Detailbeschreibung
Rotwein · Chambolle-Musigny 1er Cru · Pinot Noir
Der Chambolle-Musigny 1er Cru 2023 der Domaine Comte Georges de Vogüé ist einer der bestgehüteten Geheimtipps der Côte de Nuits: Er stammt ausschließlich aus den jüngeren Reben (unter 25 Jahre) von Le Musigny Grand Cru, die das Gut bewusst zu Premier Cru deklassiert. Im Haus heißt er liebevoll „Baby Musigny" – ein sinnlicher, parfümierter Pinot Noir mit mehr als nur einem Hauch des großen Musigny-Terroirs.
„Baby Musigny" – Grand-Cru-Terroir im 1er Cru
Obwohl das Gut auch echte Premiers Crus (Les Baudes, Les Fuées) besitzt, steckt in dieser Flasche keiner davon – sondern allein der deklassierte Saft der jüngeren Musigny-Reben. (So jung sind sie streng genommen gar nicht; „jünger" trifft es besser.) Diese Selbstbeschränkung dient der Qualität des großen Musigny Vieilles Vignes. Erster Jahrgang der Cuvée war 1995; aus rund 2,8 Hektar entstehen jährlich nur etwa 500 Kisten.
Die Renaissance unter Jean Lupatelli
Mit über 500 Jahren Geschichte und 20 Generationen ist de Vogüé die zentrale Adresse von Chambolle-Musigny und mit rund 7 Hektar der größte Eigentümer von Le Musigny Grand Cru. Seit dem Jahrgang 2021 verantwortet Jean Lupatelli die Weine – 2023 ist sein dritter Jahrgang. Wo die Weine unter der vorherigen Ära (ab 1986) bisweilen kräftig und verschlossen wirken konnten, hat Lupatelli nahezu jeden Schritt überarbeitet.
Die Trauben werden seit 2021 in kleinen Kisten statt großen Gondeln transportiert, die Tanks per Schwerkraft statt mit der Mostpumpe befüllt – das Lesegut wird also deutlich schonender behandelt. Dazu kommen eine verfeinerte Fasswahl, ein neuer Abstichtank für eine saubere, einheitliche Assemblage vor der Füllung sowie ein behutsam überarbeiteter Abfüllprozess; im Weinberg läuft ein schrittweises Neupflanzungsprogramm. Das Ergebnis ist ein sinnlicheres, parfümierteres Profil.
Jahrgang 2023 – Côte de Nuits
2023 brachte im Burgund eine gesunde, mengenmäßig großzügige Ernte; bei de Vogüé ein großer, schöner Jahrgang. Ein milder Winter und ein kühl-feuchtes Frühjahr gingen in einen warmen Sommer über; Niederschläge im September brachten Frische und Balance zurück.
Für die roten Burgunder steht 2023 für reife, saftige Frucht bei tragender Säure und samtige Tannine – zugängliche, feingliedrige Weine.
Im Glas
Ein betörendes Bukett von Orangenzeste, Pfingstrosen und Rosenblättern, dazu Pflaume und rote wie dunkle Beeren. Am Gaumen mittel- bis vollmundig, amplе und saftig, dabei sehr sinnlich. Auffällig: Dieser Wein wirkt stärker von Ganztraubennoten und -texturen geprägt als der Rest des Sortiments – ein Pinot mit Duft, Fülle und feinem Zug.
Am Tisch
Geflügel und Wildgeflügel, Reh oder Lamm, Gerichte mit Pilzen und feine Bratenküche. Bei 15–16 °C servieren; dekantieren oder einige Jahre Geduld belohnen diesen Wein.