Banzao- Silvia Marrao- Bierzo

Lagenweine aus El Bierzo

Das neue Klassifizierungssystem der Weinbauregion Bierzo sorgt dafür, dass Weine auftauchen, die man vorher nicht gefunden hätte, die es vorher wohl auch nicht gegeben hätte. Denn damals, also bis vor drei Jahren, gab es ja nur Joven, Crianza und Reserva, inzwischen gibt es die Lagenklassifikation mit Vinos de Villa und Vinos de Paraje, letzteres sind Einzellagen. Das hilft, wenn man nicht vor den Parkerinis den tiefen Bückling machen will. Außerdem ist das System so gestrickt, dass man bei den Lagenweinen nicht wirklich schummeln kann. Das hilft den Ehrlichen.

Silvia Marrao begann mit ihrem Projekt im Jahr siebzehn, zuvor war sie in einer Bodega in Bierzo, dann in Rías Baixas und in Ribera del Duero aktiv. Ihre Idee war und ist es, eine Ecke von El Bierzo in den Fokus zu stellen, die dort vorher nicht auftauchte: das Tal des Ancares als Region und San Pedro de Olleros als Weinbauort. Diese Ecke findet man, so man sie denn findet, ganz im Norden der Region Bierzo, an der Grenze zu Asturien und zu Galicien. Weinbau wurde dort schon seit Jahrhunderten betrieben, allerdings wurden dort in den letzten siebzig Jahren keine neuen Weinberge angelegt. Alles ist alt, uralt oder steinalt. Die Bevölkerung oder der Rest, der noch da ist, ist auch steinalt. Man kultiviert die Parzellen, die man hat, weil es ja sonst nichts zu tun gibt.

Silvia kennt diesen Ort, weil Godelia, die Bierzo-Bude, in der sie früher arbeitete, dort ein paar Trauben kaufte. Das aber ist für Bodegas aus der Mitte von El Bierzo nicht wirklich rentabel, denn die Erträge sind extrem klein, zweitausend Kilo pro Hektar ist schon eine Hausnummer, die Parzellen sind klein, zweitausend Quadratmeter sind schon eine Hausnummer, und die Distanzen gen Zentrum sind groß. Daher hat sie dort eine kleine Bodega installiert, sie beackert aktuell insgesamt gut drei Hektar Rebland, hat aber die Möglichkeit, von den Weinbauern des Ortes weitere Parzellen zu übernahmen. Wenn sie wollte, könnte sie alles nehmen, das wären dann gut zehn Hektar Rebland, aber da sie alles selber mit ihrem kleinen Team beackert, ist das eher ein Wunschtraum. Und dennoch: die eine oder andere Erweiterung wird es geben.

San Pedro de Olleros, das ist Schiefer, großenteils Verwitterungsschiefer (Xistos), zu geringem Teil auch Schieferplatten (Lajas), brauner Schiefer. Darüber etwas Lehm, darüber Steine. Erosionsmaterial gibt es auch, die umliegenden Gebirge erreichen ja zweitausend Meter, Kieselsteine indes gibt es nicht, den Ancares-Bach sprudelt weit unter dem Ort.

Wie nicht anders zu erwarten, handelt es sich bei dem, was da in den Weinbergen steht, um traditionelle Klone, insbesondere in Sachen Godello und Mencía spielt dies eine große Rolle. Der Weinbau indes ist so ganz einfach nicht. Viele Parzellen waren halb verwildert als Silvia sie übernahm, in den ersten Jahren gab es dort nur ganz schwache Ernten.


Das ganze erinnert an Corullón (die Álvaro-Ecke), wobei die klimatischen Gegebenheiten fast noch besser sind. Denn San Pedro ist, wenn auch im Gebirge gelegen, ein welliges Hügelland, die Sonne spielt eine etwas größere Rolle als in Corullón, während die Höhenlage, etwa achthundert Meter über Meeresniveau, nahezu identisch ist.

So ein Projekt ans Laufen zu bringen und dann auch am Laufen zu halten, so ganz einfach ist das nicht. Daher hat sich Silvia früh entschlossen, auf die Karte Vinos de Paraje zu setzen, individuelle Lagenweine, kleine Mengen, perfekt herausgearbeitetes Terroir. Abgerundet wird alles durch einen roten und einen weißen Ortswein, wobei diese beiden Weine ebenfalls nur in kleiner Auflage entstehen. Von dem roten Ortswein gab es vom Jahrgang neunzehn, der üppigste in der Geschichte, nicht viel mehr als dreitausend Flaschen; vom Nachfolgejahrgang die Hälfte und vom Jahrgang einundzwanzig (der Wein ist noch nicht abgefüllt), wohl auch nicht viel mehr. Im Jahr neunzehn nutzte Silvia einen Teil der Lagenweine, um den Ortswein zu machen. Das hat sie inzwischen abgestellt. Denn wenn es da für einen Lagenwein keine eintausend Liter gibt, kann man nicht noch einmal einen Teil davon für den Ortswein abzweigen. Irgendwie muss die Bodega das ja alles auch finanziell stemmen.

Es gibt, was es gibt. Dies in etwa ist das Motto der Bodega. Es gibt Trauben der Rebsorten, die in den alten Anlagen stehen. Gut, ein Teil des Alicante Bouschet, den es nach der Reblaus in das Tals des Ancares geweht hat, wird sie durch Mencía ersetzen, vielleicht auch etwa Palomino durch Godello. Wobei: die paar Stöcke Palomino findet man verstreut in etwa zwanzig Parzellen, die alle einzeln mühsam zu ersetzen stiftet nur wenig Sinn.

Natürlich könnte man neue Weinberge anlegen. Silvia ist jung genug, um das auch irgendwann einmal zu machen. Aber erst einmal geht es darum, all die alten Weinberge, die exzellente Qualität liefern, zu erhalten und in das Programm zu integrieren. Damit ist sie schon einmal zehn Jahre lang beschäftigt. Dann kann man ja weiter sehen.

Silvia Marrao.

Auch wenn alles in San Pedro de Olleros stattfindet, eine jede Parzelle ist eine Welt für sich. Das Besondere an diesen Welten kann man an der Top-Parzelle Penedón erkennen: diese Parzelle ist insgesamt schon ein paar Hektar groß, sie ist in siebenundvierzig Einheiten unterteilt. In derer fünfundvierzig stehen keine Reben, die anderen beiden beackert Silvia. Das Ergebnis: ein Barrique, fünfhundert Liter, in wirklich guten Jahren derer zwei zu je vierhundert Liter. Mencía, aber auch ein paar Stöcke anderer Sorten, etwa achtzig Prozent blaue Trauben, der Rest Godello und Doña Blanca. Das gibt dann sechshundert und fünfzig Flaschen, in guten Jahren neunhundert; heute und morgen und in zehn Jahren auch. Penedón ist die absolute Top-Parzelle in San Pedro für Rotweine: Schieferverwitterungsboden, knappe Lehmkrume, eine dezente Steinauflage, die Parzelle fällt leicht gen Südwesten ab. Das ist schon einer der feinsten Bierzos, die es gibt; kein Typ Moncerbal, sondern eher Las Lamas, also elegant und ausbalanciert, nicht unbedingt wuchtig und kräftig. Wobei, so wirklich wuchtig und kräftig ist auch der Moncerbal nicht.

La Capilla befindet sich am gleichen Hang, aber auf der anderen Seite der Kuppe, von Penedón durch einen Feldweg getrennt. Hier, das Paraje ist etwas größer als Penedón, gibt es auch nur zwei Parzellen. Eine ist halb tot, die andere beackert Silvia. Das Problem: diese Parzelle ist mitten in einem kleinen Wald, die Tiere haben Heimspiel. Und: ein Teil der Parzelle ist mit Alicante Bouschet bestockt, aber zumindest das wird sich in absehbarer Zeit ändern. Denn wenn man diesen Teil mit klassischen Sorten neu pfropft, dann, ja dann, könnte es irgendwann auch einmal zwei Barricas von dieser Parzelle geben. Vom Jahrgang zwanzig gab es diesen Wein nicht, die Tiere hatten zu viel Hunger. Die kärglichen Reste landeten im Ortswein.


La Cruz ist ein Paraje, das La Capilla und Penedón miteinander verbindet. Dort stehen die Reben auf einer etwas dickeren Lehmschicht, die Parzelle ist etwas näher am Ort, es gibt dort auch noch die eine oder andere Einheit, die auf der Einkaufsliste der Bodega steht. Um das nicht falsch zu interpretieren: das wären dann vielleicht drei- oder vierhundert Kilo mehr. In La Cruz beackert Silvia zwei Parzellen, eine mit Mencía, die andere mit Doña Blanca. Erstere ist ganz gut in Schuss, ein Großteil der Stöcke gibt Ertrag, in einem guten Jahr gibt das dann schon einmal fünfzehnhundert Flaschen. Im Jahr zwanzig gab es ein Problem mit Hagel, will sagen: es gibt keinen zwanziger Paraje rot aus La Cruz. Den zwanziger weiß gab es, er war aber schnell ausverkauft. Demnächst kommt der Jahrgang einundzwanzig: vierhundert Flaschen, im Stahltank ausgebaut. Aber dennoch vielleicht der spannendste Doña Blanca in ganz Bierzo. Die Menge dieses Weines kann ansteigen, denn in dem Doña Blanca-Teil von La Cruz befindet sich ein Teil in der Phase der Wiederbelebung. Dort kann man derzeit noch nichts einsammeln. Aber vielleicht gibt es in ein paar Jahren zumindest so viele Trauben, dass man auch mal ein Barrique füllen kann.


Almorelle befindet sich etwas weiter im Norden, die Parzelle ist zweigeteilt: Hang und Flachteil (oben). Am Hang steht Godello, fünf Parzellen uralter Godello, natürlich teilweise aufgegeben. Drei Parzellen bewirtschaftet Silvia seit dem ersten Jahr, zwei weitere hat sie gerade übernommen, eine davon ist allerdings halb tot, mal sehen, was das in ein paar Jahren gibt. Bislang war die Ernte dort so gering, dass sie nicht daran dachte, einen weißen Almorelle Vino de Paraje zu keltern. Jetzt hat sich dies geändert. Dies aber hat auch Auswirkungen auf den weißen Ortswein, der nur aus Godello besteht. Denn der ist aktuell etwa zu zwei Drittel aus Almorelle, zu einem Viertel aus Campín, der Rest der Trauben stammt aus diversen Parzellen. Dieser Ortswein wird sich ändern, und nein, von Campin wird es keinen Vino de Paraje geben, denn da gibt es nur eine Parzelle, die nicht einmal dann groß genug für einen Paraje-Wein wäre, wenn man den Palomino und den Doña Blanca in Godello umpfropfen würde.


Von Almorelle gibt es übrigens auch einen roten Lagenwein, er stammt aus dem flachen Teil der Lage. Ein großes Barrique, in ein paar Jahren vielleicht auch einmal derer zwei oder drei, was dann wieder zu Lasten des roten Ortsweines gehen wird.

Und schließlich ist da noch die Paraje Eras La Ermita, nicht verwandt oder verschwägert mit l’Ermita aus Dankbarwolf. Diese Parzelle befindet sich genau gegenüber von der Bodega, bis auf ein kleines Stück gehört das alles Silvia. Die Trauben landen in einem Lagenwein, der Rest im Ortswein. Das Prinzip kennen wir inzwischen schon. Im Unterschied zu den anderen Parzellen ist Eras La Ermita etwas besser mit Reben gesegnet, man kann von dem Vino de Paraje schon bis zu viertausend Flaschen machen. Womit man dann den Ortswein macht? Gute Frage.

Abgerundet wird alles durch einen spannenden Süßwein aus Pa-lo-mi-no, durch einen Clarete aus Mencía und Palomino und durch einen Doña Blanca, für den Trauben in der gesamten Ecke eingesammelt werden. Dies ist der einzige Wein, für den Silvia Trauben zukauft. So kommt sie zumindest auf zwölfhundert Flaschen. Text: El oso alemán

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Rebsorten

Conte di Campiano Primitivo Riserva

Rotwein · Primitivo · Puglia · Riserva · Italien

Conte di Campiano Primitivo Riserva ist ein kräftiger Primitivo Riserva aus der Region Puglia, der 12 Monate in Holzfässern reifte. Fast tintig in der Farbe, verströmt er komplexe Aromen von dunklen Früchten, Kaffee und Vanille. Im Glas reichhaltig, intensiv und vollmundig.


Puglia

Die Region Puglia (Apulien) im Süden Italiens ist für ihre kräftigen, vollmundigen Primitivo-Weine bekannt. Das warme, mediterrane Klima bringt vollreife Trauben mit viel Substanz hervor.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Primitivo und reift als Riserva 12 Monate im Holzfass. Die Fassreife verleiht ihm seine intensiven, würzigen und geschmeidig-kraftvollen Aromen.

Im Glas

Fast tintiges, tiefes Rot. In der Nase komplexe Aromen von dunklen Früchten, Kaffee und Vanille. Am Gaumen sehr reichhaltig und intensiv, mit vollmundigen Nuancen, würzig und geschmeidig-kraftvoll zugleich. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine kurze Belüftung tut dem Wein gut.

Klassische Begleitung: dunkles Fleisch, Schmorgerichte, Grillfleisch und gereifter Käse.


Lage: Puglia (Italien)
Klassifikation: Primitivo – Riserva (Puglia)
Ausbau: Primitivo, 12 Monate Holzfass

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Spanien

Jade Gross Chiguita 2023

Weißwein · Rioja · Tempranillo Blanco / Garnacha Blanca / Viura

Tempranillo Blanco / Garnacha Blanca / Viura DOCa Rioja Jade Gross 6 Monate Feinhefe (500-l-Fass) nur 3.900 Flaschen 2023

Der Jade Gross Chiguita Blanco 2023 ist eine vielschichtige Weiß-Cuvée, die an eine Mischung aus einem erstklassigen weißen Hermitage und einem Grand-Cru-Burgunder erinnert – voller Körper, reife Frucht und ein leicht rauchiger Abgang. Einzigartig, köstlich, großartig.


Chiguita Blanco – drei Sorten, mehrere Lagen

Jade Gross, in Hongkong geborene chinesisch-amerikanische Quereinsteigerin aus der Spitzengastronomie, begann ihr Rioja-Projekt 2019 unter der Mentorschaft von Abel Mendoza. Ihre Weine entstehen handwerklich, mit minimaler Intervention und klarem Fokus auf den Ausdruck von Rebsorte und Terroir.

Die Cuvée vereint Tempranillo Blanco und Garnacha Blanca, die auf eisenhaltigem Lehmboden im Alto-de-Najerilla-Tal wachsen, sowie Viura von kalkhaltigem Lehmboden in Labastida und San Vicente de la Sonsierra. Aus dem Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Terroirs entsteht die besondere Tiefe und Vielschichtigkeit des Weins.

Jahrgang 2023 – Rioja

Der Jahrgang 2023 war in der Rioja ein herausforderndes Jahr: Besonders warme und trockene Bedingungen ließen Reben und Menschen mit den Herausforderungen des Klimawandels kämpfen. Im Vorteil waren – wie schon in den Jahren davor – die alten Rebanlagen in den Höhenlagen vor der Sierra Cantabria. Starke Hagelstürme dezimierten die Ernte weiter und führten zu einer Minderernte; nur wer das ganze Jahr über sorgsam die Laubarbeit beherrschte und zum richtigen Zeitpunkt las, wurde mit hochwertigem Traubenmaterial belohnt.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Tempranillo Blanco, Garnacha Blanca und Viura, Jahrgang 2023, trocken.

Die Lese fand zwischen dem 12. und dem 14. September 2023 statt. Die ganzen Trauben wurden direkt gepresst, fermentierten und reiften dann weitere sechs Monate in französischen 500-Liter-Eichenfässern auf der eigenen Hefe. Gesamtproduktion: 3.900 Flaschen.

Im Glas

Der Wein erinnert an eine Mischung aus einem erstklassigen weißen Hermitage und einem Grand-Cru-Burgunder. Aromen von reifem Apfel, saftigem Pfirsich, Felsenbirne und Brioche, ergänzt durch frischen Kräutergarten, prägen den vollen Körper und den leicht rauchigen Abgang. Die klare Säure verleiht dem Wein Frische und Klarheit.

Wie weißer Hermitage trifft Grand-Cru-Burgunder – einzigartig, köstlich, großartig.

Schon jetzt ausdrucksstark, mit Reifepotenzial über einige Jahre. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Pasta- und Reisgerichten sowie zu mittelreifem Käse.


Lage: DOCa Rioja (Spanien); Tempranillo Blanco und Garnacha Blanca aus dem Alto-de-Najerilla-Tal (eisenhaltiger Lehm), Viura aus Labastida und San Vicente de la Sonsierra (kalkhaltiger Lehm)
Klassifikation: DOCa Rioja blanco (trocken); nur 3.900 Flaschen
Ausbau: Ganztraubenpressung, Gärung und 6 Monate Reife auf der eigenen Hefe in französischen 500-l-Fässern; handwerklich

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Rebsorten

Le Moine Pommard Les Epenots 1er Cru 2021

Rotwein · Pommard 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Pommard 1er Cru Les Epenots Côte de Beaune Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz · unfiltriert 2021

Der Lucien Le Moine Pommard Les Epenots 1er Cru 2021 stammt aus einem der besten Crus von Pommard und einem Grand-Cru-Kandidaten – ein strukturierter, zugleich eleganter Pinot Noir mit würziger Tiefe. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Eine echte Rarität in winziger Stückzahl.


Pommard Les Epenots – Eleganz aus dem Norden Pommards

Epenots ist eine renommierte Premier-Cru-Lage am nördlichen Ende von Pommard, nahe Beaune – ausschließlich mit Pinot Noir bestockt und gegliedert in Les Grands Epenots, Les Petits Epenots und den Clos des Epeneaux. Ihre Weine zeichnen sich durch subtile Kraft, gute Struktur sowie würzige und erdige Noten aus und zählen zu den Spitzenrotweinen der Côte de Beaune. Neben Les Rugiens steht Epenots zur Diskussion für eine Hochstufung zum Grand Cru.

Ein besonderes Merkmal ist der flachere Oberboden über eisenreichem, kiesig-mergeligem Untergrund, der sehr gut entwässert: Das fördert tief verwurzelte Reben und konzentrierte Beeren. Die sanfte, südöstliche Neigung bringt milde Morgensonne und schützt vor der Mittagshitze; kühle Nächte und langsame Reife begünstigen einen ausgewogenen, elegant strukturierten und lagerfähigen Pinot Noir – feiner als der oft wuchtige Pommard-Stil.

Jahrgang 2021 – Côte de Beaune

2021 war an der Côte de Beaune ein klassischer, kühler Jahrgang mit feiner, klar definierter Frucht, lebendiger Säure und großer aromatischer Präzision. In einer strukturierten, zugleich eleganten Lage wie Les Epenots ergibt das einen fein gezeichneten, würzigen Pinot Noir mit kühler Frische und feinkörnigem Tannin – im reinen, texturbetonten Stil des Hauses.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, Pommard Les Epenots 1er Cru, trocken.

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Die Mengen sind winzig: oft nur ein einziges Fass je Cru.

Im Glas

Vom eisenreichen, kiesig-mergeligen Boden von Epenots lebt dieser Pommard: dunkle und rote Frucht wie Kirsche und Brombeere, florale Anklänge und eine würzig-erdige Tiefe von Unterholz und Gewürz. Der kühle Jahrgang 2021 hält ihn fein und frisch, während das lange Vollhefelager und das neue Holz eine seidige, dichte Textur und feine Röstwürze einbinden. Am Gaumen strukturiert und vielschichtig, mit festem, feinkörnigem Tannin, lebendiger Säure und langem, mineralischem Nachhall – kraftvoll und zugleich elegant.

Dunkle Frucht und würzig-erdige Tiefe – strukturiert und seidig, mit festem, feinkörnigem Tannin und langer Mineralität.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Wild und Wildgeflügel, zu Rind und Lamm in kräftiger Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Käse.


Lage: Pommard Les Epenots 1er Cru, Côte de Beaune (Burgund, Frankreich); nördliches Pommard nahe Beaune, sanfte südöstliche Neigung; flacher Oberboden über eisenreichem, kiesig-mergeligem Untergrund
Klassifikation: Premier Cru, Pinot Noir (trocken); Grand-Cru-Kandidat
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

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Feinkost

Raguso Orecchiette

Feinkost · Pasta · Apulien · Italien

Raguso Orecchiette sind ein absoluter Klassiker der süditalienischen Küche. Italienisch für „Öhrchen", zeichnen sie sich durch ihre kuppelförmige Gestalt mit rauer Oberfläche aus – ideal, um Saucen aufzunehmen.


Herkunft / Apulien

Orecchiette sind eng mit Apulien verbunden. Ihre Herkunft ist nicht eindeutig geklärt – diskutiert werden Wurzeln in der Provence (eingeführt durch die Anjou-Dynastie) ebenso wie eine Verbindung zur normannischen Herrschaft in Apulien. Regionale Varianten sind etwa die „strascinati" in der Basilikata oder die größeren „Priesterohren" aus Cisternino. Hier von Pasta Raguso.

Zutaten und Herstellung

Traditionell gefertigt aus Hartweizengrieß, Wasser und Salz. Der Teig wird geknetet, in kleine Stücke geschnitten und mit dem Daumen zur typischen Öhrchenform gedrückt – ein handwerkliches Verfahren, das Geschick und Übung erfordert. Die raue Oberfläche sorgt dafür, dass Saucen besonders gut haften.

Geschmack

Angenehm bissfest mit dem typisch nussig-getreidigen Aroma guten Hartweizens. Die kuppelige Form und raue Oberfläche geben dem Gericht Biss und nehmen Sauce hervorragend auf.

In der Küche

In reichlich gesalzenem Wasser al dente kochen.

Klassisch: Orecchiette con le cime di rapa (mit Stängelkohl), Varianten mit Sardellen oder Peperone Crusco, oder als Orecchiette alla materana überbacken mit Tomaten, Lammhack, Mozzarella und Schafskäse.


Hersteller: Pasta Raguso (Italien)
Produkt: Orecchiette – Hartweizengrießnudeln
Zutaten: Hartweizengrieß, Wasser (genaue Liste laut Etikett)
Herkunft: Apulien (Italien)
Mindesthaltbarkeit (MHD): 05.03.2029

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Weine

Domaine de Bichery Les Fontaines 2021 Rosé Brut Nature BIO

Champagner · Rosé · Côte des Bar · Brut Nature · Bio

Domaine de Bichery Les Fontaines Rosé Brut Nature ist ein Bio-Rosé-Champagner aus 100 % Pinot Noir aus der Côte des Bar. Ohne Dosage abgefüllt, zeigt er eine intensive rotfruchtige Aromatik. Im Glas vibrierende Struktur und Klarheit – ein aufregendes Mundgefühl.


Côte des Bar

Die Domaine de Bichery liegt in der Côte des Bar (Aube), dem südlichen Teil der Champagne und klassischem Pinot-Noir-Land. Die kalk- und mergelgeprägten Böden verleihen dem Champagner Frische und Tiefe. Der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Rebsorte und Ausbau

Der Rosé besteht zu 100 % aus Pinot Noir. Er wird ohne Dosage als Brut Nature (0 g/l) abgefüllt – naturherb, klar und puristisch.

Im Glas

Zartes Rosa mit feiner Perlage. Intensive rotfruchtige Aromatik, dominiert von saftigem rotem Apfel und feinen würzigen Noten. Am Gaumen vibrierende Struktur und Klarheit, mit aufregendem Mundgefühl. Der Abgang ist lang, leicht herb und würzig.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Geflügel, Fisch, Krustentiere und würzige Gerichte.


Lage: Côte des Bar / Aube (Champagne); Kalk/Mergel
Klassifikation: Champagne AOC – Rosé Brut Nature
Ausbau: 100 % Pinot Noir, ohne Dosage (0 g/l)

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Spanien

Equipo Navazos Oloroso Bota 46

Generoso · Oloroso · Montilla-Moriles · Spanien

Equipo Navazos La Bota de Oloroso 46 „Montilla" ist ein alter, trocken ausgebauter Oloroso aus Montilla-Moriles. Dunkles Gold mit raffiniertem, intensivem Aroma; am Gaumen fleischig, vielschichtig und sehr lang – rund wie ein PX, aber trocken. Geschätztes Alter rund 25 Jahre.


Montilla-Moriles

Equipo Navazos wählt herausragende Fässer aus und füllt sie nummeriert ab. Dieser Oloroso stammt aus Montilla-Moriles (Bodega Pérez Barquero) im Süden Spaniens. Dort ist – anders als im Jerez – Pedro Ximénez die klassische Rebsorte, die hier trocken zum Oloroso ausgebaut wird.

Bereitung und Reifung

Ein trockener Oloroso: rein oxidativ gereift (ohne Flor), wodurch sich Farbe, Dichte und nussig-würzige Tiefe entwickeln. Mit einem geschätzten Durchschnittsalter von rund 25 Jahren ein altes, seltenes Fass. Unfiltriert abgefüllt.

Im Glas

Tiefes Gold bis Bernstein. In der Nase raffiniert und intensiv, mit getrockneter Orangenschale, gerösteten Mandeln und Nüssen, feiner Würze und salziger Note. Am Gaumen fleischig, dicht und ausdrucksstark, vollmundig mit guter Säure und Salzigkeit – rund und cremig wie ein PX, dabei trocken; sehr langer, komplexer Abgang.

Am Tisch

Bei rund 14–16 °C servieren – ein kraftvoller Begleiter zu herzhaften Gerichten.

Passt zu: Schmorgerichten, rotem Fleisch, Wild, reifem Hartkäse, Pilzgerichten und Nüssen.


Lage: Montilla-Moriles (Spanien); Bodega Pérez Barquero
Klassifikation: Oloroso (Generoso), trocken – Pedro Ximénez; Auswahl & Abfüllung Equipo Navazos „La Bota 46 – Montilla"
Ausbau: rein oxidative Reifung (Solera), geschätzt ~25 Jahre; unfiltriert

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Portugal

Feuerheerd´s Anchor Port Fine Tawny

Portwein · Fine Ruby · Douro · Portugal

Feuerheerd's Anchor Port Fine Ruby ist ein süßer Fine Ruby Portwein vom traditionsreichen Haus Feuerheerd's (Barão de Vilar) aus dem Douro. Eine perfekte Cuvée aus selektierten, jungen Portweinen mit fruchtigem Charakter. Vollmundig und fruchtbetont.


Douro

Feuerheerd's (Barão de Vilar) ist ein traditionsreiches Portweinhaus aus dem Douro-Tal in Nordportugal, einer der ältesten Weinbauregionen der Welt mit steilen Schieferterrassen.

Herstellung und Reifung

Der Fine Ruby wird aus den Sorten Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz, Tinta Barroca und Tinto Cão erzeugt. Die selektierten, jungen Portweine reifen in großen Eichenholzfässern, die für das fruchtige Aroma nach Pflaumen und Himbeeren sorgen.

Im Glas

Leuchtendes Rubinrot. In der Nase und am Gaumen fruchtig, mit Pflaumen und Himbeeren. Süß und zugänglich, mit einem vollmundigen Körper, der den Abgang abrundet.

Zum Genuss

Bei 14–16 °C servieren, pur als Digestif oder zum Dessert.

Klassische Begleitung: Käse, Schokolade, Desserts und Trockenfrüchte.


Herkunft: Douro (Portugal)
Art: Fine Ruby Port (süß)
Reifung: in großen Eichenholzfässern (jung, fruchtbetont)

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Länder/Regionen

Tenuta Sant´Antonio Amarone della Valpolicella

Wein · Rotwein · Amarone · Italien

Tenuta Sant'Antonio Amarone della Valpolicella überrascht schon im Duft: neben den typischen Rosinenaromen zeigt er reife, rote Frucht- und Würznoten. Auch der Geschmack überrascht, denn eine feine Frische verleiht diesem mächtigen Wein eine gewisse „Leichtigkeit". Ein Wein, der seine Zukunft noch vor sich hat und dennoch jetzt schon ein Geschmackserlebnis ist.


Valpolicella / Veneto

Die Tenuta Sant'Antonio wurde von den vier Brüdern Castagnedi gegründet und liegt auf den Höhen von Monti Garbi im östlichen Valpolicella (Veneto). Die kalkreichen Böden dieser Zone verleihen den Weinen Frische und klare Kirschfrucht. Der Amarone ist der prestigeträchtigste Rotwein der Region.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Corvina (und Corvinone), Rondinella und Croatina – häufig um etwas Oseleta ergänzt. Kennzeichnend ist die Appassimento: Die Trauben trocknen rund drei Monate und schrumpfen zu Rosinen, wobei Zucker, Aromen und Extrakt konzentriert werden. Nach der Gärung im Stahl reift der Wein etwa 24 Monate in neuen 500-Liter-Fässern aus französischer Eiche, gefolgt von einer Flaschenreife. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Granatrot. In der Nase Rosinen und getrocknete rote Frucht, dazu Pflaume, Tabak, Lakritz, Gewürze und ein Hauch Schokolade. Am Gaumen mächtig, vollmundig und warm, doch mit überraschender Frische und Eleganz; samtige Tannine und ein langer, nachhallender Abgang. Mit Reifepotenzial.

Am Tisch

Bei 17–18 °C servieren und vor dem Genuss dekantieren – ein kraftvoller Begleiter zu herzhaften Gerichten oder als Meditationswein.

Passt zu: Wild, Schmorgerichten, Braten, Trüffelgerichten, reifem Hartkäse und dunkler Schokolade.


Lage: Amarone della Valpolicella DOCG, Monti Garbi (Veneto, Italien); Tenuta Sant'Antonio
Klassifikation: Amarone della Valpolicella DOCG – Corvina/Corvinone, Rondinella, Croatina (ggf. Oseleta), trocken
Ausbau: Appassimento (~3 Monate Trocknung); ~24 Monate in 500-l-Fässern aus französischer Eiche, anschließend Flaschenreife

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