Trinklieder

Trinklieder

Trinklieder sind wahrscheinlich so alt wie der Konsum alkoholischer Getränke selbst. Dieser Konstante des menschlichen Handelns, mit vom Gersten- oder Rebensaft gelöster Zunge seiner Lebensfreude lauthals Luft zu machen und mehr oder weniger melodisch in die Kneipe oder den Biergarten hinein zu trällern, verdanken wir einen großen Fundus von mal feierlichen, mal zügellosen, mal nachdenklichen und mal lustigen Weisen. An dieser Stelle wollen wir uns aber nicht zotigen Mallorca-Schlagern widmen, sondern sozusagen der Hochkultur dieser Disziplin – doch keine Sorge, diese fällt oft nicht weniger derb aus.

In früheren Jahrhunderten waren Trinklieder oft nur auf ihre jeweiligen Herkunftsregionen und deren Dialekte beschränkt, die meisten davon sind uns leider nicht überliefert. Erst im 18. Jahrhundert begann man damit, dieser Art von Liedern einen höheren kulturellen Wert beizumessen, sie niederzuschreiben und zu vervielfältigen. Dieser Umstand hatte den Vorteil, dass bestimmte Lieder eine sehr große Reichweite erlangten, weil der Reisende aus Hamburg nun auch in Frankfurt mit einstimmen konnte – eine Art früher Kulturindustrie war geboren.
Und einer derjenigen, die diese Industrie regelmäßig mit neuen Gassenhauern versorgte, war Joseph Victor von Scheffel. Der badische Dichter war in seiner Studienzeit Mitglied in einigen Studentenverbindungen geworden und kannte daher das Bedürfnis, zu später Stunde, den schäumenden Humpen in der Hand, in den verwinkelten Gassen der altehrwürdigen Universitätsstädte ein Liedchen anzustimmen. Die Grenzen zwischen schwärmerischer Volksweise, erzählender Ballade und anzüglichem Trinklied sind oft fließend, und so ließ sich Scheffel häufig von lokalen Kuriositäten inspirieren.

Eine solche ist der Hintergrund seines Liedes „Das war der Zwerg Perkeo“. Besagte Figur gab es tatsächlich, er war in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts der Hofzwerg des Kurfürsten von der Pfalz. Seine Größe ist uns mit nur drei Fuß und sechs Zoll überliefert, was umgerechnet etwa 1,07 Meter sind, sein Gewicht soll dafür bei 100 Kilo gelegen haben. Und auch wenn es uns heute befremdlich erscheinen mag, dass sich ein Herrscher einen Kleinwüchsigen zur Belustigung hält, war Perkeo aufgrund seines schlagfertigen Mundwerks, besonders aber seiner schier unfassbaren Trinkfestigkeit ein hochgeschätzter Mann bei Hofe. Fünfzehn Magumflaschen soll er täglich geleert haben, und brachte er das mal nicht fertig, wurde er der Überlieferung zufolge mit der Peitsche dafür bestraft. Auch wenn sowohl die Menge des Weines als auch das Ausmaß der Züchtigung als übertrieben gelten können, müssen wir wohl annehmen, dass Perkeos Konsum nicht besonders leberschonend war: schon mit Anfang 30 verstarb er. Der Kurfürst war darüber so betrübt, dass er dem kleinen Kerl ein Denkmal setzen ließ, das man auch heute noch besichtigen kann: es bewacht wie schon seine lebendige Vorlage das Riesenfass im Heidelberger Schloss.

Diese gigantische Holzkonstruktion mit über 200 000 Litern Fassungsvermögen diente dazu, die Weinabgaben der dem Kurfürsten untertänigen Bauern zu verwahren. Zwar trugen Schäden an der das Fass umgebenden Bausubstanz, hygienische Bedenken und auch die Schwierigkeit, das riesige Behältnis dauerhaft dicht zu halten, dazu bei, dass es die meiste Zeit nicht gefüllt war, dennoch spielte es als Kuriosum, das man stolz hohen Gästen präsentieren konnte, eine wichtige Rolle bei Hofe.

Das Verhältnis zwischen diesem Fass und Perkeo beschreibt Scheffel zwischen Ironie und Tragik pendelnd, aber immer mit einer augenzwinkernden Bewunderung für dessen Mission: „Beim Weinschlürf sonder End erklär ich alter Narre fortan mich permanent.“ 15 Jahre lang soll er gegen das Fass angekämpft und schließlich gesiegt haben, wenn auch um den Preis seines jungen Lebens. Wir erfahren sogar, womit Perkeo es sich hat gutgehen lassen: rheinischer Malvasier soll der Inhalt des Fasses gewesen sein. Obwohl diese Rebsorte in Deutschland mit Ausnahme einiger weniger Weingüter in Rheinhessen heutzutage fast nicht mehr angebaut wird, sondern hauptsächlich im Mittelmeerraum wächst, ist es sogar durchaus möglich, dass der Zwerg damals davon trank. Im Mittelalter und der Frühen Neuzeit war das Klima hierzulande deutlich milder; so ist belegt, dass Martin Luther ihn sehr schätzte und er als ausgemachte kulinarische Kostbarkeit an vielen Adelshöfen aufgetischt wurde. Der hohe Restzuckeranteil des schweren, meist süß ausgebauten Dessertweins würde immerhin erklären, wie Perkeo zu seiner Leibesfülle kam.

Und der Fortgang des Liedes, was es eigentlich mit seinem „Künstlernamen“ auf sich hat: als gebürtiger Südtiroler war er des Italienischen mächtig und erwiderte auf die häufigen hämischen Fragen der Gäste, ob er denn das Riesenfass ganz austrinken könne, irgendwann nur noch „Perché no?“ – „Warum nicht?“ Damit nahm das Schicksal seinen Lauf – wie „David gegen Goliath“ beschreibt Scheffel den stoischen Kampf Perkeos: „Da sprach er fromm: ,Nun preiset, Ihr Leut’, des Herren Macht, die in mir schwachem Knirpse so Starkes hat vollbracht’“ – bevor er neben dem Fass heldenhaft dahinscheidet. Allen Neugierigen, welche die Gruft des tapferen Perkeo besuchen wollen, gibt der Autor denn auch noch eine Warnung mit: „Und wer als frommer Pilger frühmorgens ihr genaht: Weh ihm! Als Weinvertilger durchtobt er nachts die Stadt!“

Überhaupt scheinen die Dichter ihre Leser nicht wenig vor den Gefahren allzu exzessiven Weingenusses zu warnen. So etwa auch im „Grafen von Rüdesheim“, unserem nächsten Lied. Schon der namensgebende Ort steht mit dem Niederwalddenkmal, die vielen Burgruinen und natürlich dem Weinbau für Rheinromantik, die sicherlich auch die beiden Freunde Ernst Bloch und Albert Georg Benda verspürt haben dürften, als sie 1875 während eines Pfingstausfluges dort einkehrten und gemeinsam den Text verfassten. In diesem geht es um besagten Grafen, der zwar nicht wirklich existierte, der zwei jungen Männern, die genau wie die von ihnen erdachte Figur wahrscheinlich unglücklich verliebt, notorisch klamm und sehr durstig waren, aber wohl wie aus dem echten Leben gegriffen erschien.

Dabei ist die Ausgangslage für den Grafen eigentlich nicht schlecht: als „mit Gütern reich beglückt“ wird er beschrieben, eine gute Partie in jedem Fall. Doch direkt in der ersten Strophe nimmt das Unheil seinen Lauf, weil er ein Auge auf eine Winzertochter geworfen hat, die von seinen Avancen so rein gar nichts wissen will – ein ziemlicher Affront in der damaligen Zeit. Der Graf wird dadurch aber nicht etwa angespornt oder wütend, sondern verfällt in Schwermut und igelt sich in seiner Burg ein, wo er sich fortan nur noch dem Weintrinken widmet: „Und er saß und vergaß in seiner Burg am Rheine, seinen Schmerz, denn das Herz tröstet Rüdesheimer Wein!“ heißt es darum im Refrain. Depressionen mit Suchtverhalten bekämpfen? Im 19. Jahrhundert durchaus gentleman-like. Als wenn das nicht schon traurig genug wäre, wird im Laufe der Zeit auch seine finanzielle Lage immer prekärer. Nach sieben Jahren hat er seinen ganzen stattlichen Besitz, immerhin „wohl 40 Güter“, versoffen. Er muss seine Stammburg verlassen und fortan im Stand eines einfachen Knechtes leben, der für wenig Geld hart schuftet – im Wirtshaus an der Burg, wo er am Sonntag den Lohn seiner Woche wieder in Wein umsetzt.

Beim Singen dieses Liedes, das, wie auch die anderen hier vorgestellten Werke, seine Verbreitung dem in fast 170 Auflagen erschienenen Allgemeinen Deutschen Kommersbuch verdankt, der Sammlung studentischen Liedgutes, ist es oft üblich, dass man sich während des Refrains mit seinen Sitznachbarn unterhakt und gemeinsam mit ihnen schunkelt – so weit, so wenig spektakulär. Doch halt – beim ersten Mal geschieht das noch im Sitzen, beim zweiten schon im Stehen, beim dritten auf den Stühlen und beim vierten Mal dann auf den Tischen. Das kann, angeheitert und zu später Stunde, schon mal eine recht wacklige Angelegenheit sein, wenn nicht die diversen Schutzheiligen der Trinker ihre Hand über die ihnen Anvertrauten halten würden.

Um ebendiese geht es in unserem dritten Gassenhauer. „Wohlauf, die Luft geht frisch und rein“ als reines Trinklied zu bezeichnen, würde ihm sicherlich nicht gerecht werden, schließlich gilt das auch als „Frankenlied“ bekannte Werk nach wie vor als inoffizielle Landeshymne Frankens, mit dem man sich gern gegen die ungeliebten Bayern abgrenzt, denen man ja immerhin auch einen florierenden Weinbau voraus hat. Den Text hat hier wieder mal Joseph von Scheffel verfasst, und ebenso wie er im Sommer 1859 ist das lyrische Ich auf Wanderschaft in der Gegend südlich von Coburg. Bei bestem Wetter zieht dieses als Scholar, als fahrender Schüler, durch die Landschaft und preist das ländliche Idyll. „Bald hebt sich auch das Herbsten an, die Kelter harrt des Weines. Der Winzer Schutzherr Kilian beschert uns etwas Feines!“ stellt er fest, obwohl für eine gute Weinlese mitnichten der irische Wanderprediger Kilian zuständig ist, der im frühen Mittelalter in der Würzburger Gegend missionierte und deswegen als einer der Patrone Frankens gilt, sondern viel eher der heilige Bischof Urban, der deswegen meist mit dem Weinstock in der Hand abgebildet wird, hinter dem er sich der Legende zufolge vor seinen Häschern versteckt haben soll.

Der Weg des Scholaren führt in am Main entlang nach Staffelstein, hier will er dem „Einsiedelmann“ einen Besuch abstatten. Gemeint ist damit ziemlich sicher der Eremit Ivo Hennemann, der 40 Jahre lang abgeschieden in einer Klause neben der dortigen Kapelle lebte, in der Tradition der frommen Männer, die sich dort schon seit 1700 ganz dem Dienst an Gott verschrieben hatten. Im Lied wird er jedoch als recht weltoffen präsentiert, er unterhält sich angeregt mit einer hübschen Schnitterin, also einer Frau, die mit der Heuernte beschäftigt ist. Seinem unerwarteten Gast dauert dieser Plausch jedoch viel zu lang, er verspürt nach dem anstrengenden Fußmarsch Lust auf eine Erfrischung aus dem Weinkeller des Einsiedlers, in dem er gute Jahrgänge vermutet. „Hoiho, die Pforten brech’ ich ein und trinke, was ich finde“, verschafft er sich auf rabiate Art und Weise selbst Zugang und bittet gleichzeitig: „Du heil’ger Veit von Staffelstein, verzeih mir Durst und Sünde.“ Wie der Einsiedelmann auf dieses forsche Vorgehen reagiert, überlässt Scheffel dann aber der Fantasie.

Um Wein im weiteren Sinne geht es auch im „Krambambuli“. Dass das Lied heutzutage gern im Winter anlässlich der Feuerzangenbowle gesungen wird, ist eigentlich ein Missverständnis. Denn obwohl besonders im österreichischen Raum beide Begriffe mittlerweile synonym verwendet werden, bezeichnete Krambambuli ursprünglich nicht den heißen Punsch mit durch brennenden Rum karamellisiertem Zucker, sondern eine Branntweinspirituose aus Pommern, die dort Mitte des 18. Jahrhunderts in der Brennerei „Lachs zu Danzig“ hergestellt wurde, just zu der Zeit, als der Hofrat Christoph Friedrich Wedekind das Lied niederschrieb. Den seltsam anmutenden Namen verdankt der Schnaps einer Kombination aus dem niederdeutschen „Krandewitt“ für Wacholder und dem aus der Gaunersprache stammenden Begriff „Blamp“ für Alkohol.

Dass dieser sehr frühe Werbesong für ein ganz bestimmtes Produkt auch auf andere geistreiche Getränke ausgeweitet wurde, ist der funkelnd roten Farbe geschuldet, die der Krambambuli etwa mit der Feuerzangenbowle gemein hat. Und auch die Wirkung scheint vergleichbar gewesen zu sein, wird doch der Schnaps als Heilmittel für alle möglichen Leiden angepriesen. Körperliche Gebrechen stehen natürlich an erster Stelle: „Reißt mich’s im Kopf, reißt mich’s im Magen, hab ich zum Essen keine Lust, wenn mich die bösen Schnupfen plagen, hab ich Katarrh auf meiner Brust.“ Aber auch seelische oder finanzielle Probleme scheinen sich durch den Genuss kurieren zu lassen: „Ist mir mein Wechsel ausgeblieben, hat mich das Spiel auch arm gemacht, hat mir mein Mädchen nicht geschrieben, ein’n Trauerbrief die Post gebracht“. Dem bieder-beschwingten Anfang einer jeden Strophe folgt stets ein sehr schneller, stakkatoartigen Ausklang, der seinen Höhepunkt im feierlichen „Krambimbambambuli, Krambambuli!“ findet. Auch Erfolg in der Liebe oder ein gutes Überstehen der Militärzeit wird versprochen, sich nebenbei über die zur damaligen Zeit schwer in Mode geratenen Trinkkuren in „Pyrmont und Schwalbach“ lustig gemacht, die mit ihrer „mineralischen Brüh’“, von denen die Kurgäste täglich bis zu 20 Liter trinken mussten, doch keine Chance gegen den Schnaps hätten. Neben einem solchen kulturhistorisch interessanten Überblick über die damaligen neuesten Errungenschaften – etwa die Elektrizität, Chemie oder Kosmetik -, deren Wert und Nutzen gegen den des Krambambuli abgewogen wird, stehen auch gänzlich absurde Strophen, die beschreiben, wie er in den Kolonien und der Neuen Welt – „da wo die wilden Kaffers wohnen“ – als Heiligtum verehrt werden würde. Wem das heutzutage zu anstößig erscheint, wähle sich stattdessen einfach eine andere aus den über 100 Strophen, auf die das Lied im Laufe der Zeit von lyrisch versierten Sängern aufgestockt wurde.

Und jetzt angestimmt! Ob man nun mit dem Grafen von Rüdesheim leiden, mit dem fahrenden Scholaren der Natur ein Ständchen bringen oder mit dem Zwerg Perkeo zu ganz und gar abenteuerlichen Schandtaten aufbrechen will – wenn jemand zufällig Klavier oder Akkordeon dazu spielen kann, umso besser. Auch wenn die Melodien etwa des Frankenliedes zunächst nicht ganz einfach zu singen scheinen mögen, sei aus eigener Erfahrung versichert, dass sich dieses Problem nach einigen Gläsern Rüdesheimer Wein oder rheinischen Malvasier von selbst löst. Text: Dario Sellmeier

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Italien

Lambrusco Rose Di Bacco ROSSO Amabile frizzante

Schaumwein · Lambrusco · Emilia-Romagna · Italien

Chiarli Rosé di Bacco Lambrusco Rosso Amabile ist ein leichter, perlender roter Lambrusco von Chiarli 1860, einem der renommiertesten Lambrusco-Produzenten der Emilia-Romagna. Lieblich und fruchtig im Stil, kommen seine Aromen leicht gekühlt perfekt zum Ausdruck. Ein unkomplizierter, geselliger Frizzante.


Emilia-Romagna

Die Emilia-Romagna rund um Modena ist die Heimat des Lambrusco. Chiarli 1860 zählt zu den traditionsreichsten und renommiertesten Erzeugern der Region. Das warme Klima und die fruchtbaren Böden bringen die fruchtbetonte, zugängliche Stilistik des Lambrusco hervor.

Rebsorte und Ausbau

Der Schaumwein wird aus der Rebsorte Lambrusco gewonnen und als Frizzante (leicht perlend) im Tankverfahren erzeugt. Mit einer lieblichen (amabile) Geschmacksrichtung bleibt er fruchtbetont und unkompliziert.

Im Glas

Leuchtendes Rot mit feiner, frischer Perlage. In der Nase rote Beeren, Kirsche und ein floraler Hauch. Am Gaumen leicht, perlend und lieblich-fruchtig, mit saftiger roter Frucht und sanfter Süße. Der Abgang ist frisch.

Am Tisch

Leicht gekühlt bei 8–10 °C servieren. Als unkomplizierter Aperitif, zu fruchtigen Desserts oder einfach für gesellige Momente.

Klassische Begleitung: Obstdesserts, Gebäck, milder Käse und leichte Vorspeisen.


Lage: Emilia-Romagna (Italien)
Klassifikation: Lambrusco – Rosso, amabile, frizzante
Ausbau: Rebsorte Lambrusco, Tankverfahren (Frizzante)

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Portugal

Feuerheerds Colheita 2009

Portwein · Douro (Portugal) · Colheita

Colheita Port (jahrgangsrein) Douro / Porto (Portugal) fassgereift (mind. 7 Jahre) süß · aufgespritet · 0,5 l 2009

Der Feuerheerd's Colheita 2009 von Barão de Vilar ist ein jahrgangsreiner, im Fass gereifter Tawny-Port aus dem Douro. Ein süßer, aufgespriteter Wein mit verschwenderischem Bukett, intensivem Gaumen und ewig langem Nachhall – in der 0,5-Liter-Flasche.


Colheita – jahrgangsreiner Tawny aus dem Douro

Colheita ist das portugiesische Wort für „Jahrgang"; Colheita-Portweine sind aufgespritete Rotweine aus einem einzigen Jahrgang. Von Gesetz wegen müssen sie mindestens sieben Jahre im Holzfass reifen, bevor sie gefüllt werden – viele Häuser lassen ihre besten Partien jedoch deutlich länger in alten, großen Fässern, bis sie ihre ideale Trinkreife erreicht haben.

So schlummern in den ehrwürdigen Kellern in Porto bemerkenswerte Schätze. Barão de Vilar führt diese Tradition mit der Marke Feuerheerd's fort.

Jahrgang 2009 – Douro

Die Wachstumsperiode 2009 war ausgesprochen trocken, was zu sehr niedrigen Erträgen führte. Ein warmer Frühling löste frühen Austrieb und Blüte aus, der Sommer brachte praktisch kaum Regen, und im August erreichten die Temperaturen sengende Höhen, die die Trauben rasch zur phenolischen Reife brachten. Touriga Nacional und Touriga Franca überstanden die harten Bedingungen besser als andere Sorten.

Die Ernte fiel kleiner als normal aus, die Weine jedoch ausgezeichnet: intensiv und tief konzentriert, mit dunkler, schwarzer Frucht, geschmeidigem, aber griffigem Tannin und pikanter Säure. 2009er Ports können bequem Jahrzehnte reifen.

Assemblage und Ausbau

Aufgespriteter Portwein aus traditionellen Douro-Rebsorten (u. a. Touriga Nacional, Touriga Franca), Jahrgang 2009.

Die lange Reife in alten, großen Holzfässern verleiht dem Wein die typische Tawny-Aromatik und eine seidige Textur, bevor er gefüllt wird.

Im Glas

Bernsteinfarben mit Reife. In der Nase getrocknete Feigen, Datteln und Rosinen, Karamell und Toffee, Walnuss und Mandel, Orangenzeste und feine Gewürze. Am Gaumen süß und seidig, mit intensivem Geschmacksbild und einem ewig langen, delikaten Nachhall.

Getrocknete Früchte, Karamell und Walnuss über seidiger Süße – ein verschwenderisches Bukett mit ewig langem Nachhall.

Bei 14–16 °C servieren; nach dem Öffnen über Wochen haltbar. Für besondere Momente.

Am Tisch

Zu kräftigem und blauem Käse, dunkler Schokolade, Desserts und Nüssen – oder solo als Digestif. Ein Gaumenschmeichler für besondere Anlässe.


Lage: Douro / Porto (Portugal)
Klassifikation: Porto DOP – Colheita (jahrgangsreiner Tawny)
Ausbau: aufgespritet; jahrgangsrein, lange Reife im großen Holzfass

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Weine

Le Moine Horizon 50 ans Beaujolais Cru Julienas 2015 Magnum

Rotwein · Beaujolais Cru Juliénas · Gamay

Gamay Beaujolais Cru Juliénas Serie „Horizon 50 ans" Mounir Saouma (Le Moine) auf lange Reife angelegt Magnum (1,5 l) 2015

Der Le Moine Horizon 50 ans Juliénas 2015 in der Magnum ist Mounir Saoumas ernsthafte, lagerfähige Interpretation des Beaujolais – ein Cru-Gamay aus einem Ausnahmejahrgang, bewusst für die lange Reife abgefüllt. Weine, die unsere Kinder und Enkel in 50 Jahren am optimalen Genusspunkt erleben können.


Horizon 50 ans – Beaujolais, ernst genommen

Hinter dem Beaujolais steckt weit mehr als der leichte, fruchtige Beaujolais Nouveau: Vor vielen Jahrzehnten waren die besten Lagen ebenso hoch angesehen wie die großen Weine des nördlichen Burgunds. Die qualitative Spitze der Gamay-Weine wächst im Norden der Appellation – unter den Cru-Namen Brouilly, Chénas, Chiroubles, Côte de Brouilly, Fleurie, Juliénas, Morgon, Moulin-à-Vent, Saint-Amour und Régnié.

Für die Serie „Horizon 50 ans" hat Mounir Saouma – der Mann hinter Lucien Le Moine – Cru-Gamay aus Top-Lagen vinifiziert und in zwei Formaten abgefüllt: 0,75-Liter-Flaschen für den früheren Genuss sowie Magnum und Doppelmagnum für die ganz lange Lagerung. Der Name ist Programm: Weine mit einem Reifehorizont von einem halben Jahrhundert. Juliénas zählt zu den nördlichsten Crus; auf Granit, Schiefer und tonig-sandigen Böden bringt der Gamay hier einen besonders kräftigen, strukturierten und würzigen Charakter hervor.

Jahrgang 2015 – Beaujolais

2015 gilt im Burgund und besonders im Beaujolais als Ausnahmejahrgang – vielfach als Jahrhundertjahrgang bezeichnet. Warm und reif, brachte er Gamay-Weine von seltener Konzentration, Dichte und Tiefe bei gutem Reifepotenzial. In der Magnum und im langen Ausbau ergibt das einen Wein, der auf Jahrzehnte angelegt ist.

Ausbau

Reinsortiger Gamay aus dem Jahrgang 2015, Beaujolais Cru Juliénas, trocken; abgefüllt in der Magnum (1,5 l).

Im Stil von Mounir Saouma: langer Ausbau im Holzfass und auf der Hefe, mit minimalem Schwefel und behutsamer Kellerarbeit – ganz auf Tiefe, Textur und Langlebigkeit ausgerichtet. Das große Magnum-Format begünstigt eine besonders langsame, harmonische Reife.

Im Glas

Vom granitisch-schiefrigen, tonig-sandigen Boden Juliénas' und aus dem reifen Jahrgang 2015 lebt dieser Cru-Gamay: dunkle Kirsche und Brombeere, florale Anklänge und eine kräftige, würzige Mineralität. Der lange Ausbau bindet eine seidige, dichte Textur ein und verleiht dem Wein mehr Tiefe und Ernst, als man dem Beaujolais gemeinhin zutraut. Am Gaumen saftig, kräftig und strukturiert, mit festem, feinem Tannin, lebendiger Säure und langem, mineralischem Nachhall – ein Gamay mit echtem Reifepotenzial.

Dunkle Frucht und kräftige Würze – saftig, strukturiert und tief, mit festem, feinem Tannin und langer Mineralität.

Schon jetzt zugänglich, doch auf Jahrzehnte angelegt; in der Jugend großzügig dekantieren. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu gegrilltem und geschmortem Fleisch, zu Geflügel und Ente, zu Wild sowie zu mittelreifem Käse.


Lage: Beaujolais Cru Juliénas (Frankreich); einer der nördlichsten Crus, Granit, Schiefer und tonig-sandige Böden
Klassifikation: Beaujolais Cru, Gamay (trocken); Serie „Horizon 50 ans", Magnum (1,5 l)
Ausbau: Gamay; langer Ausbau im Holzfass und auf der Hefe, minimaler Schwefel; auf lange Reife angelegt

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Whisky

Ardbeg AN OA

Single Malt Whisky · Islay · Schottland

Single Malt Scotch Islay ohne Altersangabe PX-, Bourbon- & neue Eichenfässer im Gathering Room vermählt

Der Ardbeg An Oa ist ein torfiger Islay Single Malt aus dem festen Kernsortiment der Destillerie Ardbeg, erstmals 2017 vorgestellt. Benannt ist er nach dem Mull of Oa, der wild-einsamen Südwestspitze der Hebrideninsel Islay. Charakteristisch ist der Kontrast aus mächtiger Rauchintensität und cremiger Süße. Verschiedene Fasspartien werden im eigens geschaffenen „Gathering Room" der Destillerie in einem großen, stehenden Fass aus französischer Eiche vermählt. 


Islay

Islay ist die südlichste Insel der Inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands und für rauchige, torfgeprägte Single Malts bekannt. Die Destillerie Ardbeg liegt seit über 200 Jahren an der Südküste der Insel und zählt zu den am stärksten getorften Brennereien Schottlands. Namensgeber des An Oa ist der nahe Mull of Oa, dessen hohe Felsklippen den Atlantikstürmen trotzen. Atlantik, Torf und Meeresluft prägen den Stil.

Assemblage und Ausbau

An Oa führt mehrere Fasspartien zusammen: Pedro-Ximénez-Sherryfässer für süße, dunkle Frucht, neue Eichenfässer für Würze und ehemalige Bourbon-Fässer für die typische Ardbeg-Intensität. Diese Partien werden im „Gathering Room" der Destillerie in einem großen, stehenden Fass aus französischer Eiche vermählt und runden sich dort über die Zeit zu einem komplexeren Ganzen. Der An Oa trägt keine Altersangabe. Verantwortlich für die Kreation ist Dr. Bill Lumsden.

Im Glas

In der Nase cremiges Toffee, Anis, Datteln sowie etwas Pfirsich und Banane. Am Gaumen eine sanfte, cremige Textur mit ausgeprägter Sirupsüße: Milchschokolade, Melassetoffee, Orange und der rauchige Ton von Lapsang-Souchong-Tee, dazu süße Gewürze wie Muskat und Zimt, ein Hauch Zigarrenrauch und eine ungewöhnliche Note von gegrillter Artischocke. Der Nachhall ist dezent, dabei intensiv und süß-rauchig.

Am Tisch

Pur bei Zimmertemperatur genießen; einige Tropfen Wasser öffnen die Aromen. Passt zu dunkler Schokolade, Karamell-Desserts, reifem Hartkäse und geräuchertem Fisch. Auch als Digestif oder Begleiter zu einer Zigarre eine klassische Wahl.



Lage: Islay, Schottland
Klassifikation: Single Malt Scotch Whisky (ohne Altersangabe)
Ausbau: Pedro-Ximénez-, Ex-Bourbon- und neue Eichenfässer; Vermählung in französischer Eiche

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Deutschland

Metzger Hausmarke rose Liter

Roséwein · Cuvée · Pfalz · 1 Liter

Metzger Hausmarke rosé ist der saftig-fruchtige Pfälzer Rosé für jeden Tag vom Weingut Uli Metzger – hier in der 1-Liter-Flasche. Er überzeugt durch seine leuchtende Farbe und die Harmonie zwischen Säure und Süße. Ein Korb voll roter Früchte – der perfekte Begleiter für warme Sommertage.


Pfalz

Das Weingut Metzger liegt in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Das warme Klima bringt reife, fruchtbetonte Trauben hervor – Grundlage für diesen unkomplizierten Alltags-Rosé.

Assemblage und Ausbau

Der Rosé wird fruchtbetont ausgebaut, mit einer Harmonie zwischen Säure und Süße. Das stellt die saftige rote Frucht in den Vordergrund.

Im Glas

Leuchtender Rosé-Ton. In der Nase und am Gaumen ein Korb voll roter Früchte. Saftig und fruchtig, mit harmonischer Balance aus Säure und Süße. Der Abgang ist frisch.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – der ideale Begleiter für warme Sommertage.

Klassische Begleitung: Salate, Grillgerichte, Fingerfood oder solo.


Lage: Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Pfalz – Rosé-Cuvée
Ausbau: Rosé, fruchtbetont; 1,0 l

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Spanien

A Torna dos Pasas Escolma

Den A Torna dos Pasás Escolma gibt es nur in ausgezeichneten Jahren, die Jahrgänge zwanzig dreizehn und zwanzig vierzehn entfielen komplett. Brancellao ist sowohl für Frucht als auch für Eleganz zuständig; Ferról bringt Säure, Caiño erneut eher Frucht, insbesondere Blaubeeren. Auch hier werden alle Trauben gemeinsam gelesen, Brancellao bestimmt den Erntezeitpunkt.


Der Ausbau dieses Weines hat sich im Laufe der Jahre ebenfalls verändert. Anfangs reifte der Wein nur in kleinen Barricas, doch da geriet das Holzaroma zu intensiv. Größere Barricas waren unpraktisch, sie passten nicht ins Lager. Daher kaufte Luis Ánxo einen dreitausend Liter fassenden Holztank, in dem der Wein seit dem Jahrgang zwanzig siebzehn ausgebaut wird. So es denn genug Trauben für diesen Wein gibt, das Tankvolumen ist schon etwas großzügig kalkuliert. Im Jahr zwanzig achtzehn war die Ernte zu knapp, die alten Barricas kamen wieder zum Einsatz. Die Fassreifedauer war früher auf ein Jahr begrenzt, inzwischen ist diese Ziffer variabel, sie hängt vor allem von dem Ernteverlauf des Folgejahres ab: so die Menge zu gering ausfällt, bleibt der Vorgänger etwas länger im Holztank, um diesen nicht zu lange leerstehen zu lassen. Auf die Gesamtreifezeit wirkt sich dies nicht aus, da der rote Escolma auch erst vier Jahre nach der Lese auf den Markt kommt. Auch dieser Wein braucht Zeit zum Reifen. Text: El oso aleman

 

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Rebsorten

Weiss Simod Cabernet Sauvignon Zweigelt

Wein · Rotwein · Neusiedlersee · Österreich

Weiss Simod ist eine Barrique-Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Zweigelt vom Weingut Manfred Weiss am Neusiedlersee. In der Nase Noten von Kirschen und Vanille, am Gaumen leicht rauchig, komplex und harmonisch, mit feiner Holzwürze im Abgang.


Neusiedlersee / Burgenland

Das Weingut Manfred Weiss bewirtschaftet rund 15 Hektar in Apetlon am Neusiedlersee im österreichischen Burgenland. Das warme pannonische Klima und Böden aus Schwarzerde, Schotter und Sand prägen die Weine. Der Name „Simod" ist die Mundartbezeichnung für die Riede Siebenmath, eine der besten Lagen des Guts.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Zweigelt. Der Wein reift rund 12 Monate im Barriquefass, was ihm seine feine Holzwürze und Struktur verleiht. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Tiefes Rot mit reifen Reflexen. In der Nase Kirschen und Vanille, dazu gereifte Tertiäraromen von getrockneten Früchten, Leder, Tabak und dunkler Schokolade. Am Gaumen leicht rauchig, komplex und harmonisch, mit reifen, weichen Tanninen und feiner Holzwürze im langen Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren und vor dem Genuss etwas atmen lassen – ein kraftvoller Begleiter zu herzhaften Gerichten.

Passt zu: rotem Fleisch, Wild, Schmorgerichten, Gegrilltem und gereiftem Käse.


Lage: Neusiedlersee, Apetlon (Burgenland, Österreich); Weingut Manfred Weiss
Klassifikation: Qualitätswein, trocken – Cuvée aus Cabernet Sauvignon & Zweigelt
Ausbau: ~12 Monate im Barriquefass

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Feinkost

Jacques Gonidec Sardinen mit kandierter Zitrone Olivenöl Piment BIO

Feinkost · Sardinen · Bio · Frankreich

Gonidec Sardinen mit kandierter Zitrone und Piment sind pikante Bio-Sardinen aus der Bretagne in nativem Olivenöl extra. Handwerklich hergestellt von der Conserverie Gonidec – die fruchtige kandierte Zitrone mildert die Schärfe des Piments. Ideal als Apéritif oder Snack.


Herkunft

Die Conserverie Gonidec in Concarneau (Bretagne), gegründet 1959, ist die letzte Fischkonservenfabrik der Stadt und führt ihre Premiummarke „Les Mouettes d'Arvor" in dritter Generation. Die Sardinen stammen aus nachhaltigem Küstenfang vor der Bretagne. Bio-Qualität, FR-BIO-10.

Zutaten und Herstellung

Sardinen in nativem Olivenöl extra aus biologischem Anbau, verfeinert mit kandierter Zitrone und Piment. Die frisch gefangenen Sardinen werden von Hand gereinigt, getrocknet, gebraten und von Hand in die Dose gelegt – traditionelles bretonisches Handwerk.

Geschmack

Festes, sanftes Sardinenfleisch im fruchtigen Olivenöl, mit der Schärfe des Piments und einer fruchtig-frischen Note kandierter Zitrone, die die Schärfe ausbalanciert. Reich an Omega-3.

Zum Genießen

Direkt aus der Dose als Apéritif oder Snack, auf frischem Baguette oder geröstetem Brot. Ebenso in Salaten oder zu Pasta. Vor dem Öffnen kurz kühlen.

Passt zu: Baguette, geröstetem Brot, Salaten und Pasta.


Hersteller: Conserverie Gonidec (Concarneau, Bretagne)
Marke: Les Mouettes d'Arvor
Produkt: Sardinen mit kandierter Zitrone und Piment in nativem Olivenöl extra
Herkunft: Frankreich (Bretagne)
Inhalt: 115 g
Mindesthaltbarkeit (MHD): 23.04.2030

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