Das Weinland Österreich

Nur einen kleinen Blick auf die Oberseite des Verschlusses getätigt und man erkennt sie sofort: Weine aus Österreich mit dem Rot-Weiß-Rot ihrer Landesflagge. Das ist bei der Einführung 1985 nicht etwa eine Marketing-Idee gewesen, sondern Folge eines ungeheuren Skandals, der dem österreichischen Weinbau fast den Garaus gemacht hätte: die hohe Nachfrage nach süßen Weinen in den 80ern brachte einige Winzer auf die verhängnisvolle Idee, einfachen Weinen durch künstliche Süßung den Anschein edler Auslesen zu geben – allerdings nutzten sie dafür keinen Zucker, sondern das Frostschutzmittel Diethylenglykol. Als ein Winzer Unmengen davon von der Steuer absetzen wollte, wurden die Behörden jedoch misstrauisch und das ganze Ausmaß der Panscherei offenbar: auch ins Ausland war der manipulierte Wein exportiert worden, besonders nach Deutschland, wo er mit heimischen Weinen verschnitten wurde. Obwohl keine gesundheitlichen Schäden durch den Konsum nachgewiesen werden konnten, kam es zu einem gigantischen Image-Schaden – Abermillionen Flaschen wurden vernichtet, etliche kleine Weinbauern gingen bankrott.

Claus Preisinger, Burgenland

Die Konsequenz aus alledem ist eines der strengsten Weingesetze der Welt. In der Strukturierung der Qualitätsstufen ist es dem deutschen recht ähnlich, insofern es eine Pyramide errichtet zunächst aus dem einfachen Wein ohne Angabe von Sorte und Jahrgang, darauf aufbauend dem Wein aus Österreich, dem Landwein und dem Qualitätswein. Zwei Drittel macht diese beste Kategorie aus, ein verglichen mit anderen Nationen sehr hoher Wert. Für all diese Weine ist eine künstliche Alkoholerhöhung von höchstens zwei Volumenprozent zulässig, für den Kabinett und die Prädikatsweine an der Spitze der Pyramide nicht mehr. Diese lassen sich anhand der verlangten Mindestmostgewichte in vier Stufen einteilen: die Spätlese, die Auslese, die Stufe Eiswein/ Strohwein/ Beerenauslese und die Stufe Trockenbeerenauslese/ Ausbruch.

Moment, Strohwein und Ausbruch? Regelmäßige Österreich-Touristen werden es wissen: obwohl man eine gemeinsame Sprache teilt, haben unsere Nachbarn im Süden doch für viele Dinge ganz eigene Bezeichnungen. Die Weinwelt ist da keine Ausnahme: der in Deutschland als Lemberger bekannte Rotwein ist dort der Blaufränkisch, Scheurebe wird als Sämling 88 bezeichnet und der weltberühmte Chardonnay muss auf diesen Namen zugunsten vom zugegeben nicht weniger edel klingenden Morillon verzichten. Hinzu kommen lokale Besonderheiten, die sich vor Ort ausgesprochen großer Beliebtheit erfreuen, im Ausland aber faktisch unbekannt sind. Dazu gehören der Uhudler, ein heller Rotwein aus amerikanischen, unveredelten Wildreben, die sich als besonders schädlingsresistent erwiesen und so die Reblausplage überlebt haben. Der als Fox-Ton bezeichnete, sehr eigenwillige Geschmack hat zu allerhand Legendenbildung beigetragen, so werden die Reben oft als „Rabiatperle“ bezeichnet, da Uhudler-Konsum angeblich sehr aggressiv mache. Ebenfalls hellrot kommt der steirische Schilcher daher, ein Rosé aus der Rebsorte Blauer Wildbacher, der den Namen seinem schillernden Farbspektrum verdankt.

Claus Preisinger, Burgenland

Das große Aushängeschild für die Alpenrepublik ist aber natürlich der Grüne Veltliner. Fast die Hälfte der österreichischen Weißweine entstammen seinen Trauben, der frische Tropfen mit der Zitrusnase und der animierenden Pfeffernote passt einfach zu jedem Anlass, ob nun als zünftiger Schoppenwein oder Weinkeller-Rarität. Besonders in der Wachau, der Schatzkammer des österreichischen Weines, kann er zu sehr beachtlichen, jahrzehntelang lagerfähigen Ergebnissen heranwachsen, ebenso wie der Riesling, der hier oft körperreicher und fruchtiger, dafür weniger säurebetont als in Deutschland gerät. Nicht verwandt mit diesem, der zur besseren Unterscheidung auch oft als Rheinriesling bezeichnet wird, ist der Welschriesling. Ähnlich wie der Grauburgunder in Deutschland glänzt er besonders als unkomplizierter Alltagswein, der mit seinem spritzigen Apfel-Bukett jeden glücklich zu machen versteht. Eine weitere österreichische Spezialität ist, obwohl dies im Mittelalter in ganz Europa die etablierte Art der Weinerzeugung darstellte, der Gemischte Satz. Besonders in Wien wird er kultiviert, der weltweit einzigen Hauptstadt mit eigenem Weinbau in nennenswertem Umfang – etwa 270 Winzer bestellen 1,2 Prozent der Stadtfläche, von den großen Rieden in Döbling bis zum kleinsten Weingarten Wiens am zentral gelegenen Schwarzenbergplatz, der gerade einmal 50 Flaschen abwirft. Anders als beim Cuvée werden verschiedene Rebsorten nicht einzeln gekeltert und dann miteinander verschnitten, sondern direkt gemeinsam eingemaischt. Mindestens drei Rebsorten müssen im als Wiener Gemischter Satz bezeichneten Wein enthalten sein, es können aber gut und gern auch über ein Dutzend verarbeitet werden.

Auf der roten Seite, die ein Drittel der Gesamtproduktion ausmacht, beansprucht der Blaue Zweigelt Platz 1 für sich. Als gezüchteter Abkömmling der beiden autochthonen Rebsorten Blaufränkisch und St. Laurent ist er quasi die Quintessenz österreichischen Rotweins und überzeugt mit einem sanften Aroma von Kirsche und Vanille. Auch seine Eltern sind nicht zu verachten: der tiefdunkelrote Blaufränkisch gilt als hervorragender Botschafter seines jeweiligen Terroirs und betört mit eleganter Säurestruktur und dunkelbeerigen Tanninen. Als recht anspruchslose Traube verfügt er über deutlich mehr Fläche als der empfindliche St. Laurent, der in seinen geringen und unsicheren Erträgen dem Spätburgunder ähnlich ist. Geschmacklich rangiert er mit seiner kirschigen Herbheit zwischen dem fruchtigen Zweigelt und dem vornehm-kühlen Blaufränkisch. Gerade in diesen Rotweinen zeigt sich die Scharnierposition Österreichs zwischen Mittel- und Südeuropa sehr gut.

Josef Dockner, Niederösterreich

Die 17 Anbaugebiete befinden sich fast ausnahmslos im Osten des Landes, wo der Alpenraum in die Pannonische Tiefebene übergeht. Die Landschaft hat hier nicht mehr viel alpine Wildheit, ist stattdessen eher flach bis gleich hügelig, die Weinberge liegen in aller Regel zwischen 200 und 400 Meter Seehöhe. Donau und Neusiedlersee sorgen zwar für ein gewisses Maß an Grundwärme, allerdings kommt es hier an der Grenze zwischen maritimen Atlantik- und trockenem Kontinentalklima zu hohen Temperaturschwankungen. Trotz der Ballung der Gebiete – keines liegt für sich allein, sondern grenzt immer an mindestens zwei andere – sind die Böden sehr variantenreich und ermöglichen überhaupt erst den Anbau so vieler verschiedener Rebsorten. Einteilen lassen sich die Gebiete am sinnigsten in einen Bereich Niederösterreich und Wien mit Urgestein und dicken Lössschichten, der vor allem für frische und leichte Veltliner und Rieslinge bekannt ist, einen kalkigen und schiefrigen Bereich Burgenland, aus dem die gehaltvollen Rotweine zum großen Teil stammen, und einen vulkanstein- und braunerdedominierten Bereich Steiermark, dessen Spezialitäten insbesondere Sauvignon Blanc, Weißburgunder, Chardonnay und sehr duftige Muskateller sind. Ihre jeweilige Größe liegt zwischen knapp 300 und bis zu 14 000 Hektar, was aber eine Ausnahme darstellt – die meisten Gebiete liegen im untersten vierstelligen oder gar dreistelligen Bereich, sind also meist eher überschaubar. Vergleicht man die Jahresproduktion von 2,5 Millionen Hektolitern mit den deutschen 8 Millionen und setzt dies in Relation dazu, dass Deutschlands Weinbaufläche aber gar nicht über drei Mal, sondern lediglich doppelt so groß ist wie die österreichische, fällt schnell auf, dass die Erträge in Österreich deutlich geringer sein müssen. Das liegt mitnichten am Klima, das hier sogar deutlich geeigneter ist, sondern schlicht daran, dass das Weingesetz einen Höchstertrag von 67,5 Hektolitern pro Hektar vorschreibt – in Deutschland liegt der durchschnittliche Ertrag bei 80 Hektolitern. Hinzu kommt, dass die Erträge oft massiv reduziert werden, um aus stark tragenden Rebsorten genug Aromatik herauszuholen. Die viele liebevolle Handarbeit hat ihren Preis – gerade in der Einstiegskategorie liegt dieser oft über dem in Deutschland üblichen, dafür ist im unteren Mittelfeld die Qualität im Schnitt aber auch wesentlich höher. Als ein Hauptgrund dafür kann das seit 20 Jahren etablierte DAC-System (Districtus Austriae Controllatus) gelten, das besonders gebietstypische Weine hervorhebt – im Bemühen, das jeweilige Terroir stärker als die Rebsorte zu gewichten, orientiert man sich mehr am romanischen Weinrecht, etwa an der französischen AOP-Klassifizierung. Auch die Nennung der Rieden, also der Einzellagen, wird bei höherklassigen Weinen immer mehr forciert, an erster Stelle durch die ÖTW, die Österreichischen Traditionsweingüter, die eine ähnliche Philosophie wie der deutsche VDP verfolgen, jedoch erst in sieben der 17 Anbaugebiete präsent sind.

Anders als in Deutschland ist es in Österreich üblich, fast ausschließlich einheimische Weine zu trinken – und für sich selbst will man ja stets das Beste. Gerade im Sommer erfreut sich der „Spritzer“ großer Beliebtheit, die Mischung aus Wein und Sprudel, die man sich am liebsten selbst mischt, um das Verhältnis der beiden Flüssigkeiten der Tageszeit, der Außentemperatur und dem noch vor einem liegenden Arbeitspensum anpassen zu können. Genossen wird der Spritzer am liebsten im Heurigen, einem mal bodenständig-urigen, auch von Einheimischen gern frequentierten, mal für Touristen auf Attraktion gebürsteten Lokal, das den süddeutschen Strauß- und Besenwirtschaften ähnlich ist und seinen Namen deshalb trägt, weil dort der „heurige“, also diesjährige Wein ausgeschenkt wird. Bis zum Ende des Folgejahres ist das erlaubt, und die „echten“ Heurigen haben auch nur saisonal geöffnet – dann aber gibt es keinen Ort, an dem man die österreichische Seele besser erforschen könnte. Die dort mit Vorliebe zum Besten gegebenen sogenannten Wienerlieder, die mit einer einzigartigen Mischung aus melancholischem Weltschmerz und derb-hintergründigem Humor die Stadt und ihre Bewohner beschreiben, haben nicht ohne Grund sehr häufig den – auch übermäßigen – Weinkonsum zum Thema. Titel wie „Mei Oide sauft so vü wia i“, „Mei Naserl is so rot, weil i so blau bin“ oder „Mei Gurgl hat heut Waschtag“ zeugen vom großen Einfluss, den der Wein zu aller Zeit auf das österreichische Gemüt hatte. 30 Liter werden im Schnitt pro Kopf und Jahr konsumiert, was im internationalen Vergleich für einen sehr ansehnlichen fünften Platz reicht.

Ja, eine Historie dieses Landes würde ohne Erwähnung des Weinbaus und seiner vielen Auswirkungen gar nicht auskommen können. Als um die Zeitenwende die Provinzen Noricum und Pannonien, die den größten Teil des heutigen österreichischen Gebiets ausmachten, in das Römische Reich eingegliedert wurden, sorgte man sehr schnell dafür, neben der Errichtung von Kastellen und Heerstraßen auch die Rebkultur in Gang zu setzen. In der römischen Geschichtsschreibung wird die Qualität zwar eher als minderwertig bezeichnet und recht sicher wurde Wein aus diesem Teil des Reiches nicht nach Rom exportiert, sondern nur zur Versorgung der Soldaten vor Ort genutzt, aber der Grundstein war gelegt und an ihm konnten auch die Verheerungen der Völkerwanderungszeit nicht nachhaltig rütteln. Ab dem Mittelalter begann, angestoßen durch Karl den Großen, die Herrschaft der Geistlichkeit über die Rebpflege: große Klöster wie die Stifte Melk in der Wachau, Göttweig im Kremstal sowie Heiligenkreuz und Klosterneuburg bei Wien unterhielten riesige Flächen, allgemein blühte der Weinbau dank der damaligen Warmzeit: die Klimagrenze lag 200 Meter höher, was die Rebstöcke auch in den bergigen Regionen Salzburgs, Kärntens und Tirols und insgesamt auf einem Vielfachen der heutigen 47 000 Hektar gedeihen ließ.

Die weltliche Obrigkeit in Person der Herzöge von Österreich erkannte früh das Potential des Weins als Wirtschaftsfaktor und schuf im 14. Jahrhundert einerseits Rechtssicherheit in vielen den Weinbau betreffenden Fragen, andererseits begann man, mit dem sogenannten Ungeld Weinkonsum zu besteuern – die Erfindung der ersten indirekten Steuer Europas. Einmal auf den Geschmack gekommen, übertrieb man es aber irgendwann damit und würgte in der Frühen Neuzeit das Weinwesen, das ohnehin schon durch die Konkurrenz des preiswerteren Bieres, den Dreißigjährigen Krieg und die Kleine Eiszeit gebeutelt war, recht radikal ab. Die daraufhin einsetzende Billigwein-Schwemme konnte von Maria Theresia immerhin ein bisschen gebremst werden, indem sie die Verwertung desselben für die Herstellung von Schnaps, Senf und Essig verfügte und damit eine Tradition begründete, die bis heute fortreicht und sich im Angebot dutzender solcher Erzeugnisse auch in den allerländlichsten Kleinstbetrieben niederschlägt. Ihr Sohn, Kaiser Joseph II., etablierte durch seinen Erlass, selbst erzeugte Lebensmittel auch in den eigenen vier Wänden verkaufen zu dürfen, dann schließlich die Heurigen-Kultur, sehr zur Freude der einfachen arbeitenden Bevölkerung, deren liebste Sonntagsbeschäftigung der Gang dorthin in der Folgezeit wurde. Doch auch für sich selbst wollte der Adel etwas haben: dass das Kaiserhaus und die sonstige Upper Class des Habsburger-Reiches seit jeher Champagner besonders schätzte, machte sich 1842 Robert Schlumberger zunutze, als er in Bad Vöslau ein Unternehmen gründete, das erstmals österreichischen Schaumwein in Flaschengärung herstellte.

Ein Unternehmen von der Größe Schlumbergers ist allerdings eher ungewöhnlich. Über zwei Drittel der österreichischen Winzer betreiben den Weinbau lediglich als Nebenerwerb, bei einer durchschnittlichen Anbaufläche von nur drei Hektar je Betrieb können die wenigsten vom Wein allein leben. Nur etwas über ein Dutzend Betriebe fährt überhaupt einen Jahresertrag von über einer Million Liter ein. Diese kleinteilige Struktur ist es aber wohl auch, was die unglaubliche Vielfalt dieses kleinen Weinlandes ausmacht. Viele der autochthonen Trauben und Spezialitäten, für die vinophile Touristen in die Alpenrepublik pilgern, wären ohne den Einsatz heimatverbundener Winzerfamilien nicht möglich, die auf gerade mal drei Prozent der landwirtschaftlichen Fläche 20 Prozent des gesamten Agrarumsatzes erwirtschaften. Text: Dario Sellmeier

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Frankreich

Domaine Duroché Gevrey Chambertin Les Jeunes Rois 2022

Rotwein · Gevrey-Chambertin · Pinot Noir

Pinot Noir Gevrey-Chambertin AOC Lieu-dit Les Jeunes Rois Reben aus 1953 2022

Der Gevrey-Chambertin Les Jeunes Rois 2022 von Pierre Duroché stammt aus einer winzigen Parzelle mit alten Reben aus dem Jahr 1953. Ein reinsortiger Pinot Noir in besonders dichter, kompakter Form – Extrakt und Frucht öffnen sich erst mit viel Luft.


Les Jeunes Rois – alte Reben in Gevrey-Chambertin

Die Lage Les Jeunes Rois liegt in Gevrey-Chambertin, der größten Gemeinde der Côte de Nuits. Aus einer winzigen Parzelle mit Reben aus dem Jahr 1953 entsteht dieser Wein; die tief im sandigen Mergel wurzelnden Stöcke verleihen ihm eine feine und zugleich komplexe Struktur.

Pierre Duroché zählt zu den gesuchten Adressen von Gevrey-Chambertin; seine Handschrift zielt auf Finesse, Präzision und einen klaren Terroir-Ausdruck.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der zur dichten, extraktreichen Art dieses Weins passt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, von Reben aus dem Jahr 1953.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – auf Extrakt, Dichte und einen klaren Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Pinot Noir in kompakter, dichter Form – Extrakt und Frucht öffnen sich erst mit viel Luft. Unreife Himbeeren, Veilchen und Frühlingswiese treffen auf Graphit, nasse Steine und ätherische Anklänge. Ein Wein, der noch Zeit braucht.

Unreife Himbeere, Veilchen und Graphit über nassen Steinen – dicht, extraktreich und mit großer Zukunft.

In der Jugend noch verschlossen; sein volles Potenzial entfaltet der Wein über viele Jahre Flaschenreife. Vor dem Genuss großzügig dekantieren; bei 16 °C servieren.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Ente, Gerichte mit Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für gehaltvollere Gerichte und den besonderen Anlass.


Lage: Les Jeunes Rois (Lieu-dit), Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); sandiger Mergel, Reben aus 1953
Klassifikation: Gevrey-Chambertin AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Länder/Regionen

Ziereisen Jaspis Unterirdisch Gutedel 2022

Wein · Roter Gutedel · Baden · Deutschland

Ziereisen Jaspis Unterirdisch 2022 ist ein Roter Gutedel von Hanspeter Ziereisen aus Efringen-Kirchen am Dreiländereck. Streng naturnah vinifiziert – keine Filtration, kein Schwefelzusatz, drei Jahre Ausbau – zeigt der Wein, was diese seltene Rebsorte mit Zeit und handwerklicher Konsequenz leisten kann.


Markgräflerland / Oberrhein

Efringen-Kirchen liegt im südlichen Markgräflerland, eingebettet zwischen Schwarzwald, Rhein und Elsass – eine der wenigen deutschen Regionen, in denen Roter Gutedel noch traditionell verankert ist. Die Lagen ruhen auf Kalkverwitterungsböden mit Lössauflagen, die dem Wein Spannung und Mineralität geben. Die Nähe zum Oberrhein sorgt für ein gemäßigtes Klima mit langen Reifephasen. Klassifiziert als Landwein Oberrhein. Die „Jaspis"-Linie umfasst die Spitzenweine des Guts.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Rotem Gutedel, zu 100 % handgelesen und abgebeert. Die Vergärung erfolgt ein Jahr in einer im Weinberg vergrabenen Tonamphore – die konstante Erdtemperatur verlangsamt den Prozess und erhält die aromatische Präzision. Anschließend reift der Wein zwei weitere Jahre im Holz. Abgefüllt ohne Filtration und ohne Schwefeldioxidzusatz, mit einem Teil der Hefe im Gebinde – eine leichte Trübung ist naturbedingt. Trocken ausgebaut.

Im Glas

In der Nase rote Beeren, Himbeere und eine dezente Holzwürze, unterlegt von salziger Mineralik. Am Gaumen sofort viel Zug – eine straffe, spannungsvolle Struktur, die sich durch den gesamten Trunk zieht. Mit nur leichtem Alkohol bleibt er ultrafrisch und dennoch substanziell. Der Abgang ist lang, mit anhaltendem Spiel zwischen Frucht und Mineralität – kein Reduktionston, kein Holzüberhang.

Am Tisch

Durch den dreijährigen Gesamtausbau jetzt trinkreif; weitere Entwicklung bis 2028–2030. Vor dem Einschenken einige Minuten stehend ruhen lassen, dann dekantieren – das reduziert Schwebstoffe und öffnet die Aromatik. Bei 12–14 °C servieren.

Passt zu: gegrilltem Lachs, Ziegenkäse, Linsen mit Kräutern und Kalbsbries – durch seine Frische und Spannung auch solo am Abend.


Lage: Markgräflerland, Efringen-Kirchen am Dreiländereck (Baden, Deutschland); Weingut Ziereisen
Klassifikation: Landwein Oberrhein – 100 % Roter Gutedel, trocken
Ausbau: 1 Jahr in vergrabener Tonamphore, 2 Jahre Holz; ohne Filtration und ohne Schwefelzusatz
Jahrgang: 2022

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Spirituosen

Túnel Green Absinthe

Absinth · Spirituose · Mallorca · Spanien

Túnel Green Absinthe ist ein hochprozentiger Absinth, der auf der Insel Mallorca in der Destillerie Antonio Nadal hergestellt wird. Das Geheimnis ist die Mischung natürlicher Extrakte von Sternanis, Koriander und Wermutkraut. Traditionell mit Wasser, Eis und Zucker genossen.


Mallorca

Die Destillerie Antonio Nadal auf Mallorca blickt auf eine lange Tradition in der Herstellung von Spirituosen und Likören zurück. Hier entsteht der Túnel Green Absinthe nach überlieferter Rezeptur.

Herstellung und Reifung

Der Absinth wird aus natürlichen Extrakten von Sternanis, Koriander und Wermutkraut komponiert. Diese Kräutermischung verleiht ihm seinen charakteristischen, anisgeprägten Geschmack und die typisch grüne Farbe.

Im Glas

Leuchtend grün. In der Nase und am Gaumen intensiv anisgeprägt, mit der würzig-bitteren Note des Wermuts und einem Hauch Koriander. Hochprozentig, aromatisch und lang im Abgang.

Zum Genuss

Traditionell mit kaltem Wasser, Eis und etwas Zucker zubereiten – das Wasser lässt den Absinth milchig eintrüben (Louche-Effekt). Auch als Zutat in Cocktails geeignet.

Klassische Begleitung: als Apéritif oder Digestif, klassisch im Absinth-Ritual.


Herkunft: Mallorca (Spanien)
Art: Absinth (hochprozentige Spirituose)
Herstellung: natürliche Extrakte: Sternanis, Koriander, Wermut

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Rebsorten

Dietrich Riesling halbtrocken 1,00 Liter

Wein · Weißwein · Pfalz · Deutschland

Dietrich Riesling ist geprägt von Zitrus- und Apfelaromen und präsentiert sich mit viel Frische und spritziger Säure. Eine feine Restsüße bildet den belebenden Gegenspieler in diesem Schoppen – praktisch abgefüllt in der 1-Liter-Flasche.


Pfalz

Das Weingut Familie Dietrich bewirtschaftet 25 Hektar Rebfläche von Großkarlbach bis Weisenheim am Sand und Laumersheim in der Pfalz. Über 1.800 Sonnenstunden im Jahr bringen reife, aromatische Trauben hervor. Riesling ist die Königssorte des deutschen Weinbaus.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Riesling. Der Ausbau bewahrt die klare Frucht, die lebendige Säure und eine feine Restsüße, die für ein saftiges, animierendes Spiel sorgt. Abgefüllt in der praktischen 1-Liter-Flasche – ideal als Schoppenwein.

Im Glas

Helles Grüngelb. In der Nase Zitrus und frischer Apfel. Am Gaumen saftig und spritzig, mit klarer Frucht, lebendiger Säure und einer feinen Restsüße als belebendem Gegenspieler; animierender Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – ein unkomplizierter Schoppenwein, auch solo.

Passt zu: leichten Vorspeisen, Fisch, Geflügel, asiatischer Küche und würzigen Gerichten.


Lage: Pfalz (Deutschland); Weingut Familie Dietrich
Klassifikation: Pfalz – 100 % Riesling
Ausbau: fruchtbetont, mit lebendiger Säure
Füllmenge: 1,0 Liter

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Weine

Martin Waßmer Grauer Burgunder

Wein · Weißwein · Baden · Deutschland

Martin Waßmer Grauer Burgunder ist ein saftiger, fruchtbetonter Grauburgunder aus Baden. In der Nase sauber mit feiner Frucht, am Gaumen reif und harmonisch mit einem Hauch Honig.


Baden / Markgräflerland

Das Weingut Martin Waßmer ist im Markgräflerland in Baden beheimatet und zählt zu den führenden Erzeugern der Region. Das milde Klima und die kalk- und lössgeprägten Böden bringen saftige, gehaltvolle Burgunderweine hervor.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauburgunder. Der Ausbau bewahrt die reife, saftige Frucht und die harmonische, zugängliche Stilistik. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase sauber, mit feinen Fruchtnoten von Williamsbirne, reifem Boskop und etwas Zitronat sowie dezenten nussigen Noten im Hintergrund. Am Gaumen saftig, mit mittlerer Dichte und Länge, reifer Frucht und einem Hauch Honig.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Geflügel, hellem Fleisch, Pasta und mildem Käse.


Lage: Baden, Markgräflerland (Deutschland); Weingut Martin Waßmer
Klassifikation: Gutswein – 100 % Grauburgunder, trocken
Ausbau: saftig und fruchtbetont

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Feinkost

Bertoni Aceto Balsamico di Modena Scudo 3

Feinkost · Balsamico · Emilia-Romagna

Der Bertoni Aceto Balsamico di Modena Scudo 3 ist ein Aceto Balsamico di Modena IGP der Acetaia del Casato Bertoni mit rund acht bis neun Jahren Fassreife. „Scudo 3" steht für die höchste Stufe der Bertoni-Reifeskala – eine harmonische Verbindung aus Körper und Süße. Er entsteht aus gekochtem Traubenmost mit einem kleinen Anteil Weinessig, was ihm Tiefe und Komplexität gibt. Mit Noten frischer Früchte und deutlichem Traubenaroma.


Herkunft

Die Acetaia del Casato Bertoni liegt in Casalgrande in der Provinz Reggio Emilia, im Herzen der Emilia-Romagna. Seit 1936 stellt die Familie Bertoni hier in drei Generationen Balsamico-Essige her, heute geführt von Lelio Bertoni mit seinen Söhnen Milo und Roberto. Der Aceto Balsamico di Modena IGP entsteht hier aus gekochtem Traubenmost mit einem kleinen Anteil Weinessig und reift in Holzfässern.

Anbau und Verarbeitung

Gekochter Traubenmost mit einem kleinen Anteil Weinessig reift rund acht bis neun Jahre in Holzfässern. Der hohe Mostanteil und die lange Reife geben „Scudo 3" seine Geschmackstiefe und Komplexität. Zutaten: gekochter Traubenmost, Weinessig. Enthält Sulfite.

Geschmack

Tiefdunkel und glänzend, mit dichter Viskosität. Im Geschmack harmonisch ausbalanciert zwischen Körper und Süße, reich an Noten frischer Früchte und mit deutlichem Traubenaroma. Der Abgang ist lang und vielschichtig.

Am Tisch

Roh genießen – ideal für frische Salate, italienische Gemüse-Dips und gereiften Parmigiano Reggiano oder Grana Padano, deren Geschmack er hervorhebt. Tropfenweise als Finish über das fertige Gericht. Kühl und dunkel lagern.


Hersteller Acetaia del Casato Bertoni, Casalgrande (Reggio Emilia, Italien)
Produkt Aceto Balsamico di Modena IGP, Stufe „Scudo 3"
Zutaten gekochter Traubenmost, Weinessig (enthält Sulfite)
Herkunft Modena / Emilia-Romagna (Italien)
Verarbeitung 8–9 Jahre Reifung in Holzfässern
Mindesthaltbarkeit (MHD) 2035

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Whisky

Kilchoman Islay Vintage 2014 Oloroso Sherry Single Cask 57,30 %

Spirituose · Single Malt Whisky · Islay · Schottland

Kilchoman Islay Vintage 2014 Oloroso Sherry Single Cask ist ein getorfter Islay Single Malt der Kilchoman-Farmdestillerie. Gebrannt 2014 und vollständig im Oloroso-Sherryfass gereift – ein Einzelfass, in dem dunkle Trockenfrucht und Nuss auf maritimen Torfrauch treffen.


Herkunft

Kilchoman ist eine Farmdestillerie an der Westküste der Insel Islay (gegründet 2005, bei Machir Bay) – die erste neue Brennerei Islays seit 124 Jahren. Sie verfolgt das Prinzip „barley to bottle" und brennt getorfte, küstenwürzige Malts; die Standard-Range ist mit rund 50 ppm kräftig getorft.

Destillation und Reifung

Getorfter Islay Single Malt (rund 50 ppm), gebrannt 2014. Als Single Cask reifte er vollständig in einem Oloroso-Sherryfass, das Trockenfrucht, Nuss und würzige Fülle beisteuert. Naturbelassen: ohne Farbstoff, nicht kühlgefiltert.

Im Glas

Tiefes Gold bis Bernstein. In der Nase Dörrobst, Rosine, Walnuss und süße Sherrynoten, unterlegt von kräftigem Torfrauch. Am Gaumen vollmundig und würzig, mit dunkler Frucht, Schokolade, Nuss und maritimem Rauch. Langer, warm-rauchiger Abgang.

Pur genießen

Pur aus dem Nosing-Glas, bei Bedarf mit wenigen Tropfen Wasser, das die Aromen öffnet. Ein seltenes, sherryfassgereiftes Einzelfass in Fassstärke für Liebhaber getorfter Islay-Malts – ideal als Digestif.

Klassisch solo: pur, mit etwas Wasser, als Digestif.


Herkunft: Islay (Schottland); Destillerie Kilchoman
Art: Islay Single Malt Whisky (getorft ~50 ppm), Single Cask
Reifung: vollständig im Oloroso-Sherryfass; ohne Farbstoff, nicht kühlgefiltert
Edition: Destillation 2014

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Australien

Langmeil Steadfast Shiraz Cabernet

Rotwein · Cuvée · Barossa Valley · Australien

Langmeil Steadfast Shiraz Cabernet ist eine kraftvolle Rotwein-Cuvée aus dem berühmten Barossa Valley in South Australia. Aus Shiraz und Cabernet Sauvignon, mit kräftigem Fruchtgerüst, Brombeermarmelade und weißem Pfeffer – saftig und voll, mit rundem Finish. Ein typischer Down-Under-Wein.


Barossa Valley

Langmeil zählt zu den ältesten Weingütern Australiens (Wurzeln in den 1840ern) und ist eine 5-Sterne-Winery (Halliday) im Barossa Valley in South Australia – einer der besten Shiraz-Regionen der Welt. Das Gut ist bekannt für alte, oft wurzelechte Reben und einen traditionellen, fruchtbetonten Stil.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Shiraz und Cabernet Sauvignon. Der Shiraz bringt üppige dunkle Frucht und Fülle, der Cabernet Struktur und Würze. Der Wein reift mehrere Monate in französischer und amerikanischer Eiche (überwiegend gebrauchte Fässer), was die Frucht stützt und feine Würznoten ergänzt.

Im Glas

Dichtes, dunkles Violett. In der Nase kräftiges Fruchtgerüst mit Brombeermarmelade, weißem Pfeffer und roter Grütze, dazu Gewürz und etwas Kakao. Am Gaumen saftig und voll, mit reifer dunkler Frucht, samtigen Tanninen und guter Länge. Rundes, harmonisches Finish.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Hervorragend zu kraftvollem Essen – oder einfach solo genossen.

Klassische Begleitung: Rinderbraten, Lamm, Schmorgerichte, Gegrilltes und gereifter Käse.


Lage: Barossa Valley, South Australia (Australien)
Klassifikation: Shiraz-Cabernet – Rotwein-Cuvée (trocken)
Ausbau: mehrere Monate in französischer und amerikanischer Eiche

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