Eigentlich darf man nicht meckern, wenn sich ganz viele Menschen sehr viel Mühe geben und kunstvoll Speisen über mehrere Stunden zubereiten und auch gekonnt servieren. Aber da inzwischen eine gewisse Erfahrung da ist und somit auch ein Vergleich zu anderen Speisestätten, muss man auch einmal ein paar kritische Anmerkungen machen dürfen. Dem Menü „Pure Nature“ von Nils Henkel und seinem Team fehlte irgendwie das „gewisse Etwas“; der Funke wollte nie so richtig überspringen. Alles war schön angerichtet und auch nett anzusehen, aber oft überlagerte ein Aroma die anderen Aromen doch zu sehr. Die Kombination der Zutaten wirkte nicht stimmig und in manchen Fällen sogar disharmonisch. Die Gänseleber war nicht fein, sondern eher bäuerlich grob und die Rote Bete und die Pistazien passten aromatisch nicht wirklich dazu. Die Violette Wurzel bzw. Urwurzel schmeckte zwar gut, aber eher wie ein gutes Kindergericht und nicht wie eine feine Gourmetspeise. Im Falle des Nebraska Rindes mit Roter Bete wirke sogar das Stück Fleisch nicht nur von der Konsistenz kraft- und saftlos, sondern auch der Geschmack wirkte wie ein altes Stück, welches noch einmal als Ersatzgang reaktiviert wurde. Statt die Sous Vide Methode anzuwenden, wäre hier ein kurz angegrilltes Stück mit schöner Kruste und zartem Kern sicherlich die bessere Alternative gewesen. Die Seele und der „rote Faden“ fehlten irgendwie im gesamten Menü. Aber all´ dies´ ist jammern auf höchstem Niveau. Der Service hat den heiteren und angeheiterten Tisch gut im Griff gehabt und gut versorgt und für einen schönen Abend gesorgt.











