Der Weinjahrgang 2015 in Deutschland kompakt

Der Weinjahrgang 2015 in  Deutschland kompakt

Weinjahrgang 2015 lässt Winzer schwärmen

Selten hat ein Weinjahrgang zum Abschluss der Lese so viel Lob erhalten, wie der 2015er. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, wird aus allen Anbaugebieten von eingebrachten Spitzenqualitäten berichtet.

Dank kerngesunder, voll aus­gereifter und sehr aromatischer Trauben können sich die Weinfreunde auf ausgesprochen fruchtbetonte, harmonische Weißweine und intensive, gehaltvolle Rotweine freuen. Der Weinjahrgang hat zudem außergewöhnlich viele hochwertige edelsüße Spezialitäten, von der Auslese bis zur Trocken­beerenauslese, hervorgebracht.

Auch die bundesweit erwarteten Erntemengen bewegen sich nach der letzten Ernteschätzung mit rund neun Millionen Hektolitern auf dem Niveau des zehnjährigen Mittels und nur zwei Prozent unter dem Vorjahresertrag. Aufgrund des sehr trockenen Sommers schwanken die Erträge bei den Winzern je Wasserspeicherkraft des Bodens und dem Alter der Reben allerdings recht stark. Auch unter den einzelnen Anbaugebieten zeichnen sich unterschiedliche Ertragssituationen ab, wie der nachfolgende Blick in die 13 deutschen Weinbaugebiete zeigt.
Weinjahrgang 2015 – ein Blick in die Anbaugebiete

Ahr: Unkompliziertes Jahr mit großen Weinen

Manche Jahre lassen den Blutdruck der Winzer kaum ansteigen. An der Ahr verlief die Vegetationsperiode zumeist unkompliziert. Erst im August und September hatte es nennenswerte Regenfälle gegeben, die zum Glück den Trauben wenig zusetzten. So konnten ab September die früh reifenden Sorten wie Müller-Thurgau und Frühburgunder in gesundem Zustand eingebracht werden. Mitte September begann die Hauptlese. Die spät reifenden Sorten wie der Spätburgunder profitierten von dem schönen Wetter. Die Winzer berichten von guten bis sehr guten Qualtäten der Jungweine, die sich fruchtbetont, harmonisch und, was die Rotweine angeht, mit intensiver Farbe präsentieren. Die Erntemenge liegt mit 42.000 hl knapp unter dem Vorjahresergebnis. Durch die Trockenheit im Sommer hatten die Trauben kleinere Beeren ausgebildet, was zu etwas geringeren Mostmengen führte.

Baden: Bilderbuchherbst, doch weniger Menge

Im Anbaugebiet mit der größten Nord-Südausdehnung wirkte sich das Klima naturgemäß unterschiedlich aus. Doch überall war die acht Wochen währende Hitze- und Trockenperiode im Sommer kennzeichnend für den Jahrgang; an vielen Tagen wurden 40° Celsius erreicht. Mancher Vergleich mit dem berühmten Hitzejahrgang 2003 drängte sich zeitweise auf. Doch hatte es etwa am Kaiserstuhl und am Tuniberg am 13. Mai ein schweres Gewitter mit Hagelschäden gegeben. Der Jahrgang lag von Anfang an zeitlich vor den Durchschnittswerten; der Vegetationsvorsprung betrug teilweise bis 10 Tage. Die Blüte begann Ende Mai und war am 10. Juni schon abgeschlossen. Obwohl die älteren Rebanlagen die Trockenheit gut überstanden – auch hier kam es letztlich auf den Standort und den Boden an –, erbrachten die kleiner als sonst ausgefallenen Beeren eben auch weniger Most. Das Erntevolumen in Baden liegt deshalb mit 1,16 Millionen hl um mehr als 10 Prozent unter dem Vorjahresergebnis; ein deutlicher Rückgang auch im Vergleich zum langjährigen Mittel (- 6 %). Die Hauptlese zwischen dem 14. September und der ersten Oktoberwoche verlief bei bestem Lesewetter zügig, aber entspannt. Das sehr gesunde und hervorragend ausgereifte Lesegut wird sehr gute, fruchtbetonte und gut strukturierte Weißweine und kraftvolle Rotweine mit dunkler Farbe hervorbringen. Die Säurewerte liegen in einem verträglichen Bereich, wie ihn der Konsument schätzt.

Franken: Trockenes Jahr mit hohem Prädikatsweinanteil

Auch in Franken stellt der Klimawandel die Winzer vor neue Herausforderungen. Das Jahr war eines der trockensten der vergangenen 40 Jahre. Zukünftig wird man sich mehr um die Bewässerung der Steillagen kümmern müssen, um nach wie vor auch in extrem trockenen Jahren so ausgezeichnete Qualitäten wie in diesem Jahr ernten zu können. Die Burgundersorten sowie Riesling und Silvaner sind ganz besonders gut mit den Wettergegebenheiten in diesem Jahr zurechtgekommen. Zwischen Februar und August hat es nur sehr schwache Regenfälle gegeben. Die älteren Anlagen konnten durch ihre bereits sehr tiefen Wurzeln an ausreichend Wasser kommen. Junge Anlagen hingegen mussten zwei bis drei Mal gewässert werden. Sehr positiv war es, dass es weder Hagel noch sonstige Unwetter gegeben hat. Mitte August setzte ein ergiebiger Landregen ein, der der gesamten Natur sehr gut getan hat. Pünktlich erfolgte dann eine Abkühlung, sodass die Trauben bis zur Lese gesund blieben. Die fränkischen Winzer konnten rund 440.000 Hektoliter Traubenmost ernten. Das durchschnittliche Mostgewicht lag bei 89 Grad Oechsle. Fast drei Viertel der Ernte konnte als Prädikatsweine ausgebaut werden, was einen deutlich höheren Anteil als 2014 bedeutet. Die Erntemenge lag wegen der Trockenheit um zwei Prozent unter dem langjährigen Mittel und gar sechs Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die ausgezeichnete Qualität der diesjährigen Weine entschädigt dafür ein wenig. Es werden lagerfähige, elegante und finessenreiche Weine mit sortentypischen, intensiven Aromen und mineralischer Säure erwartet.

Hessische Bergstraße: Konzentrierte Aromen und hohe Mostgewichte

Die Erntemenge der diesjährigen Lese lag an der Hessischen Bergstraße mit 30.000 hl zwar rund zwei Prozent über dem langjährigen Durchschnitt, doch gab es bei einem der größten Betriebe des Anbaugebietes einen Ertragsrückgang von 10 Prozent gegenüber der normalen Menge. Dafür ist die Qualität der perfekt gereiften Trauben ganz außerordentlich. Das durchschnittliche Mostgewicht lag bei 91 Grad Oechsle und damit höher als in den Spitzenjahrgängen 2009, 2003, 1976 und sogar 1959. Zuerst hatten die Winzer befürchtet, dass sich die Trockenheit während des Sommers nach früher Blüte negativ auf die Qualität auswirken würde. Doch gut verteilte Niederschläge in den Monaten August und September wirkten ausgleichend. Schon die frühen Sorten zeigten gute Mostgewichte, und das steigerte sich. Den höchsten Wert zeigte am 12. Oktober eine Weißburgunder Trockenbeerenauslese mit 198 Grad Oechsle. Die Winzer erwarten insgesamt aromenreiche, füllige und komplexe Weißweine und intensive, gut strukturierte Rotweine. Mit etwas Glück können noch Eisweine eingefahren werden.

Mittelrhein: Extreme Trockenheit, gute Reife

Bis auf ein Gewitter im Mai gab es am Mittelrhein fast während der gesamten Vegetationsperiode kaum nennenswerte Niederschläge – eines der trockensten Jahre seit Menschengedenken! Während die älteren Rebanlagen dank der sehr tief reichenden Wurzeln eine ausreichende Wasserversorgung hatten, mussten Jungpflanzungen bewässert werden, um ein Vertrocknen zu verhindern. Die Folge der extremen Trockenheit war, dass es zwar keinen nennenswerten Krankheitsdruck gab, aber die Beeren kleiner als gewöhnlich ausfielen. Die Trauben waren jedoch bestens ausgereift und der Fruchtansatz nach einer optimalen Blüte sehr gut. So lag die Gesamterntemenge nach einer entspannten Lese mit 35.000 hl dann doch 19 Prozent über dem langjährigen Mittel und 22 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Dies dürfte sich auch auf die Preise entspannend auswirken. Harmonische Mittelrhein-Weine mit gut eingebundener Säure und nicht zu hohem Alkoholgehalt werden die Liebhaber erfreuen.

Mosel: Bange Erwartungen erfüllten sich nicht – ein prachtvoller Jahrgang

Im September begannen die Winzer an Mosel, Saar und Ruwer zu zittern. Würde es wie im Vorjahr zu einem feuchten Finish der Traubenreife kommen, das erneut eine Blitzlese erforderlich machen würde? Der diesjährige goldene Oktober zerstreute alle Bedenken. Kühle Nächte und der die Trauben immer wieder vom Regen abtrocknende Ostwind ließen das Lesegut so kerngesund bleiben, wie es war. Bereits Mitte September wurden einige frühreifende Sorten geerntet. Die Hauptlese begann mit Müller-Thurgau zur letzten September-Dekade, darauf folgten die Burgundersorten sowie Elbling. In den ersten beiden Oktoberwochen wurde bei idealem Herbstwetter der Riesling geerntet, bis Anfang November in den Steillagen. Alles in allem: Eine entspannte Lese, deren Stichproben Anlass zu hohen Erwartungen geben. Beim Riesling lagen die Mostgewichte zum Beispiel durchschnittlich bei 85 Grad Oechsle, also im Spätlesebereich. In der Hoffnung, den sehr guten Jahrgang mit einem Eiswein krönen zu können, hängen bei vielen Weingütern noch Trauben an den Stöcken. Einziger Wermutstropfen: Die Erntemenge fiel in vielen Unterregionen im Vergleich zu den Vorjahren geringer aus. Insgesamt waren es 795.000 Hektoliter, das waren drei Prozent weniger als im langjährigen Mittel und sogar acht Prozent weniger als im Vorjahr. Der 2015er Jahrgang wird fruchtige, sehr harmonische Weißweine mit schönem Süße-Säure-Spiel hervorbringen. Rotweine, die zehn Prozent der Produktion ausmachen, werden eine gute Farbtiefe haben. Weinliebhaber und die Besucher der Moselregion werden sich über viele hochwertige Qualitäten freuen können.

Nahe: Schnelle Entwicklung

Mit rund 340.000 hl liegt die Erntemenge an der Nahe etwa gleichauf mit der des Vorjahres und etwas über dem langjährigen Durchschnitt. Wenn etwas den Winzern Sorgen machte, dann die sehr heiße und trockene Witterung. Sie beschleunigte den Reifeverlauf der Trauben, sodass insbesondere bei den früh reifenden Sorten die Gefahr bestand, dass die Säurewerte zu niedrig wurden. Durch eine frühe Lese ließ aber sich beispielsweise beim Riesling das Lesegut mit guter Reife und angemessenen Säurewerten einbringen. Die Mostgewichte waren gut bis überdurchschnittlich. Beim Riesling waren Werte von 90 und mehr keine Seltenheit, beim Spätburgunder wurden Werte von 115 Grad Oechsle erreicht. Fruchtige und elegante Weißweine sowie intensive, kraftvolle Rotweine werden den 2015er Jahrgang von der Nahe kennzeichnen. „Die Weinfreunde bekommen auch bei den einfachen Weinen schon hervorragende Qualität für ihr Geld“, heißt es in der Nahewein-Region.

Pfalz: Große Hitze, große Weine

Schon als die Reben im April austrieben, war es in der Pfalz überdurchschnittlich trocken. Es fielen in diesem Monat 46 Prozent weniger Regen als im langjährigen Mittel, im Mai gar 60 Prozent. Den ganzen Sommer über blieb es trocken, und im Juli und August wurde es extrem heiß. Doch der einsetzende Regen und die damit verbundene Abkühlung Ende August kamen gerade recht, um ausufernden Trockenstress und überhöhte Mostgewichte zu verhindern. Die Trauben hingen reif und gesund an den Stöcken und erlaubten eine frühe, nicht hektische, aber doch zügige Lese. Alles in allem hervorragende Bedingungen, die zu schönen Erwartungen Anlass geben. Den roten Sorten gefiel die trockene Hitze besonders gut, was sie mit Fülle und Raffinesse zeigen. Die Süßweine gerieten sehr üppig, und Rieslinge, Burgunder und Co. warten mit einer tollen Säurebalance und eleganter, schmelziger Frucht auf. Die aromatischen Sorten wie Gewürztraminer, Scheurebe und Sauvignon Blanc haben bei diesen Witterungsbedingungen ihr ganzes Entwicklungspotenzial entfaltet. Die Erntemenge lag in der Pfalz mit rund 2,2 Millionen Hektolitern etwa ein Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Auf sandigen Böden fiel sie geringer aus als auf anderen Untergründen, in denen die Reben besonders tief wurzeln und so noch an Wasserreserven kamen.

Rheingau: Sehr trocken, hohe Qualitäten

Im Rheingau erschreckten die Winzer frostige Nächte im April, die aber zum Glück folgenlos blieben, doch die lang anhaltende Trockenheit im Sommer forderte ihren Tribut. Mit erwarteten 205.000 Hektolitern lag die Erntemenge rund acht Prozent unter dem langjährigen Mittel. Tief wurzelnde, ältere Anlagen kamen mit dem fehlenden Regen gut zurecht, aber Junganlagen litten teilweise unter Trockenschäden. Ab Mitte September setzten größere Regenfälle ein, die zu starkem Beerenwachstum und so mitunter zu Haarrissen in der Beerenhaut führten: ideale Voraussetzungen für die Botrytis, also die Edelfäule. Bei dem diesjährigen, insgesamt sehr gesunden Lesegut ist daher eine hochklassige Süßweinausbeute erwarten. Auch die trockenen und halbtrockenen Weine des Jahrgangs erreichen hohes Qualitätsniveau. Bei der Lese, die an manchen Stellen – wie beim Riesling üblich – erst Anfang Oktober einsetze, zeigten sich teils herausragende Mostgewichte. Aufgrund des sehr guten Gesundheitszustandes der Trauben setzen manche Erzeuger auch auf Eisweine. Die Rheingauer Weine des Jahrgangs 2015 werden mit ihrer rassigen, gut eingebundenen Säure und aromenreichen Fruchtigkeit die Liebhaber begeistern.

Rheinhessen: Bilderbuchjahrgang, doch differenziert

Im größten deutschen Anbaugebiet herrschten bis zur Ernte teils sehr unterschiedliche Bedingungen. Nicht an allen Standorten wirkte sich die sommerliche Trockenheit gleichermaßen aus. Weinberge auf schweren, wasserspeichernden Böden hatten weniger Probleme mit dem fehlenden Nass. Im südlichen Teil des Anbaugebietes konnte die Lese etwas früher beginnen; auch die Erträge lagen meist über denen der nördlichen Bereiche. Fast überall gab es erstklassig ausgereifte Trauben mit hohen Mostgewichten. Der September entpuppte sich als fast perfekter Erntemonat: tagesüber herrschte meist angenehme Wärme, nachts kühlte es ab, sodass die Trauben weitgehend gesund blieben und intensive Aromen ausbilden konnten. Erst Mitte des Monats gab es teils ergiebigen Regen mit bis zu 30 Liter pro Quadratmeter, doch trocknete der kühle Nordwind die Trauben rasch wieder ab, sodass sich der Fäulnisdruck in Grenzen hielt. Es wurden teils sehr hohe Mostgewichte erreicht und auch einige edelsüße Weine wird es geben. Die Erntemenge des 2015ers liegt nur leicht unter dem langjährigen Mittel; die letzten Schätzungen gehen von 2,5 Millionen hl aus. Durch den perfekten Reifezustand wird es farbintensive, kraftvolle Rotweine und fruchtige, typische Weißweine mit moderaten Säurewerten geben. Liebhaber können sich auf klassische, ausgereifte Rheinhessenweine mit reichem Aromenspiel freuen.

Saale-Unstrut: Im kühlen Norden hohes Niveau

Von einer Sommerhitze mit „nur“ 30 Grad Celsius konnten die Winzer im Südwesten der Republik nur träumen, wo das Thermometer nicht selten 40 Grad erreichte. In Deutschlands nördlichstem Anbaugebiet Saale-Unstrut blieben diese Extremtemperaturen weitgehend aus. Dafür gab es mehrmals kalte Nächte mit Frostgefahr, etwa Ende April bis Mitte Mai. Auch die Schafskälte Ende Juni machte ihrem Namen Ehre, sodass sich die Rebenentwicklung verlangsamte. Die allgemeine Trockenheit dieses Sommers wurde für die Reben in einigen Lagen bedrohlich. Daran änderten auch einige Gewitter mit Starkregen und Hagelschäden etwa im Juni um Freyburg herum wenig. Erst Niederschläge im September sorgten für Entspannung. Eine ruhige Hauptlese von gesunden und prächtig entwickelten Trauben begann Ende September. Am 11.und 12.Oktober beschleunigten Starkregen, nächtliche Fröste und sogar etwas Schnee den Ernteverlauf, so dass Mitte Oktober schon die meisten Trauben eingebracht waren. Der Sonnenschein am Monatsende setzte einen versöhnlichen Akzent. So konnten noch Trauben mit hohen Oechslegraden geerntet werden. Die Erntemenge mit einem hohen Prädikatsweinanteil liegt bei erfreulichen 55.000 hl (2014: 43.000 hl). Die ersten Jungweine präsentieren sich fruchtbetont mit einem harmonischen Säurespiel.

Sachsen: Trotz Hagel gute Erträge

Schon 2014 war für die sächsischen Winzer ein Jahr der Wetterextreme gewesen und auch 2015 stellte sie vor manche Herausforderung. So gab es Unwetter mit Starkregen und Hagel wie Anfang September um Meißen und Weinböhla, der die Beeren beschädigte und bei früh reifenden Sorten eine Notlese erforderte. Zuvor hatten Junganlagen unter Trockenstress gelitten, denn wie in anderen Anbaugebieten waren das Frühjahr extrem trocken und der Sommer heiß; am 7. August wurde mit 38,6°C die höchste Temperatur des Jahres gemessen. Die Trauben haben sich insgesamt dennoch prächtig entwickelt und waren sehr gesund. Einen Wehrmutstropfen stellte ein ungewöhnlich früher Frost Mitte Oktober dar, der in vielen Anlagen das Laub schädigte und die Ernte frühzeitig beendete. Dennoch lässt ein hoher Prädikatsweinanteil im östlichsten deutschen Weinbaugebiet einen sehr guten Jahrgang 2015 erwarten. Auch mit der Erntemenge ist man zufrieden. Der erwartete durchschnittliche Ertrag lag in Sachsen mit 24.000 hl deutlich über dem Vorjahresergebnis.

Württemberg: Ideale Bedingungen, tolle Ergebnisse

Nach einer ungewöhnlich frühen Rebblüte ließ in Württemberg unproblematisches Wetter während der gesamten Vegetationsperiode die Trauben gesund heranreifen. Allein die große Trockenheit – es fiel nur etwa die Hälfte des sonst üblichen Niederschlags – sorgte für Diskussionen. Junganlagen sowie Reben, die auf leichten Böden stehen, mussten zwar bewässert werden, insgesamt jedoch weisen die eingebrachten Moste ein sehr großes Qualitätspotenzial auf. Besonders die wärmeliebenden Rotweinsorten dankten die üppige Hitzezufuhr des Sommers mit hohen Mostgewichten. So wies zum Beispiel der Schwarzriesling ein Plus von zehn Grad Oechsle im Vergleich zum zehnjährigen Mittel auf. Füllige Frucht ist bei allen Rebsorten zu erwarten. Die Erntemenge liegt mit 1,2 Millionen Hektoliter um elf Prozent über dem langjährigen Mittel und gar 16 Prozent über der Erntemenge des Vorjahres. Die Lese begann Mitte September, also recht früh, und endete in vielen Fällen schon Mitte Oktober. Es konnte vollreifes, sehr gesundes Lesegut eingebracht werden. Selbst beim Trollinger wurden spätlesereife Mostgewichte von bis zu 90 Grad Oechsle erreicht. So sind vor allem die Rotweine Gewinner des Jahrgangs, doch auch beim Riesling sorgten gute Reifegrade für tolle Weinqualitäten.

Quelle: www.deutscheweine.de

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Weine

Benoit Marguet Sapience Oenothèque 2013 Premiere Cru Brut Nature BIO

Champagner · Montagne de Reims · Cuvée · Brut Nature · Bio

Marguet Sapience Œnothèque Brut Nature ist eine außergewöhnliche Gemeinschafts-Cuvée, initiiert von Benoît Marguet zusammen mit den Ausnahmewinzern David Léclapart, Vincent Laval und Benoît Lahaye. Sie wird nur in den allerbesten Jahrgängen aufgelegt und vereint 50 % Chardonnay, 25 % Pinot Meunier und 25 % Pinot Noir. Als Brut Nature ohne zusätzlichen Schwefel abgefüllt. Im Glas vollmundig, wild und salzig.


Trépail, Cumières & Ambonnay

Die mehrfach selektierten Trauben stammen aus den Terroirs von Trépail, Cumières und Ambonnay in der Champagne. Die kalkgeprägten Böden verleihen dem Champagner seine exemplarisch kalkige Frische und gewaltige saline Struktur. Die Erzeugung ist biodynamisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint 50 % Chardonnay, 25 % Pinot Meunier und 25 % Pinot Noir. Der Ausbau erfolgt über neun Monate in gebrauchten Holzfässern, gefolgt von einem ultralangen Hefelager für Reife, Struktur und Komplexität. Abgefüllt als Brut Nature, ohne zusätzliche Schwefelgabe.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase intensiver weißer Tee, differenzierte Zitrusnoten, eine exemplarisch kalkige Frische und eine subtile oxidative Würze. Am Gaumen vollmundig und wild, getragen von enormer Spannung und mündend in eine gewaltige, saline Struktur. Der Abgang ist sehr lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren; ein großzügiges Glas und etwas Luft betonen die Komplexität. Als anspruchsvoller Speisenbegleiter oder solo zu genießen.

Klassische Begleitung: edler Fisch, Krustentiere, Geflügel und gereifter Käse.


Lage: Trépail, Cumières, Ambonnay (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Brut Nature
Ausbau: 9 Monate gebrauchtes Holzfass, ultralanges Hefelager, ohne zugesetzten Schwefel, ohne Dosage

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Rebsorten

Georg Breuer Pfaffenwies Lorch Riesling 2020

Weißwein · Lorch (Rheingau) · Riesling

Riesling Lorch Pfaffenwies Georg Breuer · Rüdesheim Steillage · Südwest Hunsrückschiefer · Taunusquarzit bis 55 J. Reben trocken · nur 2.586 Flaschen 2020

Der Georg Breuer Lorch Pfaffenwies Riesling 2020 stammt aus einer der Spitzenlagen von Lorch. Die Rieslinge der Pfaffenwies tragen eine fast salzige Mineralität in sich und werden von feinen Fruchtaromen heimischer Früchte bestimmt.


Lorch Pfaffenwies – Steillage über dem Rhein

Das Weingut Georg Breuer in Rüdesheim zählt zu den ikonischen Gütern des Rheingaus. Heute von Theresa Breuer geführt, steht es für kompromisslose Handarbeit in den Steillagen, naturnahe Bewirtschaftung, frühe Lese und einen kühlen, herkunftsbetonten Ausbau.

Die Pfaffenwies erstreckt sich über die gesamte Höhe der Lorcher Weinbergslagen, vom Rhein bis zum Fuße des Waldes. An steilen, südwestlich ausgerichteten Hängen wachsen bis zu 55 Jahre alte Rebstöcke auf von Hunsrückschiefer und Taunusquarzit geprägten Böden – die Grundlage für die fast salzige Mineralität dieser Lage.

Jahrgang 2020 – Rheingau

2020 war im Rheingau ein ausgewogener Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und frischer, präziser Säure. Die frühe Lese, die alten Reben und der kühle, schonende Ausbau des Guts bewahrten Finesse, Mineralität und Spannung – reife Frucht und lebendige Säure im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Lagen-Riesling aus der Steillage Lorch Pfaffenwies, Jahrgang 2020; 100 % Riesling von Hunsrückschiefer und Taunusquarzit, bis 55 Jahre alte Reben.

Nach selektiver Handlese wird der Wein spontan vergoren und lange im großen Holzfass ausgebaut – im bewusst zurückhaltenden Stil des Guts, ohne unnötige Eingriffe. So bewahrt er die salzige Mineralität, Finesse und ein enormes Reifepotenzial. Naturnahe Bewirtschaftung. Nur 2.586 Flaschen.

Im Glas

Ein Riesling von fast salziger Mineralität: feine Fruchtaromen heimischer Früchte – Apfel, Birne und Steinobst – dazu Zitrus und ein Hauch Kräuter über einer schiefrig-salzigen, mineralischen Prägung. Am Gaumen geradlinig und präzise, mit lebendiger Säure, feiner Struktur und einem langen, salzig-mineralischen Nachhall.

Fast salzige Mineralität, dazu feine Aromen heimischer Früchte – Apfel, Birne und Steinobst über schiefriger Prägung: geradlinig, präzise, mit langem, salzig-mineralischem Nachhall.

Ein finessenreicher, langlebiger Steillagen-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu würziger asiatischer Küche sowie zu cremigen Gerichten und mildem Hartkäse.


Lage: Lorch Pfaffenwies, Rheingau; steile, südwestlich ausgerichtete Hänge vom Rhein bis zum Waldrand; Hunsrückschiefer und Taunusquarzit; bis 55 Jahre alte Reben
Klassifikation: Lagen-Riesling, Rheingau (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, Spontangärung, langer Ausbau im großen Holzfass; naturnahe Bewirtschaftung; 2.586 Flaschen

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Whisky

Ardbeg 10 Jahre Islay Single Malt Scotch Whisky The Ultimate

Single Malt Whisky · Islay · Schottland

Single Malt Scotch Islay 10 Jahre Ex-Bourbon-Fässer non chill-filtered natürliche Farbe 46 % vol.

Der Ardbeg 10 Jahre ist der klassische Islay Single Malt Scotch Whisky der Destillerie Ardbeg und das Aushängeschild ihres Kernsortiments. Der Whisky reift mindestens zehn Jahre, überwiegend in ehemaligen Bourbon-Fässern aus amerikanischer Eiche. Er wird ungefiltert (non chill-filtered) und ohne künstliche Färbung abgefüllt, was Textur und Aroma erhält. Mit 46 % vol. zeigt er den kräftigen, torfgeprägten Stil, für den Ardbeg bekannt ist.


Islay

Islay ist die südlichste Insel der Inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands und steht für rauchige, torfgeprägte Single Malts. Die Destillerie Ardbeg liegt seit über 200 Jahren an der Südküste der Insel und zählt zu den am stärksten getorften Brennereien Schottlands. Atlantische Lage, Torf und Meeresluft prägen den maritim-rauchigen Charakter ihrer Whiskys.

Assemblage und Ausbau

Der Ardbeg 10 reift mindestens zehn Jahre, vornehmlich in ehemaligen Bourbon-Fässern aus amerikanischer Weißeiche. Diese Reifung gibt dem Whisky Noten von Vanille und Zitrus, während der hohe Torfgehalt des Malzes für die kräftige Rauchigkeit sorgt. Abgefüllt wird er mit 46 % vol., non chill-filtered und ohne künstliche Färbung – so bleiben Öle und Aromastoffe erhalten.

Im Glas

Helles Gold im Glas. In der Nase intensiver Torfrauch, Zitrone und Limette, dazu Vanille, Espresso und eine teerige, medizinische Note. Am Gaumen kraftvoll und ölig, mit Pfeffer, dunkler Schokolade, Anklängen von Banane und Menthol über einem Fundament aus Rauch. Der Nachhall ist lang, trocken und anhaltend rauchig.

Am Tisch

Pur bei Zimmertemperatur genießen; ein paar Tropfen Wasser mildern den Rauch und öffnen die Aromen. Passt zu geräuchertem Fisch, Austern, reifem Blauschimmelkäse und dunkler Schokolade. Ein klassischer Begleiter zum Abschluss eines Essens oder zur Zigarre.


Produzent: Ardbeg Distillery
Rebsorte: gemälzte Gerste (getorft)
Lage: Islay, Schottland
Klassifikation: Single Malt Scotch Whisky, 10 Jahre
Dosage: non chill-filtered, ohne künstliche Färbung
Ausbau: ehemalige Bourbon-Fässer, mind. 10 Jahre

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Italien

Montevertine Le Pergole Torte 2020

Rotwein · Toscana IGT · Sangiovese

100 % Sangiovese Toscana IGT Le Pergole Torte Radda in Chianti Montevertine 2 Jahre Holz (Barrique + Botte) unfiltriert 2020

Der Montevertine Le Pergole Torte 2020 ist die Ikone des Guts – der erste reinsortige Sangiovese der modernen Toskana. Er versprüht eine Frische und Saftigkeit, wie sie nur in der Toskana wachsen kann, ist vielschichtig und sehr langlebig. Wahre italienische Winzerkunst.


Le Pergole Torte – die Sangiovese-Ikone aus Radda

Montevertine liegt rund 3 km südlich von Radda in Chianti, auf einem 425 Meter hohen Hügel mit steinigen Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese). Sergio Manetti verließ 1981 das Chianti-Classico-Konsortium, weil er keinen Trebbiano in den Verschnitt geben wollte; seither etikettiert das Gut konsequent als Toscana IGT. Heute führt Martino Manetti das Weingut im traditionellen Stil weiter.

Der Le Pergole Torte (frei übersetzt „die krummen Pergolen") war die erste Lage, die Sergio Ende der 1960er pflanzte – und mit dem Jahrgang 1977 der erste reinsortige Sangiovese der Radda-Region, ein Pionier der Supertoskaner. Heute stammt der Wein aus den ältesten Parzellen des Guts (ab 1968), reinsortig Sangiovese, von den hochgelegenen, mineralischen Alberese-Böden. Er entsteht nur in herausragenden Jahrgängen.

Jahrgang 2020 – Toscana

2020 brachte in der Toskana einen ausgewogenen, eher klassisch gefärbten Sangiovese-Jahrgang mit reifer Frucht und feiner Frische. Im Le Pergole Torte ergibt das einen eleganten, mineralisch geprägten Wein mit großer Spannung, seidiger Textur und langem Reifepotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Sangiovese aus dem Jahrgang 2020, Toscana IGT, trocken.

Spontane Gärung im Betontank mit rund dreiwöchiger Maischestandzeit, anschließend zweistufiger Ausbau über zwei Jahre: ein Jahr in kleinen Allier-Barriques (gebraucht) und ein Jahr in großen Fässern aus slawonischer Eiche. Abfüllung traditionell, unfiltriert.

Im Glas

Der Le Pergole Torte versprüht für einen Rotwein eine Frische und Saftigkeit, wie sie nur in der Toskana wachsen kann; zudem ist er vielschichtig und sehr langlebig. Im Geschmack dominieren reife Kirschfrüchte und Zedernholz neben balsamischen Noten. Sehr harmonisch am Gaumen, mit seidigen Tanninen – ein wahrer Connaisseur-Wein italienischer Winzerkunst.

Frisch und saftig, vielschichtig und langlebig – harmonisch am Gaumen, mit seidigen Tanninen.

Schon jetzt zugänglich nach kräftigem Dekantieren, mit großem Reifepotenzial über 20+ Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Bistecca alla Fiorentina und geschmortem Rind, zu Wild und Lamm, zu Pasta mit Fleischsugo sowie zu gereiftem Pecorino.


Lage: Toscana IGT, Radda in Chianti (Toskana, Italien); hochgelegene Alberese-/Galestro-Böden (~350–450 m); älteste Parzellen, ab 1968
Klassifikation: Toscana IGT, 100 % Sangiovese (trocken)
Ausbau: Gärung im Betontank, 2 Jahre Holz (ein Jahr Allier-Barrique, ein Jahr großes slawonisches Fass), unfiltriert

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Schaumweine

Franck Bonville Pur Mesnil Champagner Grand Cru Blanc de Blancs 2019

Wein · Champagner · Champagne · Frankreich

Franck Bonville Pur Mesnil 2019 präsentiert sich nach über fünf Jahren Reife unter Naturkork als klarer, charakterstarker Blanc de Blancs aus dem Grand Cru Le Mesnil-sur-Oger. Puristisch, gradlinig und mineralisch – ein Champagner mit Rückgrat und Persönlichkeit, absolut typisch für seinen legendären Herkunftsort.


Champagne / Le Mesnil-sur-Oger

Franck Bonville stammt aus Avize an der Côte des Blancs. Dieser Champagner kommt aus dem berühmten Grand Cru Le Mesnil-sur-Oger – einem der größten Chardonnay-Terroirs der Welt. Die Trauben stammen aus drei Parzellen: Les Zailleux, Le Tilleul und Les Hautes Mottes, größtenteils im unteren Hangbereich, wo das Terroir Weine von Substanz, Spannung und innerer Ruhe hervorbringt.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Chardonnay (Blanc de Blancs) aus Grand-Cru-Lagen. Der Champagner reifte über fünf Jahre auf der Hefe unter Naturkork, was ihm Tiefe, Komplexität und Präzision verleiht. Mit nur 2.000 Flaschen eine seltene Parzellen-Selektion.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase konzentriert und fast puristisch: Zitruszeste, grüne Mandel und feine Kreideanklänge, mit Tiefe und Präsenz. Am Gaumen gradlinig, druckvoll und sehr strukturiert, mit straffer Frische und dichter Textur; der markante, fast salzige mineralische Ausdruck verleiht dem langen Finale eine klare, fast kristalline Handschrift.

Zum Genießen

Gut gekühlt bei 8–10 °C in großen Gläsern servieren – als großer Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Austern und Meeresfrüchten, edlem Fisch, Krustentieren und feiner Küche.


Lage: Champagne, Grand Cru Le Mesnil-sur-Oger (Parzellen Les Zailleux, Le Tilleul, Les Hautes Mottes), Frankreich; Franck Bonville
Klassifikation: Champagne Grand Cru – Blanc de Blancs, 100 % Chardonnay
Ausbau: über 5 Jahre Hefereife unter Naturkork
Produktion: 2.000 Flaschen; Jahrgang 2019

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Rebsorten

Joblot Givry Le Empreinte 1er Cru 2020

Rotwein · Givry Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Givry · 1er Cru (Cuvée L'Empreinte) Cellier · Servoisine · Clos Marole · Bois Chevaux Côte Chalonnaise 2020

Der Givry L'Empreinte 1er Cru 2020 der Domaine Joblot ist eine neue Cuvée aus den vier besten Premier-Cru-Parzellen des Guts. Ein eher kantiger Pinot Noir, der viel Luft braucht – und dann Walderdbeeren, Lavendel, Veilchen und etwas Süßholz entfaltet. Lang und frisch im Abgang.


L'Empreinte – Assemblage der besten 1er Crus

Givry liegt in der Côte Chalonnaise und ist für seine Pinot Noirs bekannt. L'Empreinte ist eine neue Cuvée der Domaine Joblot, die die vier besten Premier-Cru-Parzellen des Guts vereint: Cellier (aux Moines), Servoisine, Clos Marole und Bois Chevaux.

Die Domaine Joblot zählt zu den führenden Erzeugern von Givry und gilt als Maßstab der Appellation.

Jahrgang 2020 – Côte Chalonnaise

2020 war ein warmer, trockener Jahrgang mit früher Lese und kleinen Erträgen. Die Reben lieferten konzentrierte, reife Trauben, die dennoch eine klare Frische bewahrten.

Für die roten Burgunder steht 2020 für Tiefe und Dichte bei feinem Tannin und tragender Säure – ein starker, lagerfähiger Jahrgang, der zur Struktur dieser Cuvée passt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020, eine Assemblage aus Cellier, Servoisine, Clos Marole und Bois Chevaux.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – auf Struktur und einen klaren Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Ein eher kantiger Pinot Noir, der viel Luft zu seiner Entfaltung braucht. Nach und nach entströmen Aromen von Walderdbeeren, Lavendel, Veilchen und etwas Süßholz. Der Abgang ist lang und frisch.

Walderdbeere, Lavendel und Veilchen mit etwas Süßholz – kantig, lang und frisch, mit Luft immer ausdrucksvoller.

In der Jugend großzügig dekantieren; über einige Jahre Flaschenreife gewinnend. Bei 16 °C servieren.

Am Tisch

Rind und Wild, Ente, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer bis gereifter Käse. Ein strukturierter, vielseitiger Begleiter.


Lage: Givry (Côte Chalonnaise); Cuvée aus vier 1er-Cru-Parzellen (Cellier, Servoisine, Clos Marole, Bois Chevaux)
Klassifikation: Givry Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau

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Spanien

Envinate Lousas Seoane Ribeira Sacra tinto 2024

Rotwein · Ribeira Sacra · Mencía

Mencía (~95 %) Ribeira Sacra · Amandi Parcela Seoane Envínate reiner Schiefer · ~400 m alte Reben (80 J.) 2024

Der Envínate Lousas Parcela Seoane 2024 ist ein Einzellagen-Mencía von reinem Schiefer in der Ribeira Sacra – sehr frisch und atlantisch, mit klarer, seidiger Struktur. Unglaublich aromatisch und würzig, mit tiefer Mineralität und reiner Kirschfrucht. Ein klassischer Ribeira Sacra.


Seoane – Schiefer-Cru aus Amandi

Envínate („wine yourself") ist das Kultprojekt von vier befreundeten Önologen – Roberto Santana, Alfonso Torrente, Laura Ramos und José Martínez. Das Galicien-Projekt in der Ribeira Sacra führt der gebürtige Galicier Alfonso Torrente: minimal-invasiv, ohne Chemie, Ganztraubengärung mit Wildhefen, Ausbau in gebrauchtem Holz. „Lousas" ist das galicische Wort für die Schieferplatten, die der Region ihre Mineralität und florale Würze geben.

Die Parzelle Seoane liegt im Amandi-Bezirk (Doade), dem Herzstück der Ribeira Sacra. Sie ist nach Südwesten ausgerichtet; die rund 80 Jahre alten Rebstöcke gedeihen in etwa 400 Metern Höhe auf reinem Schieferboden – ein Terroir, das dem Mencía Frische, Mineralität und seidige Struktur verleiht. Die Einzellagenweine bilden die Spitze der Envínate-Hierarchie und entstehen in winziger Menge.

Jahrgang 2024 – Ribeira Sacra

Das atlantisch geprägte Klima der Ribeira Sacra und die wärmespeichernden Schieferböden bringen auch 2024 einen frischen, mineralisch geprägten Mencía mit klarer Frucht, lebendiger Säure und feiner Würze. In der alten Seoane-Parzelle ergibt das einen besonders präzisen, seidigen Wein.

Ausbau

Überwiegend Mencía (mit kleinen Anteilen lokaler Sorten wie Merenzao und Garnacha Tintorera), aus dem Jahrgang 2024, Ribeira Sacra, trocken.

Im minimal-invasiven Stil des Hauses: Handlese, Ganztraubengärung mit Wildhefen in offenen Bottichen, anschließend rund 11 Monate Ausbau in gebrauchten französischen Fässern (300–500 l), ohne Abstich. Minimaler Schwefel.

Im Glas

Der Mencía dieser Parcela mundet sehr frisch und atlantisch, ist aber mit einer klaren und seidigen Struktur ausgestattet. Unglaublich aromatisch und würzig, mit einer tiefen Mineralität und einer reinen Kirschfrucht im Geschmack. Ein klassischer Ribeira Sacra.

Sehr frisch und atlantisch, klar und seidig – aromatisch, würzig, mit tiefer Mineralität und reiner Kirschfrucht.

Leicht gekühlt servieren; profitiert von etwas Luft. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu geschmortem Schwein und Lamm, zu Wild und Ente, zu würzigen Gerichten sowie zu mittelreifem Käse.


Lage: Ribeira Sacra, Amandi (Doade), Parcela Seoane (Galicien, Spanien); Südwest-Ausrichtung, reiner Schieferboden, ~400 m; Reben ca. 80 Jahre
Klassifikation: Ribeira Sacra, ~95 % Mencía mit lokalen Sorten (trocken); winzige Menge (Einzellage)
Ausbau: Handlese, Ganztraubengärung mit Wildhefen in offenen Bottichen, ~11 Monate in gebrauchten franz. Fässern (300–500 l), ohne Abstich; organischer/biodynamischer Anbau

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Whisky

Ardbeg Traigh Bhan 19 years old Batch 4

Single Malt Whisky · Islay · Schottland

Single Malt Scotch Islay 19 Jahre Batch 4 (2022) höherer Oloroso-Sherry-Anteil non chill-filtered

Der Ardbeg Traigh Bhan 19 Jahre Batch 4 ist die vierte, 2022 veröffentlichte Auflage der jährlich limitierten 19-jährigen Reihe der Islay-Destillerie Ardbeg. Benannt ist sie nach Traigh Bhan, dem „singenden" Sandstrand auf Islay. Batch 4 setzt im Vergleich zu den Vorgängern auf einen höheren Anteil an Oloroso-Sherryfässern, was ihm mehr Tiefe und einen Hauch alter Schule verleiht. Gereift in amerikanischer Eiche und Oloroso-Sherry, non chill-filtered und mit natürlicher Farbe 


Islay

Islay ist die südlichste Insel der Inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands und steht für rauchige, torfgeprägte Single Malts. Die Destillerie Ardbeg liegt seit über 200 Jahren an der Südküste der Insel und zählt zu den am stärksten getorften Brennereien Schottlands. Namensgeber dieser Reihe ist der nahe Strand Traigh Bhan, dessen Sand bei Wind „singt". Atlantik, Torf und Meeresluft prägen den maritimen Stil.

Assemblage und Ausbau

Batch 4 reift 19 Jahre in amerikanischer Ex-Bourbon-Eiche und Oloroso-Sherryfässern – mit einem höheren Sherry-Anteil als in früheren Chargen. Das bringt Holzrauch, Menthol und Anis stärker in den Vordergrund. Jede Charge trägt einen eigenen Batch-Code und die Signatur eines Teammitglieds; Batch 4 ist von Distillery Manager Colin Gordon gezeichnet (Destillat von 2003). Abgefüllt wird non chill-filtered und ohne künstliche Färbung.

Im Glas

Goldfarben im Glas. In der Nase krautige Kiefer und Fenchel, dazu Limetten-Sorbet, medizinische Lutschpastille, Eukalyptus und ein Hauch Sattelseife; mit Wasser folgen Haselnuss, Vanille, Johannisbeere und Minzschokolade. Am Gaumen Holzrauch, Menthol und Anis, ergänzt um milde tropische Frucht, Milchschokolade, Vanille und Teeblatt – die Sherrynote ist präsent, aber eingebunden. Der Nachhall ist lang, rauchig und würzig.

Am Tisch

Pur bei Zimmertemperatur genießen; einige Tropfen Wasser öffnen die reiferen Aromen. Passt zu geräuchertem Fisch, gereiftem Hartkäse, dunkler Schokolade und herzhaften Trockenfrüchten. Ein vielschichtiger Islay-Malt für besondere Anlässe.



Lage: Islay, Schottland
Klassifikation: Single Malt Scotch Whisky, 19 Jahre (Traigh Bhan Batch 4, 2022)
Ausbau: amerikanische Ex-Bourbon-Eiche und Oloroso-Sherryfässer (höherer Sherry-Anteil), 19 Jahre

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