Das Weinland Frankreich

Leben wie Gott in Frankreich – das wollen wir doch alle. Und sicherlich hat Gott einen großen Verdienst darum, dass die Grande Nation in Sachen Weinbau international die Nase vorn hat, indem er das Land mit fruchtbaren Böden, günstigem Klima und ertragreichen Rebsorten segnete. Aber auch die Franzosen selbst trugen ihren Teil dazu bei, ihr Land zum unbestrittenen Epizentrum der Weinwelt zu machen. Zum einen haben sie es binnen recht kurzer Zeit geschafft, ursprünglich französische Reben über den gesamten Erdball zu verstreuen. Pinot Noir, Sauvignon Blanc, Malbec, Cabernet Sauvignon und andere finden sich mittlerweile auch in den USA, in Südamerika und Australien. Und obwohl in Übersee ganz beachtliche Qualitäten entstehen, die in Tastings hin und wieder ihre Geschwister aus der Alten Welt in den Schatten stellen, ist Frankreich nach wie vor der Maßstab, dem sich jeder auswärtige Wein stellen muss. Verantwortlich dafür sind vor allem drei Regionen, deren Namen fast mythischen Status erlangt haben und deren Erzeugnisse auf keiner Karte eines Spitzenrestaurants fehlen dürfen: die Champagne für die herrlich hefebetonten Schaumweine, das Bordelais mit seinen kraftvollen roten Cuvées und die Bourgogne als Heimat der finessenreichen Burgunder.

Und weil kein Anbaugebiet wollen kann, dass die harte Arbeit der dortigen Winzer von anderen ausgenutzt wird, um ihren eigenen, billigen und minderwertigen Wein in seinem Namen verkaufen, erfand man obendrein noch die Appellation d’Origine Contrôllée. Vor etwa hundert Jahren war es, da stattete man Châteauneuf-du-Pape als erstes Gebiet mit diesem Siegel aus, das klare Vorgaben hinsichtlich der zugelassenen Rebsorten, des Höchstertrags, der Kellerarbeit und anderer Dinge macht. Etwa ein Drittel aller französischen Weine fallen unter AOC (seit 2009 in AOP umbenannt), der Rest wird entweder als IGP oder Vin de France vermarktet, als Land- oder Tafelwein also. Heutzutage findet sich das Konzept der geschützten Ursprungsbezeichnung im EU-Recht wieder und sichert nicht nur die Herkunft von Weinen, sondern auch anderer Lebensmittel wie Fetakäse oder Parmaschinken.

Nun sagt aber eine solche Angabe noch nichts über die qualitativen Unterschiede innerhalb des geschützten Gebietes aus. Doch auch dafür hatten die Franzosen Lösungsansätze. Der eine stammt aus dem Bordeaux: hier verband man die Klassifizierung mit der Fähigkeit des jeweiligen Weingutes, eine bestimmte Güteklasse zu erzeugen – zugrunde gelegt wurden während der umfassenden Einteilung des Médoc 1855 die durchschnittlichen Preise für den vom Gut erzeugten Wein der letzten hundert Jahre. Dabei entstanden zwei Kategorien: die des „einfacheren“ Cru Bourgeois und die des außergewöhnlich hochwertigen Grand Cru Classé. Diese ist wiederum in fünf Klassen unterteilt und bewertet die knapp über 60 Châteaux nochmal präziser. Die fünf Premieres Crus Margaux, Lafite, Latour, Mouton und Haut-Brion sind so etwas wie der Heilige Gral der Weinwelt. Letztlich aber hat sich der Ansatz des Burgund international durchgesetzt – und wurde Vorbild für etliche nationale Qualitätspyramiden, etwa die des deutschen VDP. Hier war es nicht das Weingut, sondern die Lage, an der man die Qualität eines Weines festmachte: als Fixpunkt galt das bei optimaler Arbeit des Winzers maximal mögliche Potential einer bestimmten Bodenfläche. Die Hierarchie reicht dabei von Grand Cru als bester über Premier Cru als zweitbester Lage bis zu den weit gefassten Kategorien, nach denen das Traubenmaterial aus verschiedenen Flächen innerhalb eines Ortes oder einer Region stammen darf. Beide Herangehensweisen waren dabei für eine Zeit, in der kaum Lebensmittelgesetze existierten, revolutionär. Beide haben aber auch ihre jeweiligen Schwachstellen: beim Bordeaux-Ansatz ist es für aufstrebende Châteaux, die sehr viel Arbeit in die Verbesserung ihrer Weinbergsarbeit und Kellertechnik investieren, kaum möglich, in eine höhere Klasse aufzusteigen, während die Spitzengüter es sich theoretisch leisten können, zumindest eine gewisse Zeit qualitativ auf Sparflamme zu laufen, denn herabgestuft wird so schnell niemand. Im Burgund besteht dieses Problem zwar nicht, dafür sind aber die allerwenigsten Lagen im Alleinbesitz, sondern meist unter etlichen Winzern aufgeteilt, die mit dem Traubenmaterial sehr gut oder auch sehr schlecht verfahren können – entsprechend groß ist die qualitative Bandbreite. Ausgewiesene Kenner wiederum sind in der Lage, aus den Systemen ihren Vorteil ziehen: entdecken sie den Erzeugnissen der Spitzengüter oder -lagen qualitativ ebenbürtige Weine aus nachrangigen Klassen, lässt sich viel Geld sparen.

Über Geld muss man zwangsläufig auch sprechen, wenn man sich mit französischen Weinen auseinandersetzt. Sehr lange Zeit war Frankreich weltweit das einzige Land – mit Ausnahme des deutschen Süßwein-Booms um die vorletzte Jahrhundertwende -, das wie selbstverständlich Höchstpreise für seine Weine verlangen konnte. Doch auch wenn für die italienischen Super-Toskaner und erstklassige Rioja-Tempranillos mittlerweile ebenso viele hundert Euro aufgerufen werden und die qualitative Führerschaft Frankreichs nach geradezu skandalösen Blindverkostungen wie der Weinjury von Paris 1976 etwas ins Wanken geraten ist – die Preisspirale dreht sich munter weiter nach oben, ohne dass sich die großen Häuser für die astronomischen Beträge rechtfertigen müssten. Das hat sicherlich etwas mit der nach wie vor unübertroffenen Lagerfähigkeit von etlichen Jahrzehnten zu tun – viele Weine dienen nicht in erster Linie als Genussmittel , sondern verschwinden auf Ewigkeiten in den Kellern von Spekulanten, in jüngerer Zeit besonders in China. Nicht zu unterschätzen ist aber auch der Mythos, der insbesondere die ganz großen Namen wie Pétrus, Romanée-Conti oder D’Yquem umgibt und der Weinliebhaber regelmäßig um den Verstand bringt. Eine hübsche Anekdote ist die einer Versteigerung von Weinen des später als Fälscher enttarnten Rudy Kurniawan: als ein aufmerksamer Teilnehmer aufstand und dem Publikum zuverlässig darlegte, dass es sich keinesfalls um echte Flaschen handeln könnte, wurde er von der Menge beschimpft und niedergeschrien – so stark war das Verlangen, einen der Weine zu besitzen, völlig egal, ob gefälscht oder nicht.

Drei Viertel der Gesamternte entfallen auf rote Rebsorten. Platz eins reklamiert der Merlot für sich – er stellt kaum Ansprüche an den Boden und liefert hohe Erträge, was ihn neben seiner frühen Trinkreife bereits nach wenigen Jahren bei Winzern und Konsumenten gleichermaßen beliebt macht. Sehr häufig wird er mit anderen Rebsorten verschnitten, um diese von seiner vollmundigen, sanften Frucht und leichten Zugänglichkeit profitieren zu lassen. Er ist – vor allem wegen seiner harmonisierenden Fähigkeiten und seiner Affinität zur Fasslagerung – eine der sechs für Bordeauxweine zugelassenen Trauben und wird insbesondere in Pomerol und Saint-Émilion geschätzt, wo sein Anteil am Cuvée meist bei mehr als drei Vierteln liegt und manche Chateaux ihm sogar Reinsortigkeit zugestehen. An zweiter Stelle folgt der Grenache, ursprünglich eigentlich ein Spanier. Sein vergleichsweise geringer Gerbstoff- bei hohem Alkoholgehalt und die helle Farbe des Mostes prädestinieren auch ihn für den Verschnitt mit kräftigeren Reben, die wiederum von seiner saftigen Fruchtfülle zehren können. Besonders im Süden schätzt man ihn, an der südlichen Rhône präsentiert er sich als Basis für Blanc de Noir ebenso wie für Rosé und Rotweine als wahres Multitalent, das den unkomplizierten Alltagstropfen ebenso beherrscht wie den weltbekannten Châteauneuf-du-Pape. Der beliebteste Verschnittpartner für Grenache ist der Syrah, gleichzeitig die Nummer drei der französischen Roten. Er liebt trockenes, heißes Klima mit viel direkter Sonneneinstrahlung und fühlt sich deshalb an seinem „Geburtsort“ im Rhônetal nach wie vor am wohlsten, in dessen nördlichen Appellationen er sogar die einzige amtlich zugelassene rote Rebe ist. Sein betörendes Johannisbeer-Bukett, der tiefdunkle Farbton und der kräftig-würzige Tanninteppich machen den Syrah zum idealen Begleiter kräftiger Speisen, der nebenbei ein hervorragendes Alterungspotential besitzt. Er zählt ebenso wie Merlot und Grenache zu den Gewinnern des Wandels in der französischen Rotweinwelt weg von schweren, säurelastigen, aber wenig aromatischen Weinen hin zu feinen, fruchtbetonten Tropfen – der Carignan etwa, bis vor einigen Jahrzehnten noch die populärste Rebsorte des Landes, wurde massiv gerodet und konnte sich eigentlich nur in der ehemaligen Kolonie Algerien nachhaltig behaupten.

Die meistangebaute weiße Rebe ist ironischerweise recht unbekannt. Der Ugni Blanc – vertrauter vielleicht noch unter seinem italienischen Namen Trebbiano, denn von dort stammt er auch – ist ein Massenträger und liefert als solcher eher flache, säuerliche Weine – die gerade angesprochene „alte Schule“ und nicht mehr unbedingt etwas, das man Freunden gern serviert. Dass die Produktion dennoch nach wie vor so hoch ist, hängt damit zusammen, dass Frankreich auch über eine florierende Branntweinproduktion verfügt. Die berühmtesten unter ihnen sind der Cognac und der Armagnac. Zu verdanken ist ihre Erfindung nicht etwa dem Verlangen der Menschen, noch schneller betrunken zu werden, sondern der langen Dauer der Seereisen, während derer zum Export bestimmter Wein oftmals schlicht kippte. Glücklicherweise hatte man von den Mauren die Technik der Destillation übernommen, ebenso die Erkenntnis, dass Hochprozentiges sich sehr lange hält. Über Jahrhunderte hinweg betrachtete man Getränke jenseits der 20 Volumenprozent allerdings als reine Medizin – und verdünnte den Weinbrand entsprechend wieder auf den Alkoholgehalt eines normalen Weines, wenn er seinen Zielort erreicht hatte… Auf Platz zwei folgt der Chardonnay, der im Burgund die dominierende weiße Rebe – besonders begehrt aus weltbekannten Appellationen wie Puligny-Montrachet oder Meursault -, und ebenso Bestandteil des Champagners ist. Er wird für seinen Körperreichtum geschätzt, kommt aber von Natur aus eher schlank und geschmacklich neutral daher, darum baut man ihn oft im Fass aus. Seit den 80ern ist die weltweite Nachfrage massiv angestiegen, weswegen sich seine Anbaufläche in Frankreich innerhalb eines halben Jahrhunderts versechsfacht hat. Ebenfalls ein Gewinner veränderter Trinkgewohnheiten ist der ursprünglich von der Loire stammende Sauvignon Blanc, der bei den Weißen den dritten Platz belegt. Zu außergewöhnlicher Qualität gelangt der feinfruchtige Wein mit dem charakteristischen Aroma von Stachelbeeren oder auch grüner Paprika in den Bordeaux-Unterregionen Graves und Entre deux mers, auch ist er ein wichtiger Verschnittpartner für die berühmten Süßweine von Sauternes. Am bekanntesten aber sind die Loire-Klassiker Sancerre und Pouilly-Fumé, der auf Böden mit hohem Feuersteinanteil wächst und deswegen ein leicht rauchiges Aroma annimmt.

Mit Ausnahme des Nordens, wo in Normandie und Bretagne das Klima tatsächlich zu unwirtlich für den Weinbau ist, werden in fast jeder Region Reben gepflegt – der Kulturraum Frankreich ist mit seiner Ausdehnung von den Pyrenäen bis zum Ärmelkanal, vom Rhein bis zum Mittelmeer und von den Alpen bis zum Atlantik in seinen klimatischen und landschaftlichen Variationen absolut einzigartig. Ob im Nordwesten in der Champagne, im östlich gelegenen Loire-Tal oder in den eher unbekannten Exklaven Jura und Savoyen ganz im Westen – jedes Anbaugebiet wartet mit einer ganz eigenen Kombination aus klimatischen Verhältnissen, Bodenbeschaffenheiten und daran angepassten Trauben auf. Viele sind lokale Spezialitäten, die sich sonst nirgendwo im Land ein zweites Mal finden lassen: der Gewürztraminer etwa ist aus dem Elsass nicht wegzudenken, im Rest Frankreichs aber unbekannt. Eng damit verbunden ist der Gedanke des Terroirs: jedes Fleckchen Erde hat seine ganz eigenen Vor- und Nachteile, die es für den Anbau einer ganz bestimmten Rebsorte prädestinieren. Der Wein sollte dabei die Charakteristika seines Terroirs widerspiegeln und zudem in einer lokalen Traditionslinie stehen.

Der Großteil des französischen Weinbaus konzentriert sich im Südwesten und Süden: im Uhrzeigersinn finden sich sich hier am Mittelmeer die vor allem für Roséweine bekannte Provence, das Tal der Rhône und das riesige Languedoc-Roussillon, auf der Atlantikseite dann schließlich der Südwesten und Bordeaux. Generell ist die Einteilung in Frankreich auf Ebene der Weinbaugebiete vergleichsweise grob, mit 14 ebendieser verfügt es über ziemlich genau so viele wie Nachbar Deutschland, weist aber mit über 700 000 Hektar siebenmal so viel bestockte Fläche auf. Aber Fan vom stumpfen Vergleich nackter Zahlen war man in Frankreich noch nie: Italiener, die auf ihre noch höhere Produktion verweisen, werden ebenso scheel angesehen wie Spanier, die auf ihre noch höhere Rebfläche pochen. Denn die Grande Nation hat ihnen allen etwas voraus, und das ist ihr genialer Erfindergeist. Nicht nur theoretische Neuerungen wie Klassifikationssysteme gehen auf sie zurück, sondern auch ganz praktische, den Wein unmittelbar verbessernde. Die wohl bekannteste, weil wie vieles andere aus Frankreich mittlerweile internationaler Standard, ist der Barrique-Ausbau. Lagerung und Transport in Holzfässern sind schon seit der Antike belegt und unterschieden die Kelten von den sie kolonisierenden Griechen und Römern, die stattdessen Tonamphoren nutzten. Als man im ausgehenden Mittelalter und der Frühen Neuzeit den Export französischer Weine institutionalisierte – einerseits nach England, andererseits in die Hansestädte im Nord- und Ostseeraum -, stellte man fest, dass sich während der langen Zeit auf See zwei entscheidende Veränderungen vollzogen: zum einen war der Wein plötzlich deutlich länger haltbar, zum anderen hatte er ein betörendes Vanille-Aroma und ein feines pelziges Mundgefühl angenommen. Schnell und folgerichtig brachte man das in Verbindung mit dem Prozess des Verkohlens der Fässer von innen – eigentlich bloß eine pragmatische Technik, um die Dauben biegsamer zu machen. Dass man sich die bisher unbekannte, den freigesetzten Tanninen geschuldete Komplexität des Weines von der Kundschaft fürstlich entlohnen lassen wollte, da war man sich schnell einig – auch wenn man sich bis zum heutigen Tage nicht auf ein einheitliches Fassungsvermögen einigen konnte: das Bordeaux-Barrique wartet mit 225 Litern auf, jenes aus dem Burgund mit 228 Litern.

Ein bisschen Starthilfe brauchten die Franzosen aber doch, bevor sie selbst das Heft in die Hand nahmen. Die Griechen lieferten sie, indem sie vor etwa 2500 Jahren die Hafenstadt Massalia, das heutige Marseille, gründeten und in der Umgebung die ersten Reben in die Erde brachten. Als Gallien römische Provinz wurde, war man schon so weit auf den Geschmack gekommen, dass man Wein extra aus Italien importieren ließ. Doch mit dem Zusammenbruch des Römischen Reiches verschwand auch die Weinkultur für viele Jahrhunderte von der Bildfläche. Das Wissen darum wurde nur an wenigen Orten konserviert, die von äußeren Krisen weitgehend verschont blieben und sich deswegen zu Zentren der Gelehrsamkeit entwickelten: den Klöstern. Die Mönche waren es, die im Hochmittelalter dem Weinbau zu neuer Blüte verhalfen: einerseits brauchte man den Rebensaft ohnehin als Messwein, andererseits verlangten die Höfe aufstrebender Adliger zu Repräsentationszwecken danach. Obwohl Frankreich früh ein zentralistischer Staat wurde, kristallisierten sich in den traditionell sehr heterogenen Regionen ganz eigene Stilistiken heraus: während man in Bordeaux die Cuvée zum Maß der Dinge erhob, erzeugte man im Burgund reinsortige Weine – die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde zum Goldenen Zeitalter. Dann brach erst der Mehltau herein und wütete fürchterlich, dann folgte die Reblaus und vernichtete alles, was noch übrig war – insgesamt eine Fläche größer als Hessen. Auch die beiden Weltkriege haben dem französischen Weinbau ziemlich zugesetzt, allerdings avancierten Bordeaux und Champagner insbesondere während der Besatzung durch die Nazis zu Lebensmitteln des Widerstands, die heimliche Träger der vaterländischen Ehre waren und deshalb mit großem Einfallsreichtum und oft unter Lebensgefahr vor den Deutschen versteckt wurden. Viele historische Narben, die man aber glücklicherweise kaum noch sieht – außer vielleicht im Elsass, das mit seiner Weinkultur so gar nicht zum Rest der Republik passen will, sondern deutlich eher an Deutschland orientiert ist. Kein Wunder, war es doch bis 1648 Teil des Heiligen Römischen Reiches und wechselte in den folgenden Jahrhunderten erzwungenermaßen ständig die Zugehörigkeit. Mittlerweile jedoch kann es mit seiner Kombination aus deutsch inspirierter Kulinarik und französischer Lebensart als Musterbeispiel für Völkerverständigung gelten.

Ressentiments sind seit Jahrzehnten überwunden, nationale Stereotypen aber dennoch irgendwo erhalten geblieben. Und kaum einer ist im Ausland so sehr im Unterbewusstsein verwurzelt wie der liebevolle des Franzosen mit Rotweinglas und Baguette. Und wie in den meisten Vorurteilen irgendwo ein Fünkchen Wahrheit steckt, ist diese angedeutete Symbiose zwischen der Bevölkerung und einem wie selbstverständlich in den Alltag integrierten Genuss immer wieder zu beobachten – nicht umsonst verlieh die UNESCO der französischen Nationalküche 2010 den Welterbestatus. Ob die intellektuelle Bohème in den Pariser Cafés oder die Fischer der Côte d’Azur in ihren kleinen Hafenbars – keine soziale Gruppe verzichtet gern auf gastronomische Teilhabe. Dabei geht es in den seltensten Fällen um Gänsestopfleber und Froschschenkel, sondern um die reichhaltigen regionalen Spezialitäten – und natürlich die sie begleitenden Weine. Jeder Franzose konsumiert im Schnitt 50 Liter Wein pro Jahr, womit er sich allein den noch etwas trinkfreudigeren Portugiesen geschlagen geben muss. Während man zur elsässischen Choucroute garnie, einem Sauerkrautgericht mit Wurst und Kartoffeln, gern den trockenen Riesling der Region reicht, ist es im Languedoc oft der tiefdunkle, gerbstoffreiche Tannat aus Madiran, der das Cassoulet begleitet, einen deftigen Eintopf aus Bohnen, Speck und Würstchen. Zum Bresse-Huhn aus der Gegend um Lyon genießt man gern einen Chardonnay aus dem Mâconnais und die gemüse- und fischreiche mediterrane Küche der Provence mit ihrem Ratatouille und ihrer Bouillabaisse verträgt sich gut mit einem kräftig-kräuterigen Rosé. Nicht ganz so einfach ist die Sache mit Austern – früher ein Arme-Leute-Essen, werden heute ganze Bücher über die korrekte Weinbegleitung verfasst. Der Klassiker schlechthin ist natürlich Champagner, aber letztlich bietet sich alles an, was trocken und entweder zitrusbetont, kreidig-hefig oder steinig-mineralisch ist: ein Aligoté ebenso wie ein Muscadet oder auch ein leichter, knochentrockener Roter. Von den über 400 französischen Käsesorten wollen wir jetzt besser gar nicht anfangen.

Man sieht also: Frankreich hat die Weinwelt geprägt wie kaum ein anderes Land – in den fachsprachlichen Begrifflichkeiten, der Kellertechnik, im Geschmack. Und ist im Großen und Ganzen eher konservativ unterwegs: Schraubverschlüsse, wie sie in Deutschland mittlerweile völlig normal sind, gelten den meisten französischen Winzern noch immer als Sakrileg. Böse Zungen würden gar behaupten, Frankreich ruhe sich zu sehr auf seiner Historie aus und zehre von vergangenem Ruhm. Aber ist es nicht viel eher so, dass die französische Weinkultur einem nie versiegenden Brunnen gleicht, aus dem sich unbegrenzt immer wieder Neues schöpfen lässt? Man nehme als Beispiel nur die Insel Korsika, die trotz ihres steilen Aufstiegs seit den 70ern und ihrer extrem breiten Rebsortenpalette nach wie vor als Geheimtipp gilt. Und wenn die Welt französischen Wein irgendwann nicht mehr haben will – wovon indessen nicht auszugehen ist -, dann trinken die Einheimischen ihn halt selbst – schon jetzt bleibt der größte Teil des erzeugten Rebensaftes im eigenen Land. Ob nun die Franzosen oder doch Gott für diese fast schon unverschämte Reichhaltigkeit verantwortlich sind, wird sich wohl nicht klären lassen – aber das „savoir vivre“ lieben sie wohl beide.

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Frankreich

Domaine Duroche Gevrey Chambertin 2023

Rotwein · Gevrey-Chambertin · Pinot Noir

Pinot Noir Gevrey-Chambertin AOC 9 Parzellen · 3,15 ha Reben ab 1934 2023

Der Gevrey-Chambertin 2023 von Pierre Duroché entsteht aus neun Parzellen mit insgesamt 3,15 Hektar, bepflanzt zwischen 1934 und 1980. Das Zusammenspiel kalk- und mergelreicher, teils sandiger Böden gibt dem reinsortigen Pinot Noir Tiefe, Spannung und eine natürliche Eleganz.


Gevrey-Chambertin – neun Parzellen alter Reben

Gevrey-Chambertin ist die größte Gemeinde der Côte de Nuits und Heimat berühmter Grand Crus rund um Chambertin. Dieser Dorfwein stammt aus neun unterschiedlichen Parzellen mit kalk- und mergelreichen, teils sandigen Böden, gepflanzt zwischen 1934 und 1980 – das Zusammenspiel der Lagen prägt Tiefe und Spannung.

Pierre Duroché zählt zu den gesuchten Adressen von Gevrey-Chambertin; seine Handschrift zielt auf Finesse, Präzision und einen klaren Terroir-Ausdruck.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, eine Assemblage aus neun Parzellen mit teils sehr alten Reben (ab 1934).

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – auf Saftigkeit, feinkörniges Tannin und einen klaren Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

In der Nase reife Waldbeeren, feine Blütenaromen und ein Hauch von Rauch und Erde. Am Gaumen saftig, geschmeidig und harmonisch, getragen von klarer Frische und feinkörnigem Tannin. Der Abgang ist präzise, mineralisch und anhaltend salzig.

Reife Waldbeeren und feine Blüten über feinkörnigem Tannin – ein charmanter Gevrey mit präzisem, salzigem Abgang.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre Flaschenreife gewinnend. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Rind, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer bis gereifter Käse. Ein vielseitiger Begleiter für die feine Küche.


Lage: Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); 9 Parzellen, kalk-/mergelreich, teils sandig, 3,15 ha, Reben ab 1934
Klassifikation: Gevrey-Chambertin AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Weine

Legrand Latour Eocène Brut Nature BIO

Wein · Champagner · Champagne · Frankreich

Legrand-Latour Éocène Brut Nature verbindet Feinheit mit Tiefgang: eine puristische, biozertifizierte Cuvée aus Meunier und Chardonnay, im Eichenfass vergoren und ohne Dosage abgefüllt. Ein Brut Nature für alle, die Champagner pur und terroirgeprägt mögen – straff, kühl und mineralisch.


Champagne

Das Haus Legrand-Latour erzeugt terroirgeprägte Winzer-Champagner in der Champagne und arbeitet biozertifiziert (FR-BIO-01). Der Name Éocène verweist auf die geologische Prägung der Böden, die dem Champagner seine kreidig-mineralische Struktur verleihen.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 75 % Meunier und 25 % Chardonnay. Die Trauben werden 12 Monate im Eichenfass vergoren und reifen anschließend über drei Jahre auf der Hefe. Ohne Dosage abgefüllt, steht der Champagner als Brut Nature für eine klare, trockene Stilistik mit Charakter.

Im Glas

Helles Gold mit feiner, klarer Perlage. In der Nase Zitrusnoten, weiße Blüten und ein Hauch Brioche. Am Gaumen straff, kühl und wunderbar mineralisch, mit einer fast kreidigen Struktur, die lange nachhallt.

Zum Genießen

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als puristischer Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: feiner Meeresküche, Austern, Fisch, Krustentieren und Geflügel.


Lage: Champagne (Frankreich); Legrand-Latour
Klassifikation: Champagne – Cuvée aus 75 % Meunier & 25 % Chardonnay, Brut Nature (naturherb)
Ausbau: 12 Monate Vergärung im Eichenfass, über 3 Jahre Hefereife, ohne Dosage

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Weine

Bermont rosé Cuvée ensoleillée

Roséwein · Cuvée · Languedoc · Frankreich

Fonjoya Bermont Rosé ist ein feinherber, süffiger Rosé-Cuvée aus dem Languedoc in Südfrankreich. Die Komposition aus Carignan, Syrah und Grenache ist feinfruchtig und rund – mit Waldbeeren, einem Hauch mediterraner Gewürze und Frühlingswiese im Duft.


Languedoc

Hinter dem Wein steht das südfranzösische Winzerkollektiv Fonjoya aus dem Hérault, am Übergang vom Larzac-Plateau zur Ebene. Die sonnenverwöhnte Mittelmeerregion bringt fruchtbetonte, zugängliche Rosés im südfranzösischen Stil hervor.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Carignan, Syrah und Grenache. Der Ausbau im Edelstahltank bewahrt die frische, fruchtbetonte Aromatik. Mit feiner Restsüße ausbalanciert, bleibt der Rosé rund und süffig.

Im Glas

Helles Rosa. In der Nase Waldbeeren, ein Hauch mediterraner Gewürze und Frühlingswiese. Am Gaumen ein beeriges Fruchtspiel, rund und dezent in der Säurestruktur, mit feiner Restsüße und süffigem Trinkfluss.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder leichter Speisenbegleiter für laue Sommerabende.

Klassische Begleitung: frische Salate, Fingerfood, Grillgemüse und leichte Sommerküche.


Lage: Languedoc (Frankreich)
Klassifikation: IGP – Roséwein-Cuvée (feinherb)
Ausbau: Edelstahltank

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Weine

Sogno del Sud Grillo BIO

Weißwein · Sizilien · Bio

Der Baglio Gibellina Sogno del Sud Grillo ist ein reinsortiger Bio-Weißwein aus dem Westen Siziliens, erzeugt rund um den befestigten Gutshof Baglio Gibellina bei Gibellina in der Provinz Trapani. Grillo zählt zu den meistangebauten Rebsorten der Insel und lieferte früher die Basis für den Likörwein Marsala. Die Trauben stammen aus Hügellagen auf ton- und vulkanhaltigen Böden und werden von Hand gelesen. Der Ausbau erfolgt im Edelstahltank mit anschließender Reifung auf der Feinhefe. Im Glas ein strohgelber, fruchtbetonter Weißwein mit exotischer Frucht und mediterraner Würze.


Gibellina – Trapani, Sizilien

Baglio Gibellina liegt im westsizilianischen Hinterland, eingebettet zwischen den Hügeln von Salemi und Santa Ninfa. Die Weinberge erstrecken sich in Hügellagen zwischen rund 300 und 600 Metern über dem Meer, auf einer Mischung aus Ton und vulkanischen Böden. Erzogen werden die Reben im Guyot-System. Eingestuft ist der Wein als Terre Siciliane IGT; er ist biologisch zertifiziert (Öko-Kontrollnummer IT-BIO-007).

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Grillo aus biologischem Anbau. Die Trauben werden Ende August bis Anfang September von Hand gelesen und bei kontrollierter Temperatur im Edelstahltank vergoren. Anschließend reift der Wein einige Monate auf der Feinhefe, im ersten Monat mit regelmäßiger Bâtonnage. Der Wein enthält Sulfite.

Im Glas

Im Glas ein helles Strohgelb. In der Nase exotische Frucht – Mango, Melone und Ananas – ergänzt um Anklänge mediterraner Gewürze. Am Gaumen frisch und geschmeidig, mit dichter Textur und fruchtbetontem Kern. Der Abgang bleibt trocken und nachhaltig.

Am Tisch

Klassische Begleitung: gegrillter Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel und Ziegenkäse. Auch zu Gemüsegerichten und als Aperitif eine gute Wahl. Serviertemperatur 8–10 °C.


Lage Gibellina, Trapani (Sizilien), Hügellagen 300–600 m, ton- und vulkanhaltige Böden, Guyot
Klassifikation Terre Siciliane IGT
Ausbau Reinsortiger Grillo, handgelesen, Edelstahltank, Reifung auf der Feinhefe mit Bâtonnage

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Weine

Herbert Zillinger Horizont Grüner Veltliner 2022 BIO

Weißwein · Weinviertel · Grüner Veltliner

Grüner Veltliner Weinviertel · Ebenthal Horizont Zillinger kalkreiche Böden teils großes Fuderfass unfiltriert Biodynamie (AT-BIO-402) 2022

Der Herbert Zillinger Horizont Grüner Veltliner 2022 ist ein mineralischer, kraftvoller Bio-Veltliner aus dem Weinviertel – mit ausgeprägter Aromatik, faszinierender Mineralik und einem langanhaltenden Finish. Saftig-frisch und straff-elegant im Abgang.


Horizont – der große Bruder der Neuland-Weine

Carmen und Herbert Zillinger in Ebenthal zählen zu den Paradewinzern des Weinviertels und gelten als biodynamische Pioniere der Region (Respekt-BIODYN, AT-BIO-402). Ihre Weine sind kompromisslos naturbelassen, puristisch und herkunftsgenau – „Zeit der Reife" statt schneller Effekte.

Die Horizont-Linie ist der große Bruder der Neuland-Weine und beeindruckt mit Reben von etwa 15 bis 25 Jahren. Teilweise im großen Fuderfass ausgebaut, gewinnt der Grüne Veltliner durch die subtile Oxidation an bemerkenswerter Komplexität, wobei das wiederverwendete Holz nur zart wahrnehmbar bleibt. Aus einer sorgfältigen Selektion mehrerer Weinberge bevorzugen Carmen und Herbert Lagen mit kalkreichen Böden – das verleiht dem Wein seine ausgeprägte Aromatik, faszinierende Mineralik und ein kraftvolles, langanhaltendes Finish.

Jahrgang 2022 – Weinviertel

Der Jahrgang 2022 bringt im Horizont Grünen Veltliner einen präzisen, mineralisch geprägten Wein mit reifer, klarer Frucht und lebendiger Spannung. Die kalkreichen Böden und der schonende Ausbau betonen Saftigkeit, Struktur und straffe Länge.

Ausbau

Reinsortiger Grüner Veltliner aus dem Jahrgang 2022, trocken; ohne DAC, unfiltriert, Wein aus biologischem Anbau (AT-BIO-402).

Im puristischen, minimal-invasiven Stil des Hauses: Spontangärung und Ausbau teils im großen Fuderfass, in dem die subtile Oxidation für Komplexität sorgt; das gebrauchte Holz bleibt nur zart spürbar. Unfiltriert abgefüllt, biodynamische Bewirtschaftung.

Im Glas

Der Horizont Grüne Veltliner zeichnet sich durch seine feinen, harmonisch eingebundenen Gerbstoffe aus. Am Gaumen entfalten sich unerwartete Noten von getrockneten Kräutern und exotischen Früchten, begleitet von Aromen wie Mirabelle, Holunder und Apfel. Der Abgang begeistert mit einer saftigen Frische und straffen Eleganz.

Feine Gerbstoffe, getrocknete Kräuter und exotische Frucht – saftige Frische und straffe Eleganz im Abgang.

Schon jetzt zugänglich, gewinnt aber mit etwas Luft und Reife; profitiert von einem größeren Glas. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb, zu Spargel und Gemüsegerichten sowie zur würzigen asiatischen Küche.


Lage: Weinviertel, Ebenthal (Österreich); Selektion mehrerer Weinberge mit kalkreichen Böden; Reben ~15–25 Jahre
Klassifikation: Grüner Veltliner (trocken), ohne DAC; Wein aus biologischem Anbau (AT-BIO-402)
Ausbau: Grüner Veltliner; Spontangärung, teils großes Fuderfass mit subtiler Oxidation (Holz nur zart spürbar), unfiltriert; biodynamisch

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Rebsorten

K. H. Schneider Sobernheimer Domberg Riesling trocken 2023

Weißwein · Sobernheim (Nahe) · Riesling

Riesling Domberg (Ortswein) Bad Sobernheim · Nahe K.H. Schneider felsiger Schiefer · Quarzit trocken · spontan vergoren Steillage · Handarbeit 2023

Der K.H. Schneider Sobernheimer Domberg Riesling trocken 2023 ist ein spontan vergorener Nahe-Riesling von felsigen Schieferböden. Ein facettenreicher, herkunftsgeprägter Ortswein, der Substanz und Kraft mit Eleganz und Schlankheit verbindet – und auch in einigen Jahren noch Freude bereiten wird.


Sobernheimer Domberg – Riesling vom Schieferfels

Das Weingut K.H. Schneider aus Bad Sobernheim an der Nahe wurde 1956 von Karl-Heinz Schneider gegründet und zählt heute zu den Aushängeschildern der Region. Seit dem Jahrgang 2007 verantworten die Brüder Andi und Christoph Schneider die Weine und haben den Riesling-Anteil der rund 15 Hektar deutlich ausgebaut. In mühevoller Handarbeit entstehen fast ausschließlich aus Steillagen präzise, mineralische Rieslinge – mit Dauerbegrünung, schonender Bodenarbeit und sehr geringen Erträgen.

Der Domberg in der Heimatstadt Bad Sobernheim ist geprägt von felsigen Schieferböden (Rotliegendes mit Schiefer und Quarzit). Dieser karge, steinige Untergrund bringt einen komplexen, eleganten Riesling mit kühler, klarer Mineralität hervor.

Jahrgang 2023 – Nahe

2023 war an der Nahe ein Jahrgang mit reifer, aromatischer Frucht und lebendiger Säure. Sorgfältige Handlese und geringe Erträge in den Steillagen sicherten gesundes, vollreifes Lesegut – ideale Voraussetzungen für einen facettenreichen Ortswein, in dem Kraft und Substanz mit Eleganz und Schlankheit im Gleichgewicht stehen.

Ausbau

Trockener Riesling-Ortswein aus dem Sobernheimer Domberg, Jahrgang 2023; 100 % Riesling von felsigen Schieferböden.

Der Wein wird spontan vergoren; Most und Wein werden bewusst vor Sauerstoff geschützt, um reine, natürliche Aromen zu bewahren. Der Ausbau in alten Holzfässern und lange Hefestandzeiten sorgen für einen rassigen, strahlenden und finessenreichen Riesling, der sein Schiefer-Terroir klar widerspiegelt.

Im Glas

Dieser spontan vergorene Nahe-Riesling von felsigen Schieferböden zeigt in der Nase neben den klassischen Steinobstaromen auch Noten von Tropenfrüchten, Brotrinde und Brennnessel. Am Gaumen ist er trotz seiner eindeutig vorhandenen Substanz und Kraft immer noch elegant und schlank. Nach dem Herunterschlucken bleibt er lange haften und erinnert an Dulce de Leche und Tabak. Ein facettenreicher Wein, der auch in einigen Jahren noch Spaß bereiten wird.

Steinobst, Tropenfrucht, Brotrinde und Brennnessel – trotz Substanz und Kraft elegant und schlank, mit langem Nachhall nach Dulce de Leche und Tabak.

Ein facettenreicher Nahe-Riesling mit gutem Reifepotenzial. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und mildem Hartkäse.


Lage: Sobernheimer Domberg, Bad Sobernheim, Nahe; felsige Schieferböden (Rotliegendes mit Schiefer und Quarzit); Handarbeit, Dauerbegrünung, geringe Erträge
Klassifikation: Riesling-Ortswein, Nahe (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Handlese, Spontangärung, reduktiver (vor Sauerstoff geschützter) Ausbau in alten Holzfässern, lange Hefestandzeit

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Weine

Weingut Andres Ruppertsberger Reiterpfad Riesling 2023 BIO

Weißwein · Ruppertsberg (Pfalz) · Riesling

Riesling Ruppertsberger Reiterpfad (Einzellage) Ruppertsberg · Pfalz (Mittelhaardt) Weingut Andres Buntsandstein mit Kalkadern trocken · 30 hl/ha ~1 Jahr Vollhefe · großes Holzfass BIO · 2023

Der Weingut Andres Ruppertsberger Reiterpfad Riesling 2023 ist ein eleganter Lagen-Riesling von einem leicht erhöhten Plateau mit Buntsandsteinböden, die von feinen Kalkadern durchzogen sind. Ein charakterstarker Pfälzer mit klarer Handschrift – Würze, präzise Salzigkeit und Tiefe.


Ruppertsberger Reiterpfad – Riesling am Waldrand

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Mittelhaardt ökologisch, ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Der Ruppertsberger Reiterpfad liegt am Rand des Pfälzerwalds und zählt mit seiner südöstlichen Ausrichtung und seinem warm-trockenen Mikroklima zu den besten Weinbergen der Mittelhaardt.

Die Böden bestehen aus lehmigem Sand und Buntsandsteinverwitterung mit stellenweise steinigem Untergrund – ideale Bedingungen für tief wurzelnde Reben. Der Riesling von Andres wächst auf einem leicht erhöhten Plateau mit Buntsandsteinböden, die von feinen Kalkadern durchzogen sind; dieses Terroir verleiht dem Wein eine charaktervolle Würze und präzise Salzigkeit. Der Name „Reiterpfad" geht auf einen historischen Weg zurück, der in römischer Zeit als militärische Route genutzt wurde – heute steht er sinnbildlich für ausdrucksstarke, langlebige Weine mit Herkunft und Tiefe.

Jahrgang 2023 – Pfalz

2023 war in der Pfalz ein Jahrgang mit reifer, aromatischer Frucht und lebendiger Säure. Das warm-trockene Mikroklima des Reiterpfads am Waldrand und der minimalistische, herkunftsbetonte Stil des Weinguts bewahrten Frische und Präzision – reife Frucht und mineralische Spannung im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Lagen-Riesling aus der Einzellage Ruppertsberger Reiterpfad, Jahrgang 2023; 100 % Riesling von Buntsandstein mit feinen Kalkadern, Ertrag nur 30 hl/ha.

Der Wein wird mit natürlichen Hefen vergoren und rund ein Jahr auf der Vollhefe im großen Holzfass ausgebaut. Diese schonende Machart schenkt ihm Tiefe, Struktur und Finesse, ohne die kühle Herkunftsprägung zu überdecken. Bewirtschaftet wird biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze.

Im Glas

Ein Riesling von charaktervoller Eleganz: reife gelbe Frucht und Steinobst, dazu eine kühle Kräuterwürze und feine Mineralität aus Buntsandstein und Kalkadern. Am Gaumen präzise und gut balanciert, mit spürbarer Struktur, lebendiger, gut eingebundener Säure und einer salzigen Frische, die in einen langen, würzig-mineralischen Nachhall mündet.

Reife gelbe Frucht und Steinobst über kühler Kräuterwürze und feiner Mineralität – präzise, balanciert und würzig, mit salziger Frische und langem Nachhall.

Ein ausdrucksstarker, langlebiger Lagen-Riesling; gewinnt mit den Jahren. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und mildem Hartkäse.


Lage: Ruppertsberger Reiterpfad, Ruppertsberg, Pfalz (Mittelhaardt); Waldrandlage, südöstliche Ausrichtung, ~120–175 m; leicht erhöhtes Plateau, Buntsandstein mit feinen Kalkadern
Klassifikation: Lagen-Riesling, Pfalz (trocken); 100 % Riesling; 30 hl/ha
Ausbau: Vergärung mit natürlichen Hefen, ~1 Jahr auf der Vollhefe im großen Holzfass; biologisch/biodynamisch, DE-ÖKO-039

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Weine

Cascina Borgatta La Milla Dolcetto d'Ovada 2019 BIO

Rotwein · Dolcetto d'Ovada · Piemont · Bio

Cascina Borgatta La Milla Dolcetto d'Ovada ist ein Bio-Rotwein aus 100 % Dolcetto aus dem Piemont. Dolcetto gilt als der vielleicht typischste Rotwein der Region – meist süffig und früh zugänglich. Dieser hier verbindet die jugendliche rote Frucht mit Eleganz, Tiefe, fein ausbalancierter Säure und erdigen Noten. Ein lagerfähiger Dolcetto, der mit Reife noch gewinnt.


Dolcetto d'Ovada

Die Cascina Borgatta liegt in Tagliolo Monferrato im Alto Monferrato, nahe Ovada im südlichen Piemont. Auf den sandig-lehmigen Hängen stehen alte Dolcetto-Reben, die für strukturierte, lagerfähige Weine sorgen. Das Weingut arbeitet von Beginn an ökologisch und ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle IT-BIO-006).

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Dolcetto von alten Reben. Nach Handlese und Entrappung vergärt er spontan mit eigenen Hefen in Edelstahl- bzw. Zementtanks mit langer Maischestandzeit. Anschließend reift er in Zement, Stahl und gebrauchten Barriques; er bleibt ungeschönt und unfiltriert.

Im Glas

Tiefes Rubinrot. In der Nase rote und dunkle Frucht – Kirsche und reife Pflaume –, dazu Gewürze und erdige, mineralische Noten. Am Gaumen saftig und tief, mit fein ausbalancierter Säure und einer subtilen Länge. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Leicht gekühlt bei 14–16 °C ein Genuss; jung zugänglich, gewinnt aber mit einigen Jahren Reife.

Klassische Begleitung: Pasta, Antipasti, Salami, helles Fleisch und mittelkräftiger Käse.


Lage: Tagliolo Monferrato (Ovada), Piemont; sandig-lehmige Hänge
Klassifikation: Dolcetto di Ovada DOC
Ausbau: Spontangärung, Zement/Stahl, gebrauchte Barriques, unfiltriert

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