Das Weinland Australien

Vom Sträflingswein zur Spitzenklasse: Australiens einzigartige Weinbaugeschichte


Strafgefangene und Alkohol zusammenzubringen, ist eigentlich keine gute Idee, sollte man meinen. Und doch ist es streng genommen genau das, was in Australien geschehen ist. Denn der Weinbau dort setzt ein, als der Kontinent noch eine Sträflingskolonie des Vereinigten Königreiches ist. Nun könnte man auch argumentieren, es sei ja etwas Gutes, wenn Häftlinge sich in der Landwirtschaft einbringen, dann kommen sie nicht auf dumme Gedanken. Und tatsächlich scheinen die Männer ihren Job gar nicht schlecht gemacht zu haben – zumal in der Kürze der Zeit, denn während Weinbau auf der Südhalbkugel etwa in den Ländern Südamerikas schon seit dem 16. Jahrhundert betrieben wurde, dauerte es in Down Under deutlich länger: man schreibt das Jahr 1788, als die ersten Reben im Garten des neuen Gouverneurs gepflanzt werden. Viel früher wäre das auch nicht möglich gewesen, denn erst 1770 entdeckte James Cook mit dem Einlaufen seiner „Endeavour“ in der Botany Bay die riesige Landmasse offiziell. Gerüchte um einen legendären Südkontinent jenseits des 40. Breitengrades hatte es schon seit der Antike gegeben, und tatsächlich war die australische Küste lange vor Cook schon von Seefahrern aus Portugal und den Niederlanden gesichtet und kartografiert worden. Allerdings hielt sich das Interesse sowohl an einer tiefergehenden Erforschung als auch an einer Inbesitznahme in Grenzen: die wüstenähnliche Trockenheit verhieß nichts Gutes im Hinblick auf landwirtschaftliches Potential und auch die Ureinwohner wirkten auf die Besatzungen nicht so, als könnte man in irgendwelche vorteilhaften Geschäftsbeziehungen mit ihnen treten. Nun, so zimperlich waren die Briten nicht, die bekannterweise so ziemlich jeden Landstrich kolonisierten, der ihnen vor das Fernrohr kam – 18 Jahre nach Cooks Besuch landete also die sogenannte First Fleet nach einer siebeneinhalbmonatigen Odyssee in der Botany Bay. Die recht zwielichtige Reisegruppe bestand aus 550 Mann regulärer Besatzung, die 750 Strafgefangene im Schlepptau hatten – und zusammen gründete man die erste Siedlung, die heutige Metropole Sydney. 

Wer vorhin gut aufgepasst hat, dem mag aufgefallen sein, dass die ersten Reben bereits im Jahr der Ankunft gepflanzt worden waren. Konnten die Siedler den Genuss frischen Weines also gar nicht erwarten? Naja, der Grund dafür liegt wahrscheinlich eher woanders. Denn als raue Gesellen, die sowohl die Häftlinge als auch die Matrosen waren, verlangten die neuen Bewohner wohl eher nach etwas Stärkerem, namentlich nach Rum, der auf der Hinreise in Brasilien noch in großen Mengen an Bord geschafft worden war. Für Wein interessierte man sich, von den wenigen Offizieren und höheren Beamten mal abgesehen, die einen etwas feineren Gaumen hatten, wohl in erster Linie aus wissenschaftlichen Gründen – man wollte herausfinden, was im ungewohnten Klima denn überhaupt zu wachsen imstande war. Und im besten Falle in ein paar Jahren nach London melden können, dass fortan Lieferungen vorzüglichsten Rebensaftes aus der Neuen in die Alte Welt erwartet werden dürften. Von englischen Feinschmeckern goutierte Getränke waren zur damaligen Zeit vor allem Likörweine – diese hatten den Vorteil, durch die Aufspritung überhaupt über längere Distanzen transportiert werden zu können, ohne zu verderben. Aus diesem Grund waren auch die in den ersten Jahrzehnten erzeugten Weine vornehmlich süße, alkoholreiche Tropfen im Stil eines Sherrys.

Das englische Mutterland war hellauf begeistert von den neuen Möglichkeiten, die Australien eröffnete. War man nach der Unabhängigkeit der nordamerikanischen Kolonien im Jahr 1776 zunächst etwas ratlos gewesen, wohin man all die Verurteilten künftig bringen sollte, hatte man plötzlich wieder eine Art gigantischer Abstellkammer, in die sich alles verbannen ließ, was zuhause irgendwie störte. Das waren keineswegs nur brutale Meuchelmörder, sondern zumeist eher Kleinkriminelle, Prostituierte oder einfach nur Arme, Obdachlose oder sonstige Menschen aus den untersten Gesellschaftsschichten, die aus Sicht der politisch Verantwortlichen die britischen Städte zu überfluten drohten. Die Bevölkerungszahl wuchs also stetig an. Zudem kamen viele Häftlinge irgendwann frei und beschlossen daraufhin, sich niederzulassen und Familien zu gründen – Platz war ja genug vorhanden. Bei der Suche nach geeignetem Farmland stellte man schnell fest, dass das australische Klima keineswegs überall so glühend heiß ist wie in New South Wales im Westen des Kontinents. Präsentierte sich der Norden noch ganz ähnlich, stellte man schnell fest, dass es im Süden deutlich kühler ist – eine klimatische Vielfalt, die neben den Ex-Gefangenen auch viele Glücksritter anzog, für die das „eng“ in England zum buchstäblichen Hindernis geworden war und die sich stattdessen am anderen Ende der Welt richtig austoben wollten. Zu ihnen gehörte etwa James Busby, ein gebürtiger Schotte, von dem man eigentlich annehmen sollte, dass er noch weniger praktischen Bezug zum Winzerhandwerk habe als seine weiter südlich lebenden Landsleute. Doch weit gefehlt – Busby hatte in Frankreich Weinbau studiert und konnte sich so auf fachmännische Expertise stützen, als er Down Under ein gewaltiges Potenzial in dieser Hinsicht attestierte. Um seine Zuversicht praktisch zu untermauern, brachte er im Jahr 1833 hunderte Setzlinge europäischer Sorten ins Land. Damit erweiterte er den Kanon der Rebsorten in Australien enorm. Denn genauso wie die europäischen Einwanderer sind auch die Reben, die hier angepflanzt wurden und werden, samt und sonders Ausländer. Anders als etwa in Nordamerika fanden sich in Australien nämlich keine heimischen Wildreben, die von den Kolonisten hätten kultiviert werden können. 

Besonders eine von Busby eingeführte Sorte sollte sich als prägend erweisen, und zwar bis zum heutigen Tag. Die Rede ist vom Shiraz, in seiner französischen Heimat als Syrah bekannt. Die spätreifende Traube benötigt heißes und trockenes Klima und fühlt sich deshalb sowohl im Rhonetal als auch in Australien sehr wohl. Dennoch unterscheiden sich die Erzeugnisse beider Länder insbesondere geschmacklich recht stark: denn während in Frankreich schon seit ewiger Zeit recht strikte Grünlese betrieben wurde, um der von Natur aus ertragreichen Sorte eine gewisse Finesse zu erhalten, ließ man in Australien lange einfach wachsen. In Kombination mit der Neigung des Shiraz, bei massiver Sonnenstrahlung schnell vom vollreifen in den überreifen Bereich abzudriften, entstanden so über viele Jahrzehnte Tropfen, die wenig mit der Feinheit eines Côte-Rôtieoder Hermitage gemein hatten, sondern fett und sehr alkoholisch waren, dabei kaum noch Säure aufwiesen und allgemein geschmacklich mehr an Beerenkompott erinnerten als an Wein. 

Harvesting at Rock Paddock Dowie Doole, McLaren Vale

Diese Machart war jedoch weniger in den fehlenden Fähigkeiten der Winzer begründet, sondern allgemein so gewünscht. Zum einen kam sie der Präferenz der Engländer für schwere, likörartige Weine entgegen. Dadurch, dass die Produzenten von Madeira, Port und Sherry plötzlich in gigantische geografische Ferne gerückt waren, schätzte man sich glücklich, einigermaßen ähnliche Alkoholika jetzt quasi im eigenen Garten erzeugen zu können – die man übrigens bis zu einem Abkommen mit der EU in den 1990er Jahren auch konsequent so benannte wie die europäischen Originale. Zum anderen hielt sich aber auch lange Zeit der inbrünstige Glaube an eine heilende Wirkung dieser Weine: egal ob Erkältung, Rheuma oder Zahnweh, ein Schlückchen Rotwein würde da schon kurieren. Viele Weingüter wie etwa Lindeman’s wurden in der Tat von praktizierenden Ärzten gegründet – ob diese nun wirklich den Gedanken von Wein als Tonikum unterstützten oder es sich früher oder später als recht lukrativ erwies, neben der Diagnose auch direkt das passende Medikament mit auf die Rechnung setzen zu können, sei mal dahingestellt. Ironischerweise war es mit Penfolds ein Winzer, der diesen äußerst fragwürdigen medizinischen Nutzen jahrzehntelang selbst angepriesen hatte, bevor er ab den 1950er Jahren zum Motor einer rapiden Qualitätssteigerung werden sollte. Frühestens ab dieser Zeit lässt sich nämlich in Australien überhaupt von Qualitätsweinbau sprechen, und bis ein mitleidiges Belächeltwerden einer tatsächlichen internationalen Anerkennung wich, sollte es noch deutlich länger dauern. Ein echter Meilenstein auf diesem Weg war der von Kellermeister Max Schubert kreierte Grange Hermitage. Schon seit 1945 hatte er mit Shiraz herumexperimentiert, 1952 dann war er sich sicher, etwas aus diesen Breitengraden bisher völlig Unbekanntes erschaffen zu haben. Das war in der Tat so, denn für den tiefdunklen Tropfen mit seinem kleinen Cabernet-Anteil fanden sich zunächst kaum Abnehmer. Australia goes Bordeaux? Dafür war die Welt noch nicht bereit. Viele Jahre und etliche kleinere Modifizierungen sollten nötig sein, bevor die großen Weinkritiker auf den Grange aufmerksam wurden – dann aber schlug er ein wie eine Granate, wurde reihenweise mit 100 Punkten bewertet und gar zum besten Wein der südlichen Hemisphäre gekürt. 

Das Weingut Penfolds liegt im wohl bekanntesten Anbaugebiet des Kontinents, dem Barossa Valley in South Australia, etwa eine Autostunde von der Stadt Adelaide entfernt. Neben Einwanderern aus England waren es vor allem Deutsche, die sich hier niederließen. Als Lutheraner, die sich nicht den preußischen Tendenzen einer Unionskirche unterwerfen wollten, war Australien für sie eine Möglichkeit auf ein Leben in religiöser Freiheit gewesen. Viele der kleinen Dörfer bergen darum nicht nur ein architektonisches deutsches Erbe, sondern trugen auch ebensolche Namen wie Bethanien, Gnadenfrei oder Hoffnungsthal, bis sie im Zuge des Ersten Weltkrieges umbenannt wurden. Auch wenn sich auf der Landkarte so kaum noch Spuren der deutschen Vergangenheit finden lassen – in Sachen Weinbau kommt man hier kaum an deutschen Einflüssen vorbei. Während Namen wie Peter Lehmann und Wolf Blass noch heute in aller Munde sind, hat sich um die wirklichen Patriarchen des australischen Weinbaus wie den Schlesier Ernst Seppelt, immerhin Gründer der heute größten Kellerei des gesamten Landes, inzwischen ein Schleier des Vergessens gelegt.

So bekannt für seine Spitzenerzeugnisse das Barossa Valley auch ist, rein deklaratorisch unterscheidet nichts das 10 000 Hektar große Tal von jedem anderen, in dem Weinbau betrieben wird. Ein System höher- und niedrigerwertiger Lagen nach französischem Vorbild kennt man in Australien mit seiner extrem liberalen Weingesetzgebung nicht. Man unterscheidet lediglich zwischen sechs Großzonen, die mit den australischen Bundesstaaten einigermaßen identisch sind, und, auf einer kleinteigigeren Ebene, nochmal zwischen Geographic Indication, kurz GI genannten Herkunftsbezeichnungen. Bevor eine solche staatlicherseits gewährt wird, müssen jedoch mindestens 500 Tonnen Jahresertrag nachgewiesen werden – eine Regelung, die leider versinnbildlicht, dass man an vielen Stellen noch immer mehr auf Masse als auf Klasse setzt. Während jedoch zum Beispiel im riesigen Queensland im Nordosten so gut wie gar kein Wein angebaut wird, hat sich ein anderer Teil Australiens trotz seiner vergleichsweise geringen Größe zu einem der interessantesten Anbaugebiete gemausert: die direkt südlich von Melbourne gelegene Insel Tasmanien. Obwohl der Anteil an der australischen Gesamtlese nur sehr gering ist, spielt die Landmasse von der Größe Irlands eine historisch bedeutsame Rolle: hier wurde ab Anfang der 1820er Jahre der erste kommerzielle Weinberg des Kontinents bewirtschaftet. Tasmanien ist Cool Climate – die mildernden Einflüsse des umgebenden Pazifiks sind stets präsent. Obwohl breitengradtechnisch mit Rom vergleichbar, sorgt das ozeanische Klima und die gar nicht mehr allzu weit entfernte Antarktis dafür, dass man sich hier in einem der kältesten Weinbaugebiete der Welt befindet und eher in die Champagne versetzt fühlt. Wie dort ist tatsächlich nach der Méthode Traditionnelle hergestellter Schaumwein eines der hiesigen Aushängeschilder – die dafür nötige Säure bleibt durch das langsame und gleichmäßige Traubenwachstum anders als auf dem Festland perfekt erhalten. Den wärmeliebenden Shiraz findet man hier hingegen kaum.

Wie dieser, der übrigens zunehmend zu seiner Alte-Welt-Bezeichnung Syrah zurückkehrt, wenn das Klima eine ausreichende Ähnlichkeit zulässt, sind auch alle anderen bedeutenden Rebsorten Australiens ursprünglich französischer Herkunft: auf der roten Seite vor allem Cabernet Sauvignon und Merlot, auf der weißen Chardonnay und Sauvignon Blanc. Das Verhältnis zwischen beiden ist gar nicht so rotweinlastig, wie man in einer sehr warmen Weinbaunation annehmen könnte, sondern mit 55 Prozent rot zu 45 Prozent weiß nahezu ausgeglichen. Ein beträchtlicher Anteil davon wird ins Ausland exportiert, ja muss sogar exportiert werden, denn mit ihrem Pro-Kopf-Konsum von etwa 26 Litern könnten die Australier die gigantischen Mengen, die das Land zum sechstgrößten Weinproduzenten der Welt machen, kaum selbst vertrinken. Wichtigster Abnehmer sind schon seit langer Zeit die Vereinigten Staaten, die ebenso wie die Australier ein Faible für sehr extraktreiche Tropfen haben. In Europa hingegen ist der Absatz keine Selbstverständlichkeit: zwar sind die Preise des oft nicht einmal in Flaschen, sondern in fünf oder noch mehr Liter fassende Bags-in-Boxes abgefüllten Weines – den „goons“ – unschlagbar, aber den sich ändernden geschmacklichen Präferenzen entsprach der althergebrachte Stil irgendwann einfach nicht mehr. Konnte man darüber zunächst hinwegsehen und sich in Asien neue Märkte erschließen, begannen sich viele Winzer spätestens ab dem Zeitpunkt Gedanken zu machen, als selbst die Einheimischen vermehrt zu leichteren, verspielteren Weinen aus dem nahen Neuseeland griffen. Nun stand endgültig fest: es musste eine Alternative gefunden werden zu den sehr körperreichen und holzbetonten Tropfen. Schnell zeigte sich, dass dieses Ziel mit den etablierten Rebsorten allein kaum zu erreichen sein würde – am ehesten vielleicht noch mit dem Sauvignon Blanc, aber ansonsten brauchte die Weinwelt in Down Under frischen Wind. Der wehte zunächst die Burgunderrebsorten ins Land, allen voran den Pinot Noir. Ihn bei der Eingewöhnung ins australische Klima zu unterstützen war durchaus keine Angelegenheit, die man mal locker neben dem Tagesgeschäft verrichtet. Im Gegenteil: die sehr anspruchsvolle Traube verlangte Winzern, die sich mutig genug für ihren Anbau gezeigt hatten, in Sachen Bodenverhältnisse und Pflege alles ab. Dafür schenkte sie dem australischen Weinbau jedoch auch etwas, das diesem vorher nahezu völlig unbekannt gewesen war: den Terroir-Gedanken. Australische Weine waren nämlich bisher nicht im Weinberg entstanden, wie es insbesondere die Franzosen seit Jahrhunderten propagieren, sondern im Keller – sie waren „gemachte“ und keine „gewachsenen“ Weine. Nun, mit dem Pinot Noir änderte sich das radikal – plötzlich konnte man schmecken, wo ein Wein seine Wurzeln hatte. Auch wenn viele Winzer dem etablierten Stil bis heute treu geblieben sind, hatten einige Blut geleckt: welche Trauben böten sich für frische, filigrane Weine noch an? Es konnte nicht lange dauern, bevor irgendjemandem der Geistesblitz kam: Riesling! Auch diese waren mit ihrer Präzision meilenweit entfernt von den sehr buttrigen Chardonnays und sorgten ab den 2000ern dafür, dass sich die australische Weinwelt einmal mehr neu erfand.

Dass innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit eine solche Kurskorrektur stattfand, lag auch am Druck aus der Gastronomie. Klar, die auch heute noch omnipräsente Barbecue-Kultur ist mit den bleischweren, leicht süßlich wirkenden Shiraz nach wie vor gut bedient. Die besseren Restaurants in den Metropolen hatten sich jedoch langsam, aber sicher von der schwer im Magen liegenden britischen Kolonialküche mit viel Fleisch und Fett emanzipiert – durch Einwanderer zunächst aus Deutschland und China, später dann aus Italien, Griechenland, Thailand und Vietnam entstand im Laufe der Zeit ein bunter kulinarischer Schmelztiegel. Gab es zunächst nur jeweilige landestypische Imbissbuden, die meist nur von ihren Landsleuten besucht wurden und sich höchstens zaghaft dem Massengeschmack annäherten, entstand nach und nach immer mehr Crossover. Die Mischung aus klassisch europäischen Kochtechniken, asiatischer Aromenvielfalt und hochwertigen heimischen Produkten bildete schließlich die Grundlage der Modern Australien Cuisine, die deutlich mehr ist als das berühmte „vegemite sandwich“ -Koriander vermählt sich hier mit Thymian, Sojasoße mit Olivenöl, hinzu kommen exotische, sonst nirgendwo zu bekommende Produkte wie Känguru-, Strauß- oder Krokodilfleisch. Wohl nirgendwo auf der Welt können Köche so aus dem Vollen schöpfen und sich gleichzeitig entspannt selbst verwirklichen, und wer New York stets für den unbestrittenen Ausgangspunkt einer kulinarischen Weltreise auf wenigen Quadratkilometern gehalten hat, sollte einmal Sydney besuchen, das wie ganz Australien bisher noch nicht vom Guide Michelin kartiert wurde und darum viele eigene Entdeckungen ermöglicht: von Fish and Chips auf die Hand für wenige Dollar bis zum feinsten Omakase-Menü wird alles geboten. Selbst das lange Zeit geflissentlich ignorierte „Bush Food“ der Aborigines setzt mittlerweile immer mehr Akzente, gerade in Sachen Fisch – radikale Regionalität ist für die Ureinwohner eben kein Trend, sondern seit 60 000 Jahren gelebte Kultur. Auch weitere Rebsorten drängen durch fortwährende Zuwanderung ins Land: Gewürztraminer, Tempranillo, Sangiovese und andere bringen beeindruckende Ergebnisse hervor. Im Zuge dessen ist der Grange längst nicht mehr der einzige australische Spitzenwein – den vielen Garagen-Weingütern sei dank, deren Pioniergeist und ehrliches Handwerk die oft trägen und bis an die Haare durchtechnisierten Großbetriebe daran erinnert, dass Winzertum vor allem Herzensangelegenheit ist und die Zukunft nur mit und nicht gegen die Natur gemacht werden kann. 

Von den insgesamt etwa 2500 Weingütern wurden die allermeisten erst in den vergangenen 40 Jahren gegründet – nicht nur deswegen ist Australien eines der Weinländer mit der höchsten Dynamik überhaupt, auch wenn davon in Deutschland aufgrund der großen Entfernung selten etwas zu hören ist. Höchstens dann, wenn mal wieder über die heftigen Buschfeuer berichtet wird, die riesige Flächen in eine Flammenhölle verwandeln. Aber genau damit sind wir schon beim Thema: die klimatischen Extreme machen es immer schwieriger, im Weinbau langfristig zu planen. Schon jetzt sind die Kosten für die in vielen Teilen des Landes obligatorische Bewässerung der Rebstöcke enorm hoch, ein Ende nicht abzusehen – die Frage, ob es überhaupt nachhaltig ist, für einen Liter Wein bis zu 800 Liter Wasser aufzuwenden, mal außen vor. Ob die aktuell 170 000 Hektar Rebfläche also eine stabile Größe sind oder doch wieder schrumpfen, wird sich noch zeigen müssen. Ziemlich sicher werden sie sich anders verteilen: weg aus heißen und trockenen Regionen im Westen und Norden, hinein in kühlere und regenreichere Landstriche insbesondere im Süden. Oder man geht einfach in die Höhe, wie es das Weißwein-Eldorado Adelaide Hills schon seit fast 200 Jahren vormacht. In einem Land, das größer ist als ganz Europa, hat es dabei Platz für alle: ehrwürdige Fossile des australischen Weinbaus wie das McLaren Vale mit seinen uralten Rebstöcken und Kellern ebenso wie aufstrebende Cool-Climate-Hotspots und Finessetrinker-Paradiese wie Mornington Peninsula oder das Yarra Valley. Leben und leben lassen, ein unaufgeregtes Nebeneinander von Avantgarde und Tradition, Basic und High End, dazu eine Aromenpalette von Milchschokolade, eingekochten Pflaumen und Röstholz bis zu burgundischer Kirsche, Veilchen und Graphitstaub – lange, sehr lange hat es gedauert, bis sich herauskristallisierte, was den fünften Kontinent zu einer sicheren Bank macht. Doch auch in der Weinwelt will gut Ding eben Weile haben. Und hat man passenden australischen Tropfen einmal an Gaumen und Herz gelassen, ist klar, dass sich das Warten definitiv gelohnt hat. Text: Dario Sellmeier

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Frankreich

Dujac Morey St. Denis rouge 1er Cru 2023

Rotwein · Morey-Saint-Denis Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Morey-Saint-Denis · 1er Cru Côte de Nuits Assemblage von 1er-Cru-Parzellen 2023

Der Morey-Saint-Denis Rouge 1er Cru 2023 der Domaine Dujac ist ein reinsortiger Pinot Noir aus der Côte de Nuits – eine Assemblage der Premier-Cru-Parzellen des Guts. Tief, würzig und elegant, mit feiner Frucht und geschliffenen Tanninen im Stil dieser Ikone.


Morey-Saint-Denis – Premier Cru der Côte de Nuits

Morey-Saint-Denis liegt zwischen Gevrey-Chambertin und Chambolle-Musigny; dieselbe Kalksteinader, die in der Combe de Lavaux beginnt, durchzieht die Gemeinde. Morey beherbergt vier Grand Crus – Clos de la Roche, Clos Saint-Denis, Clos des Lambrays und Clos de Tart – sowie zahlreiche Premier Crus. Die Rotweine sind tief, würzig und strukturiert.

Dieser Premier Cru ist eine Assemblage aus den Morey-Premier-Cru-Lagen des Guts. Die Domaine Dujac, gegründet 1968 in Morey-Saint-Denis und heute von Jeremy, Diana und Alec Seysses geführt, zählt zu den Ikonen der Côte de Nuits und arbeitet biologisch.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, eine Assemblage der Premier-Cru-Parzellen des Guts.

Im Stil von Dujac wird ein Teil als ganze Traube vergoren; die Gärung verläuft langsam in den kühlen Kellern. Anschließend reift der Wein im Holzfass – ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Tiefe rote und dunkle Frucht – Kirsche und schwarze Johannisbeere – mit feiner Würze, Lakritz und floralen Noten. Am Gaumen strukturiert und zugleich elegant, getragen von geschliffenen Tanninen und frischer Säure.

Tiefe rote Frucht, Würze und Lakritz über geschliffenen Tanninen – Morey-Saint-Denis mit Struktur und Eleganz.

In der Jugend zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Ente, Rind, Gerichte mit Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für gehaltvollere Gerichte und den besonderen Anlass.


Lage: Morey-Saint-Denis (Côte de Nuits); Assemblage von Premier-Cru-Parzellen, Kalkböden
Klassifikation: Morey-Saint-Denis Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir, teils Ganztraube; Holzfassausbau

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Rebsorten

Le Moine Clos Saint Denis Grand Cru 2021

Rotwein · Clos Saint-Denis Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Clos Saint-Denis Grand Cru Morey-Saint-Denis · Côte de Nuits Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz unfiltriert 2021

Der Lucien Le Moine Clos Saint-Denis Grand Cru 2021 stammt aus dem aromatischsten und feinsten Grand Cru von Morey-Saint-Denis – ein eleganter, parfümierter Pinot Noir von großer Finesse. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Eine echte Rarität in winziger Stückzahl.


Clos Saint-Denis – feinster Grand Cru von Morey

Clos Saint-Denis ist ein Grand-Cru-Weinberg am Mittelhang von Morey-Saint-Denis in der Côte de Nuits, rund 6,6 Hektar groß, ausschließlich mit Pinot Noir bepflanzt. Seine Weine gelten als aromatischer und feiner als die des benachbarten Clos de la Roche – die Lage steht für Eleganz, Parfüm und Finesse. Der Name reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück, als ein religiöser Orden den Weinberg anlegte; 1927 gab er dem Dorf Morey seinen Namenszusatz.

Der Boden aus dem Mitteljura ist kalksteinbasiert, steinig und tonhaltig mit dünner, gut durchlässiger Oberschicht – mit etwas mehr wasserhaltendem Ton als im Clos de la Roche. Die östliche Ausrichtung bringt Morgensonne und Schutz vor Westwinden: Das lässt die Trauben volle Reife erreichen und zugleich ihre Säure bewahren – die Basis für balancierte, langlebige Weine.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war an der Côte de Nuits ein klassischer, kühler Jahrgang mit feiner, klar definierter Frucht, lebendiger Säure und großer aromatischer Präzision. In einer feinen, aromatischen Lage wie Clos Saint-Denis ergibt das einen besonders eleganten, parfümierten Grand Cru mit kühler Frische und feinkörnigem Tannin – im reinen, texturbetonten Stil des Hauses.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, Clos Saint-Denis Grand Cru, trocken.

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Die Mengen sind winzig: oft nur ein einziges Fass je Cru.

Im Glas

Aus dem kalk-tonigen, ostexponierten Hang von Morey lebt dieser Grand Cru von Finesse und Parfüm: helle rote Frucht wie Kirsche und Himbeere, florale Anklänge von Veilchen und eine feine, würzige Tiefe von Unterholz und Gewürz. Der kühle Jahrgang 2021 hält ihn fein und frisch, während das lange Vollhefelager und das neue Holz eine seidige, vielschichtige Textur und feine Röstwürze einbinden. Am Gaumen elegant und fein gezeichnet, mit feinkörnigem Tannin, lebendiger Säure und langem, kühl-mineralischem Nachhall.

Parfümiert und fein – helle rote Frucht, Veilchen und Waldbodenwürze, seidig und elegant mit kühl-mineralischer Länge.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Ente und Wildgeflügel, zu Reh und Lamm in feiner Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Weichkäse.


Lage: Clos Saint-Denis Grand Cru, Morey-Saint-Denis, Côte de Nuits (Burgund, Frankreich); Mittelhang, ~6,6 ha; kalksteinbasierter, steinig-toniger Boden (Mitteljura), Ostausrichtung
Klassifikation: Grand Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

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Schaumweine

Bouvet-Ladubay Excellence Cremant de Loire Rosé

Schaumwein · Crémant de Loire · Cabernet Franc · Rosé Brut

Bouvet Ladubay Excellence Crémant de Loire Rosé ist ein roséfarbener Schaumwein aus dem Loiretal, gekeltert zu 100 % aus Cabernet Franc. Das Haus Bouvet-Ladubay in Saumur erzeugt seit 1851 Schaumweine nach der klassischen Flaschengärung. Diese Cuvée setzt auf frische rote Frucht und eine elegante Balance. Im Glas ein zart roséfarbener Crémant mit feiner Perlage.


Crémant de Loire

Das Haus Bouvet-Ladubay sitzt in Saint-Hilaire-Saint-Florent bei Saumur, mit kilometerlangen Kellern im Tuffeau-Kalkstein. Die kalkhaltigen Böden und das milde Klima des Loiretals geben dem Cabernet Franc Frische und Finesse. Die Trauben stammen aus ausgewählten Lagen der Appellation Crémant de Loire.

Rebsorte und Ausbau

Der Schaumwein besteht zu 100 % aus Cabernet Franc. Nach der ersten Gärung im Edelstahltank erfolgt die zweite Gärung in der Flasche nach klassischer Methode, gefolgt von einer Reifung auf der Hefe. So entstehen die feine Perlage und die cremige Textur.

Im Glas

Zartes Rosa mit feiner Perlage. In der Nase rote Frucht nach Erdbeere und Himbeere. Am Gaumen elegant und sehr ausgewogen, mit frischer Frucht und cremiger Mousse. Der Abgang ist fein und harmonisch.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder zum Essen. Am besten in den ersten zwei bis drei Jahren genießen.

Klassische Begleitung: feine Vorspeisen, Meeresfrüchte und Desserts mit roten Früchten.


Lage: Saumur, Loiretal (Tuffeau-Kalkstein)
Klassifikation: Crémant de Loire AOP – Rosé Brut, Méthode traditionnelle
Ausbau: Edelstahl, klassische Flaschengärung, Hefelager

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Deutsch

Smiley Lampe - Smiley® Bundle of Light GELB

Wohnaccessoire · LED-Leuchte · Smiley®

Smiley® Bundle of Light (Gelb) ist ein Mini-Licht in Form des legendären Smiley®, das gute Laune in jedes Zuhause bringt. Gefertigt aus weichem, BPA-freiem Silikon und mit warmer LED-Leuchte – ideal für den Nachttisch, das Kinderzimmer oder als kleines Geschenk. Nimm dir Zeit zum Lächeln!


Herkunft / Mr. Maria

Mr. Maria ist ein Designlabel, das für seine charakteristischen, weich leuchtenden Figurenlampen der Bundle-of-Light-Serie bekannt ist. Diese Edition bringt das weltbekannte Smiley®-Motiv als stimmungsvolles Mini-Licht ins Zuhause.

Material und Technik

Gefertigt aus weichem, BPA-freiem Silikon, ausgestattet mit einer LED-Leuchte und austauschbarer CR2032-Knopfzellenbatterie. Der Ein-/Ausschalter sitzt an der Unterseite; ein 15-Minuten-Timer schont die Batterie (ein Dauerbetrieb ist nicht möglich). Die Leuchtdauer beträgt bis zu 30 Stunden (rund 120 Zyklen).

Licht und Wirkung

Die LED sorgt für ein warmes, sanftes Licht, das als dezentes Stimmungslicht wirkt. Das handliche Format passt auf jeden Nachttisch oder ins Regal – ein kleiner Smiley mit großer Wirkung.

Als Geschenk

Ein freundliches Licht zum Verschenken oder Selbstbehalten.

Ideal: für den Nachttisch, das Kinderzimmer oder als kleines Mitbringsel, das Freude schenkt.


Hersteller: Mr. Maria
Produkt: Smiley® Bundle of Light – Gelb
Material: weiches, BPA-freies Silikon
Technik: LED, austauschbare CR2032-Knopfzelle, Ein-/Ausschalter an der Unterseite, 15-Minuten-Timer
Leuchtdauer: bis zu 30 Stunden (ca. 120 Zyklen)

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Whisky

Springbank Local Barley 10 Jahre 51,60 % Release 2022

Spirituose · Single Malt Whisky · Campbeltown · Schottland

Springbank Local Barley 10 Jahre (Release 2022) ist eine limitierte Abfüllung der Springbank-Destillerie (J & A Mitchell & Co) aus Campbeltown. Aus lokal angebauter Gerste der Kintyre-Halbinsel – ein klassischer, leicht rauchiger Springbank mit cremiger Frucht. Auf 15.000 Flaschen limitiert.


Herkunft

Springbank in Campbeltown ist die älteste unabhängige, familiengeführte Destillerie Schottlands (1828, J & A Mitchell & Co) und führt den gesamten Herstellungsprozess vor Ort durch. Die Local-Barley-Reihe setzt auf Gerste, die nur wenige Meilen von der Destillerie auf der Kintyre-Halbinsel wächst – „grain to glass". Für die 2022er-Abfüllung wuchs die Gerste der Sorte Belgravia auf der Glencraigs Farm bei Campbeltown.

Destillation und Reifung

Springbank wird zweieinhalbfach destilliert und ist leicht getorft – maritim und ölig im Charakter. Diese Local-Barley-Abfüllung reifte 10 Jahre überwiegend in Ex-Bourbon-Fässern, wurde nicht kühlgefiltert und ohne Farbstoff abgefüllt. Auflage: 15.000 Flaschen.

Im Glas

Sehr helles Gold. In der Nase Vanille, Vanillepudding und Keksteig, dazu Getreide- und Malznoten, Zitrus und ein erdiger Rauchhauch. Am Gaumen ölig und cremig, mit Vanille, Biskuit, Zitrus und feinem Torfrauch. Maritimer, typischer Springbank-Charakter mit langem Abgang.

Pur genießen

Pur aus dem Nosing-Glas, bei Bedarf mit wenigen Tropfen Wasser, das die Aromen öffnet. Ein gesuchter, in Fassstärke abgefüllter Springbank für Liebhaber und Sammler – ideal als Digestif.

Klassisch solo: pur, mit etwas Wasser, als Digestif.


Herkunft: Campbeltown (Schottland); Destillerie Springbank
Art: Single Malt Whisky – Springbank Local Barley (zweieinhalbfach destilliert, leicht getorft); Release 2022
Gerste: Belgravia, Glencraigs Farm (Kintyre-Halbinsel)
Reifung: 10 Jahre, überwiegend Ex-Bourbon-Fässer; nicht kühlgefiltert, ohne Farbstoff; 15.000 Flaschen

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USA

Verite Le Desir 2012

Rotwein · Sonoma County · Cabernet-Franc-Cuvée

Cabernet Franc (dominierend) Merlot · Cabernet Sauvignon Sonoma County Verité · Le Désir Pierre Seillan 2012

Der Verité Le Désir 2012 wird hauptsächlich aus Cabernet Franc bereitet, abgerundet von etwas Merlot und Cabernet Sauvignon – eine recht typische Bordeaux-Assemblage. Ohne Frage einer der spektakulärsten Rotweine der Neuzeit: dicht wie der beste Perserteppich gleitet dieses edle Nass über den Gaumen.


Verité – Bordeaux-Geist aus Sonoma

Verité wurde 1998 vom legendären Jess Jackson gemeinsam mit dem französischen Vigneron Pierre Seillan gegründet, mit dem kompromisslosen Ziel, im kalifornischen Sonoma County Bordeaux-inspirierte Cuvées von Weltrang zu schaffen. Seillan, geprägt von Jahrzehnten an der Loire und in Bordeaux (u. a. Château Lassègue in Saint-Émilion), gilt als Meister der Assemblage – Verité zählt zu den am häufigsten mit 100 Punkten bewerteten Weingütern überhaupt.

Le Désir ist die Cabernet-Franc-dominierte der drei Verité-Cuvées (neben dem Merlot-basierten La Muse und dem Cabernet-Sauvignon-basierten La Joie) und stilistisch dem Saint-Émilion am nächsten. Seillan komponiert ihn aus über 50 winzigen „Micro-Crus" in vier Sonoma-AVAs – Alexander Valley, Knights Valley, Chalk Hill und Bennett Valley –, die jeweils separat vinifiziert werden. Die warmen Täler fördern die Reife, die kühleren bewahren Säure und Frische.

Jahrgang 2012 – Sonoma County

2012 gilt als herausragender, „winning" Jahrgang in Sonoma – von Hitze, aber nie zu viel, mit perfekter Säure und Tanninstruktur; das Haus selbst vergleicht ihn mit Bordeaux 2005. Der Le Désir 2012 verbindet daher große Kraft und Mächtigkeit mit klarer, frischer Eleganz am Gaumen.

Assemblage und Ausbau

Cuvée vorwiegend aus Cabernet Franc, ergänzt um Merlot und Cabernet Sauvignon, Jahrgang 2012.

Jeder der über 50 Micro-Crus wird einzeln gelesen und vergoren, anschließend in französischen Eichenfässern mit individuell abgestimmten Toasting-Graden ausgebaut. Aus diesen Hunderten von Bausteinen formt Pierre Seillan die finale Assemblage – technisch perfekt bereitet und voller dichter Frucht.

Im Glas

Dicht wie der beste Perserteppich gleitet dieses edle Nass über den Gaumen. Schichten über Schichten von reifen, dunklen Früchten umzingeln Nase und Gaumen; exotische Gewürze, Mokka, reife Paprika und Blaubeeren verwöhnen alle Sinne. Berge von reifen Gerbstoffen sind vorhanden und lassen das fantastische Potenzial dieses Weinriesen erahnen. Man erkennt einen Überseewein, technisch perfekt bereitet und voller dichter Frucht – und doch wirkt er neben aller Kraft und Mächtigkeit klar und frisch am Gaumen.

Ohne Frage einer der spektakulärsten Rotweine der Neuzeit. Outstanding!

Schon jetzt beeindruckend, mit großem Reifepotenzial über zwei Jahrzehnte; profitiert deutlich vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu kräftigem rotem Fleisch und gereiftem Steak, zu Lamm und Wild, zu Schmorgerichten sowie zu reifen Hartkäsen.


Lage: Sonoma County (Kalifornien, USA); über 50 Micro-Crus in den AVAs Alexander Valley, Knights Valley, Chalk Hill und Bennett Valley
Klassifikation: Sonoma County, Bordeaux-Cuvée (Cabernet Franc dominierend), trocken
Ausbau: Cabernet Franc mit Merlot und Cabernet Sauvignon; separate Vinifikation der Micro-Crus, Ausbau in französischer Eiche (individuelle Toasting-Grade)

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Frankreich

Jean-Marie Fourrier Chambertin Clos de Beze Grand Cru 2015

Rotwein · Chambertin Clos de Bèze Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambertin Clos de Bèze · Grand Cru Gevrey-Chambertin Jean-Marie Fourrier (Négoce) · ~20% neues Holz 2015

Der Chambertin Clos de Bèze Grand Cru 2015 von Jean-Marie Fourrier ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einem der größten Grand Crus des Burgunds. Tief, kraftvoll und zugleich elegant, mit reifer dunkler Frucht und samtigem, festem Tannin – aus dem großen, sonnenreichen Jahrgang 2015.


Chambertin Clos de Bèze – Spitze von Gevrey

Chambertin-Clos de Bèze erstreckt sich über rund 15 Hektar am oberen Mittelhang von Gevrey-Chambertin und steht – gemeinsam mit Le Chambertin – an der Spitze der Chambertin-Familie. Kalkstein und fossilreicher Ostrea-acuminata-Mergel prägen den Boden; die Lage bringt tiefe, kraftvolle und zugleich elegante, sehr lagerfähige Weine hervor und zählt zu den größten Grands Crus Burgunds.

Dieser Wein stammt aus dem Négociant-Label von Jean-Marie Fourrier (gegründet 2011), bei dem er Trauben aus erlesenen Lagen nach derselben Philosophie wie auf der Domaine ausbaut. Fourrier – geprägt von Henri Jayer und Domaine Drouhin – gilt als Maßstab für puristischen, terroirtreuen Gevrey.

Jahrgang 2015 – Côte de Nuits

2015 war ein warmer, trockener und sonnenreicher Jahrgang. Die Reben lieferten kleine, konzentrierte Beeren mit tiefer Farbe und reifem, samtigem Tannin.

Für die roten Burgunder steht 2015 für Tiefe, Fülle und reife Frucht bei guter Balance – ein großer, lagerfähiger Jahrgang, der die Kraft des Clos de Bèze prachtvoll trägt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2015.

Im Stil von Fourrier überwiegend entrappt (je nach Jahrgang mit etwas Ganztraube), mit Spontangärung und sanfter Extraktion. Der Ausbau erfolgt im Holzfass mit höchstens rund 20 % neuem Holz, ohne Abstich und oft mit Füllung direkt vom Fass – daher kann der Wein in der Jugend eine natürliche Kohlensäure zeigen und sollte dann dekantiert werden.

Im Glas

Tiefe, reife dunkle Frucht, ergänzt um florale Noten, feine Würze und eine erdig-mineralische Tiefe. Am Gaumen kraftvoll und vielschichtig, mit samtigem, zugleich festem Tannin und sehr langem Abgang.

Reife dunkle Frucht, florale Würze und erdige Tiefe über samtig-festem Tannin – ein großer Grand Cru für die lange Reife.

In der Jugend großzügig dekantieren; das Potenzial reicht über viele Jahre, oft Jahrzehnte. Bei 16 °C servieren.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den ganz großen Anlass.


Lage: Chambertin Clos de Bèze, Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); ~15 ha am oberen Mittelhang, Kalkstein/Ostrea-acuminata-Mergel
Klassifikation: Chambertin-Clos de Bèze Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir, überwiegend entrappt; ~20% neues Holz, ohne Abstich, natürliche Füllung (in der Jugend dekantieren)

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Weine

Vouette & Sorbée Blanc d’Argile Brut Nature BIO

Champagner · Côte des Bar · Chardonnay (Blanc de Blancs)

100 % Chardonnay Blanc d'Argile · Brut Nature ohne Dosage Côte des Bar · Aube Vouette & Sorbée (Gautherot) Kimmeridgium · Ton & Kalk biodynamisch · Demeter Basis R20 (2020)

Der Vouette & Sorbée Blanc d'Argile Brut Nature (R20) ist ein reinsortiger Chardonnay aus biodynamischem Anbau in Buxières-sur-Arce an der Côte des Bar. Spontan vergoren, im gebrauchten Holz ausgebaut und ohne Dosage abgefüllt, zeigt er sich kompromisslos puristisch und präzise – ein Champagner von großer Reinheit und Ausdruckskraft.


Vouette & Sorbée – Kimmeridgium an der Côte des Bar

Seit der Champagnerwinzer Bertrand Gautherot, der bei Anselme Selosse gelernt hat, die Weinberge von seinem Vater übernommen hat, vermarktet er seine Champagner selbst. Sein rund fünf Hektar großes, seit 1998 biodynamisch (Demeter) bewirtschaftetes Gut in Buxières-sur-Arce zählt zu den Stars der Winzerchampagner-Szene.

Die Reben des Blanc d'Argile wachsen auf ton- und kalkhaltigen Kimmeridgium-Böden – demselben Muschelkalk-Mergel, der auch das nahe Chablis prägt. Dieser Untergrund verleiht dem Champagner seine feine Kreidigkeit und salzige Spannung. „Argile" ist das französische Wort für Ton und benennt damit direkt das Terroir dieser Cuvée.

Basis R20 – Côte des Bar

Gautherot deklariert seine Champagner nicht als Jahrgang, vermerkt aber Basisjahr und Dégorgement auf dem Etikett: „R20" steht für den Basisjahrgang 2020. Das kühle, klar strukturierte Profil dieses Jahrgangs unterstreicht die puristische, mineralische Ausrichtung der Cuvée.

Herstellung und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay (Blanc de Blancs), Brut Nature (ohne Dosage); Basis R20 (2020).

Der Most wird spontan mit den eigenen Hefen vergoren und im gebrauchten Holzfass ausgebaut; die malolaktische Gärung läuft natürlich ab. Bis zur Füllung wird auf Schwefel weitgehend verzichtet, und der Champagner wird gänzlich ohne Dosage abgefüllt. Diese kompromisslos natürliche, handwerkliche Machart aus biodynamischem Anbau (Demeter) stellt das Terroir in den Vordergrund – ohne jede kosmetische Korrektur.

Im Glas

In der Nase feine Zitrusnoten, grüner Apfel, weißer Pfirsich und Anklänge von nassem Kalkstein. Am Gaumen straff, klar und energiegeladen, mit vibrierender Mineralität und langem, kühlem Nachhall. Ein Champagner von großer Reinheit und Ausdruckskraft – charaktervoll, tief und unverfälscht.

Zitrus, grüner Apfel und weißer Pfirsich über nassem Kalkstein – straff, klar und energiegeladen, mit vibrierender Mineralität und langem, kühlem Nachhall.

Nicht zu kalt servieren (10–12 °C), damit sich die Tiefe voll entfaltet.

Am Tisch

Als kompromissloser Aperitif, zu Austern und Meeresfrüchten, zu edlem Fisch und Sushi sowie zu jungem Comté und anderen mild-nussigen Hartkäsen.


Lage: Buxières-sur-Arce, Côte des Bar (Aube, Champagne); ton- und kalkhaltige Kimmeridgium-Böden
Klassifikation: Champagne AOC; Blanc de Blancs, 100 % Chardonnay; Brut Nature (ohne Dosage); Basis R20 (2020)
Ausbau: Spontangärung, Ausbau im gebrauchten Holzfass, natürliche Malo, ohne Dosage, schwefelarm; biodynamisch (Demeter), FR-BIO-01

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