Ein kleiner Bummel über die ProWein

Ein paar Eindrücke von Dario Sellmeier von der Weinmesse ProWein 2023 in Düsseldorf

Ein grauer, verregneter Märzsonntag auf dem ohnehin recht trostlosen Düsseldorfer Messegelände. Hier soll unsere Weltreise beginnen. Nein, nicht im wörtlichen Sinne. In den vor uns liegenden 13 Hallen schaffen wir es nicht in 80, sondern sogar in drei Tagen einmal um die Welt. Ob das mehr Arbeit oder mehr Vergnügen wird? Da sind wir uns jetzt noch nicht sicher. Aber dass Genuss immer auch Herausforderung sein kann, dürfte den meisten Besuchern der ProWein klar sein. Nachdem die wichtigste Weinmesse der Welt im vergangenen Jahr coronabedingt deutlich weniger Publikumsverkehr zu verzeichnen hatte, ging jetzt wieder alles seinen gewohnten Gang. 6000 Aussteller zeigten 50 000 Gästen aktuelle Trends aus dem Weinkosmos. Überfüllt war es zu keinem Zeitpunkt, sondern sehr entspannt. Der deutsche Bereich zählte erfreulicherweise zu einem der bestbesuchten – insbesondere die Stände der VDP-Winzer wurden teilweise regelrecht belagert, was durchaus auch daran lag, dass die Winzer von Weltgeltung sich in sympathischer Bescheidenheit keine wesentlich größeren Stände erlaubten als ihre weniger bekannten Kollegen. Großer Beliebtheit erfreuten sich darüber hinaus vor allem der Bereich Champagner und die Spirituosen-Halle.

Man merkt schnell, wie unterschiedlich die Herangehensweisen bei der Eigendarstellung sind: während sich die großen französischen Häuser mit palastartigen Hochglanz-Pavillons gegenseitig zu übertrumpfen versuchen, setzt Portugal auf ein einheitliches Erscheinungsbild in sanft geschwungenem, die Farben und Formen der Landschaft aufgreifenden ständigem Ineinander-Übergehen. Sehr sympathisch. Elementar wichtig ist die ProWein seit jeher vor allem für kleine Länder, die bei den meisten Konsumenten unter dem Radar laufen. Unterstützt von den jeweiligen Landwirtschaftsministerien investieren die dortigen Verbände sehr viel Herzblut in die Außendarstellung und legen auf den Masterclasses Broschüren dick wie Fachbücher an die Plätze. Als die Vertreterin des Generalkonsulats von Georgien uns interessiert nach unserer Meinung zu den Weinen ihres Heimatstaates fragt, können wir nur selig lächelnd unsere Begeisterung kundtun: so muss Wein sein – authentisch, traditionsbewusst, unkonventionell. Dazu staubtrocken, packender Säure und herb-pfeffrigen Gewürz-Nuancen. Dieses kleine Land ist einer unserer Lieblinge auf der Messe: über 8000 Jahre Weinbaugeschichte, über 500 autochthone Rebsorten, überragend günstige Preise für diese Qualität. Als besonders interessant erwies sich der direkte Vergleich zwischen den auf europäische Weise im Stahltank vergorenen Weinen und jenen, die nach alter Sitte in in den Boden eingelassenen Tonamphoren, den sogenannten Qvevris, zur Vollendung gelangen – ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Mit diesem ersten Kitzeln in der Nase sind wir dann auch mental angekommen. Die Auswirkungen des Rheinbahn-Streiks, der ausgerechnet dann stattfand, als Zehntausende internationale Fachbesucher auf Beförderungsmöglichkeiten zum Messegelände angewiesen waren, blieben glücklicherweise gering. Die Veranstalter bewiesen mit der kurzfristigen Einrichtung von Busshuttles ein gutes Händchen für Problembewältigung. Überhaupt war die ProWein hervorragend organisiert, jeder ansatzweise Weinbegeisterte fühlt sich hier wie Alice im Wunderland. Die Masse der Besucher ist bunt gemischt: zwar ist die Weinwelt noch immer die Spielwiese vorzugsweise von Business Casual tragenden Herren mittleren Alters, aber insgesamt sind von 18 bis 80 alle Altersgruppen vertreten und Tendenzen hin zu einem jüngeren und weiblicheren Publikum klar erkennbar.

Apropos Alter. Immer wieder stellten wir fest: Totgesagte leben länger. Nachdem Süßweine eine lange Zeit ein eher angestaubtes Nischendasein fristeten, drängen sie nun mit Wucht zurück. Ob als traditionsreicher Tokajer aus Ungarn, finessenreiche deutsche Auslese oder hocharomatische Sherrys – die Bandbreite ist beeindruckend, die Qualität sowieso und die Einsatzmöglichkeiten als Speisebegleiter nahezu unbegrenzt, das Etikett „Dessertwein“ weit hinter sich lassend. Überhaupt ist der Bereich Foodpairing ein Megatrend. Viele Konsumenten sind die ewig gleich Abfolge aus Schaumwein vorweg, Weiß zu Fisch, Rot zu Fleisch und zum Schluss vielleicht etwas Süßes wahrlich leid. Auch zu beliebten exotischen Gerichten etwa der asiatischen Küche ist der passende Begleiter nicht leicht zu finden. Dass bei den entsprechenden Veranstaltungen oft kostenlos Häppchen auf Sterne-Niveau verteilt werden, während man bei den Buden im Außenbereich 15 Euro für ein mäßiges Schnitzelbrötchen zahlt, tut sein Übriges. Ein emsiger Netzwerker in diesem Bereich ist Toni Askitis, Düsseldorfer Hip-Hopper, Sommelier und nie um ein (oder auch hundert) Worte verlegen. Seine nachmittäglichen Workshops, betont lässig in der „Urban Gastronomy Lounge“ mit DJ und Skatepark-Atmosphäre, sind ein wahrer Hotspot für jüngere Messebesucher. Was Köche wie der Bochumer Tibor Werzl oder Benjamin Kriegel aus Düsseldorf da an Amuse Gueules zaubern, ist fabelhaft, und die Weinbegleitung ist es ohnehin. Hinzu kommt der Unterhaltungsfaktor, wenn ein Winzer wie der arme Stefan Bietighöfer händeringend nach angelsächsischen Begriffen für Worte wie „Buntsandstein“ und „Kalkmergel“ sucht, denn die Workshop-Sprache ist Englisch, aus welchem Grund auch immer. Man muss den Instagram-verrückten Askitis nicht mögen, doch mit Aktionen wie „How to ProWein!? Ein Wein, drei Gläser“, die sich explizit an Neulinge richtet, leistet er wichtige Arbeit für eine Branche, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft etwas abgehoben erscheint.

Der Orangewein-Boom ist merklich abgeflaut – einige Winzer haben sie dauerhaft ins Programm genommen, andere winken ab: zu wenig Nachfrage. Die herrscht gerade in einem ganz anderen Bereich, den alkoholfreien Weinen. Stark frequentiert war daher die World of Zero, in der man in ungewohnter Selbstbedienung wild herumverkosten durfte. Geschmacklich ist das gewöhnungsbedürftig. Die Weine schmecken oft abgestanden und pappig süß, weisen auch nicht selten enorm hohe Restzuckergehalte auf. Die Spirituosen präsentieren sich mit einer häufig eher unausgewogenen, penetranten Aromatik. Einziger Lichtblick sind die Schaumweine, denen die Kohlensäure die nötige Lebendigkeit verleiht. Hier ist geschmacklich noch viel Luft nach oben. Und auch die aufgerufenen Preise, die oft mit denen ihrer konventionellen Geschwister identisch sind, erscheinen ambitioniert. Ohne Frage ist der Arbeitsaufwand bei beiden vergleichbar, aber ob die Verbraucher dauerhaft bereit sein werden, für die alkoholfreie Alternative Preise weit jenseits von zehn Euro zu zahlen, darf zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden.

Allgemein ist zu beobachten, dass sowohl Winzer als auch Händler bei vielen ihrer Produkte um ein Ausbrechen aus einem bestimmten Image bemüht sind, sei es aus rein kommerziellen Gründen oder weil sie die Ansicht vertreten, ein klischeehaftes Bild werde der Qualität ihres Produktes nicht gerecht. Beispielhaft dafür ist der Rosé, dessen Erzeuger ihn endlich als vielschichtigen Charakterkopf wahrgenommen sehen wollen und nicht bloß als So-nebenbei-Gesöff der Mädels auf der Grillparty. Und das ist durchaus berechtigt: erwiesen sich bei einer Probe die provenzialischen Rosés zwar schon hin und wieder als ganz interessant, aber im Großen und Ganzen als nach landläufigem Verständnis eher konventionell, wussten die Valtènesi-Rosés von den Ufern des Gardasees mit völlig unerwarteten Aromen zu begeistern. Herb und fleischig geht es hier zu, mit relativ hoher Säure und kräftigen Kräuternoten. Das macht richtig Spaß und darf zurecht nach mehr Aufmerksamkeit verlangen. Dass das Flaschen- und Etikettendesign dann aber in den meisten Fällen doch sehr girly daherkommt und so die Bemühungen um eine Zielgruppenerweiterung ziemlich konterkariert, sei mal dahingestellt.

Tja, manche Weine haben ein Image, von dem sie sich gern befreien würden, andere haben irgendwie gar keins. Man wird nämlich immer noch recht verwundert angeschaut, fragt man Winzer nach einem Schluck Gewürztraminer oder Elbling. Offenbar haben viele von ihnen zwar Vertrauen in die Qualität ihrer Versionen der traditionsreichen alten Rebsorten, sonst hätten sie sie nicht im Gepäck gehabt, aber wenig Vertrauen in die Nachfrage der Kunden, leider zurecht. Das ist schade, denn gerade diese Uralt-Sorten bieten oft völlig ungeahnte, wenn nicht gänzlich unbekannte Aromen. Zufriedenes Nicken fand sich indes bei den vielen Gelegenheiten, Rieslinge zu verkosten. Sei es bei den frühabendlichen Big Bottle Parties im VDP- und Maxime Herkunft-Bereich, sei es bei einer Präsentation der Kellerschätze des Bernkasteler Rings – wieder einmal erwies sich das unglaubliche Reifepotential dieser deutschen Wunderrebe. Nicht wenige zehn bis fünfzehn Jahre alte Große Gewächse erwiesen sich als noch immer viel zu jung für die optimale Trinkreife.

Es ist eine leicht dekadente Dreiviertelstunde, während der die Doppelmagnums aus Lagen wie Bernkasteler Doctor, Ürziger Würzgarten oder Kiedricher Gräfenberg kreisen wie die Flasche Cola auf dem Kindergeburtstag. Längst spucken wir nicht mehr, das wäre bei diesen ehrwürdigen Tropfen wahrhaft Sünde. Auch wenn das nach und nach zulasten der geschmacklichen Feinarbeit geht und man irgendwann nur noch ein Riesling-Grundrauschen im Mund hat. Hat auch seinen Reiz. Aber dann ist die Party plötzlich vorbei – dabei ist es noch nicht mal 20 Uhr. Kurz durch die Hallen geschlendert, finden wir uns im Bereich der Bioweine wieder, wo noch richtig Stimmung ist und vor allem Musik. Die Weine sind geschmacklich so lala, haben aber aus anderen Gründen natürlich ihre Daseinsberechtigung. Und auch ihre ganz eigenen Vorteile, lernen wir während des Smalltalks schnell. Viele Menschen würden ihn einfach deswegen schätzen, weil er einen nach hohem Konsum am Vorabend morgens nicht mit einem Schädel aufwachen ließe. Das haben wir natürlich aus wissenschaftlichen Zwecken in der Praxis erprobt und können sagen: es stimmt! Aber im Ernst: wie sonst in allen Bereichen des öffentlichen Lebens spielen die Themen Klima und Nachhaltigkeit hier eine große, wenn auch nicht unbedingt dominante Rolle. Die Integration wärmeliebender Rebsorten in nördliche Anbaugebiete funktioniert erstaunlich gut, lassen zumindest Kostproben deutscher Interpretationen von Shiraz, Merlot und Cabernet Sauvignon erahnen. Und nicht nur in den Flaschen tut sich etwas, sondern auch mit den Flaschen selbst. Weinkritiker-Papst Stuart Pigott nimmt sich mit seinem feinen, hintergründigen Humor denn während des Trend Hour Tastings auch eines der Themen an, die die Weinbranche gerade ordentlich in Aufruhr versetzen: alternative Verpackungen. Das Pfandsystem übergeht er dabei – denn obwohl von den Württemberger Weingenossenschaften im Zuge der ProWein erstmals eine 0,75er-Mehrwegflasche vorgestellt wurde, scheint es fraglich, Länder ohne jede Flaschenpfand-Erfahrung (wie es die meisten sind) auf diesen Pfad lotsen zu können. Diese haben ganz andere Ideen, allen voran die Bags-in-Boxes – Foliensäcke in Pappkartons. Ja mei, klingt auf Deutsch echt nicht sexy, aber die Idee, Wein in Schläuchen statt in Glasbehältern aufzubewahren, ist immerhin eine jahrtausendelang bewährte. Für Ästheten gibt es auch Paper Bottles, von innen beschichtete Pappflaschen. Das alles ist optisch gewöhnungsbedürftig, soll aber im Vergleich bis zu 90 Prozent CO2 einsparen – und der Inhalt schmeckt tadellos. Bis zu zehn Jahre soll man sich die neuartigen Gebinde ohne Qualitätsverlust in den Keller stellen können.

Was lässt sich also zusammenfassend sagen? Retro spielt nicht nur in der Mode eine große Rolle, sondern auch in der Weinwelt: plötzlich erspäht man in der Spirituosenhalle wieder Eierlikör, Obstler und andere Dinge aus Omas Eiche-rustikal-Schränkchen. Meist aber nicht von Oma vermarktet, sondern von vollbärtigen Jungs mit Käppi und Tunnelpiercing im Ohr. Eng damit verbunden ist der Trend zu so viel Regionalität wie möglich, der wohl ehrlichste Zugang, den eine Messe wie die ProWein zum Thema Nachhaltigkeit finden kann. Letztlich stand aber auch in diesem Jahr wieder der Genuss im Vordergrund, und Anzeichen von schlechtem Gewissen sucht man vergeblich. Ganz im Gegenteil, nach drei Jahren Corona scheinen Konsumenten sich ordentlich was gönnen zu wollen. Den Winzern, die in dieser Zeit absatztechnisch ziemlich gelitten haben – was zwar keiner so direkt zugeben will, man aber dennoch zwischen den Zeilen heraushört -, sei dies auf jeden Fall gegönnt. Text: Dario Sellmeier

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Weine

Rémi Jobard Meursault 1er Cru Les Genevrières blanc 2022 BIO

Weißwein · Meursault 1er Cru · Chardonnay

Chardonnay Meursault 1er Cru Côte de Beaune 2022 Les Genevrières · Bio (Ecocert)

Der Meursault 1er Cru Les Genevrières 2022 der Domaine Rémi Jobard ist ein sehniger, spannungsreicher Bio-Chardonnay – charmant vom ersten Moment, zugleich voller Energie, Salz und Stein. Eine der feinsten Lagen Meursaults, die hier ganz ohne Schwere überzeugt.


Les Genevrières – luftiger 1er Cru zwischen Charmes und Poruzot

Das Climat trägt seinen Namen nach den Wacholderbüschen (genévriers), die einst die Höhen der Côte de Beaune prägten. Der steinige Boden mit geringem ton-kalkigem Anteil liegt zwischen den Premiers Crus Les Charmes und Le Poruzot. Genevrières gilt als einer der feinsten und „luftigsten" Premier Crus Meursaults.

Auf diesem kargen, steinigen Untergrund bringen alte Reben einen Wein von elektrisierender innerer Spannung und Dichte hervor.

Jahrgang 2022 – Côte de Beaune

2022 war im Burgund ein warmer, sonnenreicher und trockener Jahrgang. Dank Wasserreserven aus dem Frühjahr kamen die Reben gut durch den heißen Sommer, sodass eine gesunde und großzügige Ernte eingebracht wurde.

Trotz der Wärme bewahren die Weißweine ihre Rasse: reife, knackige Frucht, getragen von erhaltener Spannung und Frische.

Vinifikation und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, biodynamisch erzeugt (Ecocert, FR-BIO-01).

Handlese bei kontrollierten Erträgen, Spontangärung mit Naturhefen. Der Ausbau erfolgt rund zwölf Monate in Stockinger-Demi-Muids (600 l, österreichische Eiche) und gebrauchten Pièces – mit bewusst zurückhaltendem Anteil neuen Holzes –, gefolgt von etwa sechs Monaten im Edelstahltank. Abgefüllt wird unfiltriert, mit minimalem Schwefel.

Im Glas

Eine Frühlingswiese mit Kräutern und Blüten, ein Hauch von Haselnuss und Walnuss, Zitrone, noch nicht ganz reifer Weinbergspfirsich, etwas grüne Ananas und viel Stein. Am Gaumen sehnig und sehr spannungsreich: viel Stoff und reife, doch stets knackige Frucht. Im Vordergrund stehen Extrakt, innere Spannung und Dichte – das Elektrisierende, das die alten Reben aus dem kargen Stein hervorbringen –, dazu das Salzige und eine griffige Textur. Eine elegante Cremigkeit sorgt schon jetzt für feine Noblesse und wird mit der Zeit zunehmen.

Sehnig und spannungsreich – das Elektrisierende, das alte Reben aus kargem Stein hervorbringen.

Steht noch ganz am Anfang seiner Entwicklung; Trinkfenster etwa 2026–2036. Bei 12–13 °C servieren.

Am Tisch

Hummer, gebratene Jakobsmuscheln, Steinbutt oder Poularde in Rahm. Auch solo ein Genuss – die Frische trägt durch das ganze Menü.


Lage: Meursault „Les Genevrières" (Côte de Beaune); steiniger Boden mit geringem Ton-Kalk-Anteil, zwischen Les Charmes und Le Poruzot, alte Reben
Klassifikation: Meursault 1er Cru
Ausbau: Chardonnay; Spontangärung, ~12 Monate in Stockinger-Demi-Muids (600 l) und gebrauchten Pièces, zurückhaltend neues Holz, +6 Monate Edelstahl, unfiltriert · biodynamisch (Ecocert, FR-BIO-01)

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Schaumweine

Anne Gros La Fun en Bulles Cremant de Bourgogne Blau Brut

Der Anne Gros La Fun en Bulles Crémant de Bourgogne Blau Brut kommt von einer der bekanntesten Domaines in Vosne-Romanée. Die blaue Version setzt auf Pinot Noir: 80 Prozent, dazu 20 Prozent Chardonnay. Klassisch in der Flasche vergoren, mit Brut-Dosage gefüllt.

Im Glas

Hellgolden, mit feinen Perlen. Im Duft und im Mund Zitrus, weiße Früchte und ein Hauch roter Frucht vom Pinot Noir. Frisch und ausgewogen, mit lebendigem Mousseux und trockenem Ende.

Mach was draus

Als Aperitif oder für ein Fest. Dazu passen Austern, Meeresfrüchte, Fisch oder helles Fleisch. Serviere ihn bei 7 bis 9 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Die blaue Fun en Bulles ist mein Favorit für Pinot-Fans. Burgund mit Bläschen.“

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Kurz gefragt

Was ist Crémant de Bourgogne? Ein Schaumwein aus Burgund, gemacht wie Champagner: mit zweiter Gärung in der Flasche und Reife auf der Hefe.

Was unterscheidet Blau und Gold? Die Mischung. Blau hat mehr Pinot Noir, Gold mehr Chardonnay.

Wie trocken ist er? Brut, also trocken. Die Frucht bleibt dabei schön präsent, nichts wirkt streng.

Wer steht dahinter? Die Domaine Anne Gros in Vosne-Romanée, berühmt für Grands Crus wie Richebourg. Heute führen Julie, Paul und Marine das Familiengut.

Pinot Noir 80 %, Chardonnay 20 % · Crémant de Bourgogne AOC · Burgund, Kalkböden · traditionelle Flaschengärung · Hefelager · Brut · Domaine Anne Gros, Vosne-Romanée · Stand: Oktober 2026

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Schaumweine

Billecart-Salmon Le Blanc de Blancs Grand Cru Extra Brut

Der Billecart-Salmon Le Blanc de Blancs Grand Cru ist reiner Chardonnay aus vier Spitzendörfern der Côte des Blancs, alle Grand Cru. Cremig, kühl und mit salziger Feinheit – ein Champagner für besondere Vorspeisen.

Im Glas

Leuchtendes Gold mit grünem Schimmer, sehr feine Bläschen. In der Nase Brioche, frische Butter und weiße Blüten über einer kühlen, mineralischen Basis. Am Gaumen cremig, mit Mandel, Zitruszeste und einem Hauch Baiser. Hinten raus: Salz und Feinheit.

Mach was draus

Hamachi-Sashimi mit Yuzu, Krabben auf Toast oder ein Aperitif mit Grissini und Bottarga. Auch zu Jakobsmuscheln roh mit Limette ist er eine Wucht. Für einen Abend zu zweit reichen Butterbrezeln mit Fleur de Sel. Servier ihn bei rund 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Serviere ihn nicht zu kalt, rund 10 Grad sind ideal. Und wenn du es krachen lassen willst: ein Löffel Kaviar dazu.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Was bringen die vier Dörfer? Chouilly gibt Frucht und Rundung, Cramant Finesse, Avize Kraft und Le Mesnil-sur-Oger salzige Spannung. Zusammen ergibt das Balance.

Ist Holz im Spiel? Nein. Billecart baut ihn komplett im Edelstahl aus. Die Cremigkeit kommt von vier bis fünf Jahren Hefereife.

100 % Chardonnay · Grand Cru Avize, Chouilly, Cramant, Le Mesnil-sur-Oger · Basisjahr plus ca. 25–40 % Reservewein · Edelstahl, ohne Holz · Méthode Traditionnelle · Extra Brut · Hefelager 4–5 Jahre · Billecart-Salmon, Mareuil-sur-Aÿ · Stand: Oktober 2026

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Weine

Quinta da Pellada La Galaxia Rosé

Roséwein · Cuvée · Dão · Portugal

Quinta da Pellada La Galaxia Rosé ist ein trockener Roséwein aus dem Dão in Portugal. Er entsteht aus der Zusammenarbeit des galicischen Winzers Eulogio Pomares (Fento Wines) mit Álvaro Castro von der Quinta da Pellada – eine Cuvée aus Tinta Roriz und Jaén, mineralisch und frisch.


Dão

Der Dão liegt im portugiesischen Landesinneren, geschützt durch die Serra da Estrela, mit kontinentalem Klima. Die Reben für La Galaxia stehen auf Granitböden mit Sand- und Lehmanteilen in rund 550 Metern Höhe und sind zwischen 30 und 65 Jahre alt.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Tinta Roriz und Jaén. Die Trauben werden von Hand gelesen, nach dem Abbeeren direkt gepresst und im Edelstahltank vergoren. Der Ausbau erfolgt auf der Vollhefe, was dem Rosé Körper und Tiefe verleiht; abgefüllt ohne Schönung und Filtration.

Im Glas

Zartrosa. In der Nase knackige Kirsche, Fliederduft, Gewürznoten und ein Hauch unreife Johannisbeere. Am Gaumen weinig und mineralisch, mit gutem Körper, salziger Frische und animierendem Trinkfluss. Klares, frisches Finish.

Am Tisch

Gut gekühlt servieren – als Aperitif oder Speisenbegleiter. Ein vielseitiger Rosé mit Struktur.

Klassische Begleitung: Spargel, Salate, gegrillter Fisch und leichte Sommerküche.


Lage: Dão (Portugal), ~550 m
Klassifikation: Dão – Roséwein (trocken)
Ausbau: Edelstahl, Ausbau auf der Vollhefe

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Rebsorten

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg Rheingau Riesling 2024

Weißwein · Rheingau · Riesling

Riesling Rheingau · Rüdesheim Berg Schlossberg · Steillage 2024

Der Rüdesheim Berg Schlossberg Riesling 2024 von Georg Breuer ist ein vielschichtiger, eleganter Steillagen-Riesling mit großer innerer Spannung. Nach elf Monaten Reife im alten Stück- und Halbstückfass zeigt er intensiven Duft von Steinobst und an Orangenschalen erinnernde Zitrusaromen, dazu altholzige Noten mit viel mineralischer Würze – trocken (0,6 g/l Restzucker), klar und tiefgründig.


Berg Schlossberg – steilste Lage des Rheingaus

Der Berg Schlossberg liegt in der Rheinbiegung, wo sich der Fluss wieder nach Norden gräbt. Es sind die steilsten Weinberge des Rheingaus – mit Steigungen bis zu 65%, teils von hohen Weinbergsmauern gehalten. Die Böden aus kargem Rheinschiefer und Taunusquarzit speichern zusätzlich Wärme. Der Name geht auf die Burg Ehrenfels zurück, deren Ruine bis heute von weitem sichtbar ist.

Südlich exponiert und vom warmen, rheinnahen Mikroklima begünstigt, bringt dieses Terroir Jahr für Jahr Rieslinge von besonderer Finesse und Ausdruckskraft hervor. Das Weingut Georg Breuer in Rüdesheim ist Fair'n-Green-zertifiziert; das Künstleretikett stammt von Thorsten Poersch.

Jahrgang 2024 – Rheingau

Das Weinjahr 2024 war ungewöhnlich nass und warm. Auf einen milden Frühlingsbeginn folgte ein Temperatursturz im April, der die Rebenentwicklung bremste; hohe Niederschläge im Mai setzten sich fort. Der Sommer war wechselhaft mit häufigem Regen und schwankenden Temperaturen, der Niederschlag blieb überdurchschnittlich.

Mitte September begann eine schnelle, durch viel notwendige Selektion zugleich intensive Lese. Im Keller entstand daraus ein Jahrgang mit kühlen, eleganten Weinen.

Im Glas

Intensiver Duft von Steinobst und an Orangenschalen erinnernden Zitrusaromen, dazu altholzige Noten mit viel mineralischer Würze. Am Gaumen enorm nachhaltig: salzige Mineralik, präsente Säure (8,3 g/l) und etwas Gerbstoff geben Frische und Rückgrat. Sehr langer Abgang mit viel Zug und ausgezeichneter Tiefe – ein Wein, der sich über viele Jahre entwickeln kann.

Am Tisch

Zu gebeiztem Lachs, Meeresfrüchten und hellem Geflügel. Bei 9 °C servieren; Lagerpotenzial bis zu 25 Jahre.


Lage: Berg Schlossberg, Rüdesheim (Rheingau); Steillage bis 65%, Rheinschiefer und Taunusquarzit, südexponiert
Klassifikation: Rheingau Riesling trocken · Lagenwein Berg Schlossberg
Ausbau: Riesling; 11 Monate im alten Stück- und Halbstückfass; Fair'n-Green-zertifiziert

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Rebsorten

Gran Maestro Rosso Puglio Appassimento

Rotwein · Puglia · Salento · Appassimento · Italien

Cielo e Terra Gran Maestro Rosso Appassimento ist eine dunkelrote Cuvée aus Sangiovese- und Primitivo-Trauben aus dem Salento in der Region Puglia. Nach der Appassimento-Methode aus angetrockneten Trauben gewonnen, besticht er durch ein Potpourri an roten Früchten. Im Glas vollmundig, weich und rund.


Salento (Puglia)

Der Salento bildet die südliche Spitze der Region Puglia (Apulien). Das warme, mediterrane Klima und die sonnenverwöhnten Lagen bringen vollreife, fruchtbetonte Rotweine hervor. Sangiovese und Primitivo finden hier ideale Bedingungen.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Sangiovese und Primitivo und wird nach der Appassimento-Methode erzeugt: Die Trauben werden vor der Gärung angetrocknet, was Konzentration, Fülle und reife Frucht verstärkt. Das Ergebnis ist ein vollmundiger Wein mit milden Tanninen.

Im Glas

Dunkles Rot. In der Nase ein Potpourri an roten Früchten. Am Gaumen weich und rund, getragen von reifen Primäraromen, mit vollem Körper, milden Tanninen und guter Balance. Der Abgang ist saftig.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Grillfleisch, Pasta mit kräftigen Saucen, Schmorgerichte und mittelreifer Käse.


Lage: Salento, Puglia (Italien)
Klassifikation: Puglia IGT/IGP – Rosso (Appassimento)
Ausbau: Sangiovese/Primitivo, Appassimento (angetrocknete Trauben)

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Rebsorten

Martin Waßmer Markgräflerland Muskateller Kabinett fruchtig süß

Weißwein · Baden · Muskateller Kabinett

Gelber Muskateller Kabinett Markgräflerland, Baden Handlese dezente Restsüße

Waßmer Markgräflerland Muskateller Kabinett ist ein Aromasortenwein vom Weingut Martin Waßmer aus Schlatt bei Bad Krozingen. Die Muskateller-Traube, eine der ältesten bekannten Rebsorten, zeigt hier einen intensiven Duft nach reifer Aprikose, Blüten und Litschi. Am Gaumen bleibt der Kabinett schlank und straff, die feine Restsüße wird von einer kräftigen Säure getragen.


Markgräflerland – Löss und Kalk zwischen Schwarzwald und Rhein

Das Weingut Martin Waßmer liegt in Schlatt bei Bad Krozingen, einem Ort, in dem Weinbau seit 1298 urkundlich belegt ist. Martin Waßmer gründete das Weingut 1997 auf Rebflächen, die die Familie bereits bewirtschaftete. Heute umfasst es rund 40 Hektar. Sabrina Waßmer verantwortet Marketing und Organisation, Marvin Waßmer die Arbeit im Weinberg.

Das Markgräflerland liegt im äußersten Südwesten Deutschlands zwischen Schwarzwald und Rhein, nahe der Grenze zu Frankreich und der Schweiz, und zählt zu den wärmsten Zonen Badens. Durch die Burgundische Pforte strömt warme Luft aus dem Süden in die Oberrheinebene. Die Hauslage des Weinguts, der Schlatter Maltesergarten, besteht aus tiefgründigem Lösslehm mit hohem Kalkanteil, weitere Lagen stehen auf Kalkmergel.

Die Reben des Weinguts sind teils über 40 Jahre alt und dicht gepflanzt, die Erträge werden konsequent begrenzt. Für den aromaintensiven Muskateller bedeutet das warme Klima volle Aromenreife, während kalkreiche Böden die Säure stützen.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Gelbem Muskateller in der Prädikatsstufe Kabinett. Die Trauben werden zum optimalen Reifezeitpunkt ausschließlich von Hand gelesen, im Keller sortiert und schonend verarbeitet. Die Gärung verläuft temperaturkontrolliert, damit die flüchtigen Muskat-Aromen erhalten bleiben.

Der Wein behält eine natürliche Restsüße. Einer Analyse zufolge liegt sie bei rund 6,8 Gramm je Liter, bei etwa 8,5 Gramm Säure. Deshalb schmeckt der Kabinett nicht süß, sondern feingliedrig und zupackend: Die Säure hält die Frucht straff, die Restsüße rundet sie ab.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase sehr intensiv, mit reifer Aprikose, Holunder- und Orangenblüte, Litschi und Muskat. Am Gaumen schlanker, als der Duft vermuten lässt, straff und feingliedrig, mit harmonisch eingebundener Restsüße und frischem, saftigem Abgang.

Muskateller aus dem warmen Markgräflerland, von Hand gelesen: Aprikose, Blüten und Litschi, von kräftiger Säure schlank gehalten.

Jung zu trinken. Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Scharfe asiatische Küche, Thai-Curry, indische Gerichte, Süßkartoffel mit Schafskäse, frisches Obst und milder Käse – oder solo als Aperitif.


Produzent Weingut Martin Waßmer, Bad Krozingen-Schlatt
Rebsorte Gelber Muskateller
Lage Markgräflerland, Baden, Deutschland
Klassifikation Baden · Kabinett
Vinifikation Handlese · temperaturkontrollierte Gärung
Ausbau mit natürlicher Restsüße

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Rebsorten

Ellermann Spiegel Sauvignon Blanc

Weißwein · Sauvignon Blanc · Pfalz · Deutschland

Ellermann-Spiegel Sauvignon Blanc ist ein trockener, fruchtbetonter Weißwein vom Weingut Ellermann-Spiegel aus der Pfalz. Reinsortiger Sauvignon Blanc mit den klassischen Aromen von Stachelbeere, Maracuja und Zitrone, getragen von einer schönen Mineralität.


Pfalz

Das Weingut Ellermann-Spiegel liegt in Kleinfischlingen an der Südlichen Weinstraße. Winzer Frank Spiegel keltert moderne, fruchtbetonte Weine nach dem Motto „Dir muss ES schmecken". Der Sauvignon Blanc zählt zu den Aushängeschildern des Hauses.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Sauvignon Blanc. Der Ausbau im Edelstahltank bewahrt die sortentypische, exotische Frucht und die frische Säure. So entsteht ein klarer, animierender Weißwein im modernen Stil.

Im Glas

Helles Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase die klassischen Sauvignon-Aromen von Stachelbeere, Maracuja und Zitrone. Am Gaumen sehr saftig und feinwürzig, mit exotischer Frucht und tragender Mineralität. Im Nachklang spannungsgeladene Frucht, die Lust auf den nächsten Schluck macht.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder zu leichter Küche.

Klassische Begleitung: Spargel, Ziegenkäse, Salate, Fisch und Meeresfrüchte.


Lage: Pfalz – Südliche Weinstraße (Deutschland)
Klassifikation: Qualitätswein – Weißwein (trocken)
Ausbau: Edelstahltank

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