Dubrovnik – Games of Abzocke
War diese Stadt schon immer so oder hat sie sich in den letzten Jahren nach den Wirren des Kroatien Krieges 1991 bis 1995, der Bildung eines eigenen Staates und dem anschliessenden Wirtschaftsaufschwung inklusive Massentourismus erst so entwickelt?
Die Wahrheit hierüber ist leider nicht bekannt und kann somit nur zu den Dichtungen und Fabelwesen der Region gepackt werden. Nach einer kurzen Stippvisite muss aber persönlich konstatiert werden, dass bei dem ganzen schönen Schein dieser wunderschönen alten Stadt hier doch so einiges im Argen liegt. Die hier arbeitenden Kroaten sind zwar fast allesamt nett und zuvorkommend, nach ein paar Tagen wirkt das aber schon auffallend inszeniert und irgendwie einseitig geschäftig. Echte Herzlichkeit und Natürlichkeit wurden nirgendwo angetroffen. Der Tourist bringt eben das Geld, und die ahnungslosen Dukatenesel müssen halt schnellstmöglich gemolken werden.
Die Restaurants scheinen teilweise über Nacht aus dem Boden gestampft worden zu sein, sind dann hurtig mit billigen Klappmöbeln ausgestattet worden, um den Touristen Fast Food jeglicher Couleur zu unfassbar hohen Preisen und in einer von außen her betrachtet optisch und geruchlich unterirdischen Qualität zu kredenzen. Rund um die Uhr weht so eine unsichtbare Smogwolke aus altem Öl- und Bratenfett rund um und in der Altstadt von Dubrovnik.
Das ist auf der einen Seite tragisch, auf der andern Seite haben wir dummen Touristen das aber auch nicht anders verdient. Es gehören ja bekanntlich immer zwei Seiten zum „verarscht werden“ dazu.
Das nicht wirklich alles schlecht ist und schmeckt wie hier lauthals beschrieben, beweisen ein paar kleine, gegrillte Tintenfisch und frittierte Fische am Hafen und auch ein paar Gerichte im Restaurant Casa am Sunset Beach.
Herzliche, lockere und somit normale Berührungspunkte mit Einheimischen gab es dann gottlob auch noch auf der Insel Šipan. Hier wurde beim Mittagsmahl zwar auch schon nach der Vorspeise das Schildchen mit der Bitte für ein Trinkgeld für alle Gäste gut sichtbar positioniert und die selbst gehäkelten Deckchen und Socken! zum Kauf feilgeboten, aber dies wirkte in der familiären und dörflichen Atmosphäre dann doch irgendwie authentisch und liebenswert. Zur Not konnte man seinen erneuten „Ich-werde-gerade-wieder-abgezockt“ Frust zumindest mit einem hier auf dem Tisch stehenden, hausgemachten Trester runterspülen.
Aber die „Games of Abzocke“ scheinen an diesem besonderen und spektakulär schönen Fleckchen Erde gerade erst begonnen zu haben. So seien die gewarnt, die sich hier noch nicht haben ausnehmen lassen und die bewundert, die es erst gar nicht so weit haben kommen lassen.

























