Battenfeld-Spanier und Kühling-Gillot – Der Jahrgang 2017
Bis dato der früheste Beginn einer Weinlese, denn bereits am 5. September begannen wir mit der Weinlese, zunächst wie in den letzen Jahren üblich mit den Burgundern in den klimatisch begünstigten Weinbergslagen an der Rheinterrasse. Doch bis es soweit war, hielt das Wetter einige Kapriolen für uns bereit. Nach einem feuchten und milden Winter, folgte bei recht milden Temperaturen eine zügige Entwicklung der Weinreben, die bis Mitte April etwa eine Woche vor dem langjährigem Mittel lag.
Der erste herbe Rückschlag waren die Spätfröste Ende April, die die bereits gut entwickelten ersten grünen Blättchen erfrieren ließen. Auch zum Ende des Frühjahrs und im Sommer gab es immer wieder meteorologische Turbulenzen, die uns die ein oder andere schlaflose Nacht bescherten.
Zum Glück blieben wir von dem verheerenden Hagel Ende August und dem nachfolgenden Starkregen am 25. August nahezu verschont.
Ideal war hingegen der Wechsel von milden Tagen und kalten Nächten auf der Zielgeraden des Reifestadiums bei den Trauben. Dieses Spiel hat uns saftige Trauben mit ausgeprägten Aromen und einer guten Balance zwischen feiner natürlicher Reife und frischer Beerensäure geliefert. Dennoch kam es einer Achterbahnfahrt gleich – zwischen raschem Lesen eines Weinbergs, Improvisationskunst und geduldigem Warten auf das richtige Zeitfenster für die Top-Qualitäten. Scheitern und der ganz große Erfolg lagen nie näher beieinander.
Ein mildes und trockenes Herbst-Wetter zum Finale hat es uns möglich gemacht, insbesondere beim Riesling in punkto Qualität ein positives Ausrufezeichen für den Jahrgang 2017 zu setzen. Auch wenn wir in einigen Lagen doch recht bescheidene Mengen ernteten, sind es doch die präzise, pure und dennoch ausdrucksstarke Tiefe der Weine, die uns enorm fasziniert und immer wieder begeistert. Text: Battenfeld-Spanier / Kühling-Gillot