Spanien auf dem Sprung?

Stehen wir am Vorabend einer echten Revolution? Oder ist das alles nur ein Wurm im Wasserglas? Will wirklich jemand in Spanien die alte Weingesetzgebung entrümpeln? Oder ist das alles nur Rall und Schauch?

Fakt ist, dass derzeit in diversen Denominaciones de Origen neue Regeln geschaffen werden, die so etwas wie Lagenweine oder Ortsweine ermöglichen. Und, hey, das ist Spanien, natürlich geht es nicht ohne einen Schuss Größenwahn! „Jetzt sind wir wie die im Burgund“ johlte A. Palacios unlängst. Nur: stimmt das wirklich?

Erst einmal die Vorgeschichte, es ist ja nicht jede Leserin, nicht jeder Leser ein Experte in spanischem Weinrecht:

Anders als in vielen, will sagen in fast allen Weinbauregionen Europas gibt es innerhalb einer Denominación de Origen keine sinnstiftende Klassifizierung. Das, was uns die Rioja mit Alavesa, Alta und Baja, sorry, das heißt jetzt ja Oriental, vorsingt, ist ja keine Klassifikation, da nur der Standort der Bodega als Marketinggrundlage dient. Eigentlich gilt nur: drin oder draußen? Und selbst das gilt nur eigentlich.

Den Anfang machte das Priorat vor gut zehn Jahren. Genauer gesagt, Álvaro Palacios und René Barbier sr. dachten sich etwas aus und setzten es um. Es entstanden die Kategorien Vi de Vila, Vi de Partida, Vi de Finca. Gleichzeitig hat man die natürlichen Gemeindegrenzen und nicht etwa die politischen Gemeindegrenzen zugrunde gelegt. Das war alles andere als perfekt, aber immerhin ein Anfang.

Inzwischen gibt es ein paar weitere Regionen, in denen das System ein wenig modifiziert wurde. In der Rioja etwa. Allerdings gibt es in solch großen Regionen ein Problem: jene, die den Takt geben, die Großbodegas mit einigen Millionen Flaschen Jahresausstoß, sind an einer Klassifikation nicht wirklich interessiert. Denn sie mischen ja alles mit allen, sie würden somit unweigerlich in der untersten Kategorie landen. Nix gut für Image. Deswegen ist die neue Rioja-Klassifikation ein besserer Kwark. Zwar gibt es Ortsweine, aber eine jede Bodega darf nur Ortsweine aus dem Ort auf den Markt bringen, in dem die Bodega steht. Wenn nun jemand seine Bodega in Samaniego stehen hat, aber all seine Weinberge in Guardia, dann kann er, leider, leider, keinen Ortswein verkaufen. Denn in Samaniego hat er keine Weinberge und in Guardia keine Bodega. Blöd gelaufen, wa? Sie haben auch Lagenweine geschaffen, Vinos Singulares nennen sich die. Dafür braucht es drei Kilo Dokumente, man muss beweisen, dass die Parzelle wirklich singulär, aka einzigartig, ist, die Reben müssen älter als dreißig Jahre sein (auch so eine Kwark-Regel), und es gibt eine sensorische Prüfung, will sagen eine Verkostung. Der Consejo Regulador bestimmt also, was ein Lagenwein sein darf und was nicht. In etwas moderneren Ländern ist eine Weinbauregion in Lagen eingeteilt und im Prinzip kann jede Lage auf dem Etikett auftauchen. But Spain is different, of course.

Im Laufe der Jahre hat A. Palacios dazugelernt, das Regelwerk AP II ist durchaus besser. Dieses Mal hat Álvaro Bierzo ins Zielfernrohr gepackt, nicht gerade zufällig, gibt es dort doch die Bodega, die er zusammen mit Ricardo Pérez leitet. Ähnlich wie im Priorat so gibt es auch hier Ortsweine, Großlagenweine und Lagenweine, wobei hier die politischen Gemeindegrenzen als Basis genommen werden. Neu ist etwas das in allen anderen Ländern stinknormal ist: wenn mehrere Weingüter Teile einer Parzelle besitzen, dann darf jedes Weingut einen Lagenwein dieser Parzelle auf den Markt bringen. Das Registrieren von Lagennamen ist ausdrücklich verboten. Und schwupps gibt es von ein paar wirklich guten Lagen sechs, sieben oder acht Lagenweine. Im Priorat und in der Rioja geht das nicht, dort muss man die Lagennamen als Weinmarken registrieren, mit anderen Worte: es kann von jeder Lage nur einen Wein geben, egal wie viele Eigentümer es gibt. Doof, wa?

Ein paar Schwergewichte machen sich nun auch auf den Weg, Rueda etwa. Eigentlich sollte man sagen alle in Castilla y León, weil die Junta de Castilla y León das Regelwerk AP II nicht nur für Bierzo abgesegnet hat, sondern auch weil es amtlich als Grundlage für alle Weinbauregionen in Castilla und León als Basis gilt. Rueda werkelt schon, das könnte schon etwas geben. Sierra de Salamanca und Cebreros haben das Regelwerk bereits umgesetzt, was eher einfach war, da es dort keine gewachsenen Strukturen gibt. Toro schläft vor sich hin, Ribera widersetzt sich noch immer. Eher friert die Hölle zu als dass sich dort irgendetwas ändert.

Und weil das alles so vor sich hinwerkelt phantasiert A. Palacios von „wie im Burgund“. Und da vinophile Spanierinnen und Spanier feuchte Augen bekommen, wenn das B-Wort genutzt wird, sind Taschentücher gerade Mangelware.

Nur: Álvaro erzählt natürlich Blödsinn. Denn in den Regionen Priorat oder Rioja ist die Registrierung eines Lagennamens noch immer Pflicht. Man stelle sich vor, dass dies auch in Frankreich oder in Deutschland so sei: dann gäbe es nur genau einen Montrachet, und wahrscheinlich wäre dies nicht einmal Romanée-Conti oder nur eine Wehlener Sonnenuhr. Vom Clos Vougeot gibt es Jahr für Jahr annähernd einhundert Weine, die Lake ist etwa fünfzig Hektar groß. In der Rioja könnte es von einer gleichartigen Parzelle genau einen Lagenwein geben.

Das wirklich gravierende Thema fasst Álvaro natürlich nicht an, es würde ja seine Betriebsphilosophie, wenn wir das mal voll euphorisch so nennen wollen, zerstören. Denn was in Deutschland eine Erzeugerabfüllung ist, in Frankreich ein als Recoltant klassifiziertes Weingut, in Österreich, in Italien und sonstwo ähnlich, ist in Spanien schlicht und ergreifend unbekannt. Ich kann mir einen Lagenwein aus zusammengekauften Trauben und letztendlich zusammengekauftem Fasswein basteln, ohne dass dies irgendwo veröffentlicht werden muss. In Deutschland nennt man solche Gebinde Handelskellereien, in Frankreich sind dies Negotiants. Spanien kennt so etwas nicht. Und Spanien wird das auch nicht einführen. Denn dann wären Bodegas wie Vega Sicilia, Pingus, Benjamín Romeo oder Álvaro Palacios plötzlich „Negotiants“ oder aber sie müssten, wie man das aus dem Burgund kennt, ihre Weingüter in „Domain“ und „Maison“ aufteilen. Das geht gar nicht, da könnte ja die gut gepflegte Imageblase platzen.

Wir summieren auf:

Eins: Burgund ist eingeteilt in Gebiet, Ort, Lage. Die neuen Spanien-Regeln tun dies mehr oder weniger auch.
Zwei: Lagennamen sind keine Markennamen. Jeder, der einen Wein aus einer Lage keltert, darf diesen Namen nutzen. In Spanien gilt dies bislang nur in Bierzo.
Drei: es gibt eine strikte Abgrenzung Recoltant versus Negotiant. In Spananien findet dies nicht statt.

Wir lernen: Das, was Álvaro und noch ein paar mehr von sich geben, ist schlicht und ergreifend Unfug. Aber, leider: das war ja auch zu erwarten. Schade, eigentlich. Text: El oso alemán

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Länder/Regionen

Morillon blanc by Jeff Carrel

Wein · Weißwein · Limoux · Frankreich

Jeff Carrel Morillon Blanc ist ein einzigartiger, reinsortiger Chardonnay aus dem Limoux – „Morillon" ist ein Synonym für Chardonnay. Goldgelb in der Farbe, mit einem Duft zwischen getrockneten Früchten wie Quitte, Datteln und Rosinen sowie frischen Aromen von Orange und Tropenfrucht.


Limoux / Südfrankreich

Das Limoux im westlichen Languedoc ist für seine kühleren, höher gelegenen Lagen und sein Talent für Chardonnay bekannt. Die Reben für den Morillon stehen auf kalksteinhaltigem Untergrund. Vinifiziert wird der Wein vom renommierten Winzer Jeff Carrel.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Chardonnay, gewonnen aus bewusst botrytisbefallenen Trauben. Der Wein reift zunächst acht Monate auf der Feinhefe und anschließend weitere sechs Monate in stark getoasteten Barriques. Trotz reif-süßlichem Eindruck ist er komplett durchgegoren und trocken.

Im Glas

Goldgelb. In der Nase getrocknete Früchte wie Quitte, Datteln und Rosinen, dazu frische Orange und Tropenfrucht. Am Gaumen breit und sehr vollmundig, fast süßlich-reif wirkend, dabei trocken – ein vielschichtiges, ausdrucksstarkes Geschmacksparadoxon mit langem Abgang.

Am Tisch

Bei 11–13 °C servieren – ein kraftvoller Weißwein, der auch kräftigere Gerichte begleitet.

Passt zu: gebratenem Fisch, Geflügel, hellem Fleisch in cremigen Saucen, reifem Käse und Gerichten mit etwas Süße.


Lage: Limoux (Languedoc, Frankreich); Jeff Carrel
Klassifikation: Limoux – 100 % Chardonnay (Morillon), trocken
Ausbau: 8 Monate auf der Feinhefe, anschließend 6 Monate in stark getoasteten Barriques

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Länder/Regionen

Domaine Bachelet Cote de Nuits Villages 2022

Rotwein · Côte de Nuits-Villages · Pinot Noir

Pinot Noir Côte de Nuits-Villages AOC Reben 70+ Jahre 2022 Côte de Nuits

Der Côte de Nuits-Villages 2022 von Denis Bachelet wächst auf einer gut ein Hektar großen Parzelle mit über 70 Jahre alten Reben. Ein reinsortiger Pinot Noir, fein und ausbalanciert, mit ordentlich Druck, Volumen und Energie – ein Wein voller Trinkfreude.


Côte de Nuits-Villages – alte Reben

Côte de Nuits-Villages ist eine Appellation aus den Gemeinden an den Enden der Côte de Nuits. Die Frucht für diesen Wein stammt von einer gut ein Hektar großen Parzelle, deren Reben über 70 Jahre alt sind – das geringe Ertragsniveau alter Stöcke liefert Konzentration und Tiefe.

Denis Bachelet führt in Gevrey-Chambertin eine kleine, traditionell arbeitende Domaine, die für Finesse und Klarheit bekannt ist. Diese Handschrift prägt auch den Côte de Nuits-Villages.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der dem Wein Druck und Volumen gibt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, von über 70 Jahre alten Reben.

Nach der Lese vergärt der Wein und reift anschließend im Holzfass. Die Vinifikation folgt der traditionellen, auf Finesse ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

Klare dunkle Beerenfrucht mit feiner Würze. Am Gaumen fein und ausbalanciert, mit Druck, Volumen und Energie, getragen von geschliffenen Tanninen und frischer Säure. Ein Wein mit viel Trinkfluss.

Fein, ausbalanciert und energiegeladen – ein Pinot Noir von alten Reben, der von Trinkfreude lebt.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Charcuterie, Gerichte mit Pilzen, Kalb oder mittelreifer Weichkäse. Ein vielseitiger Begleiter für die feine Küche.


Lage: Côte de Nuits-Villages, ~1-ha-Parzelle; Reben über 70 Jahre
Klassifikation: Côte de Nuits-Villages AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Weine

Billecart-Salmon Le Rosé Brut Doppelmagnum

Champagner · Rosé · Brut · Frankreich · Doppelmagnum

Billecart-Salmon Le Rosé Brut ist ein Champagner-Rosé des renommierten Hauses Billecart-Salmon – hier in der Doppelmagnum-Flasche. Der Geschmack nach leicht gesüßten Walderdbeeren und eine prägnante, sehr gut ausbalancierte Säure sind das Aushängeschild dieses Weltklasse-Rosés.


Champagne

Billecart-Salmon ist ein traditionsreiches Champagnerhaus aus Mareuil-sur-Aÿ. Die Champagne im Nordosten Frankreichs mit ihren Kreideböden gilt als die klassische Region für Schaumweine von Weltrang.

Assemblage und Ausbau

Der Rosé vereint Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Die zweite Gärung in der Flasche (méthode champenoise) und die Hefelagerung verleihen ihm seine feine Perlage und elegante Stilistik. Brut dosiert.

Im Glas

Zartes Lachsrosa mit feiner Perlage. In der Nase und am Gaumen leicht gesüßte Walderdbeeren und rote Früchte. Eine prägnante, sehr gut ausbalancierte Säure trägt den Wein. Der Abgang ist elegant und lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren; das Doppelmagnum-Format eignet sich für festliche Anlässe. Als Apéritif oder Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Apéritif, Sushi, Lachs, helles Fleisch und Desserts mit roten Früchten.


Lage: Champagne (Frankreich); Kreideböden
Klassifikation: Champagne AOC – Rosé Brut
Ausbau: Chardonnay/Pinot Noir/Pinot Meunier, méthode champenoise; Doppelmagnum (3 l)

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Weine

Van Volxem Altenberg Alte Reben Riesling Großes Gewächs 2020 MAGNUM

Weißwein · Kanzemer Altenberg (Saar) · Riesling

Riesling Kanzemer Altenberg Saar · Mosel Van Volxem Devonschiefer & Rhyolith bis 70 % Steillage · alte Reben Großes Gewächs · trocken Magnum 1,5 l · 2020

Der Van Volxem Altenberg Alte Reben Riesling Großes Gewächs 2020 in der Magnum (1,5 l) stammt aus dem Kanzemer Altenberg – einer der steilsten Schieferlagen der Saar. Von uralten, teils wurzelechten Reben: ein unheimlich mächtiger, kraftvoller und würziger Riesling, der wie ein ganz großer weißer Burgunder schmeckt, gesegnet mit den Schiefertönen der Saar.


Kanzemer Altenberg – Grauschiefer in extremer Steillage

Van Volxem in Wiltingen an der Saar wurde von Roman Niewodniczanski aus einem traditionsreichen, einst verfallenen Gut zu neuem Weltruhm geführt. Das Weingut bewirtschaftet ausschließlich Schiefersteillagen der Saar – Hänge, die in ihren Ursprüngen bis in die Römerzeit zurückreichen und zu den ältesten Steillagen der Welt zählen.

Der Kanzemer Altenberg gegenüber dem Ort Kanzem ist eine Welt für sich: ein majestätischer, bis zu mehr als 70 % steiler Hang in idealer süd-südöstlicher Ausrichtung, dessen Nähe zur Saar für Wärme, Lichtverstärkung und kühle Nächte sorgt. Der Boden besteht aus verwittertem Devon-Grauschiefer und Rotliegendem (Rhyolith); darin stehen viele Jahrzehnte alte, teils wurzelechte Reben, die tief in den Schiefer wurzeln. Niedrige Erträge und dieses karge, dramatische Terroir geben dem Wein seine rauchig-mineralische Tiefe.

Jahrgang 2020 – Saar

2020 brachte an der Saar einen ausgewogenen Jahrgang mit reifer, kerngesunder Frucht und zugleich frischer, präziser Säure. Auf dem warmen, kargen Schiefer des Altenbergs ergibt das einen besonders kraftvollen und konzentrierten Riesling, dessen mächtige Statur von einer klaren, mineralischen Säure getragen und im Gleichgewicht gehalten wird.

Ausbau

Trockenes Riesling Großes Gewächs aus dem Kanzemer Altenberg, Jahrgang 2020, gefüllt in der Magnum (1,5 l); 100 % Riesling von alten, teils wurzelechten Reben.

Wie alle Van-Volxem-Weine wird auch der Altenberg spontan mit den eigenen Hefen vergoren und über eine lange Reifezeit im traditionellen Fuderfass ausgebaut – handwerklich und ohne Schönung. Diese reduktive, hefebetonte Reife verleiht dem Wein Tiefe, Schmelz und eine bemerkenswerte Haltbarkeit. Im großen Magnumformat reift er besonders langsam und gewinnt zusätzliches Potenzial.

Im Glas

Das von Grauschiefer geprägte Terroir verschmilzt hier mit der Riesling-Rebe zu einer fantastischen Symbiose, wie sie die Welt lange nicht mehr getrunken hat. Unheimlich mächtig, voller Kraft, Würze, reifer südländischer Frucht und von einem minutenlangen Abgang geprägt. Er schmeckt wie ein ganz großer Chardonnay aus dem Burgund, gesegnet mit den Schiefertönen der Saar und der expressiven Frucht der Riesling-Traube.

Unheimlich mächtig, voller Kraft und Würze – wie ein ganz großer Chardonnay aus dem Burgund, gesegnet mit den Schiefertönen der Saar.

Unbedingt dekantieren! Ein großer Riesling mit jahrzehntelangem Reifepotenzial. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Hummer, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Gerichten sowie zu gereiftem Hartkäse. Dank seiner Kraft auch ein Begleiter für würzige asiatische Küche.


Lage: Kanzemer Altenberg, Kanzem an der Saar (Mosel); verwitterter Devon-Grauschiefer mit Rotliegendem/Rhyolith, süd-südöstlich, bis über 70 % Steillage; alte, teils wurzelechte Reben
Klassifikation: VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken); 100 % Riesling; „Alte Reben"
Ausbau: Spontangärung mit eigenen Hefen, lange Reife im traditionellen Fuderfass, handwerklich und ohne Schönung; Magnum 1,5 l

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Weine

Weingut Andres Königsbacher Idig Riesling 2023 BIO

Weißwein · Königsbach (Pfalz) · Riesling

Riesling Königsbacher Idig (Einzellage) Königsbach/Neustadt · Pfalz (Mittelhaardt) Weingut Andres Kalkmergel · hoher Kalksteingehalt trocken Erstjahrgang bei Andres BIO · 2023

Der Weingut Andres Königsbacher Idig Riesling 2023 ist der erste eigene „Idig" der Brüder Andres – aus einer der berühmtesten Kalklagen der Pfalz. Ein Riesling mit jeder Menge Kraft, salzig-mineralischer Grundstruktur, Finesse und ellenlangem Abgang: zugleich schlank und ultraklar.


Königsbacher Idig – Riesling vom Kalk

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Mittelhaardt ökologisch, ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Der Idig in Königsbach (Neustadt an der Weinstraße) liegt im Herzen der Mittelhaardt und gilt als ein Juwel der Pfalz. Sein Name geht auf die Initialen „I.D." für „In Domini" zurück, die einst in ein Feldkreuz eingraviert waren; bekannt ist die Lage seit dem 14. Jahrhundert, zu voller Geltung kam ihr Riesling ab 1835 unter dem Weingut Buhl, in jüngerer Zeit vor allem durch das Weingut Christmann.

Die nach Süden und Südosten ausgerichteten Weinberge liegen auf 120 bis 175 Metern, mit 10 bis 25 % Hangneigung, geschützt durch den Rolandsberg und das Haardtgebirge. Der Boden vereint Kalkmergel mit hohem Kalksteingehalt über einer Unterlage aus reinem Kalksand – das sorgt für exzellente Wasserspeicherung und prägt den Riesling mit salziger Mineralität, Kraft und Finesse. Mit dem Jahrgang 2023 haben die Brüder Andres ihren ersten eigenen „Idig" auf die Flasche gezogen.

Jahrgang 2023 – Pfalz

2023 war in der Pfalz ein Jahrgang mit reifer, aromatischer Frucht und lebendiger Säure. Der kalkreiche, wasserspeichernde Boden des Idig und der minimalistische, herkunftsbetonte Stil des Weinguts bewahrten Frische, Salzigkeit und Präzision – Kraft und mineralische Spannung im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Lagen-Riesling aus der Einzellage Königsbacher Idig, Jahrgang 2023; 100 % Riesling vom Kalkmergel mit hohem Kalksteingehalt.

Der Wein wird handwerklich und herkunftsbetont ausgebaut, ganz auf Präzision, Kraft und salzige Mineralität ausgerichtet, sodass die kalkgeprägte Herkunft unverfälscht zur Geltung kommt. Bewirtschaftet wird biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze.

Im Glas

Ein Riesling von großer Klarheit: facettenreicher Duft nach frischen Kräutern, hellem Bergapfel und zartem Weinbergspfirsich. Am Gaumen viel Kraft auf einer salinen Grundstruktur, dabei zugleich schlank und fein – irre, kalkgeprägte Mineralität, vielschichtig und ultraklar, mit einem ellenlangen, salzig-mineralischen Abgang.

Frische Kräuter, Bergapfel und Weinbergspfirsich – viel Kraft auf saliner Grundstruktur, zugleich schlank und fein, mit irrer Mineralität und ellenlangem Abgang.

Ein tiefer, sehr langlebiger Kalk-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und gereiftem Hartkäse.


Lage: Königsbacher Idig, Königsbach/Neustadt, Pfalz (Mittelhaardt); Süd-/Südost-Ausrichtung, 120–175 m; Kalkmergel mit hohem Kalksteingehalt über Kalksand
Klassifikation: Lagen-Riesling, Pfalz (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: handwerkliche, herkunftsbetonte Vinifikation; biologisch/biodynamisch, DE-ÖKO-039

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Länder/Regionen

Ghislaine Barthod Chambolle Musigny Les Veroilles 1er Cru 2022

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Véroilles · 1er Cru (Monopol) Chambolle-Musigny höchster 1er Cru · 0,6 ha · Bajocium-Kalk 2022

Der Chambolle-Musigny Les Véroilles 1er Cru 2022 der Domaine Ghislaine Barthod stammt aus dem höchstgelegenen Premier Cru von Chambolle – einer Monopol-Lage des Guts oberhalb von Bonnes-Mares. Ein straffer, präziser und aromatischer Pinot Noir mit feiner Mineralität und großer Eleganz.


Les Véroilles – Monopol-Premier-Cru oberhalb von Bonnes-Mares

Les Véroilles ist ein 5,7 Hektar großer Weinberg nördlich des Dorfes Chambolle, oberhalb des Grand Cru Bonnes-Mares. Nur ein kleiner Teil von 0,6 Hektar im südöstlichen Winkel – mit etwas tieferer Bodenschicht – genießt seit der Klassifikationsüberprüfung 1987 Premier-Cru-Status; diese Fläche ist eine Monopol-Lage der Domaine Ghislaine Barthod.

Als höchstgelegener Premier Cru von Chambolle herrscht hier ein kühleres Mikroklima mit starken Tag-Nacht-Schwankungen, was einen eleganten, schlanken Stil fördert. Die Osthänge erhalten reichlich Morgensonne; der Boden besteht fast ausschließlich aus Bajocium-Kalkstein unter lockerem, steinigem Geröll. Die gute Drainage führt zu Wasserstress und damit zu kleinen, konzentrierten Trauben. Der hohe Kalkanteil prägt die präzise Mineralität – eine Tiefe, die an den Nachbarn Bonnes-Mares erinnert.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der die schlanke Eleganz von Les Véroilles mit Substanz unterlegt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und präzisen Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Elegant, fein geschliffen und beinahe feminin. Zarte Fruchtaromen und eine präzise, kalkgeprägte Mineralität führen über ein subtiles Spiel am Gaumen in einen sehr langen Nachhall.

Zarte Frucht und präzise, kalkgeprägte Mineralität über fein geschliffener Struktur – ein Pinot Noir von großer Klasse.

In der Jugend zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 15–16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Les Véroilles (1er Cru, Monopol Ghislaine Barthod), Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); höchster 1er Cru, Bajocium-Kalkstein mit steinigem Geröll, Ostlage, 0,6 ha
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru (Monopol)
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Weine

Arnaud Mortet Mazoyères-Chambertin Grand Cru 2021

Rotwein · Mazoyères-Chambertin Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Mazoyères-Chambertin · Grand Cru Gevrey-Chambertin ~1,82 ha 2021

Der Mazoyères-Chambertin Grand Cru 2021 von Arnaud Mortet ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer kleinen Grand-Cru-Parzelle von rund 1,82 Hektar in Gevrey-Chambertin. Am Gaumen kraftvoll, opulent und elegant, mit komplexem Körper – im klassischen, frischen Stil des Jahrgangs 2021.


Mazoyères-Chambertin – Grand Cru in Gevrey-Chambertin

Mazoyères-Chambertin ist einer der Grand Crus von Gevrey-Chambertin und liegt an der Route des Grands Crus, die von Gevrey-Chambertin bis Morey-Saint-Denis verläuft, auf bis zu 280 Metern Höhe. Die Lage ist ausschließlich mit Pinot Noir bepflanzt; Mortet bewirtschaftet hier rund 1,82 Hektar.

Den Untergrund prägt steiniges Material: in den oberen Lagen kiesreich, an den Hängen Kalkstein mit wechselndem Tongehalt. Zahlreiche Fossilien zeugen von einem Urmeer, das vor rund 150 Millionen Jahren hier lag. Arnaud Mortet führt die Domaine (Denis Mortet) in Gevrey-Chambertin, eine der Spitzenadressen des Ortes.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Schnee und Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase bis in den Mai verzögerte die Erholung der Pinot-Reben; danach brachten atlantische Regenfälle hohen Mehltaudruck.

Stabileres, wenn auch nicht heißes Wetter im August und September ließ die Trauben reifen, sorgfältige Arbeit war gegen Fäulnis nötig. Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, von einer rund 1,82 Hektar großen Grand-Cru-Parzelle.

Der Wein reift im Eichenfass, ganz im Sinne der auf Finesse und Terroir-Ausdruck ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

Die Farbe reicht von dunklem Rubin bis zu tiefer schwarzer Kirsche. Im Bukett Himbeere und Johannisbeere, ergänzt um Lakritz und Gewürze, dazu feine Anklänge von Rose, Veilchen, Moos und Unterholz. Am Gaumen kraftvoll, opulent und elegant, mit komplexem, üppigem Körper.

Himbeere und Johannisbeere, Lakritz und Veilchen – am Gaumen kraftvoll, opulent und zugleich elegant.

In der Jugend zugänglich, entfaltet der Wein sein Potenzial über viele Jahre Flaschenreife. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Mazoyères-Chambertin, Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); steiniger Kalk-/Kiesboden mit Fossilien, bis 280 m, ~1,82 ha
Klassifikation: Mazoyères-Chambertin Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau

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Feinkost

Bertoni Aceto Balsamico di Modena Scudo 2

Feinkost · Balsamico · Emilia-Romagna

Der Bertoni Aceto Balsamico di Modena Scudo 2 ist ein Aceto Balsamico di Modena IGP der Acetaia del Casato Bertoni, der fünf bis sechs Jahre in Holzfässern gereift ist. „Scudo 2" steht für die mittlere Stufe der Bertoni-Reifeskala – ausgewogen, mit kraftvollem Körper und feiner Süße. Aus Weinessig und gekochtem Traubenmost, mit Noten von frischem Obst und Traubenaroma.


Herkunft

Die Acetaia del Casato Bertoni liegt in Casalgrande in der Provinz Reggio Emilia, im Herzen der Emilia-Romagna. Seit 1936 stellt die Familie Bertoni hier in drei Generationen Balsamico-Essige her, heute geführt von Lelio Bertoni mit seinen Söhnen Milo und Roberto. Der Aceto Balsamico di Modena IGP entsteht aus Weinessig und gekochtem Traubenmost und reift in Holzfässern.

Anbau und Verarbeitung

Weinessig und gekochter Traubenmost reifen rund fünf bis sechs Jahre in Holzfässern. Die zusätzliche Reife gibt „Scudo 2" mehr Körper und Tiefe als der jüngeren Stufe. Zutaten: Weinessig, gekochter Traubenmost. Enthält Sulfite.

Geschmack

Dunkelbraun und glänzend, mit guter Viskosität. Im Geschmack ausgewogen, mit kraftvollem Körper und feiner Süße. Noten von frischem Obst und Traubenaroma ergänzen das Spektrum; der Abgang bleibt lang.

Am Tisch

Klassisch zu Salaten und Parmigiano Reggiano. Verfeinert ebenso Mayonnaise, Soßen und Dips, passt zu gegrilltem Gemüse und reifem Käse. Kühl und dunkel lagern.


Hersteller Acetaia del Casato Bertoni, Casalgrande (Reggio Emilia, Italien)
Produkt Aceto Balsamico di Modena IGP, Stufe „Scudo 2"
Zutaten Weinessig, gekochter Traubenmost (enthält Sulfite)
Herkunft Modena / Emilia-Romagna (Italien)
Verarbeitung 5–6 Jahre Reifung in Holzfässern
Mindesthaltbarkeit (MHD) 2035

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