Das Weinbaugebiet Wagram

Über Zweigelt, PiWis, die Reblaus und eine Mostwaage

Gegründet wurde sie im Stift Klosterneuburg, mit seiner neunhundertjährigen Geschichte eines der ältesten Weingüter des Landes, außerdem das größte private und – bereits seit 2009 – das erste, das klimaneutral wirtschaftet. Beide sind ähnlich legendär, das Klosterweingut und sie, die Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau. Der sehr bürokratische Name lässt es schon vermuten: diese Institution untersteht, übrigens als einzige ihrer Art in ganz Österreich, direkt dem Landwirtschaftsministerium. Das wiederum lässt Schlüsse darauf zu, wie wichtig dem Staat die Ausbildung seiner Winzer ist – an der 1860 gegründeten und damit ältesten Weinbauschule der Welt werden etwa 160 Schüler etwa in Kellerwirtschaft, Rebenzüchtung – hier ganz auf der Höhe der Zeit mit Fokus auf sogenannten „PiWis“, pilzwiderständigen Sorten, die in bisher als zu kühl erachteten Regionen angebaut werden können -, aber auch Nachhaltigkeit unterrichtet. Entwickelt wurde hier zum Beispiel die Klosterneuburger Mostwaage, deren Zuckergrade das Pendant zu den in Deutschland genutzten Oechsle-Graden darstellen. Sie ist nicht nur in Österreich verbreitet, sondern aus historischen Gründen nach wie vor in fast allen Regionen des ehemaligen Habsburgerreichs, etwa in Italien, Ungarn, Slowenien und Teilen des Balkans. In der Vergangenheit schoss man mit zu forscher Forschung manchmal allerdings auch über das Ziel hinaus: beim Versuch, mit dem Mehltau eine der großen Plagen der Weinwelt zu bekämpfen, holte man sich unbeabsichtigt eine noch viel größere ins Land: auf den Rebstöcken, die man aus akademischen Zwecken aus der Neuen Welt importierte, hatte sich die Reblaus niedergelassen und verbreitete sich nun von Klosterneuburg aus in ganz Europa. Der Direktor musste unter Polizeischutz gestellt werden, so erzürnt waren die Weinbauern der Umgebung über die Vernichtung ihrer Ernten. Wenige Jahre später entdeckte derselbe allerdings auch, dass sich die Kombination aus robusten amerikanischen Unterlagen und aufgepfropften heimischen Edelreisern als ausreichend widerständig erwies.

Einige Jahrzehnte später, 1921, kreuzte ein gewisser Fritz Zweigelt aus den beiden alten österreichischen Sorten St. Laurent und Blaufränkisch eine neue Traube, die sich ab der Nachkriegszeit langsam aber sicher zur führenden Rotweinrebe Österreichs mausern sollte, auch wenn sie am Ort ihrer Entstehung ironischerweise nur auf 15 Prozent der Fläche kultiviert wird. Die Gründe für ihren Aufstieg lagen einerseits in ihrer besonderen Eignung für die Erziehung in Hochkultur, mit der Lenz Moser Anfang der 50er den Weinbau revolutioniert hatte, andererseits in der Anspruchslosigkeit in Bezug auf die Böden. Moser war es auch, der der Rebe zum eingängigen Namen ihres Züchters verhalf, nachdem sie lange Zeit nur als das Kreuzungsprodukt ihrer Elternreben etikettiert worden war. Ob der Zweigelt Zweigelt bleiben darf, war in Österreich vor einiger Zeit Gegenstand einer heftigen Debatte: weil der Namensgeber als überzeugter Nationalsozialist galt, gab es alle möglichen Vorschläge für eine Umbenennung, von durchaus ernst gemeinten wie „Österreich Blau“ bis hin zum augenzwinkernden „Blauen Montag“. Der schon länger existierende Alternativname „Rotburger“, welcher mit „Blauburger“ und „Goldburger“ den schön aufeinander abgestimmten Dreiklang der wichtigsten Züchtungen Zweigelts bildet, wurde ebenfalls in Betracht gezogen, angesichts der Erfolglosigkeit der beiden anderen Rebsorten aber verworfen. Mittlerweile hat sich die Affäre etwas abgekühlt, der allergrößte Teil der Winzerschaft hat aus Marketinggründen den Namen „Zweigelt“ beibehalten, lediglich der Dr. Fritz Zweigelt-Preis für verdiente Weingüter wurde 2016 eingestampft.

Anders als in den Gebieten rund um Krems ist am Wagram sowohl das Klima als auch das Bodenprofil von einer mustergültigen Einheitlichkeit. Klimatisch ist er ganz und gar den Luftströmen der Pannonischen Tiefebene hingegeben, die, ungehindert durch größere Erhebungen in der Landschaft, am Tag sehr warme Winde hertragen, die Nächte aber sehr kalt werden lassen. Das mag der Grüne Veltliner gern, mit einem Anteil von zwei Dritteln die Leitrebe der Region, die hier einen anderen Charakter entwickelt als auf den mineralischen Urgesteinsböden, die weiter im Nordwesten vorherrschen: er gerät weniger schlank, legt sich stattdessen eine gewisse Schmelzigkeit zu und weiß so in Kombination mit einer saftigen, eher gelben als grünen Frucht auch diejenigen zu überzeugen, denen ein Wachauer Veltliner zu knackig-karg daherkommt. Zu verdanken ist das der meterdicken Lössschicht, die sowohl Wärme als auch insbesondere Wasser hervorragend speichern kann und damit die in ihr wurzelnden Reben während der heißen Sommer der letzten Jahre gut versorgte. Ob die Vorherrschaft der weißen Sorten allerdings auf Dauer anhalten wird, ist fraglich. Wäre es nicht so, müsste man sich gewiss umstellen: als Riedenweine, also höchste Qualitätsstufe, sind aktuell nur Riesling, Grüner Veltliner und Roter Veltliner zugelassen. Letzterer ist trotz seines Namens ein Weißwein, und eine Spezialität der Region noch dazu. Allerdings bedarf er einer radikalen sogenannten Grünlese, also des Wegschneidens eines großen Teils noch unreifer Trauben, um zu ausreichend geschmacklichem Ausdruck zu finden. Verfärben sich die Schalen der Weinbeeren rötlich (daher stammt sein Name), hat man alles richtig gemacht, dann gerät der Wein feinwürzig und hält sich viele Jahre. Die anstrengende notwendige Handarbeit hat ihn von der ehemals verbreitetsten Rebsorte der Region zu einer Liebhabertraube herabsinken lassen, die in ganz Österreich nur noch 200 Hektar beanspruchen darf, was aber manche Winzer wie etwa Josef Fritz aus Zaußenberg nicht davon abgehalten hat, den Roten Veltliner zu seiner Leitrebe zu machen. Aufgrund seiner Toleranz auch für glühende Hitze wird aus ihm vielleicht doch noch eine Traube der Zukunft. Ebenso fit für klimatische Veränderungen ist seit jeher der Gemischte Satz, eine Besonderheit des Wiener Raumes, bei der verschiedene Rebsorten – mit entsprechend verschiedenen Resistenzen gegen Umwelteinflüsse – in einem gemeinsamen Weingarten angebaut und auch zusammen eingemaischt werden – in früheren Jahrhunderten, als man noch nicht über eine klare Ampelographie verfügte, der Standard im Weinbau. Franz Leth aus Fels am Wagram treibt es damit richtig auf die Spitze und hält wahrscheinlich den geheimen Weltrekord für die meisten Rebsorten in einem Wein: 200 unterschiedliche Trauben, von denen sich jeweils nur einige Stöcke im Versuchsweingarten des Gutes befinden, haben ihren Saft zu diesem Gemischten Satz der Extraklasse beigesteuert. Und auch Süßweine, insbesondere Eisweine von erlesener Qualität gewinnen von Jahr zu Jahr an Bedeutung, auch wenn sie (noch) nicht den Gebietsnamen tragen dürfen, sondern sich mit einem schlichten „Niederösterreich“ begnügen müssen.

Will man von Wien aus einen Abstecher in ein Weinbaugebiet der Umgebung machen, bietet sich der Wagram, der bis 2007 noch Donauland hieß, besonders an: nicht so überlaufen wie die Wachau, dazu mit einer sehr sanften Landschaft, die ohne große Mühen durchwandert werden kann. Folgt man der langgestreckten Erhebung, mag man gar nicht glauben, dass hier „nur“ 2500 Hektar bewirtschaftet werden, denn der glücklicherweise nach Süden ausgerichtete, bis zu 20 Meter hohe Hang ist über und über mit Reben bepflanzt – auch wenn besonders kleinere Winzer dem Kostendruck, den die Bewirtschaftung des an vielen Stellen für Maschinen unzugänglichen Wagrams erzeugt, nicht standhalten konnten und aufgaben. Geologisch betrachtet handelt es sich bei ihm um eine 30 Kilometer lange Geländestufe, die sich auf einem Urgesteinssockel durch die Ablagerung vom Wind hergetragener feiner Sedimente aus Sand, Kalk und Lehm am Ufer des Urmeeres bildete. Alt ist sein aus dem Mittelhochdeutschen stammender Name, bestehend aus den Begriffen „wac“, der mit Welle oder Woge zu übersetzen ist und dem auch heute noch geläufigen „rain“, einen Hang bezeichnend. Nicht nur äußerlich macht man ihn sich zur Nutze, in ihn hinein grub man seit jeher auch Keller für Weinbereitung und -lagerung, ja darüber hinaus ganze unterirdische Gangsysteme, sogenannte Erdställe, deren vermutete Funktionen unter Archäologen kontrovers diskutiert werden und von Zufluchtsorten bei feindlichen Angriffen bis zu heidnischen und frühchristlichen Kultstätten reichen. Mit dem „Lössfrühling am Wagram“ setzt die Region seit einigen Jahren ihrem Boden an ganzen vier Wochenenden ein Denkmal, bei dem der Rebensaft natürlich auch nicht zu kurz kommt: 100 Winzer laden zur Verkostung von insgesamt 1200 Weinen.

Die Donau durchfließt das Weinbaugebiet in der Mitte von Westen nach Osten und trennt es so in einen nördlichen Teil mit dem eigentlichen Wagram und einen südlichen mit dem beschaulichen Tullnerfeld, das eher mit gröberen Schotterböden aufwartet und im Osten bei Klosterneuburg bis vor die Wiener Stadtgrenze reicht. Im Tullnerfeld münden viele Flüsse in die Donau, die ihrerseits namensgebend für andere Weinbaugebiete in der Nähe sind, etwa die Traisen, die Krems oder der Kamp. Die Winzer sind sehr gastfreundlich hier, auch weil man weiß, dass der Besuch weinbegeisterter Touristen nicht selbstverständlich ist. Bis vor etwa 20 Jahren hatte kein Kenner Wagramer Weine auf dem Schirm, der Landstrich zwischen den beiden großen Namen Wachau und Wien galt weintechnisch als Niemandsland ohne eigenen Charakter. Es waren Winzer wie Karl Fritsch oder Bernhard Ott, die konsequent auf Biodynamie und damit einhergehende Handarbeit setzten und dem unter Übervermarktung leidenden Wagramer Wein endlich ein eigenes Gesicht schenkten. Die Vereinigung „respekt-BIODYN“, die von beiden maßgeblich mitangestoßen wurde, vereint mittlerweile einige der interessantesten Winzer im deutschsprachigen Raum wie Heinrich, Claus Preisinger, Clemens Busch oder Wittmann. Zudem erkannte man in der steigenden Nachfrage nach Pet Nat und Orange-Weinen früh einen der großen Trends der Zukunft und ist darin neben dem Neusiedlersee auch jetzt österreichweit noch führend.

Die einen kehren also zur Ursprünglichkeit zurück, die anderen haben sie nie verlassen. Viele Heurige hier verdienen noch ihren Namen, haben tatsächlich nur wenige Wochen im Jahr geöffnet und wenig gemein mit den großen Wiener Lokalen, die nurmehr gewöhnliche Restaurants im Heurigenstil sind. In Großriedenthal kann man im „Museum der einfachen Dinge“ den Alltag einer bäuerlichen Gemeinschaft in der Frühen Neuzeit nachempfinden, und in Grafenwörth hat sich mit der Fass- und Bottichmanufaktur Benninger eine der ganz wenigen Betriebe Mitteleuropas erhalten, die noch jene Behältnisse herstellen, die bis zur Etablierung der Flasche unverzichtbar für die Aufbewahrung des Rebensaftes waren und auch heute für den Barrique-Ausbau noch nachgefragt werden. Und selbst im Obstbau behaupten sich alte Kulturen gegen intensive Landwirtschaft: wie die Wachau für ihre Marille ist der Wagram bekannt für seine Walnüsse. Die „Wagramer Nuss“ findet sich im Register der traditionellen österreichischen Lebensmittel, mit dem das Landwirtschaftsministerium diesen den Status von bewahrenswerten Kulturgütern zugesteht. Eingeführt bereits durch die Römer, werden die Bäume bis heute liebevoll gepflegt und zu den unterschiedlichsten Leckereien, besonders den in Österreich seit jeher beliebten Mehlspeisen, verarbeitet und entfalten so in Palatschinken, Strudel, Buchteln oder Torten ihr Aroma. Weinliebhabern dürfte die Walnuss aber vor allem als Bestandteil des Nussbrotes begeben, das von vielen Winzern während der Weinprobe gereicht wird oder beim Restaurantbesuch die Speisenfolge einläutet.

Der Wagram – ein Weinbaugebiet der leisen Töne, das behutsam seiner ganz eigenen Zukunft zustrebt. Zwischen neuen Wegen in Klosterneuburg und alten Pfaden im Löss entspinnt sich ein feines Netz, in dem sich der aufgeschlossene Weintrinker nur allzu leicht verfangen kann! Text: Dario Sellmeier

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Länder/Regionen

Soil Therapy Le Geste blanc 2023

Weißwein · Elsass (Vin de France) · Cuvée (Sylvaner)

Sylvaner-Cuvée Pinot Blanc · Auxerrois · Pinot Gris Elsass / Vin de France Soil Therapy Stahl & Holz · Hefelager 2023

Der Soil Therapy Le Geste blanc 2023 fängt die Vielfalt des Elsass ein – jung zugänglich und doch vielschichtig. Eine Sylvaner-geführte Cuvée, trocken, rein und mit schöner Konzentration. Ein ausdrucksstarker Elsässer mit Charakter und Eleganz.


Soil Therapy – neue Welle aus dem Elsass

Soil Therapy ist das Label von Thomas Schertz, einem autodidaktischen Winzer, der sein Handwerk im Austausch mit Elsässer Winzern lernte (zuvor im Vertrieb der renommierten Domaine Ostertag). Der Name ist Programm: biodynamische „Therapie" für den Boden, Wein als Therapie für die Seele. Statt der üblichen AOC-Logik setzt er auf instinktives Arbeiten, Field-Blends direkt im Weinberg, organisch-biodynamisches Lesegut und langsame Entwicklung – in winzigen Mengen.

Der „Le Geste" ist seine Sylvaner-geführte Cuvée und ein idealer Einstieg in seinen Stil. Die Assemblage besteht überwiegend aus Sylvaner (40 %), ergänzt durch Pinot Blanc, Auxerrois und Pinot Gris. Gewürztraminer und Muscat wurden bewusst weggelassen, um eine klare, präzise Stilistik zu erhalten.

Jahrgang 2023 – Elsass

Der Jahrgang 2023 bringt im Le Geste einen frischen, präzisen Weißwein mit reifer, klarer Frucht und lebendiger Balance. Die Sylvaner-Basis sorgt für Trinkfluss und mineralische Klarheit, während die Burgundersorten Textur und Tiefe beisteuern.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus überwiegend Sylvaner (40 %), ergänzt um Pinot Blanc, Auxerrois und Pinot Gris, aus dem Jahrgang 2023, trocken.

Ausbau über rund 9 Monate, etwa zu einem Viertel im Holzfass und zu drei Vierteln im Edelstahltank, mit Hefelagerung. Das bewahrt die Frische der Frucht und verleiht dem Wein zugleich Textur und Tiefe. Etikettiert als Vin de France.

Im Glas

Frische Aromen von Apfel- und Birnenschalen, unterlegt mit feinen Zitrusnoten, prägen das Bouquet. Am Gaumen zeigt er sich trocken, rein und mit schöner Konzentration. Subtile mineralische Anklänge verweben sich harmonisch mit der Frucht. Die feine Textur und der Einfluss der Hefelagerung verleihen Tiefe, während der Wein stets seine Frische bewahrt.

Trocken, rein und konzentriert – feine Textur, mineralische Tiefe und stets bewahrte Frische.

Schon jung mit viel Trinkfreude; profitiert von etwas Luft. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu Flammkuchen und elsässischer Küche, zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Quiche sowie zu frischem bis halbreifem Käse.


Lage: Elsass (Frankreich), etikettiert als Vin de France; organisch-biodynamisches Lesegut
Klassifikation: Vin de France, Weiß-Cuvée (trocken); überwiegend Sylvaner mit Pinot Blanc, Auxerrois, Pinot Gris
Ausbau: ~9 Monate, ca. 25 % Holzfass / 75 % Edelstahl, Hefelagerung

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Rebsorten

Metzger Chardonnay vom Kalkstein

Weißwein · Chardonnay · Pfalz · Deutschland

Metzger Chardonnay vom Kalkstein ist ein eleganter Chardonnay aus der Pfalz. Der kalkreiche Boden, die selektive Lese und die schonendste Verarbeitung bringen diesen besonderen Wein hervor und ebnen den Weg zu den Spitzengewächsen des Weinguts. Im Glas feine Frucht und Schmelz.


Pfalz

Das Weingut Metzger liegt in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Die kalkreichen Böden der Heimat verleihen dem Chardonnay seine elegante, mineralische Prägung und feine Frische.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Chardonnay. Selektive Lese und schonendste Verarbeitung bewahren die feine Frucht und sorgen für einen eleganten Stil mit Schmelz.

Im Glas

Helles Gold. In der Nase und am Gaumen feine Frucht, Steinobst und Zitrus, getragen von einer kalkgeprägten Mineralität. Elegant, mit cremigem Schmelz und frischer Säure. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren; ein größeres Glas betont die Aromatik.

Klassische Begleitung: Fisch, Geflügel, Kalb, Pasta und Gerichte mit heller Sauce.


Lage: Pfalz (Deutschland); Kalkstein
Klassifikation: Pfalz – Weißwein (Chardonnay)
Ausbau: 100 % Chardonnay, selektive Lese, schonende Verarbeitung

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Weine

Christian Ottenbreit Grauburgunder Unleashed

Orange-Wein · Franken · Naturwein

100 % Grauburgunder maischevergoren Deutscher Landwein Main Obernbreit · Franken trocken · 10 Monate Eichenfass ungeschönt & unfiltriert

Der Grauburgunder „Unleashed" 2025 ist der maischevergorene Orange-Wein von Christian Ottenbreit aus Obernbreit im fränkischen Maindreieck. Handgelesen, im Ertrag reduziert, maischevergoren und über zehn Monate im Eichenholzfass gereift. Die Maischegärung gibt dem trockenen Grauburgunder seine bernstein- bis lachsfarbene Tönung und ein feinkörniges Tannin. Gefüllt wird ohne Schönung und Filtration; der Jahrgang 2025 ist klar fränkisch und kräuterwürzig.


Obernbreit – Maindreieck, Franken

Weingut Ottenbreit bewirtschaftet rund sieben Hektar im Maindreieck um Obernbreit und Marktbreit und stellt den Betrieb auf ökologischen Anbau um. Die Reben für den „Unleashed" wurzeln auf gelbem Muschelkalk, einem kalkgeprägten Boden, der dem Wein seine kreidig-salzige Mineralität mitgibt. Die Einstufung erfolgt als Deutscher Landwein Main, trocken.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Grauburgunder aus handgelesenen, im Ertrag reduzierten Trauben. Die Trauben werden maischevergoren und reifen anschließend über zehn Monate im Eichenholzfass. Die Füllung erfolgt ohne Schönung und Filtration, bei 13 % vol. Vor dem Servieren wird Dekantieren empfohlen, rund eine Stunde.

Im Glas

In der Nase rauchige und nussige Töne, dazu Zitrus, helle Blüten, Mandel sowie ein Hauch Hagebutte und roter Beeren. Am Gaumen trocken und straff, mit frischer Säure, griffigem, feinkörnigem Tannin und kreidig-salziger Mineralität. Im Hintergrund Pfirsich, Quitte und eine zurückhaltende Würze aus dem Holz. Der Abgang bleibt mineralisch und herb.

Am Tisch

Klassische Begleitung: gereifter Hartkäse, Schweinebauch, Geflügel-Curry, Pilzrisotto und gegrilltes Gemüse. Das Tannin trägt auch würzige Küche aus Nordafrika und Asien. Trinkreif ab sofort, der Wein gewinnt mit Luft; bei kühler, dunkler Lagerung bis etwa 2030. Serviertemperatur 10–12 °C.


Lage Obernbreit, Franken (Maindreieck), gelber Muschelkalk
Klassifikation Deutscher Landwein Main
Ausbau Maischevergoren, 10 Monate Eichenfass, ohne Schönung und Filtration

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Weine

Von Winning Riesling Jesuitengarten GG 2020

Weißwein · Forst (Pfalz) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Forster Jesuitengarten VDP.Großes Gewächs von Winning · Deidesheim Buntsandstein · Kalk · Basalt trocken 500-l-Eiche · 1,5 Jahre Hefe 2020

Der von Winning Forster Jesuitengarten Riesling GG 2020 stammt aus einer der großen Lagen von Forst, am Hang unterhalb des Ungeheuers. Würze, feine Reduktion und tiefe Frucht prägen dieses seltene Große Gewächs – eines der rarsten GGs des Guts.


Forster Jesuitengarten – Großes Gewächs von drei Böden

Das Weingut von Winning in Deidesheim wurde 2007 unter Betriebsleiter Stephan Attmann neu ausgerichtet und zählt heute zu den meistdiskutierten Gütern der Pfalz. Prägend ist Attmanns Stilistik, die trockenen Lagen-Rieslinge vollständig im großen Holzfass zu vergären und lange auf der Feinhefe reifen zu lassen. Der Jesuitengarten ist eines der Flaggschiff-GGs – und das rarste GG des Guts.

Die Lage liegt am Hang unterhalb des Ungeheuers in Forst. Im Boden finden sich Buntsandstein, Kalk und Basalt – eine vielschichtige Kombination, die dem Wein Würze, Struktur und Tiefe verleiht: Der Buntsandstein gibt Fülle, der Kalk Frische und Salzigkeit, der Basalt Wärme und eine rauchige Prägung.

Jahrgang 2020 – Pfalz

2020 war in der Pfalz ein ausgewogener Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und frischer, präziser Säure. Die vielschichtigen Böden des Jesuitengartens und der lange Holzfassausbau bewahrten Würze, Tiefe und Spannung – Fülle und Frische im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Forster Jesuitengarten, Jahrgang 2020; 100 % Riesling von Buntsandstein, Kalk und Basalt.

Der Wein wird spontan in 500-Liter-Eichenholzfässern vergoren und reift anschließend 1,5 Jahre auf der Hefe. Diese lange Feinhefereife im Holz verleiht ihm feine Reduktion, Schmelz und Tiefe, ohne die Frucht mit Holz zu überlagern. Naturnahe Bewirtschaftung.

Im Glas

Ein tiefgründiges Großes Gewächs voller Würze und feiner Reduktion: reife gelbe Frucht und Steinobst, dazu Zitrus, ein rauchig-feuriger Anklang vom Basalt und eine kalkig-salzige Mineralität. Am Gaumen dicht und tief, mit langem Feinhefe-Schmelz, präziser Struktur und einem energiegeladenen, mineralischen Nachhall.

Würze, feine Reduktion und tiefe Frucht – reife gelbe Frucht und Steinobst über rauchigem Basalt und kalkig-salziger Mineralität, dicht und tief, mit langem Schmelz.

Ein großes, sehr langlebiges GG; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Butter- und Rahmsaucen sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Forster Jesuitengarten (VDP.Große Lage), am Hang unterhalb des Ungeheuers, Forst, Pfalz; Buntsandstein, Kalk und Basalt
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Pfalz (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Spontangärung in 500-l-Eichenholzfässern, 1,5 Jahre auf der Hefe; naturnahe Bewirtschaftung

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Spanien

Fulcro Nas Dunas Albariño 2018

Weißwein · Rías Baixas · Albariño · Val do Salnés

Fulcro Nas Dunas ist ein sortenreiner Albariño aus dem Val do Salnés in der D.O. Rías Baixas. Die kleine Parzelle Nas Dunas – „in den Dünen" – entdeckten die befreundeten Winzer Chicho (Manuel Moldes), Rodri und Raúl gemeinsam; ihr Feinsand wurde über Jahrmillionen vom Strand an den Hang geweht. Der Ertrag ist winzig, der Wein wird vollständig im großen Barrique ausgebaut. Trotz der Sandböden ist er eher mineralisch und ausgewogen als stoffig – ein eleganter, feiner Albariño.


Nas Dunas

Die Parzelle Nas Dunas liegt im Val do Salnés nahe der Atlantikküste, auf reinem, vom Wind angewehtem Feinsand. Sie fällt nach Südwesten ab und erhält die Nachmittagssonne; oberhalb liegt Wald, weit genug entfernt, um Wildschäden zu vermeiden. Die Albariño-Reben werden von Hand bewirtschaftet, die Erntemenge bleibt sehr gering.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Albariño. Er wird vollständig in einem einzigen großen Barrique vergoren und ausgebaut, wo er ein Jahr auf der Hefe reift. Anschließend folgt ein weiteres Jahr Flaschenreife vor der Freigabe. Das Holz bleibt im Hintergrund und stützt die mineralische, präzise Stilistik.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase Zitrusfrucht, etwas grüner Apfel und Fenchel, dazu salzige, an Meeresluft erinnernde Noten. Am Gaumen präzise und mineralisch, mit straffer Säure und feiner Textur statt breiter Fülle. Der Abgang ist lang, klar und salzig.

Am Tisch

Bereits zugänglich, mit dem Potenzial, sich über viele Jahre zu entwickeln – getrunken werden sollte er in den ersten zwei Jahrzehnten. Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren.

Klassische Begleitung: Austern, Muscheln, Meeresfrüchte und gegrillter Fisch.


Lage: Nas Dunas, Val do Salnés (Rías Baixas), Sandböden
Klassifikation: Rías Baixas DO
Ausbau: 1 Jahr im 700-l-Barrique, anschließend 1 Jahr Flaschenreife

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Schaumweine

Billecart-Salmon Champagner Le Réserve Extra Brut

Champagner · Marne · Extra Brut

Der Billecart-Salmon Le Réserve Extra Brut ist die jahrgangslose Standardcuvée des 1818 gegründeten Familienhauses Billecart-Salmon aus Mareuil-sur-Aÿ. Die Assemblage vereint die drei klassischen Rebsorten Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier aus den besten Lagen der Marne, mit einem hohen Anteil Reserveweine aus vielen Jahrgängen. Als Extra Brut sehr trocken dosiert, zeigt er sich frisch, klar und mineralisch. Eine elegante Perlage trägt Noten von Zitrus, Nuss und Stein.


Marne – Mareuil-sur-Aÿ

Das Haus Billecart-Salmon hat seinen Sitz in Mareuil-sur-Aÿ und wird seit 1818 in Familienhand geführt. Die Trauben für Le Réserve stammen aus den besten Terroirs der Marne: Pinot Meunier aus dem Vallée de la Marne und den Südhängen von Épernay, Pinot Noir aus der Montagne de Reims und der Grande Vallée de la Marne, Chardonnay aus den besten Crus der Marne. Stilprägend ist die kühle, langsame Gärung des Hauses.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier mit einem hohen Anteil von über 50 % Reserveweinen aus rund 15 Jahrgängen. Die Gärung erfolgt bei niedriger Temperatur; anschließend reift der Champagner rund 50 Monate auf der Hefe – weit länger als von der Appellation gefordert. Dosiert wird als Extra Brut (rund 3,9 g/l). Enthält Sulfite.

Im Glas

Zartgoldene Farbe mit feiner, langsam aufsteigender Perlage. In der Nase Zitrus, frische weiße Früchte und eine nussige, mineralische Note. Am Gaumen klar und präzise, frisch und mineralisch, mit feinem Schmelz. Der Abgang bleibt lang und trocken.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Austern, Meeresfrüchte, Sushi und gegrillter Fisch. Als Aperitif ebenso geeignet wie über ein ganzes Menü. Serviertemperatur 8–10 °C.


Lage Marne – Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côte des Blancs (Mareuil-sur-Aÿ)
Klassifikation Champagne (AOC), jahrgangslos
Ausbau Gärung bei niedriger Temperatur, hoher Reserveweinanteil (ca. 15 Jahrgänge), rund 50 Monate Reife auf der Hefe

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Länder/Regionen

Domaine de la Baume Elisabeth Viognier

Weißwein · Viognier · Languedoc · Frankreich

Domaine de la Baume Elisabeth Viognier ist ein blumig-fruchtiger Weißwein aus dem Languedoc. Die Domaine de la Baume in Béziers blickt auf viele Jahre Erfahrung in der Weinbereitung zurück. Dieser Viognier schmeichelt mit Aromen von Zitrusfrüchten, Pfirsich und Aprikose.


Languedoc

Die Domaine de la Baume liegt in Béziers im Languedoc in Südfrankreich. Das warme, mediterrane Klima bringt aromatische, fruchtbetonte Weißweine hervor. Der Wein trägt die Bezeichnung Pays d'Oc.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Viognier, einer aromatischen Rebsorte mit floraler Prägung. Der Ausbau stellt die frische, fruchtige Aromatik in den Vordergrund.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase blumig und fruchtig, mit Zitrusfrüchten, Pfirsich und Aprikose. Am Gaumen schmeichelnd und aromatisch, mit feiner Frische. Der Abgang ist saftig.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 9–11 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Fisch, Geflügel, asiatische Küche und würzige Gemüsegerichte.


Lage: Béziers, Languedoc (Frankreich)
Klassifikation: Pays d'Oc IGP – Viognier
Ausbau: Viognier, fruchtbetonter Ausbau

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Weine

Kühling-Gillot Pettenthal Riesling Großes Gewächs 2022 BIO

Weißwein · Nierstein (Rheinhessen) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Niersteiner Pettenthal VDP.Großes Gewächs Kühling-Gillot Roter Hang · Nierstein roter Tonschiefer (Rotliegendes) steilste Lage Rheinhessens BIO (DE-ÖKO-006) · 2022

Der Kühling-Gillot Niersteiner Pettenthal Riesling GG 2022 stammt aus der ersten historischen Lage des Guts am Roten Hang – der steilsten Lage Rheinhessens. Ein tiefgründiger Riesling vom roten Tonschiefer, der wie kaum ein anderer für großes Rieslingterroir steht.


Niersteiner Pettenthal – steilste Lage Rheinhessens

Das biologisch arbeitende Weingut Kühling-Gillot von Carolin Spanier-Gillot und H. O. Spanier in Bodenheim zählt zu den führenden Adressen am Roten Hang bei Nierstein (DE-ÖKO-006). Das Pettenthal ist eine VDP.Große Lage auf 90 bis 170 Metern, mit einer imposanten Neigung von 70 bis 100 %; die klassifizierte Fläche misst 20,62 Hektar, der rote Tonschieferboden prägt ihren Charakter.

Das Pettenthal ist die erste historische Lage des Guts im Roten Hang: Ende der 1980er Jahre erwarb Carolins Vater einige Rebzeilen, als das anspruchsvolle Steilgelände vielen als zu mühsam galt. Rückblickend erwies sich das als Glücksfall – die Parzelle ist die steilste Lage in ganz Rheinhessen. Heute bewirtschaftet das Gut 110 Zeilen im Filetstück dieser einzigartigen Herkunft.

Jahrgang 2022 – Roter Hang (Rheinhessen)

2022 war in Rheinhessen ein warmer, sonnenreicher Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht. Die extreme Steillage und die wärmespeichernden Tonschiefer-Böden sicherten reifes Lesegut, während der Rote Hang für Würze, salzige Spannung und Tiefe sorgte – Reife und Frische im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Niersteiner Pettenthal, Jahrgang 2022; 100 % Riesling von rotem Tonschiefer.

Nach strenger Handlese wird der Most spontan vergoren und behutsam im Stil des Guts ausgebaut, ganz auf Tiefe, Würze und die Prägung des roten Tonschiefers ausgerichtet. Biologischer Anbau (DE-ÖKO-006).

Im Glas

Ein tiefgründiger, würziger Riesling: gelbe und rote Frucht, dazu Zitrus, Orangenzeste, feine Kräuterwürze und die markante, salzig-mineralische Prägung des roten Tonschiefers. Am Gaumen straff und druckvoll, mit lebendiger Säure, kühler Struktur und einem langen, würzig-mineralischen Nachhall.

Gelbe und rote Frucht über Zitrus, Orangenzeste und feiner Kräuterwürze, mit der salzig-mineralischen Prägung des roten Tonschiefers – straff und druckvoll, mit lebendiger Säure und langem, würzigem Nachhall.

Ein tiefgründiger, langlebiger Rotliegend-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu kräftigem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in würziger Sauce, zu asiatischer Küche sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Niersteiner Pettenthal (VDP.Große Lage), Roter Hang, Nierstein (Rheinhessen); 90–170 m, 70–100 % Neigung (steilste Lage Rheinhessens); roter Tonschiefer; klassifizierte Fläche 20,62 ha
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Rheinhessen (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: strenge Handlese, Spontangärung, behutsamer Ausbau im Stil des Guts; biologisch, DE-ÖKO-006

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