Das Weingebiet Friaul

Friaul: Im Zeichen des Weins – Geschichte, Vielfalt und Qualität an Italiens Nordostgrenze


Wenn sie einfach nur mal ein paar Jahrzehnte ihre Ruhe haben wollen würden – man könnte es ihnen nicht verdenken. Aber das gilt im Friaul als die falsche Einstellung: man ist ständig in Bewegung und hat sich mit viel Schweiß an die qualitative Spitze der italienischen Weißwein-Produktion vorgearbeitet – trotz seiner sehr wechselvollen und oft harten Historie. Ja, man hatte es hier, bedingt durch die geografische Randlage im äußersten Nordosten des Landes, nicht immer leicht. Dabei begann es für den Weinbau eigentlich ganz gut: schon während der Bronzezeit, also vor etwa 3000 Jahren, wurden hier die ersten Reben gepflanzt. Später war der Landstrich sehr beliebt bei römischen Legionären, die ihren Abschied von der Armee genommen und danach einen Anspruch auf ein kleines Landgut hatten. Auf diesem wurde dann neben anderem Obst und Gemüse auch Wein angebaut. Diese Selbstversorgerpraxis, die zwar keine geschmacklich überragenden Tropfen hervorgebracht haben wird, aber doch ein erstes flächendeckendes Netz kleiner Weinberge etablierte, nahm ein jähes Ende, als während der Völkerwanderungszeit die Langobarden in den Landstrich einfielen. Was nicht direkt zerstört wurde, verfiel nach und nach. Erst den Patriarchen von Aquileia, einer Stadt, die damals ob ihrer strategisch günstigen Lage an vielen Handelswegen in ihrer Bedeutung direkt hinter Rom rangierte, gelang es, den Faden wieder aufzunehmen und unter Herrschaft der Kirche den Weinbau erneut zu einem bedeutenden Standbein der Region zu machen. 

Waren diese zwar schon recht einflussreiche, aber immer noch in der Region selbst ansässige Herrscher, geriet das Friaul im Jahr 1420 an die Republik Venedig, einer absoluten Supermacht. Fast 400 Jahrhunderte teilte man ein gemeinsames Schicksal – der zweite, im alltäglichen Sprachgebrauch meist unterschlagene Namensteil „Julisch-Venetien“ erinnert noch heute daran. Das Friaul profitierte einerseits vom ausgedehnten Seehandel in der Levante, litt andererseits aber auch unter dem sich ab dem 16. Jahrhundert abzeichnenden, langsamen Niedergang des venezianischen Einflusses in der Welt. Ein Player, der zeitgleich in die entgegengesetzte Richtung marschiert war, nämlich von einem recht unbedeutenden Herzogtum zu einer der dominierenden Mächte Mitteleuropas, witterte diese Schwäche – und so riss sich das Haus Habsburg im Jahr 1797 das Friaul unter den Nagel und verleibte es seinem Vielvölkerstaat ein. Für Wien hatte es vor allem strategische Bedeutung: die heutige Hauptstadt Triest, ob ihrer Kaffeehauskultur gern als „Wien am Meer“ bezeichnet, fungierte damals als Stützpunkt der österreichischen Mittelmeerflotte. Die glorreiche Zeit der k.u.k.-Monarchie erlebte der Landstrich jedoch nicht mehr: ein Jahr vor deren Beginn 1867 fiel es an das gerade erst gegründete Königreich Italien. 

Waren bis zu dieser Zeit vor allem autochthone Sorten kultiviert worden, änderte die gegen Ende des Jahrhunderts einsetzende Reblausplage das Portfolio radikal: während der aufwändigen Neuanpflanzungen gelangten in großer Zahl französische Trauben in die bisher eher abgelegenen Weinberge. Cabernet Sauvignon, Merlot, Sauvignon Blanc und Pinot Grigio schlugen aufgrund ihrer zuverlässigen Erträge und besserer Vermarktbarkeit auf den zunehmend internationalen Märkten schnell Wurzeln. Ähnliches war Österreich in den 70 Jahren seiner Herrschaft nicht gelungen: Veltliner, Blaufränkisch und Co. sucht man im Friaul vergebens. Doch wo man auf einen weintechnischen Fingerabdruck wohl verzichten mochte, konnte man sich mit dem Verlust von Triest ganz und gar nicht abfinden – im Ersten Weltkrieg tobten die grausamen Isonzoschlachten auf friulischem Gebiet und auch der Gebirgskrieg in den Julischen Alpen hat mit Schützengräben und weggesprengten Berggipfeln seine Spuren hinterlassen. Ein Großteil des Bodens ist im wahrsten Sinne des Wortes mit Blut getränkt.

Italien, Österreich – und dann ist da ja auch noch Slowenien, dessen Nachbarschaft sich in der Zeit des Kalten Krieges als verheerend erwies. Zwischen dem Friaul und dem sozialistischen Jugoslawien verlief die Grenze zwischen Ost und West, der viele alte Handelswege abschnitt und eine über Jahrhunderte gewachsene Kulturlandschaft zerstückelte. Man musste sich also irgendwie neu erfinden, wollte man in der Weinwelt weiterhin eine Rolle spielen. Und nahm glücklicherweise einen erst später so richtig einsetzenden Trend vorweg: man gab den bisherigen Fokus auf rote Trauben auf und verschrieb sich mehr und mehr dem Weißwein, der heute 85 Prozent der Gesamtproduktion ausmacht. Zusätzlich öffnete man sich moderner Kellertechnik wie der gekühlten Gärung in Stahltanks, was einen Anschluss an die führenden Weinbauregionen Europas ermöglichte. Der bisherigen, sehr rustikalen Machart – überreife, wild zusammengewürfelte Trauben zusammen mit den Stielen in Holzgebinden vergären zu lassen, was zu beinahe likörähnlichen Resultaten mit Kopfschmerz-Potential führte -, setzte man Reinsortigkeit und einen geschmacklich sehr klaren und fokussierten, fruchtbetonten Stil entgegen. Ab den 80er Jahren war man angekommen auf dem Weltmarkt und konnte sich infolgedessen auch über Wasser halten, als eine Zeit lang eher kräftige Rotweine á la Toskana gefragt waren. 

Dann fiel endlich der Eiserne Vorhang und das Friaul tauschte seine Zonenrandlage gegen eine strategisch äußerst günstige Position in einem europäischen Dreiländereck. Collio Goriziano liegt, als neben den Colli Orientali wohl bekannteste und beste Weinbauregion Friauls, nicht umsonst teils auf slowenischem, teils auf italienischem Boden. Nicht nur die unterschiedlichen sprachlich-kulturellen Gegebenheiten fließen hier zu einer interessanten Mixtur zusammen, auch das vorherrschende Klima profitiert von einer Vielzahl an Einflüssen. Im Norden, an der Grenze zum österreichischen Kärnten, schützen die Julischen Alpen vor kalten Winden aus Russland, wodurch Spätfröste hier in der Regel keine Gefahr darstellen. Die von den Bergen dennoch stetig herabwallende gewisse Kühle verleiht den Weinen die so wichtige lebhafte Säurestruktur. Aus der anderen Richtung, der südlich gelegenen Adria mit der Lagune von Venedig, gelangen angenehm warme, mediterrane Luftströme bis weit ins Hinterland hinein. Ebendiese sorgen auch dafür, dass die recht hohen Niederschlagsmengen kein Problem darstellen: die nach einem Regenschauer den Pflanzen anhaftende Feuchtigkeit wird quasi weggefönt, die Gefahr von Pilzerkrankungen auf natürliche Weise minimiert. Ein echter Wohlfühlort für Trauben, die hier vergleichsweise schnell ausreifen und früh gelesen werden können. 

So sehr von seiner Umgebung begünstigt zu werden ist der Friulano eigentlich gar nicht gewohnt. Denn das weintechnische Aushängeschild der Region gibt sich eher genügsam und liefert auch bei nicht so optimalen Verhältnissen hohe Erträge, muss sogar radikal zurückgeschnitten werden, um später geschmacklich nicht zu verflachen. Obwohl sein Name darauf hindeutet, dass es sich um eine autochthone Rebe handelt, liegen seine Wurzeln eigentlich im Süden Frankreichs. Warum er dann aber bis vor wenigen Jahren noch als Tocai bezeichnet wurde – der Name des berühmtesten Weines Ungarns, das auf eine Namensänderung pochte – kann niemand so recht erklären: ein Zeichen dafür, wie wenig man in Zeiten vor gentechnischen Analysemöglichkeiten über Herkunft und Verwandtschaft verschiedener Rebsorten wusste. Während er in Europa sonst so gut wie nirgends kultiviert wird, halten sich im weit entfernten Südamerika, in Argentinien und Chile, einige nennenswerte Bestände. Der goldgelbe, von Natur aus recht alkoholstarke Wein wird meist, wenn auch nicht immer, trocken ausgebaut und gerät dann zu einem säurearmen, aber dennoch frischen Alltagstropfen mit Anklängen an Zitrusfrüchte, Äpfel und Wiesenkräuter – ein perfekter Aperitif für einen lauen Sommerabend.

Der Friulano nimmt etwa ein Drittel der insgesamt 20 000 Hektar Rebfläche im Friaul ein, was es in etwa so groß wie das deutsche Weinbaugebiet Pfalz macht. In Anbetracht der 700 000 Hektar, die ganz Italien auf sich vereinigt, ist das freilich sehr wenig. Die Fläche ist jedoch seit Jahren im Wachsen begriffen, und der Grund dafür heißt Glera. Seit 2010 ist dies der Name der vormals als Prosecco bezeichneten Traube, während der Begriff Prosecco seither nur noch das Herkunftsgebiet bezeichnet. Dieses ist sehr groß und erstreckt sich nicht nur über Teile Friauls, sondern auch solche des angrenzenden Venetiens. Wer den tatsächlichen Ursprung des Schaumweines besuchen will, der findet das gleichnamige Dorf übrigens hochgelegen auf dem Karst in der Nähe von Triest. Dass immer mehr Flächen für die Glera ausgewiesen, mithin sogar rote Rebstöcke für sie gerodet werden, mag zum Teil mit dem unglaublichen Erfolg des Aperol Spritz zusammenhängen – ein Trend, der sich in Ländern wie Frankreich, wo immer mehr Cremant erzeugt wird, ebenfalls beobachten lässt.

Wer glaubt, der weiße Rebsorten-Reichtum sei mit diesen beiden schon an sein Ende geraten, der irrt. Wir haben ja noch gar nicht die Ribolla Gialla erwähnt. Die ist in der Tat manchmal leicht zu übersehen, denn sie wird kaum in der Ebene angebaut, wo sie zu ihrem geschmacklichen Nachteil wild wuchern würde, sondern fast ausschließlich in den kargen Hügellandschaften im Osten. Als leichter und frischer Wein mit fruchtig-blumiger Aromatik hat sie das Zeug zu einem Tropfen, mit dem jeder glücklich gemacht werden kann. Dabei bietet die Ribolla Gialla der neugierigen Nase einen ganze Obst-Klaviatur an, die auch gern mal eher unvertraute Akkorde wie Stachelbeere oder Grapefruit einfließen lässt. Ihre leicht balsamischen, an Salbei erinnernden Anklänge federn dabei den recht hohen Säuregehalt gut ab. Nur selten trocken, sondern vor allem „dolce“, also als feiner Süßwein, brilliert hingegen der Verduzzo. Er bildet die Grundlage für den bernsteinfarbenen, DOCG-geadelten Ramandolo, dessen unaufdringliche Süße, nussig unterlegten Honig- und Vanillenoten und tänzelnde Säure ihn zu einem der besten Vertreter seines Fachs in Italien machen.

Ebenso wie jede Rebsorte ihre eigene Geschichte hat, sind auch die Böden, auf denen die Stöcke wachsen, nicht einfach vom Himmel gefallen. Hier müssen wir allerdings nicht in Jahrhunderten denken, sondern eher in Jahrmillionen. Etwa 50 davon sind vergangen, seitdem das Friaul als riesiges Korallenriff am Boden eines wilden Urmeeres lag. Im Laufe der Zeit lagerten sich verschiedenste Sedimente ab, die sich allmählich verdichteten und die heutige Bodenstruktur prägen: in den Ebenen im Westen sind es vor allem Lehm und Schwemmland, die eher den Anbau einfacher Weine begünstigen. Im Osten hingegen bildeten tektonische Verschiebungen – die bis zum heutigen Tage nicht abgeschlossen sind und in jüngster Zeit zu verheerenden Erdbeben geführt haben – eine Hügellandschaft und türmten schließlich die Alpen auf. Hier trat vor allem Kalk an die Oberfläche, überlagert von Sandstein und Mergel, hin und wieder findet sich sogar ein vulkanischer Einschlag. Die Böden sind recht locker und lassen Wasser schnell versickern, zudem arm an Nährstoffen wie Stickstoff, dafür aber reich an Mineralien – perfekt zur Erzeugung von Spitzenweinen, denn diese Struktur sorgt dafür, dass die Rebstöcke es nicht allzu leicht haben und dann fett und träge werden, sondern tief hinabwurzeln müssen, um sich versorgen zu können. Im Wein spiegeln sich diese Einflüsse durch eine feine Mineralik, hohe Komplexität und lange Lagerfähigkeit wider. Die Lockerheit der Böden ist zwar einerseits ein Vorteil, der es auch jungen Rebstöcken ermöglicht, einen guten Stand zu erlangen, andererseits sehr erosionsanfällig. Gerade in hügeligen Regionen setzt man deshalb auf Terrassenweinbau, der die Weinbergsflächen mit Stützmauern davor schützt, beim nächsten Regen weggespült zu werden. Zudem spritzt man nicht jedes dort zwischen den Reben wachsende Pflänzchen zu Tode, sondern setzt auf die das Erdreich stabilisierenden Eigenschaften möglichst vieler Wurzeln – auch wenn sie von sogenanntem „Unkraut“ stammen. Das wiederum bietet vielen Insekten und Kleinsäugern einen Lebensraum – ökologischer Weinbau, ohne das Prädikat an die große Glocke zu hängen.

Auf solchen Böden werden jedoch nicht nur die Grundlagen für feine Weine gelegt, auch die Rohprodukte anderer Lebensmittel profitieren von der herrlichen Lage zwischen Alpen und Adria. Die Basis vieler friulischer Gerichte bildet Polenta, also Maisgrieß. Ob einfach nur gekocht und mit zerlassener Butter vermengt, gebraten oder gegrillt, als Hauptgericht oder Beilage – die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt. In der Provinz Udine kommt man kaum am Schwein vorbei, dessen Fleisch mit Vorliebe zu Pancetta verarbeitet wird: geräucherter und gereifter Bauchspeck, den man je nach Fettgehalt entweder als Grundlage für deftige Eintopfgerichte oder als schmackigen Aufschnitt schätzt. Von etwas feinerer Aromatik ist der berühmte Schinken aus San Daniele, der ebenso wie die Weine bei seiner Reifung vom Zusammentreffen feuchtwarmer Adrialuft mit den kühl-trockenen Alpenwinden profitiert. Galt er bis vor 100 Jahren als kaum beachtete, nur lokal bekannte Spezialität, trat er ab den 50er Jahren seines Siegeszug um die Welt an – immer ein wenig im Schatten des „großen Bruders“ aus Parma, aber mit einer treuen Anhängerschaft, die den milden, leicht süßlich-nussigen Geschmack des Schinkens schätzt. Im Dessertbereich dominiert bis heute der altösterreichische Mehlspeisen-Einfluss: an Strudel und Co. reicht höchstens noch das Tiramisu heran, das – entgegen entschiedener Proteste aus Venetien – wahrscheinlich hier erfunden wurde. Obwohl all dies einen Hauch von Haute Cuisine, von ausgesuchtem Genuss hat, ist die ursprüngliche friulische Küche im Grunde sehr einfach gestrickt – eine Küche der Bauern, Hirten und Reisenden auf den hier verlaufenden Routen an die Adriaküste oder in Richtung Balkan, seit jeher multikulturell geprägt. Das beste Beispiel dafür ist ein ehrliches Frico, im benachbarten Kärnten auch bekannt als Frigga. Das Omelett mit Speck und Käse – vorzugsweise der heimischem würzige Montasio – wurde in früheren Zeiten von Holzfällern in schwarzgerußten Pfannen über dem Lagerfeuer ausgebacken. Auch Triester Gulasch und die Jota, eine gehaltvolle, intensiv gewürzte Suppe aus Sauerkraut und Bohnen oder sauren Rüben mit Selchfleisch, schlagen in dieselbe Kerbe. 

Bei einer derart gehaltvollen Küche muss aber irgendwann auch mal ein Rotwein her! Kein Problem, auch wenn die roten Tropfen meist eher das Format unkomplizierter Alltagsweine haben und qualitativ nicht an ihre weißen Kollegen heranreichen. Da die Konkurrenz aus anderen Landesteilen groß ist, schaffen es nur sehr wenige Rote überhaupt in den Export, sondern bleiben eher den Einheimischen vorbehalten. Schade eigentlich. Denn neben den hinlänglich bekannten Cabernet Sauvignon und Merlot wartet das Friaul auch hier mit spannenden Underdogs auf, denen eine Chance zu geben sich immer lohnt. Wer gern alle Regler nach rechts gedreht hat in Sachen Wein, der greift am besten zum kernigen Refosco, besser gesagt zum hier vorherrschenden Refosco dal Peduncolo Rosso, dem „mit den roten Stielen“. Schon der Name allein ist eine Ansage, und die hohen Säure- und Gerbstoffwerte sind es auch. Zu allem Überfluss ist er eine wahre Fruchtbombe: satte Pflaumen- und Feigen-Aromatik prescht ordentlich vor und hat gern mal interessante Noten von Mandeln, Tabak und Veilchen im Schlepptau. Etwas im Weg steht er sich höchstens mit seiner Unbeständigkeit: überzeugt er in einem Jahr mit ausgewogener Vollmundigkeit, kann er im Jahr darauf äußerst ungestüm, nämlich bitter und geradezu aggressiv sauer geraten – für Kellermeister, die über Tischwein-Qualitäten hinauskommen wollen, eine echte Herausforderung. Gerade diese unverzüchtete, noch an wilden Wein erinnernde Urtümlichkeit ist es aber, die solche Tropfen von industriellen Massenweinen bestens abhebt. Mit einer ersten schriftlichen Erwähnung bereits Anfang des 15. Jahrhunderts gilt er als eine der ältesten italienischen Rebsorten. Noch deutlich betagter ist da höchstens der Schiopettino – wieder so ein Sunnyboy-Name! Ob er den der harten Schale seiner Beeren verdankt, die ihn ebenso wie den Refosco vor Schädlingsbefall und Fressfeinden schützt, dem spritzigen Mundgefühl oder doch Lautmalerei für das Geräusch der im Mund platzenden Früchte ist, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Fast wären die aus ihm gekelterten, dunklen und waldbeerig-pfeffrigen Weine gar nicht bis in unsere Zeit gelangt, denn aufgrund seiner Tendenz zur Verriegelung und der Anfälligkeit gegenüber Falschem Mehltau tendierte seine Anbaufläche irgendwann gegen Null, bevor in den 70er Jahren einige Winzer eine erfolgreiche Wiederbelebung starteten. 

Besonders Ausschau halten sollte man nach dem Pignolo. Ist der Refosco eher der junge Rowdy, der mit der Vespa mitten über die Piazza rast, kann der Pignolo uns als die in Wein gegossene Version des gestandenen Signore gelten, der dabei tadelnd an seinem Espresso nippt. Sein Name deutet lautlich auf eine Verwandtschaft mit der Pinot-Familie hin, mit einem Pinot Noir hat dieser tiefdunkle Wein aber nichts zu tun. Vielmehr ist er – das haben beide dann doch gemein – der Tannenzapfenform der Traube geschuldet, so zumindest die Wohlmeinenden. Spötter hingegen weisen darauf hin, dass der Name aus dem Italienischen auch als „pingelig“ oder „kleinlich“ übersetzt werden kann – ein nur allzu deutlicher Hinweis auf die Kombination aus geringen Erträgen und hohen Standortansprüchen, die der Rebe eigen sind. Die Friulaner vergleichen ihn gern mal mit dem piemontesischen Barolo, und in der Tat eint beide ein hoher Tanningehalt, der erst durch lange Reifezeiten gezähmt werden muss. Die üppige Kirschfrucht und die anfangs nicht allzu gaumenschmeichelnden Noten von Bitterschokolade, Kaffee und schwarzem Pfeffer sind sicherlich nicht jedermanns Sache, zu einem guten Steak aber einfach unschlagbar.

Wir sehen: Vielfalt ist in Friuli-Venezia Giulia, wie die Einheimischen ihre Heimat nennen, keine bloße Marketing-Worthülse, sondern gelebte Praxis. Und das in vielerlei Hinsicht: natürlich ist Italienisch die von allen geteilte Lingua franca, daneben sind aber auch diverse Minderheitensprachen anerkannt. Besonders das Furlanische genießt einen hohen Stellenwert – als rätoromanische Sprache ist es eng mit gewissen Schweizer Dialekten verwandt. Daneben haben das Venetische, das Slowenische und vor allem das Deutsche eine lange Tradition. Deutlich machen das im Weinbereich insbesondere sehr deutsch anmutende Namen wie Jermann – der ursprünglich aus dem österreichischen Burgenland stammende, berühmteste Winzer der Region. Wobei, „berühmt“ – das ist hier immer so eine Sache, denn die Weinbauern im Friaul haben verstanden, dass nicht für ewig ist. Der Picolit etwa, ein Dessertwein aus der gleichnamigen Traube mit ihren sehr kleinen Beeren, zählte im 18. und 19. Jahrhundert zu den gesuchtesten süßen Tropfen Europas und wurde an Fürstenhöfen und bei Staatsempfängen ausgeschenkt. Anders als etwa den Weinen von Sauternes gelang es ihm jedoch nicht, sich den Nimbus des edlen Elixiers dauerhaft zu erhalten. Um ihn wieder auf ein dauerhaft hohes qualitatives Niveau zu heben und den Bekanntheitsgrad immerhin etwas zu steigern, verlieh man dem Picolit 2006 den DOCG-Status – einer von insgesamt vier im Friaul, zu denen sich noch ganze zehn, wenn auch oft nur sehr kleine, DOC-Zonen gesellen. Fast die Hälfte aller friulischen Weine können sich mit einem der beiden Prädikate schmücken, eine in Italien extrem hohe Quote. 

Mittlerweile muss man aber doch ein bisschen kämpfen, denn die Zeiten, in denen in Sachen Weißwein erst Frankreich kam, dann direkt das Friaul und dann erstmal längere Zeit nicht so viel, die sind schon länger vorbei – inzwischen werden auch in Deutschland und Österreich Weiße auf Weltniveau erzeugt. Doch Stillstand oder gar Selbstmitleid liegt den hiesigen Weinbauern fern, und so wird man halt gern mal zum Vorreiter. Eines der eindrücklichsten Beispiele der vergangenen Jahre ist der Bereich Orange Wines – die nach der Art eines Rotweines erzeugten, also zusammen mit den Schalen vergorenen Tropfen sind mittlerweile obligatorisch für jede Weinbar, die etwas auf sich hält. Die Weingüter Radikon und Gravner haben hier echte Pionierarbeit geleistet, und wo sonst passen in Amphoren ausgebaute Naturweine besser hin als in diese etwas abseitige Gegend? Wo, abgesehen von Südtirol, die besten Weißweine ganz Italiens erzeugt werden – selbst der in anderen Landesteilen gern mal etwas blass ausfallende Pinot Grigio gerät hier beeindruckend charakterstark. Ja, kommen und staunen… der Weintourismus steckt noch in den Kinderschuhen und lockt anders als komplett durchkommerzialisierte Regionen wie die Toskana mit echten Entdeckungen. Sowieso scheint das Konzept Masse hier nicht recht zu funktionieren: angesagte „Trendweine“, Glamour und große Namen sucht man vergebens, und auch die Preise bewegen sich in der Regel deutlich über Supermarkt-Niveau. Weder für Etiketttrinker noch für Pfennigfuchser die richtige Adresse also – für Liebhaber uralter autochthoner Trauben, nach Entschleunigung suchende und gern auf historischen Pfaden wandelnde Genießer dafür umso mehr.

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Rebsorten

Martin Waßmer Jung & Wild Weissweincuvée

Weißwein · Cuvée · Markgräflerland

Martin Waßmer Jung & Wild Weißweincuvée ist die junge, frische Linie eines der profiliertesten Burgunder-Betriebe des Markgräflerlands. Während Waßmer bei den Lagenweinen für seinen burgundisch geprägten Stil bekannt ist, zeigt diese Cuvée bewusst die zugängliche, moderne Seite des Guts. Ein unkomplizierter Weißwein mit klarer Frucht und feiner Säure, gemacht für warme Tage.


Markgräflerland

Das Markgräflerland liegt im äußersten Südwesten Deutschlands, eingebettet zwischen Schwarzwald und Rhein, nahe der Grenze zu Frankreich und der Schweiz – eine der wärmsten Weinregionen des Landes. Die Trauben wachsen auf kalkhaltigen Böden mit Auflagen aus Löss und Lehm, die der Cuvée Frische und eine dezente Mineralik geben. In den Weinbergen wird naturnah gearbeitet, von Hand gelesen und bereits im Weinberg selektiert.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Sauvignon Blanc, Auxerrois und Scheurebe. Sauvignon Blanc steuert Zitrus, Frische und Spannung bei, Auxerrois sorgt für Rundung und weiche Frucht, Scheurebe ergänzt duftige, florale Noten. Ausgebaut wird die Linie betont frisch im Edelstahltank, ohne Holz, damit die Rebsortenaromatik klar im Vordergrund bleibt.

Im Glas

In der Nase saftiger Apfel und helle Zitrusfrucht, dazu florale Anklänge von Holunder- und Akazienblüte und ein Hauch Stachelbeere. Am Gaumen frisch und saftig, mit feiner Säurestruktur und etwas Aprikose. Der Abgang bleibt trocken, klar und animierend, mit dezent mineralischem Nachhall.

Am Tisch

Als Aperitif an warmen Sommertagen oder als unkomplizierter Begleiter durchs Essen. Jung und frisch am besten in den ersten ein bis zwei Jahren; kühl lagern.

Klassische Begleitung: Krustentiere, kräftiger Fisch, helles Geflügel und Kalbfleisch. Bei 9–11 °C servieren.


Lage: Markgräflerland, Baden
Klassifikation: Qualitätswein (QbA)
Ausbau: Edelstahltank, betont frisch, ohne Holz

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Spanien

Jade Gross Harrobia 2024

Rotwein · Rioja Alavesa · Tempranillo

Tempranillo Rioja Alavesa Harrobia · La Cantera alte Buschreben (39 J.) ~650 m Höhe 13 Monate franz. Eiche 2024

Der Jade Gross Harrobia 2024 stammt aus dem ersten Weinberg, den Jade Gross zu Beginn ihres Projekts erwerben konnte – einer hochgelegenen Einzellage unterhalb der Sierra de Toloño. Ein Tempranillo von ausgeprägter Frische und pikanter Säure, der trotz seiner Kraft eine bemerkenswerte Spannung besitzt.


Harrobia – der erste eigene Weinberg

Jade Gross, in Hongkong geborene chinesisch-amerikanische Quereinsteigerin aus der Spitzengastronomie, begann ihr Rioja-Projekt 2019 unter der Mentorschaft von Abel Mendoza. Harrobia ist der erste Weinberg, den sie zu Beginn ihres Projekts erwerben konnte. Der Name stammt aus dem Baskischen und bedeutet „Steinbruch" – eine Anspielung auf den Namen der Lage La Cantera. Die Parzelle liegt direkt unterhalb der Sierra de Toloño in der Rioja Alavesa, im baskischen Teil der Rioja.

Die Trauben stammen aus einer nach Westen ausgerichteten Einzellage. Die 39 Jahre alten Buschreben wachsen auf kalkhaltigen Tonböden mit Anteilen von Sandstein in rund 650 Metern Höhe. Durch die kühle Lage und die besonderen Bodenverhältnisse verlängert sich die Vegetationsperiode der Tempranillo-Reben deutlich – die Kombination aus Höhe, Exposition und Bodenstruktur prägt den Wein mit Frische, Struktur und mineralischer Tiefe.

Jahrgang 2024 – Rioja Alavesa

Die Trauben wurden am 29. September 2024 von Hand gelesen. Der Jahrgang zeigt den Harrobia mit ausgeprägter Frische und pikanter Säurestruktur, die dem Wein trotz seiner Kraft eine bemerkenswerte Spannung verleiht – die kühle Höhenlage gibt ihm Energie und mineralische Tiefe.

Ausbau

Reinsortiger Tempranillo aus dem Jahrgang 2024, trocken.

Handlese in kleinen Kisten. Etwa 30 % der Trauben wurden als ganze Trauben vergoren, die Gärung erfolgte in offenen Gärbehältern. Anschließend reifte der Wein 13 Monate in französischen Eichenfässern, überwiegend in 500-Liter-Fässern, davon rund 30 % neues Holz. Produktion: 2.258 Flaschen.

Im Glas

Ein kühl-frischer, mineralisch geprägter Tempranillo: klare rote und dunkle Frucht, getragen von einer pikanten, lebendigen Säurestruktur und feiner Würze. Am Gaumen kraftvoll, doch von bemerkenswerter Spannung und Frische, mit Struktur und mineralischer Tiefe bis in den langen Abgang.

Trotz seiner Kraft eine bemerkenswerte Spannung – Frische, Struktur und mineralische Tiefe.

Schon jetzt mit viel Trinkfreude, mit gutem Reifepotenzial; profitiert von etwas Luft. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu gegrilltem und geschmortem rotem Fleisch, zu Lamm und Ibérico-Schwein, zu kräftigen Eintöpfen sowie zu gereiftem Käse.


Lage: Rioja Alavesa, Harrobia/La Cantera unterhalb der Sierra de Toloño (Spanien); nach Westen ausgerichtete Einzellage, kalkhaltige Tonböden mit Sandstein, ~650 m, 39 J. alte Buschreben
Klassifikation: DOCa Rioja, Tempranillo (trocken); 2.258 Flaschen
Ausbau: Tempranillo; ~30 % Ganztrauben, Gärung in offenen Behältern; 13 Monate franz. Eiche (überwiegend 500 l, ~30 % neu); handwerklich

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Frankreich

Domaine Duroché Gevrey Chambertin Les Jeunes Rois 2022

Rotwein · Gevrey-Chambertin · Pinot Noir

Pinot Noir Gevrey-Chambertin AOC Lieu-dit Les Jeunes Rois Reben aus 1953 2022

Der Gevrey-Chambertin Les Jeunes Rois 2022 von Pierre Duroché stammt aus einer winzigen Parzelle mit alten Reben aus dem Jahr 1953. Ein reinsortiger Pinot Noir in besonders dichter, kompakter Form – Extrakt und Frucht öffnen sich erst mit viel Luft.


Les Jeunes Rois – alte Reben in Gevrey-Chambertin

Die Lage Les Jeunes Rois liegt in Gevrey-Chambertin, der größten Gemeinde der Côte de Nuits. Aus einer winzigen Parzelle mit Reben aus dem Jahr 1953 entsteht dieser Wein; die tief im sandigen Mergel wurzelnden Stöcke verleihen ihm eine feine und zugleich komplexe Struktur.

Pierre Duroché zählt zu den gesuchten Adressen von Gevrey-Chambertin; seine Handschrift zielt auf Finesse, Präzision und einen klaren Terroir-Ausdruck.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der zur dichten, extraktreichen Art dieses Weins passt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, von Reben aus dem Jahr 1953.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – auf Extrakt, Dichte und einen klaren Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Pinot Noir in kompakter, dichter Form – Extrakt und Frucht öffnen sich erst mit viel Luft. Unreife Himbeeren, Veilchen und Frühlingswiese treffen auf Graphit, nasse Steine und ätherische Anklänge. Ein Wein, der noch Zeit braucht.

Unreife Himbeere, Veilchen und Graphit über nassen Steinen – dicht, extraktreich und mit großer Zukunft.

In der Jugend noch verschlossen; sein volles Potenzial entfaltet der Wein über viele Jahre Flaschenreife. Vor dem Genuss großzügig dekantieren; bei 16 °C servieren.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Ente, Gerichte mit Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für gehaltvollere Gerichte und den besonderen Anlass.


Lage: Les Jeunes Rois (Lieu-dit), Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); sandiger Mergel, Reben aus 1953
Klassifikation: Gevrey-Chambertin AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Whisky

Octomore Edition 07.2_208 Travel Retail Exclusive

Whisky · Single Malt · Islay · Octomore

Octomore Edition 07.2_208 ist ein super-stark getorfter Islay Single Malt der Bruichladdich Distillery und eine Travel-Retail-Exklusivabfüllung. Octomore fordert seit 2008 die gängige Whisky-Weisheit heraus: fünf Jahre gereift, extrem hoch getorft und nahe der Fassstärke abgefüllt. Diese Edition verbindet Reifung in American Oak mit Fässern, die zuvor Syrah aus dem nördlichen Rhônetal enthielten. Mit 208 ppm und überraschender Eleganz – die „unmögliche Gleichung".


Islay

Die Bruichladdich Distillery steht seit 1881 auf den Rhinns of Islay. Octomore ist nach einem ehemaligen Hofgut oberhalb von Port Charlotte benannt. Verwendet wird schottische Gerste; der außergewöhnlich hohe Torfgehalt entsteht beim Mälzen.

Herstellung und Reifung

Der Single Malt ist mit 208 ppm super-stark getorft und reifte fünf Jahre in American Oak und in ehemaligen Syrah-Fässern aus dem nördlichen Rhônetal. Diese „Cask Evolution" bringt zusätzliche rote Frucht ein. Abgefüllt wurde er ungefärbt und nicht kühlgefiltert nahe der Fassstärke (58,5 % vol.).

Im Glas

Goldgelb. In der Nase Goldsirup, Rauch und rote Beeren, dazu pochierte Birne, Pfirsich, Aprikose und florale Noten. Am Gaumen verbinden sich süße Frucht und kräftiger Rauch zu einer seidigen Textur, mit Kirsche, Brombeere und Karamell. Der Abgang ist sehr lang, rauchig und durch die Syrah-Fässer leicht tanninbetont.

Zum Genuss

Pur in einem Nosing-Glas genießen; einige Tropfen Wasser bringen die roten Fruchtnoten hervor. Ein Whisky für Liebhaber rauchiger Islay-Malts mit Wein-Twist.

Passt außerdem zu geräuchertem Fisch, kräftigem Hartkäse und dunkler Schokolade.


Herkunft: Islay, Schottland (Bruichladdich Distillery)
Art: Super-stark getorfter Islay Single Malt, 208 ppm (Travel Retail)
Reifung: 5 Jahre in American Oak und Syrah-Fässern

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Deutschland

Paul Schumacher Alegria Frühburgunder

Wein · Rotwein · Ahr · Deutschland

Paul Schumacher Alegría Frühburgunder ist ein sortentypischer Frühburgunder von der Ahr. Im Duft Veilchen- und Brombeeraromen, am Gaumen frisch und saftig mit dezentem Tannin – eine wahre „Freude", wie der Name verspricht.


Ahr

Das Weingut Paul Schumacher liegt an der Ahr – einem der nördlichsten und renommiertesten Rotweingebiete Deutschlands, das vor allem für Spät- und Frühburgunder bekannt ist. Das geschützte Klima des Ahrtals und die Schieferböden bringen elegante, fruchtbetonte Burgunderweine hervor.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Frühburgunder – einer früh reifenden, fein strukturierten Spielart des Spätburgunders. Der Ausbau bewahrt die sortentypische, fruchtbetonte Stilistik mit feinem, dezentem Tannin. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles bis mittleres Rubinrot. In der Nase Veilchen und Brombeere. Am Gaumen frisch und saftig, mit klarer Frucht, dezentem Tannin und einem animierenden, sauberen Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren, gern auch leicht gekühlt – ein eleganter, vielseitiger Speisebegleiter.

Passt zu: Geflügel, gebratenem Fisch, hellem Fleisch, Pilzgerichten und mittelreifem Käse.


Lage: Ahr (Deutschland); Weingut Paul Schumacher
Klassifikation: 100 % Frühburgunder, trocken
Ausbau: fruchtbetont, mit dezentem Tannin

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Schaumweine

Anne Gros La Fun en Bulles Cremant de Bourgogne Blau Brut

Crémant · Crémant de Bourgogne · Brut · Burgund

Anne Gros La Fun en Bulles ist ein Crémant de Bourgogne Brut der renommierten Domaine Anne Gros aus Vosne-Romanée im Burgund. Die Cuvée vereint 80 % Pinot Noir und 20 % Chardonnay. Ein feinperliger, frischer Schaumwein in traditioneller Flaschengärung.


Burgund

Die Domaine Anne Gros zählt zu den angesehensten Weingütern in Vosne-Romanée an der Côte de Nuits im Burgund. Für den Crémant de Bourgogne stammen die Trauben aus burgundischen Lagen; die kalkgeprägten Böden und das kühle Klima sorgen für Frische und feine Perlage.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée besteht aus 80 % Pinot Noir und 20 % Chardonnay. Der Crémant entsteht in traditioneller Flaschengärung (méthode traditionnelle) mit Hefelagerung, was ihm seine feine Mousse und Frische verleiht. Brut dosiert.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase und am Gaumen frische Aromen von Zitrus, weißen Früchten und einem Hauch roter Frucht aus dem Pinot Noir. Fein, frisch und ausgewogen, mit anhaltendem Mousse. Der Abgang ist trocken.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 7–9 °C servieren, als Apéritif oder festlicher Begleiter.

Klassische Begleitung: Apéritif, Austern, Fisch, Meeresfrüchte und helles Fleisch.


Lage: Burgund (Frankreich); Kalkböden
Klassifikation: Crémant de Bourgogne AOC – Brut
Ausbau: 80 % Pinot Noir / 20 % Chardonnay, traditionelle Flaschengärung

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Rebsorten

Jacky Blot Domaine de la Butte Bourgueil Mi-pente 2019

Rotwein · Bourgueil · Cabernet Franc

Cabernet Franc Bourgueil AOC Lieu-dit Mi-Pente Loire 2019 13,50 % vol

Der Jacky Blot Domaine de la Butte Bourgueil Mi-Pente 2019 ist ein äußerst eleganter, zupackender und zugleich tiefer Cabernet Franc aus alten Reben – puristisch, mineralisch und mit großer Länge.


Mi-Pente – purer Kalkstein über der Loire

Die rund sechs Hektar große Einzellage Mi-Pente liegt 70 bis 90 Meter über dem Meeresspiegel, in der Mitte eines sich lang ins Loiretal erstreckenden, kalkig-lehmigen Südhangs am Westrand der Appellation Bourgueil. Die 75 bis 95 Jahre alten Cabernet-Franc-Reben wurzeln hier auf purem Kalkgestein aus dem Turon. Eine Bodenformation praktisch ohne Mutterboden, nur mit wenigen Sedimentgesteinen, liefert puristische, atemberaubende Weine.

Jacky Blot – Institution an der Loire und Maßstab in Sachen Cabernet Franc – hat seinen zusammenhängenden Hang in drei Bereiche unterteilt; die optimal versorgte Mitte „Mi-Pente" liefert den eindrucksvollsten Wein. Die Weinberge werden seit Jahren ökologisch bewirtschaftet.

Jahrgang 2019 – Loire

2019 brachte an der mittleren Loire einen warmen, reifen Jahrgang mit guter Konzentration. Die Cabernet Francs zeigen reife, dichte Frucht, ausbalanciert von Frische und feinem, reifem Tannin – ein Jahrgang mit Substanz und Lagerpotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Cabernet Franc aus dem Jahrgang 2019, 13,50 % vol.

Wählerische Handlese bei optimaler physiologischer Reife, Entrappung, Spontangärung mit indigenen Hefen. Blot hat die mechanische Extraktion auf ein Minimum reduziert und die Maischestandzeit verkürzt – das bringt Frische, Eleganz und die für ihn berühmte, noble Tanninqualität. Ausbau rund ein Jahr in Barriques mit moderatem Neuholzanteil. Lutte raisonnée / ökologisch bewirtschaftet.

Im Glas

Leicht laktische Noten, Lakritze, Mokka und dunkle Beerenfrucht vereinen sich zu einer meisterhaften Symbiose. Zunächst leicht adstringierend und zugeknöpft, öffnet sich der Wein mit Luft immer mehr. Mittelschwer am Gaumen, aber mit gehöriger Länge im Finish zeigt er Schluck für Schluck, was in ihm steckt.

Großer Cabernet Franc, wie es ihn nur selten gibt – elegant, zupackend und tief zugleich.

Schon jetzt zu genießen, mit deutlichem Reifepotenzial; profitiert von Luft bzw. einer Karaffe. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Rind, Ente und Lamm, zu Wild und Schmorgerichten sowie zu kräftigen, gereiften Hartkäsen.


Lage: Bourgueil, Lieu-dit Mi-Pente (Loire, Frankreich); ~6 ha, 70–90 m Höhe, Südhang, purer Kalkstein (Turon) praktisch ohne Mutterboden; Reben 75–95 Jahre
Klassifikation: Bourgueil AOC, Cabernet Franc (trocken)
Ausbau: Cabernet Franc; ~1 Jahr Barrique, moderates Neuholz, Spontangärung mit indigenen Hefen, reduzierte Extraktion; ökologisch bewirtschaftet

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Weine

Van Volxem Scharzhofberger Riesling Großes Gewächs 2020

Weißwein · Scharzhofberg (Saar) · Riesling

Riesling Scharzhofberg Wiltingen · Saar Van Volxem blauer Devonschiefer Großes Gewächs · trocken VDP.Große Lage 2020

Der Van Volxem Scharzhofberger Riesling Großes Gewächs 2020 stammt von einer der berühmtesten Rieslinglagen der Welt – dem Scharzhofberg über Wiltingen an der Saar. Ein eleganter, feingliedriger Riesling von präziser Mineralität und kühlem Säurespiel auf blauem Devonschiefer, mit reifer Aprikose, Quitte und Mirabelle.


Scharzhofberg – der König der Saarweine

Van Volxem in Wiltingen an der Saar wurde von Roman Niewodniczanski aus einem traditionsreichen, einst verfallenen Gut zu neuem Weltruhm geführt. Das Weingut bewirtschaftet ausschließlich Schiefersteillagen der Saar – Hänge, die in ihren Ursprüngen bis in die Römerzeit zurückreichen und zu den ältesten Steillagen der Welt zählen.

Der Scharzhofberg ist die legendäre Schieferlage an der Saar – ein Mythos mit Weltruf und als VDP.GROSSE LAGE klassifiziert. Der steile, südexponierte Hang über Wiltingen besteht aus stark verwittertem, blauem Devonschiefer mit eisenhaltigen Tonanteilen. Dieser feine Blauschiefer verleiht den Weinen ihre unverwechselbare, feingliedrig-präzise Mineralität und jenes kühle, animierende Säurespiel, das für die magische Lage typisch ist.

Jahrgang 2020 – Saar

2020 brachte an der Saar einen ausgewogenen Jahrgang mit reifer, kerngesunder Frucht und zugleich frischer, präziser Säure. Auf dem kühlen Blauschiefer des Scharzhofbergs ergibt das einen besonders eleganten, klar gezeichneten Riesling, in dem reife Frucht und mineralische Spannung in feiner Balance stehen.

Ausbau

Trockenes Riesling Großes Gewächs aus dem Scharzhofberg, Jahrgang 2020; 100 % Riesling.

Wie alle Van-Volxem-Weine wird auch der Scharzhofberger spontan mit den eigenen Hefen vergoren und über eine lange Reifezeit im großen Holzfass ausgebaut – handwerklich und ohne Schönung. Diese reduktive, hefebetonte Reife verleiht dem Wein Tiefe, Schmelz und eine bemerkenswerte Haltbarkeit.

Im Glas

Aus dem feinen Blauschiefer und der kühlen Lage am Scharzhofberg lebt dieser Riesling von Eleganz und Präzision: helle, reife Frucht von Aprikose, Quitte und Mirabelle, dazu Zitrus und eine erfrischende Note von Minze, untermalt von einer feingliedrigen, klar gezeichneten Mineralität. Am Gaumen rassig und animierend, mit einem lebendigen, präzisen Säurespiel, das fortwährend zum nächsten Schluck einlädt, und einem langen, mineralischen Nachhall.

Reife Aprikose, Quitte und Mirabelle mit erfrischender Minze über feingliedriger Blauschiefer-Mineralität – elegant, rassig und animierend, sehr lang.

Ein großer Riesling mit jahrzehntelangem Reifepotenzial. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Perfekt zu edlen Krustentieren und Fisch, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce sowie zu cremigen Gerichten und gereiftem Hartkäse.


Lage: Scharzhofberg, Wiltingen an der Saar (Mosel); stark verwitterter, blauer Devonschiefer mit eisenhaltigen Tonanteilen, steil und südexponiert; VDP.GROSSE LAGE
Klassifikation: VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Spontangärung mit eigenen Hefen, lange Reife im großen Holzfass, handwerklich und ohne Schönung

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