Das Weinbaugebiet Jura

Das Jura: Ein verborgenes Juwel der französischen Weinkultur

Nein, hier geht es nicht um Rechtswissenschaften. Dass man Jura, den Namen dieses Weinbaugebietes, wohl nicht so präsent hat wie Loire, Bordelais oder Rhone, ist aber erstmal ganz natürlich, denn es handelt sich hier um eine der kleinsten Rebenzucht betreibenden Regionen Frankreichs. Gerade einmal knapp 2000 Hektar sind hier bestockt, ein verschwindend geringer Teil in Anbetracht der 800 000 Hektar, die das Land insgesamt auf sich vereinigt. Eines der kleinsten Weinbaugebiete der Grande Nation, eine Rebfläche gerade mal so groß wie die Insel Langeoog, unterboten nur noch vom winzigen Lothringen. Und doch hat der Landstrich es geschafft, sich immer wieder gegen die großen Nachbarn zu behaupten. Wie war das möglich? Schließlich liegt das Jura ziemlich an der Peripherie, dem schweizerischen Genf geografisch näher als der nächsten großen französischen Stadt Lyon. Doch diese Randlage am Fuße der Alpen hält für den Weinbau wahrscheinlich mehr Vor- als Nachteile bereit. 

Aber der Reihe nach. Bei allen Unterschieden hat das Jura eines mit den anderen französischen Weinbaugebieten gemein: am Anfang stehen die Römer. Kurz vor Christi Geburt muss es gewesen sein, als sie hier Weinberge anlegten, um für die Versorgung der Truppen nicht auf Importe aus Italien angewiesen zu sein. Caesar selbst hatte die Region unterworfen, und der Legende zufolge soll auch der Befehl zur Anpflanzung der ersten Rebstöcke von ihm gekommen sein. Bereits zu dieser Zeit brachte es der jurassische Wein zu einer ersten überregionalen Bekanntheit: aufgrund der ebenfalls in der Region liegenden Salzvorräte bildete sich schnell ein Handelsnetz heraus, mit dessen Hilfe nicht nur das Salz, sondern auch der Wein weite Strecken zurücklegte. Wie fast überall in Europa fiel aber auch im Jura der Weinbau durch den Untergang des Römischen Reiches in ein tiefes Loch. Einige Jahrhunderte dauerte es, bis zunächst christliche Klöster, später auch reiche Adlige ihn wieder ausgiebig förderten. Dass im Mittelalter die Burgunder mit ihren Unmengen an Geld und besten Verbindungen in alle Winkel Europas hier herrschten, zahlte rasch auf das Bekanntheitskonto der Weine ein. Auf 20 000 Hektar wuchs die Anbaufläche im Laufe der Jahrhunderte an, bis… ja, bis eine ganze Reihe unglücklicher Umstände dafür sorgte, dass die Region für lange Zeit aus dem kollektiven Feinschmecker-Gedächtnis verschwand. Zunächst schlug die Reblausplage voll durch und vernichtete einen Großteil der Weinberge – das war freilich in anderen Landstrichen auch der Fall und wäre allein kein Grund, warum das Jura sich nicht wieder hätte berappeln sollen. Etwa zeitgleich hatte jedoch auch der Siegeszug der Eisenbahn begonnen – und während überall in Frankreich schnelle Verbindungen in die Hauptstadt entstanden, blieb man im Jura verkehrstechnisch auf einem vorindustriellen Stand. Vor allem der Süden des Landes gehörte zu den Gewinnern – die fülligen, alkoholischen Weine von der Rhone und besonders aus Languedoc-Roussillon setzten sich durch, zumal sie deutlich billiger zu produzieren waren. Für das Jura fielen damit viele einstige Absatzmärkte weg, der Ruhm vergangener Zeiten war dahin.

Auch deshalb sind von den einst über 40 hier kultivierten autochthonen Rebsorten nur ein paar wenige geblieben. Retten konnten sich etwa die beiden roten Trauben Trousseau und Poulsard – ersterer präsentiert sich säurearm, mit pfeffrig-kräuterigem Geschmack und in kräftigem Rot, während letzterer blass wie ein Rosé daherkommt, dafür aber mit einem sehr fruchtig-duftigen Bukett und hoher Süffigkeit aufwartet. Faktisch gleicht also einer die Schwächen des anderen aus, was dafür sorgt, dass sie selten reinsortig vermarket werden, sondern im Verschnitt miteinander brillieren. Ergänzt wird das Portfolio um den ob seiner geringen Erträge mittlerweile vom Aussterben bedrohten Béclan, bekannt für seine helle Farbe und den eher moderaten Gehalt an Gerbstoffen und Alkohol. Doch seine Berühmtheit zieht das Jura nicht hauptsächlich aus den roten, die gerade einmal ein Fünftel des Gesamtertrags ausmachen, sondern aus den weißen Reben – die meist sogar deutlich kräftiger in Aromatik und Alkohol sind als Trousseau und Co. und bei Verkostungen vor diesen serviert werden. Besonders der Savagnin, im Deutschen besser bekannt als Traminer, gilt als Aushängeschild. Seine Ursprünge liegen weitgehend im Dunkeln, klar ist nur, dass er unglaublich alt ist – als europäische Urrebsorte Stammvater etlicher Trauben wie des Grünen Veltliners, des Silvaners oder des Chenin Blanc. Als Rebe, die noch sehr nah mit Wildem Wein verwandt ist, merkt man ihm durchaus ein gehöriges Maß Kratzbürstigkeit an – er gefällt ganz gewiss nicht jedem und gibt sich auch überhaupt nicht die Mühe, das zu tun.

Aus dem Savagnin keltert man die wohl bekannteste Spezialität der Region – den wahrhaft mysteriösen Vin Jaune. Nachdem der Most auf konventionelle Weise vergoren wurde, lässt man ihn mindestens sechs Jahre und drei Monate im Barriquefass reifen – oxidativ, also mit anfänglichem Sauerstoffkontakt. Im Laufe der Zeit bildet sich eine immer weiter anwachsende Schicht obenauf schwimmender Florhefe, die den Wein wie eine Art natürlicher Frischhaltefolie vor einem Umkippen in Essig bewahrt – im Jura wird sie poetisch „Voile“, Schleier, genannt. Wie so oft in der Weingeschichte soll auch das eher durch Zufall entstanden sein, als ein schludriger Winzer ein bestimmtes Fass für lange Zeit vergaß und bei der Wiederentdeckung dann ganz aus dem Häuschen über das unerwartete Resultat war – naja. Währenddessen wandelt sich jedenfalls die anfangs eher grünliche Färbung des Weines langsam in ein tiefes Goldgelb, was dessen Namensgebung erklärt. Der „gelbe Wein“ ist danach quasi ewig haltbar – einige Winzer behaupten steif und fest, man könne einen Vin Jaune entkorken und monatelang offen stehen lassen, ohne dass die Qualität in irgendeiner Weise beeinträchtigt würde. Abgefüllt wird traditionellerweise in ein Clavelin, ein durchaus bemerkenswertes Flaschenformat, das nicht 0,7 oder 0,5 oder 0,375 Liter fasst, sondern 0,62. Für regulierungswütige Brüsseler Bürokraten ist diese absolute Verweigerung metrischer Maßeinheiten ein Graus, und so darf das Bestandsschutz genießende Format nur mit einer zähneknirschenden Ausnahmegenehmigung verkauft werden. Dabei ist die Füllmenge keine Willkür, sondern schlicht der Anteil von einem Liter, der nach der oft starken Temperaturschwankungen ausgesetzten Fasslagerung übrig bleibt, denn anders als bei anderen Weinen wird beim Vin Jaune nicht wieder aufgefüllt. Faktisch verdunsten durch das Holz hindurch – als sogenannter „Schluck der Engel“ –  also fast 40 Prozent des Weines während der Reifezeit – mit ein Grund, warum der Wein preislich eher ein Tropfen für besondere Anlässe ist. Geschmacklich erinnert er, bedingt durch den oxidativen Ausbau, der beiden gemein ist, am ehesten an einen ausgezeichneten Sherry – ein ausgesprochen herb-nussiges, leicht salziges Aroma, ergänzt durch Noten von buttrigem Brioche, Pilzen, getrockneten Äpfeln und orientalischen Gewürzen. Als Teil der Spanischen Niederlande war man im Jura eine gewisse Zeit iberischen Einflüssen ausgesetzt, möglicherweise ein Grund dafür, warum sich die in diesem Teil Europas sonst sehr unübliche Art der Fassreife hier etabliert hat. Im Gegensatz zum Likörwein aus dem Süden Spaniens wird der Vin Jaune jedoch nicht während der Gärung aufgespritet, sondern gärt komplett durch und kommt infolgedessen am Ende stets knochentrocken daher. Wer es geschmacklich nicht ganz so extrem mag, der ist gut beraten, auf Etiketten nach dem Hinweis „non ouillé“ zu schauen, der besagt, dass der Wein eine deutlich kürzere Zeit oxidativ gereift ist als ein Vin Jaune und so nur zarte Anklänge an dessen geschmackliche Kompromisslosigkeit aufweist.

All diese gerade beschriebenen Verfahren – alkoholische Gärung, Fassreife, Oxidation und so weiter – sind natürlich nicht vom Himmel gefallen, sondern das Ergebnis einer sehr langen Folge nach dem Prinzip von Try and Error. Irgendwann hatten die Winzer den Dreh halt raus – freilich ohne zu verstehen, was dort auf chemischer Ebene wirklich vor sich ging: der Übergang von Traubensaft zu Wein hatte quasi den Nimbus eines Wunders. Das zu ändern, die Geheimnisse der Kellertechnik auf wissenschaftliche Weise zu ergründen, war die erklärte Mission des wohl bekanntesten Sohnes des Jura, Louis Pasteur. Der heutzutage vor allem für seine Beiträge zur Infektionsforschung bekannte Gerbersohn aus dem Örtchen Dole war felsenfest überzeugt, dass es sich bei Wein um das gesündeste und hygienischste aller Getränke handele. Und begann infolgedessen seine Karriere tatsächlich damit, bisher ungeklärte Probleme der Weinbereitung zu analysieren. In Arbois, dem Zentrum der Region, machte er zahlreiche bahnbrechende Entdeckungen: etwa, dass für die Gärung Mikroorganismen verantwortlich sind, während man zuvor davon ausgegangen war, dass die Entstehung von Alkohol abiotisch, also völlig ohne die Beteiligung irgendwelchen Lebens vonstatten ging. Und, was noch viel wichtiger war, dass ebensolche Mikroorganismen – seien es Hefen, Schimmelpilze oder Bakterien – auch dazu führen können, dass Wein spontan verdirbt. Das war damals ein derart großes Problem für die französische Weinwirtschaft, dass sogar Kaiser Napoleon III. sich der Angelegenheit annahm und von höchster Ebene herab die Wissenschaft mit der Suche nach Abhilfe beauftragte. Pasteur schlug vor, die Flüssigkeit auf 60 Grad zu erhitzen und anschließend in hermetisch versiegelten Gebinden aufzubewahren, damit keine neuen Organismen an die Stelle der zuvor abgetöteten treten können – er hatte nämlich auch herausgefunden, dass nicht allein die Flüssigkeit an sich, sondern ebenso die Luft mit Keimen belastet ist. Damit bewies er, dass eine luftdichte Verpackung die Lebensdauer vieler Nahrungsmittel deutlich eher verlängert als die bloße Kühlung derselben, die das Keimwachstum nur verlangsamt. Revolutionär! Das Verfahren der Pasteurisierung, das wir heute vor allem von Milch kennen, war also zuallererst für Wein gedacht. Viele Winzer verweigerten sich der neuen Technik zunächst jedoch: den teuren Wein aufs Feuer stellen wie eine Suppe!? In der Tat kann die Hitze sich negativ auf den Geschmack auswirken: ein sogenannter Kochton macht sich als Weinfehler bemerkbar. Außerdem werden neben unerwünschten auch nützliche Mikroorganismen zerstörrt. Heutzutage verzichtet man deshalb zumindest bei höherwertigen Weinen weitgehend darauf und verlässt sich stattdessen auf penible Kellerhygiene und alternative Verfahren mit Sulfiten oder Edelgasen.

So unbestritten genial die Leistungen Pasteurs gewesen sein mögen, den Absatz des Weines aus seiner Heimat werden sie nicht befördert haben. Und in der Tat haben wir ja immer noch nicht die Frage geklärt, wie man sich vom harten Abstieg gegen Ende des 19. Jahrhunderts wieder erholt hat. Dafür müssen wir den Blick auf einen weiteren Sohn der Region richten, auf Henri Maire. Im Jahr 1939 war der findige Mann zu zweieinhalb Hektar Weinbergen im Jura gekommen, die er direkt nach Kriegsende unter seine Fittiche nahm. Nach und nach kaufte er sich fast 50 Hektar zusammen, um seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen: Jura-Weine endlich zurück in der Haute Cuisine! Insbesondere sein Vin Fou, zu deutsch verrückter Wein, lag ihm am Herzen und wurde später sein größter Verkaufsschlager – er war nichts anderes als ein klassischer Vin Jaune. Bei der Vermarktung kam ihm sehr zupass, dass er seine Jugend in Paris verbracht hatte und dort nach wie vor über zahlreiche Kontakte verfügte. Schon bald führten viele gastronomische Spitzenbetriebe der Hauptstadt wieder die alte Perle des Jura auf ihren Weinkarten, die sich als optimaler Begleiter zahlreicher, vor allem herzhafter Speisen erwies und es noch heute tut – auch wenn sie sicher nie den Massengeschmack bedienen wird.

Neben dieser unermüdlichen Lobbyarbeit von Maire, dessen Betrieb heute der absolute Platzhirsch der Region ist und bei der Hälfte der Gesamtproduktion irgendwie seine Finger im Spiel hat, gibt es aber einen weiteren Aspekt, der das Revival der Region unterstütze. Denn durch die lange Randlage am Weinmarkt hatten sich im verschlafenen Jura viele neue Techniken, viel moderne Technologie nicht durchgesetzt – man blieb in Weinberg und Keller bei einem naturnahen, althergebrachten Arbeiten und erzeugte so weiterhin individualistische Tropfen mit Ecken und Kanten, während im Rest der Welt die Weine durch die fortschreitende Maschinisierung immer austauschbarer wurden und viele lokale Traditionen einen leisen Tod starben. Bio war man im Jura auf eine gewisse Weise immer schon, musste also auf keinen Öko-Zug aufspringen. Auch auf eine konservierende Schwefelung konnte und kann dank der langen Zeiten im Barrique meist verzichtet werden. Und als dann auch die Suche nach Charakterweinen als Alternative zu den glattgezogenen, immer gleichen Standardtropfen zum Trend wurde, Weineinkäufer gleich Trüffelschweinen ausschwärmten auf der Jagd nach eigenwilligen Gaumenkitzlern, da hatte die Stunde des Jura geschlagen. Während „Tradition“ von vielen anderen gern als Marketing-Feigenblatt genutzt wird, um ganz und gar nicht traditionell hergestellte Produkte an den Mann zu bringen, kannman sich hier darauf verlassen, quasi den Inbegriff von Tradition im Glas zu haben – mag die Welt sich noch so sehr verändern, im Jura bleibt alles beim Alten.

Ein guter Jura-Wein entsteht jedoch nicht erst im Keller, sondern ist das Resultat eines ganz besonderen Terroirs. Obwohl der Streifen, der sich in Nord-Süd-Richtung von Champagne-sur-Loue nach Saint-Amour zieht, gerade mal 80 Kilometer lang und 10 Kilometer breit ist, herrscht eine unglaubliche hohe Bodenvielfalt vor. Der Hauptanteil entfällt zwar stets auf Kalk – schließlich ist Jura nicht nur ein Departement, sondern auch ein Gebirgszug -, das hat man mit dem nördlich gelegenen Burgund gemein. Durch die sehr aktive Tektonik haben sich haben sich im Jura aber auch Lehm, Kies und vor allem Tonmergel an die Oberfläche geschoben – ein mineralienreiches und sehr dichtes Feinsediment, das je nach Alter blaugrau oder schwarz daherkommen kann. Vor allem er sorgt dafür, dass die Weine hier ganz anders geraten als etwa an der nahe gelegenen Côte d’Or: weniger fein und intellektuell, dafür ein bisschen Haudrauf – ehrlicher, kerniger und auf eine herzergreifende Weise bäuerlich. Einheitlicher als die Böden ist das Klima: ausgesprochen kontinental präsentiert es sich, mit frostigen Wintern und recht unsteten, regenreichen Sommern. Allein im Osten, wo vom nahen Genfersee schon eine milde Brise herüberweht, haben die Rebstöcke es etwas angenehmer. Die meisten Weinberge liegen in hügeliger, aber sehr moderater Höhe zwischen 250 und 450 Metern und in südwestlicher Ausrichtung – dort können sie nicht nur von der Mittags- und Nachmittags-, sondern auch noch von der Abendsonne beschienen werden. Und das müssen sie oft auch, um überhaupt voll auszureifen bis zur ohnehin schon sehr späten Lese im Oktober oder sogar Anfang November. Waren die klimatischen Verhältnisse mit ihren Spätfrösten und vielen Niederschlägen in früheren Jahrzehnten ein echtes Problem, so erweisen sie sich in Zeiten stetig steigender Temperaturen als echter Segen. 

Die relative Kühle kommt vor allem dem Chardonnay zugute, der als Stillwein ebenso brilliert wie als schäumender Cremant du Jura. Diese bestechen, anders als ihre Verwandten im Elsass oder an der Loire, nicht unbedingt mit Frucht, sondern in erster Linie mit sehr präsenter Säure und ansonsten reduktiver Geradlinigkeit. Sie können ein perfekter Auftakt zu einem klassisch jurassischen Menü sein, denn wie jede französische Region hat auch die Franche-Comté, in deren Süden wir uns hier befinden, ihr ganz eigenes kulinarisches Erbe. Für den Hauptgang als gesetzt gilt hier auf jeden Fall Bressehuhn aus der gleichnamigen, westlich des Jura liegenden Landschaft. Die Tiere mit den markanten blauen Beinen werden ausschließlich im Ganzen verkauft und bestechen mit ihrem fast weißen, von kleinen Fettadern durchzogenen Fleisch, das herrlich mürbe auf der Zunge zergeht. Besonders gut zu Gesicht steht ihm die Kombination mit einer cremigen Sahnesoße aus Morcheln, Schalotten und Vin Jaune. Beschlossen wird die Mahlzeit am besten mit einem Stück Comté – der schon seit dem Mittelalter hergestellte und heute landesweit beliebteste Käse stammt von Kühen, die sich ausschließlich von den Wiesen des Jura ernähren. Je nach Lage der Weide und Jahreszeit, in der die Tiere gemolken werden, kommen ganz unterschiedliche Aromen zum Vorschein: von pikant-würzigen über milchig-cremige und grasige bis hin zu fruchtigen Nuancen kann alles dabei sein. Früher galt er als essenzielles Nahrungsmittel der Landbevölkerung in den langen und strengen Wintern der Region, und auch heute noch liebt man ihn als Grundlage eines Magen und Seele wärmenden Fondues – nicht umsonst ist er eng mit dem schweizerischen Gruyère verwandt. Und wer zum Abschluss eines guten Essens ein Faible für Süßes hat, wird im Jura auch bestens bedient. Zum einen mit dem Vin de Paille, zu deutsch Strohwein. Diese Art der Weinerzeugung, bei der die Trauben vor der Pressung sechs Wochen lang auf Strohmatten angetrocknet werden und durch die allmähliche Verdunstung des Wasser ihren Zuckergehalt steigern, kennt man auch aus anderen Ländern, etwa als Grundlage des italienischen Amarone. Der Most lagert anschließend noch einige Jahre in Eichenfässern, was ihm Noten von Honig, Nüssen, Orangenschale und Feigen verleiht. Die Alternative kommt noch eine Spur kräftiger daher – der Macvin du Jura ist ein Likör, der durch die Kombination aus zwei Dritteln Traubenmost und einem Drittel Tresterbrand, dem sogenannten Marc, entsteht. Wird er dem Most beigegeben, stoppt die Gärung und ein hoher Zuckeranteil bleibt zurück – zusammen mit dem wunderbar klaren, geradezu dekadent süßen Traubengeschmack. Da der Macvin aus tendenziell jeder Rebsorte hergestellt werden kann, findet man ihn sowohl in der weißen Version als auch in rosé und rot. Auch hier ist wieder Fassreife im Spiel: zunächst für den Tresterbrand, dann später noch einmal für die Assemblage. Ein Drink-Erlebnis der besonderen Art ist dabei der Marcotton – für den Cocktail werden ein Teil Macvin mit vier Teilen jurassischem Cremant gemischt.

Mit einem solchen Gläschen in der Hand und dem Blick auf ein majestätisches Alpenpanorama könnte man manchmal denken, man sei in der Zeit um 200 oder 300 Jahre zurückversetzt worden in eine weit archaischere Welt als die heutige – zu bodenständig die Winzer, zu ungeschminkt die Weine, zu selbstgenügsam die Landschaft. Trends und Moden spielen keine Rolle. Stattdessen scheint hier alles irgendwie von Herzen zu kommen, für Freunde und Familie gemacht zu sein statt für hippe Großstadt-Bars und renditenfixierte Reben-Spekulanten. Vom höher, schneller, weiter anderer Weinbauregionen ist hier nichts zu spüren, man ist schlicht zufrieden mit dem, was die Natur jedes Jahr aufs Neue zu schenken bereit ist. Den Weltmarkt erobern? Mon Dieu! Nur etwa ein Achtel der Gesamtproduktion gehen überhaupt in den Export – man darf sich als Konsument also durchaus glücklich schätzen, einen der raren Tropfen zu ergattern. Umso mehr, weil die Weinlandschaft im Jura im Wandel begriffen ist. Denn die alten Rebsorten sind durchaus „bedroht“ – immer mehr dringen Pinot Noir und Chardonnay von Norden her vor. Sie sind – trotz markanter geschmacklicher Unterschiede zu den Stilen anderer Regionen – aufgrund ihrer weltweiten Bekanntheit besser zu vermarkten und haben sich neben Trousseau, Poulsard und Savagnin mittlerweile fest etabliert: fünf Reben, die einen ganz eigenen Kosmos bilden und vom Schäumer über Still- und Süßweine und Liköre bis zum Hochprozentigen alles zu bieten haben – auch, wenn Anhänger von Easy Drinking woanders wahrscheinlich besser aufgehoben sind. 

Von Trauben wie Cinquien (Cinsault), Gueuche Blanc (Weißer Heunisch) oder Petit Meslier, die früher ganz selbstverständlich dazugehörten im Jura, findet sich heute hingegen keine Spur mehr.  Schade eigentlich. Denn wenn die Jurassier schon aus einer Handvoll Sorten so viel herausholen, was dann erst aus den mehr als drei Dutzend, die es mal waren? Was uns da entgeht! Um Vergangenes zu trauern, lohnt sich jedoch nicht – zumindest dann nicht, wenn es noch immer zahlreiche Spezialitäten gibt, die ob ihrer Tiefgründigkeit zu allen Zeiten die Fantasie angeregt haben und eine unschätzbar wertvolle Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft schlagen. Und angesichts eines facettenreichen Vin Jaune, eines knackigen Cremant du Jura oder eines geschmeidigen Vin de Paille kann man guten Gewissens mit einem Satz Louis Pasteurs enden, der es ja schließlich wissen muss: „Es steckt mehr Philosophie in einer Flasche Wein als in allen Büchern dieser Welt.“

Blog per E-Mail abonnieren

Keine Beiträge mehr verpassen.

Entdecke unsere Weine

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

1953 Martinez Gutierrez Gran Reserva

Generoso · sherryartig · trocken · Spanien

1953 Martínez Gutiérrez Gran Reserva ist ein sherryartig ausgebauter, trockener Altwein aus Spanien von Bodegas del Señorío. Bernsteinfarben und mit 17 % vol., eignet er sich als perfekter, trockener Apéritif. Er ist trinkfertig und entwickelt sich nicht mehr durch weitere Flaschenlagerung.


Spanien

Bodegas del Señorío erzeugt diesen Wein in Spanien im sherryartigen, oxidativen Stil. Die lange Reife prägt seinen Charakter als trockener, gereifter Generoso-Wein.

Herstellung und Reifung

Der Wein ist sherryartig (oxidativ) ausgebaut und über lange Zeit gereift, woraus seine bernsteinfarbene Tönung und der trockene, gereifte Charakter resultieren. Der Alkoholgehalt liegt bei 17 % vol. Er ist trinkfertig.

Im Glas

Bernsteinfarben. In der Nase und am Gaumen trocken und gereift, mit nussigen, oxidativen Noten im sherryartigen Stil. Vollmundig und ausdrucksstark, mit langem Abgang.

Zum Genuss

Leicht gekühlt servieren – ein perfekter, trockener Apéritif. Trinkfertig.

Klassische Begleitung: Tapas, Oliven, Mandeln, Schinken und gereifter Käse.


Herkunft: Spanien
Art: sherryartiger Generoso (trocken), 17 % vol.
Reifung: oxidativ, lange gereift (Gran Reserva)

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Feinkost

Condimento Balsamico ROSE dolce 0,250 Liter

Feinkost · Balsamico · Emilia-Romagna

Der Bertoni Condimento Balsamico Rosé dolce ist ein rosafarbenes, liebliches Balsamico-Condimento der Acetaia del Casato Bertoni aus Reggio Emilia. Es entsteht aus konzentriertem Traubenmost und Weinessig und zeigt eine zarte rosé Farbe mit fruchtiger Beerennote. Der Geschmack ist süß-säuerlich und mild, die Konsistenz fein viskos. Ein vielseitiges Würzmittel für Salate, Gemüse und Obst.


Herkunft

Die Acetaia del Casato Bertoni liegt in Casalgrande in der Provinz Reggio Emilia, im Herzen der Emilia-Romagna. Seit 1936 stellt die Familie Bertoni hier in drei Generationen Balsamico-Essige und Condimenti her, heute geführt von Lelio Bertoni mit seinen Söhnen Milo und Roberto. Für den Rosé wird konzentrierter Traubenmost mit Weinessig vermählt; die schonende Verarbeitung gibt dem Condimento seine helle, rosafarbene Tönung.

Anbau und Verarbeitung

Konzentrierter Traubenmost wird mit Weinessig kombiniert und schonend verarbeitet, sodass die zarte rosé Farbe und die fruchtige Note erhalten bleiben. Zutaten: Weinessig, konzentrierter Traubenmost. Enthält Sulfite.

Geschmack

Zarte rosé Farbe mit feiner Viskosität. Im Geschmack süß-säuerlich ausbalanciert, fruchtbetont mit Anklängen roter Beeren und mild abgestimmtem Essigsäuregehalt. Der Abgang bleibt fein und fruchtig.

Am Tisch

Klassisch zu Salaten, Gemüse und frischem Obst. Gut auch zu Frischkäse, Erdbeeren oder über Vanilleeis und Desserts. Pur als Finish über das fertige Gericht träufeln. Kühl und dunkel lagern.


Hersteller Acetaia del Casato Bertoni, Casalgrande (Reggio Emilia, Italien)
Produkt Condimento Balsamico Rosé dolce (rosafarbenes, liebliches Balsamico-Condimento)
Zutaten konzentrierter Traubenmost, Weinessig (enthält Sulfite)
Herkunft Reggio Emilia, Emilia-Romagna (Italien)
Verarbeitung konzentrierter Traubenmost mit Weinessig, schonend verarbeitet
Mindesthaltbarkeit (MHD) 11.2029

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Schaumweine

Bouvet Ladubay Saumur Tresor rose brut

Schaumwein · Saumur · Cabernet Franc · Rosé Brut

Bouvet Ladubay Trésor Rosé Saumur Brut ist ein roséfarbener Schaumwein aus dem Loiretal, gekeltert zu 100 % aus Cabernet Franc. Das traditionsreiche Haus Bouvet-Ladubay in Saumur erzeugt seit 1851 Schaumweine nach der traditionellen Flaschengärung. Die Trésor-Cuvée reift zunächst im Holzfass, bevor sie ihre Perlage entwickelt. Im Glas ein kräftiger Rosé mit Röstaromen und feiner Mousse.


Saumur

Bouvet-Ladubay sitzt in Saint-Hilaire-Saint-Florent bei Saumur an der Loire. Die kilometerlangen Keller sind in den Tuffeau-Kalkstein gegraben, der den Weinen Frische und Mineralität gibt. Cabernet Franc findet auf den kalkhaltigen Böden der Appellation Saumur ideale Bedingungen.

Rebsorte und Ausbau

Der Schaumwein besteht zu 100 % aus Cabernet Franc. Der Grundwein reift mehrere Monate im Eichenfass, bevor die zweite Gärung in der Flasche nach traditioneller Methode erfolgt. Die Flaschen werden von Hand gerüttelt, und der Wein reift lange auf der Hefe.

Im Glas

Lachsrosa mit feiner, zarter Perlage. In der Nase kräftige Röstaromen von Nüssen und getrockneten Datteln, dazu ein feiner Hefeton. Am Gaumen kräftig in der Statur, mit zarter Mousse und cremiger Textur. Der Abgang ist lang und würzig.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder zum Essen. Ein großzügiges Glas betont die Röst- und Hefenoten.

Klassische Begleitung: feine Vorspeisen, Meeresfrüchte, Geflügel und milder Käse.


Lage: Saumur, Loiretal (Tuffeau-Kalkstein)
Klassifikation: Saumur AOP – Rosé Brut, Méthode traditionnelle
Ausbau: Holzfassreife, handgerüttelte Flaschengärung, langes Hefelager

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Baum-Barth Spätburgunder 2022

Rotwein · Rheinhessen · Spätburgunder

Spätburgunder Gutswein Baum-Barth Rheinhessen Kalkstein & Löss/Lehm 14 Tage Maische 100 % franz. Barrique (225 l) nur 2.000 Flaschen · 2022

Der Baum-Barth Spätburgunder 2022 ist ein Pinot Noir von unerhörter Frische, Klarheit und Leichtigkeit – und schmeckt einfach nur lecker. Ein Gutswein, der die kalk- und lössgeprägte Herkunft Rheinhessens in eine elegante, geradlinige Struktur übersetzt.


Spätburgunder – Gutswein aus vier Parzellen

Das Weingut Baum-Barth in Rheinhessen wird von den Brüdern Thomas und Christoph Baum-Barth geführt. Schon an ihren Spätburgunder-Gutswein stellen sie höchste Qualitätsansprüche.

Ausschließlich gesunde, handgelesene Trauben aus vier durchschnittlich 25 Jahre alten Spätburgunder-Parzellen formen diesen Wein. Das Zusammenspiel von kalksteinreichen mit löss- und lehmhaltigen Böden verleiht ihm eine elegante Balance und geradlinige Struktur.

Jahrgang 2022 – Rheinhessen

2022 war in Rheinhessen ein warmer, sonnenreicher Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht. Die kalk- und lössgeprägten Böden und der schonende Ausbau bewahrten Frische, Klarheit und eine geradlinige Struktur – Reife und Frische im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Spätburgunder (Gutswein) aus Rheinhessen, Jahrgang 2022; von kalksteinreichen sowie löss-/lehmhaltigen Böden.

Der Wein wird 14 Tage auf der Maische vergoren, schonend abgepresst und zu 100 % in französischen 225-Liter-Holzfässern ausgebaut. Gesamtproduktion: nur 2.000 Flaschen.

Im Glas

Ein frischer, klarer Pinot Noir: helle und dunkle Beeren – rote Kirsche, Himbeere und Brombeere –, dazu feine Würze und ein Hauch Holz aus dem Barriqueausbau. Am Gaumen elegant und geradlinig, mit feinem Tannin, lebendiger Säure und viel Trinkfluss.

Helle und dunkle Beeren, feine Würze und ein Hauch Holz – elegant und geradlinig, mit feinem Tannin, lebendiger Säure und viel Trinkfluss.

Ein frischer, eleganter Spätburgunder mit Trinkfluss. Leicht gekühlt bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel und Ente, zu Kalb und hellem Fleisch, zu Charcuterie und Pilzgerichten sowie zu mittelkräftigem Käse.


Herkunft: Rheinhessen; vier Parzellen, durchschnittlich ~25 Jahre alte Reben; kalksteinreiche sowie löss-/lehmhaltige Böden
Klassifikation: Spätburgunder, Rheinhessen (trocken); 100 % Spätburgunder
Ausbau: 14 Tage Maischegärung, schonende Pressung, 100 % Ausbau im französischen Barrique (225 l); 2.000 Flaschen

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Schloss Lieser Gutsriesling SL trocken 2024

Weißwein · Mittelmosel · Riesling

Riesling Gutsriesling „SL" Mittelmosel Schloss Lieser (Thomas Haag) Devonschiefer-Steillagen VDP.Gutswein · trocken selektive Handlese 2024

Der Schloss Lieser Gutsriesling „SL" trocken 2024 ist ein klassisches VDP-Meisterwerk – mit sorgfältiger Handselektion in den eigenen Steillagen der berühmten Mittelmosel kultiviert. Ein charaktervoller, trockener Riesling mit facettenreicher Frucht, Finesse und ausgeprägter Schiefermineralität, der Eleganz und Authentizität der Region in jedem Schluck verkörpert.


Schloss Lieser – Moselriesling von Thomas Haag

Thomas Haag – ältester Sohn von Wilhelm Haag (Weingut Fritz Haag) – übernahm 1992 mit seiner Frau Ute das Weingut Schloss Lieser an der Mittelmosel und führte es in die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Aus einem Portfolio berühmter Steillagen keltert er klassische, feine und elegante Moselrieslinge – naturnah bewirtschaftet, mit strenger selektiver Handlese und konsequent niedrigen Erträgen.

Der Gutsriesling „SL" ist die Visitenkarte des Guts: Er stammt aus den eigenen Devonschiefer-Steillagen der Mittelmosel und bringt den charakteristischen, glasklaren Schloss-Lieser-Stil bereits auf Gutsweinebene ins Glas – mit der unverkennbaren Schiefermineralität der Region.

Jahrgang 2024 – Mosel

2024 war an der Mosel ein kühler, klassischer Jahrgang. Nach einem anspruchsvollen, wechselhaften Wachstumsjahr bewahrte die langsame Reife eine lebendige, präzise Säure. Das Ergebnis sind besonders frische, filigrane und trinkanimierende Rieslinge mit klarer Struktur – ein Jahrgang wie geschaffen für die elegante, mineralische Stilistik von Schloss Lieser.

Ausbau

Trockener Riesling (VDP.Gutswein) von der Mittelmosel, Jahrgang 2024; 100 % Riesling aus den eigenen Devonschiefer-Steillagen.

Die Trauben werden in selektiver Handlese in den eigenen Steillagen gelesen. Vergoren wird schonend und auf der Feinhefe ausgebaut, um Frucht, Finesse und die klare Schiefermineralität unverfälscht zu bewahren – trocken, präzise und elegant.

Im Glas

Aus dem Devonschiefer der Mittelmosel lebt dieser Gutsriesling von Frische und Klarheit: helle, facettenreiche Frucht von Apfel, Pfirsich und Zitrus, dazu florale Anklänge und eine subtile Würze, die sich nahtlos in eine ausgeprägte, feuersteinig-salzige Schiefermineralität einfügt. Am Gaumen trocken und animierend, mit lebendiger, präziser Säure, feinem Schmelz und einem klaren, mineralischen Nachhall.

Facettenreiche Frucht von Apfel, Pfirsich und Zitrus mit subtiler Würze über feuersteinig-salziger Schiefermineralität – trocken, animierend und präzise.

Ein vielseitiger, jugendlich-frischer Riesling für den unbeschwerten Genuss. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Als Aperitif, zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und hellem Fleisch, zu würziger asiatischer Küche sowie zu leichten Sommergerichten und mildem Käse.


Lage: eigene Steillagen der Mittelmosel; verwitterter Devonschiefer; naturnah bewirtschaftet, selektive Handlese
Klassifikation: VDP.Gutswein; Riesling (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, schonende Gärung, Ausbau auf der Feinhefe

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Legrand Latour Eocène Brut Nature BIO

Wein · Champagner · Champagne · Frankreich

Legrand-Latour Éocène Brut Nature verbindet Feinheit mit Tiefgang: eine puristische, biozertifizierte Cuvée aus Meunier und Chardonnay, im Eichenfass vergoren und ohne Dosage abgefüllt. Ein Brut Nature für alle, die Champagner pur und terroirgeprägt mögen – straff, kühl und mineralisch.


Champagne

Das Haus Legrand-Latour erzeugt terroirgeprägte Winzer-Champagner in der Champagne und arbeitet biozertifiziert (FR-BIO-01). Der Name Éocène verweist auf die geologische Prägung der Böden, die dem Champagner seine kreidig-mineralische Struktur verleihen.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 75 % Meunier und 25 % Chardonnay. Die Trauben werden 12 Monate im Eichenfass vergoren und reifen anschließend über drei Jahre auf der Hefe. Ohne Dosage abgefüllt, steht der Champagner als Brut Nature für eine klare, trockene Stilistik mit Charakter.

Im Glas

Helles Gold mit feiner, klarer Perlage. In der Nase Zitrusnoten, weiße Blüten und ein Hauch Brioche. Am Gaumen straff, kühl und wunderbar mineralisch, mit einer fast kreidigen Struktur, die lange nachhallt.

Zum Genießen

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als puristischer Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: feiner Meeresküche, Austern, Fisch, Krustentieren und Geflügel.


Lage: Champagne (Frankreich); Legrand-Latour
Klassifikation: Champagne – Cuvée aus 75 % Meunier & 25 % Chardonnay, Brut Nature (naturherb)
Ausbau: 12 Monate Vergärung im Eichenfass, über 3 Jahre Hefereife, ohne Dosage

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Jörg Geiger Alkoholfrei Prickelnd Weißduftig

Alkoholfrei · Prickelnd · Streuobstwiese · Deutschland

Jörg Geiger Prickelnd Weißduftig ist ein alkoholfreies, prickelndes Getränk mit heller Frucht und feiner Kräuterwürze – hergestellt mit frischer Zitronenverbene, Eberraute, Bergbohnenkraut, Ananassalbei und Rosmarin.


Schwäbische Streuobstwiesen

Die Manufaktur Jörg Geiger aus Schlat in Baden-Württemberg ist bekannt für ihre kunstvollen alkoholfreien Cuvées von der Streuobstwiese – Frucht, Kräuter und Handwerk vereint in jeder Kreation.

Zutaten und Herstellung

Eine alkoholfreie Cuvée aus heller Frucht, verfeinert mit frischen Kräutern: Zitronenverbene, Eberraute, Bergbohnenkraut, Ananassalbei und Rosmarin. Die feine Kohlensäure macht das Getränk fein prickelnd.

Im Glas

In der Nase intensiv nach reifen Äpfeln und Holunderblüten, im Hintergrund leicht würzige Noten von Thymian und weiteren Kräutern. Am Gaumen tragen Apfel-, Trauben- und Pfirsichfrucht eine feine Süße, die einen spannenden Bogen zur kräuterwürzigen Apfelsäure spannt und in einem langen Holundernachhall endet.

Zum Genießen

Ein kräftiger, duftiger Apéro – gut gekühlt oder gern auf Eis serviert.

Passt zu: Desserts mit Holunderblüten oder exotischen Früchten sowie Ziegenfrischkäse mit Rosmarin.


Hersteller: Manufaktur Jörg Geiger GmbH (Schlat, Deutschland)
Produkt: alkoholfreies, prickelndes Fruchtgetränk (weißduftig)
Zutaten: helle Frucht (Apfel, Traube, Pfirsich), Zitronenverbene, Eberraute, Bergbohnenkraut, Ananassalbei, Rosmarin
Herkunft: Schwäbische Streuobstwiesen (Deutschland)
Mindesthaltbarkeit (MHD): 16.08.2028

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Rebsorten

Domaine Denis Mortet Gevrey Chambertin 1er Cru 2022

Rotwein · Gevrey-Chambertin Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Gevrey-Chambertin · 1er Cru Cherbaudes · Petite Chapelle · Bel Air Reben ~50 Jahre 18 Monate Holz · hoher Neuholzanteil

Der Gevrey-Chambertin 1er Cru 2022 von Denis Mortet ist eine Assemblage aus drei Premier-Cru-Lagen rund um den Clos de Bèze. Reinsortiger Pinot Noir mit roter Frucht, Unterholz und seidigen Tanninen – einer der charmantesten und zugänglichsten Premier Crus des Guts.


Drei Premier-Cru-Lagen rund um Clos de Bèze

Dieser Premier Cru vereint drei benachbarte Lieux-dits, von denen keiner für sich groß genug für eine eigene Cuvée wäre: Cherbaudes (direkt unterhalb von Mazis-Chambertin), Petite Chapelle (angrenzend an den Grand Cru Les Gémeaux) und Bel Air (eine hochgelegene Parzelle oberhalb des Clos de Bèze, eine Fortsetzung von Ruchottes-Chambertin). Die Reben sind im Schnitt rund 50 Jahre alt.

Die Nähe zum Clos de Bèze macht diesen Wein zum charmantesten der Premier Crus des Guts. Die Domaine Denis Mortet, heute von Arnaud Mortet geführt, zählt zu den Spitzenadressen von Gevrey-Chambertin.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der dem Charme dieser Assemblage Substanz verleiht.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, eine Assemblage aus Cherbaudes, Petite Chapelle und Bel Air mit rund 50 Jahre alten Reben. Strenge Traubenselektion, teilweise Entrappung, Spontangärung mit natürlichen Hefen und sehr moderate Extraktion.

Ausbau über 18 Monate im Eichenfass mit hohem Neuholzanteil (rund 50–60 %), ganz im Stil des Guts.

Im Glas

In der Nase rote Beeren, Unterholz, Orangenzeste und ein Hauch schwarzer Trüffel, dazu feine Würze. Am Gaumen mittel- bis vollmundig, elegant und integriert, mit feinen, puderigen Tanninen und einem frischen Fruchtkern, der in ein feines Finale übergeht.

Rote Beeren, Unterholz und Trüffel über feinen, puderigen Tanninen – der charmanteste Premier Cru des Guts.

Schon vergleichsweise früh zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Ente, Rind, Gerichte mit Pilzen oder Trüffel, dazu gereifter Käse wie Comté. Ein Wein für gehaltvollere Gerichte und den besonderen Anlass.


Lage: Gevrey-Chambertin; Assemblage aus Cherbaudes, Petite Chapelle und Bel Air (Nähe Clos de Bèze), Reben ~50 Jahre
Klassifikation: Gevrey-Chambertin Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir, teilweise entrappt, Spontangärung; 18 Monate Holz mit hohem Neuholzanteil (~50–60%)

Mehr erfahren ...