Azurmendi – Larrabetzu – Spanien

Azurmendi – Larrabetzu – Spanien

Innovation und neues Wissen kann nur durch akribische Forschung erfolgen. So verhält es sich auch bei der Kochkunst. Musste der Mensch zu Beginn seines Daseins noch prüfen, ob die Beeren und Kräuter für ihn giftig oder nicht waren, kam schon schnell das Feuer mit ins Spiel und der Speiseplan des Homo Sapiens konnte deutlich aufgerüstet werden. Seit ein paar Jahrzehnten haben dann moderne Köche Lebensmittel so gut analysieren und erforschen können, dass es keine Geheimnisse von deren Zusammensetzung mehr gibt. Mit solch einem Wissensschatz geht auch der baskische Koch Eneko Atxa schon seit Jahren in seinem Restaurant Azurmendi an den Start. Er verfügt zudem für seine Kompositonen über die besten Zutaten von Land und Meer. Salate, einige Obstsorten sowie das Gemüse werden zudem direkt vor Ort rund um und auf dem Restaurantdach angebaut. Frischer geht es nicht! Eneko Atxa forscht und probiert in seiner Küche aber auch weiter und versucht so, neue Geschmackswelten zu kreieren. So entsteht eine Art Genuss- Märchenwelt, wo der Gast neben neuen Texturen andersartige Aromen aufnehmen und ergründen kann. Nicht alles erschliesst sich dem Geniesser auf den ersten Bissen, aber der Fluss an Innovationen und die Liebe zur Gastronomie schwebt wie eine gute Seele mit.

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Der Picknickkorb im Eingangsbereich beinhaltet dieses mal: Aal mit Anchoviscreme in gebackenem Brioche. Klares Tomatengelee. Txakoli/Mango Praline. Alles sehr präzise arrangiert, voller Geschmack.

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Der nächste Gang führte dann in die Küche. Dort gab es wie immer ein paar Erklärungen zu den einzelnen Arbeitsbereichen und Abläufen. Die Brigade zeigte sich, wie immer im Baskenland, preussisch diszipliniert und begrüsste und verabschiedete sich lautstark im Chor von den Gästen. Die Küche ist für den Basken ein heiliger Ort und dem Gast wird hier größtmöglichen Respekt gezollt. Damit keiner bei dieser Prozedur verhungert, gab es als Appetizer noch schmackhafte kleine Haselnuss- Gänseleber Pralinen, die von einem kleinen Bäumchen als Frucht gepflückt werden mussten. Zum Nachspülen gab es Hibiskusblütensaft. Interessant, wie hier die Hibiskusblüten für Frische und Säure im Mundraum sorgten und den intensiven Gänselebergeschmack zart umhüllten.

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Der nächste Gang führt dann in den sogenannten grünen Garten, ein hier neu erschaffenes Refugium, wo die nächsten kleinen Häppchen und Überraschungen gereicht wurden. An verschiedenen Stationen werden verschiedene Kleinigkeiten erst erklärt, dann angeboten und dann auch schnell verputzt. Als erstes wird ein malziger Mais Popcorn Drink gereicht. Sehr intensiv, einem starkem Ale Bier vom Geschmack her nicht unähnlich. Der Popcorn Mais bringt noch eine feine Süße in diesen süffigen Starter. Dann folgte ein Basilkum-Roquefort Käse- Macaron, der ohne Frage gut schmeckte, aber eine kleine zu intensive Geschmacksnerven- Attacke startete. Grossartig dann die fluffige Zuckerwatte vom weissem Spargel. Hier zeigt sich dann auch, dass Innovation fantastische neue Genussmomente erschaffen kann. Zart, leichte Süße, schnell im Mund sich pulverisierend und dann ein sehr langer, intensiver Nachhall vom besten weissen Spargel. Top! Bevor es dann in den Speiseraum und zum eigentlichen Menü ging, gab es noch ein paar künstliche Blätter mit Steinpilzaromen. Gut im Geschmack, toll in der knusprigen, sehr feinen Konsistenz der Blätter, und auch die leichte Süße machte diesen Kunstblättern nicht zu schaffen.

Azurmendi_Larrabetzu_Spanien_6Malz-Popcorn Drink.

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Azurmendi_Larrabetzu_Spanien_8Basilkum-Roquefort Käse Macarcon.

Azurmendi_Larrabetzu_Spanien_9Spargel Zuckerwatte.

Azurmendi_Larrabetzu_Spanien_10Steinpilzblätter.

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Ein guter Vermouth ist in Spanien ein Aperitif Klassiker und wird natürlich immer mit Oliven gereicht. Eneko Atxa kreierte aus dieser Vorlage geeiste Oliven mit einer Wermutfüllung und beweist nicht nur Sinn für Humor, sondern auch ein Händchen für neue Texturen zu diesem Thema. Dass kurz nach so einem „anderen Aperitif“ sich sofort der Hunger einstellt, versteht sich natürlich von selbst.

 

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Einer der Klassiker im Restaurant Azurmendi ist immer das von innen nach außen getrüffelte Ei; dieses wird praktischerweise mundgerecht und zum schnellen Verzehr auf einem Löffel serviert. Der Geschmack ist bekannt und verbindet die vollmundigen erdigen Kombination von Trüffel und Eigelb in Vollendung.

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Dass aus Milch gewonnene Brot gehört auch zu den wirklich leckeren Kleinigkeiten im Azurmendi. Bevor man sich versieht, sind diese andersartigen Brotelemente schon auf den Weg hinunter in den Körper.

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Mit der ganz kurz im Dampf pochierten Auster auf Austern Tartar, Seetang beginnt dann das Menü wahrlich furios. Die sehr große, noch nach Meeressalz schmeckende Auster entpuppt sich auch als jodig klar und bietet einen sehr frischen und langen Nachhall im Abgang. Nur die beigelegte falsche Auster aus Seetang in Tempura ausgebacken wäre bei diesem tollen Gericht nicht nötig gewesen, da hier außer einer gewissen Matschigkeit der Beilage nichts zu erschmecken war.

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Mit dem Geschmack vom Seeigel kommt nicht jedermann klar, da seine Intensität, Reinheit und Länge abschreckend wirken kann. Hier im Azurmendi gab es den Seeigel dann sogar in vier verschiedenen Texturen: pur, als Emulsion, als Saft und in Form einer Creme. Alles äußerst streng, leicht adstringierend und bitter, aber immer genial am Produktgeschmack dran geblieben. Quasi ein Seeigel de luxe Gang für Fetischisten dieser Meerestiergattung. Es hat sehr gut geschmeckt!

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Die al dente gekochten, wilden Bergerbsen schmeckten so wie sie auch aussehen: so frisch als ob sie gerade geerntet wurden, außen leicht knackig und innen butterweich. Viele grüne Aromen gesellen sich dazu und machen „einfache“ Erbsen einmal wieder zu einem wahren Gaumenorgasmus. Die beigelegten Heringsroggen bringen den salzigen Geschmack in dieses zauberhafte Gericht. Sehr gut!

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Ein perfekt gegarter Hummer mit kräftigem, nussigen Geschmack wird liebevoll in einem Krustentier Sud serviert. Ein top Produkt ohne Fehl und Tadel. Auch die Hummer Majonaise passt hervorragend dazu. Nicht zu verbessern!

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Bäuerlich im Geschmack und modern in seiner Art ist dann das frittierte Spanferkel mit dreierlei baskischen Bergkäsen in verschiedenen Texturen. Das zarte, leicht faserige Ferkel besticht durch einen wilden und zarten Gesamteindruck, die Panade ist hauchfein gebacken und die Käsesorten unheimlich intensiv, stark adstringierend und voller Säurespiel. Der Gaumenkick kommt durch die Verbindung der unterschiedlichen Zutaten. Der Käse alleine wirkt etwas einfach und stumpf. Durch die Verbindung mit dem zarten Spanferkel ergibt sich allerdings eine Art Edel Cordon Bleu für Fortgeschrittene. Gerade in der Nachbetrachtung einfach nur fantastisch!

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Bei dem Kirchererbsen Eintopf, der dann folgte, handelt es sich ohne Frage um eines dieser Speisen, die auch schon die Großmutter in einem gussartige Topf über dem Feuer zubereitet hat. Mehlige Kichererbsen werden hier in einer Reduktion aus Kabeljauinnereien serviert. Dass auch moderne Kochelemente bei diesem Gang nicht zu kurz kommen, zeigt die krosse Kartoffelhülle, welche mit einer Emulsion wilder Bergkräuter gefüllt wurde. Auch das kann nicht besser gekocht werden!

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In vielen Restaurants bauen dann die Hauptgänge leider etwas ab. Ob dies daran liegt, dass ein erstes Sättigungsgefühl einsetzt, die Reizüberflutung dieser Köstlichkeiten im Hirn einfach nicht mehr verarbeitet werden kann oder ob die Konzentration in der Küche abnimmt. Wie dem auch sei, der Seeteufel in Iberico Kruste war zwar perfekt zubereitet, es fehlte aber einfach die Seele. Auch die Artischocken Komponente und das Basilikum Püree wirkten ein wenig blass und blieben hinter den hohen Erwartungen zurück.

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Die Spitzengastronomie und die Taube sind untrennbar miteinander verbunden. Die Taube als Hauptgang hat im Azurmendi deshalb auch schon eine große und lange Tradition und in der Regel wird daraus auch immer einer der besten Gänge des Menüs. Konnten die Tauben Consommé und die Taubenleber als Beilagen auch noch überzeugen, zeigte sich der eigentliche Hauptdarsteller doch ein wenig zäh und gummiartig in seiner Konsistenz. Hier ist an diesem Tag irgend etwas schief gelaufen.

Azurmendi_Larrabetzu_Spanien_24Taubenleber.

Azurmendi_Larrabetzu_Spanien_25Tauben Consommé.

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Frisch und leicht mit Frucht und Gemüse geht es dann in das erste Dessert hinein. Ananas, Kardamom und Sellerie machen den Mund sauber und bilden mit einem guten Säuregerüst auch die Lust auf mehr Desserts.

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Das beste Dessert an diesem Mittag folgte dann in Form mehrerer Joghurt Variationen mit Honig und verschiedenen Gewürzen. Leicht in seiner Art, kaum Süße und auch von den Texturen her spannend.

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Das Erdnuss-Schokoladen Schlussdessert sorgt dann doch noch einmal dafür, dass die Kalorienbombe zuschlägt. Die Sättigungsgrenze ist nun erreicht und es gehen gerade noch so eben die Petit Fours in den nun gebeutelten Körper. In Erinnerung bleibt einmal wieder ein tolles, großartiges Menü mit vielen Innovationen und einer Taube, die beim nächsten Mal sicherlich wieder viel besser sein wird.

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IMG_6617Das Beste gibt es dann noch zum Schluss als Geschenk des Hauses. Ein Säckchen Erbsensamen zum selber anpflanzen …

 

Azurmendi
Legina Auzoa, s/n
48195 Larrabetzu
Spanien
Telefon: 0034 944558866
www.azurmendi.biz

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Frankreich

Henri Boillot Meursault blanc 2023

Weißwein · Meursault · Chardonnay

Chardonnay Meursault AOC Côte de Beaune 10 Monate Eiche · 20% neu 2023

Der Meursault Blanc 2023 von Henri Boillot ist ein eleganter Chardonnay aus dem renommierten Weinort an der Côte de Beaune. Cremige Textur trifft auf mineralische Frische, gelbe Frucht und einen langen, salzigen Abgang – ein Wein mit Tiefgang und Eleganz.


Meursault – Chardonnay an der Côte de Beaune

Meursault an der Côte de Beaune steht für gehaltvolle, zugleich mineralische Weißweine. Die Reben wachsen auf ton- und kalkhaltigen Böden und liefern bei einem Ertrag von rund 50 Hektolitern pro Hektar konzentrierte, charaktervolle Trauben.

Die Domaine Henri Boillot zählt zu den renommierten Adressen für weißen Burgunder; ihr Meursault zeigt die Handschrift des Guts bereits auf Dorfebene.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein. Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück.

Für die weißen Burgunder steht 2023 für reife, aromatische Frucht bei klarer Säure – ein harmonischer, klassischer Jahrgang, der zur cremig-mineralischen Art dieses Meursault passt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023.

Der Ausbau erfolgt über zehn Monate in französischer Eiche, davon 20 % in neuen 350-Liter-Fässern – genug, um dem Wein Struktur zu geben, ohne ihn zu dominieren.

Im Glas

Leuchtendes Gelb mit grünlichen Reflexen. Die Nase ist klar und fokussiert, mit einer ganz leichten, feinen Reduktion, unterlegt von gelben Früchten wie Aprikose und Mirabelle. Am Gaumen eine feine Balance aus cremiger Textur und mineralischer Frische: voll und doch präzise und straff, mit Tiefgang. Der Abgang ist lang, salzig-frisch und harmonisch.

Aprikose und Mirabelle über cremiger Textur und mineralischer Frische – voll, präzise und mit langem, salzigem Abgang.

Jung schon zugänglich, über mehrere Jahre gut lagerfähig. Bei 12–13 °C servieren.

Am Tisch

Fisch in heller Sauce, Krustentiere, Geflügel, Kalbsbries, dazu reifer Weichkäse. Ein vielseitiger Begleiter für die feine weiße Küche.


Lage: Meursault (Côte de Beaune); ton- und kalkhaltige Böden
Klassifikation: Meursault AOC
Ausbau: Chardonnay; 10 Monate französische Eiche (20% neu, 350-l-Fässer)

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Weine

Domaine Saint-Lannes rosé

Dieser vollmundige Rosé wurde aus sonnengereiften Trauben der Rebsorten Merlot und Cabernet Sauvignon gekeltert. Er duftet nach Sommer und roten Früchten wie Himbeere und Kirsche.

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Weine

Bermont rosé Cuvée ensoleillée

Roséwein · Cuvée · Languedoc · Frankreich

Fonjoya Bermont Rosé ist ein feinherber, süffiger Rosé-Cuvée aus dem Languedoc in Südfrankreich. Die Komposition aus Carignan, Syrah und Grenache ist feinfruchtig und rund – mit Waldbeeren, einem Hauch mediterraner Gewürze und Frühlingswiese im Duft.


Languedoc

Hinter dem Wein steht das südfranzösische Winzerkollektiv Fonjoya aus dem Hérault, am Übergang vom Larzac-Plateau zur Ebene. Die sonnenverwöhnte Mittelmeerregion bringt fruchtbetonte, zugängliche Rosés im südfranzösischen Stil hervor.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Carignan, Syrah und Grenache. Der Ausbau im Edelstahltank bewahrt die frische, fruchtbetonte Aromatik. Mit feiner Restsüße ausbalanciert, bleibt der Rosé rund und süffig.

Im Glas

Helles Rosa. In der Nase Waldbeeren, ein Hauch mediterraner Gewürze und Frühlingswiese. Am Gaumen ein beeriges Fruchtspiel, rund und dezent in der Säurestruktur, mit feiner Restsüße und süffigem Trinkfluss.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder leichter Speisenbegleiter für laue Sommerabende.

Klassische Begleitung: frische Salate, Fingerfood, Grillgemüse und leichte Sommerküche.


Lage: Languedoc (Frankreich)
Klassifikation: IGP – Roséwein-Cuvée (feinherb)
Ausbau: Edelstahltank

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Italien

Montevertine Pian del Ciampolo 2022

Rotwein · Toscana IGT · Sangiovese

Sangiovese mit Canaiolo & Colorino Toscana IGT Pian del Ciampolo Radda in Chianti Montevertine 12 Monate slawonische Eiche 2022

Der Montevertine Pian del Ciampolo 2022 ist der zugängliche, samtige Einstiegswein der Kult-Adresse aus Radda – aus 90 % Sangiovese mit Canaiolo und Colorino. Vollmundig, saftig und sehr fein, mit Veilchen und reifer Sauerkirsche. Ein „kleiner Montevertine" von großer Trinkfreude.


Pian del Ciampolo – der zugängliche Montevertine

Montevertine liegt rund 3 km südlich von Radda in Chianti, auf einem 425 Meter hohen Hügel mit steinigen Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese). Sergio Manetti verließ 1981 das Chianti-Classico-Konsortium, weil er keinen Trebbiano in den Verschnitt geben wollte; seither etikettiert das Gut konsequent als Toscana IGT. Heute führt Martino Manetti das Weingut im traditionellen Stil weiter.

Der Pian del Ciampolo ist der Einstiegswein des Guts – die jünger trinkbare, charmante Visitenkarte des Montevertine-Stils. Die Trauben stammen aus den Lagen des Hauses; in der Machart folgt der Wein konsequent denselben Prinzipien wie die großen Crus.

Jahrgang 2022 – Toscana

2022 war in der Toskana ein intensiv warmes, sonnenreiches Jahr mit später Lese. Das ergibt im Pian del Ciampolo einen Wein mit reifer, dunkler Frucht und etwas mehr Volumen, der dank der kühlen Höhenlage und der traditionellen Vinifikation seine Saftigkeit und Balance bewahrt – samtig und sehr trinkfreudig.

Assemblage und Ausbau

90 % Sangiovese mit kleinen Anteilen Canaiolo und Colorino, aus dem Jahrgang 2022, Toscana IGT, trocken.

Spontane Gärung im Betontank (rund 25 Tage), danach Ausbau über 12 Monate in Fässern aus slawonischer Eiche, anschließend Reife in Beton und Flasche. Abfüllung traditionell, unfiltriert.

Im Glas

Die Farbe begeistert durch ihr rubinrotes Kleid. Im Duft volle, dunkle Fruchtaromen; im Geschmack Veilchen und reife Sauerkirschen. Am Gaumen vollmundig, saftig, aber sehr fein. Als guter Essensbegleiter gewinnt der Wein noch an Struktur und Glanz.

Vollmundig, saftig, aber sehr fein – mit Veilchen und reifer Sauerkirsche.

Schon jung mit viel Trinkfreude; spielt am Tisch seine ganze Saftigkeit aus. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Salumi und Antipasti, zu Pasta mit Fleischsugo, zu gegrilltem Fleisch und Geflügel sowie zu mittelreifem Pecorino.


Lage: Toscana IGT, Radda in Chianti (Toskana, Italien); hochgelegene Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese); Trauben aus den Lagen des Guts
Klassifikation: Toscana IGT, Sangiovese mit Canaiolo und Colorino (trocken)
Ausbau: Gärung im Betontank, 12 Monate in slawonischer Eiche, Reife in Beton und Flasche, unfiltriert

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Weine

Cazé-Thibaut Jossias 2021 Brut Nature BIO

Der Cazé-Thibaut Jossias 2021 Brut Nature ist Pinot Noir aus einer einzigen Parzelle in Vandières, weiß gekeltert und ohne Dosage. Nach Frost und Mehltau blieben 2021 nur 1.033 Flaschen – ein seltener Blanc de Noirs mit viel Spannung.

Im Glas

Leuchtendes Stroh mit Kupferreflex, feine Perlen. Roter Apfel, Walderdbeere und Zitronenschale, dahinter etwas Gewürz, Brioche und Nuss. Auf der Zunge knochentrocken und straff, mit fester Säure, Salz und der Fleischigkeit des Pinot Noir. Ein schlanker, langer Abgang mit Zitrus.

Mach was draus

Gebratener Zander, Kalbsbries, Bresse-Huhn mit Rahmsoße oder luftgetrockneter Schinken. Er hat genug Körper für den Hauptgang. Als reiner Aperitif wäre er fast verschenkt, er braucht einen Teller. Ein Champagner für Abende, an denen du die Geschichte hinter der Flasche erzählen willst. Servier ihn etwas wärmer, bei 10 bis 12 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Weißweinglas statt Flöte, und dann zwanzig Minuten Geduld. Danach kommt die rote Frucht deutlicher heraus.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Warum so wenige Flaschen? 2021 kosteten Frost im Frühjahr und Mehltau im Sommer viel Ertrag. Aus der Parzelle Jossias blieben 1.033 Flaschen.

Wie lange kann ich ihn lagern? Er ist trinkreif und hält dank seiner Säure gut bis 2033.

100 % Pinot Noir · Parzelle Jossias, Vandières, Südosthang · Jahrgang 2021 · Spontangärung im gebrauchten Holz (228–350 l) · ungeschönt, unfiltriert · mehrjähriges Hefelager · Brut Nature, 0 g/l Restzucker · 1.033 Flaschen · Champagne Cazé-Thibaut, Châtillon-sur-Marne · Bio, FR-BIO-01 · Stand: Oktober 2026

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Weine

Domaine Bretaudeau Gabbro Clos des Bouquinardières Muscadet 2023 BIO

Weißwein · Muscadet · Melon de Bourgogne

Melon de Bourgogne Clos des Bouquinardières Gabbro-Böden 2023 · Bio (FR-BIO-01) 18 Monate Vollhefe

Der Gabbro Clos des Bouquinardières Muscadet 2023 der Domaine Bretaudeau ist ein reinsortiger Melon de Bourgogne von tonhaltigen Gabbro-Böden. Die über 30 Jahre alten Reben liefern bei niedrigem Ertrag konzentrierte Trauben; der Wein reift über 18 Monate auf der Vollhefe. Kein Muscadet von der Stange.


Clos des Bouquinardières – Gabbro im Pays Nantais

Der Clos des Bouquinardières liegt im Pays Nantais an der Loire. Die Reben wurzeln auf tonhaltigen Gabbro-Böden – einem kompakten, grobkörnigen magmatischen Gestein, das dem Wein seine markante, jodig-mineralische Note gibt.

Die über 30 Jahre alten Reben liefern bei einem niedrigen Ertrag von rund 45 Hektoliter pro Hektar konzentrierte Frucht. Die Domaine Bretaudeau arbeitet biodynamisch und biologisch zertifiziert (FR-BIO-01).

Jahrgang 2023 – Pays Nantais

2023 brachte im Pays Nantais einen gesunden, großzügigen Jahrgang. Ein feuchteres Frühjahr sorgte für vitale Reben, ein trockener, sonniger Sommer für reife Trauben.

Für den Muscadet steht 2023 für reife Frucht bei klarer, frischer Säure – die Grundlage für die mineralische Spannung dieses Weins.

Assemblage und Ausbau

Zu 100 % Melon de Bourgogne aus dem Jahrgang 2023, von Hand gelesen, aus biodynamischem Anbau (FR-BIO-01).

Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen. Anschließend ruht der Wein über 18 Monate auf der Vollhefe in unterirdischen Tanks – das gibt ihm Fülle und Vielschichtigkeit.

Im Glas

Eine ausdrucksstarke Nase mit Minze, Fenchel und Zitrusfrüchten. Am Gaumen ein zitrischer, weicher und vollmundiger Auftakt, der in einen frischen, jodig-mineralischen Abgang übergeht. Eine zarte Bitterkeit und Vielschichtigkeit überzeugen Schluck für Schluck.

Minze, Fenchel und Zitrus, ein jodig-mineralischer Abgang und zarte Bitterkeit – ein Muscadet zum Entdecken.

Jung schon zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Austern und Meeresfrüchte, Schalentiere, gegrillter Fisch, Sushi und Sashimi, dazu Ziegenfrischkäse. Die jodig-salzige Mineralität passt besonders zu Austern.


Lage: Clos des Bouquinardières, Pays Nantais (Loire); tonhaltige Gabbro-Böden, Reben über 30 Jahre
Klassifikation: Muscadet AOC; Bio (FR-BIO-01), biodynamisch
Ausbau: Melon de Bourgogne; über 18 Monate auf der Vollhefe (Untergrundtank), Spontangärung

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Weine

Andres Pfalz Chardonnay Kalkmergel BIO

Weißwein · Pfalz · Chardonnay

Chardonnay Kalkmergel (Gutswein) Mittelhaardt · Pfalz Weingut Andres Kalkgesteinsböden trocken · Burgunder-Vorbild BIO (DE-ÖKO-039) 2025

Der Weingut Andres Chardonnay Kalkmergel trocken 2025 ist ein genialer Gutswein: Chardonnay, Kalkgesteinsböden und das feine, sensible Gespür der Gebrüder Andres sorgen für ein begeisterndes Verhältnis von Frucht, Mineralik und Schmelz. Ein Hoch auf die Pfalz!


Chardonnay vom Kalkmergel – Gutswein aus der Pfalz

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Pfälzer Mittelhaardt ökologisch, ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Der Chardonnay Kalkmergel ist ihr Gutswein aus dieser Rebsorte – das Fundament ihres viel beachteten Chardonnay-Programms.

Die Trauben stammen von Kalkgesteinsböden der Mittelhaardt. Dieser kalkgeprägte Untergrund verleiht dem Chardonnay eine klare, frische Struktur und eine feine Mineralität – unverkennbar mit dem Burgund als Vorbild.

Jahrgang 2025 – Pfalz

Der Chardonnay 2025 zeigt eine reife, klare Frucht bei lebendiger Frische. Die kalkgeprägten Böden und der minimalistische, herkunftsbetonte Stil des Weinguts bewahren die frische Struktur und feine Mineralität – Frucht, Mineralik und Schmelz im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Chardonnay (Gutswein) aus der Pfalz, Jahrgang 2025; 100 % Chardonnay von Kalkgesteinsböden.

Der Wein wird schonend und herkunftsbetont ausgebaut, ganz auf die Verbindung von klarer Frucht, feiner Mineralität und Schmelz ausgerichtet – mit dem Burgund als stilistischem Vorbild. Bewirtschaftet wird biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze.

Im Glas

Chardonnay, Kalkgesteinsböden und das feine, sensible Gespür der Gebrüder Andres sorgen für ein begeisterndes Verhältnis von Frucht, Mineralik und Schmelz. Ohne Zweifel spürt man das Burgund als Vorbild, seine klare, frische Struktur ist unverkennbar. Zitrusfrucht, Fenchel, nasser Stein, Brotkruste, Meeresgischt … alles fügt sich feinfühlig und perfekt zusammen. Ein Hoch auf die Pfalz!

Zitrusfrucht, Fenchel, nasser Stein, Brotkruste und Meeresgischt – klare, frische Struktur mit dem Burgund als Vorbild, ein begeisterndes Verhältnis von Frucht, Mineralik und Schmelz.

Ein feiner, mineralischer Gutswein-Chardonnay. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Pasta- und Risottogerichten sowie zu mild-cremigem Käse.


Lage: Mittelhaardt, Pfalz; Kalkgesteinsböden (Kalkmergel); Weingut Andres, Deidesheim
Klassifikation: Chardonnay-Gutswein, Pfalz (trocken); 100 % Chardonnay
Ausbau: schonende, herkunftsbetonte Vinifikation; biologisch/biodynamisch, DE-ÖKO-039

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Weine

Sogno del Sud Nero d´Avola BIO

Rotwein · Sizilien · Bio

Der Baglio Gibellina Sogno del Sud Nero d'Avola ist ein reinsortiger Bio-Rotwein aus dem Westen Siziliens, erzeugt rund um den befestigten Gutshof Baglio Gibellina bei Gibellina in der Provinz Trapani. Nero d'Avola ist die wichtigste autochthone Rotweinrebe der Insel. Die Trauben wachsen in Hügellagen auf ton- und vulkanhaltigen Böden und werden von Hand gelesen. Der Ausbau erfolgt über 12 bis 18 Monate im Edelstahltank, ganz ohne Holz. Im Glas ein tiefes Rubinrot mit fruchtbetonten Beerenaromen, Granatapfel und Walderdbeeren.


Gibellina – Trapani, Sizilien

Baglio Gibellina liegt im westsizilianischen Hinterland, zwischen Palermo und Marsala, eingebettet zwischen den Hügeln von Salemi und Santa Ninfa. Die Weinberge erstrecken sich in Hügellagen zwischen rund 300 und 600 Metern über dem Meer, auf vorwiegend tonhaltigen Böden mit hohem organischem Anteil. Erzogen werden die Reben im Spalier (Guyot), gedüngt wird ausschließlich organisch. Eingestuft ist der Wein als Terre Siciliane IGT; er ist biologisch zertifiziert (Öko-Kontrollnummer IT-BIO-007) und für Veganer wie Vegetarier geeignet.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Nero d'Avola aus biologischem Anbau. Die Handlese erfolgt in der ersten Septemberwoche. Vergoren wird bei kontrollierter Temperatur in kleinen Edelstahltanks. Anschließend reift der Wein 12 bis 18 Monate im Edelstahltank – ohne Holzeinsatz, was die klare Fruchtprägung erhält. Der Wein enthält Sulfite.

Im Glas

Im Glas ein tiefes Rubinrot mit violetten Reflexen. In der Nase fruchtige Beerenaromen mit den für die Rebsorte typischen Noten von Granatapfel und Walderdbeeren, dazu ein Hauch Unterholz. Am Gaumen vollmundig und dicht, mit weichen, samtigen Tanninen. Der Nachhall bleibt sehr weich und zeigt eine feine Restsüße.

Am Tisch

Klassische Begleitung: rotes Fleisch, Lamm, Risotto und Pasta mit Tomatensaucen. Auch zu gereiften, aromatischen Käsen passt der Wein. Serviertemperatur 16–18 °C.


Lage Gibellina, Trapani (Sizilien), Hügellagen 300–600 m, ton- und vulkanhaltige Böden, Guyot
Klassifikation Terre Siciliane IGT
Ausbau Reinsortiger Nero d'Avola, handgelesen, Vergärung im Edelstahltank, 12–18 Monate Reifung im Edelstahltank

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