Reifung in Sauternes-Fässern eine Premiere. Verantwortlich ist Dr. Bill Lumsden, Director of Whisky Creation, der das Reifeexperiment als bewusste Verbindung von Rauch und Süße beschreibt.

Im Glas

Bernsteinfarben im Glas. In der Nase ein öliges Profil, das an Olivenöl extra vergine erinnert, dazu erdiges Bruyère-Wurzelholz, Koriander, Salbei und ein Hauch geräucherter Zitronenschale; mit etwas Wasser kommen Leinöl, eine wachsige Note, Karbolseife und Crème brûlée hinzu. Am Gaumen weich und ölig, süß und rauchig zugleich: Eichenmoos und Melasse, Anisbonbon, süß-holziger Balsamico, geräucherte Aprikose und Eukalyptus. Der Nachhall ist lang und süß-rauchig, mit Kreuzkümmel, Kardamom und einem Hauch Kokosnuss.

Am Tisch

Pur bei Zimmertemperatur genießen; ein paar Tropfen Wasser öffnen zusätzliche Aromen. Passt zu kräftigen Begleitern wie dunkler Schokolade, reifem Blauschimmelkäse, geräuchertem Fisch und herzhaftem Trockenobst. Auch solo als Digestif eine gute Wahl.



Lage: Islay, Schottland
Klassifikation: Single Malt Scotch Whisky, 13 Jahre
Ausbau: Ex-Bourbon- und französische Sauternes-Fässer, je 13 Jahre

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Weine

Schloss Lieser Niederberg Helden Riesling GG 2022

Weißwein · Niederberg Helden (Mosel) · Riesling

Riesling Niederberg Helden Lieser · Mittelmosel Schloss Lieser (Thomas Haag) 100 % blauer Schiefer Steillage bis 80 % · wurzelecht Großes Gewächs · trocken 2022

Der Schloss Lieser Niederberg Helden Riesling Großes Gewächs 2022 stammt aus der Hauslage des Guts – bestockt mit bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben auf 100 % blauem Schiefer, bei Steigungen bis 80 %. Ein trockener Riesling von expressivem Charakter, feiner Eleganz und lebhafter Säure, geprägt von der rauchigen Mineralität dieser facettenreichen Lage.


Niederberg Helden – die Hauslage auf Blauschiefer

Thomas Haag – ältester Sohn von Wilhelm Haag (Weingut Fritz Haag) – führte Schloss Lieser an der Mittelmosel in die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Die Handarbeit in den Weinbergen und die spontane Vergärung der Weine reflektieren die tiefe Wertschätzung der Natur und stehen als Markenzeichen für den sorgfältigen Umgang von Thomas Haag und seiner Familie mit den gegebenen Ressourcen.

Der Lieser Niederberg Helden ist mit bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben bestockt und wird durch 100 % blauen Schiefer und eindrucksvolle Steigungen von bis zu 80 % charakterisiert. Diese lange vernachlässigte Lage gilt seit einigen Jahren als eine der facettenreichsten und interessantesten der Mosel und bringt Jahr für Jahr spektakuläre Spitzenrieslinge von expressivem Charakter und außergewöhnlichem Reifepotenzial hervor.

Jahrgang 2022 – Mosel

Die Riesling Großen Gewächse von Schloss Lieser aus dem Jahr 2022 sind das Ergebnis eines bemerkenswerten Wachstumsjahres, das durch seine extreme Trockenheit in Erinnerung bleibt. Nach einem regnerischen Mai setzte eine lange Hitze- und Dürreperiode ein, die die bis zu über 100 Jahre alten Reben bis an ihre Grenzen forderte. Dank ihrer tiefen Verwurzelung und ausgezeichneter Wasserreserven konnten die Reben diesen Bedingungen jedoch standhalten. Der späte Wetterumschwung kurz vor der Ernte – kühle Nächte und regnerische Tage – half, die Frische und Zartheit der Trauben zu bewahren. Durch akkurate Selektion und hundertprozentige Handarbeit entstand ein GG mit moderatem Alkoholgehalt, feiner Eleganz und einer lebhaften, spannenden Säurestruktur.

Ausbau

Trockenes Riesling Großes Gewächs aus der Lage Niederberg Helden, Jahrgang 2022; 100 % Riesling von bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben.

Nach strengster, selektiver Handlese gelangen nur vollreife, gesunde Trauben in den Keller. Der Wein wird spontan mit den eigenen Hefen vergoren und schonend auf der Feinhefe ausgebaut, um das Terroir der Lage unverfälscht zur Geltung zu bringen. So entsteht ein präziser, glasklarer und tiefgründiger Riesling mit ausgeprägter Schiefermineralität.

Im Glas

Aus dem blauen Schiefer der Steillage lebt dieser Riesling von Präzision und Ausdruck: gelbe Steinfrucht wie Pfirsich und Aprikose, dazu Zitrus, Apfel und Quitte, untermalt von floraler Würze und einer rauchig-feuersteinigen, salzigen Schiefermineralität. Am Gaumen trocken, tiefgründig und expressiv, mit moderatem Alkohol und einer lebhaften, präzisen Säure, die dem Wein Spannung verleiht – mit langem, glasklarem und salzig-mineralischem Nachhall.

Gelbe Steinfrucht, Zitrus und Quitte über rauchig-salziger Blauschiefer-Mineralität – trocken, expressiv und moderat im Alkohol, mit lebhafter Säure und langem Nachhall.

Ein großer Mosel-Riesling mit jahrzehntelangem Reifepotenzial; in der Jugend gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Gerichten sowie zu würziger asiatischer Küche und gereiftem Hartkäse.


Lage: Lieser Niederberg Helden, Mittelmosel; 100 % blauer Devonschiefer, Steillage bis 80 % Neigung; bis zu 120 Jahre alte, wurzelechte Reben; VDP.GROSSE LAGE
Klassifikation: VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: strengste selektive Handlese, Spontangärung mit eigenen Hefen, schonender Ausbau auf der Feinhefe

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Weine

Ruppert-Leroy Champagne Les Cognaux Pinot Noir Brut Nature BIO

Der Ruppert-Leroy Les Cognaux Brut Nature ist Pinot Noir aus einer Lage weit oben am Hang über Essoyes: tiefer Ton und grauer Mergel, nach Süden und Südosten. Weiß gekeltert, ohne Dosage und ohne Schwefelzusatz – ein dunkler, tiefer Blanc de Noirs.

Im Glas

Helles Gold, lebendige Perlen. Ein tiefer, kühler Duft: Quitte, Walderdbeere, reife Zitrone, Nektarine, dazu Rauch und Stein. Trotz der dunklen Aromen seidig und weich. Im Mund gerade und straff, die Frucht hält sich zurück. Lang, kühl und steinig im Abgang.

Mach was draus

Pilzrisotto, Wildgeflügel, Kalbsfilet mit Morcheln oder ein gereifter Comté. Ein Champagner für den Hauptgang und für Abende im Herbst und Winter. Wer Pinot Noir aus Burgund liebt, findet hier einen sprudelnden Verwandten. Servier ihn bei 8 bis 10 °C im großen Glas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Les Cognaux braucht ein großes Glas. Je länger er Luft bekommt, desto mehr Rauch und Stein kommen heraus.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie alt sind die Reben? Zwischen 15 und 30 Jahren. Sie stehen im oberen Teil des Hangs auf Ton und grauem Mergel.

Was heißt ohne Schwefelzusatz? Seit dem Jahrgang 2013 setzt das Haus keinen Schwefel mehr zu, auch nicht bei der Abfüllung. Das macht ihn besonders pur.

100 % Pinot Noir · Lage Les Cognaux, Essoyes · tiefer Ton und grauer Mergel, oberer Hang, Süd-Südost · Reben 15–30 Jahre · Spontangärung, 9 Monate auf der Hefe in Fässern und Halbstückfässern · biologischer Säureabbau · 18–20 Monate Flaschenreife · ungeschönt, unfiltriert, ohne Schwefelzusatz · Jahrgang 2022 · Brut Nature, ohne Dosage · Champagne Ruppert-Leroy, Essoyes · Bio, FR-BIO-10 · Stand: Oktober 2026

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Weine

Santa Maria La Nave Calmarossa Etna DOC Rosso BIO

Rotwein · Etna DOC · Nerello Mascalese

85 % Nerello Mascalese 15 % Nerello Cappuccio Etna DOC Rosso Monte Ilice · Südostflanke wurzelechte Altreben · > 800 m Santa Maria La Nave Bio (IT-BIO-015) nur 4.130 Flaschen

Der Santa Maria La Nave Calmarossa Etna Rosso stammt aus einem alten, wurzelechten Weinberg an der steilen Südostflanke des Ätna, in über 800 Metern Höhe. Ein außergewöhnlicher Vulkan-Rotwein: einerseits federleicht, transparent und frisch, andererseits facettenreich, lang und intensiv.


Calmarossa – Altreben am Krater Monte Ilice

Santa Maria La Nave ist ein gefeiertes Boutique-Gut am Ätna. Sonia Spadaro Mulone führt die 1954 begründete Familientradition fort und keltert nummerierte Einzellagenweine aus autochthonen Sorten – mit großer Sorgfalt, ohne Pestizide, biologisch zertifiziert (IT-BIO-015). Der Calmarossa entsteht am Krater Monte Ilice an der Südostflanke des Vulkans, aus einem über Jahrzehnte von Don Alfio gepflegten Altreben-Weinberg mit prä-phylloxerischem Kern.

Die Reben wachsen auf mineralreichen, vulkanischen Sandböden (feine schwarze Asche) in über 800 Metern Höhe, an einem extrem steilen Hang. Das Klima mit heißen Sommertagen, kühlen Nächten und kräftigen Winden verleiht den Trauben eine einzigartige Komplexität.

Etna Rosso – Höhe und Vulkan

Die extreme Höhenlage und die vulkanischen Sandböden des Monte Ilice prägen den Calmarossa: heiße Tage und kühle Nächte sorgen für langsame Reife, klare Frucht, lebendige Säure und eine ausgeprägte Mineralität – die Handschrift großer Ätna-Rotweine.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 85 % Nerello Mascalese und 15 % Nerello Cappuccio, Etna DOC Rosso, trocken.

Die Trauben werden in der ersten Oktoberhälfte sorgfältig von Hand gelesen und sofort in die Kellerei transportiert. Nach sanfter Entrappung und Maischung erfolgt die Gärung mit einheimischen Hefen bei kontrollierten 26 °C in Edelstahltanks. Die Maischestandzeit beträgt etwa drei Wochen, bevor der Wein von den Schalen getrennt wird. Anschließend reift er mindestens 9 Monate in französischen Eichenbarriques und erfährt eine zusätzliche Flaschenreife von mindestens 6 Monaten.

Im Glas

Der Calmarossa zeigt sich in brillantem Rubinrot mit zarten purpurnen Reflexen. Das Bouquet ist vielschichtig und elegant, mit intensiven Aromen von wilden Veilchen, Rosen, Kirschen und Himbeeren; würzige Nuancen von Zimt, Unterholz, Graphit, Kakao und Lakritze verleihen Tiefe, feine ätherische Anklänge runden die Komplexität ab. Am Gaumen vollmundig, warm und geschmeidig, mit einer feinen Säure, die die vulkanische Intensität perfekt ausbalanciert. Die eleganten, seidigen Tannine sorgen für beeindruckende Struktur und einen langen, harmonischen Abgang.

Federleicht, transparent und frisch – und zugleich facettenreich, lang und intensiv: die raue Kraft des Vulkans, fein und ausgewogen.

Schon jetzt zugänglich, mit großem Reifepotenzial; profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu rotem Fleisch und Schmorgerichten, zu Wild und Lamm, zu Pasta mit kräftigem Sugo sowie zu gereiftem Käse.


Lage: Etna DOC, Südostflanke (Krater Monte Ilice, Viagrande; Sizilien, Italien); mineralreicher vulkanischer Sandboden, > 800 m, extrem steil; alte wurzelechte Reben mit prä-phylloxerischem Kern
Klassifikation: Etna DOC Rosso, 85 % Nerello Mascalese, 15 % Nerello Cappuccio (trocken); biologisch (IT-BIO-015); nur 4.130 Flaschen
Ausbau: Handlese, Entrappung, Spontangärung mit einheimischen Hefen bei 26 °C im Stahltank, ~3 Wochen Maische, ≥ 9 Monate franz. Barriques, ≥ 6 Monate Flaschenreife

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Weine

Weingut Andres Grauburgunder BIO

Weißwein · Pfalz · Grauburgunder

Grauburgunder Gutswein Mittelhaardt · Pfalz Weingut Andres saftig · erdig-fruchtig trocken · druckvoll BIO (DE-ÖKO-039) 2025

Der Weingut Andres Grauburgunder trocken 2025 zeigt, so gut kann ein Grauburgunder munden: eine klare, frische Saftigkeit vereint mit den typisch erdigen und fruchtigen Attributen der Rebsorte. Reife Apfel- und Quittennoten, ein tolles Mundgefühl und ein druckvolles Finish – ein richtiger Schmackofatz.


Grauburgunder – saftiger Pfälzer von Andres

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Pfälzer Mittelhaardt ökologisch, ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Der Grauburgunder ergänzt das Burgunder-Sortiment um eine saftige, gehaltvolle Rebsorte.

Die Böden der Mittelhaardt – von Buntsandsteinverwitterung bis Kalk – und das minimalistische, herkunftsbetonte Arbeiten im Weinberg bilden die Grundlage für einen Grauburgunder, der klare Frische mit erdiger Würze und reifer Frucht verbindet.

Jahrgang 2025 – Pfalz

Der Grauburgunder 2025 zeigt eine reife, saftige Frucht bei animierender Frische. Der auf Trinkfluss und Fülle ausgerichtete Stil und die schonende Arbeit im Keller bewahren die klare Saftigkeit und das druckvolle Mundgefühl – Frucht und Frische im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Grauburgunder aus der Pfalz, Jahrgang 2025; 100 % Grauburgunder.

Der Wein wird schonend und herkunftsbetont ausgebaut, ganz auf die Bewahrung der saftigen Frucht, des vollen Mundgefühls und der druckvollen Struktur ausgerichtet. Bewirtschaftet wird biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze.

Im Glas

Die Brüder Andres vereinen hier eine klare, frische Saftigkeit der Grauburgunder-Traube mit ihren typisch erdigen und fruchtigen Attributen. Reife Apfel- und Quittennoten wechseln sich geschmacklich ab. Ein richtiger Schmackofatz mit einem tollen Mundgefühl und einem druckvollen Finish!

Klare, frische Saftigkeit mit typisch erdiger Würze – reife Apfel- und Quittennoten im Wechsel, tolles Mundgefühl und druckvolles Finish. Ein richtiger Schmackofatz!

Ein saftiger, gehaltvoller Weißwein zum Genießen. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb, zu cremigen Pasta- und Gemüsegerichten sowie zu mild-cremigem Käse.


Lage: Mittelhaardt, Pfalz; Weingut Andres, Deidesheim
Klassifikation: Grauburgunder, Pfalz (trocken); 100 % Grauburgunder
Ausbau: schonende, herkunftsbetonte Vinifikation; biologisch/biodynamisch, DE-ÖKO-039

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Georgien

Samtavisi Marani Goruli Mtsvane 2021

Wein · Orange Wine · Kartli · Georgien

Samtavisi Marani Goruli Mtsvane ist ein georgischer Orange Wine aus der autochthonen Rebsorte Goruli Mtsvane. Die edel auf der Flasche prangende Feige gibt die Richtung vor: weiche, einladende Aromatik mit feinherben Fruchtnoten von Mandarine und Litschi, frisch gemahlenen Mandeln und einer milden Teenote – die Tannine sind dabei kaum spürbar.


Kartli / Georgien

Das Naturweingut Samtavisi Marani wird vom Künstler Mamuka Kikvadze im Dorf Samtavisi in der Region Kartli geführt, zwischen dem Trialeti-Gebirge und dem Hohen Kaukasus. Die Rebsorte Goruli Mtsvane stammt aus Kartli, aus der Region um Gori („Goruli"), und unterscheidet sich deutlich von der bekannteren Variante aus Kachetien („Kachuri Mtsvane"): klarer, ruhiger und weniger wild in ihrer Art. Die Weinberge werden ohne Herbizide bewirtschaftet.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Goruli Mtsvane. Vinifiziert nach georgischer Tradition im Qvevri (in den Boden eingelassene Tonamphore) mit mehrmonatiger Maischestandzeit, die dem Wein seine bernsteinfarbene Tönung und sanfte Struktur verleiht; anschließend kurze Reife im Edelstahl. Unfiltriert und mit minimalem Eingriff abgefüllt.

Im Glas

Bernsteinfarben. In der Nase weich und einladend, mit feinherben Noten von Mandarine und Litschi, getrockneter Aprikose und reifem Apfel. Am Gaumen frisch gemahlene Mandeln und eine milde Teenote, getragen von einer exzellent austarierten Säure. Die Tannine sind kaum spürbar; langer, sauberer Abgang.

Am Tisch

Nicht zu kalt servieren (14–16 °C) und atmen lassen – so öffnet sich der Wein am besten. Ein vielseitiger Begleiter kräftiger Küche.

Passt zu: Geflügel, gegrilltem Gemüse, würzigen Gerichten, Hartkäse und georgischer Küche.


Lage: Region Kartli (Shida Kartli), Samtavisi (Georgien); Naturweingut Samtavisi Marani (Mamuka Kikvadze)
Klassifikation: Orange/Amber Wine – 100 % Goruli Mtsvane, trocken
Ausbau: Maischegärung und -reifung im Qvevri (mehrere Monate), kurze Edelstahlreife; unfiltriert

Bilder: © LEPL

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Spirituosen

Mono Anis seco

Spirituose · Anislikör · Badalona · Spanien

Anís del Mono Seco ist ein trockener Anislikör aus Spanien, nach traditionellem Rezept hergestellt. Nach dem Essen pur zu genießen – oder man „veredelt" einen Kamillentee mit ein paar Tropfen Anis.


Herkunft / Badalona

Die Marke Anís del Mono wurde 1870 von den Brüdern Bosch in Badalona bei Barcelona gegründet und gehört seit 1975 zur Osborne-Gruppe. Die modernistische Fabrik am Meer und das berühmte Affen-Etikett – dessen Gesicht an Charles Darwin erinnert – machen den Anislikör zu einem Klassiker der spanischen Trinkkultur.

Zutaten und Destillation

Hergestellt nach der Originalrezeptur: natürlicher Anis und weitere aromatische Pflanzen werden in den historischen Kupferbrennblasen aus dem 19. Jahrhundert destilliert, um die ätherischen Öle zu gewinnen. Diese werden mit neutralem Alkohol und Wasser vermählt, leicht gerührt, filtriert und abgefüllt. Die Seco-Variante (grünes Etikett) ist die trockene Version mit geringem Zuckeranteil.

Im Glas

Klar und kristallin. In der Nase intensives Anis- und Lakritzaroma. Am Gaumen trocken und würzig mit feiner Kräuternote. Mit Wasser oder Eis wird der Likör milchig-trüb und milder im Geschmack.

Pur und im Drink

Pur als Digestif nach dem Essen oder gekühlt mit Wasser und Eis als Aperitif. Ein paar Tropfen veredeln einen Kamillentee; klassisch auch als Carajillo mit Kaffee.

Ideal: pur als Digestif, mit Wasser/Eis oder im Carajillo.


Herkunft: Badalona, Katalonien (Spanien); Anís del Mono (Osborne)
Art: Anislikör, trocken (Seco, grünes Etikett)
Zutaten: natürlicher Anis und aromatische Pflanzen, neutraler Alkohol, Wasser
Destillation: Destillation in historischen Kupferbrennblasen (19. Jahrhundert)

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Spirituosen

Faude feine Brände Mandarinen aus Sizilien / Geist

Spirituose · Geist · Baden · Deutschland

Faude Mandarine aus Sizilien ist ein intensiv-fruchtiger Mandarinengeist aus der Hausbrennerei Faude am Kaiserstuhl. Aus der ohne Herbizide angebauten sizilianischen Sorte Ciaculli – vollreif geerntet unterhalb des Ätna, mit dem vollen Duft des Mandarinenhains im Glas.


Herkunft

Hergestellt von Florian Faude in seiner Hausbrennerei in Bötzingen am Kaiserstuhl (Baden). Die Mandarinen der Sorte Ciaculli stammen aus Anbau ohne Herbizide in Sizilien, von Florians Erzeuger Giancarlo unterhalb des Ätna. Die besonders intensive Sorte wird auch von der Slow-Food-Bewegung geschätzt.

Mazeration und Destillation

Als Geist hergestellt: Die vollreifen Mandarinen werden in reinem Getreidealkohol mazeriert und nach kurzer Zeit abdestilliert, sodass nur die feinsten, klarsten Zitrusaromen ins Destillat gelangen. Ohne Zusatz von Aromen, Zucker oder Farbstoff.

Im Glas

Klar und kristallrein. In der Nase intensiv und vollfruchtig nach reifen Mandarinen, mit feiner ätherischer Würze. Am Gaumen saftig-fruchtig und ausdrucksstark, mit klarer Zitrusfrucht und langem, aromatischem Nachhall.

Pur und im Drink

Gut gekühlt pur aus dem Glas, als Digestif – oder als aromatische Basis für Longdrinks und Cocktails.

Klassisch: pur, als Digestif, im Longdrink oder Cocktail.


Herkunft: Bötzingen am Kaiserstuhl, Baden (Deutschland)
Art: Mandarinengeist (Zitrus-Geist), -Mandarine Sorte Ciaculli aus Sizilien (Italien)
Herstellung: Mazeration in Getreidealkohol, kurze Destillation; ohne Zucker oder Farbstoff

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