Zwei große schlauchartige Speiseräume, welche mittig durch die kräftigen Schlossmauern und einen breiten Gang getrennt werden, sind die Bühne für das Essen der Familie Morandell und ihr Team. Die Räume sind mit hellem Licht durchflutet und im typischen regionalen Look eingerichtet. Freundlich und dabei bestimmend flott agiert der Service, um gute Hausmannskost perfekt gegart zu den „ausgehungerten“ Wanderern zu befördern. Der sehr gute Zander auf Erbsen- und Paprikapüree, in Form des Grußes aus der Küche, entpuppt sich fast schon als ganzer Gang. Die hausgemachten Kartoffelteigtaschen gefüllt mit frischer Blutwurst auf Sauerkraut sahen nicht nur lecker aus, sondern schmeckten auch vorzüglich. Hier ist eine wirklich gute Idee perfekt umgesetzt worden. Der Hirschrücken auf Steinpilzen und blanchiertem Rosenkohl und Kichererbsencreme erfreute auch als typisch klassischer Gang, obwohl die Steinpilze nicht ihren eigenen Geschmack entfalten konnten und etwas schwammig rüber kamen. Aber dies scheint dieses Jahr ein allgemeines Steinpilz Dilemma zu sein. Für Weinfreunde finden sich nicht nur sehr gute und renommierte Südtiroler Tropfen auf der Karte, sondern auch einige vergessene, alte Schätze. Oder wo kann man noch einen 1989er Margaux für € 250,– oder einen 1998 Leroy Pommard 1er Cru für € 80,– die Flasche ordern …



