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Sonnora – Dreis – Deutschland

Sonnora – Dreis – Deutschland

Im Restaurant Sonnora fing das persönliche Glück, der Fresslust zu erliegen, vor einigen Jahrzehnten auf wundersame Weise an. Die Welt hat sich seitdem gastronomisch komplett gewandelt. War vor gut fünfundzwanzig Jahren nur die französische Küche „wortwörtlich“ in aller Munde und galt auch hier in Deutschland als das „non plus ultra“, haben sich seitdem die mediterrane, die spanische Avantgarde, die nordische und die asiatische Küche durch das Internet und die dadurch entstandene Globalisierung nach und nach in Deutschlands Top Küchen etabliert. Immer mehr verschiedene Stilrichtungen, Aromen und Kombination haben sich in Kochtöpfen und Pfannen miteinander mal besser und mal schlechter miteinander vermischt.

Helmut Thieltges ist einer der ganz wenigen, wenn nicht sogar der einzige deutsche Top Koch, der der französischen Gourmet Küche treu geblieben ist. Im Sonnora gibt es weder vom rustikalen Interieur, noch von der dezenten Beschallung noch von der Auswahl des Bestecks wirklich etwas atemberaubendes Neues zu berichten. Und auch auf den Tellern wird nach wie vor eine ganz und gar klassisch- französische Küche zelebriert. Das nette, unauffällige Personal tischt hier nach und nach zeitlose Geschmacks- und Kalorienbomben auf, die teilweise ihres gleichen suchen, jeder Beschreibung spotten und jeden Vegetarier oder gar Veganer die Schamröte ins Gesicht treiben würden.

Dass dieser Abend im Sonnora nicht nur wegen seines zeitlosen, großartigen Mahls einzigartig war, lag auch an der Erkenntnis, dass wahre Igel nicht nur keinen Winterschlaf halten, sondern in der Winterzeit gerne gut dinieren und auch voller Freude, ohne jegliche Entwicklungshilfe von Menschenhand, die ein oder andere Flasche Wein und Champagner leeren können. Dies selbstredend ohne Happy End!

Safranschaumsüppchen mit Miesmuscheln, Thunfisch und Edelfischpraline.

Galantine von Gänsestopfleber „Traube-Nuss“ in Gelee von altem Madeira mit geeistem Feigen-Croustillant.

Kleine Torte von Rinderfilet-Tatar auf Kartoffelrösti und einer großzügigen Imperial Kaviar Krone. Ohne Frage, der grossartigste Gang des Abends. Ein unverschämt leckerer Kartoffelrösti, welcher zuerst die tragende Geschmackssäule markierte, flankiert von der durchaus gelungenen Kombination von Tatar und allerbestem Kaviar. Das Beste an diesem Stück Torte war aber der andauernde Nachhall im Mund. Immer wieder explodierten hier verschiedene Aromen. Getragen von einem grandiosen, feinen Edel-Pfeffer und den einzelnen Komponenten dieses Gerichts kann man hier mit Fug und Recht von einer „süchtig machenden“ Edel-Droge sprechen!

Sautiertes Kalbsbries mit Maccaroni-Charlotte und Perigord-Trüffel-Creme.

Steinbutt aus der Bretagne mit Safran-Fenchel in mediterraner Vinaigrette mit Olio Verde und Balsamico. Der einzige Gang, der ein wenig neben der Top Qualität Spur lag. Eine eher normale Steinbuttqualität- für ein Restaurant dieser Klasse- und ein wenig zu viel Balsamico, welche diese Speise komplett überlagerte.

Eifeler Rehrücken mit karamellisierten Macadamia Nüssen auf Rouenaiser Sauce mit Spitzkohl.

Geeister Kaffee Arabica mit Kakaobohneneis und Tahiti-Vanilleschaum.

Blanc-manger „Mandel -Marzipan“ mit Bratapfeleis und Calvados-Sabayon.

Petit Fours.

Willi Igel. Anstatt einen ordentlichen Winterschlaf wie seine Artgenossen hinzulegen endete der Abend für den genusssüchtigsten Igel der Welt leider ohne „Happy End“.

Waldhotel Sonnora
Auf dem Eichelfeld 1
54518 Dreis
Deutschland
Telefon: +496578406
www.hotel-sonnora.de

 

 

*Punktesystem 0 bis 365 Punkte

Die Punkte stehen für die Tage eines ganzen Jahres. Je höher die Punktezahl ist, umso häufiger wünscht man sich an diesem Ort essen gehen zu können oder eben den beschriebenen Wein trinken zu dürfen.

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