Das Weinbaugebiet Pfalz

Die Geschichte von dem Weinbaugebiet Pfalz

„Zum Wohl. Die Pfalz.“ – die 3600 pfälzischen Winzer verbinden in ihrem berühmten Slogan geschickt Understatement und kerniges Selbstbewusstsein. Und das steht ihnen auch zu, denn aus der Region, die historisch gesehen vor allem für recht gewöhnlichen Landwein stand, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten dank einer ambitionierten neuen Generation zu einem kleinen Eldorado gemausert, das auf internationalen Wettbewerben eine ernsthafte Konkurrenz für italienische und französische Spitzenanbaugebiete darstellt. Vor kühlen Westwinden geschützt durch umgebende Berge, sicher vor Spätfrost und zu harten Niederschlägen, ja allgemein verwöhnt durch sehr milde Temperaturen werden hier vor allem Weine erzeugt, die restzuckerarm, dabei dennoch sehr fruchtig sind – das kann man umso mehr nachvollziehen, wenn man sich die deutsch-französische Grenze bei Wissembourg wegdenkt und den 80 Kilometer langen, recht schmalen Streifen, der das Gebiet Pfalz ist, als die nördliche Fortsetzung der Weinberge des Elsass betrachtet.

Obwohl mit fast 24 000 Hektar das zweitgrößte Weinbaugebiet Deutschlands, nimmt es doch nur fünf Prozent der geografischen Pfalz ein. Auch unterteilt es sich, anders als manche viel kleinere Weinbaugebiete, die oft sehr viel ausdifferenzierter sind, lediglich in zwei Regionen: die Mittelhaardt und die Südliche Weinstraße. Qualitatives Zentrum des Pfälzer Weinbaus ist erstere: unterhalb des Pfälzer Waldes gedeihen hier in einer Handvoll Orten herrlich knackige Rieslinge. Kallstadt, Wachenheim, Ungstein und andere profitieren von den leichten Böden, welche die Wärme der 1800 Sonnenstunden jährlich länger speichern und die Rebstöcke tief hinab in sehr mineralhaltige Schichten wurzeln lassen. Der Lehmanteil in den Böden ist hier geringer als an der Südlichen Weinstraße, was die Weine weniger schwer, dafür mineralischer werden lässt: der Boden speichert das Wasser hier nicht so nachhaltig, sodass die Reben nicht dauerhaft nasse Füße haben – dafür ist aber auch der Ertrag geringer.

Der gelungene Spagat zwischen Tradition und Moderne ist vielleicht das Geheimnis der Pfalz. Das mit bis zu 700 000 Besuchern größte Weinfest der Welt, der Dürkheimer Wurstmarkt, lockt jeden September mit dem Klimpern der Dubbegläser, in denen das pfälzische Lebenselixier, die Rieslingschorle, schimmert. Seit über 600 Jahren findet er statt, damals entstanden, als Bauern und Winzer Pilger mit Wegzehrung versorgten. Seit 1934 ist nicht nur der Markt, sondern der ganze Ort um eine im wahrsten Sinne des Wortes große Attraktion reicher: das Dürkheimer Riesenfass läuft mit sagenhaften 1,7 Millionen Litern Fassungsvermögen dem vorigen Rekordhalter im Heidelberger Schloss bei Weitem den Rang ab. Anders als in diesem wurde in der Dürkheimer Version niemals wirklich Wein gelagert, dafür finden 430 Gäste Platz in der heimeligen Holzkonstruktion.

Die Pfälzer sind streng auf Regionalität bedacht: heutzutage muss jeder Wurstmarkt-Stand mindestens einen Riesling im Angebot haben, und erst seit etwa 20 Jahren sind auch Rotweine zugelassen. Das können verlässliche Klassiker wie Dornfelder und Portugieser sein, geschmacklich interessant wird es aber besonders bei den Spätburgundern, die nach einer ordentlichen Reifezeit eine fast magische Kräuterwürze entfalten können. Aber auch für Deutschland untypische Rebsorten wie Cabernet oder Merlot können in den sehr warmen Sommern gut heranreifen und zu Weinen werden, die sich – wie fast alle Pfälzer Weine – sowohl jung genießen als auch jahrelang lagern lassen. Zu verdanken ist das oft experimentierfreudigen Jungwinzern, die sich Jahr für Jahr gegenseitig anstacheln, radikal Neues zu wagen – mit viel Ehrgeiz, aber ganz ohne Neid und Missgunst. Einen Riesling muss man natürlich immer im Portfolio haben und versucht dabei, die Restzuckerschraube stets noch ein bisschen weiter Richtung Null zu drehen. Aber auch aus Weißburgundern und Muskatellern lässt sich Enormes herausarbeiten – wobei nicht die typische bombige Fruchtfülle dieser Rebsorten im Vordergrund steht, sondern sehr detailverliebt an immer mehr Reduktion gearbeitet wird. Ihr jüngstes Lieblingsspielzeug ist der Chardonnay, erst seit etwa 30 Jahren Im Lande, aber die Pfälzer haben schon verstanden, dass zu intensives Toasting-Aroma vom Fass ihm eher schadet als nützt. So rustikal die Jungs bei der Arbeit im „Wengert“, im Weinberg, oder als derbe Lieder singende „Kerweburschen“ zu den sehr zünftig begangenen Kirchweihfesten daherkommen, so behutsam puristisch sind sie in der Arbeit danach. Viele Betriebe arbeiten mittlerweile biodynamisch und wollen Eingriffe am Rebstock wie am Most so gering wie möglich halten. Und diese Feinheit passt sowohl in die Deidesheimer Edelrestaurants wie zu Leberknödel und Sauerkraut nach einer Wanderung durch den Pfälzer Wald.

Die Zeiten, in denen man Pfälzer Wein mit minderwertigem Moselwein verschnitt, um die Säure in letzterem zu mildern, sind lange vorbei, ebenso die geschmackliche Epoche der recht erdigen, eher süßlichen Weine. Ein stählerner Charakter mit einem zuverlässig tragenden Säuregerüst ist das Gebot der Stunde, und orientierte man sich da anfangs noch am Rheingau, hat man nun schon länger zu einem völlig eigenen Stil gefunden. Gerade an der Mittelhaardt war man schon sehr früh auf diesem Trip, denn während besonders in der Südpfalz der Landwein noch bis lange in die Nachkriegszeit allgemein üblich war, setzte man hier schon seit den 1830ern auf Qualitätswein. Zu verdanken ist das vor allem Andreas Jordan. Als er 1848 starb, ohne vorher sein Erbe geregelt zu haben, kam es zur sogenannten Jordanschen Teilung, welche die Geburtsstunde von drei der wohl berühmtesten Pfälzer Weingüter ist: Bassermann-Jordan, von Winning und Reichsrat von Buhl. Alle im malerischen Deidesheim beheimatet, haben ihre Lagen aber auch in umliegenden Gemeinden, etwa in Forst, auf dessen gerade einmal 3,6 Quadratkilometern Fläche 180 Hektar dem Wein vorbehalten sind. Um viele Lagennamen wie das Forster Ungeheuer ranken sich wilde Legenden, die von den Einheimischen gern mit einem Augenzwinkern an staunende Touristen aus aller Welt weitergegeben werden.

Wie viele andere pfälzische Ortschaften ist Forst ein Straßendorf, mitten hindurch führte früher also nur ein einziger Weg. Ein Erfolgsmodell, das mittlerweile von anderen Gebieten kopiert wurde, hat auch in diesen städtebaulichen Gegebenheiten seinen Ursprung: die Deutsche Weinstraße, die Werbeidee schlechthin. Wie alle guten Einfälle aus der Not geboren: die Besatzung des Rheinlandes nach dem Ersten Weltkrieg durch Frankreich brachte es mit sich, dass der Pfälzer Wein nur eingeschränkt in den freien Teil des Reiches ausgeführt werden durfte. Der Export nach Frankreich war aber ebenso unmöglich, weil man dort von deutschem Wein schlicht nichts wissen wollte. Hinzu kam, dass der Ertrag im Jahr 1934 weit über dem der Vorjahre lag, was die Preise noch weiter drückte. Nachdem die Idee zu einer Weinstraße schon einige Jahre kursiert hatten, griff Gauleiter Bürckel sie 1935 angesichts der finanziellen Not der Winzer auf und beschloss sehr pragmatisch, einfach diejenige Strecke zur Weinstraße zu machen, die in Süd-Nord-Richtung durch die meisten Weinorte führte. Die Eröffnung wurde zwar sehr pompös begangen, mit kilometerlangem Autokorso und weihevollen Reden, das bekannte Deutsche Weintor in Schweigen war jedoch nur notdürftig aus Holz zusammengezimmert, das in Grünstadt gar aus Pappmaché in Form gekleistert worden – das ist heute freilich ganz anders, gerade das Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim kann sich sehen lassen.

Die vielen Rebstöcke, die sich heute an den Häusern am Rande der Weinstraße emporranken, stammen oft noch aus ebenjener Anfangszeit und bieten zusammen mit den Feigensträuchern, Mandelbäumen und Zitruspflanzen, ja sogar Kiwis und Bananenstauden eine träumerische, fast unwirkliche Riviera-Atmosphäre. Das markante gelb-schwarze Quadrat mit der stilisierten Weintraube am Wegesrand ist im wahrsten Sinne des Wortes zum Aushängeschild der Region geworden, so sehr, dass sich der ehemalige Landkreis Landau-Bad Bergzabern im Zuge der Gebietsreform kurzerhand in Südliche Weinstraße umbenannte und seitdem mit seinem „SÜW“ auf jeder Autobahn als Tourismus-Botschafter fungiert.

Nicht an der Weinstraße, ja nicht einmal im Weinbaugebiet lag Pirmasens, der Wohnort Ruth Bachrodts. Ein weiterer Marketing-Coup war nämlich schon ein paar Jahr früher gelandet worden: die Kür der ersten Weinkönigin. Diese war bis Anfang der 50er Jahre in Personalunion pfälzische und gesamtdeutsche Regentin, denn erst ab dann wurde das Konzept auch von anderen Weinbaugebieten adaptiert. Ist der Status der Weinkönigin heute mit vielerlei Repräsentationspflichten auch im Ausland verbunden und der Anspruch an Bildung und Persönlichkeit der Kandidatinnen dementsprechend hoch, genügte es damals, schlicht und einfach die Hübscheste zu sein und dann über die Weinfeste zu tingeln, etwa in Landau und Neustadt, mit jeweils knapp über 2000 Hektar auf dem Stadtgebiet so viel Anbaufläche wie die Hälfte der Nahe oder fast viermal das gesamte Gebiet Ahr.

Dem gleichen Zweck wie die Weinkönigin geht, wenn auch auf ganz andere Weise, die Weinbruderschaft der Pfalz nach. Die etwa 1000 Mitglieder organisieren sich nach Art mittelalterlicher Ritterorden und haben sich die Pflege allen mit dem Wein in Zusammenhang stehenden Brauchtums auf die Fahnen geschrieben. Die allermeisten Mitglieder sind seit jeher keine Winzer, sondern Journalisten, Schriftsteller oder bildende Künstler. Vielleicht ist es auch ihnen zu verdanken, dass es kaum eine Region in Deutschland gibt, in der Weinkultur und alltägliche Lebensart so sehr miteinander verschränkt sind. Berühmtestes Mitglied und gleichzeitig wohl bekanntester Genuss-Botschafter der Pfalz war Bundeskanzler Helmut Kohl, der gern zu Wein und Saumagen zu sich nach Hause in Oggersheim einlud und einmal den „Angriff“ eines politischen Gegners, der ihm ein Glas Wein über den Kopf geschüttet hatte, lapidar kommentierte: „Nur schade, dass es kein Pfälzer Wein war.“ Auch, wenn viele der jungen Talente auf den Weingütern Kohl gar nicht mehr bewusst als Kanzler erlebt haben dürften – in puncto Selbstbewusstsein stehen sie ihm in nichts nach, ebenso wenig im Hinblick auf (aromatische) Kompromisslosigkeit. Den Mut zu den entsprechenden Resultaten sollte man als Weintrinker keinesfalls vermissen lassen! Text: Dario Sellmeier

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Rebsorten

Domaine Denis Mortet Chambolle Musigny Aux Beaux Bruns 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Aux Beaux Bruns · 1er Cru Chambolle-Musigny 0,23 ha · Reben ~40 Jahre · 1.200 Flaschen 18 Monate Holz · 60% neu

Der Chambolle-Musigny Aux Beaux Bruns 1er Cru 2021 von Denis Mortet ist ein reinsortiger Pinot Noir von Eleganz und Feinheit. Aromen kleiner roter Früchte und ein feiner Abgang mit eleganten Tanninen prägen diesen Wein aus winziger Produktion.


Aux Beaux Bruns – Premier Cru in Chambolle-Musigny

Les Beaux Bruns liegt im unteren Teil des Dorfes Chambolle-Musigny mit Ostausrichtung. Der Boden ist kalkhaltig und reich an weißem Mergel; eine dünne Kieselschicht an der Oberfläche sorgt für gute Entwässerung. Chambolle-Musigny steht für die feinsten, parfümiertesten Pinots der Côte de Nuits.

Die Parzelle umfasst nur 0,23 Hektar mit rund 40 Jahre alten Reben und liefert im Schnitt etwa 1.200 Flaschen. Erzogen wird im Cordon Royat und Single Guyot; gepflügt wird mechanisch, ohne Düngemittel oder chemische Herbizide, nur mit organischen Bodenverbesserern. Die Domaine Denis Mortet zählt zu den Spitzenadressen der Côte de Nuits.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – passend zur duftigen, eleganten Art von Chambolle.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, von Hand in kleinen Kisten gelesen. Strenge Traubenselektion, teilweise Entrappung und Spontangärung mit natürlichen Hefen.

Ausbau über 18 Monate im Eichenfass, davon 60 % neu und 40 % einmal belegt. Seine optimale Reife erreicht der Wein nach rund acht Jahren.

Im Glas

Aromen kleiner roter Früchte, getragen von Eleganz und Feinheit. Am Gaumen fein gezeichnet, mit einem schönen Abgang und eleganten Tanninen.

Kleine rote Früchte, Eleganz und Feinheit über eleganten Tanninen – Chambolle-Musigny in seiner duftigen Form.

In der Jugend zugänglich, seine optimale Reife erreicht der Wein nach rund acht Jahren. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Aux Beaux Bruns (1er Cru), Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); kalkhaltig, weißer Mergel, Kiesauflage, Ostlage, 0,23 ha, Reben ~40 Jahre
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir, teilweise entrappt, Spontangärung; 18 Monate Holz (60% neu, 40% einmal belegt); naturnahe Bewirtschaftung

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Rebsorten

Trapl Spitzerberg Blaufränkisch

Rotwein · Blaufränkisch · Carnuntum · gereift

Trapl Spitzerberg Blaufränkisch ist ein trockener Rotwein vom Weingut Johannes Trapl aus dem Carnuntum in Österreich. Der reinsortige Blaufränkisch von der Ried Spitzerberg zeigt sich mit deutlicher Flaschenreife – ein eleganter, mineralischer Wein auf dem Höhepunkt seiner Trinkreife.


Spitzerberg

Der Spitzerberg in Prellenkirchen zählt zu den großen Blaufränkisch-Lagen Österreichs. Die kargen Kalk- und Schieferböden in den Ausläufern der Karpaten, kühle Winde und das kontinental-pannonische Klima bringen finessenreiche, mineralische Weine hervor. Johannes Trapl prägt diesen Stil im Carnuntum wie kaum ein anderer.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Blaufränkisch. Trapl arbeitet konsequent terroirbetont und mit minimalem Eingriff: spontane Gärung, Ausbau ohne Schönung und Filtration. Blaufränkisch baut langsam aus und gewinnt über Jahre an Komplexität – dieser Wein zeigt nun, wie viel Reifepotenzial in der Lage steckt.

Im Glas

Dunkles Rubingranat mit violetten Reflexen und zartem Wasserrand – die Farbe zeigt die einsetzende Reife. In der Nase reife Brombeere und Kirsche, dazu blättrige Würze, getrocknete Kräuter und mineralische Nuancen. Am Gaumen elegant und frisch, mit saftiger Kirsch- und Zwetschkenfrucht und feinem, gut eingebundenem Tannin. Voll harmonisch und auf dem Punkt, mit rotbeerig-zitrischem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Als gereifter Wein trinkfertig und jetzt auf dem Höhepunkt – Dekantieren ist nicht nötig, schadet aber nicht.

Klassische Begleitung: Wild, Lamm, Geflügel und kräftige Schmorgerichte.


Lage: Ried Spitzerberg, Carnuntum (Österreich)
Klassifikation: Carnuntum – Blaufränkisch (trocken)
Ausbau: spontane Gärung, ohne Schönung und Filtration

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Weine

Martin Waßmer Schlatter Maltesergarten Weißer Burgunder SW

Wein · Weißwein · Baden · Deutschland

Martin Waßmer Schlatter Maltesergarten Weißer Burgunder SW ist ein weicher, fruchtbetonter Lagen-Weißburgunder aus Baden. Reife Frucht verbindet sich mit den feinen Aromen des Barriqueausbaus und einer mineralischen Note.


Baden / Schlatter Maltesergarten

Das Weingut Martin Waßmer ist im Markgräflerland in Baden beheimatet und zählt zu den führenden Erzeugern der Region. Der Wein stammt aus der Lage Schlatter Maltesergarten, die für ausdrucksstarke, mineralisch geprägte Burgunderweine steht.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Weißburgunder. Der Barriqueausbau verleiht dem Wein feine Aromen von getoastetem Brot, Vanille und milden Gewürzen, die sich harmonisch mit der reifen Frucht verbinden. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Leuchtendes, mittleres Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase reife Birne, saftiger Apfel, Anklänge von Ananas, dezente Haselnuss und leichte Mineralität, dazu Zitrusnoten und Zitronenzeste sowie feine Barriquearomen von getoastetem Brot, Vanille und milden Gewürzen. Am Gaumen fruchtbetont, mit dem Eindruck einer dezenten Süße, gelbfleischigen Früchten und einer feinen mineralischen Note im weichen Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 11–13 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: edlem Fisch, Krustentieren, Geflügel, Kalb und cremigen Käsen.


Lage: Baden, Markgräflerland – Schlatter Maltesergarten (Deutschland); Weingut Martin Waßmer
Klassifikation: Lagenwein – 100 % Weißburgunder, trocken
Ausbau: Barriqueausbau; fruchtbetont und weich

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Frankreich

Domaine Duroché Gevrey Chambertin Lavaut St. Jacques 1er Cru 2023

Rotwein · Gevrey-Chambertin Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Lavaut St. Jacques · 1er Cru Gevrey-Chambertin Kalklehm & wärmespeichernder Kies 2023

Der Gevrey-Chambertin Lavaut St. Jacques 1er Cru 2023 von Pierre Duroché ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer der besten Premier-Cru-Lagen der Gemeinde. Viel Fruchtfülle, Lakritz, Zeder und dunkle Schokolade treffen auf präsente Tannine, die dem Wein ein festes Gerüst für lange Reife geben.


Lavaut Saint-Jacques – Premier Cru in Gevrey-Chambertin

Lavaut Saint-Jacques zählt zu den besten Premier Crus von Gevrey-Chambertin. Die Böden sind von starkem Kalklehm durchzogen und weisen viel wärmespeichernden Kies auf – so wird die Tageswärme nachts besser gehalten, und die Pinot-Frucht kann sich klarer herauskristallisieren als in vielen anderen Lagen.

Die 9,5 Hektar liegen westlich des Dorfes am Eingang der Combe de Lavaux. Kalte Westwinde aus dem Tal verlangsamen die Reife und fördern einen etwas schlankeren, frischeren Stil als beim Nachbarn Clos Saint-Jacques. Die steinigen Kalk-Ton-Böden mit guter Drainage halten die Erträge niedrig. Pierre Duroché zählt zu den gesuchten Adressen von Gevrey-Chambertin.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023.

Der Wein reift im Holzfass, im traditionellen Stil des Guts – ganz auf einen klaren Lagenausdruck und ein tragfähiges Tanningerüst ausgerichtet.

Im Glas

Viel Fruchtfülle mit Lakritz, kleinen reifen Walderdbeeren, Zeder, dunkler Schokolade, unreifer Kirsche und einem Anflug von Kräutern. Die Tannine sind präsent und geben dem Wein ein ideales Gerüst für lange Reife.

Lakritz, Zeder und dunkle Schokolade über präsentem Tannin – ein Premier Cru mit Gerüst für viele Jahre.

In der Jugend noch verschlossen, entfaltet der Wein sein Potenzial über viele Jahre Flaschenreife. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Ente, Gerichte mit Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für gehaltvollere Gerichte und den besonderen Anlass.


Lage: Lavaut Saint-Jacques (1er Cru), Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); Kalklehm mit wärmespeicherndem Kies, Combe de Lavaux, 9,5 ha
Klassifikation: Gevrey-Chambertin Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau

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Weine

Forlong Amigo Imaginario 2019 BIO

Weißwein · Cádiz · Bio

Der Forlong Amigo Imaginario ist ein reinsortiger Palomino der Bodega de Forlong bei El Puerto de Santa María in Cádiz. Die Trauben stammen von 40 bis 50 Jahre alten, ökologisch bewirtschafteten Reben und werden von Hand gelesen. Nach der malolaktischen Gärung reift der Wein einige Monate in gebrauchten Oloroso-Fässern. Bernsteinfarben im Glas, mit gerösteten Mandeln, weißer tropischer Frucht und salziger, mineralischer Tiefe.


Cádiz – Marco de Jerez

Die Bodega de Forlong wurde 2007 von Alejandro Narváez und Rocío Áspera in El Puerto de Santa María gegründet. Die alten Palomino-Reben stehen im Marco de Jerez auf den weißen, kreidehaltigen Albariza-Böden, die Wärme reflektieren und Feuchtigkeit speichern. Gearbeitet wird traditionell und biodynamisch beeinflusst. Der Wein stammt aus biologischem Anbau (Öko-Kontrollnummer ES-ECO-001-AN).

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Palomino von 40 bis 50 Jahre alten Reben, von Hand gelesen. Nach der malolaktischen Gärung reift der Wein einige Monate in gebrauchten Oloroso-Fässern, was ihm nussige Tiefe gibt – ohne Aufspritung, es ist ein trockener Stillwein. Die Gesamtproduktion umfasst 3.798 Flaschen. Enthält Sulfite.

Im Glas

Bernsteinfarben im Glas. In der Nase geröstete Mandeln und weiße, tropische Früchte. Am Gaumen sehr vollmundig und nussig, mit salzigen Nuancen und einem mineralischen Zug. Der Abgang ist lang und harmonisch.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Mandeln und Oliven, gereifter Käse, Schinken, Fisch und Meeresfrüchte. Auch zu kräftigeren Tapas und hellem Fleisch. Serviertemperatur 10–12 °C.


Lage El Puerto de Santa María, Marco de Jerez (Cádiz, Andalusien), Albariza-Kalkböden, 40–50 Jahre alte Reben
Klassifikation Vino de la Tierra de Cádiz (außerhalb der Sherry-D.O.)
Ausbau Reinsortiger Palomino, Handlese, malolaktische Gärung, einige Monate in gebrauchten Oloroso-Fässern

 

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Weine

Escondite del Ardacho San José 2022 BIO

Rotwein · Rioja Alavesa · gemischter Satz (Single Parcel)

40 % Tempranillo · 30 % Malvasía · 30 % Viura Escondite del Ardacho · San José gemischter Satz · Erstjahrgang DOCa Rioja · Lanciego Tentenublo (Roberto Oliván) Mergel & Sandstein · 560 m · 1952 gebrauchtes Barrique · BIO nur 995 Flaschen · 2022

Der Tentenublo Escondite del Ardacho „San José" 2022 ist der erste Jahrgang aus einem winzigen, 1952 gepflanzten Wingert in Lanciego. Ein gemischter Satz aus 40 % Tempranillo, 30 % Malvasía und 30 % Viura, gemeinsam vergoren – ein Wein, bei dem Terroir und Einzigartigkeit schmeckbar werden.


San José – ein Kleinod in Lanciego

In der Weinwelt gibt es immer wieder kuriose Geschichten. Eine davon handelt vom kleinen, 0,95 Hektar großen Wingert San José im Rioja-Alavesa-Weindorf Lanciego. Roberto Oliván war schon immer von dieser Parzelle bezaubert und beneidete den Eigentümer um dieses Kleinod. Bereits 1952 wurden hier die Rebstöcke in Buscherziehung gepflanzt: 40 % Tempranillo, 30 % Malvasía und 30 % Viura. Auf 560 Metern Höhe begegnen sich hier – neben einigen Weinbergpfirsichbäumen und einer maroden Steinmauer – hauptsächlich Wildschweine, Regenwürmer und der ein oder andere Raubvogel.

Als der Eigentümer das Rentenalter erreichte, wollte er seine geliebte Parzelle nicht abgeben. Eines Abends bot er Roberto an, sie ihm zu schenken – unter der Bedingung, dass die Weinbergpfirsichbäume erhalten bleiben und er deren Früchte erhält. Ein Händedruck besiegelte den Besitzerwechsel einer der spannendsten Parzellen der Rioja. Der Boden präsentiert sich als Mosaik aus Mergel und Sandstein mit flacher, wenig tiefer Struktur; die Reben wurzeln tief und extrahieren die ganze Mineralität aus den unteren Bodenschichten.

Jahrgang 2022 – Rioja (Erstjahrgang)

2022 war der allererste Jahrgang des San José. Die Ernte fand am 28. September statt. In der warmen, trockenen Saison bewahrten die Höhenlage mit ihren kühlen Nächten und der minimalistische Stil von Roberto Oliván Frische, Würze und die mineralische Prägung des Mergel-/Sandsteinbodens.

Assemblage und Ausbau

Gemischter Satz aus 40 % Tempranillo, 30 % Malvasía und 30 % Viura, Jahrgang 2022, trocken; von 1952 in Buscherziehung gepflanzten Reben.

Alle Rebsorten wurden – ganz im Sinne des historischen gemischten Satzes – gemeinsam vergoren. Nach der Handlese wurde der Wein spontan vergoren und reifte anschließend neun Monate in gebrauchten Barrique-Fässern aus französischer Eiche. Die Bewirtschaftung erfolgt nachhaltig und von Hand. Gesamtproduktion: nur 995 Flaschen.

Im Glas

Der Duft betört mit Würze, Erde und einer zarten Duftigkeit, die ohne Frage der Malvasía-Traube zuzuordnen ist. Im Geschmack folgen gelbe Früchte, ein paar laktische Noten, Unterholz und Gewürze. Der Spannungsbogen von Gerbstoffen, Säure und Frucht ist perfekt ausbalanciert und mündet in einer grandiosen Länge. Mit zunehmendem Luftkontakt wird dieser gemischte Satz immer vielschichtiger und feiner – ein Wein, bei dem Terroir und Einzigartigkeit schmeckbar werden.

Würze, Erde und eine zarte, malvasía-typische Duftigkeit, dazu gelbe Früchte, laktische Noten, Unterholz und Gewürze – Gerbstoffe, Säure und Frucht perfekt ausbalanciert, mit grandioser Länge.

Mit Luftkontakt wird er immer vielschichtiger – ruhig dekantieren. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel und hellem Fleisch, zu Schmorgerichten und Wild, zu Pilz- und Gemüsegerichten sowie zu gereiftem Käse.


Lage: Einzelparzelle San José (0,95 ha), Lanciego, Rioja Alavesa (Spanien); Mosaik aus Mergel und Sandstein, 560 m; 1952 in Buscherziehung gepflanzt
Klassifikation: DOCa Rioja; gemischter Satz aus 40 % Tempranillo, 30 % Malvasía, 30 % Viura (trocken)
Ausbau: gemeinsame Spontangärung aller Sorten, ~9 Monate in gebrauchten Barrique-Fässern aus französischer Eiche, nachhaltige Handarbeit; biologisch (ES-ECO-026-VAS); 995 Flaschen

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USA

Cayuse God Only Knows Grenache 2012

Rotwein · Grenache · Walla Walla Valley · USA

Cayuse God Only Knows Grenache ist ein seltener, vielschichtiger Grenache aus dem Walla Walla Valley im Nordwesten der USA – oft genannt als einer der besten Grenache außerhalb Südfrankreichs. Er stammt aus dem Umfeld von Cayuse und Christophe Baron, der seine Lagen im Rocks District biodynamisch bewirtschaftet. Ein mittelkräftiger, fast burgundisch wirkender Grenache von Eleganz und Reinheit. Im Glas florale Noten, wilde Erdbeere und ein würziges Finish.


Walla Walla Valley

Der Wein stammt aus dem „Rocks District of Milton-Freewater" im Walla Walla Valley – einem Gebiet mit auffälligen, runden Basaltkieseln, die den Weinen ihren würzig-rauchigen Charakter geben. Christophe Baron, ursprünglich aus der Champagne, bewirtschaftet die Reben biodynamisch.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein ist ein Grenache. Nach der Gärung reift er im Holzfass, überwiegend in gebrauchten Fässern, die die feine, florale Frucht und den würzigen Rocks-Charakter bewahren.

Im Glas

Mittleres Rubin- bis Purpurrot. In der Nase Himbeere und wilde Erdbeere, dazu blumige Noten, gemahlener Pfeffer und Veilchen. Am Gaumen mittelkräftig bis kräftig, opulent und zugleich ätherisch, mit reifem Tannin und einem tragenden Säuregerüst. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bereits zugänglich, gewinnt aber mit einigen Jahren Reife; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Serviertemperatur 16–18 °C.

Klassische Begleitung: Lamm, Wild, geschmortes Fleisch und würzige mediterrane Gerichte.


Lage: Rocks District, Walla Walla Valley (USA)
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA – Grenache
Ausbau: Holzfass, überwiegend gebraucht; biodynamischer Weinbau

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Frankreich

Duroche Charmes Chambertin Grand Cru 2023

Rotwein · Charmes-Chambertin Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Charmes-Chambertin · Grand Cru Gevrey-Chambertin Côte de Nuits 2023

Der Charmes-Chambertin Grand Cru 2023 von Pierre Duroché ist ein reinsortiger Pinot Noir in besonders dichter, kompakter Form. Extrakt und Frucht prägen den Wein, der sich erst mit viel Luft langsam öffnet – ein Grand Cru, der noch Zeit zur vollen Entfaltung braucht.


Charmes-Chambertin – Grand Cru in Gevrey-Chambertin

Charmes-Chambertin ist einer der Grand Crus von Gevrey-Chambertin und mit rund 30 Hektar (inklusive Mazoyères) einer der größeren der Chambertin-Familie. Er liegt am Mittelhang unterhalb von Chambertin auf Kalk- und Mergelböden mit Tonanteil und gilt als der zugängliche, charmante unter den Chambertin-Lagen.

Pierre Duroché zählt zu den gesuchten Adressen von Gevrey-Chambertin; seine Handschrift zielt auf Finesse, Präzision und einen klaren Terroir-Ausdruck.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – ganz auf Extrakt, Dichte und einen klaren Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Pinot Noir in kompakter, dichter Form – Extrakt und Frucht öffnen sich erst mit viel Luft. Unreife Himbeeren, Veilchen und Frühlingswiese treffen auf Graphit, nasse Steine und ätherische Anklänge. Ein Wein, der noch Zeit braucht.

Unreife Himbeere, Veilchen und Graphit über nassen Steinen – dicht, extraktreich und mit großer Zukunft.

In der Jugend noch verschlossen; sein volles Potenzial entfaltet der Wein über viele Jahre Flaschenreife. Vor dem Genuss großzügig dekantieren; bei 16 °C servieren.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Charmes-Chambertin, Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); Kalk/Mergel mit Ton, Mittelhang
Klassifikation: Charmes-Chambertin Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau

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