Der Weinjahrgang 2015 in Deutschland kompakt

Der Weinjahrgang 2015 in  Deutschland kompakt

Weinjahrgang 2015 lässt Winzer schwärmen

Selten hat ein Weinjahrgang zum Abschluss der Lese so viel Lob erhalten, wie der 2015er. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, wird aus allen Anbaugebieten von eingebrachten Spitzenqualitäten berichtet.

Dank kerngesunder, voll aus­gereifter und sehr aromatischer Trauben können sich die Weinfreunde auf ausgesprochen fruchtbetonte, harmonische Weißweine und intensive, gehaltvolle Rotweine freuen. Der Weinjahrgang hat zudem außergewöhnlich viele hochwertige edelsüße Spezialitäten, von der Auslese bis zur Trocken­beerenauslese, hervorgebracht.

Auch die bundesweit erwarteten Erntemengen bewegen sich nach der letzten Ernteschätzung mit rund neun Millionen Hektolitern auf dem Niveau des zehnjährigen Mittels und nur zwei Prozent unter dem Vorjahresertrag. Aufgrund des sehr trockenen Sommers schwanken die Erträge bei den Winzern je Wasserspeicherkraft des Bodens und dem Alter der Reben allerdings recht stark. Auch unter den einzelnen Anbaugebieten zeichnen sich unterschiedliche Ertragssituationen ab, wie der nachfolgende Blick in die 13 deutschen Weinbaugebiete zeigt.
Weinjahrgang 2015 – ein Blick in die Anbaugebiete

Ahr: Unkompliziertes Jahr mit großen Weinen

Manche Jahre lassen den Blutdruck der Winzer kaum ansteigen. An der Ahr verlief die Vegetationsperiode zumeist unkompliziert. Erst im August und September hatte es nennenswerte Regenfälle gegeben, die zum Glück den Trauben wenig zusetzten. So konnten ab September die früh reifenden Sorten wie Müller-Thurgau und Frühburgunder in gesundem Zustand eingebracht werden. Mitte September begann die Hauptlese. Die spät reifenden Sorten wie der Spätburgunder profitierten von dem schönen Wetter. Die Winzer berichten von guten bis sehr guten Qualtäten der Jungweine, die sich fruchtbetont, harmonisch und, was die Rotweine angeht, mit intensiver Farbe präsentieren. Die Erntemenge liegt mit 42.000 hl knapp unter dem Vorjahresergebnis. Durch die Trockenheit im Sommer hatten die Trauben kleinere Beeren ausgebildet, was zu etwas geringeren Mostmengen führte.

Baden: Bilderbuchherbst, doch weniger Menge

Im Anbaugebiet mit der größten Nord-Südausdehnung wirkte sich das Klima naturgemäß unterschiedlich aus. Doch überall war die acht Wochen währende Hitze- und Trockenperiode im Sommer kennzeichnend für den Jahrgang; an vielen Tagen wurden 40° Celsius erreicht. Mancher Vergleich mit dem berühmten Hitzejahrgang 2003 drängte sich zeitweise auf. Doch hatte es etwa am Kaiserstuhl und am Tuniberg am 13. Mai ein schweres Gewitter mit Hagelschäden gegeben. Der Jahrgang lag von Anfang an zeitlich vor den Durchschnittswerten; der Vegetationsvorsprung betrug teilweise bis 10 Tage. Die Blüte begann Ende Mai und war am 10. Juni schon abgeschlossen. Obwohl die älteren Rebanlagen die Trockenheit gut überstanden – auch hier kam es letztlich auf den Standort und den Boden an –, erbrachten die kleiner als sonst ausgefallenen Beeren eben auch weniger Most. Das Erntevolumen in Baden liegt deshalb mit 1,16 Millionen hl um mehr als 10 Prozent unter dem Vorjahresergebnis; ein deutlicher Rückgang auch im Vergleich zum langjährigen Mittel (- 6 %). Die Hauptlese zwischen dem 14. September und der ersten Oktoberwoche verlief bei bestem Lesewetter zügig, aber entspannt. Das sehr gesunde und hervorragend ausgereifte Lesegut wird sehr gute, fruchtbetonte und gut strukturierte Weißweine und kraftvolle Rotweine mit dunkler Farbe hervorbringen. Die Säurewerte liegen in einem verträglichen Bereich, wie ihn der Konsument schätzt.

Franken: Trockenes Jahr mit hohem Prädikatsweinanteil

Auch in Franken stellt der Klimawandel die Winzer vor neue Herausforderungen. Das Jahr war eines der trockensten der vergangenen 40 Jahre. Zukünftig wird man sich mehr um die Bewässerung der Steillagen kümmern müssen, um nach wie vor auch in extrem trockenen Jahren so ausgezeichnete Qualitäten wie in diesem Jahr ernten zu können. Die Burgundersorten sowie Riesling und Silvaner sind ganz besonders gut mit den Wettergegebenheiten in diesem Jahr zurechtgekommen. Zwischen Februar und August hat es nur sehr schwache Regenfälle gegeben. Die älteren Anlagen konnten durch ihre bereits sehr tiefen Wurzeln an ausreichend Wasser kommen. Junge Anlagen hingegen mussten zwei bis drei Mal gewässert werden. Sehr positiv war es, dass es weder Hagel noch sonstige Unwetter gegeben hat. Mitte August setzte ein ergiebiger Landregen ein, der der gesamten Natur sehr gut getan hat. Pünktlich erfolgte dann eine Abkühlung, sodass die Trauben bis zur Lese gesund blieben. Die fränkischen Winzer konnten rund 440.000 Hektoliter Traubenmost ernten. Das durchschnittliche Mostgewicht lag bei 89 Grad Oechsle. Fast drei Viertel der Ernte konnte als Prädikatsweine ausgebaut werden, was einen deutlich höheren Anteil als 2014 bedeutet. Die Erntemenge lag wegen der Trockenheit um zwei Prozent unter dem langjährigen Mittel und gar sechs Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die ausgezeichnete Qualität der diesjährigen Weine entschädigt dafür ein wenig. Es werden lagerfähige, elegante und finessenreiche Weine mit sortentypischen, intensiven Aromen und mineralischer Säure erwartet.

Hessische Bergstraße: Konzentrierte Aromen und hohe Mostgewichte

Die Erntemenge der diesjährigen Lese lag an der Hessischen Bergstraße mit 30.000 hl zwar rund zwei Prozent über dem langjährigen Durchschnitt, doch gab es bei einem der größten Betriebe des Anbaugebietes einen Ertragsrückgang von 10 Prozent gegenüber der normalen Menge. Dafür ist die Qualität der perfekt gereiften Trauben ganz außerordentlich. Das durchschnittliche Mostgewicht lag bei 91 Grad Oechsle und damit höher als in den Spitzenjahrgängen 2009, 2003, 1976 und sogar 1959. Zuerst hatten die Winzer befürchtet, dass sich die Trockenheit während des Sommers nach früher Blüte negativ auf die Qualität auswirken würde. Doch gut verteilte Niederschläge in den Monaten August und September wirkten ausgleichend. Schon die frühen Sorten zeigten gute Mostgewichte, und das steigerte sich. Den höchsten Wert zeigte am 12. Oktober eine Weißburgunder Trockenbeerenauslese mit 198 Grad Oechsle. Die Winzer erwarten insgesamt aromenreiche, füllige und komplexe Weißweine und intensive, gut strukturierte Rotweine. Mit etwas Glück können noch Eisweine eingefahren werden.

Mittelrhein: Extreme Trockenheit, gute Reife

Bis auf ein Gewitter im Mai gab es am Mittelrhein fast während der gesamten Vegetationsperiode kaum nennenswerte Niederschläge – eines der trockensten Jahre seit Menschengedenken! Während die älteren Rebanlagen dank der sehr tief reichenden Wurzeln eine ausreichende Wasserversorgung hatten, mussten Jungpflanzungen bewässert werden, um ein Vertrocknen zu verhindern. Die Folge der extremen Trockenheit war, dass es zwar keinen nennenswerten Krankheitsdruck gab, aber die Beeren kleiner als gewöhnlich ausfielen. Die Trauben waren jedoch bestens ausgereift und der Fruchtansatz nach einer optimalen Blüte sehr gut. So lag die Gesamterntemenge nach einer entspannten Lese mit 35.000 hl dann doch 19 Prozent über dem langjährigen Mittel und 22 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Dies dürfte sich auch auf die Preise entspannend auswirken. Harmonische Mittelrhein-Weine mit gut eingebundener Säure und nicht zu hohem Alkoholgehalt werden die Liebhaber erfreuen.

Mosel: Bange Erwartungen erfüllten sich nicht – ein prachtvoller Jahrgang

Im September begannen die Winzer an Mosel, Saar und Ruwer zu zittern. Würde es wie im Vorjahr zu einem feuchten Finish der Traubenreife kommen, das erneut eine Blitzlese erforderlich machen würde? Der diesjährige goldene Oktober zerstreute alle Bedenken. Kühle Nächte und der die Trauben immer wieder vom Regen abtrocknende Ostwind ließen das Lesegut so kerngesund bleiben, wie es war. Bereits Mitte September wurden einige frühreifende Sorten geerntet. Die Hauptlese begann mit Müller-Thurgau zur letzten September-Dekade, darauf folgten die Burgundersorten sowie Elbling. In den ersten beiden Oktoberwochen wurde bei idealem Herbstwetter der Riesling geerntet, bis Anfang November in den Steillagen. Alles in allem: Eine entspannte Lese, deren Stichproben Anlass zu hohen Erwartungen geben. Beim Riesling lagen die Mostgewichte zum Beispiel durchschnittlich bei 85 Grad Oechsle, also im Spätlesebereich. In der Hoffnung, den sehr guten Jahrgang mit einem Eiswein krönen zu können, hängen bei vielen Weingütern noch Trauben an den Stöcken. Einziger Wermutstropfen: Die Erntemenge fiel in vielen Unterregionen im Vergleich zu den Vorjahren geringer aus. Insgesamt waren es 795.000 Hektoliter, das waren drei Prozent weniger als im langjährigen Mittel und sogar acht Prozent weniger als im Vorjahr. Der 2015er Jahrgang wird fruchtige, sehr harmonische Weißweine mit schönem Süße-Säure-Spiel hervorbringen. Rotweine, die zehn Prozent der Produktion ausmachen, werden eine gute Farbtiefe haben. Weinliebhaber und die Besucher der Moselregion werden sich über viele hochwertige Qualitäten freuen können.

Nahe: Schnelle Entwicklung

Mit rund 340.000 hl liegt die Erntemenge an der Nahe etwa gleichauf mit der des Vorjahres und etwas über dem langjährigen Durchschnitt. Wenn etwas den Winzern Sorgen machte, dann die sehr heiße und trockene Witterung. Sie beschleunigte den Reifeverlauf der Trauben, sodass insbesondere bei den früh reifenden Sorten die Gefahr bestand, dass die Säurewerte zu niedrig wurden. Durch eine frühe Lese ließ aber sich beispielsweise beim Riesling das Lesegut mit guter Reife und angemessenen Säurewerten einbringen. Die Mostgewichte waren gut bis überdurchschnittlich. Beim Riesling waren Werte von 90 und mehr keine Seltenheit, beim Spätburgunder wurden Werte von 115 Grad Oechsle erreicht. Fruchtige und elegante Weißweine sowie intensive, kraftvolle Rotweine werden den 2015er Jahrgang von der Nahe kennzeichnen. „Die Weinfreunde bekommen auch bei den einfachen Weinen schon hervorragende Qualität für ihr Geld“, heißt es in der Nahewein-Region.

Pfalz: Große Hitze, große Weine

Schon als die Reben im April austrieben, war es in der Pfalz überdurchschnittlich trocken. Es fielen in diesem Monat 46 Prozent weniger Regen als im langjährigen Mittel, im Mai gar 60 Prozent. Den ganzen Sommer über blieb es trocken, und im Juli und August wurde es extrem heiß. Doch der einsetzende Regen und die damit verbundene Abkühlung Ende August kamen gerade recht, um ausufernden Trockenstress und überhöhte Mostgewichte zu verhindern. Die Trauben hingen reif und gesund an den Stöcken und erlaubten eine frühe, nicht hektische, aber doch zügige Lese. Alles in allem hervorragende Bedingungen, die zu schönen Erwartungen Anlass geben. Den roten Sorten gefiel die trockene Hitze besonders gut, was sie mit Fülle und Raffinesse zeigen. Die Süßweine gerieten sehr üppig, und Rieslinge, Burgunder und Co. warten mit einer tollen Säurebalance und eleganter, schmelziger Frucht auf. Die aromatischen Sorten wie Gewürztraminer, Scheurebe und Sauvignon Blanc haben bei diesen Witterungsbedingungen ihr ganzes Entwicklungspotenzial entfaltet. Die Erntemenge lag in der Pfalz mit rund 2,2 Millionen Hektolitern etwa ein Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt. Auf sandigen Böden fiel sie geringer aus als auf anderen Untergründen, in denen die Reben besonders tief wurzeln und so noch an Wasserreserven kamen.

Rheingau: Sehr trocken, hohe Qualitäten

Im Rheingau erschreckten die Winzer frostige Nächte im April, die aber zum Glück folgenlos blieben, doch die lang anhaltende Trockenheit im Sommer forderte ihren Tribut. Mit erwarteten 205.000 Hektolitern lag die Erntemenge rund acht Prozent unter dem langjährigen Mittel. Tief wurzelnde, ältere Anlagen kamen mit dem fehlenden Regen gut zurecht, aber Junganlagen litten teilweise unter Trockenschäden. Ab Mitte September setzten größere Regenfälle ein, die zu starkem Beerenwachstum und so mitunter zu Haarrissen in der Beerenhaut führten: ideale Voraussetzungen für die Botrytis, also die Edelfäule. Bei dem diesjährigen, insgesamt sehr gesunden Lesegut ist daher eine hochklassige Süßweinausbeute erwarten. Auch die trockenen und halbtrockenen Weine des Jahrgangs erreichen hohes Qualitätsniveau. Bei der Lese, die an manchen Stellen – wie beim Riesling üblich – erst Anfang Oktober einsetze, zeigten sich teils herausragende Mostgewichte. Aufgrund des sehr guten Gesundheitszustandes der Trauben setzen manche Erzeuger auch auf Eisweine. Die Rheingauer Weine des Jahrgangs 2015 werden mit ihrer rassigen, gut eingebundenen Säure und aromenreichen Fruchtigkeit die Liebhaber begeistern.

Rheinhessen: Bilderbuchjahrgang, doch differenziert

Im größten deutschen Anbaugebiet herrschten bis zur Ernte teils sehr unterschiedliche Bedingungen. Nicht an allen Standorten wirkte sich die sommerliche Trockenheit gleichermaßen aus. Weinberge auf schweren, wasserspeichernden Böden hatten weniger Probleme mit dem fehlenden Nass. Im südlichen Teil des Anbaugebietes konnte die Lese etwas früher beginnen; auch die Erträge lagen meist über denen der nördlichen Bereiche. Fast überall gab es erstklassig ausgereifte Trauben mit hohen Mostgewichten. Der September entpuppte sich als fast perfekter Erntemonat: tagesüber herrschte meist angenehme Wärme, nachts kühlte es ab, sodass die Trauben weitgehend gesund blieben und intensive Aromen ausbilden konnten. Erst Mitte des Monats gab es teils ergiebigen Regen mit bis zu 30 Liter pro Quadratmeter, doch trocknete der kühle Nordwind die Trauben rasch wieder ab, sodass sich der Fäulnisdruck in Grenzen hielt. Es wurden teils sehr hohe Mostgewichte erreicht und auch einige edelsüße Weine wird es geben. Die Erntemenge des 2015ers liegt nur leicht unter dem langjährigen Mittel; die letzten Schätzungen gehen von 2,5 Millionen hl aus. Durch den perfekten Reifezustand wird es farbintensive, kraftvolle Rotweine und fruchtige, typische Weißweine mit moderaten Säurewerten geben. Liebhaber können sich auf klassische, ausgereifte Rheinhessenweine mit reichem Aromenspiel freuen.

Saale-Unstrut: Im kühlen Norden hohes Niveau

Von einer Sommerhitze mit „nur“ 30 Grad Celsius konnten die Winzer im Südwesten der Republik nur träumen, wo das Thermometer nicht selten 40 Grad erreichte. In Deutschlands nördlichstem Anbaugebiet Saale-Unstrut blieben diese Extremtemperaturen weitgehend aus. Dafür gab es mehrmals kalte Nächte mit Frostgefahr, etwa Ende April bis Mitte Mai. Auch die Schafskälte Ende Juni machte ihrem Namen Ehre, sodass sich die Rebenentwicklung verlangsamte. Die allgemeine Trockenheit dieses Sommers wurde für die Reben in einigen Lagen bedrohlich. Daran änderten auch einige Gewitter mit Starkregen und Hagelschäden etwa im Juni um Freyburg herum wenig. Erst Niederschläge im September sorgten für Entspannung. Eine ruhige Hauptlese von gesunden und prächtig entwickelten Trauben begann Ende September. Am 11.und 12.Oktober beschleunigten Starkregen, nächtliche Fröste und sogar etwas Schnee den Ernteverlauf, so dass Mitte Oktober schon die meisten Trauben eingebracht waren. Der Sonnenschein am Monatsende setzte einen versöhnlichen Akzent. So konnten noch Trauben mit hohen Oechslegraden geerntet werden. Die Erntemenge mit einem hohen Prädikatsweinanteil liegt bei erfreulichen 55.000 hl (2014: 43.000 hl). Die ersten Jungweine präsentieren sich fruchtbetont mit einem harmonischen Säurespiel.

Sachsen: Trotz Hagel gute Erträge

Schon 2014 war für die sächsischen Winzer ein Jahr der Wetterextreme gewesen und auch 2015 stellte sie vor manche Herausforderung. So gab es Unwetter mit Starkregen und Hagel wie Anfang September um Meißen und Weinböhla, der die Beeren beschädigte und bei früh reifenden Sorten eine Notlese erforderte. Zuvor hatten Junganlagen unter Trockenstress gelitten, denn wie in anderen Anbaugebieten waren das Frühjahr extrem trocken und der Sommer heiß; am 7. August wurde mit 38,6°C die höchste Temperatur des Jahres gemessen. Die Trauben haben sich insgesamt dennoch prächtig entwickelt und waren sehr gesund. Einen Wehrmutstropfen stellte ein ungewöhnlich früher Frost Mitte Oktober dar, der in vielen Anlagen das Laub schädigte und die Ernte frühzeitig beendete. Dennoch lässt ein hoher Prädikatsweinanteil im östlichsten deutschen Weinbaugebiet einen sehr guten Jahrgang 2015 erwarten. Auch mit der Erntemenge ist man zufrieden. Der erwartete durchschnittliche Ertrag lag in Sachsen mit 24.000 hl deutlich über dem Vorjahresergebnis.

Württemberg: Ideale Bedingungen, tolle Ergebnisse

Nach einer ungewöhnlich frühen Rebblüte ließ in Württemberg unproblematisches Wetter während der gesamten Vegetationsperiode die Trauben gesund heranreifen. Allein die große Trockenheit – es fiel nur etwa die Hälfte des sonst üblichen Niederschlags – sorgte für Diskussionen. Junganlagen sowie Reben, die auf leichten Böden stehen, mussten zwar bewässert werden, insgesamt jedoch weisen die eingebrachten Moste ein sehr großes Qualitätspotenzial auf. Besonders die wärmeliebenden Rotweinsorten dankten die üppige Hitzezufuhr des Sommers mit hohen Mostgewichten. So wies zum Beispiel der Schwarzriesling ein Plus von zehn Grad Oechsle im Vergleich zum zehnjährigen Mittel auf. Füllige Frucht ist bei allen Rebsorten zu erwarten. Die Erntemenge liegt mit 1,2 Millionen Hektoliter um elf Prozent über dem langjährigen Mittel und gar 16 Prozent über der Erntemenge des Vorjahres. Die Lese begann Mitte September, also recht früh, und endete in vielen Fällen schon Mitte Oktober. Es konnte vollreifes, sehr gesundes Lesegut eingebracht werden. Selbst beim Trollinger wurden spätlesereife Mostgewichte von bis zu 90 Grad Oechsle erreicht. So sind vor allem die Rotweine Gewinner des Jahrgangs, doch auch beim Riesling sorgten gute Reifegrade für tolle Weinqualitäten.

Quelle: www.deutscheweine.de

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Weine

Monteabellon Verdejo

Wein · Weißwein · Rueda · Spanien

Monteabellón Verdejo ist ein reinsortiger Verdejo aus der DO Rueda von über 30 Jahre alten Reben – fruchtbetont und zugleich mineralisch. Feinste subtile Fruchtaromatik mit gut eingerahmten Mandeltönen und weißem Pfirsich in Duft und Geschmack, knackig und frisch.


Rueda / Kastilien-León

Die DO Rueda ist die spanische Heimat des Verdejo. Der Wein geht auf die Idee des umtriebigen Önologen Isaac Fernández und Juan Manuel García Aparicio zurück, einen eigenen, charaktervollen Verdejo auszubauen. Gefunden wurde dafür ein Wingert mit über 30 Jahre alten Verdejo-Reben; der Debütjahrgang 2008 wurde vom Feinschmecker prompt zum besten Rueda-Weißwein gekürt. Kontinentales Klima und kiesig-sandige Böden prägen den Stil.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Verdejo von alten Reben. Die kühle Vergärung im Edelstahl bewahrt die fruchtbetonte Aromatik, die Frische und die mineralische, bodengeprägte Art des Weins. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Blasses Strohgelb. In der Nase weißer Pfirsich, subtile helle Frucht und gut eingerahmte Mandeltöne, dazu ein typischer Anklang von Fenchel und Kräutern. Am Gaumen knackig und frisch, mineralisch und gut strukturiert, mit sauberem, animierendem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, Tapas, Geflügel, Spargel und frischem Käse.


Lage: DO Rueda (Kastilien-León, Spanien); Bodegas Monteabellón (Isaac Fernández)
Klassifikation: DO Rueda – 100 % Verdejo, trocken
Ausbau: kühle Edelstahlgärung (alte Reben, >30 Jahre)

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Länder/Regionen

Domaine Sylvain Cathiard Vosne Romanee Aux Malconsorts 1er Cru 2023

Rotwein · Vosne-Romanée 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Vosne-Romanée 1er Cru Côte de Nuits 2023 Aux Malconsorts · 0,74 ha

Der Vosne-Romanée 1er Cru Aux Malconsorts 2023 der Domaine Sylvain Cathiard et Fils ist eines der Flaggschiffe des Guts – ein kraftvoller, zugleich mineralisch-präziser Pinot Noir aus einer Lage direkt neben dem Grand Cru La Tâche, mit einer Tiefe und Dimension von Grand-Cru-Format.


Aux Malconsorts – 1er Cru neben La Tâche

Vosne-Romanée gilt vielen als Inbegriff perfekter Balance aus Fülle, Struktur und Eleganz. Aux Malconsorts liegt im südlichen Teil der Gemeinde, an der Grenze zu Nuits-St-Georges und unmittelbar angrenzend an den Grand Cru La Tâche. Der tiefrote Boden über komplexem Kalkstein gibt einen Wein, der mit Reife eine vielschichtige, fast Grand-Cru-würdige Komplexität entfaltet.

Cathiards Parzelle umfasst 0,74 Hektar mit Reben aus den frühen 1970ern. Aux Malconsorts ist der Wein, der am stärksten mit der Domaine verbunden wird.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

2023 brachte im Burgund eine gesunde und großzügige Ernte. Ein warmer Sommer wurde durch Septemberregen ausbalanciert, sodass die Trauben reif, aber nicht überreif gelesen wurden.

Sébastien Cathiard begann am 13. September zu lesen; die Weine kamen natürlich auf 12–13 % Alkohol. Ein Jahr für saftige, balancierte und frische Pinots mit feinem Tannin.

Vinifikation und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023.

Vollständig entrappt nach sorgfältiger Selektion, anschließend Spontangärung mit langer Maischestandzeit. Der Ausbau dauert 15–18 Monate im Fass, beim Aux Malconsorts mit rund zwei Dritteln neuem Holz und einem Drittel einjährigem Holz. Abgefüllt wird ungeschönt und unfiltriert; Bewirtschaftung ohne Herbizide (nicht zertifiziert).

Im Glas

In der Nase eine zurückhaltende, konzentrierte und pure rote Frucht mit mineralischem Zug. Am Gaumen subtil saftig und mundwässernd, getragen von einer salinen, sanft mineralischen Persistenz; schön reife, integrierte Tannine, keine harte Kante trotz unterschwelliger Kraft. Es ist die Länge, die diesen Wein heraushebt.

Pure, mineralische Frucht und eine Länge, die heraushebt – Grand-Cru-Dimension im 1er Cru.

Braucht Zeit; Trinkfenster etwa 2028–2045. Bei 16–17 °C servieren.

Am Tisch

Reh, Taube, Rinderfilet oder Gerichte mit Trüffel und dunklen Saucen. Ein großer Wein für besondere Anlässe – idealerweise mit einigen Jahren Reife.


Lage: Vosne-Romanée „Aux Malconsorts" (Côte de Nuits); neben Grand Cru La Tâche, tiefroter Boden über Kalkstein, 0,74 ha, Reben aus den frühen 1970ern
Klassifikation: Vosne-Romanée 1er Cru
Ausbau: Pinot Noir; 100 % entrappt, Spontangärung, 15–18 Monate Fass, ~2/3 neues Holz (+ 1/3 einjährig), ungeschönt und unfiltriert · ohne Herbizide (nicht zertifiziert)

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Spanien

Tentenublo Escondite del Ardacho Las Guillermas 2017

Rotwein · Rioja Alavesa · Tempranillo (Single Parcel)

Tempranillo & Viura Escondite del Ardacho · Las Guillermas Single Parcel · 0,62 ha DOCa Rioja (Alavesa) Tentenublo (Roberto Oliván) kalkhaltiger Lehm · 60+ J. Reben ungeschönt & unfiltriert nur 971 Flaschen · 2017

Der Tentenublo Escondite del Ardacho „Las Guillermas" 2017 ist ein Single-Parcel-Tempranillo von nur 0,62 Hektar in der Rioja Alavesa. Trotz seiner stattlichen Alkoholwerte ist dieser Wein kühl, fein und salzig und spiegelt ganz klar sein großes Terroir wider – sicherlich einer der speziellsten und großartigsten Tempranillos der Rioja.


Las Guillermas – 0,62 Hektar auf Lehmkalk

Tentenublo ist das Projekt von Roberto Oliván aus dem Gebiet um Viñaspre in der Rioja Alavesa, dem baskischen Teil der Region. Die Escondite-del-Ardacho-Reihe versammelt seine Single-Parcel-Weine, die das jeweilige Mikroterroir mit größter Detailtreue übersetzen.

Die Einzellage Las Guillermas besteht aus lediglich 0,62 Hektar, bestockt mit 0,40 Hektar Tempranillo und 0,20 Hektar Viura. Die Reben haben inzwischen ein Alter von über sechzig Jahren erreicht, fußen auf kalkhaltigem Lehmgrund und sind einem stark atlantischen Klima ausgesetzt – die Grundlage für den kühlen, salzigen und mineralischen Charakter des Weins.

Jahrgang 2017 – Rioja

2017 war an der Rioja ein früher, warmer Jahrgang, der reife, konzentrierte Trauben hervorbrachte. Die Höhenlage mit ihrem stark atlantischen Einfluss und der kompromisslos handwerkliche Stil von Roberto Oliván bewahrten dennoch Frische, Salzigkeit und die mineralische Prägung des Lehmkalkbodens. Mit einigen Jahren Flaschenreife zeigt sich der Wein heute in einer schönen, zugänglichen Phase.

Assemblage und Ausbau

Single-Parcel-Wein aus Tempranillo mit Viura (0,40 ha Tempranillo / 0,20 ha Viura), Jahrgang 2017, trocken; von über 60 Jahre alten Reben.

Der Wein wird kompromisslos natürlich vinifiziert und – wie immer bei Tentenublo – ungeschönt und unfiltriert abgefüllt. So bleibt das große Terroir der kleinen Parzelle unverfälscht erhalten. Gesamtproduktion: nur 971 Flaschen.

Im Glas

Trotz seiner stattlichen Alkoholwerte ist dieser Wein kühl, fein, salzig und spiegelt ganz klar sein großes Terroir wider. Die Fruchtaromen sind vorhanden und brillieren mit Kirsche, Weichsel und feinem Kräuterduft. Diese Aromen unterstützen die Mineralik nuancenreich und münden in einen satten, langen Nachhall. Es gibt viele Einzellagenweine aus der Rioja, aber sicherlich keinen so speziellen und großartigen Tempranillo wie diesen.

Trotz stattlicher Alkoholwerte kühl, fein und salzig – Kirsche, Weichsel und feiner Kräuterduft stützen nuancenreich die Mineralik und münden in einen satten, langen Nachhall.

Ein terroirgeprägter Tempranillo in reifer Phase; vor dem Genuss dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem und gegrilltem Rind, zu kräftigen Schmorgerichten sowie zu Pilzgerichten und gereiftem Käse.


Lage: Einzellage Las Guillermas (0,62 ha), Rioja Alavesa (Spanien); kalkhaltiger Lehmgrund, stark atlantisches Klima; über 60 Jahre alte Reben
Klassifikation: DOCa Rioja; Single-Parcel-Wein aus Tempranillo mit Viura (trocken)
Ausbau: kompromisslos natürliche Vinifikation, ungeschönt und unfiltriert abgefüllt; 971 Flaschen

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Rebsorten

Groffier Bourgogne Pinot Noir 2021

Rotwein · Bourgogne · Pinot Noir

Pinot Noir Bourgogne (Frankreich) Côte de Nuits 2021

Der Robert Groffier Bourgogne Pinot Noir 2021 ist der Einstieg in die Welt einer der großen Domänen der Côte de Nuits – aus Spitzenparzellen am Rand der berühmten Lagen, im kühlen Jahrgang 2021 frisch, dunkelfruchtig und gut strukturiert.


Bourgogne – die Herkunft

Auch der Bourgogne von Groffier stammt aus überdurchschnittlichen Parzellen: eine liegt unmittelbar neben dem Grand Cru Clos de Vougeot, eine weitere grenzt an die Weinberge von Morey-Saint-Denis. So beginnt dieser Wein dort, wo viele Village-Weine aufhören.

Die kalkstein-tongeprägten Böden der Côte de Nuits geben dem Wein Frische und Struktur. Niedrige Erträge und sorgfältige Lese sichern auch auf Bourgogne-Ebene die Konzentration und Reintönigkeit, für die das Gut steht.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war in der Côte de Nuits ein kühler, von Frost geprägter Jahrgang mit kleinen Erträgen.

Was gesund in den Keller kam, ergab klassische, frische und präzise Pinot Noirs mit feiner Säure und transparenter Frucht.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021.

Im Jahrgang 2021 vergor Groffier sämtliche Rotweine – mit Ausnahme des Passetoutgrains – mit 100 % Ganztrauben; Spontangärung mit eigenen Hefen, Ausbau in französischen Barriques mit zurückhaltendem Neuholzanteil. Die Stilistik zielt auf Konzentration aus der Traube, nicht aus dem Keller.

Im Glas

Kräftiges Rubin. In der Nase offene, dunkle Frucht – Brombeere und Johannisbeere – mit Gewürzen, Mandarinenschale und einem Hauch Verveine. Am Gaumen kräftig und rund, mit reifer, aber nie überreifer Frucht, klarer dunkler Aromatik, guter Struktur und feinkörnigem Gerbstoff.

Dunkelfruchtig, würzig und gut strukturiert – ein großer kleiner Burgunder von einer Top-Domaine.

Schon jung zugänglich, gewinnt aber mit etwas Luft. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel, Ente, Kalb und Rind, zu Gerichten mit Pilzen sowie zu mittelkräftigem Käse. Ein vielseitiger, alltagstauglicher Begleiter.


Lage: Bourgogne, Côte de Nuits, Bourgogne (Frankreich); Parzellen neben Clos de Vougeot und angrenzend an Morey-Saint-Denis
Klassifikation: Bourgogne AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; 100 % Ganztrauben; französische Barriques

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Weine

Kühling- Gillot Nierstein Riesling trocken 1er C 2020 BIO

Weißwein · Nierstein (Rheinhessen) · Riesling (Ortswein)

Riesling Nierstein VDP.Ortswein Kühling-Gillot Roter Hang · Nierstein roter Tonschiefer (Rotliegendes) trocken BIO (DE-ÖKO-006) · 2020

Der Kühling-Gillot Nierstein Riesling 2020 ist der Ortswein von der Rheinterrasse – der „genius loci" von Nierstein im Glas. Reife gelbe Frucht, hoher Extrakt und gebündelte Mineralität vom Rotliegenden des Roten Hangs.


Nierstein – der genius loci der Rheinterrasse

Das biologisch arbeitende Weingut Kühling-Gillot von Carolin Spanier-Gillot und H. O. Spanier in Bodenheim zählt zu den führenden Adressen am Roten Hang (DE-ÖKO-006). 2006 gab das Gut seinem Ortswein wieder den Namen Niersteins zurück – des wohl bekanntesten Weinorts der Rheinterrasse, in dessen Gemarkung ein Großteil der Rebflächen liegt.

Der steinig-poröse Tonschieferboden des Roten Hangs öffnet den Wein und gibt ihm Straffheit und Finesse; das Rotliegende drückt sich exemplarisch ab. Die Reife der Rieslingtrauben führt zu einem mächtigen Körper, getragen von reifer gelber Frucht, hohem Extrakt und gebündelter Mineralität.

Jahrgang 2020 – Roter Hang (Rheinhessen)

2020 war in Rheinhessen ein Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und frischer, präziser Säure. Der rote Tonschiefer bewahrte Extrakt, Straffheit und salzige Mineralität – mächtiger Körper und Finesse im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Ortswein aus Nierstein, Jahrgang 2020; 100 % Riesling von rotem Tonschiefer des Roten Hangs.

Der Wein wird herkunftsbetont im Stil des Guts vergoren und ausgebaut, ganz auf mächtigen Körper, Extrakt und die gebündelte Mineralität des Rotliegenden ausgerichtet. Biologischer Anbau (DE-ÖKO-006).

Im Glas

Ein kraftvoller Riesling vom Roten Schiefer: reife gelbe Frucht, dazu Zitrus, Orangenzeste, würzige Steinaromen und eine gebündelte, salzig-mineralische Ader. Am Gaumen mächtig und zugleich straff, mit hohem Extrakt, feiner Finesse, lebendiger Säure und einem langen, würzig-mineralischen Nachhall.

Reife gelbe Frucht über Zitrus, Orangenzeste und würzigen Steinaromen, mit gebündelter, salzig-mineralischer Ader – mächtig und straff zugleich, mit hohem Extrakt, Finesse und langem Nachhall.

Ein kraftvoller Rotliegend-Riesling mit Potential; ein Langstreckenläufer. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu kräftigem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in würziger Sauce, zu asiatischer Küche sowie zu gereiftem Hartkäse.


Herkunft: Nierstein, Roter Hang, Rheinhessen; steinig-poröser roter Tonschiefer (Rotliegendes)
Klassifikation: Riesling, VDP.Ortswein, Rheinhessen (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: herkunftsbetonte Vergärung und Ausbau im Stil des Guts; biologisch, DE-ÖKO-006

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Rebsorten

Willi Schäfer Graacher Domprobst Riesling Kabinett 2023 #03

Weißwein · Graach (Mosel) · Riesling (Kabinett, fruchtsüß)

Riesling Graacher Domprobst Kabinett #03 · fruchtsüß Willi Schäfer VDP.Große Lage · Mittelmosel Blau- und Grauschiefer Steillage 45–75 % 2023

Der Willi Schäfer Graacher Domprobst Riesling Kabinett #03 2023 stammt aus einer der besten Riesling-Einzellagen Deutschlands. Ein verspielt-fruchtiger, filigraner Kabinett mit typischer Schiefermineralität.


Graacher Domprobst – Steillage über der Mittelmosel

Das Weingut Willi Schäfer in Graach zählt zu den stillen Größen der Mittelmosel: kompromissloser Riesling von Schiefer aus drei herausragenden Lagen – Graacher Domprobst, Graacher Himmelreich und Wehlener Sonnenuhr.

Die VDP.Große Lage Domprobst liegt oberhalb von Graach und gehört zu den besten Riesling-Einzellagen Deutschlands. Die nach Südwest bis Süd-Südwest ausgerichteten Weinberge fallen mit 45 bis 75 % Neigung zur Mosel ab (110–260 m) und bestehen aus Blau- und Grauschiefer mit geringem Tonanteil – die Grundlage für Mineralität und gutes Wasserspeichervermögen. Ein besonderes Merkmal sind die teils noch erhaltenen wurzelechten Reben, die über 100 Jahre alt sein können und maßgeblich zur Komplexität beitragen. Schon der Trierer Domprobst sicherte sich im 18. Jahrhundert Anteile der Erträge.

Jahrgang 2023 – Graach (Mosel)

2023 war an der Mosel ein Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und lebendiger Säure. Die Blau- und Grauschieferböden und das windgeschützte Mikroklima der Domprobst bewahrten Frische, klare Frucht und feine Schiefermineralität – ideale Voraussetzungen für einen filigranen, fruchtsüßen Kabinett.

Herstellung und Ausbau

Fruchtsüßer Riesling Kabinett (#03) aus der Graacher Domprobst, Jahrgang 2023; 100 % Riesling von Blau- und Grauschiefer.

Nach selektiver Handlese wird der Wein traditionell im Stil des Guts vinifiziert, mit kühler Gärung, die die feine Restsüße und die lebendige Schiefersäure des Kabinetts bewahrt.

Im Glas

Ein verspielt-fruchtiger, filigraner Kabinett: Apfel und Zitrus, dazu weißer Pfirsich, florale Anklänge und eine feine, salzig-mineralische Schieferader. Am Gaumen leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, die von einer lebendigen, klaren Mosel-Säure getragen wird, und einem frischen, mineralischen Nachhall.

Apfel, Zitrus und weißer Pfirsich über floralen Anklängen und feiner, salzig-mineralischer Schieferader – leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, getragen von lebendiger Mosel-Säure.

Ein verspielt-fruchtiger, langlebiger Mosel-Kabinett. Bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Als Aperitif, zu würziger asiatischer Küche und Currys, zu Fisch und Meeresfrüchten sowie zu mildem bis mittelkräftigem Käse.


Lage: Graacher Domprobst (VDP.Große Lage), Mittelmosel; Süd-West- bis Süd-Süd-West-Steillage, 45–75 % Neigung, 110–260 m; Blau- und Grauschiefer mit geringem Tonanteil; teils wurzelechte, über 100 Jahre alte Reben
Klassifikation: Riesling Kabinett, Mosel (fruchtsüß); 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese, kühle Gärung, traditioneller Ausbau im Stil des Guts

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Weine

Domaine Bretaudeau Granite Clos des Perrières Muscadet 2022 BIO

Weißwein · Muscadet · Melon de Bourgogne

Melon de Bourgogne Clos des Perrières Granitböden 2022 · Bio (FR-BIO-01) 24 Monate Feinhefe (Beton)

Der Granite Clos des Perrières Muscadet 2022 der Domaine Bretaudeau ist ein charakterstarker Muscadet aus biodynamischem Anbau. Die rund 30 Jahre alten Reben (Melon de Bourgogne) wachsen auf mineralreichen Granitböden; der Wein reift 24 Monate auf der Feinhefe. Ausdrucksstark, expressiv mineralisch und elegant.


Clos des Perrières – Granit im Pays Nantais

Der Clos des Perrières liegt im Pays Nantais an der Loire, der Heimat des Muscadet aus der Sorte Melon de Bourgogne. Die rund 30 Jahre alten Reben stehen auf mineralreichen Granitböden, die von weißen und rosafarbenen Quarzadern durchzogen sind.

Dieser Granituntergrund liefert die salzig-mineralische Linie des Weins. Die Domaine de Bellevue von Jérôme Bretaudeau arbeitet biodynamisch und biologisch zertifiziert (FR-BIO-01).

Jahrgang 2022 – Pays Nantais

2022 brachte im Pays Nantais ideale Bedingungen. Ein feuchtes Frühjahr sorgte für gesunde Reben, ein trockener, sonniger Sommer für eine optimale Reife der Trauben.

Für den Muscadet steht 2022 für reife Frucht bei klarer, frischer Säure – die Grundlage für die mineralische Spannung dieses Weins.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Melon de Bourgogne aus dem Jahrgang 2022, von Hand gelesen, aus biodynamischem Anbau (FR-BIO-01).

Vinifiziert ohne zugesetzte Hefen, Enzyme oder önologische Zusätze. Anschließend reift der Wein 24 Monate auf der Feinhefe im Betongebinde – das gibt ihm Textur, ohne die Mineralität zu überdecken.

Im Glas

In der Nase ausgesprochen mineralisch, mit feinen floralen und rauchigen Noten. Am Gaumen eine sanfte, fast cremige Textur, fein ausbalanciert von Frische und präziser Säure. Salzige und mineralische Nuancen geben Tiefe und langen Nachhall – ausdrucksstark, etwas wild und zupackend.

Expressiv mineralisch, salzig und ein bisschen wild – hier wird Muscadet auf ein neues Niveau gehoben.

Jung schon zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Austern und Meeresfrüchte, Schalentiere, gegrillter Fisch, Sushi und Sashimi, dazu Ziegenfrischkäse. Die salzige Mineralität passt besonders zu Austern.


Lage: Clos des Perrières, Pays Nantais (Loire); mineralreicher Granitboden mit Quarzadern, Reben ~30 Jahre
Klassifikation: Muscadet AOC; Bio (FR-BIO-01), biodynamisch
Ausbau: Melon de Bourgogne; 24 Monate Feinhefe im Beton; ohne önologische Zusätze

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Weine

Ulacia Izaro Txakoli

Weißwein · Getariako Txakolina · Hondarrabi Zuri

100 % Hondarrabi Zuri D.O. Getariako Txakolina Getaria, Baskenland Parral · Südlagen Parzellenselektion Feinhefe mit Bâtonnage

Ulacia Izaro ist der Txakoli, den die Familie Ulacia in Getaria 2008 erstmals auf den Markt brachte: 100 % Hondarrabi Zuri aus den besten Weingärten des Guts, im Tank auf der aufgerührten Feinhefe gereift. Wo der klassische Txakoli des Hauses jung und leicht bleibt, gewinnt Izaro durch die Bâtonnage Textur und Schmelz, ohne die salzige Frische der Küstenlagen zu verlieren.


Getaria – Parral-Lagen nach Süden über der Biskaya

Die Familie Ulacia keltert Txakoli in dritter Generation. Die Weingärten liegen überwiegend in Getaria, dem Ort, der der D.O. Getariako Txakolina ihren Namen gibt. Die Herkunftsbezeichnung wurde 1989 als erste Txakoli-D.O. anerkannt. Das Klima ist atlantisch und feucht, mit Jahresniederschlägen, die in den Küstenlagen des Baskenlands bis an 1.600 Millimeter heranreichen.

Ulacias Reben sind 5 bis 60 Jahre alt, nach Süden ausgerichtet und im Parral erzogen, der traditionellen Pergola der baskischen Küste. Die Trauben hängen dabei hoch über dem feuchten Boden unter dem Laubdach, der Wind vom Meer zieht durch die Anlage und trocknet sie nach Regen rasch ab. Das senkt den Krankheitsdruck in einem der niederschlagsreichsten Weinbaugebiete Europas.

Für Izaro liest die Familie nicht den gesamten Bestand, sondern selektiert Hondarrabi Zuri aus ihren besten Weingärten in Getaria. Der klassische Ulacia-Txakoli dagegen ist eine Cuvée aus 95 % Hondarrabi Zuri und 5 % Hondarrabi Beltza.

Bâtonnage im Tank

Grundlage ist reinsortige Hondarrabi Zuri, die autochthone Weißweinsorte der baskischen Küste. Die Trauben werden mit pneumatischen Pressen schonend gekeltert, der Most gärt temperaturkontrolliert im Edelstahltank. So bleiben die Frucht- und Blütennoten der Sorte erhalten. Die Familie arbeitet seit 2009 in einem neu gebauten, modern ausgestatteten Keller.

Der Unterschied zum klassischen Txakoli liegt in der Reifung: Bei Izaro wird die Feinhefe im Gärtank per Bâtonnage immer wieder aufgerührt und im Wein in Schwebe gehalten. Das gibt ihm Schmelz und Volumen am Gaumen, ohne ihn schwer zu machen – die Säure der Hondarrabi Zuri bleibt der tragende Rahmen.

Im Glas

Helles Strohgelb mit grünlichem Rand und feiner Kohlensäure aus der eigenen Gärung. In der Nase Ananas und weißer Pfirsich, dazu Blüten und ein Hauch Zitrusschale. Am Gaumen frischer, floraler Auftakt, dann eine von der Hefe getragene, cremige Mitte. Der Abgang ist trocken, salzig grundiert und ausgewogen.

Selektierte Hondarrabi Zuri aus Südlagen im Parral, Bâtonnage im Tank: Txakoli mit Schmelz, ohne die salzige Frische Getarias zu verlieren.

Bei 8–10 °C servieren. Aus mittlerer Höhe eingeschenkt, entfalten sich Aromen und feine Perlage. Trinkreif ab Füllung, mit ein bis zwei Jahren Flaschenlager gewinnt die Hefenote an Tiefe.

Am Tisch

Der klassische Partner ist Fisch vom Holzkohlegrill, wie ihn Getaria bekannt gemacht hat: Steinbutt, Wolfsbarsch, Sardinen. Ebenso gut zu Austern, Anchovis, Bacalao al pil-pil und gebratenen Jakobsmuscheln. Durch den Hefeausbau trägt Izaro auch kräftigere Begleiter wie Tempura, gegrillten Oktopus mit Kartoffel oder jungen Ziegenkäse. Als Aperitif zu Pintxos funktioniert er ohnehin.


Produzent Bodega Ulacia, Getaria (Gipuzkoa)
Rebsorte 100 % Hondarrabi Zuri
Lage Beste Weingärten der Familie in Getaria, Baskenland · Südexposition · Parral
Klassifikation D.O. Getariako Txakolina
Vinifikation Parzellenselektion · pneumatische Pressung · temperaturkontrollierte Gärung im Edelstahltank
Ausbau Edelstahltank · Feinhefelager mit Bâtonnage
Rebenalter 5–60 Jahre
Trinktemperatur 8–10 °C

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