Noma – Kopenhagen – Dänemark
Der Flug von Düsseldorf in die dänische Hauptstadt Kopenhagen zum international angesagten Restaurant Noma führt durch eine dichte, undurchdringliche, regenschwangere Wolkendecke. Das Wetter ist grau und nicht gerade einladend, aber für diese Jahreszeit, bei Temperaturen von knapp über null, auch wohltuend normal. Während die Propeller des kleinen Fliegers mit gleichmäßigem Gebrumme ihre Bahnen ziehen, schweifen die Gedanken in das Noma und seinem genialen Koch René Redzepi. Er ist einer der Mitbegründer der nordischen Küche, der es geschafft hat, Saisonales und Einheimisches wieder salonfähig zu machen, und damit eine neue Epoche in der Top Gastronomie eingeläutet hat. Es scheint dabei wie ein erschütternder Anachronismus, dass die ganze genussorientierte Welt nun nach Kopenhagen pilgert, besser gesagt fliegt, um dort ein Menü aus lokalen Zutaten, welche gerade Saison haben, zu zelebrieren.
Seit Greta fliegt das schlechte Gewissen eigentlich permanent mit, aber wie so oft siegt der Egoismus und die Freude auf ein unvergessliches Erlebnis und blendet jegliche Scham einfach aus.
Über das Restaurant Noma wurde schon unendlich viel geschrieben. 2003 wurde es von Claus Meyer und René Redzepi gegründet, um es an selber Stelle 2016 wieder zu schließen. Der alte Standort war schlicht zu klein geworden, um Forschung, Innovation und Fermentiertes noch unter einen Hut und in genug Einmachgläser zu bekommen. Im Jahre 2018 wurde das Noma dann in der Refshalevej 96 wiedereröffnet.
Der Eingang des Nomas führt über ein grosses Gelände mit Gewächshäusern, in denen der Gast erst einmal mit einer Tasse Rooibos Tee empfangen wird, der den Gaumen reinigen soll. Hier dürfen alle Gäste erst einmal verharren und die ganzen Gewächse, eingelegten Schalentiere, Tentakel und diverse Gemüsearten bewundern, die hier scheinbar wild und ohne Konzept durcheinander stehen.
Dann werden die Gäste nach Aufruf in kleinen Gruppen auf einem aussenliegenden Laufsteg in das Hauptgebäude geführt. Ein wärmendes Feuer lodert vor der mit Geweihen vollgenagelten Eingangspforte.
Was dann folgt ist ein unvergesslicher Abend. Nicht in dem Sinne, dass es das beste Essen oder Menü des ganzen Lebens war, aber in jedem Fall so, dass man im Noma eine komplett neue Genusswelt aufgezeigt bekommen hat. Neue Aromen, aussergewöhnliche Geschmäcker, wilde Darreichungsformen und das ganze in einem schönen, naturbelassenen Ambiente mit einem durchorganisierten, aber lockeren Servicepersonal.
Es war ein Genussabend, der auch heute noch erforscht werden muss, über den man nachdenkt, der im nachhinein wie eine perfekte Inszenierung eines Kreativ- Wahnsinnigen wirkt. Um das ganze zu verstehen und zu ergründen muss man dann noch einmal hin …





Hokkaido-Kürbis mit Hagebuttenbeeren, Pflaumen und leicht gesalzenen, unreifen Quitten. Darunter eine Bouillon vom Rentier.

Noma – Refshalevej 96 – 1432 København K – Dänemark – Telefon: +45 32 96 32 97 – https://noma.dk/
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