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4. November 2022

Weingüter

Ernte Bericht von Michi Andres

Der Jahrgang 2022 war für uns eine echte Herausforderung Den ganzen Sommer hatten wir viel zu wenig Niederschlag, wodurch natürlich auch die Reben gelitten haben.

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Frankreich

Jean-Marc Vincent Auxey-Duresses Les Hautés 2023

Weißwein · Auxey-Duresses · Chardonnay

Chardonnay Auxey-Duresses Einzellage Les Hautés Jean-Marc Vincent Reben 25–75 Jahre sehr kalkhaltiger Boden 500-l-Fass · Feinhefe 2023

Der Jean-Marc Vincent Auxey-Duresses „Les Hautés" 2023 stammt aus einer kleinen Parzelle von nur 0,90 Hektar mit 25 bis 75 Jahre alten Chardonnay-Reben auf sehr kalkhaltigem Boden. Kraftvoll, frisch und kühl, mit salziger Körnung, Länge und sattem Finish.


Auxey-Duresses Les Hautés – kalkgeprägter Chardonnay

Auxey-Duresses ist ein kleines Dorf im Herzen der Côte d'Or, seit 1937 mit eigener Gemeinde-Appellation, das Rot- und Weißweine aus Pinot Noir und Chardonnay erzeugt. Das Dorf liegt am Tal Saint-Romain, das in die Hänge der Côte d'Or einschneidet – dadurch genießen die Lagen eine hervorragende Süd- und Südostausrichtung. Das kontinentale Klima bringt warme, trockene Sommer und kühle Frühjahre mit Frostrisiko.

Der „Les Hautés" von Jean-Marc Vincent wird aus einer kleinen Parzelle von 0,90 Hektar gewonnen. Chardonnay-Reben im Alter von 25 bis 75 Jahren und ein sehr kalkhaltiger Boden sind das besondere Geheimnis, das diesem Burgunder seine Form gibt.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

2023 brachte an der Côte de Beaune eine reife, großzügige und zugleich frische Weißwein-Ernte mit klar definierter Frucht und guter Balance. Auf dem sehr kalkhaltigen Boden von Les Hautés und im reduktiven Ausbau ergibt das einen kraftvollen, zugleich kühlen und salzig-mineralischen Chardonnay mit Länge und Reifepotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023, Auxey-Duresses, trocken.

Der Wein durchläuft eine lange Maischestandzeit. Der anschließende Ausbau erfolgt reduktiv in leicht getoasteten 500-Liter-Eichenfässern, wo der Wein ein mehrmonatiges Feinhefelager erhält. Jean-Marc Vincent arbeitet im Weinberg von Hand, mit niedrigen Erträgen und manueller, selektiver Lese.

Im Glas

Kraftvoll, frisch und kühl – so lassen sich seine Eigenschaften in Duft und Geschmack beschreiben. Salzige Körnung, Länge und ein sattes Finish kennzeichnen ihn.

Kraftvoll, frisch und kühl – salzige Körnung, Länge und ein sattes Finish.

Im jugendlichen Stadium bei 11–12 °C servieren; bei guter Lagerung gewinnt der Wein über mehrere Jahre.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Jakobsmuscheln und Krustentieren, zu Geflügel in heller Sauce sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Auxey-Duresses, Einzellage Les Hautés (Côte de Beaune, Burgund, Frankreich); ca. 0,90 ha, sehr kalkhaltiger Boden; Süd-/Südostausrichtung; Reben 25–75 Jahre
Klassifikation: AOC Auxey-Duresses, Chardonnay (trocken)
Ausbau: lange Maischestandzeit, reduktiver Ausbau in leicht getoasteten 500-l-Eichenfässern, mehrmonatiges Feinhefelager; handwerklicher Weinbau

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Spanien

A Torna dos Pasas Escolma

Den A Torna dos Pasás Escolma gibt es nur in ausgezeichneten Jahren, die Jahrgänge zwanzig dreizehn und zwanzig vierzehn entfielen komplett. Brancellao ist sowohl für Frucht als auch für Eleganz zuständig; Ferról bringt Säure, Caiño erneut eher Frucht, insbesondere Blaubeeren. Auch hier werden alle Trauben gemeinsam gelesen, Brancellao bestimmt den Erntezeitpunkt.


Der Ausbau dieses Weines hat sich im Laufe der Jahre ebenfalls verändert. Anfangs reifte der Wein nur in kleinen Barricas, doch da geriet das Holzaroma zu intensiv. Größere Barricas waren unpraktisch, sie passten nicht ins Lager. Daher kaufte Luis Ánxo einen dreitausend Liter fassenden Holztank, in dem der Wein seit dem Jahrgang zwanzig siebzehn ausgebaut wird. So es denn genug Trauben für diesen Wein gibt, das Tankvolumen ist schon etwas großzügig kalkuliert. Im Jahr zwanzig achtzehn war die Ernte zu knapp, die alten Barricas kamen wieder zum Einsatz. Die Fassreifedauer war früher auf ein Jahr begrenzt, inzwischen ist diese Ziffer variabel, sie hängt vor allem von dem Ernteverlauf des Folgejahres ab: so die Menge zu gering ausfällt, bleibt der Vorgänger etwas länger im Holztank, um diesen nicht zu lange leerstehen zu lassen. Auf die Gesamtreifezeit wirkt sich dies nicht aus, da der rote Escolma auch erst vier Jahre nach der Lese auf den Markt kommt. Auch dieser Wein braucht Zeit zum Reifen. Text: El oso aleman

 

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Weine

Dönnhoff Norheimer Dellchen Riesling GG 2025

Weißwein · VDP.Großes Gewächs · Riesling trocken

100 % Riesling Norheimer Dellchen VDP.Große Lage · Großes Gewächs 2025 Schiefer mit Porphyr und Melaphyr Trockenmauer-Terrassen 6 Monate Vollhefe

Der Dönnhoff Dellchen Riesling GG 2025 kommt aus dem Norheimer Dellchen, einer wiederhergestellten Terrassen-Steillage zwischen Norheim und Niederhausen, VDP.Große Lage. Der Name beschreibt die Geografie: eine Mulde, eingefasst von steil aufragenden Felsen aus vulkanischem Hartstein. Schiefer mit Porphyr- und Melaphyrverwitterung, reine Südausrichtung, selektive Handlese in mehreren Durchgängen.


Norheimer Dellchen – Mulde zwischen Felstürmen

Das Dellchen liegt zwischen Norheim und Niederhausen, exakt nach Süden ausgerichtet und extrem steil. Über dem Weinberg ragen Felsen aus vulkanischem Hartstein auf; der Boden darunter ist schieferreich, durchmischt mit Verwitterungsmaterial von Porphyr und Melaphyr. Bewirtschaftbar ist der Hang nur über Terrassen mit Trockenmauern – eine Bauweise, die hier keine Folklore ist, sondern die Voraussetzung dafür, dass überhaupt Reben stehen können.

Der Name kommt von der Form: eine kleine Delle, eine Mulde im Hang. Diese Geländeform wirkt als Wärmefalle. Die Felsen schirmen den Wind ab und strahlen die tagsüber gespeicherte Wärme in den Abend zurück, die Trockenmauern verstärken den Effekt. Daraus folgt die Eigenschaft, für die die Lage bekannt ist: Der Riesling erreicht hier Jahr für Jahr verlässlich hohe Reifegrade, und die geschützte Lage hält die Trauben auch in feuchten Phasen gesund.

Das Dellchen war über Jahrzehnte weitgehend aufgegeben – Steillagenarbeit auf Terrassen rechnet sich betriebswirtschaftlich kaum. Dass die Lage heute wieder in Ertrag steht, ist das Ergebnis einer bewussten Wiederherstellung. Innerhalb der Dönnhoff-Lagen steht sie zwischen den Polen: würziger und breiter als die Hermannshöhle, feiner gezeichnet als der Felsenberg.

Jahrgang 2025 – Nahe

Ausreichende Niederschläge im Frühjahr, leicht überdurchschnittliche Temperaturen und ein dichter Traubenbehang bildeten den Auftakt; Spätfröste und örtlicher Hagel kosteten einzelne Gemarkungen Menge. Den Jahrgang prägte dann der warme, trockene August mit einem schnellen Anstieg der Mostgewichte schon Anfang September. Die Säure blieb dabei stabil – in einer Wärmefalle wie dem Dellchen, wo die Reife ohnehin früh und verlässlich einsetzt, wurde der Lesetermin damit zur eigentlichen Entscheidung des Jahres.

Die Lese zählte zu den frühesten und schnellsten in der Geschichte des Anbaugebiets. Der Regen am 23. und 24. September trennte den Jahrgang in zwei Hälften: davor makelloses Material, danach Selektionsarbeit. Anfang Oktober war an der Nahe fast alles gelesen. Mit 246.000 Hektolitern lag die Erntemenge drei Prozent unter dem Vorjahr und rund 21 Prozent unter dem langjährigen Mittel. In den Terrassen des Dellchens wurde in mehreren Durchgängen gelesen – die einzige Möglichkeit, in einem so schnellen Jahr jede Terrasse zu ihrem eigenen Zeitpunkt zu holen.

Assemblage und Ausbau

100 Prozent Riesling aus dem Jahrgang 2025, selektiv von Hand gelesen in mehreren Durchgängen. Auf Terrassen dieser Neigung gibt es keine Alternative zur Handarbeit; jeder Rebstock wird einzeln beurteilt. Nach schonender Pressung reift der Wein im großen Eichenholzfass, in gebrauchtem Holz, das Sauerstoff durchlässt, ohne Aroma abzugeben.

Der Hefekontakt läuft zweistufig: mindestens sechs Monate auf der Vollhefe, anschließend zwei Monate auf der Feinhefe. Die Vollhefephase baut die Textur auf, die dieser Lage ihre Würze und den leicht griffigen, fast tanninhaften Zug am Gaumen gibt – in einem reifen Jahrgang das Gegengewicht zur Fülle.

Im Glas

Helles Gelb mit grünem Kern. In der Nase gelbes Steinobst, Mirabelle und Zitrusschale, dahinter Kräuterwürze, Feuerstein und ein warmer Steinton. Am Gaumen kraftvoll und würzig, dabei fein gezeichnet: knackige Säure, deutliche Salzigkeit und ein feinkörniger Griff im Abgang, der von der Schale und dem Hefekontakt kommt. Reife Frucht ohne Schwere.

Die Felsen über der Mulde strahlen Wärme zurück – deshalb erreicht der Riesling im Dellchen jedes Jahr verlässlich hohe Reife.

Jung noch verschlossen und auf Zeit angelegt. Die Entwicklung setzt ab 2030 ein und läuft über die folgenden zehn Jahre, das Potenzial reicht bis 2042. Frühe Flaschen mindestens eine Stunde dekantieren, bei 11–13 °C im großen Glas servieren – zu kühl bleibt die Würze verschlossen.

Am Tisch

Zu gebratenem Zander mit Speck, zu Kalbsrücken, zu Bries mit Morcheln, zu Perlhuhn und Wachtel. Ebenso zu Schweinebauch mit Apfel, zu Räucherfisch und zu gereiftem Bergkäse. Die Würze dieses Weins nimmt Röstaromen auf – gebraten und gegrillt passt besser als geschmort.


Produzent Weingut Dönnhoff, Oberhausen an der Nahe
Rebsorte 100 % Riesling
Lage Norheimer Dellchen, zwischen Norheim und Niederhausen – reine Südlage, Steilterrassen
Klassifikation VDP.Große Lage · Großes Gewächs, trocken
Jahrgang 2025
Vinifikation Selektive Handlese in mehreren Durchgängen · schonende Pressung
Ausbau Großes Eichenholzfass · mindestens 6 Monate Vollhefe · 2 Monate Feinhefe
Trinkempfehlung 2030–2042
Boden Schieferreich mit Verwitterungsmaterial von Porphyr und Melaphyr
Bewirtschaftung Terrassen mit Trockenmauern, sämtliche Arbeitsgänge von Hand

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Weine

Arnaud Mortet Charmes Chambertin Grand Cru 2021

Rotwein · Charmes-Chambertin Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Charmes-Chambertin · Grand Cru Gevrey-Chambertin 2021 Côte de Nuits

Der Charmes-Chambertin Grand Cru 2021 von Arnaud Mortet ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer der Grand-Cru-Lagen von Gevrey-Chambertin. In der Jugend zeigt er sich dicht und intensiv mit tiefer, leuchtender Farbe; sein volles Potenzial entfaltet er über die Jahre.


Charmes-Chambertin – Grand Cru in Gevrey-Chambertin

Charmes-Chambertin ist einer der Grand Crus von Gevrey-Chambertin und mit rund 30 Hektar (inklusive Mazoyères-Chambertin) einer der größeren der Chambertin-Familie. Er liegt am Mittelhang unterhalb von Chambertin auf Kalk- und Mergelböden mit Tonanteil und gilt als der zugängliche, charmante unter den Chambertin-Lagen.

Arnaud Mortet führt die Domaine (Denis Mortet) in Gevrey-Chambertin, eine der Spitzenadressen des Ortes. Seine Handschrift zielt auf Finesse und einen klaren Terroir-Ausdruck.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Schnee und Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase bis in den Mai verzögerte die Erholung der Pinot-Reben; danach brachten atlantische Regenfälle hohen Mehltaudruck.

Stabileres, wenn auch nicht heißes Wetter im August und September ließ die Trauben reifen, sorgfältige Arbeit war gegen Fäulnis nötig. Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021.

Der Wein reift im Eichenfass, ganz im Sinne der auf Finesse und Terroir-Ausdruck ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

In der Jugend dicht und intensiv, mit tiefer, leuchtender Farbe und klarer Geschmacksintensität. Mit den Jahren entfalten sich vielschichtige Aromen, die an Veilchen, Lakritz, Vanille und Kaffee erinnern.

Jung dicht und intensiv, mit der Zeit vielschichtig – Veilchen, Lakritz, Vanille und Kaffee.

In der Jugend bereits zugänglich, sein volles Potenzial zeigt der Wein über viele Jahre Flaschenreife. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Charmes-Chambertin, Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); Kalk/Mergel mit Ton, Mittelhang
Klassifikation: Charmes-Chambertin Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau

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Spanien

Bimbache John Stone El Hierro blanco 2022

Weißwein · El Hierro · Kanaren

Der Bimbache John Stone El Hierro Blanco ist ein Weißwein der Kellerei Bimbache von der Kanareninsel El Hierro – eine Cuvée aus Verijadiego Blanco und Listán Blanco. Die Trauben stammen vom kleinen, über sechzig Jahre alten Weinberg Piedra Juan, exponiert auf dem El Monte auf sandigen Vulkangesteinsböden. „John Stone" ist die englische Übertragung des Lagennamens. Ein eigenwilliger Charakterwein mit Nerv, Frische und salziger Mineralität.


El Hierro – Piedra Juan

Bimbache wurde 2018 von Rayco Fernández und Pablo Matallana auf El Hierro gegründet, der kleinsten und jüngsten Kanareninsel und einem Biosphärenreservat. Der Einzellagen-Weinberg Piedra Juan liegt auf dem El Monte und ist über sechzig Jahre alt; die Reben stehen auf sandigen Vulkangesteinsböden. Das maritime, vom Atlantik gekühlte Klima prägt die straffe, salzige Stilistik. Gelesen wird von Hand, im Weinberg wird auf Herbizide verzichtet.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Verijadiego Blanco und Listán Blanco. Die Gärung beginnt spontan im Tank und wird im französischen Eichenfass beendet, wo der Wein anschließend reift – mit minimalem Eingriff im Keller. Enthält Sulfite.

Im Glas

Ein eigenwilliger Charakterwein. Am Gaumen mit Nerv und Frische, getragen von salziger Mineralität, subtiler Frucht und erdigen Aromen. Straff und terroirgeprägt, mit langem Abgang. Hier zeigt sich das ganze Spektrum eines Weißweins, wie es selten geworden ist.

Am Tisch

Klassische Begleitung: gegrillter Fisch, Meeresfrüchte, Ceviche und gereifter Käse. Auch zu hellem Geflügel und kräftigen Gemüsegerichten. Vor dem Servieren leicht dekantieren; Serviertemperatur 11–13 °C.


Lage Piedra Juan / El Monte, El Hierro (Kanaren), sandige Vulkangesteinsböden, über 60-jährige Reben
Klassifikation DO El Hierro
Ausbau Cuvée Verijadiego Blanco/Listán Blanco, Spontangärung im Tank, Ausbau im französischen Eichenfass

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Weine

Dr. Bürklin Wolf Ungeheuer Forst Riesling trocken GC 2025 BIO

Weißwein · Forst, Pfalz · Riesling

100 % Riesling Forster Ungeheuer 0,9 ha im historischen Kern Basalt, Sandstein, Ton Spontangärung Doppelstück-Holzfass, DE-ÖKO-003

Ungeheuer G.C. 2025 kommt aus der einzigen Bodenformation, die in der Mittelhaardt wirklich aus dem Rahmen fällt: Vulkanischer Basalt liegt hier inmitten des allgegenwärtigen Buntsandsteins. Dr. Bürklin-Wolf bewirtschaftet 0,9 Hektar im historisch wertvollsten Teil der knapp 33 Hektar großen Forster Lage – und füllt daraus einen Riesling, der zu den kraftvollsten des Guts zählt.


Ungeheuer – Basalt im Sandsteinland

Die Lage liegt am Fuß des Haardtgebirges zwischen 130 und 170 Metern, nach Süden und Südosten ausgerichtet, mit bis zu dreißig Prozent Hangneigung; etwa ein Drittel der Flächen ist terrassiert. Was den Ungeheuer geologisch von seinen Nachbarn trennt, liegt darunter: Zum verwitterten Buntsandstein mit Kalkgeröll tritt vulkanischer Basalt. Dieses dunkle, dichte Gestein erwärmt sich schnell und speichert Wärme über die Nacht – zusammen mit der südöstlichen Neigung erklärt das, warum die Reben hier früh in die Blüte gehen und die Reife zügig beginnt. Darunter liegen dichte Ton- und Sandschichten, die tiefgründig Wasser halten und die Nährstoffversorgung sichern.

Der Name führt in die Irre, und das gleich doppelt. Die markanten Sandsteinfiguren am Ortseingang von Forst legen ein Fabelwesen nahe, sind aber jüngeren Datums und reine Publikumsattraktion. Tatsächlich geht der Lagenname auf den Familiennamen eines Deidesheimer Stadtschreibers zurück, wobei eine Flurbezeichnung „an dem ungehuwern" bereits aus dem 14. Jahrhundert überliefert ist. Die Anekdote, Otto von Bismarck habe Ende der 1880er-Jahre befunden, dieses Ungeheuer schmecke ihm ungeheuer, hat zur Bekanntheit beigetragen – die königlich-bayerische Lagenklassifikation hatte den Weinberg allerdings schon 1828 als Spitzenlage geführt.

Jahrgang 2025 – Pfalz

Nach mildem Winter und regenarmem Frühjahr trieben die Reben etwas später aus als im Mittel, Spätfrost blieb vereinzelt. Der Sommer war sehr heiß und trocken bei außergewöhnlich niedrigem Pilzdruck – für einen biodynamisch geführten Betrieb ein entspanntes Pflanzenschutzjahr. Die Beeren blieben klein und gewannen aromatisch. Ab Mitte Juli setzten flächendeckende Niederschläge ein und regten den Wuchs noch einmal an. Auf dem Ungeheuer trifft Hitze auf einen Boden, der Wärme ohnehin verstärkt; entscheidend war deshalb der tiefgründige Ton- und Sanduntergrund, der Wasser hält, wo flachgründigere Lagen früher in den Stress geraten.

Anfang September beschleunigte die Hitze die Reife mehrerer Sorten gleichzeitig, ab Mitte September brachten Niederschläge stellenweise Botrytis und erzwangen schnelles Lesen der hochreifen Trauben. Um den 23. September war die pfälzische Ernte abgeschlossen, so früh wie selten zuvor. Mengenmäßig bleibt 2025 klein: rund 1,8 Millionen Hektoliter für das Gebiet, etwa 30 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, die Erträge vielfach 25 bis 30 Prozent unter Vorjahr. In den Keller kamen kleine Beeren mit hohen Mostgewichten bei ausgewogener Säure – auf einer warmen Basaltlage die Konstellation, bei der die Kraft nicht in Breite umschlägt.

Spontangärung und langer Fassausbau

Im Januar 2005 stellte Dr. Bürklin-Wolf alle Weinberge auf biologisch-dynamische Bewirtschaftung um, zertifiziert durch die Kontrollstelle LACON und als erster deutscher Betrieb Mitglied der französischen Vereinigung SIVCBD mit der Marke Biodyvin. Die rund 85 Hektar in Wachenheim, Forst, Deidesheim und Ruppertsberg bewirtschaftet das Gut ausschließlich selbst, ohne Traubenzukauf; die G.C.-Lesegüter werden von Hand gelesen und selektioniert.

Im Keller gilt für alle Grands Crus dasselbe Verfahren: temperaturkontrollierte Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen, danach ein langer Ausbau im Doppelstück-Holzfass. Beim Ungeheuer hat dieser lange Fassausbau eine besondere Funktion – er nimmt der Lage die jugendliche Ungestümheit, für die sie bekannt ist, und formt aus Kraft Struktur. Neues Holz kommt dabei nicht zum Einsatz: Bei diesem Fassvolumen ist die Holzoberfläche im Verhältnis zur Weinmenge zu klein für einen Fasston, was bleibt, ist der langsame, geringe Sauerstoffeintrag, der die Phenolik glättet.

Im Glas

Kräftiges Gelb mit grünem Rand. Die Nase ist dunkler getönt als bei den Deidesheimer Lagen des Guts: gelbe Steinfrucht und Zitrusschale, dahinter eine rauchig-erdige Note und eine deutliche Würze, wie sie basaltgeprägte Böden häufig mitbringen. Am Gaumen zeigt der Wein Masse – breite Schultern, viel Extrakt aus den kleinen Beeren des Jahrgangs, ein fester, fast salziger Kern. Die Säure ist reif und steht der Kraft nicht entgegen, sondern gibt ihr Richtung. Der Abgang ist lang, mineralisch unterlegt und trocken, mit einem griffigen, leicht phenolischen Schluss.

Kein Wein, der Feinheit vorführt – einer, der sie sich erarbeitet.

Am Tisch

Die Kraft dieses Rieslings verlangt entsprechend kräftige Gerichte. Gut passen Bresse-Poularde und Perlhuhn aus dem Ofen, Kalbsbraten, Schweinebauch mit Kruste, Wildgeflügel, Saibling und Steinbutt mit Speck oder Brotkruste, Pilzrisotto mit Steinpilzen. Auch gereifter Hartkäse trägt der Wein mühelos. Bei 11 bis 12 °C im großen Glas servieren; jung gehört er in die Karaffe und braucht dort mindestens eine Stunde.


Lage: Forst a. d. Weinstraße, Ungeheuer (VDP.Große Lage; gutsintern G.C.) – Einzellage knapp 33 ha, 130–170 m ü. NHN, süd- bis südostexponiert, bis 30 % Hangneigung, rund ein Drittel terrassiert; davon 0,9 ha im historisch wertvollsten Teil im Besitz des Weinguts; verwitterter Buntsandstein mit Kalkgeröll und vulkanischem Basalt über dichten Ton- und Sandschichten; 1828 als Spitzenlage klassifiziert
Klassifikation: Riesling trocken, Großes Gewächs (VDP.Große Lage); gutsinterne Klassifikation G.C. nach dem Kataster von 1828
Ausbau: Handlese und Selektion, temperaturkontrollierte Spontangärung, langer Ausbau im Doppelstück-Holzfass; biologisch-dynamische Bewirtschaftung seit Januar 2005, LACON-zertifiziert, Mitglied SIVCBD / Biodyvin / DE-ÖKO-003

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Schaumweine

Guy Charbaut Bruit Blanc 1er Cru Brut

Der Guy Charbaut Bruit Blanc 1er Cru Brut ist ein Blanc de Blancs aus reinem Chardonnay. Die Trauben stammen allesamt aus Bisseuil, einem kleinen Premier-Cru-Ort im Marnetal, der selten im Rampenlicht steht. Die Basis bildet der Jahrgang 2017, dazu kommen 15 % Reserveweine. Sieben Jahre lag er auf der Hefe.

Im Glas

Hellgold, feine Perlen. In der Nase helle Blüten, Haselnuss und etwas Zitrusschale. Im Mund straff gebaut, dabei mit cremiger Textur, salziger Note und viel Präzision; die Länge erstaunt.

Mach was draus

Ein ernsthafter Aperitif oder Begleiter zu Austern, Jakobsmuscheln, Seezunge oder Geflügel. Auch zu einem jungen Comté sehr schön. Serviere ihn bei 8 bis 10 °C im Weißweinglas. Er trinkt sich jetzt schon gut und hat Reserven bis über 2030 hinaus.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Bruit Blanc ist ein Blanc de Blancs mit viel Reife und wenig Lärm. Mein Tipp für Chardonnay-Fans.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie wird er gemacht? Nur im Edelstahl vinifiziert, ohne Holz. Danach sieben Jahre Hefelager in den alten Kreidekellern unter Mareuil-sur-Aÿ.

Wie trocken ist er? Brut, mit einem Restzucker von 4,8 g/l.

Wer steht dahinter? Champagne Guy Charbaut aus Mareuil-sur-Aÿ, ein Familienhaus in dritter Generation.

100 % Chardonnay (Blanc de Blancs) · Bisseuil Premier Cru, Grande Vallée de la Marne · Basis 2017, 15 % Reserveweine · Edelstahl · 7 Jahre Hefelager · Brut, Restzucker 4,8 g/l · Champagne Guy Charbaut, Mareuil-sur-Aÿ · Stand: Oktober 2026

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Rebsorten

Domaine Denis Mortet Gevrey Chambertin Lavaux St. Jacques 1er Cru 2022

Rotwein · Gevrey-Chambertin Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Lavaux St. Jacques · 1er Cru Gevrey-Chambertin 1,20 ha · Reben ~60 Jahre · 6.000 Flaschen 2022

Der Gevrey-Chambertin Lavaux St. Jacques 1er Cru 2022 von Denis Mortet ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer der besten Premier-Cru-Lagen der Gemeinde. Bekannt für Komplexität und Tiefe, braucht er Flaschenreife – und zeigt dann dichte, samtige Texturen, reife dunkle Beerenfrucht und einen sehr langen Abgang.


Lavaux Saint-Jacques – Premier Cru in Gevrey-Chambertin

Mortets Parzelle liegt in idealer Südausrichtung und guter Hanglage: maximale Sonneneinstrahlung trifft auf kühle Nächte. Oben am Hang ist der Boden arm und steinig, weiter unten tiefer, tonhaltiger und ebenso steinig. Die Lage umfasst hier 1,20 Hektar mit rund 60 Jahre alten Reben und liefert etwa 6.000 Flaschen.

Lavaux Saint-Jacques liegt westlich des Dorfes Gevrey-Chambertin am Eingang der Combe de Lavaux. Kalte Westwinde aus dem Tal verlangsamen die Reife und bewirken große Tag-Nacht-Schwankungen, was einen etwas schlankeren, frischeren Stil als beim Nachbarn Clos Saint-Jacques fördert. Die steinigen Kalk-Ton-Böden mit guter Drainage halten die Erträge niedrig. Die Domaine Denis Mortet zählt zu den Spitzenadressen des Ortes.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der die Tiefe des Lavaux Saint-Jacques mit Substanz unterlegt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, von rund 60 Jahre alten Reben. Gesamtproduktion: 6.000 Flaschen.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – auf einen klaren Lagenausdruck und langes Reifepotenzial ausgerichtet.

Im Glas

Dichte, samtige Textur mit reifer, edler dunkler Beerenfrucht, Veilchen und Zeder. Am Gaumen komplex und tief, getragen von feinem Tannin, mit einem nahezu endlosen Abgang. Ein Wein, der seine ganze Eleganz erst mit Flaschenreife zeigt.

Dichte, samtige Frucht mit Veilchen und Zeder und nahezu endlosem Abgang – Eleganz, die Flaschenreife belohnt.

In der Jugend noch verschlossen, entfaltet der Wein sein Potenzial über viele Jahre. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Lavaux Saint-Jacques (1er Cru), Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); Südhang, steiniger Kalk-Ton-Boden, Combe de Lavaux, 1,20 ha, Reben ~60 Jahre
Klassifikation: Gevrey-Chambertin Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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