Weinbau in der DDR

Alkoholparadies DDR? w

Alkoholparadies DDR? Kommt auf die Definition an. Getrunken wurde jenseits des Eisernen Vorhangs jedenfalls deutlich mehr als im Westen – vor allem Unmengen Schnaps, den man aus sehr vielen verschiedenen Rohstoffen brennen kann, auch Bier nicht gerade wenig. Über die Gründe könnte man soziologische Abhandlungen verfassen, die aber dennoch immer bis zu einem gewissen Punkt spekulativ bleiben müssten. Stattdessen kann man Fakten betrachten. In unserem Fall sollen das aber nicht die planwirtschaftlich gelenkten Produktionsmengen der Kombinate und LPGs sein, die den „ganz alltäglichen Alkohol“ wie Radeberger und den „Blauen Würger“ in rauen Mengen herstellten. Sondern die der vielen kleinen Weinbauern zwischen Pirna und Bad Kösen. Denn Wein wurde im Osten genauso erzeugt wie im Westen, auch wenn der Konsum von durchschnittlich 12 Litern pro Person und Jahr nicht ansatzweise durch den eigenen Anbau gedeckt werden konnte. Die Geschichte vom Weinbau im Sozialismus ist dabei wie so häufig eine von Mangelwirtschaft und staatlicher Bevormundung, aber auch von viel Herzblut und großem Improvisationstalent.

Die Winzer aus der Bundesrepublik, die im Zuge der allgemeinen Goldgräberstimmung der direkten Nachwendezeit in die ehemalige DDR hinüberfuhren, um sich ein Bild davon zu machen, wie die potentielle Konkurrenz so aufgestellt war, werden sich wahrscheinlich nicht selten ein Schmunzeln verkniffen haben. Im Gebiet Saale-Unstrut wurde auf 800 Hektar Weinbau betrieben, in Dresden-Meißen, das in der Vermarktung mittlerweile unter Sachsen firmiert, auf lediglich 350 – wobei das nur einer von vielen Schätzwerten ist, die Angaben schwanken zwischen 200 und 400. Jedenfalls war es wenig, sehr wenig im Vergleich zum Westen: Rheinhessen kommt auf knapp 27000 Hektar, selbst das für westdeutsche Verhältnisse recht kleine Gebiet Mosel noch auf 8800. Dabei ist es nicht so, dass es auf dem Gebiet der „Zone“ keine Weinbautradition gegeben hätte. Im genussfreudigen Barock Augusts des Starken, der bei Banketten gern mal sieben Flaschen geleert haben soll, verfügte das reiche Sachsen noch über 6000 Hektar Rebfläche – ermöglicht durch württembergische Expertise, die den Terrassenweinbau an die Elbe brachte. Ende des 19. Jahrhunderts dann kam der erste Einschnitt: der Rebbestand wurde durch die Reblausplage und den Mehltau arg dezimiert. Die beiden Weltkriege samt zwischenzeitiger Weltwirtschaftskrise taten ihr Übriges, die Weingärten brachliegen zu lassen. Und in der unmittelbaren Nachkriegszeit waren landwirtschaftliche Flächen kostbar, sodass die politische Führung in den 50ern verordnete, Getreide und Kartoffeln statt Wein anzubauen.

Ausgerechnet eine Gründung aus der NS-Zeit ist wohl der Grund dafür, dass in den 50er Jahren die Tradition schrittweise wieder aufgenommen werden konnte. So hatten die Nazis klug erkannt, dass es sich auf kommerzieller Ebene kaum lohnte, die meist sehr kleinen und oft auch noch an Steillagen befindlichen Parzellen zu bewirtschaften. Also gründete man die Sächsische Winzergenossenschaft, in der hauptsächlich Kleinstwinzer und solche, für die der Weinbau eher ein Freizeitvergnügen darstellte. Diese änderte später in der DDR zwar ihren Namen in „Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe“ und wurde verstaatlicht, die Struktur ihrer Mitglieder jedoch blieb bestehen. Und auch die auf den ersten Blick nicht unattraktiven Rahmenbedingungen: die Pacht für einen Quadratmeter kosteten selbst in bester Lage kaum mehr als 10 Pfennig, meist eher deutlich weniger – pro Jahr. Dann aber begannen schon die Schwierigkeiten: mal fehlte es an Unterlagsreben, dann an Draht, an Pfählen und Pressen. Und an Landmaschinen sowieso dauerhaft, weshalb die Arbeit im Weinberg ein ziemlicher Knochenjob und meist nur mithilfe von Familie und Freunden zu bewältigen war. Legendär und oft als Beispiel herausgestellt wird der chronische Mangel an säureresistentem Edelstahl für die Kellertechnik. Also goss man herkömmliche Bottiche mit Glasemaille aus und griff für die Leitungen auf Jenaer Glas zurück – ironischerweise wäre das heutzutage gar nicht mehr finanzierbar. Aber selbst diese bescheidenen Möglichkeiten hatten oft nur die Großen, die den (öffentlichen) Markt dominierten wie etwa Rotkäppchen – heute Ostalgie-Marke schlechthin, damals eher notwendiges Übel.

Im gesamten Land gab es gerade einmal vier Kellereibetriebe, die ihrem Namen wirklich gerecht wurden und tatsächlich auf professionelle Weise Lesegut zu Most pressten. Trauben aus der DDR allein verschafften hier aber bei Weitem nicht die nötige Auslastung: größtenteils wurden Importe aus befreundeten sozialistischen Staaten wie Rumänien und Bulgarien, aber auch aus westlichen Ländern wie Italien und Spanien verarbeitet. Als Winzer war man verpflichtet, seinen Ertrag dort abzuliefern – er war ja Volkseigentum. Daher gab es streng genommen auch keinen privaten Weinbau in der DDR. Allerdings erhielt man quasi als Aufwandsentschädigung meist eine niedrige dreistellige Anzahl fertiger Flaschen für den „Eigenbedarf“. Und diese Flaschen musste man im nächsten Jahr – wohl der Grund dafür, dass uns nur wenige flüssige Zeitzeugen erhalten geblieben sind – auch zwecks Neubefüllung geleert zurückgeben. Die Korken allerdings nicht – es gab nämlich kaum welche, da die Korkeiche sich eben entschlossen hatte, nur in den Ländern des Klassenfeindes zu wachsen. Deshalb war der Wein – heute gölte das wohl als vorbildlich nachhaltig – meist mit Kronkorken verschlossen. Ähnlich simpel wie die Erzeugung waren konsequenterweise die staatlichen Vorgaben für die Deklaration. Es durfte die Rebsorte ausgewiesen werden, nicht aber eine bestimmte Qualitätsstufe. Auch Lagenbezeichnungen suchte man auf den Etiketten vergeblich, so hießen alle Winzererzeugnisse aus Sachsen schlicht „Elbtalwein“ – alles andere wäre aber auch irreführend gewesen, denn die Kellereien schmissen das Lesegut gedankenlos zusammen und kelterten meist nur einen einzigen Wein pro Rebsorte.

Die Rebsorten-Palette war jedoch erstaunlich breit und fand Einschränkungen eigentlich nur im kühlen Klima: Weiß- und Grauburgunder schätzte man ebenso wie Silvaner, Riesling oder Müller-Thurgau. Und mit dem Goldriesling, einer Kreuzung aus Riesling und Früher Malingre, existiert sogar eine echt sächsische Spezialität. Eine Behörde wie das Bundessortenamt im Westen gab es zwar, sie war allerdings mehr wissenschaftlich als regulierend tätig, betreute etwa die Rebenversuchsstation der DDR auf dem Radebeuler Krapenberg. Als Winzer musste man nichts anmelden und konnte pflanzen, was immer man wollte und wie man wollte. Überhaupt galt meist „learning by doing“, denn Weinbauschulen wie in Geisenheim oder Weinsberg existierten nicht, von Möglichkeiten, sich im Ausland etwas von den Herangehensweisen anderer Winzer abzuschauen, mal ganz abgesehen. Meist arbeitete man mit Spontanvergärung, denn für Reinzuchthefen fehlten die finanziellen Mittel – was wahrscheinlich auch eine Erklärung dafür ist, weshalb viele ostdeutsche 80er-Jahre-Weine, die man noch in muffigen Kellern findet, sich als erstaunlich langlebig und nach wie vor genießbar erweisen, während die konventionell erzeugten, meist pappig süßen BRD-Produkte aus dieser Zeit längst gekippt sind. Gut, möglicherweise hing das nicht minder mit der hohen Säure zusammen, die den DDR-Tropfen eigen war. So heißt es schon in einem Jenaer Studentenlied aus dem 19. Jahrhundert ironisch: „Und ein Wein wächst auf den Bergen / Und der Wein ist gar nicht schlecht / Tut er gleich die Strümpfe flicken / Und den Hals zusammendrücken / Ist er doch zur Bowle recht!“

Wer einen solchen Wein erwerben wollte – pro Jahr lag die Produktion irgendwo zwischen 10 und 15 Millionen Flaschen -, brauchte eine gehörige Portion Glück: der Ab-Hof-Verkauf war den Winzern verboten, auch und gerade an westdeutsche Touristen. Stattdessen mussten die Produktionsmengen an die entsprechenden Behörden in Berlin gemeldet werden, die daraufhin Anordnungen über die konkrete Verteilung traf. In den „normalen“ Filialen der Handelsorganisation und den Konsum-Märkten, die den größten Anteil an der täglichen Lebensmittelversorgung hatten, fanden sich diese Weine kaum. Man musste schon einen der feineren Delikat-Läden aufsuchen oder Gast in einem der großstädtischen Interhotels sein, um in den Genuss zu kommen, bedurfte also konkret einer dicken Geldbörse oder eines gewissen gesellschaftlichen Status. Oder man hatte eben Beziehungen – womit DDR-Wein ebenso wie andere knappe Güter den Stellenwert einer Zweitwährung bekam, die man gegen spezielle Gefallen und begehrte West-Produkte tauschen oder die Arbeit einer Behörde in einem persönlichen Anliegen beschleunigen konnte.

Er war durch seinen konsequent trockenen Ausbau, die filigrane Mineralik und vor allem die Sortenreinheit eben auch ganz anders als die verschnittene Importware aus Bulgarien, Rumänien und Ungarn, die bis auf wenige Ausnahmen nur zwei Extreme kannte: bis zum Gehtnichtmehr aufgezuckert oder sauer wie Essigsäure. Gute Weine von dort wurden zwecks Devisenbeschaffung größtenteils in den Westen exportiert. Ältere Ostdeutsche erschaudern regelmäßig beim Gedanken an Rosenthaler Kadarka, einen der meistverkauften Weine der DDR für sehr günstige 6,30 Mark. Oder haben sich ihren Geschmackssinn so nachhaltig verdorben, dass sie Verirrungen wie Schwarze Mädchentraube, Eselsmilch oder Erlauer Stierblut noch immer anhängen, die mit der Wende anders als die meisten Ost-Produkte keineswegs aus den Supermarktregalen verschwunden sind. Es ist im Nachhinein schwer zu sagen, ob die heimischen Tropfen damals tatsächlich mehrheitlich des Geschmacks wegen getrunken wurden oder doch eher aus einer Mischung aus Stolz über die eigene Leistung und Trotz gegenüber einem Staat, der nur vorher festgelegte Ernteziele erfüllt sehen wollte, sich um die Qualität aber nicht scherte. Auf jeden Fall gelangten gerade einmal fünf Prozent überhaupt außer Landes.

Die Winzer insbesondere an Saale-Unstrut hatten nicht nur mit den staatlichen Stellen ihren regelmäßigen Kampf auszufechten, sondern auch mit den klimatischen Verhältnissen. Denn die Weinberge hier reichen bis an Havel und Harz heran und liegen noch einmal deutlich weiter im Norden als das nördlichste Weinbaugebiet der damaligen Bundesrepublik, der südlich von Bonn beginnende Mittelrhein. Wird allgemein der 50. Breitengrad als jene Grenze betrachtet, oberhalb derer Rebenzucht sowohl geschmacklich als auch wirtschaftlich nicht mehr lohnenswert erscheint, lag die Region um Naumburg und Freyburg etwa auf Breitengrad 51,5. Und das musste sich natürlich irgendwann einmal rächen: im Winter 1986/87 sanken die Temperaturen auf bis zu minus 30 Grad, was eine Menge Rebstöcke nicht überlebten. Die ständige Mangelwirtschaft erwies sich an dieser Stelle jedoch als vorteilhaft: viele Weingärten waren, bedingt durch die fehlende Verfügbarkeit junger Reben am Markt, wie in alten Zeiten recht bunt gemischt bepflanzt – hin und wieder vielleicht mal zusätzlich belebt durch manches, was der Winzer von Reisen in andere Teile des Ostblocks so mitbrachte oder was von Kollegen aus dem Westen eingeschmuggelt wurde. Jedenfalls sicherte die aus der Not geborene Heterogenität der Pflanzen den Fortbestand des Weinbaus insgesamt.

Was auch der Staat versuchte, der zum Ende hin eine wahre Charmeoffensive fuhr: 1987 kürte man nach westlichem Vorbild eine Weinkönigin in Sachsen, lobte außerdem Preise für vorbildlich bewirtschaftete Weinberge aus und bot Fortbildungen an. Freilich, das ist bekannt, half das nichts mehr. Einige berühmte Ost-Weingüter haben die Wirren von Wende und Treuhand-Gemauschel dennoch überlebt: dem VEG Radebeul gelang die Transformation in das Weingut Schloss Wackerbarth, das heute mit einer Fläche von 90 Hektar auch bundesweit zu den Platzhirschen gehört und insbesondere mit seiner Sektproduktion Aufsehen erregt; dem VEG Naumburg als heutiges Landesweingut die ideelle Rückbesinnung auf 800 Jahre Rebenzucht durch die Mönche des Klosters Pforta. Woanders haben sich die alten Eigentümer ihren einstigen Besitz mühevoll zurückerobert: Schloss Proschwitz bei Meißen war lange Eigentum der Fürsten zur Lippe, wurde aber direkt nach dem Krieg durch die Sowjets enteignet. Die Herausforderungen waren dabei für alle relativ ähnlich: die Wirtschaftsgebäude waren in einem schlechten Zustand, die Trockenmauern aus Bruchstein, die den Terrassen Stabilität verliehen, bröckelten vor sich hin. Allerdings waren durch den jahrzehntelangen Investitionsstau auch viele historische Strukturen erhalten geblieben, die man im Westen gedankenlos im Zuge von Renovierungen und Flurbereinigungen weggerissen hatte. Und erfreulicherweise hat sich auch ein Charakteristikum der wirtschaftlichen Struktur im DDR-Weinbau erhalten: von den etwa 1800 Weinbauern, die heute die Böden am Elbufer bestellen, sind fast 95 Prozent noch immer Nebenerwerbs- und Hobbywinzer.

Dass Wein aus Ostdeutschland einen gewissen Raritäten-Status einnimmt, daran hat sich auch mehr als dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung nichts geändert: aus Sachsen etwa stammen bis heute nur 0,5 Prozent der deutschen Gesamtproduktion. Auch in den renommierten VDP schaffen es nur wenige. Aber wenn, dann zeigt man wie Hey in Naumburg oder Zimmerling in Pillnitz eine unglaubliche Bandbreite von Muskateller und Gewürztraminer bis Spätburgunder und Zweigelt. Zeitweise sollte der Weißburgunder mal das Aushängeschild des ostdeutschen Weinbaus werden, gegen die Konkurrenz aus Baden und Co. kam man jedoch nicht an. Aber die Stärke von Sachsen und Saale-Unstrut liegt eben nicht so sehr in herausragenden Einzelleistungen, sondern in der staunenswerten Vielfalt der Rebsorten und der optimistischen Macher-Mentalität der Winzer. Auch wenn einige Kollegen aus dem Westen das als hemdsärmelig bezeichnen würden, insgeheim sind nicht wenige neidisch auf die Dynamik zweier Gebiete, in denen seit der Wende fast 80 neue Weingüter entstanden sind. Blühende Landschaften? Im Weinbau ist es tatsächlich Realität geworden. Text: Dario Sellmeier

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Schaumweine

Christmann & Kauffmann Cuvée No 104 Brut Nature

Wein · Sekt · Pfalz · Deutschland

Christmann & Kauffmann Cuvée No. 104 Brut Nature ist ein puristischer Riesling-Winzersekt aus der Pfalz. Nach über 30 Monaten auf der Hefe zeigt er sich in klarem Weißgold mit bemerkenswerter Tiefe und zugleich feiner Eleganz – trocken, schlank und mit innerer Spannung.


Pfalz / Gimmeldingen & Königsbach

Das Sektgut Christmann & Kauffmann ist in der Pfalz beheimatet und auf handwerkliche Winzersekte spezialisiert. Die Trauben dieser Cuvée stammen von 15 bis 35 Jahre alten Rebstöcken, die auf Sandstein- und Kalkböden in den Toplagen rund um Gimmeldingen und Königsbach wurzeln. Die Cuvées werden mit jeder Tirage fortlaufend nummeriert; die 100er-Serie steht dabei für Riesling.

Rebsorte und Herstellung

Reinsortig aus Riesling. Der Sekt entsteht in klassischer Flaschengärung (Tirage) und reift über 30 Monate auf der Hefe. Ohne Dosage als Brut Nature abgefüllt, was seine puristische, klare Stilistik unterstreicht.

Im Glas

Klares Weißgold mit feiner Perlage. In der Nase reife gelbe und weiße Frucht, zarte Butter-Croissant-Noten, Zitrusfrische, ein Hauch Feuerstein und eine subtile salzige Mineralität. Am Gaumen puristisch und glockenklar: trocken und schlank, mit feinster Textur, innerer Spannung und einer packenden, von leichter Salzigkeit getragenen Säure, die in ein frisches, zitroniges Finale führt.

Zum Genießen

Gut gekühlt bei 6–8 °C servieren – als präziser Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Austern und Meeresfrüchten, Fisch, Sushi, Geflügel und feinem Fingerfood.


Lage: Pfalz, Gimmeldingen & Königsbach (Deutschland); Sektgut Christmann & Kauffmann
Klassifikation: Winzersekt – 100 % Riesling (100er-Serie), Brut Nature (naturherb)
Herstellung: klassische Flaschengärung, über 30 Monate Hefelager, ohne Dosage; alte Reben (15–35 Jahre) auf Sandstein und Kalk

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Rebsorten

Domaine Bachelet Bourgogne Pinot Noir 2022

Rotwein · Bourgogne · Pinot Noir

Pinot Noir Bourgogne AOC 0,66 ha · Reben ~70 Jahre 2022 Côte de Nuits

Der Bourgogne Pinot Noir 2022 von Denis Bachelet zeigt, dass hinter einem „einfachen" Bourgogne keineswegs große Mengen stehen müssen. Nur 0,66 Hektar, bestockt mit Reben, die auf 70 Jahre zugehen: ein filigraner, komplexer und saftiger Pinot Noir, bei dem Erde, Frucht und Mineralität in feiner Balance nebeneinanderstehen.


Bourgogne aus alten Reben – Handschrift einer Top-Domaine

Bourgogne ist die regionale Appellation des Burgunds. Dieser Wein stammt aus einer nur 0,66 Hektar großen Parzelle, deren Rebstöcke auf rund 70 Jahre zugehen. Penible Pflege und sehr niedrige Erträge sorgen für Konzentration und Tiefe – weit über das übliche Niveau dieser Stufe hinaus.

Denis Bachelet führt in Gevrey-Chambertin eine kleine, traditionell arbeitende Domaine, die für Finesse und Klarheit bekannt ist. Diese Sorgfalt prägt auch den Bourgogne Rouge.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der diesem Bourgogne Substanz und Saft gibt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, von fast 70 Jahre alten Reben bei sehr niedrigen Erträgen.

Nach der Lese vergärt der Wein und reift anschließend im Holzfass. Die Vinifikation folgt der traditionellen, auf Finesse ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

Feine, klare Frucht, getragen von einer filigranen, komplexen Struktur. Am Gaumen saftig und ernsthaft, mit erdigen und mineralischen Noten, feinem Tannin und frischer Säure.

Erde, Frucht und Mineralität nebeneinander – ein filigraner, ernsthafter Bourgogne weit über seiner Stufe.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Charcuterie, Brathähnchen und Geflügel, Ente, Gerichte mit Pilzen oder mittelreifer Weichkäse. Ein feiner Allrounder für die gehobene Alltagsküche.


Lage: Bourgogne (Côte de Nuits), 0,66-ha-Parzelle; Reben rund 70 Jahre
Klassifikation: Bourgogne AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Spanien

Finca Athus Crianza

Rotwein · Tempranillo · Rioja · Spanien

Finca Athus Crianza ist ein trockener Rotwein aus der Rioja. Die Cuvée aus Tempranillo und Mazuelo reifte 12 Monate in Fässern aus französischer und amerikanischer Eiche – rubinrot mit violetten Reflexen, mit saftiger Beerenfrucht und gut integrierten Tanninen.


Rioja Alta

Finca Athus ist das Rioja-Projekt von Bodegas y Viñedos Monteabellón (Familie Monteabellón, Önologe Isaac Fernández), die aus der Ribera del Duero stammen. Die Trauben wachsen in der Rioja Alta nahe Fuenmayor; ein Tempranillo-Wingert wurde dort bereits 1966 bepflanzt und steht auf stark eisenhaltigem Lehmboden.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 90 % Tempranillo und 10 % Mazuelo. Nach der Handlese und mehrwöchiger Maischestandzeit reift der Wein 12 Monate in Eichenfässern – 70 % französische, 30 % amerikanische Eiche. So entsteht ein moderner, fruchtbetonter Rioja im Einklang mit der Stilistik der Region.

Im Glas

Rubinrot mit leuchtenden, violetten Reflexen am Rand. In Nase und Gaumen reife, saftige Beerenfrucht, ergänzt um feine Röstnoten aus dem Holz. Weich und rund am Gaumen, mit gut integrierten, eleganten Tanninen und einem sanften, langen Nachhall.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein vielseitiger, zugänglicher Rioja zu kräftiger Küche.

Klassische Begleitung: rotes Fleisch, würzige Gerichte, Schmorgerichte und gereifter Käse.


Lage: Rioja Alta, nahe Fuenmayor (Spanien)
Klassifikation: Rioja DOCa – Crianza
Ausbau: 12 Monate Eiche (70 % französisch, 30 % amerikanisch)

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Länder/Regionen

Metzger Wechselspiel

Weißwein · Cuvée · Scheurebe & Riesling · Pfalz

Metzger Wechselspiel ist eine mild schmeckende Cuvée aus Scheurebe und Riesling vom Weingut Metzger aus der Pfalz. Fruchtige Duftnoten von Holunder, schwarzer Johannisbeere und etwas Mango ergänzen sich mit leicht pfeffrigen Anklängen. Im Mund ein dynamisches Süße-Mineralitätsspiel mit viel Ananasaroma.


Pfalz

Das Weingut Metzger liegt in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Das Klima bringt aromatische, fruchtbetonte Weißweine hervor – Scheurebe und Riesling ergänzen sich hier zu einer spannungsreichen Cuvée.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Scheurebe und Riesling. Sie wird mild ausgebaut, mit einem dynamischen Spiel aus Süße und Mineralität, das die intensive Frucht und die Spannung trägt.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase fruchtige Noten von Holunder, schwarzer Johannisbeere und etwas Mango, dazu leicht pfeffrige Anklänge. Am Gaumen ein dynamisches Süße-Mineralitätsspiel mit viel Ananasaroma. Dynamik und intensive Frucht halten die Spannung; im Nachhall leichte Zitrusnoten und exotische Ananas.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 9–11 °C servieren.

Klassische Begleitung: asiatische Küche, würzige Gerichte, Salate, Geflügel oder solo.


Lage: Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Pfalz – Weißwein-Cuvée, mild
Ausbau: Scheurebe & Riesling, fruchtbetont, mild

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Schaumweine

Girard-Bonnet Au Bout du Chemin Premier Cru Extra Brut

Champagner · Vertus Premier Cru · Chardonnay · Extra Brut

Girard-Bonnet Au Bout du Chemin Premier Cru Extra Brut ist ein eleganter und zugleich zugänglicher Chardonnay-Champagner, der die Finesse des Premier-Cru-Terroirs von Vertus widerspiegelt. Der teilweise Holzausbau und die Lagerung auf der Feinhefe geben ihm einen Hauch Brioche. Mit nur 2 g/l Dosage zeigt er einen puristischen Stil. Im Glas präzise und ausgewogen.


Vertus

Vertus liegt im Süden der Côte des Blancs und ist als Premier Cru klassifiziert. Der Ton-Kalkstein-Boden auf campanischer Kreide verleiht dem Chardonnay seine feine, kreidige Mineralität und Frische.

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht aus Chardonnay. Der Ausbau erfolgt teilweise im Holzfass, mit Lagerung auf der Feinhefe, woraus die feinen Brioche-Noten resultieren. Die Dosage von nur 2 g/l unterstreicht den puristischen Extra-Brut-Stil.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase weiße Blüten, Zitruszesten, reifer Apfel und ein Hauch Brioche. Am Gaumen präzise und ausgewogen, mit reifer, saftiger Frucht und feiner, kreidiger Mineralität. Die Textur ist geschmeidig, der Abgang frisch und klar.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als eleganter Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: feine Fischgerichte, Meeresfrüchte und helles Geflügel.


Lage: Vertus, Premier Cru, Côte des Blancs (Champagne); Ton/Kalk über campanischer Kreide
Klassifikation: Champagne AOC – Premier Cru, Extra Brut
Ausbau: teilweise Holzfass, Feinhefelager, 2 g/l Dosage

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Weine

Delalot Pléiades Extra Brut BIO

Champagner · Vallée de la Marne · Blanc de Noirs · Bio

Delalot Pléiades Extra Brut ist ein Bio-Champagner der Maison Jérôme Lefèvre, der unter der Marke Delalot erscheint. Er stammt aus dem Vallée de la Marne und ist eine Cuvée aus Pinot Noir und Meunier, ausgebaut als Blanc de Noirs. Die Trauben kommen von zwei benachbarten Parzellen im Dorf Charly-sur-Marne. Im Glas ein rassiger, straffer Champagner mit ursprünglichem Charakter.


Charly-sur-Marne

Charly-sur-Marne liegt im westlichen Vallée de la Marne, einer Champagne-Zone, die besonders für die Rebsorte Meunier bekannt ist. Die beiden Parzellen für diese Cuvée liegen direkt nebeneinander. Der Champagner wird nach den Grundsätzen des ökologischen Weinbaus erzeugt und ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Pinot Noir und Meunier und wird als Blanc de Noirs ausgebaut. Handlese, traditionelle Pressung in Holzfässern und spontane Gärung mit natürlichen Hefen prägen die Arbeit im Keller. Als Extra Brut erhält der Champagner nur eine sehr geringe Dosage, was seine straffe, klare Stilistik unterstreicht.

Im Glas

Feine Perlage. Am Gaumen rassig, wild und straff, zugleich fein und nahezu engelsgleich – ein Blanc de Noirs mit Anklängen an rote Frucht und klarer Struktur. Kraft und Eleganz halten sich die Waage. Der Abgang ist lang und ursprünglich.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter. Ein großzügiges Glas lässt die Aromatik besser zur Geltung kommen.

Klassische Begleitung: Meeresfrüchte, Geflügel, gereifter Käse und herzhafte Vorspeisen.


Lage: Charly-sur-Marne, Vallée de la Marne (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Extra Brut, Blanc de Noirs
Ausbau: Pressung im Holzfass, Spontangärung, geringe Dosage

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Rebsorten

Thomas Morey Chassagne-Montrachet Les Chenevottes 1er Cru 2023

Weißwein · Chassagne-Montrachet 1er Cru · Chardonnay

Chardonnay Chassagne-Montrachet 1er Cru Les Chenevottes Côte de Beaune Bio 2023 13,00 % vol

Der Thomas Morey Chassagne-Montrachet Les Chenevottes 1er Cru 2023 ist ein eleganter, tiefgründiger Chardonnay vom Fuße des Mont-Rachet-Hügels – straff, präzise und doch cremig, mit jener subtilen Salzigkeit, die große Chassagne auszeichnet.


Les Chenevottes – am Fuße des Mont-Rachet-Hügels

Les Chenevottes liegt am Fuße des Mont-Rachet-Hügels und zählt mit rund 11 Hektar zu den bedeutenden Premier-Cru-Lagen der Appellation. Der Weinberg ist vollständig mit Chardonnay bepflanzt und profitiert von einem kiesig-kalkhaltigen Boden, der den Weinen eine feine, mineralische Prägung verleiht. Die südöstliche Ausrichtung sorgt für optimale Sonneneinstrahlung, während kühle Nächte die Frische bewahren. Der Name geht vermutlich auf das französische „chanvre" (Hanf) zurück – ein Hinweis auf die Pflanzen, die hier einst wuchsen.

Thomas Moreys Parzelle liegt in einem relativ flachen, kühlen, aber gut drainierten Abschnitt am östlichen Zipfel von Montrachet. Der kalkreiche, steinige Boden sorgt für Spannung und Mineralität, während das Mikroklima Frische und aromatische Finesse bewahrt.

Burgund 2023 – Harmonie, Frische und Klasse

Der Jahrgang 2023 im Burgund zeigt sich als außerordentlich gelungen und überzeugt sowohl in Bezug auf Qualität als auch endlich einmal wieder auf die Menge. Nach einem milden Winter folgte ein Frühling mit kühlen und feuchten Bedingungen, immer wieder durchbrochen von warmen Tagen; eine intensive Hitzewelle im August beschleunigte die Reife und konzentrierte die Aromen, bevor der Regen Mitte September für zusätzliche Balance sorgte.

Die Weißweine des Jahrgangs 2023, insbesondere Chardonnay und Aligoté, präsentieren sich reif, aromatisch und sehr ausgewogen, mit intensiven Fruchtnoten von Birne, Pfirsich und weißer Aprikose. In ihrer noch jungen Phase zeigen sie sich ausgesprochen harmonisch und von ihrer klassischen Seite – Frische, Reife und Struktur auf beeindruckende Weise vereint.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023, 13,00 % vol.

Spontangärung mit eigenen, indigenen Hefen in einer Kombination aus neutralem Fass und Tank, natürliche malolaktische Gärung, Reife auf der Feinhefe ohne Bâtonnage – in klassischen 350-Liter-Fässern über 16 bis 18 Monate. Der Neuholzanteil beträgt rund 20 %; geschwefelt wird minimal. Eine puristische, terroirbetonte Vinifikation. Bio-zertifiziert.

Im Glas

Elegant und tiefgründig zugleich: Aromen von weißen Blüten, Zitrus, reifen Birnen und einem Hauch Feuerstein treffen auf eine fein abgestimmte Textur. Am Gaumen straff, präzise und doch cremig, mit jener subtilen Salzigkeit, die große Chassagne auszeichnet – ein Wein von großer Balance.

Straff, präzise, cremig und salzig – Les Chenevottes trägt die Handschrift Thomas Moreys unverkennbar.

Schon jetzt zugänglich, mit deutlichem Reifepotenzial. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Jakobsmuscheln, zu gebratenem Fisch (Steinbutt, Seezunge), zu Geflügel oder Poularde in Rahmsauce sowie zu jungem Comté oder gereiftem Ziegenkäse.


Lage: Chassagne-Montrachet 1er Cru Les Chenevottes, Côte de Beaune (Frankreich); ~11 ha, südöstlich am Fuße des Mont-Rachet-Hügels, kiesig-kalkhaltiger, steiniger Boden
Klassifikation: Chassagne-Montrachet 1er Cru AOC, Chardonnay (trocken)
Ausbau: Chardonnay; ~20 % Neuholz, neutrales Fass/Tank, 350-L-Fässer, 16–18 Monate, Feinhefe ohne Bâtonnage; minimaler Schwefel; Bio

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Weine

Claus Preisinger Fruitloops white 2022 BIO

Weißwein · Cuvée · Burgenland · Naturwein · Bio

Claus Preisinger Fruitloops White ist ein Bio-Naturwein und eine Cuvée aus Riesling, Scheurebe und Furmint. Ein Teil wurde auf der Maische vergoren, ein Teil reifte in der Amphore mit etwas Flor. Ein aromatischer, eigenständiger Weißwein mit feiner Textur. Im Glas frisch, fruchtig und vielschichtig.


Burgenland

Claus Preisinger hat seinen Sitz in Gols im Burgenland (Österreich) und zählt zu den profiliertesten Naturwein-Erzeugern des Landes. Die Reben profitieren vom pannonischen Klima und den vielfältigen Böden der Region. Der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle AT-BIO-402).

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Riesling, Scheurebe und Furmint. Ein Teil wird auf der Maische vergoren (mit etwas Schalenkontakt), ein Teil reift in der Amphore mit etwas Flor – ein naturnaher Ausbau, der dem Wein Aromatik, Textur und Frische verleiht.

Im Glas

Helles bis leicht goldenes Gelb. In der Nase aromatisch: Steinobst, Zitrus, gelbe Frucht und feine Kräuter. Am Gaumen frisch und vielschichtig, mit feiner Textur vom Maischekontakt und einer dezenten, vom Flor geprägten Note. Der Abgang ist saftig.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren; etwas Luft tut dem Wein gut.

Klassische Begleitung: Geflügel, Fisch, asiatische Küche und würzige Gemüsegerichte.


Lage: Burgenland (Österreich)
Klassifikation: Naturwein (Österreich) – Weißwein
Ausbau: Riesling/Scheurebe/Furmint, teils Maischegärung, teils Amphore mit Flor

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