Intermezzo: Martin Waßmer Chardonnay Castellberg Spätlese GC 2009

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Nach dem Öffnen treten zunächst starke, recht süssliche Holzaromen zutage. Der erste Eindruck wirkt recht breit und eindimensional. Nach gut einer Stunde wandelt sich dieser Chardonnay wie ein Chamäleon. Der Barriqueeinsatz unterstützt nun die Kraft des Weines mit jedem Schluck, welcher sich immer mineralischer und klarer in seiner Frucht zeigt. Mandeln, getrocknete Früchte, Banane und Erde geben sich die Klinke in die Hand. Ein Wein mit Biss und jeder Menge Schmelz und einem langen Nachhall. Ein Burgunder wie von  der Cote d ´ Or mit jeder Menge Lagerpotenzial!

(*Laut Gault Millau 2011 Deutschlands bester Weißwein aus Burgundersorten. 95 von 100 Punkten.)

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Schaumweine

Egly-Ouriet Rosé Grand Cru Extra Brut

Der Egly-Ouriet Rosé Grand Cru Extra Brut ist ein Rosé für den Esstisch: 70 % Pinot Noir, 30 % Chardonnay, fast alles aus Ambonnay. Seine Farbe bekommt er von etwas stillem Rotwein vom eigenen Gut, nicht von langer Maischestandzeit.

Im Glas

Feine Perlen und ein klarer Duft nach Cranberry und Johannisbeere, dazu Mandarinenschale und ein Hauch Brioche. Am Gaumen eher schlank als üppig, mit straffer Säure, weil Egly auf den biologischen Säureabbau verzichtet. Die Kreide bringt Salz. Lang, präzise und trocken.

Mach was draus

Entenbrust mit Kirschen, Taube, Kalbsfilet in heller Rahmsoße oder ein kräftiger Ziegenkäse. Auch ein feiner Fischgang passt. Als Aperitif macht er sich gut, richtig glänzt er aber beim Essen. Genau der Champagner für ein Dinner zu zweit oder den Abend, an dem du zeigen willst, was Rosé-Champagner kann. Servier ihn bei 8 bis 10 °C im Weißweinglas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Am schönsten ist er ein, zwei Jahre nach dem Degorgieren. Dann ist die Frucht offen und die Säure gut eingebunden.“

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Kurz gefragt

Wie wird dieser Champagner rosa? Durch Verschnitt: Etwa 5 % stiller Pinot Noir aus Ambonnay kommen zum weißen Grundwein. Innerhalb der EU darf so nur die Champagne Rosé machen.

Wie lange kann ich ihn lagern? Gut über zehn Jahre. Alle Aromen zeigt er ab etwa ein bis zwei Jahren nach dem Degorgieren.

70 % Pinot Noir, 30 % Chardonnay · rund 90 % aus Ambonnay, dazu Bouzy und Verzenay · etwa 5 % stiller Rotwein (Coteaux Champenois) · Spontangärung im Holz (ca. 10 % neu) · ohne biologischen Säureabbau · 48 Monate Hefelager · ungeschönt, unfiltriert · Extra Brut, 1 g/l Restzucker · Champagne Egly-Ouriet, Ambonnay · Stand: Oktober 2026

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Weine

Weinreich Rosengarten Riesling 2021 BIO

Wein · Weißwein · Rheinhessen · Deutschland

Weinreich Rosengarten Riesling 2021 ist ein biozertifizierter Lagen-Riesling aus der Bechtheimer Einzellage Rosengarten. Auf Lösslehm und Kalkgestein gewachsen, zeigt er reiche Fruchtaromen, mineralische Tiefe und eine konzentrierte, lang am Gaumen spürbare Art – die klare Handschrift einer der besten Bechtheimer Lagen.


Rheinhessen / Bechtheimer Rosengarten

Das Weingut Weinreich (Marc und Jan Weinreich) liegt in Bechtheim im Wonnegau, dem Süden Rheinhessens. Die Einzellage Rosengarten wurde bereits um 1500 als „ym roß garten" urkundlich erwähnt. Ihre Böden aus Lösslehm und Kalkgestein bringen Weine hervor, die reich an Fruchtaromen, konzentriert und lange am Gaumen spürbar sind. Das Gut arbeitet konsequent ökologisch (DE-ÖKO-022).

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Riesling, von Hand gelesen. Die Vergärung erfolgt überwiegend spontan mit weinbergseigenen Hefen, ohne Schönungsmittel – eine natürliche Arbeitsweise, die Boden und Herkunft in den Vordergrund stellt. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles bis sattes Gelb. In der Nase reife Frucht – Apfel, Pfirsich und Zitrus – mit klaren mineralischen Noten. Am Gaumen konzentriert und vielschichtig, getragen von der Kalkstein-geprägten Mineralität und einer animierenden, präzisen Säure; langer, nachhaltiger Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als eleganter Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, hellem Fleisch, Spargel und der feinen Küche.


Lage: Rheinhessen, Einzellage Bechtheimer Rosengarten (Wonnegau, Deutschland); Weingut Weinreich
Klassifikation: Lagenwein – 100 % Riesling, trocken
Ausbau: Handlese, überwiegend Spontangärung; Böden aus Lösslehm und Kalkgestein
Jahrgang: 2021

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Weine

Niepoort Redoma tinto 2021

Wein · Rotwein · Douro · Portugal

Niepoort Redoma Tinto 2021 war der erste Douro-Wein des Hauses Niepoort, 1991 erstmals präsentiert. Er verkörpert den Charakter des Douro-Tals in reinster Form: kraftvoll, kompromisslos und von beeindruckender Tiefe, geprägt von den extremen Bedingungen der Region.


Douro / Quinta de Nápoles

Die Basis bilden uralte, nach Norden ausgerichtete Weinberge der Quinta de Nápoles und des Pinhão-Tals in der D.O.C. Douro. Ihre kargen Schieferböden und steilen Lagen sorgen für eine langsame, ausgewogene Reifung der Trauben. Niepoort zählt zu den prägenden Häusern der Region und verbindet bei Redoma die Tradition des Douro mit moderner, präziser Handschrift.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus den Hauptsorten Tinta Amarela, Tinta Roriz und Touriga Franca. Die Vinifikation erfolgt traditionell und schonend; der Ausbau im Holz bewahrt Frische, Struktur und aromatische Komplexität. Trocken ausgebaut, mit deutlichem Reifepotenzial.

Im Glas

Tiefes Rubinrot. In der Nase dunkle und rote Frucht, mediterrane Kräuter, feine Würze und mineralische Schiefernoten. Am Gaumen kraftvoll und tief, zugleich elegant und frisch, mit fein gewobenen Tanninen, klarer Struktur und langem, nachhallendem Abgang.

Am Tisch

Vor dem Genuss dekantieren und bei 16–18 °C servieren – ein großer Begleiter zur kräftigen Küche.

Passt zu: geschmortem Lamm, Wild, Rind, herzhaften Schmorgerichten und gereiftem Käse.


Lage: D.O.C. Douro – Quinta de Nápoles & Pinhão-Tal (Portugal); Niepoort
Rebsorten: Tinta Amarela, Tinta Roriz & Touriga Franca (alte Reben), trocken
Ausbau: traditionelle, schonende Vinifikation; Reifung im Holz
Jahrgang: 2021

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Spanien

Finca Athus Crianza

Rotwein · Tempranillo · Rioja · Spanien

Finca Athus Crianza ist ein trockener Rotwein aus der Rioja. Die Cuvée aus Tempranillo und Mazuelo reifte 12 Monate in Fässern aus französischer und amerikanischer Eiche – rubinrot mit violetten Reflexen, mit saftiger Beerenfrucht und gut integrierten Tanninen.


Rioja Alta

Finca Athus ist das Rioja-Projekt von Bodegas y Viñedos Monteabellón (Familie Monteabellón, Önologe Isaac Fernández), die aus der Ribera del Duero stammen. Die Trauben wachsen in der Rioja Alta nahe Fuenmayor; ein Tempranillo-Wingert wurde dort bereits 1966 bepflanzt und steht auf stark eisenhaltigem Lehmboden.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 90 % Tempranillo und 10 % Mazuelo. Nach der Handlese und mehrwöchiger Maischestandzeit reift der Wein 12 Monate in Eichenfässern – 70 % französische, 30 % amerikanische Eiche. So entsteht ein moderner, fruchtbetonter Rioja im Einklang mit der Stilistik der Region.

Im Glas

Rubinrot mit leuchtenden, violetten Reflexen am Rand. In Nase und Gaumen reife, saftige Beerenfrucht, ergänzt um feine Röstnoten aus dem Holz. Weich und rund am Gaumen, mit gut integrierten, eleganten Tanninen und einem sanften, langen Nachhall.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein vielseitiger, zugänglicher Rioja zu kräftiger Küche.

Klassische Begleitung: rotes Fleisch, würzige Gerichte, Schmorgerichte und gereifter Käse.


Lage: Rioja Alta, nahe Fuenmayor (Spanien)
Klassifikation: Rioja DOCa – Crianza
Ausbau: 12 Monate Eiche (70 % französisch, 30 % amerikanisch)

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Weine

Short Street Shiraz entalkoholisiert

Alkoholfrei · Rotwein · Swartland · Südafrika

Short Street Shiraz ist ein entalkoholisierter Rotwein aus Südafrika, der mit beerigen Aromen und mediterranen Gewürzen besticht. Weiche Tannine im Nachhall.


Swartland / Südafrika

Die Riebeek Valley Wine Co. liegt im Swartland rund um Riebeek-Kasteel (Western Cape), einer der spannendsten Weinregionen Südafrikas. Shiraz (Syrah) gehört zu den prägenden Rotweinsorten der Region und steht für kräftige, würzige Weine.

Rebsorte und Herstellung

Reinsortig aus Shiraz. Der Wein wird zunächst klassisch vinifiziert und anschließend schonend entalkoholisiert, wobei der Alkohol bei niedriger Temperatur entzogen wird, um Frucht und Würze zu bewahren. Das Ergebnis ist ein alkoholfreier Rotwein mit beerig-würziger Stilistik.

Im Glas

Sattes Rubinrot. In der Nase beerige Frucht nach Brombeere und Kirsche, dazu mediterrane Gewürze und ein Hauch Pfeffer. Am Gaumen fruchtbetont und unkompliziert, mit weichen Tanninen im Nachhall.

Zum Genießen

Bei 14–16 °C servieren – als alkoholfreie Alternative zum Rotwein.

Passt zu: gegrilltem Gemüse und Fleisch, Pasta, Pizza und mediterraner Küche – und für alle, die bewusst auf Alkohol verzichten.


Herkunft: Swartland (Western Cape, Südafrika); Riebeek Valley Wine Co.
Art: entalkoholisierter Rotwein (alkoholfrei) – 100 % Shiraz
Herstellung: klassische Vinifikation, anschließend schonende Entalkoholisierung

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Rebsorten

Eimermann Spätburgunder

Rotwein · Rheinhessen · Spätburgunder

100 % Spätburgunder (Pinot Noir) Rheinhessen Nierstein-Schwabsburg Weingut Eimermann trocken vegan

Eimermann Spätburgunder zeigt Pinot Noir von seiner leichten, feinen Seite: Schattenmorelle, Thymian und Lorbeer, dazu Bitterschokolade und eine Note von Tannennadeln. Ein trockener Rotwein aus Rheinhessen, beweglich im Gaumen und mit feinem Tannin – vom Weingut Eimermann in Nierstein-Schwabsburg.


Spätburgunder in Rheinhessen

Spätburgunder ist der deutsche Name für Pinot Noir – „spät", weil er später reift als sein Verwandter, der Frühburgunder. Deutschland gehört zu den größten Pinot-Noir-Ländern der Welt; die Sorte ist hier die wichtigste Rotweinrebe. Sie ist anspruchsvoll: dünnschalig, anfällig für Fäulnis, empfindlich gegenüber zu viel Hitze wie zu viel Kälte. Wo sie passt, bringt sie Weine mit heller Farbe, feinem Tannin und einer Aromatik, die mehr über die Herkunft verrät als bei fast jeder anderen roten Sorte.

In Rheinhessen hat Rotwein eine lange Tradition – Ingelheim nennt sich seit Jahrhunderten Rotweinstadt. Das trockene, warme Klima im Rheinknie lässt den Spätburgunder sicher ausreifen; Böden aus Löss, Kalk und dem roten Tonschiefer des Rotliegenden am Rhein geben ihm Frische und Würze. Das Ziel ist hier nicht Kraft, sondern Balance: reife Kirschfrucht, ohne dass der Wein schwer wird.

Das Weingut Eimermann in Nierstein-Schwabsburg, in fünfter Generation von Werner und Thore Eimermann geführt, baut neben Weißweinen auch Spätburgunder aus. Alle Weine des Guts sind vegan.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Spätburgunder, trocken ausgebaut. Der Ausbau zielt auf Eleganz: feine Frucht, dezente Würze, ein Tannin, das nicht in den Vordergrund tritt. Bei Pinot Noir heißt das vor allem, nicht zu viel zu extrahieren – die Sorte verliert schnell ihre Feinheit, wenn man ihr mehr Farbe und Gerbstoff abverlangt, als sie von Natur aus mitbringt.

Im Glas

Helles bis mittleres Rubinrot. In der Nase Schattenmorelle, Thymian und Lorbeer, begleitet von Bitterschokolade und einer feinen Tannennadel-Note. Am Gaumen leichtfüßig und beweglich, mit klarer Frucht, feinem Tannin und einem frischen Abgang.

Kirsche, Kräuter und Tannennadel: Spätburgunder, der auf Feinheit setzt statt auf Kraft.

Bei 14–16 °C servieren, leicht gekühlt – wärmer verliert der Wein seine Frische. Eine halbe Stunde offen genügt.

Am Tisch

Ein vielseitiger Speisebegleiter. Passt zu Geflügel, gebratenem Fisch, hellem Fleisch, Pilzgerichten und mittelreifem Käse – etwa zu Ente, Lachs, Kalbsbraten oder Pilzrisotto.


Produzent Weingut Eimermann, Werner und Thore Eimermann, Nierstein-Schwabsburg
Rebsorte 100 % Spätburgunder (Pinot Noir)
Lage Nierstein-Schwabsburg, Rheinhessen
Klassifikation Rheinhessen · trocken
Trinkempfehlung jetzt bis in die nächsten Jahre

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Weine

Dr. Bürklin Wolf Langenmorgen Deidesheim Rieling trocken GC 2025 BIO

Weißwein · Deidesheim, Pfalz · Riesling

100 % Riesling Deidesheim Langenmorgen 0,68 ha Anteil Löss über Buntsandstein Spontangärung Doppelstück-Holzfass, DE-ÖKO-003

Langenmorgen G.C. 2025 ist die kleinste Position im Deidesheimer Portfolio von Dr. Bürklin-Wolf: 0,68 Hektar in einer Lage, die insgesamt nur sieben Hektar misst. Der Langenmorgen ist auch der Außenseiter unter den Deidesheimer Grands Crus des Guts – Hohenmorgen und Kalkofen sitzen auf dem Kalkriff der warmen Hangzone, hier liegt Löss über Buntsandstein, und der Wald steht dicht daneben.


Langenmorgen – Löss über Buntsandstein am Waldrand

Die Lage liegt unterhalb der Statue „Steinerne Eva" und wird vom Paradiesgarten halbkreisförmig umschlossen. Ihren Namen verdankt sie den auffallend langen Flurstücken: Ein „Morgen" bezeichnete die Fläche, die ein Mann mit einem Gespann an einem Vormittag pflügen konnte – hier fielen diese Einheiten eben besonders lang aus. Urkundlich erwähnt wird der Langenmorgen bereits 1491.

Geologisch ist er in Deidesheim ein Sonderfall. Der Untergrund besteht aus sandigen Lehmen, rotem und weißem Buntsandstein-Verwitterungsboden und Sandsteingeröll, darüber liegen ausgeprägte Lössablagerungen mit hohem Kalkanteil. Das ist ein deutlich fruchtbarerer, wasser- und nährstoffhaltigerer Boden als auf dem Kalkriff nebenan – Löss speichert Wasser und gibt es langsam ab, während der Sandstein darunter Wärme hält. Die Südostexposition bringt Morgensonne und hohe Mostgewichte; die Nähe zum Waldrand kühlt dagegen die Nächte deutlich ab. Aus dieser Spanne zwischen Tag und Nacht kommt die Kombination, die den Langenmorgen ausmacht: viel Frucht und Schmelz, aber ohne die Schwere, die man bei so viel Reife erwarten würde.

Jahrgang 2025 – Pfalz

Nach mildem Winter und regenarmem Frühjahr trieben die Reben etwas später aus als im Mittel, Spätfrostschäden blieben vereinzelt. Der Sommer war sehr heiß und trocken, der Pilzdruck außergewöhnlich niedrig – in einem biodynamisch geführten Betrieb mit begrenztem Instrumentarium ein spürbarer Vorteil. Die Beeren blieben klein und konzentrierten sich aromatisch. Für den Langenmorgen war die Bodenzusammensetzung in diesem Jahr eine Reserve: Der Löss hält Wasser besser als die leichten, schnell entwässernden Böden weiter südlich, und die kühlen Nächte am Waldrand bremsten in einem heißen Sommer den Säureabbau.

Dann kippte das Tempo. Mitte August erreichten die Frühsorten Qualitätsweinniveau, Ende August begann vielerorts die Lese, und die Hitze Anfang September trieb die Reife mehrerer Sorten gleichzeitig voran. Die ab Mitte September einsetzenden Niederschläge brachten stellenweise Botrytis und erzwangen schnelles Lesen der hochreifen Trauben; um den 23. September war die pfälzische Ernte abgeschlossen, so früh wie selten. Mengenmäßig bleibt 2025 klein: rund 1,8 Millionen Hektoliter für das Gebiet, etwa 30 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, die Erträge vielfach 25 bis 30 Prozent unter Vorjahr. In den Keller kamen kleine Beeren mit hohen Mostgewichten und ausgewogenen Säurewerten.

Spontangärung und Doppelstück

Im Januar 2005 hat Dr. Bürklin-Wolf sämtliche Weinberge auf biologisch-dynamische Bewirtschaftung umgestellt – zertifiziert durch die Kontrollstelle LACON und als erster deutscher Betrieb aufgenommen in die französische Vereinigung SIVCBD mit der Marke Biodyvin. Die rund 85 Hektar in Wachenheim, Forst, Deidesheim und Ruppertsberg bewirtschaftet das Gut ausschließlich selbst, ohne Traubenzukauf. Die gutseigene Pyramide aus Village, P.C. und G.C. stützt sich auf die königlich-bayerische Lagenklassifikation von 1828.

Die Kellerarbeit bei den Grands Crus ist bewusst immer dieselbe: temperaturkontrollierte Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen, danach Ausbau im Doppelstück-Holzfass. Bei diesem Volumen ist die Holzoberfläche im Verhältnis zur Weinmenge zu klein, um Aroma abzugeben – was bleibt, ist langsamer, minimaler Sauerstoffkontakt, der die Phenolik rundet und Textur aufbaut. Weil an allen G.C.s gleich gearbeitet wird, bleibt der Unterschied zwischen Kalkriff und Löss im Glas nachvollziehbar, statt von Kellertechnik überschrieben zu werden.

Im Glas

Helles Gelb mit goldenem Kern. Die Nase ist hellstimmig und offen: weißer und gelber Pfirsich, Birne, Zitrusblüte, dazu eine feine Kräuterwürze und ein trockener Steinton aus dem Buntsandstein. Am Gaumen zeigt sich das Charakteristische dieser Lage – ein cremiger Schmelz, den die Deidesheimer Lössböden mitbringen, gepaart mit einer Leichtigkeit, die man bei dieser Reife nicht erwartet. Der Extrakt des Jahrgangs 2025 gibt dem Wein mehr Substanz und Druck als üblich, ohne dass er breit wird; die Säure ist reif, präsent und führt sauber durch. Der Abgang bleibt trocken, salzig unterlegt und lang.

Der zugänglichste der Deidesheimer Grands Crus – und der, der am wenigsten nach Kraft klingt.

Am Tisch

Die helle, schmelzige Anlage macht diesen Riesling zum dankbarsten Essensbegleiter der Deidesheimer Reihe. Er passt zu Saibling, Zander und Steinbutt, zu Jakobsmuscheln, zu Kalbfleisch und Geflügel in heller Sauce, zu Spargel mit brauner Butter und zu Pilzgerichten. Auch feine asiatische Küche mit Zitrusgras und Ingwer funktioniert. Beim Käse bleiben Sie bei mittelaltem Comté oder Bergkäse. Servieren bei 11 bis 12 °C im großen Glas; jung profitiert er von einer halben Stunde Luft.


Lage: Deidesheim Langenmorgen (VDP.Große Lage; gutsintern G.C.) – Lage insgesamt 7 ha, davon 0,68 ha im Besitz des Weinguts; Südosthang am Waldrand, sandige Lehme mit rotem und weißem Buntsandstein-Verwitterungsboden und Sandsteingeröll, ausgeprägte Lössablagerungen mit hohem Kalkanteil; erstmals 1491 urkundlich erwähnt
Klassifikation: Riesling trocken, Großes Gewächs (VDP.Große Lage); gutsinterne Klassifikation G.C. nach dem Kataster von 1828
Ausbau: Temperaturkontrollierte Spontangärung, Ausbau im Doppelstück-Holzfass; biologisch-dynamische Bewirtschaftung seit Januar 2005, LACON-zertifiziert, Mitglied SIVCBD / Biodyvin, DE-ÖKO-003

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Spanien

Envinate Táganan Teneriffa tinto 2024

Auch der Táganan tinto ist eine hochspannende Cuvée. Hier bilden die Rebsorten Listán Negro, Negramoll, Malvasia, Vijariego Negro und Bastardo Negro das Rückgrat eines „anderen“ Rotweines. Fermentiert wurde er in offenen Zementtanks und ausgebaut über acht Monate in 228 Liter und 500 Liter Barriques. Frische Frucht nach Maulbeeren, Flieder, roten Johannisbeeren, Pfeffer und leicht laktische Töne im Duft. Kräuter und Würze gesellen sich im Geschmack noch hinzu. Auch salzige Komponenten lassen sich nicht leugnen. Äußerst vibrierend und fordernd mit einer präsenten Mineralität im Abgang. Leicht gekühlt und mit verbundenen Augen genossen, erinnert er eher an einen Weißwein als an einen Tinto. Ein Rotwein mit unentdeckten Aromen. Sollte vor dem Genuss dekantiert werden!

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