Das Weinbaugebiet Wagram

Über Zweigelt, PiWis, die Reblaus und eine Mostwaage

Gegründet wurde sie im Stift Klosterneuburg, mit seiner neunhundertjährigen Geschichte eines der ältesten Weingüter des Landes, außerdem das größte private und – bereits seit 2009 – das erste, das klimaneutral wirtschaftet. Beide sind ähnlich legendär, das Klosterweingut und sie, die Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau. Der sehr bürokratische Name lässt es schon vermuten: diese Institution untersteht, übrigens als einzige ihrer Art in ganz Österreich, direkt dem Landwirtschaftsministerium. Das wiederum lässt Schlüsse darauf zu, wie wichtig dem Staat die Ausbildung seiner Winzer ist – an der 1860 gegründeten und damit ältesten Weinbauschule der Welt werden etwa 160 Schüler etwa in Kellerwirtschaft, Rebenzüchtung – hier ganz auf der Höhe der Zeit mit Fokus auf sogenannten „PiWis“, pilzwiderständigen Sorten, die in bisher als zu kühl erachteten Regionen angebaut werden können -, aber auch Nachhaltigkeit unterrichtet. Entwickelt wurde hier zum Beispiel die Klosterneuburger Mostwaage, deren Zuckergrade das Pendant zu den in Deutschland genutzten Oechsle-Graden darstellen. Sie ist nicht nur in Österreich verbreitet, sondern aus historischen Gründen nach wie vor in fast allen Regionen des ehemaligen Habsburgerreichs, etwa in Italien, Ungarn, Slowenien und Teilen des Balkans. In der Vergangenheit schoss man mit zu forscher Forschung manchmal allerdings auch über das Ziel hinaus: beim Versuch, mit dem Mehltau eine der großen Plagen der Weinwelt zu bekämpfen, holte man sich unbeabsichtigt eine noch viel größere ins Land: auf den Rebstöcken, die man aus akademischen Zwecken aus der Neuen Welt importierte, hatte sich die Reblaus niedergelassen und verbreitete sich nun von Klosterneuburg aus in ganz Europa. Der Direktor musste unter Polizeischutz gestellt werden, so erzürnt waren die Weinbauern der Umgebung über die Vernichtung ihrer Ernten. Wenige Jahre später entdeckte derselbe allerdings auch, dass sich die Kombination aus robusten amerikanischen Unterlagen und aufgepfropften heimischen Edelreisern als ausreichend widerständig erwies.

Einige Jahrzehnte später, 1921, kreuzte ein gewisser Fritz Zweigelt aus den beiden alten österreichischen Sorten St. Laurent und Blaufränkisch eine neue Traube, die sich ab der Nachkriegszeit langsam aber sicher zur führenden Rotweinrebe Österreichs mausern sollte, auch wenn sie am Ort ihrer Entstehung ironischerweise nur auf 15 Prozent der Fläche kultiviert wird. Die Gründe für ihren Aufstieg lagen einerseits in ihrer besonderen Eignung für die Erziehung in Hochkultur, mit der Lenz Moser Anfang der 50er den Weinbau revolutioniert hatte, andererseits in der Anspruchslosigkeit in Bezug auf die Böden. Moser war es auch, der der Rebe zum eingängigen Namen ihres Züchters verhalf, nachdem sie lange Zeit nur als das Kreuzungsprodukt ihrer Elternreben etikettiert worden war. Ob der Zweigelt Zweigelt bleiben darf, war in Österreich vor einiger Zeit Gegenstand einer heftigen Debatte: weil der Namensgeber als überzeugter Nationalsozialist galt, gab es alle möglichen Vorschläge für eine Umbenennung, von durchaus ernst gemeinten wie „Österreich Blau“ bis hin zum augenzwinkernden „Blauen Montag“. Der schon länger existierende Alternativname „Rotburger“, welcher mit „Blauburger“ und „Goldburger“ den schön aufeinander abgestimmten Dreiklang der wichtigsten Züchtungen Zweigelts bildet, wurde ebenfalls in Betracht gezogen, angesichts der Erfolglosigkeit der beiden anderen Rebsorten aber verworfen. Mittlerweile hat sich die Affäre etwas abgekühlt, der allergrößte Teil der Winzerschaft hat aus Marketinggründen den Namen „Zweigelt“ beibehalten, lediglich der Dr. Fritz Zweigelt-Preis für verdiente Weingüter wurde 2016 eingestampft.

Anders als in den Gebieten rund um Krems ist am Wagram sowohl das Klima als auch das Bodenprofil von einer mustergültigen Einheitlichkeit. Klimatisch ist er ganz und gar den Luftströmen der Pannonischen Tiefebene hingegeben, die, ungehindert durch größere Erhebungen in der Landschaft, am Tag sehr warme Winde hertragen, die Nächte aber sehr kalt werden lassen. Das mag der Grüne Veltliner gern, mit einem Anteil von zwei Dritteln die Leitrebe der Region, die hier einen anderen Charakter entwickelt als auf den mineralischen Urgesteinsböden, die weiter im Nordwesten vorherrschen: er gerät weniger schlank, legt sich stattdessen eine gewisse Schmelzigkeit zu und weiß so in Kombination mit einer saftigen, eher gelben als grünen Frucht auch diejenigen zu überzeugen, denen ein Wachauer Veltliner zu knackig-karg daherkommt. Zu verdanken ist das der meterdicken Lössschicht, die sowohl Wärme als auch insbesondere Wasser hervorragend speichern kann und damit die in ihr wurzelnden Reben während der heißen Sommer der letzten Jahre gut versorgte. Ob die Vorherrschaft der weißen Sorten allerdings auf Dauer anhalten wird, ist fraglich. Wäre es nicht so, müsste man sich gewiss umstellen: als Riedenweine, also höchste Qualitätsstufe, sind aktuell nur Riesling, Grüner Veltliner und Roter Veltliner zugelassen. Letzterer ist trotz seines Namens ein Weißwein, und eine Spezialität der Region noch dazu. Allerdings bedarf er einer radikalen sogenannten Grünlese, also des Wegschneidens eines großen Teils noch unreifer Trauben, um zu ausreichend geschmacklichem Ausdruck zu finden. Verfärben sich die Schalen der Weinbeeren rötlich (daher stammt sein Name), hat man alles richtig gemacht, dann gerät der Wein feinwürzig und hält sich viele Jahre. Die anstrengende notwendige Handarbeit hat ihn von der ehemals verbreitetsten Rebsorte der Region zu einer Liebhabertraube herabsinken lassen, die in ganz Österreich nur noch 200 Hektar beanspruchen darf, was aber manche Winzer wie etwa Josef Fritz aus Zaußenberg nicht davon abgehalten hat, den Roten Veltliner zu seiner Leitrebe zu machen. Aufgrund seiner Toleranz auch für glühende Hitze wird aus ihm vielleicht doch noch eine Traube der Zukunft. Ebenso fit für klimatische Veränderungen ist seit jeher der Gemischte Satz, eine Besonderheit des Wiener Raumes, bei der verschiedene Rebsorten – mit entsprechend verschiedenen Resistenzen gegen Umwelteinflüsse – in einem gemeinsamen Weingarten angebaut und auch zusammen eingemaischt werden – in früheren Jahrhunderten, als man noch nicht über eine klare Ampelographie verfügte, der Standard im Weinbau. Franz Leth aus Fels am Wagram treibt es damit richtig auf die Spitze und hält wahrscheinlich den geheimen Weltrekord für die meisten Rebsorten in einem Wein: 200 unterschiedliche Trauben, von denen sich jeweils nur einige Stöcke im Versuchsweingarten des Gutes befinden, haben ihren Saft zu diesem Gemischten Satz der Extraklasse beigesteuert. Und auch Süßweine, insbesondere Eisweine von erlesener Qualität gewinnen von Jahr zu Jahr an Bedeutung, auch wenn sie (noch) nicht den Gebietsnamen tragen dürfen, sondern sich mit einem schlichten „Niederösterreich“ begnügen müssen.

Will man von Wien aus einen Abstecher in ein Weinbaugebiet der Umgebung machen, bietet sich der Wagram, der bis 2007 noch Donauland hieß, besonders an: nicht so überlaufen wie die Wachau, dazu mit einer sehr sanften Landschaft, die ohne große Mühen durchwandert werden kann. Folgt man der langgestreckten Erhebung, mag man gar nicht glauben, dass hier „nur“ 2500 Hektar bewirtschaftet werden, denn der glücklicherweise nach Süden ausgerichtete, bis zu 20 Meter hohe Hang ist über und über mit Reben bepflanzt – auch wenn besonders kleinere Winzer dem Kostendruck, den die Bewirtschaftung des an vielen Stellen für Maschinen unzugänglichen Wagrams erzeugt, nicht standhalten konnten und aufgaben. Geologisch betrachtet handelt es sich bei ihm um eine 30 Kilometer lange Geländestufe, die sich auf einem Urgesteinssockel durch die Ablagerung vom Wind hergetragener feiner Sedimente aus Sand, Kalk und Lehm am Ufer des Urmeeres bildete. Alt ist sein aus dem Mittelhochdeutschen stammender Name, bestehend aus den Begriffen „wac“, der mit Welle oder Woge zu übersetzen ist und dem auch heute noch geläufigen „rain“, einen Hang bezeichnend. Nicht nur äußerlich macht man ihn sich zur Nutze, in ihn hinein grub man seit jeher auch Keller für Weinbereitung und -lagerung, ja darüber hinaus ganze unterirdische Gangsysteme, sogenannte Erdställe, deren vermutete Funktionen unter Archäologen kontrovers diskutiert werden und von Zufluchtsorten bei feindlichen Angriffen bis zu heidnischen und frühchristlichen Kultstätten reichen. Mit dem „Lössfrühling am Wagram“ setzt die Region seit einigen Jahren ihrem Boden an ganzen vier Wochenenden ein Denkmal, bei dem der Rebensaft natürlich auch nicht zu kurz kommt: 100 Winzer laden zur Verkostung von insgesamt 1200 Weinen.

Die Donau durchfließt das Weinbaugebiet in der Mitte von Westen nach Osten und trennt es so in einen nördlichen Teil mit dem eigentlichen Wagram und einen südlichen mit dem beschaulichen Tullnerfeld, das eher mit gröberen Schotterböden aufwartet und im Osten bei Klosterneuburg bis vor die Wiener Stadtgrenze reicht. Im Tullnerfeld münden viele Flüsse in die Donau, die ihrerseits namensgebend für andere Weinbaugebiete in der Nähe sind, etwa die Traisen, die Krems oder der Kamp. Die Winzer sind sehr gastfreundlich hier, auch weil man weiß, dass der Besuch weinbegeisterter Touristen nicht selbstverständlich ist. Bis vor etwa 20 Jahren hatte kein Kenner Wagramer Weine auf dem Schirm, der Landstrich zwischen den beiden großen Namen Wachau und Wien galt weintechnisch als Niemandsland ohne eigenen Charakter. Es waren Winzer wie Karl Fritsch oder Bernhard Ott, die konsequent auf Biodynamie und damit einhergehende Handarbeit setzten und dem unter Übervermarktung leidenden Wagramer Wein endlich ein eigenes Gesicht schenkten. Die Vereinigung „respekt-BIODYN“, die von beiden maßgeblich mitangestoßen wurde, vereint mittlerweile einige der interessantesten Winzer im deutschsprachigen Raum wie Heinrich, Claus Preisinger, Clemens Busch oder Wittmann. Zudem erkannte man in der steigenden Nachfrage nach Pet Nat und Orange-Weinen früh einen der großen Trends der Zukunft und ist darin neben dem Neusiedlersee auch jetzt österreichweit noch führend.

Die einen kehren also zur Ursprünglichkeit zurück, die anderen haben sie nie verlassen. Viele Heurige hier verdienen noch ihren Namen, haben tatsächlich nur wenige Wochen im Jahr geöffnet und wenig gemein mit den großen Wiener Lokalen, die nurmehr gewöhnliche Restaurants im Heurigenstil sind. In Großriedenthal kann man im „Museum der einfachen Dinge“ den Alltag einer bäuerlichen Gemeinschaft in der Frühen Neuzeit nachempfinden, und in Grafenwörth hat sich mit der Fass- und Bottichmanufaktur Benninger eine der ganz wenigen Betriebe Mitteleuropas erhalten, die noch jene Behältnisse herstellen, die bis zur Etablierung der Flasche unverzichtbar für die Aufbewahrung des Rebensaftes waren und auch heute für den Barrique-Ausbau noch nachgefragt werden. Und selbst im Obstbau behaupten sich alte Kulturen gegen intensive Landwirtschaft: wie die Wachau für ihre Marille ist der Wagram bekannt für seine Walnüsse. Die „Wagramer Nuss“ findet sich im Register der traditionellen österreichischen Lebensmittel, mit dem das Landwirtschaftsministerium diesen den Status von bewahrenswerten Kulturgütern zugesteht. Eingeführt bereits durch die Römer, werden die Bäume bis heute liebevoll gepflegt und zu den unterschiedlichsten Leckereien, besonders den in Österreich seit jeher beliebten Mehlspeisen, verarbeitet und entfalten so in Palatschinken, Strudel, Buchteln oder Torten ihr Aroma. Weinliebhabern dürfte die Walnuss aber vor allem als Bestandteil des Nussbrotes begeben, das von vielen Winzern während der Weinprobe gereicht wird oder beim Restaurantbesuch die Speisenfolge einläutet.

Der Wagram – ein Weinbaugebiet der leisen Töne, das behutsam seiner ganz eigenen Zukunft zustrebt. Zwischen neuen Wegen in Klosterneuburg und alten Pfaden im Löss entspinnt sich ein feines Netz, in dem sich der aufgeschlossene Weintrinker nur allzu leicht verfangen kann! Text: Dario Sellmeier

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Spanien

Conde Pinel Tempranillo tinto

Rotwein · Tempranillo · Castilla · Spanien

Conde Pinel Tempranillo Tinto ist ein trockener Rotwein von Hammeken Cellars aus dem Herzen Spaniens. Reinsortig aus Tempranillo gekeltert, gehört er zur modernen Conde-Pinel-Linie – fruchtbetont, klar und trocken.


Castilla

Die Conde-Pinel-Linie stammt vom Önologenteam um David Tofterup bei Hammeken Cellars (Jávea/Alicante) und umfasst einen Weiß-, einen Rosé- und einen Rotwein. Der Tinto trägt die Herkunftsangabe Vino de la Tierra de Castilla.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Tempranillo. Nach der temperaturkontrollierten Gärung im Edelstahl reift ein Teil des Weins rund drei Monate in französischer Eiche. Die kurze Holzreife gibt feine Würze, ohne die Frucht zu überdecken.

Im Glas

Leuchtendes Rubinrot. In der Nase rote Frucht – Beeren, wilde Erdbeere und Kirsche – dazu ein Hauch geröstetes Brot und Vanille aus der Holzreife. Am Gaumen fruchtbetont, weich und zugänglich, trocken mit rundem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein unkomplizierter, fruchtbetonter Tempranillo für viele Gelegenheiten.

Klassische Begleitung: Gegrilltes, Geflügel, Pasta und Hartkäse.


Lage: Castilla-La Mancha (Spanien)
Klassifikation: Vino de la Tierra de Castilla – Rotwein (trocken)
Ausbau: Edelstahl, teils ~3 Monate in französischer Eiche

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Rebsorten

Martin Waßmer Schlatter Maltesergarten Pinot Noir GC 2017

Wein · Rotwein · Baden · Deutschland

Waßmer Schlatter Maltesergarten Pinot Noir GC 2017 ist ein ausgezeichneter Lagen-Spätburgunder mit Potenzial. Purpurfarben mit violetten Reflexen, zeigt er eine elegante Frucht und einen saftigen, feinen Gaumen.


Baden / Schlatter Maltesergarten

Das Weingut Martin Waßmer ist im Markgräflerland in Baden beheimatet und zählt zu den führenden Erzeugern der Region. Der Pinot Noir aus der Lage Schlatter Maltesergarten wächst auf Kalksteinböden mit Auflagen aus Löss und Lehm – eine Grundlage für elegante, mineralisch geprägte Spätburgunder.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Spätburgunder (Pinot Noir) in der Spitzenkategorie GC. Der Ausbau stellt die elegante Frucht und die feine Struktur der Lage in den Vordergrund. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Purpurfarben mit dezenten violetten Reflexen. In der Nase elegante Frucht von Sauerkirsche, Himbeere und Preiselbeere. Am Gaumen saftig, mit feiner Beerenfrucht von Kirsche, Preiselbeere und Himbeere, feinem Tannin und gutem Reifepotenzial.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; jüngere Flaschen profitieren vom Dekantieren.

Passt zu: Kurzgebratenem, Gegrilltem und Geschmortem, kräftigem Geflügel, Krustentieren und Käse.


Lage: Baden, Markgräflerland – Schlatter Maltesergarten (Deutschland); Weingut Martin Waßmer
Klassifikation: Lagenwein (GC) – 100 % Spätburgunder (Pinot Noir), trocken
Ausbau: elegant und fruchtbetont; Kalkstein mit Löss und Lehm
Jahrgang: 2017

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Weine

Battenfeld Spanier Blanc de Blancs Grande Cuvée 2010 Extra Brut BIO

Das Flaggschiff unter den Sekten des Hauses ist die Battenfeld-Spanier Blanc de Blancs Grande Cuvée 2010 Extra Brut. Reiner Chardonnay von 1994 gepflanzten Champagner-Klonen auf Kalk in Hohen-Sülzen. Nach der Flaschengärung lag sie weit mehr als zehn Jahre auf der Hefe.

Im Glas

Sehr feine Perlage. Im Mund fester Griff und cremiger Schmelz, nussige, feine Frucht und viel Extrakt. Der lange, salzige Nachklang verleiht ihr Präzision und Tiefe. Ein Sekt für große Gläser und besondere Momente.

Mach was draus

Hummer, Jakobsmuscheln, Austern, Geflügel in Rahmsauce oder ein lange gereifter Hartkäse. Auch als Aperitif für einen großen Anlass. Serviere sie bei 8 bis 10 °C im großen Weißweinglas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Die Grande Cuvée ist für mich deutscher Sekt auf Weltniveau. Ein Erlebnis, das man nicht vergisst.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie lange lag sie auf der Hefe? Rund 13 Jahre – außergewöhnlich lange für einen Sekt. In dieser Zeit entstehen der cremige Schmelz und die nussigen Töne.

Wer steht dahinter? Hans-Oliver Spanier, der das Weingut Battenfeld-Spanier in Hohen-Sülzen führt, zusammen mit seiner Frau Carolin Spanier-Gillot. Schon 1993 stellte der Betrieb auf ökologischen Anbau um.

Wie wird sie gemacht? Die Trauben kommen früh vom Stock, der Most gärt mit wilden Hefen im Tonneau, die zweite Gärung findet in der Flasche statt; Handrüttelung und eine minimale Dosage.

100 % Chardonnay · Hohen-Sülzen, Rheinhessen · Kalk · Champagner-Klone, gepflanzt 1994 · Jahrgang 2010 · Spontangärung im Tonneau · Flaschengärung · rund 13 Jahre Hefelager · Handrüttelung · Extra Brut · bio, Kontrollstelle DE-ÖKO-006 · Battenfeld-Spanier, Hohen-Sülzen · Stand: Oktober 2026

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Rebsorten

Noon Reserve Cabernet Sauvignon 2012

Rotwein · Langhorne Creek · Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon Langhorne Creek Reserve Fruit Trees · Main Road Block Drew Noon MW franz. Barrique 2012

Der Noon Reserve Cabernet Sauvignon 2012 ist die kultige Cabernet-Spitze des Hauses – ein reinsortiger Cabernet aus Langhorne Creek mit klarer Cassisfrucht, einem frischen Lift und einer wundervollen Balance, die schon jetzt großen Trinkgenuss bietet.


Noon – Kult aus McLaren Vale

Noon gehört zu den absoluten Old-School-Weingütern – schon immer handgemacht. Drew Noon, einer der wenigen Masters of Wine Australiens, übernahm das Gut 1996 und gibt zu jeder Ernte ganz klar an, was „Mother Nature" ihm beschert hat. Sein Ansatz: Handlese, Gärung in offenen Bottichen mit manueller Stampfung, Korbpresse, minimaler Eingriff im Keller, ungeschönt und ungefiltert.

Während der Eclipse von den estate-eigenen Grenache-Reben in McLaren Vale stammt, kommen die Trauben für die Reserve-Weine aus dem etwas südlicher gelegenen Langhorne Creek – seit dem ersten Reserve Cabernet 1996 stets aus den Blocks Fruit Trees und Main Road des Borrett-Vineyards. Die Reben (gepflanzt 1972) wachsen auf tiefen, alluvialen Lehmböden der Bremer-River-Flutebene, deren gute Wasserspeicherung eine langsame, vollständige Reife ermöglicht.

Jahrgang 2012 – Langhorne Creek

Der Reserve Cabernet ist bewusst ein reiferer Cabernet-Stil, der die Cassis- und Brombeerfrucht über kräutrige Noten stellt. Der 2012er zeigt diese Handschrift mit satter Frucht und großer Klarheit, getragen von einem feinen, eher zurückhaltenden Tannin und einer frischen Note, die dem Wein einen schönen Lift und eine wundervolle Balance verleiht.

Ausbau

Reinsortiger Cabernet Sauvignon aus dem Jahrgang 2012, trocken.

Handlese, Gärung in kleinen offenen Bottichen mit ständigem Handstampfen zur schonenden Farb- und Tanninextraktion, anschließend Pressung von Hand in der Korbpresse. Reife rund 16 bis 18 Monate in französischen Barriques (225 l), bei einem moderaten Anteil neuer Fässer. Crushen, Gären, Reifen und Abfüllen erfolgen auf dem Gut; ungeschönt und ungefiltert.

Im Glas

Seit jeher einer der liebsten Noons – endlich unter Schraubverschluss, was sich direkt in der Nase mit ganz klaren Cassisbeeren zeigt, dazu etwas Rumtopfwürze. Im Mund dann satte Frucht: Cassis pur, schwarzer Fliederbeersaft, Kokosschoko, Nelke – jedoch keine extreme Konzentration, sondern ein Übergang in eine frische Note, vielleicht Minze, die dem Wein einen schönen Lift verleiht. Die Tannine sind vorhanden, aber eher im Hintergrund, dabei sehr lang; klar, dass der Wein altern kann. Eine wundervolle Balance schon jetzt.

Wundervolle Balance schon jetzt – diese Flasche war von allen als erste leer getrunken.

(Verkostungsnotiz: Jeanine Hildebrand.) Schon jetzt ein Genuss, klassisch zu gegrilltem Lamm, mit gutem Reifepotenzial; profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu char-gegrilltem Lamm, zu rotem Fleisch und Steak, zu Wild sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Langhorne Creek (South Australia, Australien); Borrett-Vineyard, Blocks Fruit Trees und Main Road, tiefe alluviale Lehmböden (Bremer-River-Flutebene), Reben seit 1972
Klassifikation: Langhorne Creek, Cabernet Sauvignon (Reserve), trocken
Ausbau: 100 % Cabernet Sauvignon; Handlese, Gärung in offenen Bottichen mit Handstampfen, Korbpresse, ~16–18 Monate franz. Barrique; ungeschönt, ungefiltert

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Länder/Regionen

Sylvain Bzikot Puligny-Montrachet 1er Cru Les Folatieres blanc 2022

Weißwein · Puligny-Montrachet Premier Cru · Chardonnay

Chardonnay Les Folatières · 1er Cru Puligny-Montrachet alte Reben 2022

Der Puligny-Montrachet Les Folatières 1er Cru 2022 von Sylvain Bzikot stammt aus einer der renommiertesten Premier-Cru-Lagen von Puligny-Montrachet. Geprägt von alten Reben, zeigt sich dieser Chardonnay als mineralisches, elegantes Kraftpaket mit großem Reifepotenzial.


Les Folatières – Premier Cru über Clavoillon

Les Folatières ist eine angesehene Premier-Cru-Lage von Puligny-Montrachet, ein hochgelegenes Terroir oberhalb des 1er Cru Clavoillon. Alte Reben auf kalksteinreichem Boden bringen einen der vielschichtigsten und mineralischsten Weißweine hervor.

Puligny-Montrachet an der Côte de Beaune beherbergt vier Grand Crus und 17 Premier Crus. Die kalksteinreichen Böden geben feine Mineralität und feste Struktur; wegen des frühen Frühlings und der Frostgefahr ist besondere Aufmerksamkeit nötig. Die Domaine Bzikot Père & Fils hat ihren Sitz in Puligny-Montrachet.

Jahrgang 2022 – Côte de Beaune

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven. Die Lese begann sehr früh, schon im August.

Für die weißen Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische – ein gehaltvoller Jahrgang, der die satte Substanz der Folatières trägt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, von alten Reben.

Der Wein reift im Holzfass auf der Hefe, im Stil der Domaine – auf Balance zwischen Schmelz, mineralischer Linie und reifer Säure ausgerichtet.

Im Glas

In der Nase breit und sinnlich, mit kraftvollen Eindrücken, dazu Macadamianüsse, reife Äpfel, Birnen und würzige Akzente. Am Gaumen cremig, mit reifer, fein ausbalancierter Säure, die die satte Substanz trägt und in ein langes, berührendes Finish überführt – mit Schmelz, Mineralität und Kraft.

Macadamia, reifer Apfel und Würze über cremigem Schmelz und mineralischer Kraft – ein Einzellagen-Chardonnay mit langem Finish.

Schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Hummer und Krustentiere, Fisch in heller Sauce, Bresse-Geflügel, Kalbsbries, dazu reifer Weichkäse. Ein Wein für die große weiße Küche.


Lage: Les Folatières (1er Cru), Puligny-Montrachet (Côte de Beaune); kalksteinreiche Böden, Oberhang über Clavoillon
Klassifikation: Puligny-Montrachet Premier Cru
Ausbau: Chardonnay, alte Reben; Holzfassausbau auf der Hefe

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Weine

Marguet Ambonnay Rosé 2020 Brut Nature BIO

Der Marguet Ambonnay Rosé 2020 Brut Nature ist kein Terrassen-Rosé, sondern einer für den Esstisch: würzig, druckvoll, aus der Grand-Cru-Gemeinde Ambonnay. Pinot Noir und Chardonnay, im Fass gereift und ohne Dosage abgefüllt.

Im Glas

Pfirsichrosa mit Lachsreflexen. In der Nase Walderdbeere, Blutorange und rote Äpfel, dann Zimt, Nelke und Zedernholz. Am Gaumen fast cremig, mit Erdbeere, Orangenzeste und einem leicht herben Schluss, der Lust aufs Essen macht. Das Holz merkst du nicht als Vanille, sondern als Struktur und Würze.

Mach was draus

Entenbrust mit Kirschen, Lachs vom Grill, Garnelen-Curry oder die Weihnachtsgans: Dieser Rosé mag Würze. Auch zu Rote-Bete-Carpaccio mit Ziegenkäse macht er eine gute Figur. Servier ihn bei 8 bis 10 °C in einem großen Glas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Mir gefällt er am besten zu würzigen Gerichten, Ente, Garnelen mit Chili, alles mit etwas Gewürz. Da spielt er seine Zimt- und Zedernnoten richtig aus.“

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Kurz gefragt

Woher kommt die Farbe? Aus der Assemblage: Pinot Noir und Chardonnay werden zusammengeführt, die roten Trauben geben den Pfirsichton.

Ist das ein Sommer-Rosé? Eher nicht. Mit Zimt- und Zedernnoten passt er besser zu Herbst- und Winterküche als zum Picknick.

Pinot Noir und Chardonnay · Ambonnay Grand Cru · Méthode Traditionnelle, Rosé d’Assemblage · Holzausbau · Brut Nature, 0 g/l Restzucker · Champagne Marguet, Ambonnay · Bio, FR-BIO-01 · Stand: Oktober 2026

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Weine

Larmandier-Bernier Champagne Terre de Vertus Premier Cru brut nature BIO

Der Larmandier-Bernier Terre de Vertus 2016 Premier Cru ist Chardonnay aus einer Hanglage in Vertus, abgefüllt ganz ohne Dosage. Larmandier-Bernier füllt diese Cuvée schon seit Mitte der 1990er-Jahre undosiert ab – lange bevor das in Mode kam. Hier spricht nur der Boden.

Im Glas

Helles Gold, eher kräftige Perlen. In der Nase Meeresluft, Macadamia und frische Brioche. Im Mund knochentrocken, mineralisch und straff, mit viel Druck, kreidiger Struktur und einer salzigen Note. Ein sehr langer Abgang, der lange nachklingt.

Mach was draus

Austern, Seeigel, roher Fisch mit etwas Zitrone, Langustinen oder ein paar Scheiben Pata Negra. Durch seine trockene, leicht herbe Art ist er ein perfekter Aperitif für Kenner. Ein Champagner für einen Abend unter Weinfreunden, die Champagner pur mögen. Servier ihn bei 8 bis 10 °C im großen Glas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Ohne Zucker zeigt sich jede Kleinigkeit. Zu Austern gibt es für mich kaum etwas Besseres.“

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Kurz gefragt

Woher kommen die Trauben? Aus der Mitte eines Kreidehangs in Vertus, aus den Lagen Les Barillers und Les Faucherets.

Wie wird er ausgebaut? Spontan vergoren, rund 60 % im gebrauchten Barrique und 40 % im großen Holz, etwa ein Jahr auf der Feinhefe, ungeschönt und unfiltriert. Danach reift er rund sechs Jahre in der Flasche.

100 % Chardonnay · Vertus Premier Cru (Les Barillers, Les Faucherets) · Kreide, mittlerer Hang · Spontangärung, 60 % Barrique, 40 % großes Holz · biologischer Säureabbau · ungeschönt, unfiltriert · ca. 6 Jahre Flaschenreife · Jahrgang 2016 · Brut Nature, ohne Dosage · Champagne Larmandier-Bernier, Vertus · Bio, FR-BIO-10 · Stand: Oktober 2026

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Weine

Dominio de Pingus Pingus 2018 BIO

Rotwein · Ribera del Duero · Tempranillo

Tempranillo Ribera del Duero (La Horra) Biodynamie / Bio 2018

Der Pingus 2018 von Peter Sisseck ist einer der gesuchtesten Rotweine Spaniens – ein nahezu reinsortiger Tempranillo aus uralten Buschreben in La Horra, präzise, floral und auf lange Reife gebaut.


La Horra – die Lage

Pingus stammt aus weniger als fünf Hektar alter Buschreben in La Horra, einem der höchstgelegenen und östlichsten Dörfer der Ribera del Duero. Auf rund 850 bis 900 Metern sorgen heiße Tage und kühle Nächte für Reife bei erhaltener Frische; der hohe Kalksteinanteil prägt die mineralische Tiefe.

Die Frucht kommt aus zwei benachbarten Parzellen, die 1929 gepflanzt wurden: San Cristóbal, das kräftigere Rückgrat des Weins, und das feinere, delikatere Barroso – mit einem kleinen Anteil von rund 2 % weiterer alter Sorten. Die Reben werden biodynamisch und biozertifiziert bewirtschaftet (ES-ECO-031-CL).

Jahrgang 2018 – Ribera del Duero

Nach mehreren heißen, trockenen Jahrgängen brachte 2018 wieder Regen und einen kühleren Verlauf – mit einer Rückkehr zu normalen Erträgen.

Der Pingus 2018 gilt als einer der höchstbewerteten Weine in Sissecks Karriere und folgt der präzisen, eleganten Linie des 2016ers.

Ausbau

Nahezu reinsortiger Tempranillo (Tinto Fino) aus dem Jahrgang 2018.

Die Parzellen werden getrennt spontan mit eigenen Hefen vergoren. Der Ausbau erfolgt langsam und behutsam in französischem Eichenholz – seit 2012 ohne neues Holz, in gebrauchten Barriques, im Jahrgang 2018 erstmals teils in großen Holzfudern, mit minimalem Abstich. Biodynamische, biozertifizierte Bewirtschaftung (ES-ECO-031-CL).

Im Glas

Sehr parfümiert und aromatisch: Brombeere, Kirsche und Heidelbeere über frischen Blüten wie Veilchen. Am Gaumen vollmundig, mit straffer, feingliedriger Tanninstruktur und einem langen, fokussierten Finale – verfeinert und linear.

Präzise, floral und langlebig – ein vielschichtiger Pingus von großer Reintönigkeit.

Vor dem Servieren großzügig dekantieren; großes Reifepotenzial. Bei 17–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Rind vom Grill oder Schmorgericht, zu Wild sowie zu gereiftem Hartkäse wie Manchego.


Lage: La Horra, Ribera del Duero (Spanien); San Cristóbal & Barroso, Buschreben (1929), Kalkstein, ~850–900 m
Klassifikation: DO Ribera del Duero, Tempranillo (Tinto Fino), trocken
Ausbau: Tempranillo; gebrauchte französische Barriques und Holzfuder (kein Neuholz); Biodynamie / Bio (ES-ECO-031-CL)

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