Deutschland ist Schaumweltmeister!

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Deutschland ist Schaumweltmeister!

In keinem Land dieser Welt wird so viel Schaumwein getrunken wie in Deutschland, fast vier Liter. Pro Kopf!! Ein kleiner Vergleich: in US-Staaten wie Texas trinken die Menschen (pro Kopf) keine fünf Liter, aber Wein und Schaumwein zusammen. In Deutschland kommen immerhin noch einundzwanzig Liter Wein hinzu.

Für die Cava-Produzenten ist Deutschland das gelobte Land: dreiunddreißig Millionen Flaschen und ein paar Zerquetschte, mit dickem Abstand zu Belgien (sic!), UK, und dann erst USA. Jede fünfte exportierte Flasche Cava wird in Deutschland entkorkt, ohne die Alemannen könnten ein paar Firmen glatt die Tür zusperren. Aber was ist das eigentlich, was schütten wir da so gedankenlos in uns hinein?

Erst einmal: die Rebsorten! Zugelassen sind neun Sorten, wobei die drei Klassiker – Macabeo, Parellada, Xarel.lo – knapp achtzig Prozent der dreiunddreißig tausend Hektar Rebfläche ausmachen, die in der D.E. Cava registriert sind. Dann kommt Chardonnay mit gut acht Prozent Flächenanteil, dann der Rest: Garnacha Tinta, Trepat, Monastrell, Subirat Parent (eine Malvasía – Spielart) sowie Pinot Noir. Im Prinzip sind das alles Rebsorten, die in Katalonien seit geraumer Zeit angebaut werden. Dies ist wichtig, da die Region Cava nun einmal nicht mit der Region Katalonien übereinstimmt. Und da beginnt das Problem!

Cava wurde nicht via Consejo Regulador ins Leben gerufen, es gab ihn schon lange bevor die Denominación Especial Cava vor ein paar Jahrzehnten das Licht der Welt erblickte. Es gab Cava aus Katalonien, aus Utiel-Requena, aus Calatayud, diverse Cavas aus der Rioja und aus Navarra, aus Aranda de Duero, aus Rueda sowie aus Almendralejo (sic!). Nun kam der Consejo und wollte dies eingrenzen. Das Ergebnis war eine Art Bestandsschutz für alle, die schon vorher Cava erzeugten, egal in welcher Ecke Spaniens sie herumturnten. Aber: nur mit den zugelassenen Sorten. Daher verschwand der Cava aus Rueda und tauchte als Espumoso wieder auf; Verdejo stand nicht auf der Liste. Andere, Galicier etwa, kamen gar nicht erst in die Verlegenheit, über Cava nachzudenken. Nix mit Albacava oder Treixacava.

Abgesehen von Rioja und Navarra, wo Macabeo (Viura) und Garnacha eine gewisse Rolle spielen, bestehen fast alles Cavas, die es aus Aranda, Calatayud, Turis oder Almendralejo gibt, aus Chardonnay, niemand pflanzt Xarel.lo in der Extremadura oder auf der kastilischen Meseta.

In Katalonien ist das Puzzle einfacher zu lösen, aber nicht immer einfach zu verstehen. Klar ist immerhin, dass das zentrale Hügelland, also Penedès, Conca de Barberà, Tarragona (vorne) sowie Alella, komplett zur D.E. Cava gehört, im Norden etwa, in Empordà, sieht die Sache dann schon wieder ganz anders aus. Dort gibt es Dörfer, die zur D.E. Cava gehören, während Nachbardörfer ohne nachvollziehbare Argumente ausgeschlossen bleiben.

Den durchschnittlichen Konsumenten braucht das aber gar nicht zu interessieren, da gefühlt siebenundneunzig Prozent dessen, was sich Cava nennt, sowieso irgendwie in irgendwelchen Kellern zusammengeschüttet wird, fein (…) mit Zucker dosiert – und ab geht der Lastwagen. Es gibt zweihundert und vierundvierzig Betriebe, die sich Cava-Bodegas nennen dürfen. Wenn man nun alle Firmen herausstreicht, die Trauben oder Fasswein zukaufen (oder gleich fertigen Cava), dann bleiben maximal derer zwanzig übrig. Wenn überhaupt. Der Großteil der Cava-Produzenten keltert keinen Wein! Das machen Cooperativen, Handelskellereien und artverwandte Unternehmen. Die wiederum vermarkten keinen Cava.

Um die neun Monate Flaschenreife kommen selbst die Cava-Giganten nicht herum – aber spätestens dann wird degorgiert, gezuckert – und siehe oben. Das mit dem Zucker ist eine interessante Sache. Etwa ein Fünftel der Cava-Produktion kommt als brut nature auf den Markt, also ohne jegliche Dosage. Das wird fast alles in Katalonien getrunken, wo es durchaus üblich ist, die eine oder andere Flasche Cava zum Mittagessen zu leeren. Die in Deutschland so beliebten Spielarten semi-süß, süß und voll-süß braucht man in Katalonien gar nicht erst suchen. Es gibt sie in den Lagern der Giganten, Freixenet an erster Stelle, aber nur im Exportlager. Spricht man die Katalanen darauf an, machen sie erst ein ernstes Gesicht – und fangen dann an zu lachen. Man versteht nicht, warum man für so etwas Geld ausgibt, findet es aber klasse, dass die Deutschen das ganze Zeug wegräumen, das in Katalonien niemand trinken will. Und dafür auch noch Geld geben.

Daraus entwächst natürlich ein gigantisches Problem: die ganzen wirklich guten Cavas – ein paar gibt es schon, die meisten beginnen mit dem Wort Recaredo – sind brut nature, wenige etwas größere Firmen (Raventos i Blanc, Torelló – Gramona spielt nicht in dieser Liga) füllen den einen oder anderen ordentlichen Cava brut. Das kennt in Mitteleuropa aber kaum jemand. Und deswegen werden diese Produkte auch nur verhalten nachgefragt. Ein wirklich guter Cava kostet schnell mal Mitte zwanzig Euro, dafür bekommt man auch Schampus der ordentlichen Einstiegsklasse (nix mit Witwe oder Clique oder so, of course). Oftmals ist ein wirklich guter Cava dem Champagner in dieser Preisklasse zumindest ebenbürtig; Konsumenten indes bevorzugen in diesem Fall das Wort Champagne auf dem Etikett, insbesondere wenn die Flasche dem Imagegewinn dienen soll. Wenn man auf eine Party geht und einen Cava mitbringt, läuft man Gefahr, von der Adressliste gestrichen zu werden….

Schuld an diesem Desaster sind natürlich die Cava-Produzenten. Sie meinten jahrzentelang, es nicht nötig zu haben, den Konsumenten ordentlich zu informieren. Das haben dann Freixent und Codorníu (immerhin der Cava-Produzent der ersten Stunde [1921]) übernommen – und deswegen gibt es diese pappsüße Spratzelwasser an allen Ecken und Enden. Nun stehen sie da und blöken etwas von „doofer Konsument“. Typischer Fall von fehlgelaufenem Marketing….

Anders als in Deutschland, Frankreich, Österreich oder Italien kann man dem Etikett eines spanischen Schäumlis nicht entnehmen, ob es sich um eine Art Winzercava handelt oder um ein zusammengeschüttetes Etwas. Im besten Fall hilft der Händler des Vertrauens, zumindest in den Fällen, in denen der Händler etwas weiter denkt als nur bis zum Ende der Flasche. Der muss in der Bodega im Zweifelsfall mehrmals nachhaken, denn wenn katalanische Verkäufer eines können, dann ist das Verkaufen. Es braucht oft drei, vier oder gar fünf Anläufe, ehe man sich bequemt, etwas über den Ursprung (aka Weinberge) zu erzählen. Uns selbst dann muss man vorsichtig sein: Winzerlatein kommt gleich nach Jägerlatein! Grobe Faustregel: Reserva oder Gran Reserva, brut nature (wenn auftreibbar) oder maximal brut. Eine Jahrgangsangabe ist kein Güte-Siegel, aber zumindest ein Indiz.

Namen? Recaredo ist immer gut, Raventos i Blanc in der Regel auch (wenn man den belanglosen Rosat La Nit mal außen vor lässt). Agustí Torelló, Mas Candí, Heredad Mestres, in Notfällen auch Gramona. Die Liste der wirklich guten Cavas ist so lange nicht.

Und wenn man keinen Cava will, sondern andere Schaumweine Spaniens? Nun, dann hat man ein kleines Probläm! Es gibt ein paar, aber nicht wirklich viele. Die meisten gibt es, welche Wunder, in Katalonien. In der Regel geht es um Rebsorten oder Anbaumethoden. Manche Schaumweine beginnen die Vergärung im Tank und beenden sie in der Flasche, es folgt dann keine zweite Gärung mehr. Man nennt dies espumoso ancestral, das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Gleichwohl gibt es gerade einmal zwei oder drei Produzenten, die in diesem Marktsegment aktiv sind.

Jenseits von Katalonien und den Cava-Inseln gibt es nur wenige wirklich spannende Dinge. Galicische Schaumweine befinden sich noch in der Findungsphase, einzig Prada a Tope in Bierzo (Greater Galicia) ist etwas weiter. Xamprada ist aber schon arg Mainstream. Kastilien ist, von Palacio de Bornos einmal abgesehen (ex Cava), eher kompliziert. Es gibt zwei Produkte aus Toro, die man am besten vor Ort verkostet und vor Ort wieder vergisst. Rioja, Navarra und Aragón: das, was es gibt, ist in der Regel Cava. Südspanien: wenn da was gärt, handelt es sich wahrscheinlich um einen Flaschenfehler… Bleibt der Norden. In Asturien gibt es vor allem schäumenden Sidra, in Kantabrien nix. Dafür aber in Euskadi! Ameztoy aus Getaria keltert einen durchaus süß geratenen Txakspumoso, während der von Doniene Gorrondona schon wirklich ordentlich ist. Es lohnt sich durchaus, die eine oder andere Flasche zu suchen. Nur sind wir dann halt schnell wieder beim Ursprungsproblem: für Mitte/Ende zwanzig wird dieser Schaumwein nur jenen eine Freude bereiten, die gerne auf das Wort Champagne verzichten – und wirklich trockene Produkte mögen. Text: El oso alemán

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USA

Horsepower Vineyards The Tribe Vineyard Syrah 2013

Rotwein · Walla Walla Valley · Syrah

Syrah The Rocks District Walla Walla Valley (USA) 2013 Biodynamie · 14,00 % vol

Der Horsepower Vineyards The Tribe Vineyard Syrah 2013 ist ein biodynamischer Kult-Syrah von Christophe Baron (Cayuse) – konzentriert, vollmundig und salzig, mit Hermitage-artiger „scorched earth"-Würze von den Basaltsteinen des Rocks District und zwei Jahrzehnten Reifepotenzial.


The Tribe Vineyard – Basalt im Rocks District

Der drei Acre kleine Syrah-Weinberg liegt direkt neben Christophe Barons En-Chamberlin-Lage im Rocks District of Milton-Freewater – der einzigen US-Appellation, deren Grenzen allein über den Bodentyp definiert sind. Große, alte Basalt-Gerölle wie im Châteauneuf-du-Pape speichern die Sonnenwärme und strahlen sie an die Trauben zurück, was den unverwechselbar würzig-umamihaften Charakter dieser Syrahs prägt.

Gepflanzt ist The Tribe ultra-dicht im „sur echalas"-Stil – eine Rebe pro Pfahl, rund 3.555 Stöcke pro Acre. Die Enge zwingt die Reben zu intensivem Wettbewerb und schafft bemerkenswerte Spannung und Konzentration.

Jahrgang 2013 – Walla Walla Valley

2013 gilt in Washington als warmer, reifer Jahrgang, der vollreife, gesunde Trauben hervorbrachte.

Ein idealer Jahrgang für tief konzentrierte, kraftvolle und zugleich balancierte Syrahs mit langem Reifepotenzial.

Anbau und Ausbau

Reinsortiger Syrah aus dem Jahrgang 2013, 14,00 % vol.

Christophe Baron war ab 2002 Pionier der biodynamischen Bewirtschaftung in Walla Walla. Horsepower wird nach einem astrologischen Kalender und vollständig ohne Herbizide, synthetische Dünger oder chemische Pflanzenschutzmittel bearbeitet. Namensgebend sind die Zugpferde, die die eng gepflanzten Reihen kultivieren – Handarbeit im Stil des 19. Jahrhunderts. Die Erzeugungsmengen sind winzig, der Wein ist streng allokiert.

Im Glas

Ein dunkles, brütend-präzises Bouquet: schwarze Kirsche, Cassis und Brombeere über schwarzer Olive, geräuchertem Schinken, Steak Tartar und Schießpulver, dazu zerdrückte Veilchen, Lagerfeuer, nasser Stein, Funk und Torf. Am Gaumen konzentriert, vollmundig und geschichtet, mit Hermitage-artiger „scorched earth"-Würze, salziger Mineralität und großer Tiefe – ein klar im Côte-Brune-Stil gehaltener Syrah.

Konzentriert, salzig und tief – ein Hermitage-naher Côte-Brune-Syrah von den Basaltsteinen des Rocks District.

Noch jung und straff: braucht Kellerzeit und profitiert vom Dekantieren. Potenzial bis etwa 2033. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lammkeule, gegrilltem Rind, Wild, kräftigem BBQ oder gereiftem Hartkäse. Ein intensiver Begleiter für herzhafte, würzige Gerichte.


Lage: The Tribe Vineyard, Rocks District of Milton-Freewater, Walla Walla Valley (USA); Basalt-Gerölle, ultra-dichte Pflanzung
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA, Syrah (trocken)
Ausbau: Syrah; biodynamischer Anbau (Zugpferde, sur echalas), 14,00 % vol

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Rebsorten

Joseph Colin Saint-Aubin Compendium blanc 2023

Weißwein · Saint-Aubin · Chardonnay

Chardonnay Saint-Aubin AOC Cuvée Compendium · mehrere Parzellen Côte de Beaune 2023

Der Saint-Aubin Compendium Blanc 2023 von Joseph Colin ist ein reinsortiger Chardonnay aus verschiedenen Parzellen der Appellation Saint-Aubin. Salz, Rauchmandeln, Frühlingswiese, Minze und unreifer Pfirsich entfalten sich mit Luft; am Gaumen kraftvolle Eleganz mit fein eingebundener Säure und langem, saftigem Finish.


Saint-Aubin – das unterschätzte Weißwein-Dorf

Saint-Aubin liegt in einem Seitental der Côte de Beaune, zwischen Puligny-Montrachet und Chassagne-Montrachet. Fast drei Viertel der Lagen besitzen Premier-Cru-Status; die kalk- und mergelgeprägten Hänge bringen mineralische, elegante Chardonnays hervor, die für ihr Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt sind und stetig besser werden. Heute dominiert Chardonnay (rund 137 Hektar) gegenüber Pinot Noir.

Der Compendium ist eine Cuvée aus mehreren Saint-Aubin-Parzellen – ein „Kompendium" der Appellation, komponiert von Joseph Colin aus der renommierten Winzerfamilie Colin.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück.

Für die weißen Burgunder steht 2023 für reife, aromatische Frucht bei klarer Säure – die Grundlage für die salzig-mineralische, zugleich kraftvolle Art dieses Saint-Aubin.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023, eine Cuvée aus verschiedenen Saint-Aubin-Parzellen.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – mit maßvollem Holzeinsatz, ganz auf Frische, Salz und Mineralität ausgerichtet.

Im Glas

Mit zunehmendem Luftkontakt entfalten sich eine frische Meeresbrise, Salz, Rauchmandeln, Frühlingswiese, Minzblätter, unreifer Pfirsich und etwas Zitrone. Am Gaumen kraftvolle Eleganz; die Säure ist fein in die Frucht eingebunden und mündet in ein saftiges, langes Finish.

Salz, Rauchmandeln und Minze über kraftvoller Eleganz, mit saftigem, langem Finish – berauschend lecker.

Jung schon zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 11–12 °C servieren.

Am Tisch

Fisch und Meeresfrüchte, Geflügel in heller Sauce, Ziegenkäse – oder solo als Aperitif. Die salzige Frische passt besonders zu Schalentieren.


Lage: Saint-Aubin (Côte de Beaune); verschiedene Parzellen, Kalk/Mergel
Klassifikation: Saint-Aubin AOC
Ausbau: Chardonnay; Holzfassausbau

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Weine

Wittmann Westhofen Kirchspiel Riesling Großes Gewächs 2023 Magnum BIO

Weißwein · Rheinhessen · Riesling

Riesling Rheinhessen Westhofener Kirchspiel VDP.Grosses Gewächs Bio (Demeter) Kalkstein Magnum 1,5 l 2023

Das Wittmann Westhofener Kirchspiel Riesling Großes Gewächs 2023 ist ein eleganter, frischer Bio-Riesling vom Kalkstein – mit Aromen gelber Früchte und einer klaren, leicht salzigen Mineralität. In der Magnum der ideale Wein für die große Reife.


Kirchspiel – VDP.Grosse Lage in Westhofen

Das Weingut Wittmann in Westhofen zählt zu den führenden Adressen Rheinhessens und arbeitet seit Langem konsequent biodynamisch (Demeter). Die VDP.Grosse Lage zeichnet die hochwertigsten Weinberge der Region aus – parzellengenau abgegrenzt; hier reifen die besten Weine mit expressivem Lagencharakter und besonderem Reifepotenzial.

Das Kirchspiel mutet wie ein Amphitheater an, das sich zum Rhein hin öffnet; die Reben in Ost- bis Südostausrichtung sind vor kalten Westwinden geschützt – Grund für das hervorragende Kleinklima. Die Reben für dieses Große Gewächs fußen auf schwer durchwurzelbarem Kalkstein (Tonmergel mit Kalksteineinlagen, auch der tiefe Untergrund von Kalkstein dominiert). Genau dieser karge, kalkreiche Boden verleiht den Rieslingen des Kirchspiels ihre filigrane Eleganz und die klare, leicht salzige Mineralität.

Jahrgang 2023 – Rheinhessen

2023 brachte in Rheinhessen aromatische, reife Rieslinge mit guter Substanz und präziser Säure. Auf dem Kalkstein des Kirchspiels ergibt das einen besonders eleganten, geradlinigen Wein mit lebendiger Säure, klarer gelber Frucht und feiner, salziger Mineralität – Spannung und Finesse statt Opulenz. Die Magnum bietet dabei ideale Bedingungen für eine besonders langsame, harmonische Entwicklung.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2023, trocken, VDP.Grosses Gewächs. Abgefüllt in der Magnum (1,5 l).

Handlese, Ganztraubenpressung, Spontangärung mit eigenen Hefen und langer Ausbau auf der Vollhefe – überwiegend im traditionellen großen Holzfass und Edelstahl. Der zurückhaltende Ausbau lässt Frucht und die kalksteingeprägte Mineralität der Lage unverfälscht in den Mittelpunkt treten. Biodynamisch (Demeter), DE-ÖKO-022.

Im Glas

Ein elegantes, frisches Bukett von gelben Früchten – reifer Apfel, Birne, gelbe Zitrus –, ergänzt um weiße Blüten und feine Kräuter. Am Gaumen geradlinig und präzise, mit lebendiger Säure und der für das Kirchspiel typischen klaren, leicht salzigen Mineralität, die den Wein trägt und ihm einen langen, animierenden Abgang verleiht.

Elegantes, frisches Aroma nach gelben Früchten – mit klarer, leicht salziger Mineralität.

Schon jetzt zugänglich, gewinnt aber mit einigen Jahren Kellerreife deutlich an Tiefe – in der Magnum umso mehr; profitiert vom Dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Spargel sowie zu kräftigerem Hartkäse. Die Magnum ist der ideale Begleiter für die große Tafel.


Lage: Rheinhessen, Westhofener Kirchspiel (Deutschland); Ost-/Südostausrichtung, amphitheaterartig zum Rhein geöffnet, Tonmergel mit Kalksteineinlagen über kalksteindominiertem Untergrund; VDP.Grosse Lage
Klassifikation: Rheinhessen, Riesling VDP.Grosses Gewächs (trocken); Magnum 1,5 l
Ausbau: Riesling; Ganztraubenpressung, Spontangärung, Reife auf der Vollhefe (großes Holzfass/Edelstahl); biodynamisch (Demeter), DE-ÖKO-022

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Rebsorten

Domaine Denis Mortet Gevrey Chambertin 1er Cru 2022

Rotwein · Gevrey-Chambertin Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Gevrey-Chambertin · 1er Cru Cherbaudes · Petite Chapelle · Bel Air Reben ~50 Jahre 18 Monate Holz · hoher Neuholzanteil

Der Gevrey-Chambertin 1er Cru 2022 von Denis Mortet ist eine Assemblage aus drei Premier-Cru-Lagen rund um den Clos de Bèze. Reinsortiger Pinot Noir mit roter Frucht, Unterholz und seidigen Tanninen – einer der charmantesten und zugänglichsten Premier Crus des Guts.


Drei Premier-Cru-Lagen rund um Clos de Bèze

Dieser Premier Cru vereint drei benachbarte Lieux-dits, von denen keiner für sich groß genug für eine eigene Cuvée wäre: Cherbaudes (direkt unterhalb von Mazis-Chambertin), Petite Chapelle (angrenzend an den Grand Cru Les Gémeaux) und Bel Air (eine hochgelegene Parzelle oberhalb des Clos de Bèze, eine Fortsetzung von Ruchottes-Chambertin). Die Reben sind im Schnitt rund 50 Jahre alt.

Die Nähe zum Clos de Bèze macht diesen Wein zum charmantesten der Premier Crus des Guts. Die Domaine Denis Mortet, heute von Arnaud Mortet geführt, zählt zu den Spitzenadressen von Gevrey-Chambertin.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der dem Charme dieser Assemblage Substanz verleiht.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, eine Assemblage aus Cherbaudes, Petite Chapelle und Bel Air mit rund 50 Jahre alten Reben. Strenge Traubenselektion, teilweise Entrappung, Spontangärung mit natürlichen Hefen und sehr moderate Extraktion.

Ausbau über 18 Monate im Eichenfass mit hohem Neuholzanteil (rund 50–60 %), ganz im Stil des Guts.

Im Glas

In der Nase rote Beeren, Unterholz, Orangenzeste und ein Hauch schwarzer Trüffel, dazu feine Würze. Am Gaumen mittel- bis vollmundig, elegant und integriert, mit feinen, puderigen Tanninen und einem frischen Fruchtkern, der in ein feines Finale übergeht.

Rote Beeren, Unterholz und Trüffel über feinen, puderigen Tanninen – der charmanteste Premier Cru des Guts.

Schon vergleichsweise früh zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Ente, Rind, Gerichte mit Pilzen oder Trüffel, dazu gereifter Käse wie Comté. Ein Wein für gehaltvollere Gerichte und den besonderen Anlass.


Lage: Gevrey-Chambertin; Assemblage aus Cherbaudes, Petite Chapelle und Bel Air (Nähe Clos de Bèze), Reben ~50 Jahre
Klassifikation: Gevrey-Chambertin Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir, teilweise entrappt, Spontangärung; 18 Monate Holz mit hohem Neuholzanteil (~50–60%)

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Weine

Frank John Riesling Brut 50 BIO

Schaumwein · Sekt · Riesling · Pfalz

Frank John Riesling Brut ist ein biodynamischer Pfälzer Riesling-Sekt aus traditioneller Flaschengärung. Er reifte mindestens 50 Monate auf der Hefe und wurde mit minimaler Dosage als Brut abgefüllt – fein perlend, komplex und elegant. Auf 549 Flaschen limitiert.


Pfalz

Frank John – Das Hirschhorner Weinkontor in Neustadt-Königsbach (Pfalz) arbeitet biodynamisch (Demeter, Kontrollstelle DE-ÖKO-003). Der Grundwein stammt aus heimischen Riesling-Lagen; Frank Johns Sekte zählen mit ihrem langen Hefelager zu den besten Deutschlands. Das Gut ist Mitglied im Verband „Die Sektmacher" (100 % traditionelle Methode, deutsche Herkunft).

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Riesling, nach der traditionellen Methode (klassische Flaschengärung) erzeugt. Die zweite Gärung findet in der Flasche statt; anschließend reift der Sekt mindestens 50 Monate auf der Hefe, wird von Hand gerüttelt und degorgiert. Dank des exzellenten Grundweins genügt eine sehr niedrige Dosage (Brut).

Im Glas

Helles Gelb mit feiner, anhaltender Perlage. In der Nase reife gelbe Frucht und Zitrus, dazu Brioche-, Hefe- und feine Röstnoten aus dem langen Hefelager. Am Gaumen straff und cremig zugleich, mit klarer Frucht, lebendiger Säure und großer Länge. Trockener Brut-Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 6–8 °C servieren – als festlicher Aperitif oder als Speisenbegleiter über das ganze Menü.

Klassische Begleitung: Aperitif, Austern, Fisch, Meeresfrüchte und Geflügel.


Lage: Neustadt-Königsbach, Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Riesling-Sekt, traditionelle Flaschengärung (Brut), biodynamisch (Demeter)
Ausbau: mindestens 50 Monate auf der Hefe; handgerüttelt und degorgiert; 549 Flaschen

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USA

Cayuse En Chamberlin Syrah 2018

Rotwein · Syrah · Walla Walla Valley · USA

Cayuse En Chamberlin Syrah ist ein Kult-Syrah aus dem Walla Walla Valley im pazifischen Nordwesten der USA. Das von Christophe Baron gegründete Weingut Cayuse arbeitet biodynamisch auf den von Flusskieseln durchsetzten Böden des Rocks District. Die Einzellage En Chamberlin liefert einen mittelkräftigen bis kräftigen, eleganten Syrah. Im Glas dunkle Frucht, Würze und große Balance.


Walla Walla Valley

Cayuse liegt im Walla Walla Valley, genauer im „Rocks District of Milton-Freewater" – einem Gebiet mit auffälligen, runden Basaltkieseln im Boden, die den Syrahs ihren unverwechselbaren, würzig-erdigen Charakter geben. Christophe Baron, ursprünglich aus der Champagne, bewirtschaftet die Lagen biodynamisch. En Chamberlin ist eine seiner Einzellagen.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein ist ein Syrah aus der Einzellage En Chamberlin. Nach der Gärung reift er im Holzfass, überwiegend in gebrauchten Fässern, die die Frucht und den unverwechselbaren „Rocks"-Charakter unterstreichen, ohne ihn zu überdecken.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase rauchige Erde, Tabak und kalter Kamin, mit Luft dazu wilde, gamey Noten, blutig-blaue Frucht, Eisen und pfeffriges Fleisch. Am Gaumen reich, mittelkräftig bis kräftig und konzentriert, mit feinen Tanninen, ohne harte Kanten. Der Abgang ist lang und elegant.

Am Tisch

Schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial über zwei Jahrzehnte; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Serviertemperatur 16–18 °C.

Klassische Begleitung: gegrilltes und geschmortes Fleisch, Lamm, Wild und Pilzgerichte.


Lage: En Chamberlin, Rocks District, Walla Walla Valley (USA)
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA – Syrah
Ausbau: Holzfass, überwiegend gebraucht; biodynamischer Weinbau

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Weine

Morey-Coffinet Bourgogne Côte d’Or Pinot Noir 2022 BIO

Rotwein · Bourgogne Côte d'Or · Pinot Noir

Pinot Noir Bourgogne Côte d'Or AOC Côte de Beaune Morey-Coffinet alte Reben (1968/1978) Bio / Biodynamie (FR-BIO-01) 2022

Der Morey-Coffinet Bourgogne Côte d'Or Pinot Noir 2022 ist ein klassischer, eleganter Bio-Pinot aus dem Burgund – mit Veilchen, einem Hauch Leder und Waldfrüchten. Am Gaumen mittelschwer, zart und frisch. Ein Einstieg ins Sortiment auf hohem Niveau.


Côte d'Or – Pinot Noir aus Chassagne

Die Domaine Morey-Coffinet zählt zu den Referenz-Adressen von Chassagne-Montrachet. Heute führt Thibault Morey – ein „rising star" der Appellation, aus den großen Familiennamen Pillot, Morey und Coffinet – das Gut und arbeitet seit 2015 biodynamisch zertifiziert (Ecocert, FR-BIO-01). Auch wenn die Côte de Beaune vor allem für Weißweine berühmt ist: Thibault beherrscht Pinot Noir und Chardonnay gleichermaßen.

Der Bourgogne Côte d'Or stammt aus 0,81 Hektar mit 1968 und 1978 gepflanzten Reben, aus Parzellen am Rand von Chassagne Richtung Santenay und Puligny – die eine auf tiefem, kompaktem Ton, die andere feiner und kalkhaltiger. Die Appellation Bourgogne Côte d'Or (seit 2017) hebt diese Herkunft von der Côte d'Or eigens hervor: Hangterroirs, die stilistisch klar über generischem Bourgogne stehen.

Jahrgang 2022 – Bourgogne

2022 verlief an der Côte de Beaune warm und sonnig, dank guter Wasserreserven aber ausgewogen: Die Rotweine zeigen reife, klar definierte Frucht bei seidiger Textur und animierender Frische. Im Bourgogne Côte d'Or ergibt das einen zugänglichen, eleganten Pinot mit feiner Säurestruktur.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, Bourgogne Côte d'Or AOC, trocken.

Ausbau über rund 10 Monate in 228-Liter-Eichenfässern mit etwa 30 % Neuholzanteil – im präzisen, terroirbetonten Stil des Hauses. Biodynamischer Anbau (Ecocert), FR-BIO-01.

Im Glas

Ein klassischer, eleganter Pinot Noir aus dem Burgund: Noten von Veilchen, ein Hauch von Leder und unreifen Waldfrüchten zeichnen ihn aus. Seine Vielfalt besticht durch Eleganz. Am Gaumen präsentiert er sich mittelschwer, zart, mit einer kraftvollen und frischen Säurestruktur.

Klassisch und elegant – mittelschwer und zart, mit kraftvoller, frischer Säurestruktur.

Schon jung mit viel Trinkfreude; profitiert von einem kräftigen Karaffieren (15–30 Min.) in der Jugend. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel und Kalb, zu gebratenem Fisch mit Fleischjus (z. B. Wolfsbarsch), zu Pilzgerichten sowie zu mittelreifem Weichkäse.


Lage: Bourgogne Côte d'Or, Côte de Beaune (Burgund, Frankreich); 0,81 ha am Rand von Chassagne (Richtung Santenay/Puligny), tiefer Ton bzw. feinerer, kalkhaltiger Boden; Reben 1968/1978
Klassifikation: Bourgogne Côte d'Or AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; ~10 Monate in 228-l-Eichenfässern (ca. 30 % neu); biodynamisch (Ecocert), FR-BIO-01

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Spirituosen

Suau Brandy 15 Jahre Mallorca

Brandy · Mallorca · Solera Reserva · 15 Jahre

Suau Brandy 15 Jahre ist ein Solera-Reserva-Brandy von der spanischen Insel Mallorca. Die Bodegas Suau brennen und reifen ihre Brände seit 1851 von Hand, heute in einem historischen Kellergebäude bei Palma. Der Brandy reift 15 Jahre nach dem Solera-System im Mikroklima der unterirdischen Keller. Im Glas dunkles Bernstein mit kupfernen Reflexen, weich und rund am Gaumen.


Mallorca

Bodegas Suau entstand 1851 und sitzt in Marratxí, nordöstlich von Palma de Mallorca. Das Besondere ist das Mikroklima der unterirdischen Keller, in denen die Brände langsam und ruhig reifen. Die Herstellung ist seit über 170 Jahren handwerklich und nahezu unverändert geblieben.

Herstellung und Reifung

Grundlage ist ein Destillat aus der Airén-Traube. Es reift 15 Jahre nach dem Solera-System in amerikanischer Eiche (225 und 300 Liter), langsam und statisch im kühlen Kellerklima. Das Solera-Verfahren mischt jüngere und ältere Brände und sorgt für einen gleichbleibend runden, harmonischen Stil.

Im Glas

Dunkles Bernstein mit kupfernen Reflexen. In der Nase fein integrierte Aromen von Eichenholz und Destillat, dazu Trockenfrüchte und Karamell. Am Gaumen weich und ausgewogen, leicht süß und fruchtig, mit Pfirsich, geröstetem Holz, Kaffee und einem Hauch Vanille. Der Abgang ist lang und warm, ohne Schärfe oder Bitterkeit.

Zum Genuss

Pur oder auf Eis als Digestif zu genießen, idealerweise bei 15–17 °C in einem bauchigen Glas. Ein klassischer Begleiter zum Ausklang eines guten Essens.

Passt außerdem zu Tapas, gereiftem Käse und einer guten Zigarre.


Herkunft: Mallorca, Spanien
Art: Brandy Solera Reserva, 15 Jahre
Reifung: Solera-System, amerikanische Eiche (225 und 300 l)

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