Das Weinland Chile

Vom Dornröschenschlaf zur Weinwelt: Die Wiedergeburt des chilenischen Weinbaus

Es war ausgerechnet Augusto Pinochet, der 1974, kurz nach seiner Machtübernahme, den chilenischen Weinbau in größerem Stil wieder zuließ. Ein Gewaltherrscher als Weinliebhaber? Es wäre nicht das erste Mal in der Geschichte. Aber die Entscheidung geht wohl kaum auf die persönlichen Vorlieben des Generals zurück, war stattdessen angesichts der ultraliberalen Wirtschaftspolitik der Militärdiktatur nur konsequent: im Gegensatz zum Sozialismus Salvador Allendes, gegen den die Armee im Vorjahr geputscht hatte, setzten die neuen Machthaber auf Privatisierung und Deregulierung. Der Weinbau profitierte dabei eher beiläufig, denn in erster Linie sollte der Export von Kupfer, wichtigster Rohstoff des Landes, gefördert werden. Warum aber hatte die Weinerzeugung Chiles zur damaligen Zeit überhaupt so einen schweren Stand? Florierte das Business im direkt nebenan liegende Argentinien nicht und wartete jedes Jahr mit neuen Rekorderntemengen auf? Vorsicht, ein Vergleich mit den Nachbarstaaten ist in Chile immer ein gewagtes Unterfangen, bei einer solchen Debatte ist schnell Nationalstolz im Spiel und dieser ebenso schnell gekränkt. Auch und gerade in Sachen Alkohol.

Um all das zu verstehen, müssen wir ein wenig weiter zurückreisen in die Vergangenheit, genauer gesagt ins Jahr 1551. Das Land selbst war den Europäern zu dieser Zeit schon seit einigen Jahrzehnten bekannt, auch die heutige Hauptstadt Santiago bereits gegründet. Wein gab es allerdings noch keinen – wie im gesamten Südamerika, das keine autochthonen Reben aufzuweisen hat. Ein Umstand, den der umtriebige Konquistador Francisco de Aguirre unbedingt geändert wissen wollte – nicht, weil er selbst so durstig gewesen wäre, sondern weil die Mönche und Priester der zahlreichen in dieser Zeit aus dem Boden schießenden Kirchen und Klöster Wein zur Feier des Messopfers brauchten. Die Stadt La Serena erkor er sich dafür aus, und so wurde diese auf Grundlage der aus Spanien importierten Reben País zum ersten Zentrum des chilenischen Weinbaus. Obwohl nicht viel Konkretes aus dieser Zeit überliefert ist, kann davon ausgegangen werden, dass das Land schon sehr bald einen regen Handelsverkehr mit anderen Staaten Süd- und Mittelamerikas aufnahm, die aus klimatischen Gründen zu eigenem Weinbau nicht in der Lage waren. Bereits im Jahr 1578 kaperten englische Freibeuter ein Schiff, das Aberhunderte Schläuche Wein nach Peru transportieren sollte. Die Weine waren zwar nur billige Massenware ohne jeden höheren Anspruch, entwickelten sich aber durch ihre schiere Menge zu einem nicht unbedeutenden Wirtschaftsfaktor.

Ironischerweise war es genau dieser frühe Erfolg, der dem Weinbau in Chile später zum ersten Mal das Genick brechen sollte. Denn das spanische Mutterland hatte zwar nichts dagegen, dass in Südamerika Wein angebaut, gehandelt und konsumiert wurde, aber sehr wohl etwas dagegen, dass dieser Wein sich seinen Weg auf die Iberische Halbinsel bahnte und dort zu einer ernsthaften Konkurrenz für die heimischen Winzer wurde. Zudem verschiffte man als Nebenerwerb gern selbst seine Überschüsse in die Kolonien. Also untersagte Madrid kurzerhand die Anpflanzung neuer Rebstöcke im gesamten Land. Viele Jahrzehnte versank Chile daraufhin in einen weintechnischen Dornröschenschlaf, aus dem es erst ab 1818, dem Jahr der chilenischen Unabhängigkeit, wieder wachgeküsst wurde. Verantwortlich dafür waren aber nicht in erster Linie die Chilenen selbst, sondern französische Einwanderer. Obwohl Chile hauptsächlich für seine große deutsche Einwanderer-Community bekannt ist, dominierten die Franzosen von Beginn an die Weinwirtschaft – die Deutschen brauten eher Bier. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass die meisten neu ins Land kommenden Rebsorten französischen Ursprungs waren und es bis heute geblieben sind: während in vielen anderen Teilen der Neuen Welt der Riesling irgendwann mal seine Wurzeln in die Erde geschlagen hat, ist er in Chile noch immer nahezu völlig unbekannt.

Besonders ein Mann erwarb sich höchste Meriten auf diesem Feld: Bertrand Silvestre Ochagavia Echazareta war es, der 1851 etliche Sorten einführte und damit nicht nur das Repertoire von einer Handvoll auf mehr als vier Dutzend erweiterte, sondern auch faktisch den Qualitätsweinbau im Land begründete. Eine Traube stach dabei schnell hervor und entwickelte sich in der Folgezeit zu einer Art Nationalgewächs, was sie mehr oder weniger bis heute geblieben ist – die Carménère. Ursprünglich stammt sie aus dem Bordelais, wo sie im 19. Jahrhundert als ein äußerst beliebter Verschnittpartner für Bordeauxweine galt, und auch heute noch ist sie unter den sechs dafür zugelassenen Rebsorten, auch wenn ihre Popularität sehr stark nachgelassen hat. Bei kühlerer Witterung neigt sie nämlich zum Verrieseln und liefert daher nur sehr unzuverlässige Erträge. Zumindest in Europa – denn in Chile mit seinen völlig anderen klimatischen Bedingungen stellte diese Eigenschaft plötzlich gar kein Problem mehr da. Insofern ist die Carménère wie auch der Malbec oder der Chenin Blanc eine jener Sorten, die es in der Ferne zu höherem Ansehen gebracht haben als in ihrer alten Heimat. Der Weg dorthin war gar nicht so leicht, denn zunächst blieb der Carménère die Anerkennung als eigenständige Rebsorte versagt: aufgrund ihrer optischen Ähnlichkeit zum Merlot wurde sie bis Mitte der 90er Jahre für ebendiesen gehalten, erst dann erklärte ein Gentest, warum die „Merlots“ aus Chile so anders schmeckten als im Rest der Welt. Gut, dass die Carménère ihren süffigen, tanninarmen und beerig-schokoladigen Geschmack mittlerweile wieder aufs eigene Konto verbuchen kann.

Die folgenden Jahrzehnte entwickelten sich für den Weinbau Chiles zu einem ersten goldenen Zeitalter. Man war nicht nur wirtschaftlich auf Kurs, wie die Gründung von noch heute maßgeblichen Betrieben wie Errázuriz oder Concha y Toro zu dieser Zeit belegt. Die geografische Randlage und die recht restriktive Einfuhrpolitik sorgten auch dafür, dass Chile von der vor allem in Europa wütenden Reblausplage, die dort neun von zehn Rebstöcken das Leben kostete, völlig verschont blieb – als einziges Land weltweit. Viele französische Winzer und Kellermeister, die in ihrer Heimat nach den Verheerungen des Schädlings keine Zukunft sahen, wanderten nach Chile aus und brachten ihre Expertise in den dortigen Weinbau ein. Nicht nur die Weine, sondern vor allem die Pflanzen selbst entwickelten sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu einem begehrten Handelsgut, mit deren Hilfe die Weinberge in Ländern wie Frankreich wieder neu bestückt werden konnten.

Chiles Reben kamen schließlich aus ganz anderen Gründen ins Straucheln. 1920 brach mit den USA ein äußerst wichtiger Absatzmarkt weg – dort hatte man in jenem Jahr die Prohibition in die Verfassung geschrieben. Der damals und auch heute noch sehr kleine Binnenmarkt des nicht einmal 20 Millionen Einwohner zählenden Landes konnte das kaum ausgleichen. 1938 kam es dann noch schlimmer: in Chile selbst wurde ein faktisches Alkoholverbot verhängt. Über die Gründe ist nichts Genaues bekannt, aber ein Vorfall aus dem Jahr 2010 könnte aufschlussreich sein: damals wurden mehrere Bergleute in einem Schacht der unzähligen Minen des Landes verschüttet. Statt um etwas für den Zeitvertreib bis zu ihrer Rettung zu erbitten, forderten sie vehement Bier, Schnaps und Wein. Offensichtlich hatten viele von ihnen die unter Tage auftretenden Beklemmungen dauerhaft mit Alkohol im Zaum zu halten versucht und darüber eine Sucht entwickelt – bei der seit jeher enormen Bedeutung des Bergbaus für die chilenische Wirtschaft kann man sich ausrechnen, welche Ausmaße dieser Zustand unter der männlichen Bevölkerung angenommen haben musste. Bis zum heutigen Tage ist der öffentliche Konsum von Alkohol außerhalb der Gastronomie verboten.

Man darf jedoch nicht davon ausgehen, dass mit Pinochets Aufhebung des Wein-Banns direkt blühende Landschaften Einzug gehalten hätten: noch 1985 beliefen sich die Einnahmen aus dem Export des Rebensaftes auf gerade einmal zehn Millionen Dollar. Aber die Zielsetzung, Investoren ins Land zu locken, verfing tatsächlich: den Anfang machte der spanische Big Player Miguel Torres, der in einem millionenschweren Kraftakt die modernste Kellerei der Welt ins chilenische Niemandsland klotzte, später folgten weitere große Namen wie Mondavi oder Lafite-Rothschild. Freilich ist es nicht so schön, einen Großteil des chilenischen Weinbaus in der Hand ausländischer Konzerne zu wissen, anders wäre der Aufbau eines international konkurrenzfähigen Angebotes aber kaum möglich gewesen – zu gering war das Know-how, zu beschränkt die finanziellen Mittel, im Ausland zu wenig nachgefragt die dominierenden alten Rebsorten der spanischen Kolonialherren. Der weit verbreitete Viño Pipeño, einfacher Tischwein der Landbevölkerung, wich so dem Ausbau in Barriquefässern, der mit den vormals leichten und hellen Tropfen kaum mehr etwas gemein hatte. Innerhalb von etwas mehr als einer Dekade verfünfzigfachten sich die Exporteinnahmen, und in den späten 90ern konnte Chile sich als in der Weinwelt etabliert betrachten. Erst jetzt, als die Infrastruktur größtenteils bereitstand, vermochten auch die kleineren, einheimischen Winzer wieder ins Business einsteigen – wobei „klein“ relativ ist, denn darunter fallen in Chile eigentlich alle Betriebe, die nicht mindestens 100 Hektar aufzuweisen haben.

Und auch eine neue Rebsorte startete so richtig durch: der Cabernet Sauvignon betrat zu dieser Zeit die Bühne und verdrängte vor allem die lange Zeit dominierende, für Qualitätsweinbau aber weitgehend ungeeignete País. Als wärmeliebende Traube fiel ihm die Eingewöhnung in südamerikanische Gefilde leicht, und bereits nach wenigen Jahren Anbau brachte er bemerkenswerte Ergebnisse hervor. Selbstverständlich musste sich chilenischer Cabernet Sauvignon dabei in der Anfangszeit mit dem „Original“ aus Frankreich messen lassen, das sich vor allem durch seinen hohen Gehalt an Gerbstoffen und Säure auszeichnet und daher entweder einer mehrjährigen Kellerreife bedarf oder dem im Verschnitt mit weicheren Trauben wie dem Merlot die Kanten geschliffen werden. Die südamerikanische Stilistik ist eine deutlich andere: der Wein gerät immer noch tiefdunkel, aber deutlich samtiger und früher trinkreif. Wenn man ihn seinen eigenen Ausdruck finden lässt, muss man dazu sagen, denn gern und oft wird der Vorwurf erhoben, chilenische Weine seien zwar perfekt gemacht, im Grunde aber bloße Kopien weltbekannter Vorbilder aus der Toskana und dem Bordelais. Machen also Europäer in Südamerika Wein für Europäer? Fehlt dem hiesigen Weinbau eine eigene Identität?

So einfach ist es dann doch nicht. Dafür sorgen allein schon die sich fundamental von Europa unterscheidenden geografischen Gegebenheiten. Kaum eine Weinnation weist auf vergleichsweise so geringer Fläche eine derart große landschaftliche und klimatische Vielfalt auf wie Chile. Das hängt mit seiner äußeren Form zusammen: während es stellenweise nur wenige Dutzend, höchstens aber 200 Kilometer breit ist, erstreckt es sich in der Länge über sagenhafte 4300 Kilometer, die Küstenlänge beträgt sogar 6000 Kilometer – auch wenn ernstzunehmender Weinbau sich auf das Gebiet zwischen La Serena und Temuco beschränkt. Der Pazifische Ozean ist dabei nie weit entfernt und darum auch einer der wesentlichen Faktoren für die Entwicklung der Reben – die ohnehin schon mäßigende Wirkung großer Gewässer auf das Klima wird hier durch den aus der Antarktis kommenden Humboldtstrom noch einmal verstärkt. Das mag einem zunächst wenig einleuchtend erscheinen, wenn man sich in den nördlichsten chilenischen Anbaugebieten aufhält: diese liegen in der Atacama-Wüste, einem ausgesprochen heißen und trockenen Ort. Hier baut man höchstens Tafeltrauben an – oder aber Wein als Grundlage für die Herstellung von Pisco. Der Weinbrand gilt als nationales Kulturgut und erfreut sich gerade unter jungen Chilenen noch deutlich größerer Beliebtheit als die Weine des Landes. Insbesondere als „Piscola“, gemischt mit ebenjenem Softdrink, ist er aus dem Nachtleben nicht wegzudenken, aber auch als etwas gediegenerer Pisco Sour macht er eine gute Figur. Zumeist wird er aus Muskatellertrauben gebrannt, was seinen fruchtig-floralen Geschmack begünstigt. Obwohl auch im benachbarten Peru Pisco hergestellt wird, wo er einen ähnlichen Status wie in Chile genießt, wird man einen von dort stammenden in Chile nicht finden: beide Länder streiten erbittert darum, wem der Schnaps nun „gehört“ und haben sich in dieser Hinsicht gegenseitig mit einem Einfuhrbann belegt.

Wir haben schon so einige Worte über chilenische Rotweine verloren, aber noch kein einziges über Weißwein. Dabei spielt auch dieser eine große Rolle: immerhin ein Viertel der gesamten Produktion entfällt darauf. Will man das darin liegende Potenzial ergründen, reist man am besten von der Atacama aus ein gutes Stück nach Süden ins Valle de Casablanca. Anders als die meisten Täler Chiles dehnt es sich nicht von Nord nach Süd aus, sondern von Ost nach West, womit es sich zum Ozean hin öffnet – beste Bedingungen für Cool-Climate-Anbau. Die vom Pazifik hereinströmende kühle Luft tut dem Chardonnay gut, der zudem in kalkhaltigen Untergründen optimale Bedingungen findet. Zur absoluten Hochform läuft auch der Sauvignon Blanc auf: duftig und hocharomatisch gerät er auf Ton- und Sandböden, dabei glasklar und frisch.

Gehen wir nun über die Hauptstadt Santiago hinaus weiter südlich, gelangen wir in die Herzkammer des chilenischen Weinbaus, eingebettet zwischen den eher flachen Küstenkordilleren auf der einen und den bis auf über 6000 Meter anwachsenden Anden auf der anderen Seite, hinter denen direkt Argentiniens Vorzeige-Weinregion Mendoza beginnt. Im Unterschied zum Valle de Casablanca sind die Täler im Valle Central sehr heiß – zumindest tagsüber, wo sich die Wärme im Talkessel staut und die Temperaturen auf über 30 Grad klettern. Nachts hingegen kühlt es auf unter 10 Grad ab. Es ist dieser harte Kontrast, der die Säure in den Trauben lebendig hält und verhindert, dass die Weine später einen marmeladig-fetten Geschmack an den Tag legen wie viele australische Tropfen. Trockenstress hingegen brauchen die Rebstöcke kaum zu fürchten, denn aus den Höhenlagen der Anden lässt sich durch schon von den Inkas angelegte Kanäle Schmelzwasser zur Bewässerung herableiten, wenn nicht sogar gleich ein ebenfalls dort entspringender Fluss in der Nähe ist. Von der noch bis vor einigen Jahrzehnten üblichen Technik der Überschwemmung ganzer Weinberge ist man inzwischen vielerorts auf zielgerichtetere Herangehensweisen umgeschwenkt – nicht nur, um Ressourcen zu schonen (das ist in Südamerika tatsächlich eine eher weniger ausgeprägte Tugend…), sondern eher, um eine Ertragsreduzierung und damit hochwertigeres Lesegut zu erreichen. Wie sehr man jedoch vielerorts vom künstlich zugeführten Wasser abhängig ist, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass der vollständige Verzicht darauf, das „Dry Farming“, noch immer als recht spleeniger Trend betrachtet wird.

Da das Valle Central insgesamt fast 1000 Kilometer lang ist und neun von zehn chilenischen Weinen hervorbringt, kann man kaum erwarten, hier einen einheitlichen Stil vorzufinden. Die unbestritten beste Subregion, das Valle del Maipo, liegt praktischerweise nur 40 Kilometer von Santiago entfernt, was Touristen einen unkomplizierten Tagesbesuch ermöglicht – am besten natürlich zur Zeit der Lese, die, wir befinden uns ja auf der Südhalbkugel, in der Regel im Februar stattfindet. Im mediterranen Klima gedeihen alle uns schon bekannten Sorten, und auch noch einige weitere wie Cabernet Franc oder Rhone-Reben wie Syrah, Grenache und Carignan. In Maipo Alto auf 800 Metern finden sich dank der kargen Felsböden vor allem Rotweine, die mit feinster Struktur und ordentlich Tannin punkten, während in der mehrere hundert Meter niedriger gelegenen Talsohle Maipo Medio mit seinen lehmig-sandigen Schwemmlandböden und hoher Sonneneinstrahlung fruchtbetonte Rote mit seidig-schmelziger Textur entstehen. In Maipo Costa in direkter nähe zum Pazifik hingegen liegt dank der kühleren Temperaturen der Hotspot für Weißweine.

Die wohl interessantesten Entdeckungen aber kann man im chilenischen Süden, auf Höhe der zweitgrößten Stadt Concepción, machen. Ganz im Gegensatz zum Norden ist es hier eher kühl, windig und regnerisch, teilweise geradezu sumpfig. Das gerne mal an Nordspanien erinnernde Klima ist aber nicht der einzige Unterschied, auch die Atmosphäre ist eine ganz andere. Während in alten Regionen wie Colchagua, wo sich einst reiche Städter aus der nahegelegenen Kapitale gigantische Haziendas mit Weingüter zulegten, auf denen sie erst Poloturniere und dann Autorennen veranstalteten, jedenfalls alles in allem mehr wie großspurige Kolonialherren denn wie fleißige, erdverbundene Weinbauern auftraten und -treten, während in solchen Regionen Weinbau also immer auch Show, immer auch Selbstdarstellung ist, herrscht im Valle del Bío-Bío oder im Valle del Itata eine Art heilsame Stille. Der Fokus auf das Wesentliche wird möglich. Wo früher die Trauben nicht einmal vollständig ausreifen konnten, werden heute dank der Erderwärmung auf den ältesten Granitböden des Kontinents beeindruckende Pinot Noirs und Cinsaults, aber auch Sémillons und Viogniers gekeltert: fruchtbetont, leicht und frisch, wenig Alkohol – hier könnte die Zukunft des chilenischen Winzertums beginnen.

Und wie sieht diese Zukunft ganz allgemein aus auf den knapp 190 000 Hektar, die hier bewirtschaftet werden und das Land zur achtgrößten Weinbaunation der Welt machen? Nicht ganz einfach zu beantworten. Zwar wuchs die Rebfläche in den vergangenen 30 Jahren ordentlich an, während sie in vielen klassischen Weinländern im Sinken begriffen war, und das bei einem dauerhaft guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Der schnelle und geräuschlose Wechsel von nichtssagenden Massenträgern auf Qualitätsweine und das zielsichere Erkennen und Fördern optimaler Anbaubedingungen sprechen für sich – das Bonmot, bei Chile handele es sich um das Preußen Südamerikas, scheint in dieser Hinsicht seine Bestätigung zu finden. Auch der in Übersee vielerorts noch skeptisch beäugte Terroirgedanke, demzufolge ein Wein seine lokale Herkunft unmittelbar schmeckbar machen sollte, weicht langsam dem bloßen Fokus auf die sehr großen Subregionen. Chiles Weinbau ist jedoch nach wie vor extrem exportabhängig und reagiert empfindlich auf Störungen der internationalen Handelswege, etwa während Corona. Die mittlerweile eher Bier als Wein trinkenden Chilenen sind beim Absatz keine allzu große Hilfe. Darüber hinaus stellt auch die Natur die chilenischen Winzer immer wieder vor Herausforderungen: nicht nur die zunehmende Hitze bereitet Probleme, Erdbeben stellen ein ebenso großes Risiko dar. Allerdings sind die natürlichen Gegebenheiten nicht nur Fluch, sondern mindestens im gleichen Maße Segen: zwischen dem 30. und dem 38. südlichen Breitengrad, wo sich der chilenische Weinbau zum größten Teil abspielt, ist die Vielfalt an Klimaten und Bodenvariationen derart groß, dass man recht flexibel auf Veränderungen reagieren kann. Zudem scheinen Schädlinge und Krankheiten das Land kategorisch zu meiden: neben der Reblaus hat es auch der Falsche Mehltau bis heute nicht hierher geschafft, was den Winzern ermöglicht, auf einen Gutteil an Pflanzenschutzmitteln zu verzichten. Das unschätzbare Erbe an teils mehrere hundert Jahre alten, wurzelechten Reben tut sein Übriges.

Am wichtigsten jedoch wird in den kommenden Jahren die Emanzipation von ausländischen Investoren sein. Klar, Chile verdankt Ländern wie Frankreich sehr viel in Sachen Weinbau. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass etliche europäische und nordamerikanische Weingüter mit Besitz in Chile die dortige Weinwirtschaft als Massenwein-Melkkuh nutzen und Spitzenerzeugnisse bewusst nicht zulassen, damit diese nicht in Konkurrenz zu ihren hauseigenen Topweinen treten. Der am meisten globalisierten Weinbaunation der Welt täte ein bisschen Unabhängigkeit ganz gut. Und damit haben die Chilenen schließlich Erfahrung.

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Weine

Franck Bonville Champagner Grand Cru Blanc de Blancs brut Magnum

Die Franck Bonville Grand Cru Blanc de Blancs Brut Magnum ist die Flasche, die auf den Tisch gehört, wenn zehn Leute kommen. Derselbe Chardonnay aus Avize, Oger und Le Mesnil-sur-Oger, nur in 1,5 Litern – und das macht mehr aus, als du denkst.

Im Glas

Helles Gold, ausdauernde Perlage. Kreide und Haselnuss in der Nase, dazu Zitronenöl, Birne und Apfel. Am Gaumen fruchtig und klar, cremig im Mousseux, mit salziger Mitte. In der großen Flasche reift der Wein langsamer und bleibt länger frisch, deshalb wirkt er oft einen Tick straffer als aus der Normalflasche.

Mach was draus

Sommerfest, runder Geburtstag, Silvester: Eine Magnum reicht für acht bis zwölf Gläser. Dazu eine Platte Austern, Garnelen oder Lachstatar. Leg sie rechtzeitig kalt – im Eiswasser dauert es etwa doppelt so lang wie bei einer 0,75-Liter-Flasche. Servier sie bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Aus der Magnum schenke ich lieber nach und nach aus. Der Wein im Glas gewinnt mit ein paar Minuten Luft, und der Rest in der Flasche bleibt den ganzen Abend spritzig.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Ist das ein Jahrgangschampagner? Nein, ein jahrgangsloser Brut: Ein Basisjahrgang wird mit Reserveweinen ergänzt, damit der Stil von Abfüllung zu Abfüllung gleich bleibt.

Wie lange hält sie sich? Sie ist jetzt trinkreif und hat Reserven bis etwa 2032, kühl und dunkel gelagert.

100 % Chardonnay · Grand Cru Avize, Oger, Le Mesnil-sur-Oger · Méthode Traditionnelle · ca. 2–2,5 Jahre Hefelager · Brut, 8 g/l Restzucker · Magnum 1,5 l · Champagne Franck Bonville, Avize · Stand: Oktober 2026

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Weine

Schloss Lieser Piesporter Goldtröpfchen Riesling GG 2021

Weißwein · Piesporter Goldtröpfchen (Mosel) · Riesling

Riesling Piesporter Goldtröpfchen Piesport · Mittelmosel Schloss Lieser (Thomas Haag) Grauschiefer · Blau- & Rotschiefer steiles Süd-Amphitheater Großes Gewächs · trocken 2021

Der Schloss Lieser Piesporter Goldtröpfchen Riesling Großes Gewächs 2021 stammt aus einer der renommiertesten Einzellagen der Mittelmosel – einem steilen, südlich ausgerichteten Amphitheater über Piesport. Ein kühler, präziser und kraftvoller Riesling mit tiefgründiger Struktur, rauchiger Steinigkeit und langem, salzig-mineralischem Nachhall.


Piesporter Goldtröpfchen – das Amphitheater der Mosel

Thomas Haag – ältester Sohn von Wilhelm Haag (Weingut Fritz Haag) – führte Schloss Lieser an der Mittelmosel in die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Das VDP.Große Gewächs präsentiert die trockene Spitze des Portfolios: Aus acht Großen Lagen der Mittelmosel entstehen – nur wenige Kilometer voneinander entfernt – einzigartige Weine mit der eigenen Persönlichkeit des jeweiligen Terroirs. Handarbeit im Weinberg und spontane Vergärung sind seit jeher das Markenzeichen des Guts.

Das Piesporter Goldtröpfchen ist als VDP.GROSSE LAGE klassifiziert. Der steile, südlich ausgerichtete Hang oberhalb von Piesport bildet ein natürliches Amphitheater, das durch die Reflexion der Mosel und den Schutz vor Nordwinden ein einzigartiges Mikroklima bietet. Der Boden besteht überwiegend aus tiefgründigem, verwittertem Grauschiefer mit Anteilen von Blau- und Rotschiefer – eine geologische Vielfalt, die den Weinen ausgeprägte Mineralität, Finesse und Komplexität verleiht. Schloss Lieser bewirtschaftet hier eine der jüngsten Parzellen seines Großen-Gewächs-Portfolios.

Jahrgang 2021 – Mosel

Das Jahr 2021 hat ein klassisches, moseltypisches Rieslingjahr beschert. Nach einem kühlen, langgezogenen Frühjahr und wechselhaftem Sommer war der September von viel Sonne geprägt und förderte mit seinen kühlen Nächten eine tolle Aromenentwicklung. Die hoch selektive Ernte startete Mitte Oktober in vielen Durchgängen und belohnte die intensive Handarbeit mit perfekt gesundem Lesegut bei geringen Erträgen. Die Rieslinge zeichnen sich in 2021 durch enorme Mineralität mit einem tollen Frucht-Säure-Spiel bei moderatem Alkoholgehalt aus.

Ausbau

Trockenes Riesling Großes Gewächs aus dem Piesporter Goldtröpfchen, Jahrgang 2021; 100 % Riesling.

Die Trauben werden ausschließlich per Hand gelesen und mit großer Sorgfalt vinifiziert. Der Ausbau erfolgt traditionell und spontan vergoren, meist im Edelstahltank, um die charakteristische Klarheit und Mineralität der Lage unverfälscht zum Ausdruck zu bringen. So entsteht ein terroirgeprägter, langlebiger Riesling mit großem Entwicklungspotenzial.

Im Glas

Aus dem vielschichtigen Grauschiefer des Goldtröpfchens lebt dieser Riesling von Kühle und Präzision: feine Zitrusnoten, reifer Pfirsich und grüner Apfel, dazu florale und kräuterwürzige Nuancen, untermalt von einer rauchigen Steinigkeit und salziger Mineralität. Am Gaumen kühl, präzise und kraftvoll, mit tiefgründiger Struktur und knackiger, klarer Säure – markant, geradlinig und mit langem, salzig-mineralischem Nachhall.

Feine Zitrus, reifer Pfirsich und grüner Apfel über rauchiger Steinigkeit und salziger Mineralität – kühl, präzise und kraftvoll, mit langem, salzigem Nachhall.

Ein terroirgeprägter Mosel-Riesling mit großem Reifepotenzial; in der Jugend gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Gerichten sowie zu würziger asiatischer Küche und gereiftem Hartkäse.


Lage: Piesporter Goldtröpfchen, Piesport an der Mittelmosel; steiles, südlich ausgerichtetes Amphitheater; tiefgründiger, verwitterter Grauschiefer mit Blau- und Rotschiefer-Anteilen; VDP.GROSSE LAGE
Klassifikation: VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, Spontangärung mit eigenen Hefen, traditioneller Ausbau meist im Edelstahltank

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Weine

Comte de Vogüé Bonnes Mares Grand Cru 2021

Rotwein · Bonnes-Mares Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Bonnes-Mares · Grand Cru Chambolle-Musigny / Morey Côte de Nuits 2021

Der Bonnes-Mares Grand Cru 2021 der Domaine Comte Georges de Vogüé ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer der großen Lagen der Côte de Nuits. Bonnes-Mares bringt kräftigere, robustere und langlebigere Weine hervor als das benachbarte Musigny – ein Grand Cru für die lange Reife.


Bonnes-Mares – Grand Cru zwischen Chambolle und Morey

Bonnes-Mares erstreckt sich über rund 15 Hektar am Mittelhang der Côte de Nuits. Der Großteil liegt in Chambolle-Musigny, ein kleinerer Teil von etwa 1,5 Hektar im benachbarten Morey-Saint-Denis; im Norden grenzt die Lage an den Clos de Tart. Bepflanzt ist sie ausschließlich mit Pinot Noir.

Bonnes-Mares ist einer der am stärksten parzellierten Grand Crus mit rund 19 Erzeugern. Die Böden unterscheiden sich deutlich: am Morey-Ende reicher und tiefer (strenger, gehaltvoller), am Chambolle-Ende feiner und kalkreicher (seidiger). Der Name geht auf die „Bonnes Mères", die Zisterzienserinnen der Abtei Notre Dame de Tart, zurück. Comte Georges de Vogüé ist eine der legendären Domainen von Chambolle-Musigny.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – der die Kraft des Bonnes-Mares mit Spannung unterlegt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021.

Der Wein reift im Holzfass, ganz im traditionellen Stil des Guts – auf einen klaren Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Bonnes-Mares zeigt sich kraftvoll und strukturiert: dunkle und rote Frucht, feine Würze und ein festes, zugleich feines Tannin. Bei de Vogüé verbindet sich diese Statur mit der Eleganz von Chambolle; der Abgang ist lang.

Kraft und Struktur, getragen von feinem Tannin – ein Bonnes-Mares für die lange Reife.

In der Jugend noch verschlossen, entfaltet der Wein sein Potenzial über viele Jahre Flaschenreife. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Bonnes-Mares, Chambolle-Musigny / Morey-Saint-Denis (Côte de Nuits); Mittelhang, ~15 ha
Klassifikation: Bonnes-Mares Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau

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Rebsorten

Vite Colte Villalta Roero Arneis

Wein · Weißwein · Roero · Italien

Vite Colte Villalta Roero Arneis ist ein eleganter Weißwein aus der heimischen Piemont-Sorte Arneis. Intensives Strohgelb mit grünlichen Reflexen; in der Nase aromatisch, mit intensivem Duft nach reifen Früchten, am Gaumen trocken mit einer feinen grasigen Note.


Roero / Piemont

Heimat der alteingesessenen Rebsorte Arneis ist das Roero mit seinen Hügeln links des Flusses Tanaro im Piemont. Die kalk- und kieselhaltigen Böden dieser Zone bringen elegante, feingliedrige Weißweine hervor. Erzeuger ist die renommierte piemontesische Genossenschaft Vite Colte (vormals Terre da Vino).

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Arneis. Nach einer sanften Pressung folgt die rund zehntägige Gärung bei kontrollierten 16–18 °C im Edelstahl. Eine kurze Flaschenreife rundet den Wein ab und entwickelt Struktur und Duft weiter. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Intensives Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase aromatisch, mit intensivem Duft nach reifen Früchten und einem floralen Anklang. Am Gaumen trocken und saftig, mit einer feinen grasigen Note und sauberem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, Antipasti, hellem Fleisch und frischem Käse.


Lage: Roero (Piemont, Italien); Vite Colte (Terre da Vino)
Klassifikation: Roero Arneis DOCG – 100 % Arneis, trocken
Ausbau: ~10 Tage Gärung im Edelstahl bei 16–18 °C, kurze Flaschenreife

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Italien

Montevertine 2021

Rotwein · Toscana IGT · Sangiovese

Sangiovese mit Canaiolo Toscana IGT Radda in Chianti Montevertine 24 Monate slawonische Eiche 2021

Der Montevertine 2021 ist der gleichnamige Flaggschiff-Wein einer Kult-Adresse aus Radda in Chianti – ein Sangiovese, verschnitten mit Canaiolo, der durch Eleganz und Vielschichtigkeit besticht. Filigran und saftig zugleich. Ein Wein mit Schliff.


Montevertine – Kult-Sangiovese aus Radda

Montevertine liegt rund 3 km südlich von Radda in Chianti, auf einem 425 Meter hohen Hügel mit steinigen, kalk- und mergelreichen Böden (Galestro, Alberese) – ein Terroir, das dem Sangiovese ein besonders frisches, feines Profil verleiht. Sergio Manetti verließ 1981 das Chianti-Classico-Konsortium, weil er keinen Trebbiano in den Verschnitt geben wollte; seither etikettiert das Gut konsequent als Toscana IGT. Heute führt Martino Manetti das Weingut im traditionellen, kompromisslosen Stil weiter.

Der gleichnamige Wein „Montevertine" ist das Aushängeschild des Guts. Die Trauben stammen vor allem aus einer 2,5 Hektar großen, südost- bis südexponierten Parzelle mit überwiegend 1982 gepflanzten Reben unterhalb des Hauses.

Jahrgang 2021 – Toscana

2021 gilt in der Toskana als klassischer, ausgewogener Jahrgang: ein gemäßigter, nicht zu heißer Vegetationsverlauf brachte Sangiovese von feiner Frische, klarer Frucht und präziser Tanninstruktur. Im Montevertine ergibt das einen besonders eleganten, vielschichtigen Wein mit großer Spannung und Balance.

Assemblage und Ausbau

Sangiovese, verschnitten mit Canaiolo, aus dem Jahrgang 2021, Toscana IGT, trocken.

Spontane Gärung mit anschließender Maischestandzeit im Betontank (rund drei Wochen), danach reift der Wein 24 Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche. Abfüllung traditionell, ungefiltert.

Im Glas

Er besticht durch seine Eleganz und die Vielschichtigkeit der Aromen – rote Kirsche und Himbeere, dazu Kräuter, balsamische Anklänge und feine Lakritznoten. Am Gaumen mundet er filigran und saftig zugleich, mit feinkörnigen, gut eingebundenen Tanninen und vibrierender Frische im langen Abgang. Ein Wein mit Schliff.

Elegant und vielschichtig, filigran und saftig zugleich – ein Wein mit Schliff.

Schon jetzt zugänglich, mit großem Reifepotenzial über viele Jahre; profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu toskanischen Klassikern wie Bistecca und geschmortem Rind, zu Wild und Lamm, zu Pasta mit Fleischsugo sowie zu gereiftem Pecorino.


Lage: Toscana IGT, Radda in Chianti (Toskana, Italien); ~425 m, steinige Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese); Hauptparzelle 2,5 ha, Reben überwiegend 1982
Klassifikation: Toscana IGT, Sangiovese mit Canaiolo (und Colorino) (trocken)
Ausbau: Gärung im Betontank, 24 Monate in großen Fässern aus slawonischer Eiche, ungefiltert

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Weine

Schloss Lieser Terroir GG Kiste 2021

Weißwein · Mittelmosel · Riesling (6er-GG-Kollektion)

6 Große Gewächse · Riesling handsigniert von Thomas Haag exkl. Bernkasteler Doctor GG Wehlener Sonnenuhr · Graacher Himmelreich Niederberg Helden · Juffer Sonnenuhr Piesporter Goldtröpfchen edle Holzkiste · limitiert 2021 · trocken

Die Schloss Lieser Terroir GG Kiste 2021 vereint die Großen Gewächse der besten Terroirs der Mittelmosel in einer edlen Holzkiste. Nur in dieser Kiste erhält man exklusiv das aktuelle Bernkasteler Doctor Große Gewächs – zusammen mit den GGs Wehlener Sonnenuhr, Graacher Himmelreich, Niederberg Helden, Brauneberger Juffer Sonnenuhr und Piesporter Goldtröpfchen. Alle sechs Einzelflaschen sind von Thomas Haag handsigniert.


Schloss Lieser & die Terroir-Kiste 2021

Thomas Haag – ältester Sohn von Wilhelm Haag (Weingut Fritz Haag) – führte Schloss Lieser an der Mittelmosel in die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Handarbeit in den Steillagen und die spontane Vergärung der Weine sind das Markenzeichen für den sorgfältigen Umgang von Thomas Haag und seiner Familie mit den gegebenen Ressourcen.

Diese limitierte Kiste ist die einzige Möglichkeit, das aktuelle Bernkasteler Doctor GG zu erhalten, und versammelt sechs der berühmtesten Einzellagen der Mittelmosel in einer handsignierten Kollektion – ein Terroir-Querschnitt für Kenner und Sammler.

Jahrgang 2021 – Mosel

Das Jahr 2021 hat ein klassisches, moseltypisches Rieslingjahr beschert. Nach einem kühlen, langgezogenen Frühjahr und wechselhaftem Sommer war der September von viel Sonne geprägt und förderte mit kühlen Nächten eine tolle Aromenentwicklung. Die hoch selektive Ernte belohnte die intensive Handarbeit mit perfekt gesundem Lesegut bei geringen Erträgen. Die Großen Gewächse 2021 zeichnen sich durch enorme Mineralität mit einem tollen Frucht-Säure-Spiel bei moderatem Alkoholgehalt aus – ein klassischer Jahrgang für die präzise, mineralische Stilistik von Schloss Lieser.

Die sechs Großen Gewächse

Bernkasteler Doctor: Eine der berühmtesten und exklusivsten Einzellagen der Welt, hoch über Bernkastel-Kues auf feinstem Devonschiefer in extremer Steillage. Schloss Lieser bewirtschaftet eine kleine Parzelle mit teils über hundertjährigen Reben in reiner Handarbeit – ein kraftvoller, präziser Riesling mit vielschichtiger Würze, druckvoller Struktur und langem, salzigem Nachhall.

Wehlener Sonnenuhr: Legendäre Südwestlage gegenüber Wehlen mit 60–100 % Neigung auf reinem Devonschiefer-Verwitterungsboden, in traditioneller Einzelpfahlerziehung. Hier entstehen einige der langlebigsten und feinsten Rieslinge der Welt – filigran, tiefgründig und von kristalliner Mineralität.

Graacher Himmelreich: Steile Südwest-Exposition zwischen Bernkastel und Wehlen auf reinem Devonschiefer, der tagsüber Wärme speichert und nachts abgibt. In der Jugend etwas zugänglicher als die Nachbarlagen, mit klarer Mineralität, feiner Säure und großem Reifepotenzial – druckvoll und präzise, mit vibrierender Frische.

Niederberg Helden: Mit bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben auf 100 % blauem Schiefer und Steigungen bis 80 %. Diese lange vernachlässigte Lage zählt heute zu den facettenreichsten der Mosel und bringt expressive Spitzenrieslinge mit außergewöhnlichem Reifepotenzial hervor.

Brauneberger Juffer Sonnenuhr: Renommierte Steillage in perfekter Süd-Südwest-Ausrichtung mit bis zu 80 % Neigung auf kargem, eisenhaltigem Devonschiefer. Aus den ältesten Parzellen, traditionell im Edelstahl mit langem Feinhefelager ausgebaut – tiefgründig und vielschichtig, mit feinen Steinobstnoten, kühler Schiefermineralität und brillanter, salziger Länge.

Piesporter Goldtröpfchen: Steiles, südlich ausgerichtetes Amphitheater oberhalb von Piesport auf tiefgründigem Grauschiefer mit Blau- und Rotschiefer-Anteilen. Spontan vergoren, meist im Edelstahltank – kühl, präzise und kraftvoll, mit rauchiger Steinigkeit, feinen Zitrusnoten und langem, salzig-mineralischem Nachhall.

Im Glas

So unterschiedlich die sechs Lagen sind, so klar eint sie die Handschrift von Thomas Haag: glasklare, präzise Rieslinge mit lebendiger Säure, feiner Frucht und einer packenden, salzig-mineralischen Schieferprägung. Vom kraftvoll-würzigen Doctor über die filigrane Wehlener Sonnenuhr bis zum kühl-rauchigen Piesporter Goldtröpfchen zeigt die Kollektion die ganze Bandbreite großer Mosel-Terroirs – trocken, tiefgründig und mit enormem Reifepotenzial.

Sechs große Lagen, eine Handschrift: glasklare, präzise Rieslinge mit lebendiger Säure und packender Schiefermineralität – trocken, tiefgründig und langlebig.

Ideal für eine vergleichende Terroir-Probe der Mittelmosel. Junge GGs profitieren vom Dekantieren; alle mit jahrzehntelangem Reifepotenzial. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Krustentieren, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Gerichten sowie zu gereiftem Hartkäse – und nicht zuletzt als Sammlerstück und handsigniertes Geschenk für Liebhaber großer Moselrieslinge.


Lage: sechs VDP.GROSSE LAGEN der Mittelmosel – Bernkasteler Doctor, Wehlener Sonnenuhr, Graacher Himmelreich, Niederberg Helden, Brauneberger Juffer Sonnenuhr, Piesporter Goldtröpfchen; steile Devonschiefer-Lagen
Klassifikation: 6× VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken), 100 % Riesling, Jahrgang 2021; alle Flaschen von Thomas Haag handsigniert; limitierte Holzkiste
Ausbau: selektive Handlese, Spontangärung mit eigenen Hefen, Ausbau auf der Feinhefe (überwiegend Edelstahl)

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Weine

Dr. Bürklin Wolf Riesling Böhlig Wachenheim P.C. 2023 BIO

Weißwein · Wachenheim (Pfalz) · Riesling (Premier Cru)

Riesling Wachenheimer Böhlig P.C. (Premier Cru) Dr. Bürklin-Wolf Mittelhaardt · Pfalz Sandsteingeröll mit Kalk Spontangärung · Doppelstück · Vollhefe biodynamisch (DE-ÖKO-003) · 2023

Der Dr. Bürklin-Wolf Wachenheimer Böhlig Riesling P.C. 2023 stammt aus einer der großen Lagen Wachenheims. Ein Premier-Cru-Riesling, der körperreich und präzise die kalkdurchzogene Herkunft in tiefgründige, an Burgund erinnernde Mineralität übersetzt.


Wachenheimer Böhlig – Premier Cru der Mittelhaardt

Das Weingut Dr. Bürklin-Wolf in Wachenheim zählt zu den führenden Rieslinggütern der Pfalz und bewirtschaftet seine Weinberge seit 2005 biologisch-dynamisch (DE-ÖKO-003). Seine Qualitätspyramide orientiert sich am burgundischen Prinzip und lehnt sich an die Königlich-Bayerische Lagenklassifikation von 1828 an: G.C. und P.C. entsprechen den Grand Crus und Premier Crus der wertvollsten Lagen, darunter folgen Orts- und Gutsrieslinge.

Der Böhlig ist eine 4,94 Hektar große Toplage im Herzen der Mittelhaardt, am Fuße des Haardtgebirges; der Anteil des Guts beträgt 3,11 Hektar. Ihr Ursprung reicht ins hohe Mittelalter zurück. Die südliche Hangneigung sorgt für optimale Sonneneinstrahlung, die das rote und gelbe, mit Kalkgestein durchzogene Sandsteingeröll erwärmt; die Rebwurzeln werden hier sehr gut mit Mineralien und Wasser versorgt.

Jahrgang 2023 – Pfalz

2023 war in der Pfalz ein Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und lebendiger Säure. Die selektive Handlese vollreifer Trauben im September und die kalkdurchzogenen Sandsteinböden bewahrten Frische, Tiefe und mineralische Präzision – Körper und Spannung im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling (gutseigene Klassifikation P.C./Premier Cru) aus der Wachenheimer Lage Böhlig, Jahrgang 2023; 100 % Riesling von kalkdurchzogenem Sandsteingeröll.

Selektive Handlese gesunder, vollreifer Trauben im September, anschließend schonende Kelterung. Spontane Gärung und Ausbau im Doppelstück-Holzfass, mit Lagerung auf der Vollhefe bis kurz vor der Füllung. Biologisch-dynamischer Anbau (DE-ÖKO-003).

Im Glas

Ein körperreicher, präziser Riesling: gelbe Frucht und Zitrus, dazu weißer Pfirsich, feine Kräuterwürze und eine tiefgründige, kalkig-erdige Mineralität, die an Burgund erinnert. Am Gaumen gehaltvoll und straff zugleich, mit lebendiger Säure, klarer Struktur und einem langen, salzig-mineralischen Nachhall.

Gelbe Frucht, Zitrus und weißer Pfirsich über feiner Würze und tiefgründiger, kalkig-erdiger Mineralität – gehaltvoll und straff zugleich, mit lebendiger Säure und langem, salzigem Nachhall.

Ein körperreicher, langlebiger Pfalz-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in Rahmsauce sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Wachenheimer Böhlig, Mittelhaardt (Pfalz); rotes/gelbes Sandsteingeröll mit Kalkgestein, Südhang; Gutsanteil 3,11 ha (Lage gesamt 4,94 ha)
Klassifikation: Riesling P.C. (gutseigene Premier-Cru-Klassifikation), Pfalz (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Handlese, schonende Kelterung, Spontangärung und Ausbau im Doppelstück-Holzfass, Vollhefelager bis kurz vor der Füllung; biologisch-dynamisch, DE-ÖKO-003

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Feinkost

Via del Gusto Italienische Kräuter

Feinkost · Gewürze · Kräuter · Italien

Via del Gusto Italienische Kräuter ist eine feine Mischung getrockneter italienischer Kräuter. Sie vereint Oregano, Majoran, Thymian, Bohnenkraut, Basilikum, Salbei und Rosmarin und verleiht Pasta, Pizza, Saucen und Gegrilltem den typisch mediterranen Geschmack. Ein vielseitiger Vorratsklassiker für die italienische Küche.


Herkunft

Die Mischung vereint Kräuter, wie sie für die mediterrane und italienische Küche typisch sind und im sonnenreichen Klima des Mittelmeerraums gedeihen. Sie steht im Sortiment des ligurischen Familienbetriebs Il Caruggiu.

Anbau und Verarbeitung

Die Kräuter werden getrocknet und zu einer ausgewogenen Mischung kombiniert: Oregano, Majoran, Thymian, Bohnenkraut, Basilikum, Salbei und Rosmarin. Getrocknet bleiben Aroma und Würze lange erhalten und lassen sich einfach dosieren.

Geschmack

Aromatisch und würzig, mit der typisch mediterranen Note italienischer Kräuter. Verleiht Gerichten Tiefe und einen Hauch Süditalien.

Am Tisch

Ideal für Pasta- und Tomatensaucen, Pizza, Sugo, Risotto sowie gegrilltes Fleisch, Fisch und Gemüse. Beim Kochen mitziehen lassen oder zum Schluss darüberstreuen.


Hersteller: Il Caruggiu (Ligurien) · Marke Via del Gusto
Produkt: Italienische Kräuter (Kräutermischung)
Zutaten: Oregano, Majoran, Thymian, Bohnenkraut, Basilikum, Salbei, Rosmarin (getrocknet)
Herkunft: Italien / Mittelmeerraum
Verarbeitung: getrocknet, gemischt
Mindesthaltbarkeit (MHD): 26.09.2027

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