Es ist schon ein persönliches Kreuz mit diesem Wein und diesem Weingut. Überall steht es geschrieben, dass es sich um einen der besten Weine der Toscana und gar Italiens handeln soll und immer wieder steht dort auch, dass das Weingut nun endlich besser geworden ist. Nun war die ausgeschenkte Flasche auch nicht wirklich schlecht und der allgemeine Tenor, der Wein sei wirklich lecker, ist auch absolut korrekt. Nur, was befindet sich hier eigentlich rein subjektiv im Glas? Ein mit Barriqueholz aufgemotzter Fruchtrotwein, der mit vielen Beerenaromen und einer Duftwolke, die an eine Schreinerei im Arbeitsalltag erinnert, glänzt. Draussen laut und innen hohl. Der Abgang, na ja, der ist schon da, erinnert aber eher an eine rote Halsschmerztablette mit süss- bitteren Elementen.
Ja, lecker ist das wirklich … wenn man ohne darüber nachzudenken einfach ein Gläschen Rotwein schnabuliert. Aber einer der besten Rotweine ist das nun wirklich nicht und der ausgelobte Preis ist schlechtweg eine Frechheit oder perfektes Marketing. Wer weiss das schon so genau… ach nein, es war wahrscheinlich mal wieder der falsche Jahrgang, zur falschen Zeit und beim nächsten Mal wird alles besser!
