Der Jahrgang 2018 – Das Txakoli Fest in Getaria
Genau am 17.01. eines jeden Jahres steht der neue Txakoli Jahrgang der D. O. Getariako Txakolina auf dem Prüfstand. Die Verkostung und Überprüfung der unterschiedlichen Txakolis erfolgt dabei immer an der Plaza Gundarien Enparantza in dem kleinen Hafendorf Getaria, welche als Geburtsort des ersten Weltumseglers El Kano bekannt ist. Außer in den touristischen Sommermonaten fristet der kleine Fischerort Getaria immer noch ein eher beschauliches Dasein.
Gute Fischrestaurants, das Museum über das Leben und Wirken des Modekünstlers und Unternehmers Cristóbal Balenciaga, die Fischerei und eben der einheimische Weißwein sind die Anziehungspunkte und die Einnahmequellen der hiesigen Dorfbewohner.
So warten die Einheimischen voller Vorfreude, einer gierigen Meute gleich, jedes Jahr genau um Punkt 12.00 Uhr auf den Startschuss und die Freigabe des neuen Txakolie Jahrgangs. Untergebracht sind die ca. 25 Kellereien in einigen kleinen und einem großen Pavillon, um den frischen, typisch „sauren“ Weißwein aus dem Jahrgang 2018 zu präsentieren.
Gewonnen wird der „kleine Schäumer“ aus den Rebsorten Hondarribi Zuri und Hondarribi Beltza. Nach einer guten halben Stunde Präsentation der Mandatsleute, viel Gerede und Lobhudeleien über das aktuelle Weinjahr geht es dann auch endlich los.
Der Jahrgang 2018 war in der baskisches Region von sehr viel Feuchtigkeit im Frühjahr geprägt. Der Austrieb der Reben erfolgte spät und viele Triebe trieben erst gar nicht aus. Der Sommer war gut und die Trauben reiften dann letztendlich doch noch irgendwie aus, auch wenn die Mengenausbeute deutlich geringer als sonst war. Der Jahrgang 2018 wird in dieser Region also sicher nicht als Jahrhundertjahrgang in die Geschichtsbücher eingehen.
Beunruhigend zeigte sich bei dieser Jahrgangspräsentation auch, dass sehr viele Txakoli Kellereien inzwischen mit einem sehr hohen Restsüsse Anteil arbeiten. Die scharfe Säurestruktur wird dadurch gemildert und die Weine schmecken dadurch „süffiger“. Einen guten Gesamteindruck macht das indes nicht, und diese Art von Weinen wirkten persönlich unharmonisch und auf eine eigentümliche Art und Weise kastriert und ihrer tatsächlichen Seele beraubt. Die persönlichen Favoriten waren wie eigentlich jedes Jahr die beiden Txakolis der Bodegas Agerre und Etxetxo, bei denen das Frucht und Säurespiel einfach perfekt austariert war. Einen sehr guten Eindruck machten noch der Txakoli Flysch aus der Ortschaft Deba, welcher mit seiner klaren, aufgeräumten Struktur und inneren Knackigkeit überzeugen konnte. Auch der Urruzola Txakoli wusste an diesem Mittag mit seinem feinen Spiel zu gefallen. Die Platzhirschen Amestoy und Txomin wurden nicht verkostet; diese beiden in der Region omnipräsenten Weine werden noch früh genug ins eigene Glas wandern. Die Faszination für diese Region, ihre Menschen aber bleiben und die Vorfreude auf das nächste Txakoli Fest ist jetzt schon unbändig groß!

Stärkung nach dem Fest … 
… im Kaia Kaipe. 
Thunfisch. 
Gemischter Salat. 
Txipirones. 
Steinpilze, Kartoffelpüree, Landei. 
Kaisergranat. 
Seezunge. 
Käseeis.

















