Das Weinland Chile

Vom Dornröschenschlaf zur Weinwelt: Die Wiedergeburt des chilenischen Weinbaus

Es war ausgerechnet Augusto Pinochet, der 1974, kurz nach seiner Machtübernahme, den chilenischen Weinbau in größerem Stil wieder zuließ. Ein Gewaltherrscher als Weinliebhaber? Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte. Aber die Entscheidung geht wohl kaum auf die persönlichen Vorlieben des Generals zurück, war stattdessen angesichts der ultraliberalen Wirtschaftspolitik der Militärdiktatur nur konsequent: im Gegensatz zum Sozialismus Salvador Allendes, gegen den die Armee im Vorjahr geputscht hatte, setzten die neuen Machthaber auf Privatisierung und Deregulierung. Der Weinbau profitierte dabei eher beiläufig, denn in erster Linie sollte der Export von Kupfer, wichtigster Rohstoff des Landes, gefördert werden. Warum aber hatte die Weinerzeugung Chiles zur damaligen Zeit überhaupt so einen schweren Stand? Florierte das Business im direkt nebenan liegende Argentinien nicht und wartete jedes Jahr mit neuen Rekorderntemengen auf? Vorsicht, ein Vergleich mit den Nachbarstaaten ist in Chile immer ein gewagtes Unterfangen, bei einer solchen Debatte ist schnell Nationalstolz im Spiel und dieser ebenso schnell gekränkt. Auch und gerade in Sachen Alkohol.

Um all das zu verstehen, müssen wir ein wenig weiter zurückreisen in die Vergangenheit, genauer gesagt ins Jahr 1551. Das Land selbst war den Europäern zu dieser Zeit schon seit einigen Jahrzehnten bekannt, auch die heutige Hauptstadt Santiago bereits gegründet. Wein gab es allerdings noch keinen – wie im gesamten Südamerika, das keine autochthonen Reben aufzuweisen hat. Ein Umstand, den der umtriebige Konquistador Francisco de Aguirre unbedingt geändert wissen wollte – nicht, weil er selbst so durstig gewesen wäre, sondern weil die Mönche und Priester der zahlreichen in dieser Zeit aus dem Boden schießenden Kirchen und Klöster Wein zur Feier des Messopfers brauchten. Die Stadt La Serena erkor er sich dafür aus, und so wurde diese auf Grundlage der aus Spanien importierten Reben País zum ersten Zentrum des chilenischen Weinbaus. Obwohl nicht viel Konkretes aus dieser Zeit überliefert ist, kann davon ausgegangen werden, dass das Land schon sehr bald einen regen Handelsverkehr mit anderen Staaten Süd- und Mittelamerikas aufnahm, die aus klimatischen Gründen zu eigenem Weinbau nicht in der Lage waren. Bereits im Jahr 1578 kaperten englische Freibeuter ein Schiff, das Aberhunderte Schläuche Wein nach Peru transportieren sollte. Die Weine waren zwar nur billige Massenware ohne jeden höheren Anspruch, entwickelten sich aber durch ihre schiere Menge zu einem nicht unbedeutenden Wirtschaftsfaktor.

Ironischerweise war es genau dieser frühe Erfolg, der dem Weinbau in Chile später zum ersten Mal das Genick brechen sollte. Denn das spanische Mutterland hatte zwar nichts dagegen, dass in Südamerika Wein angebaut, gehandelt und konsumiert wurde, aber sehr wohl etwas dagegen, dass dieser Wein sich seinen Weg auf die Iberische Halbinsel bahnte und dort zu einer ernsthaften Konkurrenz für die heimischen Winzer wurde. Zudem verschiffte man als Nebenerwerb gern selbst seine Überschüsse in die Kolonien. Also untersagte Madrid kurzerhand die Anpflanzung neuer Rebstöcke im gesamten Land. Viele Jahrzehnte versank Chile daraufhin in einen weintechnischen Dornröschenschlaf, aus dem es erst ab 1818, dem Jahr der chilenischen Unabhängigkeit, wieder wachgeküsst wurde. Verantwortlich dafür waren aber nicht in erster Linie die Chilenen selbst, sondern französische Einwanderer. Obwohl Chile hauptsächlich für seine große deutsche Einwanderer-Community bekannt ist, dominierten die Franzosen von Beginn an die Weinwirtschaft – die Deutschen brauten eher Bier. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass die meisten neu ins Land kommenden Rebsorten französischen Ursprungs waren und es bis heute geblieben sind: während in vielen anderen Teilen der Neuen Welt der Riesling irgendwann mal seine Wurzeln in die Erde geschlagen hat, ist er in Chile noch immer nahezu völlig unbekannt.

Besonders ein Mann erwarb sich höchste Meriten auf diesem Feld: Bertrand Silvestre Ochagavia Echazareta war es, der 1851 etliche Sorten einführte und damit nicht nur das Repertoire von einer Handvoll auf mehr als vier Dutzend erweiterte, sondern auch faktisch den Qualitätsweinbau im Land begründete. Eine Traube stach dabei schnell hervor und entwickelte sich in der Folgezeit zu einer Art Nationalgewächs, was sie mehr oder weniger bis heute geblieben ist – die Carménère. Ursprünglich stammt sie aus dem Bordelais, wo sie im 19. Jahrhundert als ein äußerst beliebter Verschnittpartner für Bordeauxweine galt, und auch heute noch ist sie unter den sechs dafür zugelassenen Rebsorten, auch wenn ihre Popularität sehr stark nachgelassen hat. Bei kühlerer Witterung neigt sie nämlich zum Verrieseln und liefert daher nur sehr unzuverlässige Erträge. Zumindest in Europa – denn in Chile mit seinen völlig anderen klimatischen Bedingungen stellte diese Eigenschaft plötzlich gar kein Problem mehr da. Insofern ist die Carménère wie auch der Malbec oder der Chenin Blanc eine jener Sorten, die es in der Ferne zu höherem Ansehen gebracht haben als in ihrer alten Heimat. Der Weg dorthin war gar nicht so leicht, denn zunächst blieb der Carménère die Anerkennung als eigenständige Rebsorte versagt: aufgrund ihrer optischen Ähnlichkeit zum Merlot wurde sie bis Mitte der 90er Jahre für ebendiesen gehalten, erst dann erklärte ein Gentest, warum die „Merlots“ aus Chile so anders schmeckten als im Rest der Welt. Gut, dass die Carménère ihren süffigen, tanninarmen und beerig-schokoladigen Geschmack mittlerweile wieder aufs eigene Konto verbuchen kann.

Die folgenden Jahrzehnte entwickelten sich für den Weinbau Chiles zu einem ersten goldenen Zeitalter. Man war nicht nur wirtschaftlich auf Kurs, wie die Gründung von noch heute maßgeblichen Betrieben wie Errázuriz oder Concha y Toro zu dieser Zeit belegt. Die geografische Randlage und die recht restriktive Einfuhrpolitik sorgten auch dafür, dass Chile von der vor allem in Europa wütenden Reblausplage, die dort neun von zehn Rebstöcken das Leben kostete, völlig verschont blieb – als einziges Land weltweit. Viele französische Winzer und Kellermeister, die in ihrer Heimat nach den Verheerungen des Schädlings keine Zukunft sahen, wanderten nach Chile aus und brachten ihre Expertise in den dortigen Weinbau ein. Nicht nur die Weine, sondern vor allem die Pflanzen selbst entwickelten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem begehrten Handelsgut, mit deren Hilfe die Weinberge in Ländern wie Frankreich wieder neu bestückt werden konnten.

Chiles Reben kamen schließlich aus ganz anderen Gründen ins Straucheln. 1920 brach mit den USA ein äußerst wichtiger Absatzmarkt weg – dort hatte man in jenem Jahr die Prohibition in die Verfassung geschrieben. Der damals und auch heute noch sehr kleine Binnenmarkt des nicht einmal 20 Millionen Einwohner zählenden Landes konnte das kaum ausgleichen. 1938 kam es dann noch schlimmer: in Chile selbst wurde ein faktisches Alkoholverbot verhängt. Über die Gründe ist nichts Genaues bekannt, aber ein Vorfall aus dem Jahr 2010 könnte aufschlussreich sein: damals wurden mehrere Bergleute in einem Schacht der unzähligen Minen des Landes verschüttet. Statt um etwas für den Zeitvertreib bis zu ihrer Rettung zu erbitten, forderten sie vehement Bier, Schnaps und Wein. Offensichtlich hatten viele von ihnen die unter Tage auftretenden Beklemmungen dauerhaft mit Alkohol im Zaum zu halten versucht und darüber eine Sucht entwickelt – bei der seit jeher enormen Bedeutung des Bergbaus für die chilenische Wirtschaft kann man sich ausrechnen, welche Ausmaße dieser Zustand unter der männlichen Bevölkerung angenommen haben musste. Bis zum heutigen Tage ist der öffentliche Konsum von Alkohol außerhalb der Gastronomie verboten.

Man darf jedoch nicht davon ausgehen, dass mit Pinochets Aufhebung des Wein-Banns direkt blühende Landschaften Einzug gehalten hätten: noch 1985 beliefen sich die Einnahmen aus dem Export des Rebensaftes auf gerade einmal zehn Millionen Dollar. Aber die Zielsetzung, Investoren ins Land zu locken, verfing tatsächlich: den Anfang machte der spanische Big Player Miguel Torres, der in einem millionenschweren Kraftakt die modernste Kellerei der Welt ins chilenische Niemandsland klotzte, später folgten weitere große Namen wie Mondavi oder Lafite-Rothschild. Freilich ist es nicht so schön, einen Großteil des chilenischen Weinbaus in der Hand ausländischer Konzerne zu wissen, anders wäre der Aufbau eines international konkurrenzfähigen Angebotes aber kaum möglich gewesen – zu gering war das Know-how, zu beschränkt die finanziellen Mittel, im Ausland zu wenig nachgefragt die dominierenden alten Rebsorten der spanischen Kolonialherren. Der weit verbreitete Viño Pipeño, einfacher Tischwein der Landbevölkerung, wich so dem Ausbau in Barriquefässern, der mit den vormals leichten und hellen Tropfen kaum mehr etwas gemein hatte. Innerhalb von etwas mehr als einer Dekade verfünfzigfachten sich die Exporteinnahmen, und in den späten 90ern konnte Chile sich als in der Weinwelt etabliert betrachten. Erst jetzt, als die Infrastruktur größtenteils bereitstand, vermochten auch die kleineren, einheimischen Winzer wieder ins Business einsteigen – wobei „klein“ relativ ist, denn darunter fallen in Chile eigentlich alle Betriebe, die nicht mindestens 100 Hektar aufzuweisen haben.

Und auch eine neue Rebsorte startete so richtig durch: der Cabernet Sauvignon betrat zu dieser Zeit die Bühne und verdrängte vor allem die lange Zeit dominierende, für Qualitätsweinbau aber weitgehend ungeeignete País. Als wärmeliebende Traube fiel ihm die Eingewöhnung in südamerikanische Gefilde leicht, und bereits nach wenigen Jahren Anbau brachte er bemerkenswerte Ergebnisse hervor. Selbstverständlich musste sich chilenischer Cabernet Sauvignon dabei in der Anfangszeit mit dem „Original“ aus Frankreich messen lassen, das sich vor allem durch seinen hohen Gehalt an Gerbstoffen und Säure auszeichnet und daher entweder einer mehrjährigen Kellerreife bedarf oder dem im Verschnitt mit weicheren Trauben wie dem Merlot die Kanten geschliffen werden. Die südamerikanische Stilistik ist eine deutlich andere: der Wein gerät immer noch tiefdunkel, aber deutlich samtiger und früher trinkreif. Wenn man ihn seinen eigenen Ausdruck finden lässt, muss man dazu sagen, denn gern und oft wird der Vorwurf erhoben, chilenische Weine seien zwar perfekt gemacht, im Grunde aber bloße Kopien weltbekannter Vorbilder aus der Toskana und dem Bordelais. Machen also Europäer in Südamerika Wein für Europäer? Fehlt dem hiesigen Weinbau eine eigene Identität?

So einfach ist es dann doch nicht. Dafür sorgen allein schon die sich fundamental von Europa unterscheidenden geografischen Gegebenheiten. Kaum eine Weinnation weist auf vergleichsweise so geringer Fläche eine derart große landschaftliche und klimatische Vielfalt auf wie Chile. Das hängt mit seiner äußeren Form zusammen: während es stellenweise nur wenige Dutzend, höchstens aber 200 Kilometer breit ist, erstreckt es sich in der Länge über sagenhafte 4300 Kilometer, die Küstenlänge beträgt sogar 6000 Kilometer – auch wenn ernstzunehmender Weinbau sich auf das Gebiet zwischen La Serena und Temuco beschränkt. Der Pazifische Ozean ist dabei nie weit entfernt und darum auch einer der wesentlichen Faktoren für die Entwicklung der Reben – die ohnehin schon mäßigende Wirkung großer Gewässer auf das Klima wird hier durch den aus der Antarktis kommenden Humboldtstrom noch einmal verstärkt. Das mag einem zunächst wenig einleuchtend erscheinen, wenn man sich in den nördlichsten chilenischen Anbaugebieten aufhält: diese liegen in der Atacama-Wüste, einem ausgesprochen heißen und trockenen Ort. Hier baut man höchstens Tafeltrauben an – oder aber Wein als Grundlage für die Herstellung von Pisco. Der Weinbrand gilt als nationales Kulturgut und erfreut sich gerade unter jungen Chilenen noch deutlich größerer Beliebtheit als die Weine des Landes. Insbesondere als „Piscola“, gemischt mit ebenjenem Softdrink, ist er aus dem Nachtleben nicht wegzudenken, aber auch als etwas gediegenerer Pisco Sour macht er eine gute Figur. Zumeist wird er aus Muskatellertrauben gebrannt, was seinen fruchtig-floralen Geschmack begünstigt. Obwohl auch im benachbarten Peru Pisco hergestellt wird, wo er einen ähnlichen Status wie in Chile genießt, wird man einen von dort stammenden in Chile nicht finden: beide Länder streiten erbittert darum, wem der Schnaps nun „gehört“ und haben sich in dieser Hinsicht gegenseitig mit einem Einfuhrbann belegt.

Wir haben schon so einige Worte über chilenische Rotweine verloren, aber noch kein einziges über Weißwein. Dabei spielt auch dieser eine große Rolle: immerhin ein Viertel der gesamten Produktion entfällt darauf. Will man das darin liegende Potenzial ergründen, reist man am besten von der Atacama aus ein gutes Stück nach Süden ins Valle de Casablanca. Anders als die meisten Täler Chiles dehnt es sich nicht von Nord nach Süd aus, sondern von Ost nach West, womit es sich zum Ozean hin öffnet – beste Bedingungen für Cool-Climate-Anbau. Die vom Pazifik hereinströmende kühle Luft tut dem Chardonnay gut, der zudem in kalkhaltigen Untergründen optimale Bedingungen findet. Zur absoluten Hochform läuft auch der Sauvignon Blanc auf: duftig und hocharomatisch gerät er auf Ton- und Sandböden, dabei glasklar und frisch.

Gehen wir nun über die Hauptstadt Santiago hinaus weiter südlich, gelangen wir in die Herzkammer des chilenischen Weinbaus, eingebettet zwischen den eher flachen Küstenkordilleren auf der einen und den bis auf über 6000 Meter anwachsenden Anden auf der anderen Seite, hinter denen direkt Argentiniens Vorzeige-Weinregion Mendoza beginnt. Im Unterschied zum Valle de Casablanca sind die Täler im Valle Central sehr heiß – zumindest tagsüber, wo sich die Wärme im Talkessel staut und die Temperaturen auf über 30 Grad klettern. Nachts hingegen kühlt es auf unter 10 Grad ab. Es ist dieser harte Kontrast, der die Säure in den Trauben lebendig hält und verhindert, dass die Weine später einen marmeladig-fetten Geschmack an den Tag legen wie viele australische Tropfen. Trockenstress hingegen brauchen die Rebstöcke kaum zu fürchten, denn aus den Höhenlagen der Anden lässt sich durch schon von den Inkas angelegte Kanäle Schmelzwasser zur Bewässerung herableiten, wenn nicht sogar gleich ein ebenfalls dort entspringender Fluss in der Nähe ist. Von der noch bis vor einigen Jahrzehnten üblichen Technik der Überschwemmung ganzer Weinberge ist man inzwischen vielerorts auf zielgerichtetere Herangehensweisen umgeschwenkt – nicht nur, um Ressourcen zu schonen (das ist in Südamerika tatsächlich eine eher weniger ausgeprägte Tugend…), sondern eher, um eine Ertragsreduzierung und damit hochwertigeres Lesegut zu erreichen. Wie sehr man jedoch vielerorts vom künstlich zugeführten Wasser abhängig ist, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass der vollständige Verzicht darauf, das „Dry Farming“, noch immer als recht spleeniger Trend betrachtet wird.

Da das Valle Central insgesamt fast 1000 Kilometer lang ist und neun von zehn chilenischen Weinen hervorbringt, kann man kaum erwarten, hier einen einheitlichen Stil vorzufinden. Die unbestritten beste Subregion, das Valle del Maipo, liegt praktischerweise nur 40 Kilometer von Santiago entfernt, was Touristen einen unkomplizierten Tagesbesuch ermöglicht – am besten natürlich zur Zeit der Lese, die, wir befinden uns ja auf der Südhalbkugel, in der Regel im Februar stattfindet. Im mediterranen Klima gedeihen alle uns schon bekannten Sorten, und auch noch einige weitere wie Cabernet Franc oder Rhone-Reben wie Syrah, Grenache und Carignan. In Maipo Alto auf 800 Metern finden sich dank der kargen Felsböden vor allem Rotweine, die mit feinster Struktur und ordentlich Tannin punkten, während in der mehrere hundert Meter niedriger gelegenen Talsohle Maipo Medio mit seinen lehmig-sandigen Schwemmlandböden und hoher Sonneneinstrahlung fruchtbetonte Rote mit seidig-schmelziger Textur entstehen. In Maipo Costa in direkter nähe zum Pazifik hingegen liegt dank der kühleren Temperaturen der Hotspot für Weißweine.

Die wohl interessantesten Entdeckungen aber kann man im chilenischen Süden, auf Höhe der zweitgrößten Stadt Concepción, machen. Ganz im Gegensatz zum Norden ist es hier eher kühl, windig und regnerisch, teilweise geradezu sumpfig. Das gerne mal an Nordspanien erinnernde Klima ist aber nicht der einzige Unterschied, auch die Atmosphäre ist eine ganz andere. Während in alten Regionen wie Colchagua, wo sich einst reiche Städter aus der nahegelegenen Kapitale gigantische Haziendas mit Weingüter zulegten, auf denen sie erst Poloturniere und dann Autorennen veranstalteten, jedenfalls alles in allem mehr wie großspurige Kolonialherren denn wie fleißige, erdverbundene Weinbauern auftraten und -treten, während in solchen Regionen Weinbau also immer auch Show, immer auch Selbstdarstellung ist, herrscht im Valle del Bío-Bío oder im Valle del Itata eine Art heilsame Stille. Der Fokus auf das Wesentliche wird möglich. Wo früher die Trauben nicht einmal vollständig ausreifen konnten, werden heute dank der Erderwärmung auf den ältesten Granitböden des Kontinents beeindruckende Pinot Noirs und Cinsaults, aber auch Sémillons und Viogniers gekeltert: fruchtbetont, leicht und frisch, wenig Alkohol – hier könnte die Zukunft des chilenischen Winzertums beginnen.

Und wie sieht diese Zukunft ganz allgemein aus auf den knapp 190 000 Hektar, die hier bewirtschaftet werden und das Land zur achtgrößten Weinbaunation der Welt machen? Nicht ganz einfach zu beantworten. Zwar wuchs die Rebfläche in den vergangenen 30 Jahren ordentlich an, während sie in vielen klassischen Weinländern im Sinken begriffen war, und das bei einem dauerhaft guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Der schnelle und geräuschlose Wechsel von nichtssagenden Massenträgern auf Qualitätsweine und das zielsichere Erkennen und Fördern optimaler Anbaubedingungen sprechen für sich – das Bonmot, bei Chile handele es sich um das Preußen Südamerikas, scheint in dieser Hinsicht seine Bestätigung zu finden. Auch der in Übersee vielerorts noch skeptisch beäugte Terroirgedanke, demzufolge ein Wein seine lokale Herkunft unmittelbar schmeckbar machen sollte, weicht langsam dem bloßen Fokus auf die sehr großen Subregionen. Chiles Weinbau ist jedoch nach wie vor extrem exportabhängig und reagiert empfindlich auf Störungen der internationalen Handelswege, etwa während Corona. Die mittlerweile eher Bier als Wein trinkenden Chilenen sind beim Absatz keine allzu große Hilfe. Darüber hinaus stellt auch die Natur die chilenischen Winzer immer wieder vor Herausforderungen: nicht nur die zunehmende Hitze bereitet Probleme, Erdbeben stellen ein ebenso großes Risiko dar. Allerdings sind die natürlichen Gegebenheiten nicht nur Fluch, sondern mindestens im gleichen Maße Segen: zwischen dem 30. und dem 38. südlichen Breitengrad, wo sich der chilenische Weinbau zum größten Teil abspielt, ist die Vielfalt an Klimaten und Bodenvariationen derart groß, dass man recht flexibel auf Veränderungen reagieren kann. Zudem scheinen Schädlinge und Krankheiten das Land kategorisch zu meiden: neben der Reblaus hat es auch der Falsche Mehltau bis heute nicht hierher geschafft, was den Winzern ermöglicht, auf einen Gutteil an Pflanzenschutzmitteln zu verzichten. Das unschätzbare Erbe an teils mehrere hundert Jahre alten, wurzelechten Reben tut sein Übriges.

Am wichtigsten jedoch wird in den kommenden Jahren die Emanzipation von ausländischen Investoren sein. Klar, Chile verdankt Ländern wie Frankreich sehr viel in Sachen Weinbau. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass etliche europäische und nordamerikanische Weingüter mit Besitz in Chile die dortige Weinwirtschaft als Massenwein-Melkkuh nutzen und Spitzenerzeugnisse bewusst nicht zulassen, damit diese nicht in Konkurrenz zu ihren hauseigenen Topweinen treten. Der am meisten globalisierten Weinbaunation der Welt täte ein bisschen Unabhängigkeit ganz gut. Und damit haben die Chilenen schließlich Erfahrung.

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Rebsorten

Angerville Volnay Taillepieds 1er Cru 2020

Rotwein · Volnay 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Volnay 1er Cru Côte de Beaune 2020 Taillepieds · 1,07 ha

Der Volnay Taillepieds 1er Cru 2020 der Domaine Marquis d'Angerville ist ein Pinot Noir von rassiger Eleganz und Geradlinigkeit – mineralisch, präzise und auf lange Reife gebaut. Aus einer der großen Spitzenlagen Volnays, von einem der besten Erzeuger der Appellation.


Taillepieds – steile, steinige Spitzenlage

Volnay steht für elegante, feingliedrige Pinot Noirs – ein deutlicher Kontrast zu den kräftigeren Nachbarn. Die Lage Taillepieds liegt am oberen, steilen Hang südlich des Dorfes. Ihr Name spielt auf die scharfkantigen Steine an, an denen sich die Winzer einst die Schuhe ruinierten.

Der karge, weißliche und steinige Kalkboden, die Hangneigung und die sonnige Exposition geben den Weinen zusätzliche Finesse. Angervilles 1,07 Hektar große Parzelle in relativ hoher Lage bringt einen etwas ernsteren, zurückhaltenden Wein hervor – die Synthese aus Eleganz und Aufrichtigkeit, rassiger und vollständiger als Champans oder Caillerets.

Jahrgang 2020 – Côte de Beaune

2020 war ein warmer, trockener Jahrgang mit früher Lese und geringen Erträgen. Kleine Beeren brachten konzentrierte, gesunde Frucht.

Für die roten Burgunder steht 2020 für Tiefe und Dichte bei erhaltener Frische – Eigenschaften, die der strukturierten, langlebigen Art dieses Taillepieds entgegenkommen.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020, vom hauseigenen „Pinot d'Angerville"-Klon.

Wie alle Premier Crus des Guts wird der Wein entrappt und 8 bis 10 Tage auf der Maische vergoren – mit sanftem Remontage, bewusst ohne Pigeage, um die Finesse zu bewahren. Der Ausbau erfolgte in rund 25 % neuem Holz. Das gesamte Gut wird seit 2006 biodynamisch bewirtschaftet.

Im Glas

Tiefes Purpur. Ein ausgeprägt florales Bouquet aus Rosenblättern, Iris und Veilchen trifft auf Himbeere, Brombeere, einen Hauch Kakao, würzige und erdige Noten. Am Gaumen mittelgewichtig bis vollmundig, samtig und konzentriert, mit feinem, festem Tannin, klarer Säure und einem mineralisch-langen Finale von schwarzem Pfeffer und Nelke.

Rassig, mineralisch und geradlinig – die Synthese aus Eleganz und Aufrichtigkeit, gebaut für lange Reife.

Profitiert von Flaschenreife; ideal über viele Jahre lagerfähig. Bei 16 °C servieren, vorab dekantieren.

Am Tisch

Geschmortes oder gebratenes Geflügel, Ente, Reh, Lamm oder reifer Weichkäse. Ein großer Pinot Noir für die festliche Küche.


Lage: Volnay „Taillepieds" (Côte de Beaune); steiler oberer Hang, karger, steiniger Kalkboden, 1,07 ha
Klassifikation: Volnay 1er Cru
Ausbau: Pinot Noir; ~25 % neues Holz, kein Pigeage · Biodynamie (seit 2006)

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Feinkost

Le 2 Mele Ragù Salsiccia e Funghi - Ragu mit Salsiccia und Pilzen

Feinkost · Ragù / Pastasauce · Ligurien · Italien

Le 2 Mele Ragù Salsiccia e Funghi ist ein herzhaftes italienisches Ragù aus Salsiccia und Steinpilzen. Mit reichlich grober Salsiccia und Boletus-Steinpilzen in fruchtiger Tomatensauce – eine vollmundige, schnelle Sauce für Pasta direkt aus dem Glas.


Herkunft

Hergestellt von der Manufaktur Le 2 Mele in Borgomaro in Ligurien, im Hinterland der italienischen Riviera. Verarbeitet werden italienisches Schweinefleisch für die Salsiccia und echte Steinpilze (Boletus edulis).

Zutaten und Herstellung

Auf Basis von Tomatenfruchtfleisch, mit 28 % Salsiccia (Schweinefleisch, Salz, Pfeffer) und 8 % Steinpilzen. Abgerundet mit einem klassischen Soffritto aus Zwiebeln, Karotten und Sellerie, nativem Olivenöl extra, Rotwein, Knoblauch und Pfeffer. Enthält Sulfite.

Geschmack

Vollmundig und herzhaft, mit der würzigen Note der Salsiccia und dem erdig-waldigen Aroma der Steinpilze. Die fruchtige Tomate und das Soffritto geben Tiefe und runden Geschmack.

In der Küche

Einfach erwärmen und mit frisch gekochter Pasta vermengen. Passt besonders zu kräftigen Nudelsorten und lässt sich mit etwas Parmigiano verfeinern.

Passt zu: Tagliatelle, Pappardelle, Rigatoni, Gnocchi und Polenta.


Hersteller: Le 2 Mele, Borgomaro (Ligurien, Italien)
Produkt: Ragù Salsiccia e Funghi (Pastasauce)
Zutaten (Auszug): Tomate, 28 % Salsiccia, 8 % Steinpilze, Soffritto, natives Olivenöl extra, Rotwein; enthält Sulfite
Mindesthaltbarkeit (MHD): 11.07.2027

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Frankreich

Le Moine Chapelle Chambertin Grand Cru 2021

Rotwein · Chapelle-Chambertin Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chapelle-Chambertin Grand Cru Gevrey-Chambertin · Côte de Nuits Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz unfiltriert 2021

Der Lucien Le Moine Chapelle-Chambertin Grand Cru 2021 stammt aus einem der kleinsten und feinsten Grand-Cru-Terroirs der Côte de Nuits – ein eleganter, finessenreicher Pinot Noir. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Eine echte Rarität in winziger Stückzahl.


Chapelle-Chambertin – feiner Grand Cru in Gevrey

Chapelle-Chambertin ist eines der kleinen, feinen Mikro-Grand-Cru-Terroirs der Côte de Nuits, im südlichen Bereich von Gevrey-Chambertin gelegen – östlich von Chambertin-Clos de Bèze und nördlich von Griotte-Chambertin, direkt an der Route des Grands Crus. Die Lage an den unteren Hängen bietet sehr gute Sonneneinstrahlung und Drainage. Mit nur 5,48 Hektar und einer Produktion von knapp über 20.000 Flaschen zählt er zu den exklusiven, seltenen Grands Crus des Burgunds.

Stilistisch zeigen die Weine eine vergleichsweise helle Farbe und setzen auf Finesse und Eleganz statt auf reine Wucht. Bei Lucien Le Moine wird daraus ein besonders herkunftsgenauer Grand Cru, dessen Ausbau Reinheit, Textur und florale Tiefe betont.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war an der Côte de Nuits ein klassischer, kühler Jahrgang mit feiner, klar definierter Frucht, lebendiger Säure und großer aromatischer Präzision. In einer feinen Lage wie Chapelle-Chambertin ergibt das einen besonders eleganten, fein gezeichneten Pinot Noir mit kühler Frische und feinkörnigem Tannin – im reinen, texturbetonten Stil des Hauses.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, Chapelle-Chambertin Grand Cru, trocken.

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Die Mengen sind winzig: oft nur ein einziges Fass je Cru.

Im Glas

Aus dem feinen, gut dränierten Hang am Fuß der großen Gevrey-Crus lebt dieser Grand Cru von Eleganz: helle rote Frucht wie Kirsche und Himbeere, florale Anklänge von Veilchen und eine würzige Tiefe von Unterholz und Gewürz. Der kühle Jahrgang 2021 hält ihn fein und frisch, während das lange Vollhefelager und das neue Holz eine seidige, vielschichtige Textur und feine Röstwürze einbinden. Am Gaumen elegant und fein gezeichnet, mit feinkörnigem Tannin, lebendiger Säure und langem, kühl-mineralischem Nachhall.

Helle rote Frucht, Veilchen und Waldbodenwürze – seidig und elegant, mit feinem Tannin und kühl-mineralischer Länge.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Ente und Wildgeflügel, zu Reh und Lamm in feiner Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Weichkäse.


Lage: Chapelle-Chambertin Grand Cru, Gevrey-Chambertin, Côte de Nuits (Burgund, Frankreich); unterer Hang an der Route des Grands Crus, östlich Chambertin-Clos de Bèze; ~5,48 ha
Klassifikation: Grand Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

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Rebsorten

Jean-Marc Vincent Bourgogne blanc 2024

Weißwein · Bourgogne · Chardonnay

Chardonnay Bourgogne Blanc AOC Chassagne-Montrachet · 0,20 ha ≥15 Monate Holz · Feinhefe 2024

Der Bourgogne Blanc 2024 von Anne-Marie und Jean-Marc Vincent ist alles andere als „einfach“: ein puristischer Chardonnay mit Biss, Würze, Knackigkeit und Cremigkeit. Die Trauben stammen aus dem südwestlichen Chassagne-Montrachet bei Remigny – ein Tropfen, der die Klasse und Diskretion eines deutlich höher klassifizierten Crus zeigt.


Chassagne-Montrachet – Chardonnay vom Kalk

Der nur 0,20 Hektar große Wingert liegt im südwestlichen Teil von Chassagne-Montrachet bei Remigny, auf einem Gemisch aus Kalkstein und Ton. Auf diesem Boden wächst ein Chardonnay mit Rasse und Mineralität, der weit über seine Appellationsstufe hinausreicht.

Die Domaine Jean-Marc Vincent hat ihren Sitz in Santenay in der südlichen Côte de Beaune. Jean-Marc baute das familiäre Gut ab 1997 wieder auf – heute rund sechs Hektar, seit 2003 naturnah bewirtschaftet (nicht zertifiziert). Handlese in mehreren Durchgängen, sehr niedrige Erträge und akribische Selektion sind die Grundlage seiner Weine.

Jahrgang 2024 – Burgund

2024 war im Burgund kühler und feuchter. Auf einen milden, nassen Winter und frühen Austrieb folgte ein feucht-kühles Frühjahr mit Frost, Hagel und hohem Krankheitsdruck; die Blüte verlief uneinheitlich. Der Sommer wurde trockener, die Reife verlief langsam, die Lese spät – mit strenger Selektion und teils stark reduzierten Erträgen.

Das Resultat bei den Weißweinen: klare, feine, balancierte Weine mit pikanter Frische und kühler Eleganz. Auch dieser Bourgogne zeigt sich entsprechend etwas frischer und rassiger, mit einem Punkt mehr Säure und Spannung.

Im Glas

Honigmelone, geröstete Haselnuss, Salzkristall, Blumenwiese und eine feine Artischockennote. Am Gaumen knackig und cremig zugleich, mit Würze und einem feingewobenen, langen Nachhall voller Eleganz und Tiefe.

Am Tisch

Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel in heller Sauce, Kalb oder Ziegenkäse – oder solo als Aperitif. Bei 11–13 °C servieren.


Lage: südwestlicher Chassagne-Montrachet bei Remigny; Kalkstein-Ton; 0,20 ha
Klassifikation: Bourgogne Blanc AOC
Ausbau: spontane Gärung im Holzfass, ≥15 Monate auf Feinhefe, ca. 10–15% neues Holz, nicht abgezogen; naturnah, wenig Schwefel

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Spanien

Cal y Canto tinto

Rotwein · Cuvée · Spanien

Bodegas Isidro Milagro Cal y Canto Tinto ist eine saftig-fruchtige spanische Cuvée aus Tempranillo, Merlot und Syrah. Sie besticht durch weiche, harmonische Aromen von Kirsche, Himbeere und etwas Pfeffer. Herrlich unkompliziert und fruchtig, mit hervorragendem Preis-Genuss-Verhältnis.


Spanien

Cal y Canto stammt aus Spanien, wo das warme, sonnenreiche Klima reife, fruchtbetonte Rotweine hervorbringt. Die Kombination internationaler Sorten mit dem heimischen Tempranillo ergibt einen zugänglichen, ausgewogenen Stil.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Tempranillo, Merlot und Syrah. Der Ausbau stellt die saftige, weiche Frucht in den Vordergrund und sorgt für einen runden, harmonischen Charakter. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase und am Gaumen weiche, harmonische Aromen von Kirsche, Himbeere und etwas Pfeffer. Saftig und fruchtbetont, mit sanftem, rundem Nachhall.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Pizza, Pasta, Grillfleisch und Tapas.


Lage: Spanien
Klassifikation: Rotwein-Cuvée (Spanien) – trocken
Ausbau: Tempranillo/Merlot/Syrah, fruchtbetonter Ausbau

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Whisky

J & A Mitchell & Co Longrow Single Malt Whisky 21 Jahre Limited Release 41,90 %

Spirituose · Single Malt Whisky · Campbeltown · Schottland

Longrow Single Malt Whisky 21 Jahre Limited Release ist die stark getorfte Spezialität der Springbank-Destillerie (J & A Mitchell & Co) aus Campbeltown. Ein 21 Jahre gereifter Single Malt, zweifach destilliert und kräftig rauchig – limitiert und nur in kleinen Stückzahlen abgefüllt.


Herkunft

Springbank in Campbeltown auf der Kintyre-Halbinsel ist die älteste unabhängige, familiengeführte Destillerie Schottlands (gegründet 1828, J & A Mitchell & Co) und mälzt ihre Gerste vollständig selbst. Longrow ist die stark getorfte der drei Marken des Hauses, benannt nach einer verschwundenen Nachbar-Destillerie, deren Lagerhaus heute die Abfüllhalle beherbergt.

Destillation und Reifung

Für Longrow wird das Malz bis zu 48 Stunden über Torffeuer getrocknet (rund 50 ppm) und zweifach destilliert – deutlich rauchiger als der Springbank. Dieser 21 Jahre gereifte Limited Release reift in einer Kombination aus Bourbon- und Sherryfässern (Anteile je Jahrgang) und wird ohne Farbstoff abgefüllt.

Im Glas

Goldbernstein. In der Nase küstenwürziger Torfrauch mit geräuchertem Fisch, Trockenfrucht und süßen Sherrynoten. Am Gaumen ölig und vollmundig, mit kräftigem, gut eingebundenem Rauch, dunkler Frucht, Schokolade und maritimer Salzigkeit. Langer, rauchig-würziger Abgang.

Pur genießen

Pur aus dem Nosing-Glas, bei Bedarf mit wenigen Tropfen Wasser, das die Aromen öffnet. Ein seltener, lange gereifter Campbeltown-Malt für Torf-Liebhaber und besondere Momente – ideal als Digestif.

Klassisch solo: pur, mit etwas Wasser, als Digestif.


Herkunft: Campbeltown (Schottland); Destillerie Springbank
Art: Single Malt Whisky – Longrow (stark getorft), Limited Release
Reifung: 21 Jahre, Bourbon- und Sherryfässer

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Weine

Von Winning Riesling Kirchenstück GG 2020

Weißwein · Forst (Pfalz) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Forster Kirchenstück VDP.Großes Gewächs von Winning · Deidesheim Sandstein · Kalk · Basalt trocken 500-l-Eiche · 1,5 Jahre Hefe 2020

Der von Winning Forster Kirchenstück Riesling GG 2020 stammt aus Deutschlands wertvollstem Weinberg, geschützt am Rand von Forst. Ein monumentaler Riesling mit großer Kraft und Würde.


Forster Kirchenstück – Deutschlands wertvollster Weinberg

Das Weingut von Winning in Deidesheim wurde 2007 unter Betriebsleiter Stephan Attmann neu ausgerichtet und zählt heute zu den meistdiskutierten Gütern der Pfalz. Prägend ist Attmanns Stilistik, die trockenen Lagen-Rieslinge vollständig im großen Holzfass zu vergären und lange auf der Feinhefe reifen zu lassen. Das Kirchenstück ist das Flaggschiff des Guts.

Die Lage liegt geschützt am Rand von Forst und gilt als Deutschlands wertvollster Weinberg. Im Boden finden sich Sandstein, Kalk und Basalt – eine vielschichtige Kombination, die dem Wein seine große Kraft, Würde und Tiefe verleiht.

Jahrgang 2020 – Pfalz

2020 war in der Pfalz ein ausgewogener Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und frischer, präziser Säure. Die geschützte Lage des Kirchenstücks und der lange Holzfassausbau bewahrten Kraft, Konzentration und Spannung – Fülle und Frische im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Forster Kirchenstück, Jahrgang 2020; 100 % Riesling von Sandstein, Kalk und Basalt.

Der Wein wird spontan in 500-Liter-Eichenholzfässern vergoren und reift anschließend 1,5 Jahre auf der Hefe. Diese lange Feinhefereife im Holz verleiht ihm Schmelz, Dichte und Tiefe, ohne die Frucht mit Holz zu überlagern. Naturnahe Bewirtschaftung.

Im Glas

Ein monumentaler Riesling mit großer Kraft und Würde: reife gelbe Frucht und Steinobst, dazu Zitrus, ein rauchig-feuriger Basaltanklang und eine kalkig-salzige Mineralität. Am Gaumen dicht, tief und kraftvoll, mit langem Feinhefe-Schmelz, präziser Struktur und einem energiegeladenen, mineralischen Nachhall.

Monumental, mit großer Kraft und Würde – reife gelbe Frucht und Steinobst über rauchigem Basalt und kalkig-salziger Mineralität, dicht und tief, mit langem Schmelz.

Ein großes, sehr langlebiges GG; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Butter- und Rahmsaucen sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Forster Kirchenstück (VDP.Große Lage), Forst, Pfalz; Sandstein, Kalk und Basalt; gilt als Deutschlands wertvollster Weinberg
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Pfalz (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Spontangärung in 500-l-Eichenholzfässern, 1,5 Jahre auf der Hefe; naturnahe Bewirtschaftung

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Feinkost

Sapori di Montagna Funghi Secchi Porcini Steinpilze getrocknet

Feinkost · Getrocknete Steinpilze · Italien

Sapori di Montagna Funghi Secchi Porcini sind getrocknete Steinpilze (Boletus edulis) – ein intensives Aroma-Konzentrat für die italienische Küche.


Herkunft

Steinpilze (italienisch porcini) wachsen wild in den Wäldern der Berg- und Hügelregionen. Durch das schonende Trocknen wird ihr Aroma konzentriert und haltbar gemacht – so steht der charakteristische Pilzgeschmack das ganze Jahr über zur Verfügung.

Zutaten und Herstellung

Bestehen aus 100 % Steinpilzen (Boletus edulis), in Scheiben geschnitten und schonend getrocknet – ohne Zusätze. Vor der Verwendung werden die Pilze in warmem Wasser eingeweicht; das aromatische Einweichwasser lässt sich gefiltert als Fond mitverwenden.

Geschmack

Intensives, erdig-nussiges Umami-Aroma – deutlich kräftiger und konzentrierter als frische Pilze. Schon eine kleine Menge verleiht Gerichten viel Tiefe.

In der Küche

Die Pilze rund 20–30 Minuten in warmem Wasser einweichen, abtropfen lassen und das gefilterte Einweichwasser als Fond nutzen. Anschließend in der Küche vielseitig einsetzbar.

Ideal für: Risotto, Pasta, Saucen, Schmorgerichte und Suppen.


Hersteller: Sapori di Montagna (Italien)
Produkt: getrocknete Steinpilze (Funghi Secchi Porcini)
Zutaten: 100 % Steinpilze (Boletus edulis)
Herkunft: Italien
Mindesthaltbarkeit (MHD): 10.11.2026

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