Ankermühle Jesaja Riesling 2013 – Rheingau – Deutschland
Ein Riesling als Orange Wein, also wie die meisten Rotweine auf den eigenen Schalen vergoren, und dann wird dass ganze auch noch zur weiteren Verfeinerung ins kleine Barriquefass gelegt? Schmeckt das? Eigentlich kann das ganze so nicht wirklich zusammen passen, zumindestens nach den gängigen Lehrmeinungen.
Ein Riesling soll frisch und spritzig sein und keine Gerbstoffe bilden. Die Säure soll das Salz in der Suppe bei Weinen dieser deutschen Parade Rebsorte bilden und die Frucht und Mineralität unterstützen. All das hat dieser Riesling von dem Weingut Ankermühle aus dem Rheingau nicht.
Und auch jegliche Frucht Aromatik geht diesem Zeitgenossen vollkommen ab. Die Duft- und Geschmacksrichtungen gehen hier eher in einen naturtrüben Apfel- oder Sauerkrautsaft über. Es duftet nach Fermentation, Gemüse, Blumenwiese, weissem Tee und vergorener Birne. Im Geschmack zeigen dann die massiven Gerbstoffe was sie so drauf haben und liegen wie ein steifes Brett im Mund. Das Säurespiel bringt hier dann doch noch ordentlich Leben in die Bude und lässt die Rebsorte zumindest erahnen. Der Abgang ist lang und anhaltend. Ein sehr spannender und interessanter Weißwein, und man kann nur den Hut vor den Machern ziehen und sie für dieses Experiment beglückwünschen. Ob es zur wirklichen Grösse reichen wird, werden die nächsten Jahre beweisen. Spannend ist dieses Getränk in jedem Fall gewesen und es sprengt in jedem Fall die Fesseln, die wir dieser Rebsorte sonst im Geiste auferlegen.
