Ein kleiner Bummel über die ProWein

Ein paar Eindrücke von Dario Sellmeier von der Weinmesse ProWein 2023 in Düsseldorf

Ein grauer, verregneter Märzsonntag auf dem ohnehin recht trostlosen Düsseldorfer Messegelände. Hier soll unsere Weltreise beginnen. Nein, nicht im wörtlichen Sinne. In den vor uns liegenden 13 Hallen schaffen wir es nicht in 80, sondern sogar in drei Tagen einmal um die Welt. Ob das mehr Arbeit oder mehr Vergnügen wird? Da sind wir uns jetzt noch nicht sicher. Aber dass Genuss immer auch Herausforderung sein kann, dürfte den meisten Besuchern der ProWein klar sein. Nachdem die wichtigste Weinmesse der Welt im vergangenen Jahr coronabedingt deutlich weniger Publikumsverkehr zu verzeichnen hatte, ging jetzt wieder alles seinen gewohnten Gang. 6000 Aussteller zeigten 50 000 Gästen aktuelle Trends aus dem Weinkosmos. Überfüllt war es zu keinem Zeitpunkt, sondern sehr entspannt. Der deutsche Bereich zählte erfreulicherweise zu einem der bestbesuchten – insbesondere die Stände der VDP-Winzer wurden teilweise regelrecht belagert, was durchaus auch daran lag, dass die Winzer von Weltgeltung sich in sympathischer Bescheidenheit keine wesentlich größeren Stände erlaubten als ihre weniger bekannten Kollegen. Großer Beliebtheit erfreuten sich darüber hinaus vor allem der Bereich Champagner und die Spirituosen-Halle.

Man merkt schnell, wie unterschiedlich die Herangehensweisen bei der Eigendarstellung sind: während sich die großen französischen Häuser mit palastartigen Hochglanz-Pavillons gegenseitig zu übertrumpfen versuchen, setzt Portugal auf ein einheitliches Erscheinungsbild in sanft geschwungenem, die Farben und Formen der Landschaft aufgreifenden ständigem Ineinander-Übergehen. Sehr sympathisch. Elementar wichtig ist die ProWein seit jeher vor allem für kleine Länder, die bei den meisten Konsumenten unter dem Radar laufen. Unterstützt von den jeweiligen Landwirtschaftsministerien investieren die dortigen Verbände sehr viel Herzblut in die Außendarstellung und legen auf den Masterclasses Broschüren dick wie Fachbücher an die Plätze. Als die Vertreterin des Generalkonsulats von Georgien uns interessiert nach unserer Meinung zu den Weinen ihres Heimatstaates fragt, können wir nur selig lächelnd unsere Begeisterung kundtun: so muss Wein sein – authentisch, traditionsbewusst, unkonventionell. Dazu staubtrocken, packender Säure und herb-pfeffrigen Gewürz-Nuancen. Dieses kleine Land ist einer unserer Lieblinge auf der Messe: über 8000 Jahre Weinbaugeschichte, über 500 autochthone Rebsorten, überragend günstige Preise für diese Qualität. Als besonders interessant erwies sich der direkte Vergleich zwischen den auf europäische Weise im Stahltank vergorenen Weinen und jenen, die nach alter Sitte in in den Boden eingelassenen Tonamphoren, den sogenannten Qvevris, zur Vollendung gelangen – ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Mit diesem ersten Kitzeln in der Nase sind wir dann auch mental angekommen. Die Auswirkungen des Rheinbahn-Streiks, der ausgerechnet dann stattfand, als Zehntausende internationale Fachbesucher auf Beförderungsmöglichkeiten zum Messegelände angewiesen waren, blieben glücklicherweise gering. Die Veranstalter bewiesen mit der kurzfristigen Einrichtung von Busshuttles ein gutes Händchen für Problembewältigung. Überhaupt war die ProWein hervorragend organisiert, jeder ansatzweise Weinbegeisterte fühlt sich hier wie Alice im Wunderland. Die Masse der Besucher ist bunt gemischt: zwar ist die Weinwelt noch immer die Spielwiese vorzugsweise von Business Casual tragenden Herren mittleren Alters, aber insgesamt sind von 18 bis 80 alle Altersgruppen vertreten und Tendenzen hin zu einem jüngeren und weiblicheren Publikum klar erkennbar.

Apropos Alter. Immer wieder stellten wir fest: Totgesagte leben länger. Nachdem Süßweine eine lange Zeit ein eher angestaubtes Nischendasein fristeten, drängen sie nun mit Wucht zurück. Ob als traditionsreicher Tokajer aus Ungarn, finessenreiche deutsche Auslese oder hocharomatische Sherrys – die Bandbreite ist beeindruckend, die Qualität sowieso und die Einsatzmöglichkeiten als Speisebegleiter nahezu unbegrenzt, das Etikett „Dessertwein“ weit hinter sich lassend. Überhaupt ist der Bereich Foodpairing ein Megatrend. Viele Konsumenten sind die ewig gleich Abfolge aus Schaumwein vorweg, Weiß zu Fisch, Rot zu Fleisch und zum Schluss vielleicht etwas Süßes wahrlich leid. Auch zu beliebten exotischen Gerichten etwa der asiatischen Küche ist der passende Begleiter nicht leicht zu finden. Dass bei den entsprechenden Veranstaltungen oft kostenlos Häppchen auf Sterne-Niveau verteilt werden, während man bei den Buden im Außenbereich 15 Euro für ein mäßiges Schnitzelbrötchen zahlt, tut sein Übriges. Ein emsiger Netzwerker in diesem Bereich ist Toni Askitis, Düsseldorfer Hip-Hopper, Sommelier und nie um ein (oder auch hundert) Worte verlegen. Seine nachmittäglichen Workshops, betont lässig in der „Urban Gastronomy Lounge“ mit DJ und Skatepark-Atmosphäre, sind ein wahrer Hotspot für jüngere Messebesucher. Was Köche wie der Bochumer Tibor Werzl oder Benjamin Kriegel aus Düsseldorf da an Amuse Gueules zaubern, ist fabelhaft, und die Weinbegleitung ist es ohnehin. Hinzu kommt der Unterhaltungsfaktor, wenn ein Winzer wie der arme Stefan Bietighöfer händeringend nach angelsächsischen Begriffen für Worte wie „Buntsandstein“ und „Kalkmergel“ sucht, denn die Workshop-Sprache ist Englisch, aus welchem Grund auch immer. Man muss den Instagram-verrückten Askitis nicht mögen, doch mit Aktionen wie „How to ProWein!? Ein Wein, drei Gläser“, die sich explizit an Neulinge richtet, leistet er wichtige Arbeit für eine Branche, die in der öffentlichen Wahrnehmung oft etwas abgehoben erscheint.

Der Orangewein-Boom ist merklich abgeflaut – einige Winzer haben sie dauerhaft ins Programm genommen, andere winken ab: zu wenig Nachfrage. Die herrscht gerade in einem ganz anderen Bereich, den alkoholfreien Weinen. Stark frequentiert war daher die World of Zero, in der man in ungewohnter Selbstbedienung wild herumverkosten durfte. Geschmacklich ist das gewöhnungsbedürftig. Die Weine schmecken oft abgestanden und pappig süß, weisen auch nicht selten enorm hohe Restzuckergehalte auf. Die Spirituosen präsentieren sich mit einer häufig eher unausgewogenen, penetranten Aromatik. Einziger Lichtblick sind die Schaumweine, denen die Kohlensäure die nötige Lebendigkeit verleiht. Hier ist geschmacklich noch viel Luft nach oben. Und auch die aufgerufenen Preise, die oft mit denen ihrer konventionellen Geschwister identisch sind, erscheinen ambitioniert. Ohne Frage ist der Arbeitsaufwand bei beiden vergleichbar, aber ob die Verbraucher dauerhaft bereit sein werden, für die alkoholfreie Alternative Preise weit jenseits von zehn Euro zu zahlen, darf zumindest mit einem Fragezeichen versehen werden.

Allgemein ist zu beobachten, dass sowohl Winzer als auch Händler bei vielen ihrer Produkte um ein Ausbrechen aus einem bestimmten Image bemüht sind, sei es aus rein kommerziellen Gründen oder weil sie die Ansicht vertreten, ein klischeehaftes Bild werde der Qualität ihres Produktes nicht gerecht. Beispielhaft dafür ist der Rosé, dessen Erzeuger ihn endlich als vielschichtigen Charakterkopf wahrgenommen sehen wollen und nicht bloß als So-nebenbei-Gesöff der Mädels auf der Grillparty. Und das ist durchaus berechtigt: erwiesen sich bei einer Probe die provenzialischen Rosés zwar schon hin und wieder als ganz interessant, aber im Großen und Ganzen als nach landläufigem Verständnis eher konventionell, wussten die Valtènesi-Rosés von den Ufern des Gardasees mit völlig unerwarteten Aromen zu begeistern. Herb und fleischig geht es hier zu, mit relativ hoher Säure und kräftigen Kräuternoten. Das macht richtig Spaß und darf zurecht nach mehr Aufmerksamkeit verlangen. Dass das Flaschen- und Etikettendesign dann aber in den meisten Fällen doch sehr girly daherkommt und so die Bemühungen um eine Zielgruppenerweiterung ziemlich konterkariert, sei mal dahingestellt.

Tja, manche Weine haben ein Image, von dem sie sich gern befreien würden, andere haben irgendwie gar keins. Man wird nämlich immer noch recht verwundert angeschaut, fragt man Winzer nach einem Schluck Gewürztraminer oder Elbling. Offenbar haben viele von ihnen zwar Vertrauen in die Qualität ihrer Versionen der traditionsreichen alten Rebsorten, sonst hätten sie sie nicht im Gepäck gehabt, aber wenig Vertrauen in die Nachfrage der Kunden, leider zurecht. Das ist schade, denn gerade diese Uralt-Sorten bieten oft völlig ungeahnte, wenn nicht gänzlich unbekannte Aromen. Zufriedenes Nicken fand sich indes bei den vielen Gelegenheiten, Rieslinge zu verkosten. Sei es bei den frühabendlichen Big Bottle Parties im VDP- und Maxime Herkunft-Bereich, sei es bei einer Präsentation der Kellerschätze des Bernkasteler Rings – wieder einmal erwies sich das unglaubliche Reifepotential dieser deutschen Wunderrebe. Nicht wenige zehn bis fünfzehn Jahre alte Große Gewächse erwiesen sich als noch immer viel zu jung für die optimale Trinkreife.

Es ist eine leicht dekadente Dreiviertelstunde, während der die Doppelmagnums aus Lagen wie Bernkasteler Doctor, Ürziger Würzgarten oder Kiedricher Gräfenberg kreisen wie die Flasche Cola auf dem Kindergeburtstag. Längst spucken wir nicht mehr, das wäre bei diesen ehrwürdigen Tropfen wahrhaft Sünde. Auch wenn das nach und nach zulasten der geschmacklichen Feinarbeit geht und man irgendwann nur noch ein Riesling-Grundrauschen im Mund hat. Hat auch seinen Reiz. Aber dann ist die Party plötzlich vorbei – dabei ist es noch nicht mal 20 Uhr. Kurz durch die Hallen geschlendert, finden wir uns im Bereich der Bioweine wieder, wo noch richtig Stimmung ist und vor allem Musik. Die Weine sind geschmacklich so lala, haben aber aus anderen Gründen natürlich ihre Daseinsberechtigung. Und auch ihre ganz eigenen Vorteile, lernen wir während des Smalltalks schnell. Viele Menschen würden ihn einfach deswegen schätzen, weil er einen nach hohem Konsum am Vorabend morgens nicht mit einem Schädel aufwachen ließe. Das haben wir natürlich aus wissenschaftlichen Zwecken in der Praxis erprobt und können sagen: es stimmt! Aber im Ernst: wie sonst in allen Bereichen des öffentlichen Lebens spielen die Themen Klima und Nachhaltigkeit hier eine große, wenn auch nicht unbedingt dominante Rolle. Die Integration wärmeliebender Rebsorten in nördliche Anbaugebiete funktioniert erstaunlich gut, lassen zumindest Kostproben deutscher Interpretationen von Shiraz, Merlot und Cabernet Sauvignon erahnen. Und nicht nur in den Flaschen tut sich etwas, sondern auch mit den Flaschen selbst. Weinkritiker-Papst Stuart Pigott nimmt sich mit seinem feinen, hintergründigen Humor denn während des Trend Hour Tastings auch eines der Themen an, die die Weinbranche gerade ordentlich in Aufruhr versetzen: alternative Verpackungen. Das Pfandsystem übergeht er dabei – denn obwohl von den Württemberger Weingenossenschaften im Zuge der ProWein erstmals eine 0,75er-Mehrwegflasche vorgestellt wurde, scheint es fraglich, Länder ohne jede Flaschenpfand-Erfahrung (wie es die meisten sind) auf diesen Pfad lotsen zu können. Diese haben ganz andere Ideen, allen voran die Bags-in-Boxes – Foliensäcke in Pappkartons. Ja mei, klingt auf Deutsch echt nicht sexy, aber die Idee, Wein in Schläuchen statt in Glasbehältern aufzubewahren, ist immerhin eine jahrtausendelang bewährte. Für Ästheten gibt es auch Paper Bottles, von innen beschichtete Pappflaschen. Das alles ist optisch gewöhnungsbedürftig, soll aber im Vergleich bis zu 90 Prozent CO2 einsparen – und der Inhalt schmeckt tadellos. Bis zu zehn Jahre soll man sich die neuartigen Gebinde ohne Qualitätsverlust in den Keller stellen können.

Was lässt sich also zusammenfassend sagen? Retro spielt nicht nur in der Mode eine große Rolle, sondern auch in der Weinwelt: plötzlich erspäht man in der Spirituosenhalle wieder Eierlikör, Obstler und andere Dinge aus Omas Eiche-rustikal-Schränkchen. Meist aber nicht von Oma vermarktet, sondern von vollbärtigen Jungs mit Käppi und Tunnelpiercing im Ohr. Eng damit verbunden ist der Trend zu so viel Regionalität wie möglich, der wohl ehrlichste Zugang, den eine Messe wie die ProWein zum Thema Nachhaltigkeit finden kann. Letztlich stand aber auch in diesem Jahr wieder der Genuss im Vordergrund, und Anzeichen von schlechtem Gewissen sucht man vergeblich. Ganz im Gegenteil, nach drei Jahren Corona scheinen Konsumenten sich ordentlich was gönnen zu wollen. Den Winzern, die in dieser Zeit absatztechnisch ziemlich gelitten haben – was zwar keiner so direkt zugeben will, man aber dennoch zwischen den Zeilen heraushört -, sei dies auf jeden Fall gegönnt. Text: Dario Sellmeier

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Rebsorten

Josef Dockner Grüner Veltliner 1,00 Liter

Wein · Weißwein · Niederösterreich · Österreich

Josef Dockner Grüner Veltliner in der praktischen 1-Liter-Flasche ist ein typischer Grüner Veltliner aus Niederösterreich, Österreichs größtem Weinbaugebiet. Duftig und fruchtig in der Nase, am Gaumen leicht pfeffrig und zart würzig – ein unkomplizierter Wein für jeden Tag.


Niederösterreich / Kremstal

Der Winzerhof Familie Dockner liegt in Theiß im Kremstal (Niederösterreich). Die wärmespeichernden Lössböden der Region bringen fruchtbetonte, saftige Weißweine hervor. Grüner Veltliner ist die Leitsorte Österreichs und steht für klare Frucht mit feinem Pfefferl.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grünem Veltliner. Der Ausbau erfolgt fruchtbetont im Edelstahltank, um Frische und sortentypische Würze zu bewahren. Abgefüllt in der praktischen 1-Liter-Flasche. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Grüngelb. In der Nase duftig und fruchtig, mit grünem Apfel und Zitrusnoten. Am Gaumen saftig, leicht pfeffrig und zart würzig, mit klarer Frische und unkompliziertem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als süffiger Alltagswein, zur Jause oder zum Essen.

Passt zu: Schnitzel, Geflügel, Fisch, Gemüsegerichten und leichter Küche.


Lage: Niederösterreich (Kremstal, Theiß); Winzerhof Familie Dockner
Klassifikation: Niederösterreich – 100 % Grüner Veltliner, trocken
Ausbau: Edelstahltank (fruchtbewahrend)
Füllmenge: 1,0 Liter

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Weine

Jörg Geiger Alkoholfrei Prickelnd Rotfruchtig

Alkoholfrei · Prickelnd · Streuobstwiese · Deutschland

Jörg Geiger Prickelnd Rotfruchtig ist ein alkoholfreies, prickelndes Getränk mit dichter roter Beerenfrucht. Schwarze Johannisbeere und Sauerkirsche dominieren – kräftig und üppig, ergänzt um Holunderbeere und die frischen Noten der Limette.


Schwäbische Streuobstwiesen

Die Manufaktur Jörg Geiger aus Schlat in Baden-Württemberg ist bekannt für ihre kunstvollen alkoholfreien Cuvées von der Streuobstwiese. Frucht, Frische und Handwerk stehen im Mittelpunkt jeder Kreation.

Zutaten und Herstellung

Eine alkoholfreie Cuvée aus Sauerkirsche, schwarzer Johannisbeere und Holunderbeere, ergänzt um Quitte und Limette. Die feine Kohlensäure macht das Getränk fein prickelnd.

Im Glas

Dichte Frucht von Sauerkirsche, schwarzer Johannisbeere und Holunderbeere, gepaart mit frischen Limettennoten. Am Gaumen kräftig und üppig, mit leicht herber Quitte und Limette und einer feinen, prickelnden Kohlensäure.

Zum Genießen

Gut gekühlt solo als alkoholfreier Aperitif oder zum Dessert.

Passt zu: roten und schwarzen Beeren und Früchten, z. B. Roter Grütze mit Vanilleeis.


Hersteller: Manufaktur Jörg Geiger GmbH (Schlat, Deutschland)
Produkt: alkoholfreies, prickelndes Fruchtgetränk (rotfruchtig)
Zutaten: Sauerkirsche, schwarze Johannisbeere, Holunderbeere, Quitte, Limette
Herkunft: Schwäbische Streuobstwiesen (Deutschland)
Mindesthaltbarkeit (MHD): 31.03.2027

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Länder/Regionen

Ziereisen Heugumber Gutedel

Wein · Weißwein · Baden · Deutschland

Ziereisen Heugumber Gutedel 2022 ist ein Gutedel vom Weingut Hanspeter Ziereisen in Efringen-Kirchen, am südlichsten Zipfel des deutschen Weinbaus im Dreiländereck. Die 20-monatige Reifung auf der Hefe formt aus der alten Sorte einen schlanken Weißwein mit klarer Herkunft und eigenem Charakter.


Markgräflerland / Oberrhein

Efringen-Kirchen liegt im Markgräflerland, der südlichsten Weinbauregion Badens, direkt am Rheinknie. Das Dreiländereck D/F/CH prägt das Klima: milde Winter, lange Vegetationsperioden, intensive Sonnenstunden. Gutedel (Chasselas) ist hier seit Jahrhunderten heimisch und außerhalb der Region und der Schweiz kaum noch verbreitet. Der Wein trägt bewusst die Bezeichnung Landwein Oberrhein.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Gutedel (Chasselas), einer der ältesten Kulturrebsorten der Welt. Die handgelesenen Trauben wurden im großen traditionellen Holzbehälter mit traubeneigenen Weinbergshefen vergoren. Anschließend reifte der Wein 20 Monate auf der Hefe, was ihm mehr Substanz als einem klassischen Gutedel verleiht. Trocken ausgebaut.

Im Glas

In der Nase frische Kräuternoten, grüner Apfel, Zitrusschale und ein feiner Hefeton aus dem langen Hefekontakt. Am Gaumen schlank und direkt, mit klarer Säurestruktur und einer salzig-mineralischen Textur, die das Terroir am Rhein spürbar macht. Der Abgang ist mittellang, trocken und von leichter Würze geprägt.

Am Tisch

Trinkreife jetzt bis 2027. Kurzes Dekantieren (15 Minuten) öffnet ihn gut; bei 10–14 °C servieren.

Passt zu: Flussforelle, Zander, Ziegenkäse, Spargel und asiatischer Gemüseküche – ein verlässlicher Begleiter leichter Küche.


Lage: Markgräflerland, Efringen-Kirchen am Dreiländereck (Baden, Deutschland); Weingut Ziereisen
Klassifikation: Landwein Oberrhein – 100 % Gutedel (Chasselas), trocken
Ausbau: Spontangärung mit traubeneigenen Hefen, 20 Monate Hefelager
Jahrgang: 2022

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Schaumweine

Pertois- Lebrun Champagne L´extravertie Grand Cru Extra Brut

Champagner · Côte des Blancs · Chardonnay · Grand Cru · Extra Brut

Pertois-Lebrun L'Extravertie Grand Cru Extra Brut ist ein Blanc de Blancs aus 100 % Chardonnay, dessen Trauben aus sieben herausragenden Lagen der Côte des Blancs stammen – fünf Grand Crus und zwei Premier Crus. Die Weinberge werden biodynamisch bewirtschaftet. Im Glas ein heller, klarer Goldton mit feiner Perlage.


Côte des Blancs

Die Trauben stammen aus den Grand-Cru-Dörfern Chouilly, Le Mesnil-sur-Oger, Oiry, Cramant und Oger sowie den Premier Crus Cuis und Villeneuve in der Côte des Blancs. Die kreidegeprägten Böden verleihen dem Wein seine kalkige Mineralität und Frische. Die Bewirtschaftung folgt biodynamischen Grundsätzen mit organischen Düngern, mechanischer Bodenbearbeitung und pflanzlichen Präparaten.

Assemblage und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay und basiert überwiegend auf dem aktuellen Jahrgang, ergänzt um rund 15 % Reserveweine. Verwendet wird ausschließlich die erste Pressung. Nach der Gärung bei 17 °C und vollständiger malolaktischer Gärung reift er zehn Monate auf der Feinhefe, teils im Edelstahltank, teils im Eichenfass, ohne Schönung und Filtration. Nach mindestens zweieinhalb Jahren Hefelager mit 3,5 g/l als Extra Brut abgefüllt.

Im Glas

Heller, klarer Goldton mit feinen Perlen. Der Duft erinnert zunächst an frisch gebackene Brioche, bevor sich Kreide, Grapefruit und grüne Äpfel entfalten. Am Gaumen frisch, saftig und zugleich cremig, mit fein integrierter Perlage; die zitronige Säure sorgt für Spannung, eine elegante, kalkige Mineralität trägt den Wein. Das Finale ist harmonisch, weich und präzise.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Austern, Meeresfrüchte, Fisch und feine Vorspeisen.


Lage: Chouilly, Le Mesnil-sur-Oger, Oiry, Cramant, Oger (Grand Cru) sowie Cuis & Villeneuve (1er Cru), Côte des Blancs
Klassifikation: Champagne AOC – Grand Cru, Extra Brut, Blanc de Blancs
Ausbau: Erstpressung, teils Edelstahl / teils Eichenfass, malolaktische Gärung, 10 Monate Feinhefe, mind. 2,5 Jahre Hefelager, 3,5 g/l

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Rebsorten

Shaw and Smith Shiraz 2018

Wein · Rotwein · Adelaide Hills · Australien

Shaw + Smith Shiraz ist ein eleganter Cool-Climate-Shiraz aus den Adelaide Hills. Rote Früchte und süße asiatische Gewürze schweben aus dem Glas; am Gaumen geht es um feingliedrige Tannine und ein gleichmäßiges, elegantes Aromenspiel mit dezentem, ausgesprochen langem Finale.


Adelaide Hills / South Australia

Shaw + Smith zählt zu den renommiertesten Weingütern der Adelaide Hills in South Australia. Das kühle Höhenklima dieser Cool-Climate-Region bringt Shiraz mit Eleganz, Würze und feiner Tanninstruktur hervor – ein Gegenentwurf zu den wuchtigen, warmen Shiraz-Stilen.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Shiraz. Die kühle Lage bewahrt Frische, feine Würze und eine elegante, feingliedrige Tanninstruktur. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase rote Früchte und süße asiatische Gewürze. Am Gaumen feingliedrige Tannine und ein gleichmäßiges, elegantes Aromenspiel – vom Antrunk bis zu einem dezenten, aber sehr langen Finale.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein eleganter Speisebegleiter.

Passt zu: Lamm, gegrilltem und geschmortem Fleisch, Wild und mittelreifem Käse.


Lage: Adelaide Hills, South Australia (Australien); Shaw + Smith
Klassifikation: 100 % Shiraz, trocken
Ausbau: kühl-elegante Cool-Climate-Stilistik

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Spanien

Matsu El Recio

Wein · Rotwein · Toro · Spanien

Matsu El Recio – „der Starke" – steht für Kraft und Konzentration: Handernte, Traubenselektion, 22 Tage Maischestandzeit, malolaktische Gärung und 14 Monate Ausbau in neuen französischen Eichenfässern. Dunkle Schokolade, Brom- und Heidelbeeren, frische Vanille, Toffee und Zedernholz; opulent und verführerisch im Abgang.


Toro / Castilla y León

Die Bodega Matsu (Vintae-Gruppe) liegt in der DO Toro in der Provinz Zamora. El Recio ist der mittlere Wein der Matsu-Familie – das Etikett zeigt einen Mann mittleren Alters. Die Trauben stammen von rund 90 Jahre alten Reben auf sandigen Böden mit hohem Granitanteil, die biodynamisch bewirtschaftet werden.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Tinta de Toro (lokaler Tempranillo-Klon). Nach manueller Handernte und Traubenselektion folgt eine Maischestandzeit von 22 Tagen auf den Schalen. Die malolaktische Gärung findet in neuen französischen Eichenfässern statt, in denen der Wein anschließend 14 Monate ausgebaut wird. Abgefüllt wird er unfiltriert und ungeschönt. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Tiefes, dichtes Rubinrot. In Duft und Geschmack „stark" im wahrsten Sinne: dunkle Schokolade, Brom- und Heidelbeeren, frische Vanille, Toffee und Zedernholz. Am Gaumen opulent und vollmundig, mit samtigen Tanninen und einem verführerisch wilden, langen Abgang. Ein Wein mit Reifepotenzial.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren und vor dem Genuss karaffieren – ein kraftvoller Begleiter zu herzhaften Gerichten.

Passt zu: kräftigem rotem Fleisch, Wild, Schmorgerichten, Gegrilltem und reifem Käse.


Lage: DO Toro, Zamora (Castilla y León, Spanien); Bodega Matsu
Klassifikation: DO Toro – 100 % Tinta de Toro (Tempranillo), trocken
Ausbau: 22 Tage Maischestandzeit; 14 Monate in französischen Eichenfässern; unfiltriert und ungeschönt

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Weine

Billecart-Salmon Le Reserve Brut Doppelmagnum

Champagner · Marne · Brut

Der Billecart-Salmon Brut Réserve ist die jahrgangslose Standardcuvée des 1818 gegründeten Champagnerhauses Billecart-Salmon aus Mareuil-sur-Aÿ – hier in der Doppelmagnum (3 Liter). Die Assemblage vereint die drei klassischen Rebsorten Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier aus den besten Lagen der Marne, ergänzt um einen hohen Anteil Reserveweine. Als Brut ausgebaut, zeigt er sich frisch, klar und mineralisch. Eine feine, elegante Perlage trägt Noten von Zitrus, Nuss und Stein.


Marne – Mareuil-sur-Aÿ

Das Haus Billecart-Salmon hat seinen Sitz in Mareuil-sur-Aÿ in der Champagne und wird seit 1818 in Familienhand über sieben Generationen geführt. Die Trauben für den Brut Réserve stammen aus den besten Terroirs der Marne – aus der Montagne de Reims, der Côte des Blancs und dem Vallée de la Marne. Stilprägend ist die kühle, langsame Gärung, für die das Haus bekannt ist.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier mit einem hohen Anteil von rund 50–60 % Reserveweinen. Die Gärung erfolgt bei niedriger Temperatur im Edelstahltank, ergänzt um burgundische Holzfässer; anschließend reift der Champagner deutlich länger auf der Hefe, als es die Appellation vorschreibt. Dosiert wird als Brut (rund 8 g/l). Enthält Sulfite.

Im Glas

Zartgoldene Farbe mit feiner, langsam aufsteigender Perlage. In der Nase Zitrus, frische weiße Früchte, reife Birne und eine nussige Note. Am Gaumen klar und präzise, frisch und mineralisch. Der Abgang bleibt fein und lang.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Austern, Meeresfrüchte, Sushi und gegrillter Fisch. Als Aperitif ebenso geeignet wie zu einem ganzen Menü. Das Großformat Doppelmagnum eignet sich besonders für größere Runden und Feste. Serviertemperatur 8–10 °C.


Lage Marne – Montagne de Reims, Côte des Blancs, Vallée de la Marne (Mareuil-sur-Aÿ)
Klassifikation Champagne (AOC), jahrgangslos
Ausbau Gärung bei niedriger Temperatur in Edelstahl und Holzfass, hoher Reserveweinanteil, längere Reife auf der Hefe

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USA

Pášxa River Rock Vineyard Grenache 2018

Wein · Rotwein · Walla Walla Valley · USA

The Walls Pášxa Grenache 2018 aus dem River Rock Vineyard zeigt ein leuchtendes, durchscheinendes Rubinpurpur und ein betörendes Bukett von Himbeere, Walderdbeere und Blaubeere, verwoben mit warmer Erde, Gewürzen und Anklängen von Kräutern der Provence. Mittel- bis vollgewichtig, rund und nahtlos; von Jeb Dunnuck mit 95 von 100 Punkten bewertet.


The Rocks District / Walla Walla

The Walls Vineyards aus dem Walla Walla Valley arbeitet unter dem renommierten Winemaker Todd Alexander. Die Frucht stammt aus dem River Rock Vineyard im The Rocks District of Milton-Freewater – einer für ihre steinigen, von Flussgeröll geprägten Böden berühmten Lage, die würzig-mineralische Rhône-Sorten hervorbringt. In Washington fertiggestellte Weine dieser Lage tragen die übergeordnete Walla Walla Valley AVA.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grenache. Die Gärung erfolgt in Beton und Stahl, der Ausbau in Großgebinden aus überwiegend gebrauchter französischer Eiche, sodass die strahlende Frucht und die mineralische Prägung der Lage im Vordergrund bleiben. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Leuchtendes, durchscheinendes Rubinpurpur. In der Nase Himbeere, Walderdbeere und Blaubeere, dazu warme Erde, Gewürze und Kräuter der Provence sowie ein Hauch der typischen „Rocks"-Würze. Am Gaumen mittel- bis vollgewichtig, rund, geschmeidig und nahtlos, mit großer Reinheit der Frucht und langem Abgang. Lagerpotenzial von 10–12 Jahren.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein eleganter, würziger Begleiter.

Passt zu: Lamm, Geflügel, Wild, mediterranen Schmorgerichten und kräuterbetonten Speisen.


Lage: Walla Walla Valley AVA – The Rocks District, River Rock Vineyard (USA); The Walls Vineyards
Klassifikation: Walla Walla Valley – 100 % Grenache (Rocks District), trocken
Ausbau: Gärung in Beton/Stahl; Reifung in Großgebinden, überwiegend gebrauchte französische Eiche
Bewertung: Jeb Dunnuck 95/100 (Jahrgang 2018)

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