Die spanische Krise ist groß und auch im Weinbau wirkt sich diese Notlage immer stärker aus. Es wird an Material gespart, da kein Geld für neue Barriquefässer oder gar Kartonage, Flaschen usw. vorhanden ist. Bei all´ diesen negativen Nachrichten ist es auch mal wieder schön, den alten Ruhm und Glamour der Vorzeigeregion Rioja im Glas zu haben. Der Name Imperial rührt nicht nur von ehemaliger Größe der ruhmreichen spanischen Geschichte her, sondern der von der Kellerei CVNE erzeugte Jahrgang 1968 ist zugleich einer der besten Jahrgänge des letzten Jahrtausends. Dieser altehrwürdige Rotwein glänzt zunächst mit einer vitalen Nase von eingelegten Früchten, starken Pilzaromen, nassem Unterholz und Kiefernwald. Die Farbe geht ins mahaghonifarbene, versprüht aber noch Leben, und es macht Spaß, an diesem Wein zu schnuppern und in alten Erinnerungen zu schwelgen. Denn als dieser Weinstil noch Bestand hatte und die Weine nicht nur erst nach vielen Jahren Kellerreife auf den Markt kamen, reiften die Weine noch über viele Jahre in der Flasche. Im Geschmack sehr weich, viele Erdtöne und eine bereits vorhandene „Todessüße“. Nach gut einer halben Stunde Luft verabschiedet sich der „alte“ Wein dann auch in Eisen- und Oxidationstönen, welche in ein negatives Geschmacksbild umschlagen. Aber so ist das eben mit Spanien: Glanz und Gloria, um dann stolz und würdevoll unterzugehen …
Weißwein · Zellertal (Rheinhessen) · Riesling (Großes Gewächs)
Der Battenfeld-Spanier Zellerweg am Schwarzen Herrgott Riesling GG 2020 wächst auf reinem Kalkfels an der Grenze zwischen Rheinhessen und der Pfalz. Ein den Schatten abgetrotzter Lichtwein – tiefgründig und tänzelnd zugleich, von einzigartiger Präzision.
Schwarzer Herrgott – Kalkfels an einer steilen Bruchkante
Das biologisch arbeitende Weingut Battenfeld-Spanier von H. O. Spanier zählt zu den führenden Adressen im rheinhessischen Wonnegau und ist für seine kalkgeprägten, präzisen Rieslinge bekannt (DE-ÖKO-006). Der Schwarze Herrgott liegt am Beginn des Zellertaler Beckens, das mit dem Frauenberg seinen Abschluss findet; hier wie dort herrscht reine Kalkfelsunterlage vor.
Den Unterschied macht das Mikroklima: Während der Frauenberg offen und windexponiert liegt, befindet sich der Schwarze Herrgott an einer steilen, engen Bruchkante, die die Lage zusätzlich vor Regen und der vollen Härte des Lichteinfalls schützt. Es ist eine der ältesten und berühmtesten Weinlagen Deutschlands – bereits im 8. Jahrhundert urkundlich als Weinberg erwähnt. Mitten hindurch verläuft die Grenze zwischen Rheinhessen und der nördlichen Pfalz; mit dem Jahrgang 2010 hat das Gut die Lage wiederbelebt.
Jahrgang 2020 – Zellertal (Rheinhessen)
2020 war in Rheinhessen ein Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und frischer, präziser Säure. Der reine Kalkfels und die geschützte Bruchkantenlage sicherten reifes, gesundes Lesegut, während der Jahrgang Frische, salzige Spannung und lichthafte Eleganz betonte.
Ausbau
Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Zellerweg am Schwarzen Herrgott, Jahrgang 2020; 100 % Riesling von reinem Kalkfels.
Nach selektiver Handlese wird der Wein herkunftsbetont im Stil des Guts vergoren und ausgebaut, ganz auf Präzision, würzige Steinaromen und lichthafte Eleganz ausgerichtet. Biologischer Anbau (DE-ÖKO-006).
Im Glas
Ein präziser, kalkgeprägter Riesling: Zitrus und weißer Pfirsich, dazu Quitte, würzige Steinaromen und eine markante, salzig-mineralische Kalksteinnote. Am Gaumen tiefgründig und tänzelnd zugleich, straff und schwebend, mit lebendiger Säure, kühler Struktur und einem langen, salzig-mineralischen Nachhall.
Zitrus und weißer Pfirsich über Quitte, würzigen Steinaromen und salzig-mineralischer Kalksteinnote – tiefgründig und tänzelnd zugleich, straff und schwebend, mit lebendiger Säure und langem Nachhall.
Ein präziser, sehr langlebiger Kalkstein-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.
Am Tisch
Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce sowie zu gereiftem Hartkäse.
