Cafe Sehnsucht – Köln – Deutschland
Das Café Sehnsucht im Kölner Stadtteil Ehrenfeld gehört ohne Frage zu den hippen Szenetreffs, in denen sich der alternative Geniesser der Großstadt sein Anteil an guten, natürlichen Lebensmittel auf die Teller holt. Liebevoll arrangiert und auch lecker ist hier das Frühstück. Der Gast kann hier in einem netten, lauten Ambiente auf einer Karte im Multiple Choice Verfahren seine Wünsche ankreuzen und dann werden die kleinen, leckeren Morgenwecker auch recht flott gebracht.
Probleme gab es nur mit der Kaffee Bestellung an sich. Da wird der Name „Café Sehnsucht“ quasi zum Programm und der lästige Sonntagskater ohne Kaffee zur Tortur. Zeitgleich mit dem Frühstück wurde das warme, braune Koffeinnass bestellt und da es nach einer halben Stunde immer noch nicht am Tisch war, nach kurzer Nachfrage, noch einmal bestellt. Die erste Bestellung sei wohl untergegangen. Das ist alles kein Problem, da das Frühstück gut schmeckt und die Stimmung sehr gut ist.
Nach fünfzig Minuten, inzwischen leeren Frühstückstellern und immer noch keinem Kaffee, wird natürlich noch einmal freundlich angefragt. Die leicht angenervte Frage des überfordert wirkenden Kellners, was wir denn für Kaffee bestellt hätten und die ernsthafte Frage seinerseits „ob wir unzufrieden wären?“ wurde mit einem lachenden und freundlichen „ja“ beantwortet. Dass sich lächelnde und ehrliche Freundlichkeit nicht immer auszahlt, bewies dann die folgende, mehrminütige Standpauke des Kellners über die Probleme des Cafes Sehnsucht und Gästen, die sich über ihn persönlich lächerlich machten. Da wird man sofort vom zahlenden Gast und Kaffee- Bittsteller zum lästigen Sündenbock eines in diesem Fall dann doch zu hippen Szenetreffs (oder zumindestens eines Kellners, der sich an diesem Sonntag Mittag selber ein wenig zu wichtig vorkam). Nett ist anders und Sehnsucht wird auch anders generiert, und was dieser Kellner für Probleme mit seiner Arbeitsstätte hat, geht nun auch wirklich überhaupt keinen Gast etwas an. Dass andere Gäste durch die Wutrede des Kellners länger auf ihren Kaffee warten mussten, ist sicherlich eines der vom Kellner angesprochenen Problme des Lokals.
Dass auf der Endabrechnung natürlich doppelt so viele Kaffees wie bestellt aufgeführt wurden versteht sich natürlich von selbst. Es war trotzdem schön und lecker dort und auch der Kaffee schmeckte letztendlich hervorragend, was einmal wieder beweist, dass die guten und leckeren Dinge im Leben doch ein wenig länger dauern.