Weine Weingüter

Willi Schäfer: Der Jahrgang 2020

Traubenlese 2020

2020 wird uns noch lange in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen Covid19. Wir erlebten nie dagewesene Bedingungen im Weinberg. Aber dieses außergewöhnliche Jahr hat – vielleicht als „Trostpflaster“ – auch Weine hervorgebracht, die mit ihrer animierenden Struktur und Feinfruchtigkeit große Freude bereiten.

Der Winter war trocken und mild. Umso mehr waren die reichlichen Niederschläge im Februar ein Segen. Die folgenden sehr warmen und trockenen Monate brachten eine sehr frühe Blüte mit sich, sodass wir bereits Ende Mai auch von einer frühen Lese ausgehen konnten. Selbst wenn es grundsätzlich sehr trocken war, bekamen wir in Graach glücklicherweise immer wieder etwas Regen ab. Einmal war leider auch Hagel dabei. Der Schaden hielt sich auf den ersten Blick in Grenzen. Später zeigte sich jedoch, dass viele Beeren beschädigt waren. Genauso wie die von der Sonne verbrannten Beeren, mussten die verhagelten Beeren während der Lese zeitaufwändig herausgeschnitten werden.

Vor der Lese waren wir noch öfter im Weinberg unterwegs, um die Trauben zu probieren, als sonst. „Kann es wirklich sein, dass wir so früh anfangen müssen?“, fragten wir uns täglich.

Mit dem Lesebeginn am 14. September 2020 kam auch der Sommer zurück. Manchmal mussten wir die Lese aufgrund der Hitze bereits am frühen Nachmittag beenden. Es war teilweise unerträglich heiß. Temperaturen von bis zu 37°C sorgten auch für eine Unterbrechung des Reifeprozesses bis etwa Ende September. Die Reben stellten auf „Selbsterhalt“ um und es folgte ein Reifestopp. Diese „natürliche Bremse“ vergrößerte jedoch auch unser Zeitfenster für die Ernte und wir konnten alle Weinberge in Ruhe vorlesen. In diesen ersten beiden Wochen haben wir sowohl Kabinette mit knackiger Säure als auch feine Spätlesen ernten können. Ende September kühlte es ab und vereinzelt gab es auch Niederschläge. Um den 8. Oktober 2020 regnete es etwas mehr. Wir setzten bis zum 14. Oktober mit der Lese aus, damit die Trauben wieder an Konzentration und Geschmack zulegen konnten. So war es uns möglich im Domprobst noch weitere, sehr edle Spätlesetrauben zu ernten. Am 17. Oktober 2020 wurde die Lese glücklich mit traumhaften Trauben für eine Domprobst Auslese beendet.

Wir sind sehr dankbar, dass wir alle gesund durch diese fünf Wochen Traubenlese gekommen sind.

Aufgrund des herrlichen Gesundheitszustands der Trauben beschränkt sich die edelsüße Spitze in 2020 auf unsere Domprobst Auslese #11. Über alle Qualitätsstufen hinweg ist die Säurestruktur animierend bei zupackender Mineralstruktur, guten Extrakten und ausdrucksstarker lagentypischer Aromatik. Die Jungweine zeigen sich alle sehr elegant, charaktervoll und geschmacksintensiv. Darüber freuen wir uns sehr! Text: Weingut Willi Schäfer

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*Punktesystem 0 bis 365 Punkte

Die Punkte stehen für die Tage eines ganzen Jahres. Je höher die Punktezahl ist, umso häufiger wünscht man sich an diesem Ort essen gehen zu können oder eben den beschriebenen Wein trinken zu dürfen.

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