Nobelhart & Schmutzig – reduziert, schmutzig und hart

Nobelhart & Schmutzig – Berlin – Deutschland

Die Easy Jet Maschine ist bei dem Flug nach Berlin bereits mit einer Vielzahl von Hipster jeglicher Couleur gefüllt. Junge Menschen mit Rauschebärten, gereiftere Typen mit vergilbten, schlechten Tätowierungen, Freaks und solche, die es werden wollen haben hier das Speedy Boarding oder das normale Check in mit Bravour überwunden, um in die coole, deutsche Metropole Berlin zu bereisen und diese mit ihrer Anwesenheit zu beglücken oder gar ein zukunftsweisendes Start Up zu gründen.

So eine Art Start Up wurde auch Anfang 2015 aus kulinarischer Sichtweise gegründet. Weder Fotoapparate, Handys noch Waffen sind in Billy Wagners Restaurant Nobelhart & Schmutzig im Berliner Stadtteil Kreuzberg erlaubt. Und AFD Sympathisanten wird mit einem deutlichen, vor der Eingangstür angebrachten Verbotsschild ebenfalls nahe gelegt, dieses Lokal besser nicht zu betreten.

Das Im Nobelhart und Schmutzig gelebte und gekochte Konzept nennt sich zwar „Brutal Lokal“, bezieht sich aber hier auf die Beschaffung von lokalen Zutaten aus Berlin, dem Spreewald, der Uckermark oder der Müritz. Lokale Zutaten von engagierten Bauern und Handwerksbetrieben werden vom Chefkoch Micha Schäfer und seinem Team in einer sehr reduzierten Art und Weise präsentiert und dann souverän serviert. Hier ist tatsächlich das Produkt und die Menschen, die dahinter stehen, der tatsächliche Star.

Die meisten Gäste nehmen dabei an einer großen Hufeisen- förmigen Bar Platz. Diese aus hellem Holz gezimmerte Bar umschließt die offene Küche, in der neben den Köchen auch der Service so nur sehr kurze Wege zum Gast zurücklegen muss. Den Service übernehmen die fleißigen Küchenmeister allerdings meistens höchst persönlich. Das spart Personal und es ist auch direkt der richtige Ansprechpartner an der Theke, um die einzelnen Gänge akribisch und locker dem Gast zu erklären. Das „Was, Wieso, Warum und Woher“ ist so keine leere Phrase mehr, sondern ein Bekenntnis zur lokalen Natur und deren Produkten.

Insgesamt herrscht im Nobelhart & Schmutzig eine grandiose heimelige Wohlfühlatmosphäre. Das einzige, was in den Räumen des Nobelhart und Schmutzig nicht „Brutal Lokal“ ist, sind dann letztendlich die Gäste, die aus allen Teilen der Republik und dem ein oder anderen Land dieser Erde hierhin pilgern. Und spätestens dann wird einem klar, wie verrückt unsere Welt geworden ist. Selbst ein gutes, schmackhaftes Projekt wie das Nobelhart und Schmutzig kann sich wahrscheinlich nur tragen, wenn viele Gäste mit dem Billigjet aus anderen Gegenden heranfliegen, um ein eigentlich zeitgemäßes und bewundernswertes Projekt erleben zu dürfen.

Gegessen und genossen wurden an diesem Abend folgende Gänge: Hafertee und Eisenkraut, Topinambur, Chicorée mit Rosenblättern, Roggen-Sauerteigbrot & Rohmilchbutter, Sellerie, Rosenkohl mit Walnüssen, Zander Zwiebel Dill, Himmel und Erde Kartoffel und Apfel, Landhuhn Sauerkraut Saft, Schweinebauch mit Karotte, Milch / Schwarze Walnuss, Haselnussschnitte.

Von diesem tollen Abend gibt es keine Fotos, da das Handy tatsächlich in der Tasche blieb und es im Nobelhart & Schmutzig ja auch noch das Fotoverbot gibt. Gehalten haben sich daran aber dann doch nicht alle Gäste und selbst die Crew und der Wirt hatten das eine oder andere mal ihr Handy in der Hand, um nur „einmal etwas kurz nachzuschauen“. 🙂

Nobelhart & Schmutzig – Friedrichstraße 218 – 10969 Berlin – Deutschland – Telefon: +49 30 25940610 – www.nobelhartundschmutzig.com

  • Punkte
269

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Die Punkte stehen für die Tage eines ganzen Jahres. Je höher die Punktezahl ist, umso häufiger wünscht man sich an diesem Ort essen gehen zu können oder eben den beschriebenen Wein trinken zu dürfen.

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Weine

Mauro Vendimia Seleccionada 2022 BIO

Rotwein · Vino de la Tierra de Castilla y León · Tempranillo

Tempranillo VT Castilla y León Tudela de Duero · Traspinedo Bio 26 Monate franz. Eiche 2022

Der Mauro Vendimia Seleccionada 2022 ist ein facettenreicher, reinsortiger Tempranillo von Mariano García – konzentriert, balsamisch und tief, mit 26 Monaten Reife in französischer Eiche. Die kompromisslose Spitze des Guts, nur in guten Jahrgängen erzeugt.


Mauro – Mariano García in Tudela de Duero

Bodegas Mauro ist das persönliche Projekt von Mariano García, der 30 Jahre lang technischer Leiter von Vega Sicilia war. Seit 1978 entstehen hier in Tudela de Duero bei Valladolid kleine Mengen großer, lagerfähiger Rotweine, getragen von zwei Säulen: der Identität des Terroirs und dem Ausbau. Da der Ort knapp außerhalb der DO Ribera del Duero liegt, führt Mauro die Klassifikation Vino de la Tierra de Castilla y León – ein reines Etiketten-Detail, keine Frage der Qualität.

Die Vendimia Seleccionada wird nur erzeugt, wenn der Jahrgang es zulässt, aus eigens nach Konzentration und Reife ausgewählten Parzellen in Tudela de Duero und Traspinedo. Die Reben stehen auf leichten, gut durchlässigen, tonig-kalkigen Böden; bewirtschaftet wird ökologisch zertifiziert, ohne Herbizide.

Jahrgang 2022 – Castilla y León

2022 war im Duero-Tal ein herausfordernder, sehr trockener und heißer Jahrgang mit ausgeprägter Sommerhitze. Das zeigt sich im strukturierten, kraftvollen Profil des Weins und in der reifen, dunklen Frucht. Sorgfältige Lagenauswahl und strenge Selektion bewahren dennoch Frische und Balance – ein konzentrierter, aber fließender Wein mit großem Lagerpotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Tempranillo aus dem Jahrgang 2022.

Handlese in 15-kg-Kisten, minutiöse Selektion am Sortiertisch, Spontangärung mit eigenen Hefen und zwei bis drei Wochen Maischestandzeit. Anschließend 26 Monate Reife in Fässern aus französischer Eiche, danach unfiltrierte Füllung. Bio-zertifiziert (ES-ECO-031-CL).

Im Glas

In der Nase balsamische Noten über reifer, dunkler Frucht. Am Gaumen eine Aromenvielfalt von Kakao und dunklen Früchten bis zu Graphit, getragen von solider Struktur. Vollmundig im Abgang, mit reifen, zugleich feinen und flexiblen Tanninen – kraftvoll, konzentriert und doch elegant.

Voll, rund und fleischig – die kompromisslose Spitze von Mauro, ganz aus dem Charakter ihres Terroirs.

Schon jetzt zugänglich, mit großem Reifepotenzial über viele Jahre; profitiert deutlich von einer Karaffe. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu kastilischen Braten, zu rotem Fleisch und Lammkoteletts vom Grill, zu Ibérico-Schwein sowie zu gereiften Hartkäsen.


Lage: Vino de la Tierra de Castilla y León, Tudela de Duero und Traspinedo (Spanien); leichte, gut durchlässige, tonig-kalkige Böden
Klassifikation: VT Castilla y León, Tempranillo (trocken)
Ausbau: Tempranillo; 26 Monate französische Eiche, Spontangärung, unfiltriert; Bio (ES-ECO-031-CL)

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Spanien

Coto de Imaz Gran Reserva 2016

Rotwein · DOCa Rioja · Tempranillo

Tempranillo Cenicero · Rioja Alta 2016 Gran Reserva 24 Monate Barrique 36 Monate Flaschenreife amerikanische und französische Eiche

Coto de Imaz Gran Reserva 2016 ist die Spitze der Rotweinlinie von El Coto de Rioja – ein klassischer Rioja aus Tempranillo von eigenen Rebflächen um Cenicero in der Rioja Alta. 24 Monate im 225-Liter-Fass aus amerikanischer und französischer Eiche, danach mindestens 36 Monate auf der Flasche, bevor er das Haus verlässt. Der Jahrgang 2016 wurde vom Consejo Regulador als „muy buena" eingestuft.


Cenicero in der Rioja Alta

Die Trauben für Coto de Imaz stammen überwiegend aus eigenen Lagen um Cenicero, einem Weinbauort der Rioja Alta am linken Ebroufer, dort wo der Najerilla aus der Sierra de la Demanda kommend in den Ebro mündet. Die Weinberge liegen auf Terrassen zwischen rund 400 und 500 Metern Höhe – deutlich höher als der Osten der Region und damit kühler, mit längerer Vegetationszeit und größerer Tag-Nacht-Spanne.

Die Böden sind kalkhaltige Tone mit Sand- und Geröllanteilen, teils eisenhaltig und deshalb rötlich. Der Ton hält Wasser über den trockenen Sommer, der Kalk bremst den Wuchs und hält die Säure; auf Geröll reifen die Trauben früher und gleichmäßiger. Für Tempranillo, eine früh austreibende und früh reifende Sorte mit von Natur aus mäßiger Säure, ist diese Kombination aus Höhe und Kalk die Voraussetzung für Weine, die sechzig Monate Ausbau überstehen.

Klimatisch liegt die Rioja Alta an der Schnittstelle zweier Systeme: Die Sierra de Cantabria hält die atlantischen Tiefs ab, ohne die kühle Luft ganz auszusperren, während vom Ebrotal her mediterrane Wärme zieht. El Coto de Rioja, 1970 gegründet und seit 1976 mit eigener Kellerei in Oyón, ist heute der größte Rebflächenbesitzer der Denominación – rund 730 Hektar in eigener Bewirtschaftung. Der Name Coto de Imaz geht auf das Monasterio de Imaz zurück; der erste Jahrgang unter diesem Etikett war 1970.

Jahrgang 2016 – Rioja

Auf einen niederschlagsreichen Winter folgte in der Rioja ein Frühjahr mit gefüllten Wasserspeichern – die Grundlage dafür, dass die Reben den heißen, trockenen Sommer ohne Stress überstanden. Der Vegetationsverlauf blieb über das ganze Jahr regelmäßig, ohne die Brüche durch Frost oder Hagel, die andere Jahrgänge dieser Dekade prägten. Regenfälle im September unterbrachen die Reife und verlängerten sie, statt sie abzuwürgen.

Der Consejo Regulador stufte 2016 als „muy buena" ein und hob drei Punkte hervor: das Gleichgewicht zwischen Säure und Alkoholgrad, die aromatische Qualität und die phenolische Reife, die den Weinen Tiefe und Länge gibt. In den Kennzahlen lag 2016 über dem Vorjahr, bei zugleich zufriedenstellender Menge. Für lange ausgebaute Weine ist genau diese Kombination entscheidend: Reife Tannine tragen fünf Jahre Fass- und Flaschenreife, ohne auszutrocknen, und die erhaltene Säure hält den Wein nach dieser Zeit noch frisch.

Vinifikation und Fassreife

Vergoren wird im Edelstahltank, mit einer Maischestandzeit von rund drei bis vier Wochen und regelmäßigen Umzügen – lang genug für Farbe und Struktur, ohne harte Extraktion. Die Basis ist Tempranillo, ergänzt um einen kleinen Anteil Graciano, der Säure und dunkle Würze beisteuert.

Es folgen 24 Monate in 225-Liter-Barriques aus amerikanischer und französischer Eiche. Die amerikanische Eiche liefert die Kokos- und Vanillenote, die den klassischen Rioja-Stil ausmacht, die französische engere Poren und feinere Gerbstoffe. Danach reift der Wein mindestens 36 Monate in der Flasche im Keller der Bodega – zusammen die fünf Jahre, die die DOCa Rioja für einen Gran Reserva vorschreibt. Diese Zeit übernimmt die Arbeit, die sonst der Käufer leisten müsste: Das Holz integriert sich, die Tannine runden sich, und die tertiäre Aromatik ist bei Auslieferung bereits angelegt.

Im Glas

Dunkles Kirschrot mit granatfarbenem Rand – die Farbe eines Weins, der Jahre hinter sich hat, aber noch nicht altert. In der Nase reife dunkle Frucht, Brombeere und Zwetschge, darüber Vanille, Kokos und süße Gewürze aus der amerikanischen Eiche, dahinter Leder, Tabak und Kakao. Am Gaumen fleischig und breit gebaut, mit festen, inzwischen gerundeten Tanninen und einer Säure, die den warmen Jahrgang in Form hält. Der Abgang ist lang, würzig und trocken.

Fünf Jahre Reife vor dem Verkauf: Was bei anderen Weinen der Keller des Käufers leistet, hat der Gran Reserva bereits hinter sich.

Eine Stunde vor dem Servieren dekantieren – der Wein gewinnt dabei deutlich an Offenheit, und ein leichtes Depot ist nach dieser Reifezeit normal. Bei 16–18 °C servieren. Trinkreif und mit Reserve bis in die frühen 2030er-Jahre.

Am Tisch

Der klassische Partner ist gebratenes und geschmortes Fleisch: Lamm aus dem Ofen, Rinderbraten, Chuletillas vom Weinstock-Feuer, Oxtail. Ebenso Wild und Wildgeflügel, bei denen die Würze aus dem Fass mitspielt. Zu Käse eher gereifter Manchego oder Idiazábal als cremige Sorten. Vegetarisch funktionieren Gerichte mit Röstaromen – gegrillte Pilze, geschmorte Paprika mit Knoblauch.


Produzent El Coto de Rioja, Oyón, Rioja Alavesa
Rebsorte Tempranillo mit kleinem Anteil Graciano
Lage eigene Rebflächen um Cenicero, Rioja Alta · kalkhaltige Tonböden
Klassifikation DOCa Rioja · Gran Reserva
Jahrgang 2016, vom Consejo Regulador als „muy buena" eingestuft
Vinifikation Gärung im Edelstahltank · Maischestandzeit rund drei bis vier Wochen
Ausbau 24 Monate in 225-l-Barriques aus amerikanischer und französischer Eiche · mindestens 36 Monate Flaschenreife
Trinkempfehlung jetzt bis 2032

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Rebsorten

Domaine Malet Touraine Sauvignon

Weißwein · Touraine · Sauvignon Blanc · Loire

Domaine Malet Touraine Sauvignon ist ein leichter Sauvignon Blanc aus der Appellation Touraine im französischen Val de Loire. Aromatisch und sortentypisch, zeigt er intensive Zitrusaromen. Im Glas frisch, klar und unkompliziert.


Touraine (Val de Loire)

Die Touraine liegt im Val de Loire in Frankreich und ist für ihre frischen, fruchtbetonten Sauvignon Blancs bekannt. Das kühle Klima und die kalk- und sandgeprägten Böden verleihen dem Wein seine klare Frische und Zitrusaromatik.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Sauvignon Blanc. Der Ausbau erfolgt fruchtbetont, was die sortentypische Zitrusaromatik und die leichte, frische Stilistik in den Vordergrund stellt.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase aromatisch und sortentypisch, mit intensiven Zitrusaromen. Am Gaumen leicht, frisch und klar. Der Abgang ist saftig.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 9–11 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Ziegenkäse, Fisch, Meeresfrüchte und Salate.


Lage: Touraine, Val de Loire (Frankreich)
Klassifikation: Touraine AOC – Sauvignon Blanc
Ausbau: Sauvignon Blanc, fruchtbetonter Ausbau

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Italien

Piero Busso Langhe Nebbiolo 2024

Rotwein · Langhe DOC · Nebbiolo

Nebbiolo Langhe DOC Neive · 180–200 m Ton-Sand-Boden große Eichenfässer 2024

Der Piero Busso Langhe Nebbiolo 2024 stammt von jüngeren Reben auf tiefgründigen Ton-Sand-Böden in Neive. Die Familie Busso bestimmt diese Trauben schon bei der Lese für den Langhe Nebbiolo – er ist eine eigene Kategorie im Sortiment, kein herabgestufter Barbaresco. Im Glas ein harmonischer, fruchtbetonter Nebbiolo mit feinem Tannin und der Frische des kühleren Jahrgangs 2024.


Neive – jüngere Reben auf den tiefgründigen Böden am Hangfuß

Piero Busso zählt zu den Referenz-Erzeugern des Barbaresco. Das Familienweingut wurde 1948 von Guido Busso gegründet. Heute führen Piero mit seiner Frau Lucia und den Kindern Pierguido und Emanuela das rund 10 Hektar große Gut in Neive, seit 2019 und traditionell gearbeitet.

Die Trauben für den Langhe Nebbiolo wachsen in der Gemeinde Neive auf 180 bis 200 Metern Höhe, nach Südwesten ausgerichtet, im Guyot-System erzogen. Die Böden sind tonig-sandig und damit tiefgründiger und nährstoffreicher als in den Barbaresco-Lagen des Hauses. Zum Vergleich: Die Busso-Crus Albesani und Gallina liegen auf 210 bis 240 Metern und stehen auf Kalk mit Ton und Schluff, San Stunet in Treiso erreicht rund 400 Meter.

Genau dieser Unterschied prägt den Wein. Die fetteren Böden und die jüngeren Stöcke bringen fruchtigere, weichere Nebbiolo-Trauben mit zugänglicherem Tannin hervor. Statt sie in einen Barbaresco einfließen zu lassen, keltert die Familie sie seit Jahren gezielt als eigenständigen Langhe Nebbiolo.

Jahrgang 2024 – Langhe

Auf einen Winter mit wenig Regen und kaum Schnee folgte in den Langhe ein sehr regenreiches Frühjahr. Die Niederschläge beendeten die Sorge vor Trockenheit, erschwerten aber die Arbeit im Weinberg: Der Druck durch Falschen und Echten Mehltau lag deutlich über dem Vorjahr, besonders in ohne Herbizide bewirtschafteten Lagen. Im Sommer folgten Hitzewellen.

Die Nebbiolo-Lese begann um den 10. Oktober. Drohender Herbstregen zwang viele Betriebe, in kurzen Zeitfenstern zu lesen – die Ernte zog sich über Wochen, die tatsächlichen Lesetage waren aber knapp. 2024 ergibt im Piemont Weine mit etwas niedrigerem Alkohol als in den Vorjahren und sehr guter Säure – frisch und ausgewogen, eine gute Voraussetzung für einen früh zugänglichen Langhe Nebbiolo.

Vinifikation und Ausbau

Reinsortiger Nebbiolo aus dem Jahrgang 2024, Langhe DOC, trocken.

Gärung und Maischestandzeit erfolgen im Stahltank bei kontrollierten 28 bis 30 °C. Die vergleichsweise warme Gärung zieht Farbe und Frucht aus den Schalen. Anschließend reift der Wein in großen Eichenfässern, die Struktur geben, ohne Holzaromen aufzuprägen, und schließlich in der Flasche.

Im Glas

Leuchtendes Rubinrot. In der Nase rote Kirsche, Himbeere und ein Hauch Rose. Am Gaumen harmonisch und ausgewogen, mit saftiger Frucht, frischer Säure und einem feinen, gut eingebundenen Tannin, das dem Wein Länge gibt.

Junge Reben auf Ton und Sand, großes Holz und ein frischer Jahrgang 2024: Nebbiolo mit roter Frucht und feinem Tannin, früh zugänglich.

Schon jetzt zugänglich, profitiert von etwas Luft. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Tajarin mit Ragù, Agnolotti del plin, Geflügel und Vitello tonnato, gegrilltes und geschmortes Fleisch sowie mittelreifer Käse.


Produzent Piero Busso, Neive
Rebsorte Nebbiolo
Lage Neive, Piemont · 180–200 m · Südwest · tonig-sandiger Boden · jüngere Reben · Guyot
Klassifikation Langhe DOC
Jahrgang 2024
Vinifikation Gärung und Maischestandzeit im Stahltank bei 28–30 °C
Ausbau große Eichenfässer · Flaschenreife
Zertifizierung

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USA

Saxum Broken Stones 2015

Rotwein · Paso Robles · Rhône-Cuvée

Syrah-dominierte Cuvée Broken Stones Multi-Vineyard Paso Robles · Kalifornien Saxum (Justin Smith) kalkreicher Boden 75 % neue Barriques 2015

Der Saxum Broken Stones 2015 ist die einzige Multi-Vineyard-Cuvée des Kult-Erzeugers Saxum – Syrah-basiert, aus allen Lagen, die das Gut bezieht. Vollgewichtig, reich und intensiv, dabei von großer Reinheit, Fokus und Komplexität, mit der mineralischen Prägung des Kalksteins. Aus dem ertragsarmen Jahrgang 2015 besonders konzentriert.


Broken Stones – die Multi-Vineyard-Cuvée

Saxum wurde 2000 von Justin Smith gegründet und zählt heute zu den gefragtesten Rhône-Erzeugern Kaliforniens. Der Broken Stones ist der einzige Wein des Guts, der als Multi-Vineyard-Blend aus allen Lagen entsteht, die Saxum bezieht – im Willow Creek District westlich von Paso Robles und darüber hinaus. Der Name verweist auf die gebrochenen, kalkreichen Steine dieser Böden. Der Name Saxum selbst ist lateinisch für „Stein".

Die kargen Kalkböden geben den Weinen Mineralität, eine kreidige Textur, Frische und Tiefe; kühle Brisen vom nahen Pazifik mildern die sonnigen Tage und bewahren Säure und Aromatik. Bewirtschaftet wird organisch, von Hand gelesen und im Keller minimalistisch gearbeitet – mit Spontangärung und behutsamem Ausbau.

Jahrgang 2015 – Paso Robles

2015 war an der kalifornischen Central Coast ein ertragsarmer Jahrgang: Trockenheit und eine kleine Ernte brachten besonders konzentrierte, dichte Weine mit guter Frische. Mit rund einem Jahrzehnt Flaschenreife zeigt sich der Broken Stones 2015 heute am Beginn seiner Reifephase: Die primäre Frucht gewinnt zunehmend würzig-erdige Sekundäraromen hinzu, während die Kalksteinmineralität für anhaltende Frische sorgt.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 48 % Syrah, 21 % Mourvèdre, 20 % Grenache, 10 % Petite Sirah und 1 % Roussanne, Jahrgang 2015, trocken.

Syrah gibt dem Wein das dunkle, würzig-pfeffrige Fruchtrückgrat und die mineralische Tiefe; Mourvèdre Struktur, Erdigkeit und herzhafte Fülle; Grenache rote Frucht und Großzügigkeit; Petite Sirah Farbe, dunkle Frucht und festes Tannin; der mitvergorene Roussanne hebt Aromatik und Textur. Der Ausbau dauert 18 bis 20 Monate in französischen Barriques, davon 75 % neu. Der Wein wird nie von der Hefe abgezogen und unfiltriert sowie ungeschönt gefüllt.

Im Glas

Aus der Syrah-basierten Multi-Vineyard-Cuvée und dem kalkreichen Terroir lebt dieser Wein von Reichtum und Mineralität: tiefes Purpur im Glas, dazu dichte dunkle Frucht wie Brombeere, Blaubeere und Cassis sowie Himbeere, florale Anklänge von Veilchen, Lakritz, geröstete Kräuter und eine herzhaft-rauchige Note von gegrilltem Fleisch. Mit der Reife treten erdig-würzige Sekundärnoten hinzu. Am Gaumen vollgewichtig, reich und plüschig, mit dichtem, feinem Tannin und einer bemerkenswerten, kreidig-mineralischen Frische, die in einen langen, nahtlosen Nachhall mündet.

Tiefes Purpur, Brombeere, Blaubeere und Veilchen über Lakritz, gerösteten Kräutern und Grillfleisch – reich und plüschig, mit mineralischer Länge.

Jetzt am Beginn der Reife; vor dem Genuss dekantieren. Mit weiterem Reifepotenzial. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu gegrilltem und geschmortem Rind, zu Short Ribs und kräftigen Schmorgerichten sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Multi-Vineyard-Cuvée aus den Lagen, die Saxum bezieht; Willow Creek District und weitere, Paso Robles (Kalifornien, USA); karge, kalkreiche Böden; organisch bewirtschaftet
Klassifikation: Paso Robles; Cuvée aus 48 % Syrah, 21 % Mourvèdre, 20 % Grenache, 10 % Petite Sirah, 1 % Roussanne (trocken)
Ausbau: 18–20 Monate in französischen Barriques (75 % neu); nie von der Hefe abgezogen, ungeschönt und unfiltriert

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Weine

1937 Martinez Gutierrez Gran Reserva

Generoso · sherryartig · trocken · Spanien

1937 Martínez Gutiérrez Gran Reserva ist ein sherryartig ausgebauter, trockener Altwein aus Spanien von Bodegas del Señorío. Bernsteinfarben eignet er sich als perfekter, trockener Apéritif. Er ist trinkfertig und entwickelt sich nicht mehr durch weitere Flaschenlagerung.


Spanien

Bodegas del Señorío erzeugt diesen Wein in Spanien im sherryartigen, oxidativen Stil. Die lange Reife prägt seinen Charakter als trockener, gereifter Generoso-Wein.

Herstellung und Reifung

Der Wein ist sherryartig (oxidativ) ausgebaut und über lange Zeit gereift, woraus seine bernsteinfarbene Tönung und der trockene, gereifte Charakter resultieren. Der Alkoholgehalt liegt bei Er ist trinkfertig.

Im Glas

Bernsteinfarben. In der Nase und am Gaumen trocken und gereift, mit nussigen, oxidativen Noten im sherryartigen Stil. Vollmundig und ausdrucksstark, mit langem Abgang.

Zum Genuss

Leicht gekühlt servieren – ein perfekter, trockener Apéritif. Trinkfertig.

Klassische Begleitung: Tapas, Oliven, Mandeln, Schinken und gereifter Käse.


Herkunft: Spanien
Art: sherryartiger Generoso (trocken).
Reifung: oxidativ, lange gereift (Gran Reserva)

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Feinkost

L´ Olmo Risotto mit Safran

Feinkost · Risotto · Piemont · Italien

L'Olmo Risotto mit Safran ist ein italienisches Fertig-Risotto aus Carnaroli-Reis, verfeinert mit Safran – im Stil des klassischen Risotto alla Milanese, in wenigen Minuten zubereitet.


Herkunft

Das Risotto stammt von der Maggiorotto Group aus Agliano Terme in der Provinz Asti im Piemont – der Heimat des Carnaroli-Reises und einer bodenständigen, hochwertigen Küchentradition. Das Safran-Risotto ist eine Hommage an den norditalienischen Klassiker Risotto alla Milanese.

Zutaten und Herstellung

Basis ist Carnaroli-Reis – die „Königin" der Risotto-Reissorten, die selbst nach langem Garen bissfest bleibt und eine cremige Konsistenz entwickelt. Verfeinert mit Safran, Gemüsebrühe und Kräutern, der dem Reis seine charakteristische goldgelbe Farbe und das feine Aroma verleiht. Als praktische Trockenmischung schnell zubereitet.

Geschmack

Cremig mit bissfestem Kern und leuchtend goldgelber Farbe. Der Safran sorgt für ein feines, blumig-würziges Aroma und eine milde, elegante Note – ein klassisches, vollmundiges Risotto.

In der Küche

3–4 Löffel natives Olivenöl extra in einem flachen, breiten Topf erhitzen, den Reis dazugeben und etwa eine Minute anschwitzen. Mit einem Glas Weißwein und etwas Noilly Prat ablöschen. Anschließend 3 Gläser (800 ml) heißes Wasser hinzugeben und unter ständigem Rühren garen, bis das Risotto fertig ist. Je nach Geschmack mit Butter oder Parmesan verfeinern.

Dazu passt: Ossobuco, ein Glas Weißwein oder gereifter Parmesan.


Hersteller: Maggiorotto Group s.r.l., Agliano Terme (Piemont, Italien)
Produkt: Fertig-Risotto mit Safran (Carnaroli-Reis)
Zutaten: Carnaroli-Reis, Safran, Gemüsebrühe, getrocknetes Gemüse, Kräuter
Herkunft: Piemont (Italien)
Mindesthaltbarkeit (MHD): 11.12.2027

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Weine

Schittler Becker Selzener Gottesgarten Riesling trocken

Weißwein · Rheinhessen · Riesling

100 % Riesling Selzener Gottesgarten am Zornheimer Berg Kalkboden Lagenwein trocken

Schittler & Becker Selzener Gottesgarten Riesling ist ein trockener Lagen-Riesling von Kalkboden am Rand des Zornheimer Bergs in Rheinhessen: klare Pfirsichfrucht, salzige Anklänge und eine mineralische Spannung, die aus dem Kalk kommt.


Selzener Gottesgarten – Riesling auf Kalk

Der Selzener Gottesgarten ist eine kleine Lage am Rand des Zornheimer Bergs, im Hügelland zwischen Nierstein und dem Selztal. Der Boden besteht hauptsächlich aus Kalk – Kalkstein und Kalkmergel, abgelagert in einem Meer, das Rheinhessen vor rund 30 Millionen Jahren bedeckte.

Riesling reagiert stark auf seinen Boden. Auf dem roten Schiefer am Rhein bei Nierstein wird er würzig und kräftig, auf Löss rund und fruchtig. Auf Kalk zeigt er sich anders: straffer, mit einer Säure, die klarer hervortritt, und einer salzigen, fast kreidigen Note im Abgang. Genau das prägt diesen Wein. Der Kalk speichert zudem Wasser und gibt es in trockenen Sommern langsam ab – die Reife verläuft gleichmäßig, die Frucht bleibt klar.

Hinter dem Wein stehen die Vereinigten Weingüter Schittler & Becker, deren Lagen um Zornheim liegen.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Riesling, trocken ausgebaut. Der Ausbau zielt darauf, die Pfirsichfrucht und die salzige Prägung der Kalklage klar herauszuarbeiten, statt sie zu überdecken. Riesling braucht dafür keinen Holzton und keine Restsüße – die Säure und der Boden tragen den Wein allein.

Im Glas

Helles Grüngelb. In der Nase klare Pfirsichfrucht mit salzigen Anklängen. Am Gaumen mineralisch und gespannt, mit klarer Frucht, straffer Säure und einem salzigen, langen Abgang.

Pfirsich vom Riesling, Salz vom Kalk: ein Lagenwein, der seinen Boden schmecken lässt.

Bei 10–12 °C servieren. Jung zugänglich, mit Reserve für einige Jahre.

Am Tisch

Solo oder als vielseitiger Speisebegleiter. Passt zu Fisch und Meeresfrüchten, Geflügel und einem sahnigen Coq au Riesling. Die Säure trägt auch Deftiges: Eine gut gewürzte Leberwurst auf Bauernbrot ist eine unterschätzte Kombination – die Frucht fängt das Fett, die Säure schneidet es.


Produzent Vereinigte Weingüter Schittler & Becker, Zornheim, Rheinhessen
Rebsorte 100 % Riesling
Lage Selzener Gottesgarten, am Zornheimer Berg, Rheinhessen · Kalkboden
Klassifikation Lagenwein · trocken
Trinkempfehlung jetzt bis in die nächsten Jahre

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